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Hefte

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Themen
Christus, das Licht, der Weg und die Wahrheit – Fest des Friedens und des Lichtes – Das Liebesmahl bringt Licht ins Dunkle
Cover der Zeitschrift Geistige Welt, Heft 6/2010 zum Thema Weihnachten – Fest des Lichtes
Geistige Welt 6/2010
Weihnachten, Fest des Lichtes
Beschreibung

Die Weihnachtszeit eignet sich in besonderer Weise für den gläubigen Christen, über die Bedeutung der Menschwerdung Christi nachzudenken. In diesem Themenheft meditieren die jenseitigen Lehrer Josef und Lene über den hohen Sinn der Worte Jesu: “Ich bin das Licht, der Weg und die Wahrheit” (Joh. 8,12 und 14,6).

Christus ist als Erstling der Schöpfung das schönste, kostbarste und herrlichste Licht neben Gott. Er ist auch das Licht der Welt. Das geistige Licht des Erlösers leuchtete in die Finsternis; er hat der Menschheit den Weg zu Gott frei gemacht und hell beleuchtet.

Jeder Mensch trägt in sich einen winzigen Funken vom grossen Lichte Gottes. Es ist seine Aufgabe, dieses Licht zu entfalten, damit es mit der Zeit sein ganzes Wesen durchfluten kann. So soll der Gläubige ein Nachfolger Christi werden. Jeder Mensch kann da und dort zu einem Lichtbringer werden und Licht ins Dunkle einer Seele bringen, einem Mitmenschen Trost spenden, ihm Freude und Erleichterung bringen.

Themenheft 6/2010: Weihnachten – Fest des Lichtes

Inhalt
Seinem inneren Lichte gemäss ist der Mensch mit der geistigen Welt verbunden

Lene, 19. Dezember 1962

Seinem inneren Lichte gemäss ist der Mensch mit der geistigen Welt verbunden

Das Weihnachtsfest – ein Fest der Freude und des Jubels. Jede Seele muss von dieser Freude erfasst werden. Die Seele verlangt nach dieser Wärme, nach diesem geistigen Licht – nach Christus.

Lene: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister – die Weihnachtszeit: Welch herrliche Botschaft wurde da verbreitet und wird es immer noch. Die Kunde, dass der Herr geboren ist, ist etwas Wunderbares. Und wenn ihr die christlichen Festtage betrachtet – Weihnachten, Ostern, Pfingsten –, so ist wohl das heilige Weihnachtsfest das Fest, das von den allermeisten Christen erlebt wird. Weihnachten – man gibt sich Mühe, einander Freude zu bereiten. Man will niemanden vergessen; ja man darf niemanden vergessen unter seinen Verwandten, Freunden und ganz bestimmten Menschen, denen man seine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen will. Man darf sie unter keinen Umständen an diesem heiligen Fest vergessen; man möchte ihnen auf irgendeine Art und Weise eine Freude bereiten, weil man ihnen Dank schuldig ist, weil man sie liebt oder weil sonst ein besonderes Band der Freundschaft, der Liebe zu ihnen geknüpft ist.

Nun, der liebe Gott hat die Seinen auch nicht vergessen. Keines von ihnen allen ist vergessen gegangen – gar keines. Und wenn auch die Menschheit in so verschiedene Religionen aufgespaltet ist, so ist doch niemand vergessen worden; auch wenn sie keine Zugehörigkeit zum christlichen Glauben haben. Sie alle sind von der grossen Liebe Gottes erfasst worden – sie sind nicht vergessen gegangen. Es ist ganz einfach: Der Erlösungsplan ist für die ganze Menschheit bestimmt, für alle Geschöpfe – für alle. Niemand ist vergessen gegangen in der grossen Stufenleiter der Aufstiegsentwicklung – aber gar niemand. Jedes ist erfasst worden durch die Liebe Gottes; das ist doch etwas Wunderbares. So geben es die Menschen zu dieser Zeit kund, und sie versuchen auch, niemanden zu vergessen. Sie wollen ihre Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Darum ist wohl dieses heilige Weihnachtsfest das Fest, das von den meisten Christen gefeiert wird, da man doch eine gewisse Verbindung zum Christentum hat und so auch in gewissem Sinne seine Zugehörigkeit bekundet. Es gibt ja viele laue Christen, sehr viele – aber von denen spreche ich heute nicht.

Es ist sehr bedeutend, wenn sich der einzelne Mensch vor Augen führt, welchen Sinn diese Worte des Erlösers haben, als er gesagt hat: “Ich bin das Licht der Welt, ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit” (Joh. 8, 12 und 14, 6). Ja, darüber möchte ich mit euch etwas meditieren.

So ist dieses Licht Mensch geworden und hat unter den Menschen gelebt. Dieses Licht hat seine Kraft verbreitet und strahlt seinen Glanz nach allen Richtungen aus – dieses göttliche Licht, dieses Licht, das Mensch geworden ist. Den Weg will Christus damit zeigen; er will sagen: “Ja, ich bin der Weg, denn durch mich kommst du zum Vater. Ich zeige dir den Weg.” Und Christus hatte in seinen Lehren der Menschheit den Weg gezeigt: den Weg zu Gott, den wirklich kurzen Weg zum Vater.

Wenn es einem Menschen am Glauben fehlt, kann er diesen Weg nicht erkennen; er kann diesen Weg nicht erfassen, denn das [geistige] Licht ist für ihn kein Licht – er weiss damit nichts anzufangen. Voraussetzung ist also immer, dass man einen Glauben hat, dass man an Gott und an den Erlöser glaubt, damit man das Licht erkennt. So findet man den Weg, indem man dem Lichte nachgeht und auf diesem Wege wandert; denn im Lichte liegt die Wahrheit, findet man die Wahrheit. Und die Wahrheit ist auf diesem Weg überall zu finden. Man begegnet ihr auf dem Weg zu Christus, zu Gott. Man findet sie, aber vielleicht nicht so, wie sie der allgemein denkende Mensch zu finden glaubt, sondern es braucht mehr: Es braucht eine Verinnerlichung. Man muss eine Vorstellung haben von der wunderbaren Güte Gottes – dass er doch seinen Sohn gesandt hat. Und man muss mehr als nur die Worte aufnehmen, dass dieses Licht Mensch geworden ist. Man muss sich im Geiste zurückversetzen können. Dies kann man ja auch nur, wenn man diese geistige Lehre kennt.

Dieses wunderbare Licht leuchtet auch in der Gotteswelt. Nach menschlichen Begriffen und mit menschlichem Fühlen kann man es nicht erkennen. Wir dürfen beziehungsweise können auch nicht von der göttlichen Herrlichkeit eine nähere Beschreibung machen. Der Mensch würde es nicht verstehen, er könnte es nicht begreifen. Aber wir können den Hinweis geben, dass neben Gott Christus das kostbarste und das herrlichste Licht ist: in seiner ganzen Erscheinung, in seinem ganzen Wesen. Sein Licht strahlt nach allen Richtungen. Dieses Licht ist zu erkennen in seiner Liebe, in seinem liebenswürdigen Wesen. Eine enorme Wärme geht aus diesem Wesen heraus, und dieses wunderbare Wesen, das neben Gott der höchste Geist ist, ist dementsprechend in seiner Pracht und Herrlichkeit.

Zu besonderen Festtagen kleiden sich irdische Fürsten in ihre kostbarsten Gewänder, und so mögen ihre Kronen und all ihr Geschmeide blinken und glänzen. Dies alles ist aber mangelhaft, da auf Erden alles unvollkommen ist. In der göttlichen Welt aber ist die Vollkommenheit, und auch ihr Glanz ist vollkommen. So ist auch der König der Geisterwelt geschmückt. Er hat nicht nur einen Glanz, ein Licht, das aus seiner Seele herausdringt, sondern seine ganze Erscheinung strahlt und ist wunderbar. So ist dieses Licht, dieses kostbare Licht, von dem man spricht, Mensch geworden und hat unter Menschen gelebt. Dieses kostbare Licht ist Jesus Christus – er, der beim Vater wohnt, will den Seinen den Weg zeigen.

Christus gab in seiner Heilslehre oft Symbole. Es ist auch in Tat und Wahrheit so: Er ist der Weg, und wenn man auf dem gleichen Weg geht, dann kommt man an denselben Ort wie er. Man soll ihm nachfolgen – auf dem gleichen Weg schreiten. In alldem ist die Wahrheit zu finden. Denn die Lehren, die Jesus Christus verbreitet hat, sind Wahrheit. Und so ist er das Licht, der Weg und die Wahrheit. Er hat es der Menschheit gebracht, und darüber kann man meditieren. Man kann so weit gehen und sich sagen: “Ja, ich will dir nachfolgen, wie du es gesagt hast. Auch ich will ein Licht sein; auch ich will der Weg und die Wahrheit sein.” Diesen Worten muss man aber gerecht werden. So muss man es mit sich ganz gewissenhaft nehmen; man muss ganz ehrlich sein. Man muss also den Weg schon einmal durchschritten und das Licht erlebt haben; man muss in der Wahrheit gelebt haben, um in dieselben Fussstapfen treten, um dasselbe geben zu können.

Wenn man so weit ist, das heisst das Licht als solches erfasst hat, auf dem Wege gegangen ist und in der Wahrheit lebt – oder sich bemüht um den Weg, um die Wahrheit –, so wird dann auch das Innere des Menschen erfüllt. Es ist so, als würde er eine Erbschaft antreten. Er geht in den Fussstapfen des Herrn und tritt ein Erbe an. Er will zum Lichtspender werden; das ist auch symbolisch gemeint. Wenn ich sage Lichtspender, dann heisst das, dass man tugendhaft ist und tugendhaft wirkt, denn Tugend ist auch Licht – Tugend ist Sonnenschein. So muss man erfassen können, was Licht bedeutet. Man muss dem andern Licht ins Dunkle bringen; man muss ihm Trost bringen. Man muss ihm den Weg zeigen, und zwar so, dass er selbst auf denselben Weg kommt, dass er Anschluss findet an den gleichen Weg. Das ist auch wieder symbolisch. Deutlich ausgesprochen heisst das, dass man in dieselbe Einigkeit kommt, dass man dieselben Ziele verfolgt, nach demselben trachtet – dass man die Zugehörigkeit zu einer christlichen Familie zum Ausdruck bringt, dass man in der Wahrheit sein will. Man muss sich um die Wahrheit bemühen, und man muss vorsichtig sein, nicht in Versuchung zu kommen, um nicht Unwahrheit zu verbreiten. So braucht es von jedem Einzelnen Anstrengung, dass man in dieser Wahrheit lebt und geht.

Über die Wahrheit könnte man stundenlang meditieren. Wenn ich von Wahrheit spreche, so meine ich die Wahrheit des Himmels – was der Himmel zu offenbaren hat und was er an Gesetzen den Menschen anempfiehlt: die Wahrheit über die Himmel, die Wahrheit über den Willen Gottes, die Wahrheit über das Leben im Jenseits, die Wahrheit über alles Böse. So könnte man über jede einzelne meditieren. Dann muss man sich sagen: “Wenn ich aufgefordert werde, diese Wahrheit zu verbreiten, muss ich eine harte Schule durchlaufen, denn ich muss belehrt werden; ich muss lernen, die Wahrheit zu erkennen. Ich muss stark werden, um in der Wahrheit zu sein und sie weiterzugeben.” Diese Erbschaft, die der Einzelne antritt, ist also keine leichte Erbschaft. Man muss sie pflichtgetreu ausführen, wenn man von sich behaupten will: “Ich stehe in den Fussstapfen des Herrn und habe sein Erbe angetreten.”

