Fragen und Antworten zum Jenseits

 

Während der medialen Tätigkeit von Beatrice Brunner beantwortete Josef – er wirkte während 35 Jahren als jenseitiger Lehrer der Gemeinschaft – an bestimmten Abenden jeweils Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer.

 
Frage: Es kommt immer wieder vor, dass da und dort auf medialem Wege widersprüchliche Aussagen gemacht werden. Wie ist es zu erklären, dass Geistwesen so gegensätzliche Erklärungen geben?

Josef: Ja, das hat doch seine Ursache. Ihr sollt unterscheiden können, was für ein Geist mit euch in Verbindung ist. Denn die Entwicklung der Geister ist doch sehr verschieden.
Ein Geist, der noch stark an die Erde gebunden ist, kann doch niemals das Wissen haben wie ein hoher Geist des Himmels. Ein Geist, der noch nicht in die Ordnung Gottes eingereiht ist, kann nur durch bestimmte Sphären gehen und dort etwas erfahren. Die weiteren, höheren Sphären sind ihm verschlossen. Solche Geistwesen erklären die Sachen, wie sie es sehen, wie sie es erleben, und sie glauben, es sei richtig so. Es fehlt ihnen an höherem Wissen. So behauptet der eine, es gebe keinen Gott, ein anderer behauptet, es gebe keine Wiedergeburt ...
Ja, liebe Geschwister, ein Geist kann nur das erzählen, was er selber erlebt und was er gelernt hat. Das grosse Wissen kommt aus einer hoch entwickelten Sphäre. Hohes Wissen vermitteln kann nur ein Geist, der selber durch die verschiedenen Sphären gegangen ist und von geistigen Führern unterrichtet wurde, sodass er in den Anschauungen so weit ist, dass er die Dinge richtig beurteilen kann.
Es ist eine falsche Auffassung der Menschen, wenn sie meinen, dass jeder Verstorbene gleich nach seinem Eintritt in die Geisteswelt ein Wissen hätte und über die letzten Dinge Bescheid wüsste. Dem ist nicht so. Daher sollte eben auch eine Grundregel der Geisteslehre vorhanden sein und verbreitet werden, woran die Aussagen der Geister geprüft werden können, um zu wissen, woher sie kommen. Prüfet sie, die Geister (vgl. 1. Johannesbrief 4, 1)!

Woran erkennt man einen Geist Gottes?

Josef: Ein Geist, der von Gott kommt, hat doch die Möglichkeit, den Heils- und Schöpfungsplan Gottes zu durchschauen, ihn mitzuerleben. Und er weiss auch, dass nur das den Menschen dargelegt werden soll, was sinnvoll ist und heilsam für seine Seele. Dies war ja auch bei den ersten Christen so. Sie wurden darauf aufmerksam gemacht, dass es sinnlos sei, wenn ein Geist in einer fremden Sprache rede und niemand da sei, der es auslege (1. Kor. 14, 9–13) – also dieses wurde schon dazumal verworfen. Das heisst also: Was die Geisterwelt Gottes dem Menschen zu sagen hat, soll ihm zur Belehrung dienen, für seine Seele heilsam werden. Auf diese Weise erkennt der Mensch die Notwendigkeit der Verehrung für Gott und der Dankbarkeit Christus gegenüber. Er lernt so den Sinn des Lebens kennen. Und er erkennt auch, dass es mit einem einzigen Menschenleben nicht getan ist.
Die Geister Gottes, die doch das Leben der Geisterwelt kennen, die das Gehen und Kommen ihrer aufsteigenden Geschwister sehen und miterleben, sie können doch von diesem Kommen und Gehen Erklärungen, Darlegungen geben; sie können doch auch von den Gesprächen, die [mit den aufsteigenden Geistwesen beispielsweise vor ihrer Einverleibung oder nach ihrer Heimkehr] geführt werden, etwas erklären. Auf diese Weise kann man Menschen im Glauben an Gott festigen. Und zwar soll es ein solcher Glaube sein, der die Tiefe der Seele erfasst, sodass der Mensch imstande ist, sein Leben dementsprechend auszurichten für seine Zukunft, für sich selbst und für die Mitmenschen. Denn es sollte ja jeder auf seine Art ein Pionier werden in der Verbreitung dieses geistchristlichen Glaubens.
Und trotzdem müssen wir sagen: Man kann keinen Menschen zwingen, diesen Glauben zu bejahen. Denn die Geisterwelt Gottes liebt keinen Zwang, Gott hat dem Menschen die Freiheit im Denken und Wollen gegeben. Doch bis anhin ist in der Christenheit auch Zwang im Glauben ausgeübt worden. Man sollte aber das Wort Gottes so verbreiten können, dass der Mitmensch von diesem Wort Gottes gefesselt wird, dass es ihn anspricht und er dementsprechend anfängt, sich für dieses Wort Gottes zu interessieren, und er sich näher damit befasst. Dann wird auch der einzelne Mensch es fertigbringen, seine Seele zu läutern, sich geistig zu verfeinern und zu veredeln. Und das soll doch so sein; denn der Mensch ist hier auf dieser Welt, um Gott schneller nahezukommen.
Nun, liebe Geschwister, in der Regel gebe ich euch Erlebnisberichte; ich lege dar, wie es den Heimgekommenen ergeht, ich schildere ihren Zustand. Es geht ja in der Hauptsache darum, dass man den Menschen erfasst. Ihr lebt hier auf dieser Erde, ihr habt hier eure Prüfungen, und was liegt da näher, als dass man euch klarer macht, was auf euch wartet, was ihr nach eurem Tode zu erwarten habt. Indem euch solche Erklärungen gegeben werden, vermögt ihr euer Leben auch besser nach Gottes Gefälligkeit zu gestalten. Und wenn euch dazu noch vieles andere erklärt wird, was ihr bis anhin nicht verstanden habt, dann werdet ihr noch mehr gefestigt im Glauben an Gott. Darum liegt eigentlich das Hauptgewicht darauf, euch einerseits nun dieses Geschehen oder diese Einkehr der verstorbenen Menschen zu schildern und anderseits das, was unklar ist in den heiligen Schriften, darzulegen, wie es wirklich ist, und es euch verständlich zu machen.