Ich habe ganz am Anfang betont: Die Erde, die Menschen und alles, was um sie ist, ist unvollkommen. So hat auch die geistige Welt ein Verständnis für die Schwächen der Menschen. Und sie möchte sich damit zufriedengeben, wenn der Mensch wahrhaftig guten Willens ist, sich durchzusetzen, etwas zu erreichen, und wenn er so versucht, Stufe um Stufe zu gewinnen. Er geht in das Licht ein, wenn er sich klar wird, welche Verpflichtungen ihm aufgebunden worden sind, wenn er es mit dem Christentum ernst nimmt, wenn er sich sagt: “Ja wahrhaftig, ich bin ein Erbe Jesu Christi.” Ein Erbe sein heisst also, ihm nachzufolgen. Ich möchte dabei in erster Linie das betonen und davon sprechen, was der Erlöser der Menschheit bedeutet und was er ihnen gab. Er brachte Licht in das Dunkel, und so kann auch der einzelne Mensch da und dort Licht ins Dunkle einer Seele bringen. Es wird vom einzelnen nicht verlangt, dass er Licht in dem Masse verbreite, wie es Jesus Christus getan hat, denn er kann ihm nicht gleich werden; aber er soll versuchen, ihm nachzufolgen, ihn nachzuahmen. Sein Wirkungskreis als Mensch ist ja kleiner; von ihm wird nicht dieses Ausmass an Wirken und Entfalten verlangt, wie es der König tun musste. Aber das Wirkungsfeld des einzelnen Menschen ist gerade gross genug, es ist gerade so gross, wie er die Kraft besitzt, zu walten und zu schalten. Der eine hat einen grossen Wirkungskreis, er darf einen solchen haben, weil er geistig gekräftigt ist und weil ihm so vieles zur Verfügung steht, sodass er einen grösseren Kreis befriedigen kann; während ein anderer nur einen kleinen Wirkungskreis hat und man mit ihm zufrieden ist, denn seine Kraft reicht nicht für mehr. So soll man nicht glauben und nicht erwarten, dass jeder Mensch eine Aufgabe gleichen Ausmasses erfülle. Dies müsst ihr euch immer vor Augen halten. Und ihr müsst Gott immer darum bitten: “Gib mir Kraft, meine Aufgaben zu erfüllen, damit ich meiner Kraft entsprechend, die ich bekomme, meine Leistungen ausführe.”

Die Leistungen sollen also entsprechend der Geisteskraft sein. Es gibt wahrhaftig Menschen, die eine grosse Geisteskraft haben, aber sie verwirklichen sie nicht. Sie sind abgesondert oder sondern sich ab, kennen ihre Aufgaben nicht oder wollen sie nicht kennen. Sie wollen wohl gerecht leben, aber keine Umstände, keinen Ärger haben. So scheiden sie sich ab und schliessen sich sozusagen selbst ein – das ist schade. Auch diesen Menschen wird dereinst ein Vorwurf gemacht, denn jeder hat nach seiner geistigen Kraft zu wirken. Und dafür hat man um Erläuterung, um Erleuchtung zu bitten. Diese Erleuchtung und diese einzelnen Erläuterungen kann man in einer Meditation holen. Aber auch hier betone ich: Man darf nicht glauben, dass man eine halbe Stunde meditieren könne, und dann erwarten, dass einem alles offenbar würde. Nein, das geht nicht. Man muss wochenlang, vielleicht Monate, vielleicht Jahre hindurch darüber meditieren. Denn die Geduld des Menschen ist etwas ganz Besonderes, auf welche sich die geistige Welt dementsprechend einstellt. Denn wenn der Mensch glaubt: “Ich kann nur einige fromme Gedanken haben und von Gott erwarten, dass er mir das gebe, was ich von ihm verlange”, kommt es ganz bestimmt nicht. Sondern erst dann wird man es dem Menschen geben, wenn eine innere Bescheidenheit, eine wirkliche geistige Demut, eine Hingabe und Bereitschaft an das Göttliche zu finden ist. Der Mensch hat solches nicht als Unrecht zu betrachten. Er würde nicht weiter darüber nachdenken, wenn Gott ihm so leichthin etwas geben würde, und das könnte statt zu seinem Heil zu seinem Unheil werden. Die Menschen neigen dazu, immer mehr zu verlangen, immer mehr zu erwarten. Ist ihnen einmal etwas gelungen, so soll es selbstverständlich werden und sein, dass es immer gelingt. Nein, das ist nicht so; es ist vielleicht schwer, zu dieser Erkenntnis zu kommen, dass es nicht so ist.

Die Zeit mag für die Menschen eine grosse Rolle spielen und von Bedeutung sein. Aber auch für die geistige Welt ist die Zeit, wie sie die Menschen messen, von Bedeutung – jedoch auf ihre Art. Sie wird den Menschen durchschauen: nach seinem Eifer, nach seinem Denken und Wollen. Deshalb empfehlen wir Geduld und Ruhe, Ruhe. Denn so wurden schon früher die Menschen geprüft, sei es im Alten oder im Neuen Testament. Sie mussten warten und oft sehr lange Busse tun. Es ist nicht so, dass es so einfach geht, um das Innere des Menschen zu klären, indem man nur ein paar Worte spricht. Es geht mit dem Reinemachen nicht so schnell wie mit dem Händewaschen – es geht viel langsamer. Man hat kein gewaltiges Hilfsmittel, um sich zu reinigen, es sei denn, dieses Hilfsmittel käme von Gott. Die göttliche Welt will ja gerade jedem die Gelegenheit geben, von sich aus den Weg zu finden, um sich aus eigener Kraft zu läutern, um aus eigener Kraft zur Erkenntnis zu kommen. Vielleicht gelingt es.

So haben wir es manchmal schwer: Menschen verstehen uns nicht. Wir aber wissen um die Schwächen der Menschen. Und ein geistig ausgerichteter Mensch wird nicht alles sofort verwerfen, weil es ihm nicht klar ist. Wer es ernst mit diesen heiligen Dingen nimmt, nimmt sich Zeit zum Überlegen. Er bittet Gott um Erkenntnis. Und diese Erkenntnis wird ihm auch gegeben – aber nicht von heute auf morgen. Wer belastet in die geistige Welt kommt, der muss auch lange warten, bis er gereinigt ist. Auch wenn er – wie es im Allgemeinen geschieht – sagt: “Es tut mir leid, so etwas würde ich nie wieder tun. Gebt mir Gelegenheit, und ich werde es besser machen.” Wohl ist in der Tiefe seiner Seele eine Reue da, wahrhaftig, das erkennt man, aber seine Seele ist dadurch nicht geläutert. Er zeigt wohl seinen guten Willen und vermag durch ihn seine Läuterungszeit etwas zu kürzen. Er muss aber trotzdem durch die Läuterung gehen und wird gewisse seelische Schmerzen ertragen müssen. Es wird ihm unangenehm werden, wenn er in der Läuterung ist und dieses und jenes auf sich nehmen muss. Er wird vielleicht die Arbeit hart und schwer finden, und mancher kann es nicht verstehen, dass ihm das nicht erleichtert wird, wenn er sagt: “Es tut mir leid. Gott ist doch der verzeihende Vater. Warum muss ich denn trotzdem noch diesen Weg gehen?” Ja, warum? Weil man einem solchen nicht traut auf diese Worte hin: “Es tut mir leid, ich will es besser tun”, weil man ihn kennt, weil er nur allzu schnell wieder strauchelt, wenn er in eine neue Umgebung kommt. Diese neue Umgebung bietet ihm wieder Versuchungen. So wird er innerlich weder gereinigt noch gereift sein, um all diese Versuchungen durchzustehen – auch wenn er vor Gott oder seinen heiligen Engeln gesagt hat: “Es tut mir leid.”

Das Erlebte muss im Betreffenden einen tiefen Eindruck hinterlassen. Es muss sozusagen unvergesslich werden, dass er geläutert wurde, genauso wie ein Mensch durch irgendwelche Umstände einen grossen Schmerz erleben kann, sagen wir, weil er sich verbrannte – er wird sich in Zukunft hüten, denn dieser Schmerz ist ihm noch in Erinnerung. Ihr sagt auch: “Gebrannte Kinder fürchten das Feuer.” Sie fürchten es, weil sie im Gedanken an dieses Feuer den Schmerz wieder erleben. So ist es mit der Seele. Sie muss im Gedanken, sie könnte ungehorsam sein, sofort den Schmerz erleben.

Diese Läuterung bezieht sich ja auf alle Stufen, aber sie geschieht nicht in allen Stufen in gleicher Art und in gleicher Form. Der eine muss recht schmerzhaft bestraft werden; ein anderer hat dies nicht mehr nötig, aber er muss zu anderen Erkenntnissen kommen, er muss auf einem anderen Gebiete versuchen, reicher zu werden. Diese andere Läuterung muss keine schmerzhafte Läuterung sein, aber vielleicht doch eine Demütigung, sodass er eine demütigende Stellung einnimmt, die für ihn auch einen gewissen Schmerz hinterlässt. Dadurch wird er in seinen Gefühlen gereift. So findet die göttliche Welt auf den verschiedensten Gebieten das, was für den Einzelnen gut ist. Sie wird keinen zu hart strafen und jedem das geben, was er verdient hat.

Ich sage euch nun, dass ihr in die Fussstapfen des Herrn treten sollt, denn ihr nehmt dieses geistige Erbe an. Ihr wollt auch ein Licht sein, und ihr wollt auch ein Weg und die Wahrheit sein. So kann man dieses bestimmt tun, wenn man sich im Geiste selbst etwas geläutert hat, wenn man sich also vor Augen führt, was man darf und was man nicht darf, wenn man versucht, aus ganzer Kraft zu überwinden, wenn man das Gute fördert und so lebt, wie es euch immer wieder von mir und meinen geistigen Geschwistern dargelegt wird. Man kann nicht einfach sagen: “Ich will für die Menschen ein Licht sein, ich will ihnen den Weg zeigen, und ich will für sie die Wahrheit sein.” Dies klingt sozusagen nach geistiger Überheblichkeit; vielmehr hat man untendurch zu gehen. Man muss sich in jedem Einzelnen stärken, man muss in voller Demut und Bescheidenheit im Geiste vor Jesus Christus niederknien und ihm sagen können:

“Ich bin Dein Erbe – Du hast es mir angeboten. Ich will dieses in würdiger Form zum Ausdruck bringen. Aber ich kann es nur unter Deiner Kraft, mit Deiner Unterstützung.”

So bittet man dann auch um den Beistand göttlicher Wesen, dass sie einen begleiten, dass sie einem erklären, wie man Licht verbreitet; wie man Licht in die Seelen der andern bringt und wie man andern den Weg zeigt; wie man ihnen Hoffnung und Freude bringt und wie man sich darum bemüht, in der Wahrheit zu sein – in der Wahrheit im christlichen Sinne: über die Heilslehre wie auch über das wahrhafte, ehrliche Leben und das Sprechen in der Wahrheit an sich.

Man kann gerade in dieser heiligen Weihnachtszeit auf diese Art und Weise meditieren, denn der Menschheit wurde doch so etwas Wunderbares gegeben – das grösste Geschenk: Der Weg zu Gott wurde frei gemacht. Und aus dieser Freude heraus beschenkt man ja auch andere. So sollte der wahre Sinn sein.

Man kann in dieser Zeit darüber meditieren und bitten, dass man die Kraft bekommt, die Aufgaben auch richtig auszuführen und das zu sein, was Christus war – dass man ihm nach menschlichen Verhältnissen nachfolgen kann. Es wurde euch schon öfters gesagt: Diese Weihnachtszeit ist es ja gerade, wo sich so viele himmlische Wesen auch auf Erden bewegen. Sie haben Interesse an den Menschen, denn sie wollen sie ja führen. Die himmlischen Wesen selbst wollen Licht in das Dunkle bringen; sie wollen den Menschen den Weg zeigen. Sie wollen ihnen Wegbereiter sein und ihnen auch die Wahrheit bringen.

So kann man in dieser heiligen Weihnachtszeit darum bitten, dass man eine Verbindung bekommt, das heisst, dass man die Kraft und die Erkenntnis von diesen Wesen empfängt und sie einen besuchen können. Und dann ist ja noch viel, viel mehr darunter zu verstehen. Denn wenn sich nämlich diese himmlischen Boten unter den Menschen bewegen und sie aufsuchen, möchten sie auch vom rein menschlichen Standpunkte aus dem Bruder und der Schwester nähertreten und ihnen das geben, was sie neben dem religiösen Leben ausserdem noch beschäftigt: Es ist doch die Gesundheit des einen und andern, es sind verschiedene Sorgen und Nöte, die man vielleicht nicht einmal mit sich selbst hat, aber mit seinen Angehörigen, seinen Lieben. Es sind immer Sorgen beim Menschen; es gibt selten Menschen, die vollkommen ohne Sorgen sind. Und da möchten die himmlischen Boten dem Menschen auch nahetreten. Selbstverständlich werden sie in erster Linie versuchen, ihnen das geistige Gut zu geben und sie im geistigen Erbe zu führen und zu unterstützen. Aber der Mensch lebt ja unter diesen irdischen Bedingungen, er muss ihnen gerecht werden, und so will die heilige Geisterwelt auch dem gegenüber nahetreten. Sie wird sich für Dinge interessieren, von denen vielleicht der eine oder andere sagt: “Ein Geist befasst sich nicht damit.” Er befasst sich eben doch damit, weil er seinem Bruder oder seiner Schwester das Wohl wünscht und weil deren Wohl auch von kleinen, äusseren Dingen abhängt. So will er auch Freude bereiten. Er will dem Menschen in seinem täglichen Leben Wegbereiter sein. Wird er dann auch frohen Mutes, ist er zufrieden mit seinem äusseren Leben – dem menschlichen Leben, wenn ich so sagen darf –, so ist er eher geneigt, sich mit grösserer Kraft dem Geistigen hinzugeben. Es muss also sozusagen ein Ausgleich geschaffen sein.

Es gibt Menschen, die in völliger Armut und Bescheidenheit leben, und trotzdem sind sie im grössten geistigen Glück; sie machen keine Ansprüche an das irdische Leben. Es ist etwas Wunderbares, wenn Menschen so weit sind. Doch die Geisterwelt Gottes verlangt dies nicht von einem jeden Menschen, denn jeder kann an der Stelle, wo er steht – an seinem Platze –, Grosses leisten. Aber die Aufgaben und das, was er leisten muss, sind vom einen zum andern grundverschieden. Denn jeder ist in seiner Wesensart anders – spricht ja andere wieder ganz anders an. So muss jeder, wie ich am Anfang sagte, nach seiner geistigen Kraft das geben, was er besitzt. Der eine hat eine grosse Durchschlagskraft – von ihm wird mehr verlangt; während von einem anderen nur Bescheidenes verlangt wird. Aber das Bescheidene kann gleich wiegen, geistig gleich stark sein, wie das von jenem Menschen, von dem ich sagte, dass er eine grosse geistige Kraft besitze. Ihr wisst ja, dass Christus seinerzeit das kleine Almosen der armen Frau mehr schätzte als den grossen Geldbetrag der Reichen (Mark. 12, 41– 44; Luk. 21, 1– 4). Das ist auch so im Geistigen. Es wird von jedem nur das verlangt, was in seiner Kraft liegt, nach seinen Möglichkeiten – aber von dem soll er das Äusserste geben.

Nun, liebe Geschwister, in dieser wunderbaren Weihnachtszeit könnt ihr im Geiste mit den Engeln Gottes in den göttlichen Sphären wandern. Denn wir haben das Gefühl, ihr tut dieses so gerne, weil ihr sagen möchtet: “Ach, diese Welt kennen wir jetzt. Wir haben es mit genug Menschen zu tun, wir möchten es einmal anders haben. Ich habe von der Welt schon viel Schönes gesehen; ich möchte nun vom anderen wissen – was mich erwartet, was mir nicht so bekannt ist.” Nun, von diesem für euch Unbekannten wurde im Laufe der Jahre immer wieder etwas erzählt. So geben wir uns Mühe, euch ein Bild von der jenseitigen Welt zu geben.

Die heilige Weihnachtszeit ist ja nicht nur für die Menschen eine Zeit der Freude und des Freudemachens, sondern es ist auch in der jenseitigen Welt so: Man will Freude verbreiten und Freude machen. Freude bereiten heisst auch jene dienstvollen, dienstbaren Geistwesen belohnen. Die Belohnung kann in der geistigen Welt auf verschiedene Art und Weise stattfinden. Sie kann stattfinden, indem man einen Gegenstand oder Gegenstände als kleinen Besitz bekommt, oder es kann sein, dass Geistwesen beschenkt werden, indem man ihnen eine Einladung zu einem höheren Feste bringt. Das ist auch Freude machen, Freude bereiten – je nach den Leistungen, die von den Heimgekehrten in der jenseitigen Welt vollbracht werden; je nach der Stufe, wo sie stehen, wird ihnen dementsprechend ein Geschenk gegeben. Ihr sollt nicht glauben, dass die Weihnachtszeit in der jenseitigen Welt einfach unbeachtet bleibe, denn Ereignisse dieser Art gehen bei uns nicht einfach vorüber. Man interessiert sich zu sehr für die Gedanken der Menschen, dafür, was sie beschäftigt. Man interessiert sich dafür, was die Menschen tun und wie sie feiern. Darüber wird auch in der jenseitigen Welt mit den Heimgekehrten gesprochen. Ich möchte also darauf hindeuten, dass die jenseitigen Wesen dementsprechend – in den verschiedenen Formen und Arten – ihre Geschenke bekommen. Es gibt verschiedene Zusammenkünfte dieser Gemeinschaften im Jenseits – oder viel besser ausgedrückt: In diesen Sphären, wo man einer Familie angegliedert ist, findet man sich zusammen. Es gibt ganze Dörfer, die gemeinsam feiern. Es gibt aber auch Sphären, wo die einzelnen Wesen in eine grosse Sphäre zu einem Fest gerufen werden. Nur ganz bestimmte Wesen finden sich hier zusammen. Ein solches Fest kann durch einen göttlichen Engel geführt werden. Man wird also geladen, und es ist eine grosse Freude, wenn man eine solche Einladung annehmen darf, die nicht ein jeder erhält. Es ist ein Zeichen der Belohnung, wenn man aufgerufen wird, teilzunehmen an diesem Feste, während die andern im grossen und vielleicht anderswo wieder im kleineren Rahmen gemeinsam feiern.

Alles ist organisiert. Nur jene, die irrend sind, die sich nicht einreihen lassen, kommen beim Festefeiern zu kurz. Aber gerade diese wunderbare Weihnachtszeit ist auch dazu bestimmt, diese oft Einsamen zusammenzurufen. Sie sind unzufrieden mit sich selbst. Sie wollen sich nicht in eine grosse Gemeinschaft eingliedern. Sie haben Angst – Angst vor dem Gericht – und ziehen sich lieber so lange wie möglich zurück. Eine grosse Vorbereitungsarbeit der Missionsgeschwister ist da notwendig. Lange vor diesem Feste üben sie eine rege Tätigkeit aus unter diesen irrenden, uneingereihten Geschwistern. Man spricht ihnen zu und fordert sie auf mitzukommen. Man übt aber keine Gewalt aus, denn sie sind frei. Wären sie nicht frei, wären sie ja irgendwo gebannt. In ihrer Freiheit sollen sie den Weg finden, und es ist so, dass während dieser Vorbereitungen viele Geschwister gewonnen werden. Und jene, die man gewinnt, werden natürlich nicht zu den verdienstvollen Geschwistern hingeführt, sondern man sammelt sie gemeinsam, denn sie bedürfen doch einer gemeinsamen Führung – einer Einführung in ein anderes Leben, in das neue Leben.

So geben sich die Engel Gottes ganz besondere Mühe, denn diese wunderbare Zeit ist dazu angetan, um viele solche irrenden, uneingereihten Wesen in die grosse Familie zurückzuführen. Das Gebet des Menschen ist ein Anlass dazu, dass diese Missionsgeister mit grossem Eifer darangehen. Sie erfüllen den frommen Wunsch des Menschen, ihm den Weg zu Gott zu zeigen, den Weg zu einem schöneren, angenehmeren Leben zu ebnen. Wenn ich sage “den Weg zu einem schöneren, angenehmeren Leben zu ebnen”, so werden diese Wesen, die man auf diese Art und Weise gewinnt, eine längere Zeit hindurch betreut. Erst später, wenn man glaubt, dass sie fähig dazu sind, müssen sie auch Vorwürfe ertragen. Sie sollen fähig werden, Ja zu sagen, dass sie jetzt einen schwereren Weg durchlaufen müssen – eben die Läuterung –, und dass sie dann nicht mehr hadern und nicht mehr zurückgehen wollen, sondern bereit sind, ihre Aufgaben auf sich zu nehmen, auszuharren und das zu tun, was ihnen gesagt wird.

Die Weihnachtszeit ist doch eine wunderbare Zeit, die sich immer wiederholt – von Jahr zu Jahr. Diese gnadenreiche Zeit ergiesst sich auch über die jenseitige Welt. Menschen machen einander eine Freude und sind eher geneigt, dem andern wohlwollend gesinnt zu sein. Und so tut es die Engelswelt; sie versucht, die Uneingereihten in die Reihen einzufügen, um sie so der grossen Familie zuzuführen, um sie dann glücklich zu sehen. Das ist etwas, was man erleben kann. Man kann dieses, so wie ich es euch geschildert habe, auch in einer Meditation erleben.

Die Geister Gottes haben ein sehr grosses Wirkungsfeld. Sie gehen auch zu jenen Leidenden. Es gibt ja so viele, die irgendwo in einem geistigen Gefängnis leben, das heisst in einer Verbannung. Auch hier wird dem Gebannten die Botschaft gebracht, und ein Licht wird ihm dargestellt. Oder durch die Erscheinung eines Engels wird er für kurze Zeit etwas Licht um sich finden. Es ist aber bei jenen, die dazu verurteilt sind, nicht so, dass diese wunderbare Gnadenzeit sie von ihrer Schuld befreien kann. Wenn die Einsicht, sich zu wandeln, nicht solche Fortschritte gemacht hat, dann kann ihnen auch ein Engel Gottes nicht allzu nahe treten. Was er ihnen jedoch bringen kann, ist Licht und ganz bestimmt auch Trost; aber er kann sie trotz gnadenreicher Zeit nicht aus ihrer Verbannung herausnehmen, wenn sie die Zeit der Läuterung noch nicht durchschritten haben. Licht und Trost aber sind für einen leidenden Geist sehr bedeutungsvoll. Es ist so, wie euch schon gesagt wurde: Wenn ihr grosse Schmerzen habt, dann bekommt ihr ein Betäubungsmittel – irgendwelche Tabletten oder Injektionen –, und sie nehmen euch für einige Stunden die Schmerzen. Dann seid ihr überglücklich, nur einige Stunden ohne Schmerzen zu sein. Auch wenn man weiss, dass die Schmerzen wiederkommen, sehnt man sich auf die nächste Hilfe, auf die nächste Tablette, die einen wieder von den Schmerzen befreit. Es ist also nicht heilend, es ist tröstend. Tröstlich ist es. Und jene Geister wissen, dass es einmal sein wird, da sie aus ihrer ganzen Unbehaglichkeit befreit werden. Sie wissen, dass ihnen dieser Trost immer wieder gegeben wird und ihre Läuterung einmal beendet sein wird. Dieser Trost veranlasst dann auch die einzelnen Wesen zur grösseren Ausdauer. Sie sind dann bereit, das auf sich zu nehmen, und sie beten, dass es bald so weit sein werde und sie befreit würden.

Das Licht ist es nun im Weiteren, das jenen gebracht wird. Es kann auch in dieser gnadenreichen Zeit von Engeln Gottes durch Sphären getragen werden – durch Sphären, die von höheren Geschwistern dafür bestimmt worden sind. So werden dann wiederum viele erfreut von diesem herrlichen Licht, vom Gesang, vom Besuch der heiligen, himmlischen Boten.

Was es nun mit der Einwirkung der guten Geisterwelt auf den Menschen dieser Erde für eine Bewandtnis hat, darf euch wohl gesagt werden. Menschen, die ihre Hände nach dem Göttlichen ausbreiten, werden von einem Band umschlungen, sodass sie beschützt und behütet werden, während aber böse Menschen, die nicht glauben, jenen Schutz in der Weise nicht haben, weil sie ihre Hände nach dem Bösen ausbreiten. Denn das Böse, die Geister aus dem Totenreiche, sind auch bereit, deren Hände zu fassen. Und sie haben leichtes Spiel, die Hände jener Menschen zu finden, die ihnen gleich gesinnt sind. Diese Geister wollen nicht die Freude der Menschen; sie wollen nicht die Botschaft des Himmels hören; sie wollen nichts von Befreiung hören.

Ja, liebe Geschwister, stellt euch im Geiste vor, ihr trüget ein Licht in eurer Hand und würdet im Geisterreich durch das Dunkel wandern. Es gibt noch so viele Unselige, die da und dort gebannt sind oder die in einer Finsternis zu leben haben. Da muss man die richtige Einstellung haben und in wirklicher Bescheidenheit das richtige Gebet zu Gott sprechen und sagen:

“Herr, nimm auch mich auf. Gib auch mir einen Engel Gottes, der meine Hand führt, damit ich mit meinem bescheidenen Lichte den Weg finde zu einem unseligen Bruder, zu einer unseligen Schwester. Lass mich jenen Bedrängten etwas Licht in ihre Umgebung bringen. Herr, ich bitte Dich, aber ich lasse es nicht bei meinen Bitten bewenden, ich will dafür ein gutes Werk tun.”