Wenn von geistigen Sphären und Ebenen die Rede ist, erhebt sich in uns die Frage, wo wir uns diese vorstellen sollen – in unmittelbarer Erdnähe oder in weiteren Entfernungen, vielleicht mit den Distanzen der Sterne vergleichbar?

Josef: Seht, liebe Freunde, ihr seid immer an das Materielle gebunden, auch im Denken. Ihr müsst euch immer einen Raum vorstellen. Das ist im Geistigen aber nicht so. Da fliessen sogar verschiedene Sphären ineinander, und jene Wesen in den tieferen Sphären können die höheren Wesen nicht erkennen. Es ist mir nicht möglich, euch das alles begreiflich zu machen.
Wenn wir mit euch im geistigen Gespräch sind, versuchen wir so mit euch zu reden, dass wir euren Begriffen nahekommen. Dies bringt aber das Problem mit sich, dass ihr manches falsch beurteilt. Wenn von den niederen und den höheren Stufen gesprochen wird, stellt sich ein Mensch gewöhnlich diese Stufen in der Reihenfolge vor, wie er es begreift: zuerst Niederes, dann Höheres. In der geistigen Welt kann es aber so sein, dass diese Ebenen ineinander hineinfliessen und dennoch streng voneinander abgegrenzt sind – dass sie also höhenmässig auf derselbe Stufe oder Ebene sind, wohl aber im Geistigen voneinander abgegrenzt, sodass sowohl die höhere Ebene als auch die niedere Ebene als solche bezeichnet werden kann.

Wie muss man sich die Abgrenzung des Raumes vorstellen? Ihr benutzt ja auch unseren Raum, aber in der geistigen Welt habt ihr irgendeine andere Dimension in unserem Raum drin, ohne dass wir einander berühren.

Josef: Ich weiss nicht, wie ich das sagen soll, es ist schwer, es euch zu erklären. Die Räumlichkeiten, wenn ich von Raum reden darf, fliessen ineinander hinein, unterscheiden sich mit ihren Lichtstrahlen. Die einen oder gewisse Ebenen sind in Düsterheit gehüllt – ich kann es nicht anders sagen –, die die anderen, hellen nicht berührt; darüber kann ein heller Himmel sein, und die düsteren Ebenen haben keine Fühlung mit ihm. Es ist schwer, mir fehlen die Worte und die Begriffe – ich suche nach einem Beispiel, ich finde es nicht –; es geht einfach alles ineinander hinein, ohne dass das eine das andere berührt.

Gibt es auf anderen Planeten, ähnlich wie hier auf der Erde, Tiere, Pflanzen und auch Menschen?

Josef: Meine lieben Freunde, die Erde ist der einzige Ort, wo Menschen in dieser materiellen Gestalt leben. Auf den verschiedenen Planeten sind aber Geister, die in die verschiedensten Entwicklungsstufen eingeteilt sind.
Die Wesen auf anderen Gestirnen wirken in ihrer geistigen Form, in ihrem geistigen Kleide, in ihren Farben – ihrer geistigen Entwicklung gemäss, so wie ich euch jeweils in meinen Erklärungen darlege.
Nur die Menschen auf der Erde befinden sich in diesem schwerstofflichen Kleide.

So dürfen wir annehmen, dass alle Gestirne solche Sphären darstellen, von denen du jeweils sprichst?