Und dann nimmt man sich dieses oder jenes Werk vor und bittet Gott, dass es ihm gefällig werde. So zahlt man sozusagen einen geistigen Preis. Es ist aber so, dass durch diese gute Tat, die man tut, das Auge Gottes oder – zu eurem besseren Verständnis – die Augen der Geister Gottes wohlgefällig auf jene Menschen gerichtet sind. Man erfüllt ihnen den Wunsch und führt sie zu einer solchen Seele, die schon lange zuvor dafür gezeichnet worden ist, befreit zu werden durch das Gebet und die gute Tat eines Menschen. So soll der Preis des Menschen sein – vielleicht die Überwindung in dieser oder jener Beziehung. Auch hier ist es so: Nicht von jedem verlangt man gleich viel – beim einen mag der Preis niedrig, beim andern hoch sein. Man soll aber aus seiner ganzen Kraft heraus geben, was einem möglich ist. Für den einen ist es viel schwerer, zu überwinden: Es ist für ihn ein höherer Preis, den er zahlt, als wenn er mit Geld ein gutes Werk erfüllen würde. Trotzdem – auch in dieser wunderbaren Zeit kann mit dem irdischen Gelde viel Gutes getan werden. Die geistige Welt behält sich aber vor, wie sie es schätzen will, wie sie den Preis vergelten will, den man zahlt, um etwas in der geistigen Welt zu erreichen. Ich sage absichtlich “zu erreichen”.

Nun, liebe Geschwister, es ist eine wundersame Zeit, wenn die Engel Gottes sich auf dieser irdischen Welt bewegen, wenn sie von Haus zu Haus schreiten und Besuche machen. [Schlussworte fehlen auf dem Tonband.] So möge euch der Segen Gottes auf euren Wegen begleiten. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrerin Lene vom 19.12.1962 durch ihre Mittlerin Beatrice Brunner im Saal an der Münchhaldenstrasse, Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, Weihnachten – das Fest des Friedens, des Lichtes, so wird es auch genannt. Im vermehrten Masse habt ihr zu Ehren Christi diese Lichter angezündet. Solche Lichter, erlebt und gesehen in einer andachtsvollen, gottnahen Stunde, bringen Harmonie und Frieden für die Seele. Anders aber ist es mit jenen Lichtern, die die Dörfer, Städte, Strassen, die Häuser und Fenster der Geschäfte schmücken. Dort kommt der Ruf von den Geschäftemachern: “Denkt daran, dass es Weihnachten wird. Beschenkt eure Angehörigen und eure Freunde.” Diese Lichter haben dann doch wiederum einen anderen Sinn.

In der andachtsvollen Stunde geniesst nun die Seele die Wärme des Lichtes. Der gottausgerichtete und geistgläubige Christ weiss, was das Licht eigentlich bedeutet. Das Licht, das ihr anzündet, ist für euch sichtbares Licht; besonders schön wirkt es in der Dunkelheit. Aber es gibt nicht nur dieses sichtbare Licht, sondern es gibt auch ein geistiges Licht, das für den Menschen unsichtbar ist. Das geistige Licht aber ist sichtbar für geistige Wesen. Ihr habt davon Kenntnis, dass in euch der Gottesfunke ist und dass er beim einen oder andern besonders leuchtet, je nach seiner geistigen Entwicklung. Nun überlegt euch einmal die Pracht eines göttlichen Wesens, dessen Funke so leuchtet, dass das ganze Wesen, also sein ganzer geistiger Leib, von diesem Lichte durchflutet wird. Wo nun bei einem Geistwesen das Licht in diesem Masse leuchtet, da ist es doch ein Wesen, das mit Gott eins ist, das das höhere Bewusstsein hat und mit Gott lebt, das eingeht in den grossen Glanz im grossen Lichte Gottes. Ihr Menschen tragt in euch einen winzigen Funken vom grossen Lichte Gottes. Es ist an euch, dieses Licht zu entfalten, damit es mit der Zeit so im Glanze ersteht und euer ganzes Wesen durchdringen und durchfluten kann wie bei einem Geiste Gottes. Doch soll euch das auch eine Antwort dafür sein, wie lange es wohl dauert, bis euer ganzer geistiger Leib im Lichte ersteht.

Nun, liebe Geschwister, es haben sich schon Freunde gesagt, wenn man in der Weihnachtszeit ein Angehöriges verloren hat, das heisst, wenn ein Angehöriges in die geistige Welt hinübergetreten ist, es könne nun Weihnachten im Himmelreich feiern. Vielleicht ist es so, dass das Betreffende das Weihnachtsfest im Himmelreich feiert. Aber zu einer solchen Feier muss man eingeladen werden, und eingeladen in der himmlischen Welt kann man werden, wenn man sich darum verdient gemacht hat – eingeladen zu den besonderen Festlichkeiten, nicht zu den üblichen kleinen Festen im kleinen Kreise, wo jeder Zugang hat. Es gibt nämlich auch Feste in der Gotteswelt, zu denen nur ganz bestimmte, verdienstvolle verstorbene Menschen eingeladen werden.

Nun möchte ich erzählen, wie das vor sich geht. Geister Gottes können da durch eine beliebige Sphäre gehen, von Haus zu Haus, von Arbeitsstätte zu Arbeitsstätte, und können sich so diese Geschwister betrachten. Eigentlich wissen sie über ihre geistige Entwicklung schon Bescheid. Wenn bei euch auf Erden solche Erinnerungsfeste gefeiert werden, denkt man auch in der Gotteswelt daran. Aber hier sind diese Feste nicht so zeitgebunden wie bei euch. Ihr wisst, dass man schon viele Tage oder Wochen zuvor und nachher noch in der Feier lebt. Und da nun dieses Weihnachtsfest doch wirklich ein Fest des Lichtes ist – denn das Licht Gottes, der Sohn Gottes, ist doch Mensch geworden –, so hat man doch wohl recht, wenn man dieses Fest auch das Fest des Lichtes und des Friedens nennt. So wie diese Lichter bei euch, liebe Geschwister, eine bedeutende Rolle spielen können, so tun sie es auch im geistigen Reich. Aber im Geistigen gibt es zweierlei Lichter. Es gibt das Licht, das das ganze Wesen durchflutet, das aus dem Funken Gottes kommt: das göttliche, unzerstörbare Licht. Es gibt aber auch geistige Fackeln, geistiges Feuer, und so werden zu besonderen Anlässen auch solche geistige Feuer entfacht. Wenn es in dieser weihnachtlichen Zeit, in dieser Zeit des Lichtes, zu einer besonderen Feier geht und man nur ganz bestimmte Geistgeschwister dafür einladen möchte, dann geschieht es so, dass die Engel Gottes mit Fackeln – die aber noch nicht brennen – zu diesen Geschwistern gehen. Diese werden dann eingeladen, mit dieser Fackel zu einer ganz bestimmten Zeit an einen ganz bestimmten Ort zu kommen; es wird ihnen genau bezeichnet, wann und wo man sie erwartet. Und so kommen sie, geschmückt mit ihren besten Gewändern, die sie besitzen, und stolz mit dieser Fackel.

Aber grosse Enttäuschung ist im einen wie im andern Haus, in der einen wie in der andern Arbeitsstätte, dass nur Einzelne beschenkt worden sind mit dieser Fackel; und man beklagt sich, warum man nicht auch eine erhalten habe, warum man nicht auch eingeladen worden sei.

Dann wird den geladenen Geschwistern am vorbestimmten Ort, wo sie hingekommen sind, die Fackel entzündet, und sie werden aufgefordert, mit jenen Engeln Gottes zu gehen, die voranschreiten und die auch wiederum an einen ganz bestimmten Ort hingehen zu einer Feier. Und so wie es bei euch Menschen in einem Dorf oder in einer Stadt auserwählte, schönere Orte gibt, kann man sich auch hier an Orte hinbegeben, wo es schöner ist – und doch ist es dieselbe Stadt, dasselbe Dorf oder dasselbe Tal. Das heisst also, es ist dieselbe Ebene, die ihre verschiedenen Stufen hat. Nun schreiten da diese leuchtenden göttlichen Wesen voran, und hinter ihnen kommen die Geistgeschwister mit ihrer Fackel, stolz und voller Freude. Und es fehlt nicht an Neugierigen, die sich bereitgestellt haben, um zu sehen, wer alles dabei ist. Sie werden aufgefordert, hinterherzulaufen, auch mitzukommen. Aber sie haben keine Fackel; doch sie dürfen mitkommen zum Fest. Da, wo dieses stattfindet und diese prachtvollen Engel stehen, da werden jene mit ihren Fackeln aufgefordert, in die Nähe der Engel zu kommen. So versammelt man sich, und gemeinsam wird gesungen und gelobt und gepriesen der Herr und König der Geisterwelt Gottes. Diejenigen, die eine Fackel haben, stehen mit den Engeln Gottes an einem erhobenen Ort, und die andern sind etwas entfernt und sehen zu, erleben es mit.

Dann ist es so, dass man unter diesen Fackelträgern Bekannte sieht, vielleicht Verwandte, und man sich fragt: “Warum sind ausgerechnet jene im Vorzug, während ich ohne ein Licht, ohne eine Fackel beim Fest mithalte und nicht in der Nähe dieser Engel Gottes stehe?” Und denen, die sich auflehnen dagegen und sich beklagen, wird erklärt: “Sie haben es verdient, denn im menschlichen Leben sind sie erniedrigt worden. Du selbst hast dich ja selbst erhoben im Leben; dir wurde ja im Leben so viel Ehre zuteil, und du hattest dich für dein Recht wohl gewehrt. Zudem hast du noch viele Lasten auf deiner Seele, und dein Denken ist nicht edler Art. Und so war es mit dir auch im menschlichen Leben geschehen – auch im menschlichen Leben hättest du nicht den Vorzug der Geister Gottes gehabt. Diese hier aber”, und so zeigen es dann die Engel Gottes denen, die anfangen zu klagen, “sie waren im Leben immer die Letzten, sie wurden erniedrigt von den andern. Jetzt sind sie die Ersten, jetzt haben wir sie erhöht. Und ihr”, so sprechen es die Engel Gottes, “habt euch selbst erhoben im Leben und müsst von uns erniedrigt werden.”

So sind dann die Fackelträger bei diesen Engeln Gottes, und man feiert eine andachtsvolle Stunde. Auch diese findet ihr Ende, und die Geistgeschwister geben ihre Fackeln dem Engel Gottes wieder zurück. Sie treten wieder in ihr Haus, leben wieder in der Gemeinschaft mit den andern zusammen, und sie nehmen ihre Arbeit in der Arbeitsstätte wieder auf.

Ihr könnt euch natürlich vorstellen, dass bei den andern nicht lauter Freude herrscht. So werden die einen eifersüchtig, weil sie den Vorzug der andern Geschwister erlebt haben. Sie begreifen es noch nicht, dass diese es verdient haben, weil sie im Leben so viel gelitten haben, erniedrigt, gedemütigt wurden, und dass es jetzt so geworden ist, wie Christus es sagte: dass jene, die auf Erden die Ersten sind, im Himmelreich die Letzten sein werden und dass der, der sich selbst erhöht, im Himmelreich erniedrigt wird (Luk. 13, 30 und 14, 11). Es gibt im Reiche Gottes genügend Gelegenheit, diese Gesetze zu vollziehen. Und wenn der eine eifersüchtig wird und glaubt, es geschehe ihm Unrecht, so erkennt die Engelswelt, wie nieder sein Denken noch ist und dass es noch nicht weit her ist mit seiner geistigen Leuchte, dass er durch dieses niedere Denken seinen Gottesfunken weiterhin in Dunkelheit hält. Wenn aber andere zur Erkenntnis gekommen sind: “Jene, die gerufen wurden, haben es wirklich verdient; ich wünsche es ihnen aus ganzer Seele”, und den Vorsatz nehmen, es auch in der geistigen Welt besser zu tun als bisher, sich im Denken zu heben und mit Gott eins zu werden im Denken, so tun sie schon den ersten Schritt dafür, auch einmal aufgerufen zu werden für eine besondere Feier.

Es gibt Geistgeschwister, die zur Erkenntnis kommen, dass solche, die in Gottes Gnade und Vorzug sind, ihnen Fürbitter sein könnten. So gehen sie zu ihnen und bitten sie, sie möchten sich doch ihrer annehmen. Und diese, die doch einst im Leben so bescheiden waren, an Erniedrigung gewöhnt, ja, sie sind in ihrer ganzen Art so geklärt und so verständnisvoll, dass sie allen die Freude gönnen; sie wären ja sogar bereit, ihre Fackel, die ihnen gegeben wurde, einem ihrer Angehörigen oder einem Bekannten zu geben, abzutreten, dem andern den Vorzug zu lassen. Ja, im menschlichen Leben waren sie es gewohnt, zurückzustehen und den andern den Vortritt zu lassen. Und dieses Wollen, diese Bescheidenheit, ist doch Bestandteil der Seele – ebenso wie anderseits das Nicht-Können, die Rechthaberei oder die Herrschsucht oder die Gewohnheit, sich immer hervorzudrängen, zuvorderst zu sein; diese versuchen es auch im Reiche Gottes, denn sie werden sich nicht ohne Weiteres wandeln in ihrem Wesen, genau wie euch erklärt wird, dass der verstorbene bösartige Mensch seine Boshaftigkeit auch im Geiste weiter zeigt. Das ist doch die Persönlichkeit, so handelt dann auch das Geistwesen. Und darüber wachen die Engel Gottes. Sie nehmen jene Bescheidenen hervor und sagen: “Du sollst jetzt an erster Stelle sein.” Und welches Wesen würde da nicht mit grosser Freude dieser besonderen Aufforderung eines Engels nachkommen und ihm Gefolgschaft leisten? Wenn man im Leben im wirklich christlichen Sinne gelebt hat und nach dem Geiste ausgerichtet war, in der Sehnsucht nach Gott und nach dem Erlöser lebte, so ist doch ein Verlangen in einem, ihnen zu begegnen.

Für manches ist es auch eine Enttäuschung, zu hören: “Noch kannst du ihnen nicht begegnen, noch ist dein Auge nicht geläutert, noch vermagst du nicht, den Glanz zu schauen.” Man gibt ihnen Gelegenheit, von weit her diese Göttlichkeit zu erleben. Sie haben die Möglichkeit, dies auf eine Art und Weise zu erleben, wie ihr Menschen es heute auch habt – wie ihr Dinge erleben könnt, die sich weit entfernt von euch abspielen. Doch ist man von einer Sehnsucht geplagt, dieses persönlich zu erleben, in nächster Nähe. Denn da ist eine andere Atmosphäre, und man lebt dann auch in einer andern Umgebung, man ist begleitet von hohen Geistern Gottes, während das Fernerlebnis diese Atmosphäre in ihrer wärmenden, köstlichen Art nicht haben kann. Dennoch ist es doch wohl schon ein gewaltiges Erlebnis für jene, die von Gott noch weit entfernt sind, ihn mit Christus von dieser Ferne zu erleben.

Ich habe euch vorhin gesagt, dass jene, die so im Vorzug stehen, auch als Fürbitter dienen können, denn sie stehen im Vorzuge bei den Engeln Gottes. Den andern soll dies eine Mahnung sein, und sie sollen es auch erleben, dass die Gesetze Anwendung finden, dass Christi Wort, das er gesprochen, Wahrheit wird im Reiche Gottes. Und so kommt da das eine und andere wiederum zu einem Verwandten oder gut Bekannten und bittet ihn um den Beistand, bittet womöglich darum, von seinem Arbeitsplatz entfernt, irgendwo anders hingeführt zu werden. Es kann sein, dass ihm die Arbeit nicht zusagt oder die Umgebung beziehungsweise die anderen Geschwister, mit denen es zusammenarbeitet. Vielleicht vermag das bittende Wort eines solchen Bevorzugten dem andern zu helfen, seinen Platz zu wechseln. Vielleicht spricht man ihm zu und tröstet ihn, dass er sich daran gewöhnen und versuchen müsse, mit den andern zusammenzuleben. So wird nie nur einfach in ein und derselben Weise geurteilt – man prüft die Dinge, und es kann möglich werden, dass da dem einen Wunsche nachgegangen wird, weil man damit beweisen will: Auf jene Bevorzugten, auf ihre Bitten wird auch gehört.

So kann man in dieser Weihnachtszeit in der göttlichen Welt das Wunderbare erleben. In den verschiedensten Stufen wird verschieden gefeiert. Die Fackelträger gehen auch zu den unseligen Geschwistern, die in der Dunkelheit sind. Sie beleuchten da ihren Ort der Bedrängnis, um ihnen Mut zuzusprechen und ihnen zu erklären: “Wir denken jetzt an jene Zeit, als Christus auf Erden lebte, als Christus geboren wurde.” Und auch jene Unglücklichen sollen wachgerüttelt werden. Die einen bedürfen des Trostes, und da kann auch oft ein solcher Engel Gottes auf die Fürbitte eines Bevorzugten hin einem Leidenden etwas Linderung bringen. Aber man soll nicht in jedem Falle annehmen, man könnte nur bitten und der Unselige würde aus der Bedrängnis geholt, wie es gewisse Christen glauben – dass es genüge, zu beten, und das Gebet würde ihm unbedingt die Befreiung bringen. Das Gebet kann dem einen und andern Milderung bringen, und es kann dadurch die Zeit der Bedrängnis verkürzt werden. Ist aber die Schuld eines Heimgekehrten so gross, dass er so gezeichnet worden ist, dass keine Milde walten darf und er alles, die ganze vorbestimmte Zeit der Bedrängnis, durchzumachen hat, wird er auch auf das Bitten hin nicht befreit werden. Das Einzige, was ihm Erleichterung bringt, ist der Trost, der Besuch jener Wesen, die zu ihm kommen, die mit ihm beten, ihn trösten, dass auch diese bedrängte Zeit vorübergehen wird. Das ist Gottes Gerechtigkeit. Ich möchte aber nicht falsch verstanden werden. Es kommt immer auf die Schuld jener an, wie tief sie gesunken sind vor Gott. Ist ihre Schuld nicht so schwer, vermag ihnen das Beten der Menschen ständige Medizin und Balsam zu sein. So wird es möglich, dass auch jene zu Menschen geführt werden, die beten, und sie auf diese Weise Erleichterung finden.

So können immer wieder Fürbitter da sein für andere, für diese Leidenden, um für sie einzustehen. Denn die göttliche Welt ist doch eine Welt des Friedens, und diese Geister, die im gehobenen Stande sind, leben nur in einem Verlangen: Sie wollen in der wohlwollenden Gesinnung sein gegenüber allen ihren Geschwistern. Wohlwollend gesinnt sein heisst: für sie etwas tun, ihnen beizustehen und zu helfen – und sie nicht anzuklagen, nicht über sie herzufallen ihrer Fehler wegen. Wohlwollend zu sein, heisst: helfend beistehen, Trost spenden und den bedrängten Zustand jener erleichtern. Und so kann es in dieser gnadenvollen Zeit geschehen, dass dem einen und andern Erleichterung gegeben werden darf. Diese gnadenvolle Zeit aber ist bei uns nicht eine begrenzte Zeit, wie bei euch Menschen die Weihnachtstage bemessen sind. Sie ist nicht begrenzt, diese gnadenvolle Zeit, so wie ich es euch erklärte. Im geistigen Reiche werden mehr Feste gefeiert, wenn solche Erinnerungstage sind. Denn jene, die zurückkommen von der Erde, werden aufmerksam gemacht, dass man in der geistigen Welt auch diese Feste feiert. Sie müssen lernen umzudenken, denn vieles, was sie in der christlichen Lehre gelehrt wurden in ihrem menschlichen Leben, ist falsch. Und da sie nun eingekehrt sind im Reiche Gottes und das Recht Gottes zu Worte kommt, müssen sie dieses Recht kennenlernen. Sie müssen ihr Denken, ihre ganze Gesinnung heben.

Diese festliche Zeit in der Gotteswelt hat auch den Vorzug, dass man sich wiederfinden kann, dass man den Weg zu jenen antritt, jene besucht, die in den Tiefen sind, die einem wohlbekannt sind oder mit denen man verwandt ist. Es ist das Fest des Friedens, und die Geister, die im Aufstieg sind, werden auch aufgerufen, über den wahren Sinn dieses Festes nachzudenken – dass dieses Erinnerungsfest gefeiert wird, dass es lebendig bleibt in der Geisterwelt Gottes wie unter den Menschen und es nie in Vergessenheit gerät, denn es war Christus, der Sohn Gottes, der Mensch geworden ist und den Menschen den Weg zu Gott wieder frei gemacht hat. So soll immer wieder diese Botschaft verkündet werden, denn lebendig soll sie bleiben immerdar.

So, liebe Geschwister, erklärte ich euch einmal etwas von der himmlischen Feier, die in einer Sphäre, auserwählt von den Geistern Gottes, stattfindet. Doch je gehobener die Ebenen, desto festlicher, prachtvoller sind diese Feiern und desto mehr und grösser treten diese himmlischen Chöre an zum Gesang und zur Musik. Denn der ganze Himmel soll ein Halleluja sein zu Ehren des Königs, damit seine Botschaft lebendig bleibt, die Botschaft von der Geburt des Herrn, von der Erlösung der ganzen Menschheit.

Liebe Geschwister, ich versuche nun, einige Botschaften zu geben; ich versuche es so gut wie möglich zu erklären, wie man es mir veranschaulicht hat.

Ein männliches Wesen möchte seine Angehörigen grüssen. In seinem Leben hatte der Betreffende in der Winterszeit mit einem Schlitten von den Bergen Holz hinuntergeführt. Dieses Holz wurde stets gebündelt, ein Teil für Eigenbedarf verwendet, der andere Teil musste verkauft werden. Die Kinder gingen dann zu Leuten hin, um sie zu fragen, ob sie von diesem Holz brauchen, kaufen könnten. Und sie brachten es jeweils in kleineren Schlitten. Dieser Vater aber hatte, dies als besonderes Zeichen, in einer kleinen Flasche stets etwas Alkohol mit sich genommen, da er dies, so wie er sagte, brauche, damit es ihn erwärme. Diese Seele grüsst ihre Angehörigen; sie ist in die Ordnung Gottes eingereiht und glücklich und zufrieden, dankt auch für die Gebete.

Nun eine Mutterseele. Auch sie grüsst ihre Angehörigen, und auch sie möchte sich mit einem ganz besonderen Zeichen kundtun. Ebenfalls in der kalten Winterszeit hatte sie stets den Kaffee in das Ofenrohr geschoben, damit die Kinder, wenn sie aus der Schule kamen, diesen heissen Trunk zu sich nehmen konnten. Sie wurden dann sofort aufgefordert, nachher ihre Aufgaben zu machen, was oftmals mit Schwierigkeiten verbunden blieb. Diese Mutterseele grüsst ihre Angehörigen; sie ist auch mit ihnen verbunden und besucht sie dann und wann und überbringt ihnen den Segen, das heisst die Kraft und Inspiration. So ist auch dieses Wesen in seine Ordnung eingereiht und heute zufrieden und glücklich mit seiner neuen Welt. [...]

Liebe Geschwister, es sind ja noch so viele eurer Angehörigen mit euch sehr tief verbunden. Auch wenn es mir nicht möglich ist, dies hier im Einzelnen zu erklären, so sollte folgender Hinweis und folgende Antwort dienlich sein: Wenn man sich zur Ruhe legt und ganz entspannt ist und seine Gedanken zu Gott erhoben, ein Gebet, ein Dankesgebet, gesprochen hat, dann sind sie ja sehr oft schon in der Nähe und versuchen mit ihren geistigen Händen über eure Stirn, über eure Wangen zu fahren, um sich bemerkbar zu machen. Das kann wahrgenommen werden, wenn man sich gelöst hat vom täglichen Tun, vom weltlichen Denken, wenn man seinem Geist die Möglichkeit gegeben hat, entspannt zu bleiben, aufzunehmen auch in das Bewusstsein. Und manchmal wird einem auch durch einen andern Menschen eine Antwort gegeben, eine Antwort, die man gerne hört, oder es wird einem geholfen, ein Problem zu lösen, wozu man selbst den Weg nicht findet – auch wenn man nicht gerade selber Meinung ist. So helfen sie, die Geister Gottes, und sie suchen ihre Werkzeuge aus, um ihren Angehörigen Antwort zu geben. So, liebe Geschwister, vernehmt ihr die Sprache der Geisterwelt Gottes.

So möget ihr alle gesegnet sein. Mögen alle, die krank sind, gesunden an Leib und Seele. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrer Josef vom 6.12.1969 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Lieber Freund Josef, vor Weihnachten hast du uns von leidenden Seelen in der Tiefe berichtet und uns nahegelegt, für drei von ihnen zu bitten. Nun möchte ich dich fragen: Durften diese Seelen aus ihrer Bedrängnis erlöst werden?

Josef: Ja, lieber Freund, sie wurden erlöst, und nicht nur sie, sondern es wurde noch weiteren Seelen Gelegenheit gegeben, eure Gebete zu ihrer Erlösung aufzunehmen. Es waren Seelen, die in ihrer Entwicklung und in ihrer Sphäre schon so weit fortgeschritten waren, dass sie nun auf dem schnelleren Wege diese Erlösung oder dieses weitere Fortschreiten erleben durften. Und so wurden sie auch zu dieser Gemeinschaft hierhergeführt.