Josef: Ja genau.

Wir würden gerne wissen, was mit unserem Geiste geschieht, wenn wir schlafen. Wo befindet er sich während dieser Zeit?

Josef: Lieber Freund, euer Geist ist mit eurem Körper verbunden durch eine feine Schnur. Man könnte sie vergleichen mit einer Spirale. Der Geist ist immer verbunden mit diesem Körper, und diese Spirale ist so unendlich elastisch, dass sie überall hingezogen werden kann, das heisst nur in die begrenzten Orte, wohin der Geist gehen darf. Wenn ihr im Schlafe erschreckt werdet, so wird diese Spirale in einer unendlichen Geschwindigkeit wieder zurückgeschnellt. Das Bewusstsein kommt dann schnell wieder – manchmal geht es länger, manchmal wisst ihr zuerst selbst nicht, wo ihr seid. Ganz langsam kommt es dann wieder, eben dann, wenn der Geist wieder ganz Besitz genommen hat von euch. Und so kann eben der Geist in eine für ihn begrenzte geistige Welt eingehen und von dort Belehrungen und Kräfte holen. Er kann sich nur in jenen Sphären aufhalten, die seinem Wirken und Schaffen entsprechen; er kann nicht eindringen in die höchsten Ebenen, in das Haus Gottes. So wie der Mensch sich beschäftigt, so beschäftigt sich auch sein Geist und geht in die ihm entsprechende Sphäre.

Warum können wir uns nach dem Erwachen nicht an die Erlebnisse in solchen Stunden der Belehrung erinnern?

Josef: Ja es ist deshalb nicht möglich, weil dann der Geist wieder in vollem Masse von seinem Körper Besitz nimmt und er dann nicht mehr klar erkennen kann; weil durch den Körper seine göttliche Schau verdunkelt wird. Ich könnte auch sagen, dass der Körper den Menschen geistig blind macht; er kann diese Dinge so nicht mehr erfassen. Warum kann er sie nicht mehr erfassen? Weil er zu sehr an das Materielle gebunden, zu sehr von diesen Dingen eingenommen ist, sich zu sehr damit beschäftigt. Mit der Schwere der Erde, die er an sich gezogen hat, zieht er auch in gewissem Sinn selbst einen Vorhang über sich, alles verdunkelnd. Er lebt in seiner materiellen Welt, wird von ihr beherrscht und beeindruckt.
Möglich ist es jenen Menschen, von der göttlichen Schau und von göttlichen Erlebnissen mitzunehmen, die sich nicht in der Weise an das Materielle gebunden haben, die sich in gewissem Sinne davon gelöst, ich möchte sagen, die ihren Leib selbst so veredelt, so verfeinert haben. Nicht sehr viele Menschen sind so beschaffen. Je stärker und enger die Verbindung zu ihren geistigen Führern und Schutzengeln ist, desto grösser die Möglichkeit, dann und wann etwas zu hören.
Doch glaube nicht, dass du nun Morgen für Morgen wissen müsstest, was du des Nachts erlebtest und wo du im Geiste warst. Notwendig ist nur, dass du dann und wann die Antwort hörst, dass du dann und wann eine Frage stellst und bittest, dass man sie dir beantworten möge. Um gut zu hören, hast du jedoch selbst die Bedingungen zu erfüllen, indem du dich geistig betätigst, dich veredelst und dich von der Schwere der Erde hebst. So möchte ich dich wieder daran erinnern, wie notwendig es ist, dass diese göttlichen Gefühle von innen nach aussen dringen, damit das, was du dir schon lange wünschtest, in Erfüllung gehen kann.
Meine lieben Freunde, die euch begleitenden Schutzgeister lassen euch in der göttlichen Welt das zukommen, was gerade für euch gut ist. Wenn ihr aber eifrig versucht, in diese geistigen Höhen aufzusteigen, dann führen sie euch weit herum und teilen euch vieles mit. Denn es ist auch so, dass ihr in diesen Stunden mit euren Lieben in der himmlischen Welt da- und dorthin gehen könnt, so weit sie selbst vordringen können. Also seid ihr dann von ihrer geistigen Gehobenheit abhängig, wenn sie die Erlaubnis haben, in diesen Stunden mit euch zu verweilen.
Darum, meine lieben Freunde, erst wenn ihr versucht, das Verhältnis von euch zu euren Schutzgeistern besonders eng zu knüpfen, und es in harmonischer Weise ausbaut, werdet ihr in den Besitz von wunderbaren Kräften und Erlebnissen gelangen. Ihr müsst euren Schutzgeist fragen, wenn ihr über irgendwelche Dinge nicht im Klaren seid. Gebt ihm Gelegenheit, euch zu antworten. Aber ich warne euch davor: Nicht ihr selbst sollt euch die Antwort geben, die ihr gerne hörtet. Denn denkt daran, dass die Engel Gottes euch die Wahrheit bringen, und oft ist es etwas, das euch nicht genehm ist.

Du hast uns schon erklärt, dass der Geist während des Schlafes aus dem Körper austritt und in geistige Sphären gehen und Erlebnisse haben kann. Wo ist denn der Unterschied zwischen dem Schlaf und dem Tod?

Josef: Wenn der Mensch schläft, bleibt sein Geist durch ein Band, durch die silberne Schnur, mit dem Körper verbunden.  
Durch dieses Band fliesst die Lebenskraft des Menschen. Ist sein Organismus in den lebenswichtigen Funktionen gestört und verletzt, so wird der Tod eintreten. Das Band, diese silberne Schnur, wird verletzt, und es wird zur vollständigen Trennung kommen, wenn das Letzte von dieser Lebenskraft zum Geist und zur Seele hinübergeflossen ist.
Ist aber die silberne Schnur durchschnitten, dann gibt es für den Geist kein Zurück mehr in den irdischen Körper – dies könnt ihr auch in der Bibel lesen (Pred. 12, 6). Dann ist der Leib tot, und der Geist bleibt in der Welt der Wirklichkeit, von wo er hergekommen ist.

Ich bin immer noch so traurig über den Heimgang meines Mannes. Kannst du mir einen Rat geben, damit ich Trost finde?

Josef: Wenn du, liebe Schwester, bevor du dich zur Ruhe legst, Gott darum bittest: “Gib mir zu meinem Troste ein Schauen, lass mich mich mit ihm verbinden, damit ich meinen Lebensweg ruhig gehen kann” – wenn du darum bittest und es in Gottes Willen steht, dir diesen Einblick zu gewähren, dann wirst du ihn erhalten. Will Gott aber nicht, dass du es erlebst, dann sollst du nicht unglücklich darüber sein, dass du nicht weisst, wo er ist. Du hast deinen Mann gekannt; du weisst, wie er gelebt hat. Du hast seine Schwächen, aber auch seine Güte gekannt. Und wenn du verstandesmässig abwägst, dann musst du selbst zur Einsicht kommen, ob seine Güte oder ob seine Schwächen überwiegen – und dementsprechend lebt er in seiner Welt.
Man soll aber nicht in Trauer mit den Dahingegangenen verbunden sein, sondern voller Hoffnung, voller Freude. Denn wer traurig ist, zieht die Seelen zu sich herab und gibt ihnen den Weg zum Aufstieg nicht frei. Wenn ihr aber betet und froh seid, sie in der göttlichen Welt zu wissen – denn sie sind ja euch nur vorangegangen und ebnen euch euren Weg –, und wenn ihr in guter Erinnerung mit ihnen verbunden seid, dann werden sie die Vorbereitungen zu einem glücklichen Wiedersehen treffen. Ihr sollt nicht traurig sein, wenn ihr eines eurer Liebsten im Jenseits habt; sondern ihr sollt in frohem Gedenken mit ihm verbunden sein.

Es sind oft streng religiöse Menschen, die den Geistesglauben ablehnen. Sie verurteilen jede Verbindung mit der Jenseitswelt mit dem Argument: “In der Bibel steht, man soll die Toten nicht befragen, ‘denn ein Greuel ist dem Herrn ein jeder, der solches tut’” (5. Mos. 18, 11–12).

Josef: Die Toten? Nein, ein wahrer Geistgläubiger will von den Toten, die hier gemeint sind, nichts wissen. Aber man soll heute endlich verstehen können, wer mit diesen Toten, von denen in der Bibel steht, gemeint ist – dass darunter etwas ganz anderes zu verstehen ist als die verstorbenen Menschen.
Wenn es heisst: “Du sollst nicht die Toten befragen”, so sind damit die unseligen Geister gemeint, jene, die für Gott tot sind. So wäre es heute doch wohl an der Zeit, solche Bibelworte für das Verständnis des heutigen Menschen in seine Sprache zu übersetzen und so auszudrücken, wie es wirklich gemeint ist: Es sind jene Geistwesen gemeint, von denen Gott sich selbst abgewandt hat, weil sie Luzifers Handlanger und Werkzeuge sind. Diese soll man nicht befragen. Es gibt nicht nur den irdischen, es gibt auch den geistigen Tod. Aber man könnte es heute doch einfacher sagen. Anstatt “die Toten” sollte es heissen: “Man soll unselige Geister nicht befragen.” Und das tut ein Geistgläubiger auch nicht.

 
Nächster Beitrag:

Kostenlose Themenhefte

Diese Website verwendet Cookies, um die Bereitstellung von Diensten zu verbessern. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr zum Datenschutz.