So viele Seelen sind euch zugeführt. Sie sind aber unter einer Führung. Sie hören diese Worte mit, sie hören meine Belehrungen, sie hören eure Fragen, sie erkennen euren guten Willen. Und dies gibt ihnen Mut, Ausdauer und Hoffnung in ihrem Leiden und in ihrer Läuterung. So wurden euch, meine Freunde, schon einige Male vor Weihnachten solche Seelen angegliedert, die im besonderen diese Worte und Gebete aufnehmen konnten, welche einzelne Freunde unter euch für diese armen Seelen gesprochen haben. Sie wurden dann in eine entsprechende Sphäre geführt, die in einem bedeutend schöneren Verhältnis ist.

Jene Seelen, von denen ich gesprochen habe, sind euch im Besonderen zugeführt worden, und sie haben die Erlösung gefunden. Solche leidenden Seelen werden dieser Gemeinschaft aber auch während des Jahres zugeteilt: Sie werden euch bei euren Zusammenkünften im grossen Kreis [an den Samstagsveranstaltungen] zugeführt, wo sie meine Worte mithören. Was aber noch von Bedeutung ist: Sie erkennen euch in eurer Andacht, sie erkennen euren guten Willen, und dieses gibt ihnen besonderen Mut und auch besondere Freude. Und so werden dementsprechend einzelne Seelen noch schneller vorwärtsgeführt als andere, das heisst, sie werden von einem Führergeist aus den Reihen geholt und in schönere Ebenen geführt.

Deshalb, liebe Freunde, ist es so gut, wenn ihr jeweils für diese Seelen betet. Ihr sollt nicht glauben, dass eure Gebete nicht erhört würden. Doch! Wenn sie mit dieser grossen Ausdauer und Überzeugung sowie mit grosser Liebe gesprochen werden, dann haben diese Gebete Erfolg. Sie kommen in erster Linie euren Lieben zugute – in erster Linie! Und darüber hinaus empfangen die anderen Seelen auch von diesen Geschenken. (1952)

Lieber Josef, hat es eine Wirkung auf einen Geist, wenn man für ihn eine Kerze brennen lässt?

Josef: Wenn du eine Kerze anzündest und in Andacht versunken bist oder wenn du ein andächtiges Gebet sprichst, so bildest du um dich eine Weichheit, einen weichen Strom, und dieses hilft dann eine Verbindung anzuknüpfen in die geistige Welt. Es gibt dann eine Harmonie und eine Weichheit, und du wirst mit deinem Gebet schneller ans Ziel kommen. Es ist um dich auch mehr Ruhe, es ist einfach eine Weichheit, die alles durchdringt.

Deshalb ist es auch zu empfehlen, schon frühzeitig vor Weihnachten eine Kerze aufzustellen. So sollten beizeiten eine Kerze oder zwei oder drei Kerzen brennen, jeden Abend, drei Wochen vor dem Weihnachtsfest, und dann solltet ihr etwa zehn Minuten in dieses Geistige hineingehen, euch damit verbinden, euch vorbereiten. Es herrscht eine grosse Freude in den geistigen Sphären, wenn man die Menschen sieht in ihrer Vorbereitung für dieses schöne Fest.

Ist es nicht so, dass dieses Fest oft kaum einen Tag oder sogar nur eine Stunde gefeiert wird, und dann wird wieder weggeräumt so schnell wie möglich, und von einer Sammlung oder von einem richtigen Hineingehen in dieses Christfest ist überhaupt keine Spur. Nur die Geschenke spielen momentan bei den Menschen eine Rolle. Aber es ist kein Weihnachtsfest, so wie es sein sollte, wo jeder Mensch zu bestimmten Stunden zu Christus gehen kann.

Christus wird an diesen Tagen auch Kraft geben – du darfst ruhig zu Christus gehen. Ich betone zwar immer, dass der Mensch zu Gott gehen soll, wenn er ein Anliegen hat. Doch Christus hat seine Macht von Gott erhalten. Du kannst direkt zu deinem Vater gehen, aber Christus gibt dir gerne den Segen und hilft dich führen zu seinem und zu deinem Vater, zum Vater aller Menschen. (1949)

Muss man bei Gebeten für die Seelen Verstorbener immer eine bestimmte Seele berücksichtigen, damit die Gebete wirksam sind? Oder kann ein Gebet auch ganz allgemein für bestimmte Gruppen von armen Seelen gesprochen werden?

Josef: Der Mensch kann für die armen Seelen auch im Allgemeinen beten. Dann entscheiden die Schutzgeister, wohin die Gebete geführt werden sollen, wem sie zugutekommen. Wenn es aber der Wunsch des Menschen ist, für jemand Bestimmten zu beten, so wird dieser von einem Engel Gottes behütet, und ihm wird das Gebet zugeführt werden. Es können Gebete auch zu ganzen Gruppen von Seelen geführt werden. Darüber bestimmen immer die Führergeister. Wo es aber der ausdrückliche Wille des Menschen ist, wird das Gebet nur einer bestimmten Seele zugeführt – und wenn sie sehr in der Tiefe ist, wo sie noch nicht erreichbar ist, wird das Gebet für sie aufbewahrt, bis es ihr gebracht werden kann. (1952)

Lieber Josef, darf man annehmen, dass sich ein unglücklicher Geist für die Hilfe dankbar zeigt?

Josef: Ja, das darf man glauben. Denn wenn einem Geiste geholfen worden ist, so wird er sich dankbar erweisen. Er wird wieder zurückkommen bei einer passenden Gelegenheit, sei es, dass der Mensch es im Traume erfühlt und es ins Bewusstsein mitnehmen kann oder sonst wie. Denn die Geister, denen geholfen wurde, bleiben nicht einfach weg, sondern sie erweisen sich auch als dankbar. Sie zeigen den Menschen ihre Dankbarkeit ganz deutlich auf irgendeine Weise.

Es kann aber die Möglichkeit bestehen, dass solche Geister aus ihrer Tiefe weggeführt werden und keine Möglichkeit mehr haben, zu den Menschen zurückzukehren. Denn wenn sie dann noch an einen bestimmten Raum gebannt sind, wird es ihnen nicht mehr gestattet sein, zu den Menschen zurückzukehren.

So kann es also auch geschehen, dass eine solche Seele während ihrer Läuterung zu bestimmten Menschen gesandt wird, um ihr Gebet aufzufassen oder ihre Liebe zu erlernen, dass sie aber hernach noch für kurze Zeit an einen bestimmten Raum gebannt wird. Ich sage aber, dankbare Geister erweisen sich den Menschen gegenüber dankbar. (1952)

Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, ich bete in eurem Namen:

Vater im Himmel, unser liebender Gott, in grosser Ehrfurcht neigen wir uns vor Deiner Heiligkeit und erflehen Deinen heiligen Segen für uns und die ganze Menschheit. Lass Frieden werden bei allen Völkern. Gelobt und gepriesen seist Du in alle Ewigkeit. Amen.

Liebe Geschwister, im Namen des Erlösers seid ihr hierhergekommen, um in seinem Gedenken das Liebesmahl einzunehmen. Einige Tage vor Weihnachten feiert ihr dieses heilige Fest. Auch in der Geisteswelt wird man – wie ich schon öfters erklärte – frühzeitig mit dem Feiern beginnen, doch diese Feiern dauern viel länger als bei den Menschen. So stehen in dieser Zeit alle andächtigen Menschen unter dem besonderen Segen, der vom Himmel her über sie ausströmt.

Dieses Liebesmahl, das ihr einnehmt, gibt euch Kraft; es gibt euch Licht ins Dunkle, denn in seinem heiligen Namen nehmt ihr dieses Liebesmahl ein. Die Gedanken von euch Menschen und eure Hingabe sind ja vom einen zum andern verschieden. Der eine hat seine besondere Sprache, sein besonderes Gebet; im Allgemeinen aber ist man unter euch allen derselben Ansicht: Man möchte ganz nahe an Christus herankommen, man möchte seine Ehrfurcht, seine Dankbarkeit, seine Sehnsucht zum Ausdruck bringen, indem man sich gemeinsam versammelt und in seinem Gedenken dieses Liebesmahl einnimmt.

Manche Seele betet: “Herr, weiche nie von mir, bleib immer in meiner Nähe.” Eine andere Seele betet: “Heiland, Du siehst meinen festen Glauben, meine Verbundenheit zu Dir, meine Dankbarkeit, meine Ehrfurcht. Verlass mich nie, auch nicht in der letzten Stunde. Wenn Not an mich kommt, steh mir bei. Ich bin Dir treu ergeben.” Eine weitere Seele betet: “Herr, Heiland und Erlöser, Du bist mein Leben, Du bist meine Sonne, Du bist mir alles. Herr, unter Deinem heiligen Willen stehe ich.” Die Antwort der heiligen Geisteswelt darauf ist, dass sich die Diener des Königs den Bittenden nähern und dass diese Diener des Königs ihre Freude über die ehrliche, würdige Gesinnung des Menschen zum Ausdruck bringen. Sie freuen sich mit ihnen in dieser Innigkeit, in dieser heiligen Verbundenheit. Denn die heiligen Geister wollen sagen: “Ihr Menschen steht uns wirklich nahe. Wir reichen euch die Hände, damit ihr euer Leben, das euch als Aufgabe gegeben ist, erfüllt. Wir wollen euch begleiten, wir wollen euch Kraft geben. Wir führen euch.” Sensible Menschen hören etwas mehr als der übliche, materialistisch eingestellte; sie können dieses Nähern der göttlichen Wesen fühlen. Die so eng mit der Gotteswelt Verbundenen hören die Antworten; sie wissen: “Ich werde geführt.” So versucht man von der göttlichen Welt die Antwort zu geben.

Gross ist die Freude über alle Menschen, die in einer solchen innigen Verbindung mit der göttlichen Welt stehen. Und die heiligen Tage tun das Ihrige dazu. Die Kraft, die über die Menschheit strömt, ist grösser. Aber auch Versuchungen kommen in diesen heiligen Tagen an die Menschen. Manche Seele fühlt sich einsam. Doch dies ist eine falsche Einstellung. Wer sich in diesen heiligen Tagen einsam und verlassen fühlt, hat die Nähe der Göttlichkeit nicht erreicht; er hat die Wärme des göttlichen Lichtes, das ausstrahlt, nicht gespürt.

Und wenn die einen Menschen an diesen heiligen Tagen beten – oder wie hier es zu einer besonderen heiligen Stunde tun – und auf ihre Art und Weise mit Christus, mit der heiligen Geisteswelt in Verbindung kommen, so versucht man von der göttlichen Welt aus, den Menschen in seinem frommen Denken zu stützen, darin, dieses Denken auch zu verwirklichen, es in Taten umzusetzen. Die einen sind frommen Denkens und Wollens. Andere stehen abseits; sie können nicht so richtig glauben. Die Wärme und das Licht dringen nicht an sie heran.

Die Seele verlangt nach dieser Wärme, nach diesem geistigen Licht – nach Christus. Wenn man ins Jenseits kommt, dann wird gleich erkannt, welche Seelen und Herzen von dieser Heiligkeit besonnt worden sind, denn jene Seelen tragen noch diesen Glanz. Sie strömen die Wärme aus, die sie in der Zeit ihres menschlichen Lebens aufgenommen haben. Es ist ratsam, sich von dieser göttlichen Sonne bestrahlen zu lassen. Des Menschen Seele soll besonnt werden im Wandel des wahren christlichen Lebens. Sie wird auch besonnt in der grossen Sehnsucht, mit Christus zu leben, in seiner Nähe zu sein. Das ist ein Glücksgefühl, das den einen und andern überkommt. Er fühlt etwas ganz Besonderes; die grosse Wärme entfaltet seine Seele. So wie die Sonne alles zur Entfaltung bringt, entfaltet die geistige Sonne den Menschen in göttlicher Hinsicht.

Das Weihnachtsfest – ein Fest der Freude, des Jubels! Jede Seele muss von dieser Freude erfasst werden und sich bewusst werden, was geschehen ist. Man lebt nun in der Freude: Der Heiland ist geboren. Frieden will er der Menschheit bringen. Immer wird es verkündet: “Friede den Menschen auf Erden und Gott ein Wohlgefallen” (vgl. Luk. 2, 14). Friede – doch wie weit weg ist dieser Friede unter den Völkern. Sie haben es nicht erfasst; selbst jene, die sich Christen nennen, haben die Botschaften nicht erkannt. Sie lassen ihre Seelen nicht von der Göttlichkeit erwärmen – nein, sie stehen abseits. Statt dass Tag, Licht, Wärme sie umgibt, sind sie eingehüllt in die geistige Nacht, in das Dunkel. Auch mancher Mensch, der glaubt, ein Christ zu sein, hüllt sich oft in das Dunkel der Nacht.

Die einen beten in grosser Innigkeit, setzen sich im Geiste neben ihn und bieten ihm im Geiste den besten Platz an. Andere machen sich Vorwürfe über ihre Schwachheiten, die sie besitzen. Sie glauben, dies sei als Entschuldigung anzunehmen; weil sie zu schwach seien, vermöchten sie diesen Weg nicht zu gehen. So wollen sie lieber abseitsstehen und nicht hören, was gesagt wird. Sie glauben, dann dafür nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden; sie weichen den Pflichten aus, die ihnen gesetzt worden sind und begeben sich auf Irrwege. Sie verlängern ihren Weg nach oben, statt ihn zu kürzen.

So sind die Ansichten der Menschen verschieden. Es ist gut, wenn man in einer grossen Sehnsucht nach der Göttlichkeit lebt, wenn man im Verlangen ist, ganz nah an sie heranzukommen – so wie ihr diese Stunde feiert im Gedenken an jene schwere Zeit und aus Dankbarkeit dieses Liebesmahl bewahrt, damit es der Menschheit nie verloren geht, damit Christi Worte, sein heiligster Wille in Erfüllung gehen: “Tuet dies zu meinem Gedenken” (Luk. 22, 19), und damit seine Worte “Ich bleibe bei euch bis zum Ende der Welt” (Mat. 28, 20) immer lebendiger werden. Die Christenheit sollte ihm angehören, mit ihm leben – in ihm leben und wirken. So tue jeder das aus seiner eigenen Kraft heraus, wozu er sich gedrängt fühlt.

Versucht im Geiste in dieser heiligen Stunde, in dieser Stille in jene Zeit zurückzuwandern, als diese Frohbotschaft verkündet wurde. Versucht im Geiste zu erfassen, wie arm die Menschen dazumal waren und wie reich die Menschen heute irdisch gesehen sind. Jene armen Menschen hatten keinen Vorrat und nur ein flaches Stück Brot für den folgenden Tag. Hingegen sind eure Kammern und Kästen mehr als gefüllt. Doch diese Menschen, jene Allerärmsten, nahmen unter Jubel diese Frohbotschaft an. Den Hirten wurde diese Botschaft verkündet. Sie hatten kein solches Zuhause wie ihr, sondern höchstens ein Stück flaches Brot in der Tasche, vielleicht einige Feigen. Und was habt ihr in euren Taschen? Doch stimmte es jene Menschen von dazumal glücklich. Stimmt die Frohbotschaft, die jedes Jahr verkündet wird, wohl auch die Menschen von heute so glücklich? Klagen sie nicht, dass Kriege bevorstehen könnten, dass man Angst hat? Wo ist denn der Glaube der Menschen und die Hoffnung auf Rettung? Wendet euch an Christus, denn er ist der Retter, und euch wird nichts mangeln, wenn ihr ihm gehört. Klagt darum nicht: weder über dieses noch über jenes; sondern seid glücklich und froh, diese Botschaft weitergeben zu dürfen. Seid froh, etwas von der Liebe und der Freude entfalten zu können; seid froh, so nahe bei ihm zu sein, denn eure Seelen werden von ihm besonnt. Werdet und bleibt in seinem heiligen Namen edle, gute, tapfere Menschen. Ertragt tapfer alles, was das Schicksal von euch fordert, und vergesst nie: “Ich bin nicht allein, denn er ist unter uns.” Wo man zusammen ist und in seinem heiligen Namen betet, ist er mitten unter ihnen. Seine heilige Kraft, sein heiliger Wille erfüllt sich, aber auch seine grosse Gnade und seine Liebe wirkt sich unter jenen aus, die in seinem Namen zusammengekommen sind.

So bereitet ihr euch vor zur Einnahme dieses heiligen Brotes und dieses heiligen Weines, denn er hat darum gebeten. Wenn Menschen in Erfüllung bringen, um was er gebeten hat, dass es getan werde, wie viel Heil, wie viel Segen liegt darin, seinem Wunsche zu entsprechen, ihm nachzuleben. So sollte es immer sein.

So möchten wir über euch eine Stille kommen lassen. Jedes ordne auf seine Art sein Innerstes. Vieles ist manches Mal schon geklagt worden. Jeder und jedes tue, wozu es sich gedrängt fühlt. Sei dir in dieser Stunde gewiss: Eine heilige Kraft, die heilige Gnade umgibt jeden reuigen, jeden frommen Menschen. Diese heilige Gnade erfüllt sich in der ehrlichen Absicht, das wahre Christenleben zu leben. So möchten wir eine Stille über euch kommen lassen, um Gelegenheit zu geben, euch vorzubereiten und euer Innerstes zu ordnen. Ich bitte um etwas Musik.

Unser Herr und Heiland, wir kommen zu Dir, um Dich anzuflehen: Reinige Du unsere Seelen, stehe Du uns bei in den Stunden der Schwäche, lass uns durch Deine heiligen Boten Deinen Beistand geben. So loben und preisen wir Dich und unseren himmlischen Vater. Heilig, heilig, heilig seid Ihr in alle Ewigkeit. Amen.

Himmlischer Vater, Dich flehen wir an: Segne Du uns diesen Wein hier; denn er ist das Sinnbild vom Blute Jesu Christi, das am Kreuz geflossen ist zur Erlösung der Menschheit. Herr, segne diesen Wein, und lass ihn jedem zum Heile gereichen, der davon nimmt.

Himmlischer Vater, segne Du uns dieses Brot. Es ist das Sinnbild vom Leibe Jesu Christi, der am Kreuz gestorben ist zur Erlösung der Menschheit. Herr, segne dieses Brot, und lass es jedem zum Heile werden, der davon nimmt.

So bitte ich, euch zu erheben – nehmet hin, esset und trinket alle davon.

Liebe Geschwister, mit einem Gebet von euch, mit etwas Musik ist diese heilige Stunde beendet. So tretet wieder hinaus. Tragt mit euch dieses Licht und diese Wärme, von der in dieser Stunde gesprochen wurde. So möge Gottes Segen euch begleiten, möge er euch stets auf allen Wegen begleiten. Gott zum Gruss.

Weihnachtliche Abendmahlansprache von Geistlehrer Josef vom 17.12.1961 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Lieber Josef, du hast uns schon die Worte Christi zitiert: “Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, so bin ich in ihrer Mitte” (Mat. 18, 20). Kannst du uns noch etwas über dieses Herrenwort sagen?

Josef: Ja, meine lieben Freunde, Christus hat die Worte gesprochen: “Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, so bin ich in ihrer Mitte.” Das heisst, wenn Menschen zusammen sind und nach dieser Wahrheit trachten, wenn sie das Verlangen in sich tragen, mit Christus verbunden zu sein, so wird er seine Engel zu ihnen senden, und sie werden jene Menschen stärken. So kann aber auch die Möglichkeit bestehen, dass Christus selbst zu solchen Menschen geht, doch müssen zuvor die Voraussetzungen dafür erfüllt sein. Es müssen wirklich gute Menschen sein, und es muss an ihnen eine besondere Feinheit und Kraft sein, damit diese Möglichkeit geschaffen werden kann, dass Christus selbst zu ihnen geht.

Nun möchte ich wieder auf den Punkt zurückgreifen, dass doch so viele Menschen auf dieser Erde sind und so viele nach Christus rufen, dass er aber doch nur an einem Orte sein kann und nicht zur gleichen Zeit da und dort. Christus hat doch auch diese Form beziehungsweise eine wunderschöne Gestalt, und so wird er zu einer bestimmten Zeit nur an einem Orte sein. Entweder ist er in der geistigen Welt, oder es kann die Möglichkeit bestehen, dass er zu Freunden geht, unsichtbar in ihrer Mitte weilt und sie segnet.

Doch bedenket, dass Christus nur zu solchen Menschen geht, die wirklich gut und reinen Herzens sind, wo diese Voraussetzungen erfüllt sind durch ihre Feinheit, die sie von sich geben, und die auch bereit sind, diese innere, herrliche Kraft weiterzugeben. So kann es geschehen, dass solche Menschen doch eine besondere Wärme in ihrer Andacht oder Meditation verspüren, ohne aber erkennen oder sehen zu können, wer in ihrer Nähe ist – es sei denn, dass eine Person im höchsten Grade hellsehend ist und daher diese Gestalt wahrnimmt. Es wird diesen Menschen eine hochheilige Kraft zugeführt, die sie ihren Freunden wieder weitergeben.

Dann möchte ich sagen, dass es doch immer die Engel sind, die zu den Menschen kommen und ihnen Kraft, Trost und Stärke bringen. Es gibt so viele wunderschöne Engel, die zur Erde gehen, zu den Menschen, und wieder in die geistige Welt zurückkehren. Es ist ein ständiges Auf- und Niedersteigen.

Diese Engel sind wunderbar gekleidet; sie haben aber einen himmlischen Leib, keinen irdischen wie du, lieber Freund. Dieser himmlische Leib unterscheidet sich von dem deinen, so wie es auf Erden viele Dinge gibt, die ihre besonderen Leiber haben – wie es heisst: Anders ist der Leib der Pflanzen und anders der Leib der Tiere (vgl. 1. Kor. 15, 38–40). Dein irdischer Leib ist in seiner Strahlung so verschieden von dem des Nächsten.

So ist doch dem Menschen zu empfehlen: In seiner stillen Stunde soll er jeweils in dieses geistige Land hineingehen und darum bitten, dass Engel Gottes bei ihm bleiben und ihm diese himmlische Kraft und Wärme bringen mögen, sodass von seinem irdischen Leibe so viel Schweres, so viel Düsterheit sich trennt und diese himmlische Kraft, eine gewisse Reinheit zu ihm dringen kann. Denn diese Reinheit macht den Menschen gesund an Leib und Seele und macht ihn froh und glücklich.

So, liebe Freunde, sollt ihr immer dafür besorgt sein, dass bei jedem Einzelnen von euch tatsächlich eine wirkliche Verbindung besteht zur geistigen Welt. Und da du doch weisst, dass du deinem Lichte gemäss verbunden bist zu einer Sphäre, so empfehle ich dir und euch allen, liebe Freunde, dafür zu sorgen, dass alles so gerecht ist bei euch, dass euer geistig Feld so schön ist, dass ihr mit den schönsten Sphären und mit den schönsten Engeln verbunden bleibt.

Seinem inneren Lichte gemäss ist der Mensch mit der geistigen Welt verbunden

Lene, 19. Dezember 1962

Seinem inneren Lichte gemäss ist der Mensch mit der geistigen Welt verbunden

Das Weihnachtsfest – ein Fest der Freude und des Jubels. Jede Seele muss von dieser Freude erfasst werden. Die Seele verlangt nach dieser Wärme, nach diesem geistigen Licht – nach Christus.

Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, Weihnachten – das Fest des Friedens, des Lichtes, so wird es auch genannt. Im vermehrten Masse habt ihr zu Ehren Christi diese Lichter angezündet. Solche Lichter, erlebt und gesehen in einer andachtsvollen, gottnahen Stunde, bringen Harmonie und Frieden für die Seele. Anders aber ist es mit jenen Lichtern, die die Dörfer, Städte, Strassen, die Häuser und Fenster der Geschäfte schmücken. Dort kommt der Ruf von den Geschäftemachern: “Denkt daran, dass es Weihnachten wird. Beschenkt eure Angehörigen und eure Freunde.” Diese Lichter haben dann doch wiederum einen anderen Sinn.

In der andachtsvollen Stunde geniesst nun die Seele die Wärme des Lichtes. Der gottausgerichtete und geistgläubige Christ weiss, was das Licht eigentlich bedeutet. Das Licht, das ihr anzündet, ist für euch sichtbares Licht; besonders schön wirkt es in der Dunkelheit. Aber es gibt nicht nur dieses sichtbare Licht, sondern es gibt auch ein geistiges Licht, das für den Menschen unsichtbar ist. Das geistige Licht aber ist sichtbar für geistige Wesen. Ihr habt davon Kenntnis, dass in euch der Gottesfunke ist und dass er beim einen oder andern besonders leuchtet, je nach seiner geistigen Entwicklung. Nun überlegt euch einmal die Pracht eines göttlichen Wesens, dessen Funke so leuchtet, dass das ganze Wesen, also sein ganzer geistiger Leib, von diesem Lichte durchflutet wird. Wo nun bei einem Geistwesen das Licht in diesem Masse leuchtet, da ist es doch ein Wesen, das mit Gott eins ist, das das höhere Bewusstsein hat und mit Gott lebt, das eingeht in den grossen Glanz im grossen Lichte Gottes. Ihr Menschen tragt in euch einen winzigen Funken vom grossen Lichte Gottes. Es ist an euch, dieses Licht zu entfalten, damit es mit der Zeit so im Glanze ersteht und euer ganzes Wesen durchdringen und durchfluten kann wie bei einem Geiste Gottes. Doch soll euch das auch eine Antwort dafür sein, wie lange es wohl dauert, bis euer ganzer geistiger Leib im Lichte ersteht.

Nun, liebe Geschwister, es haben sich schon Freunde gesagt, wenn man in der Weihnachtszeit ein Angehöriges verloren hat, das heisst, wenn ein Angehöriges in die geistige Welt hinübergetreten ist, es könne nun Weihnachten im Himmelreich feiern. Vielleicht ist es so, dass das Betreffende das Weihnachtsfest im Himmelreich feiert. Aber zu einer solchen Feier muss man eingeladen werden, und eingeladen in der himmlischen Welt kann man werden, wenn man sich darum verdient gemacht hat – eingeladen zu den besonderen Festlichkeiten, nicht zu den üblichen kleinen Festen im kleinen Kreise, wo jeder Zugang hat. Es gibt nämlich auch Feste in der Gotteswelt, zu denen nur ganz bestimmte, verdienstvolle verstorbene Menschen eingeladen werden.

Nun möchte ich erzählen, wie das vor sich geht. Geister Gottes können da durch eine beliebige Sphäre gehen, von Haus zu Haus, von Arbeitsstätte zu Arbeitsstätte, und können sich so diese Geschwister betrachten. Eigentlich wissen sie über ihre geistige Entwicklung schon Bescheid. Wenn bei euch auf Erden solche Erinnerungsfeste gefeiert werden, denkt man auch in der Gotteswelt daran. Aber hier sind diese Feste nicht so zeitgebunden wie bei euch. Ihr wisst, dass man schon viele Tage oder Wochen zuvor und nachher noch in der Feier lebt. Und da nun dieses Weihnachtsfest doch wirklich ein Fest des Lichtes ist – denn das Licht Gottes, der Sohn Gottes, ist doch Mensch geworden –, so hat man doch wohl recht, wenn man dieses Fest auch das Fest des Lichtes und des Friedens nennt. So wie diese Lichter bei euch, liebe Geschwister, eine bedeutende Rolle spielen können, so tun sie es auch im geistigen Reich. Aber im Geistigen gibt es zweierlei Lichter. Es gibt das Licht, das das ganze Wesen durchflutet, das aus dem Funken Gottes kommt: das göttliche, unzerstörbare Licht. Es gibt aber auch geistige Fackeln, geistiges Feuer, und so werden zu besonderen Anlässen auch solche geistige Feuer entfacht. Wenn es in dieser weihnachtlichen Zeit, in dieser Zeit des Lichtes, zu einer besonderen Feier geht und man nur ganz bestimmte Geistgeschwister dafür einladen möchte, dann geschieht es so, dass die Engel Gottes mit Fackeln – die aber noch nicht brennen – zu diesen Geschwistern gehen. Diese werden dann eingeladen, mit dieser Fackel zu einer ganz bestimmten Zeit an einen ganz bestimmten Ort zu kommen; es wird ihnen genau bezeichnet, wann und wo man sie erwartet. Und so kommen sie, geschmückt mit ihren besten Gewändern, die sie besitzen, und stolz mit dieser Fackel.

Aber grosse Enttäuschung ist im einen wie im andern Haus, in der einen wie in der andern Arbeitsstätte, dass nur Einzelne beschenkt worden sind mit dieser Fackel; und man beklagt sich, warum man nicht auch eine erhalten habe, warum man nicht auch eingeladen worden sei.

Dann wird den geladenen Geschwistern am vorbestimmten Ort, wo sie hingekommen sind, die Fackel entzündet, und sie werden aufgefordert, mit jenen Engeln Gottes zu gehen, die voranschreiten und die auch wiederum an einen ganz bestimmten Ort hingehen zu einer Feier. Und so wie es bei euch Menschen in einem Dorf oder in einer Stadt auserwählte, schönere Orte gibt, kann man sich auch hier an Orte hinbegeben, wo es schöner ist – und doch ist es dieselbe Stadt, dasselbe Dorf oder dasselbe Tal. Das heisst also, es ist dieselbe Ebene, die ihre verschiedenen Stufen hat. Nun schreiten da diese leuchtenden göttlichen Wesen voran, und hinter ihnen kommen die Geistgeschwister mit ihrer Fackel, stolz und voller Freude. Und es fehlt nicht an Neugierigen, die sich bereitgestellt haben, um zu sehen, wer alles dabei ist. Sie werden aufgefordert, hinterherzulaufen, auch mitzukommen. Aber sie haben keine Fackel; doch sie dürfen mitkommen zum Fest. Da, wo dieses stattfindet und diese prachtvollen Engel stehen, da werden jene mit ihren Fackeln aufgefordert, in die Nähe der Engel zu kommen. So versammelt man sich, und gemeinsam wird gesungen und gelobt und gepriesen der Herr und König der Geisterwelt Gottes. Diejenigen, die eine Fackel haben, stehen mit den Engeln Gottes an einem erhobenen Ort, und die andern sind etwas entfernt und sehen zu, erleben es mit.

Dann ist es so, dass man unter diesen Fackelträgern Bekannte sieht, vielleicht Verwandte, und man sich fragt: “Warum sind ausgerechnet jene im Vorzug, während ich ohne ein Licht, ohne eine Fackel beim Fest mithalte und nicht in der Nähe dieser Engel Gottes stehe?” Und denen, die sich auflehnen dagegen und sich beklagen, wird erklärt: “Sie haben es verdient, denn im menschlichen Leben sind sie erniedrigt worden. Du selbst hast dich ja selbst erhoben im Leben; dir wurde ja im Leben so viel Ehre zuteil, und du hattest dich für dein Recht wohl gewehrt. Zudem hast du noch viele Lasten auf deiner Seele, und dein Denken ist nicht edler Art. Und so war es mit dir auch im menschlichen Leben geschehen – auch im menschlichen Leben hättest du nicht den Vorzug der Geister Gottes gehabt. Diese hier aber”, und so zeigen es dann die Engel Gottes denen, die anfangen zu klagen, “sie waren im Leben immer die Letzten, sie wurden erniedrigt von den andern. Jetzt sind sie die Ersten, jetzt haben wir sie erhöht. Und ihr”, so sprechen es die Engel Gottes, “habt euch selbst erhoben im Leben und müsst von uns erniedrigt werden.”

So sind dann die Fackelträger bei diesen Engeln Gottes, und man feiert eine andachtsvolle Stunde. Auch diese findet ihr Ende, und die Geistgeschwister geben ihre Fackeln dem Engel Gottes wieder zurück. Sie treten wieder in ihr Haus, leben wieder in der Gemeinschaft mit den andern zusammen, und sie nehmen ihre Arbeit in der Arbeitsstätte wieder auf.

Ihr könnt euch natürlich vorstellen, dass bei den andern nicht lauter Freude herrscht. So werden die einen eifersüchtig, weil sie den Vorzug der andern Geschwister erlebt haben. Sie begreifen es noch nicht, dass diese es verdient haben, weil sie im Leben so viel gelitten haben, erniedrigt, gedemütigt wurden, und dass es jetzt so geworden ist, wie Christus es sagte: dass jene, die auf Erden die Ersten sind, im Himmelreich die Letzten sein werden und dass der, der sich selbst erhöht, im Himmelreich erniedrigt wird (Luk. 13, 30 und 14, 11). Es gibt im Reiche Gottes genügend Gelegenheit, diese Gesetze zu vollziehen. Und wenn der eine eifersüchtig wird und glaubt, es geschehe ihm Unrecht, so erkennt die Engelswelt, wie nieder sein Denken noch ist und dass es noch nicht weit her ist mit seiner geistigen Leuchte, dass er durch dieses niedere Denken seinen Gottesfunken weiterhin in Dunkelheit hält. Wenn aber andere zur Erkenntnis gekommen sind: “Jene, die gerufen wurden, haben es wirklich verdient; ich wünsche es ihnen aus ganzer Seele”, und den Vorsatz nehmen, es auch in der geistigen Welt besser zu tun als bisher, sich im Denken zu heben und mit Gott eins zu werden im Denken, so tun sie schon den ersten Schritt dafür, auch einmal aufgerufen zu werden für eine besondere Feier.

Es gibt Geistgeschwister, die zur Erkenntnis kommen, dass solche, die in Gottes Gnade und Vorzug sind, ihnen Fürbitter sein könnten. So gehen sie zu ihnen und bitten sie, sie möchten sich doch ihrer annehmen. Und diese, die doch einst im Leben so bescheiden waren, an Erniedrigung gewöhnt, ja, sie sind in ihrer ganzen Art so geklärt und so verständnisvoll, dass sie allen die Freude gönnen; sie wären ja sogar bereit, ihre Fackel, die ihnen gegeben wurde, einem ihrer Angehörigen oder einem Bekannten zu geben, abzutreten, dem andern den Vorzug zu lassen. Ja, im menschlichen Leben waren sie es gewohnt, zurückzustehen und den andern den Vortritt zu lassen. Und dieses Wollen, diese Bescheidenheit, ist doch Bestandteil der Seele – ebenso wie anderseits das Nicht-Können, die Rechthaberei oder die Herrschsucht oder die Gewohnheit, sich immer hervorzudrängen, zuvorderst zu sein; diese versuchen es auch im Reiche Gottes, denn sie werden sich nicht ohne Weiteres wandeln in ihrem Wesen, genau wie euch erklärt wird, dass der verstorbene bösartige Mensch seine Boshaftigkeit auch im Geiste weiter zeigt. Das ist doch die Persönlichkeit, so handelt dann auch das Geistwesen. Und darüber wachen die Engel Gottes. Sie nehmen jene Bescheidenen hervor und sagen: “Du sollst jetzt an erster Stelle sein.” Und welches Wesen würde da nicht mit grosser Freude dieser besonderen Aufforderung eines Engels nachkommen und ihm Gefolgschaft leisten? Wenn man im Leben im wirklich christlichen Sinne gelebt hat und nach dem Geiste ausgerichtet war, in der Sehnsucht nach Gott und nach dem Erlöser lebte, so ist doch ein Verlangen in einem, ihnen zu begegnen.

Für manches ist es auch eine Enttäuschung, zu hören: “Noch kannst du ihnen nicht begegnen, noch ist dein Auge nicht geläutert, noch vermagst du nicht, den Glanz zu schauen.” Man gibt ihnen Gelegenheit, von weit her diese Göttlichkeit zu erleben. Sie haben die Möglichkeit, dies auf eine Art und Weise zu erleben, wie ihr Menschen es heute auch habt – wie ihr Dinge erleben könnt, die sich weit entfernt von euch abspielen. Doch ist man von einer Sehnsucht geplagt, dieses persönlich zu erleben, in nächster Nähe. Denn da ist eine andere Atmosphäre, und man lebt dann auch in einer andern Umgebung, man ist begleitet von hohen Geistern Gottes, während das Fernerlebnis diese Atmosphäre in ihrer wärmenden, köstlichen Art nicht haben kann. Dennoch ist es doch wohl schon ein gewaltiges Erlebnis für jene, die von Gott noch weit entfernt sind, ihn mit Christus von dieser Ferne zu erleben.

Ich habe euch vorhin gesagt, dass jene, die so im Vorzug stehen, auch als Fürbitter dienen können, denn sie stehen im Vorzuge bei den Engeln Gottes. Den andern soll dies eine Mahnung sein, und sie sollen es auch erleben, dass die Gesetze Anwendung finden, dass Christi Wort, das er gesprochen, Wahrheit wird im Reiche Gottes. Und so kommt da das eine und andere wiederum zu einem Verwandten oder gut Bekannten und bittet ihn um den Beistand, bittet womöglich darum, von seinem Arbeitsplatz entfernt, irgendwo anders hingeführt zu werden. Es kann sein, dass ihm die Arbeit nicht zusagt oder die Umgebung beziehungsweise die anderen Geschwister, mit denen es zusammenarbeitet. Vielleicht vermag das bittende Wort eines solchen Bevorzugten dem andern zu helfen, seinen Platz zu wechseln. Vielleicht spricht man ihm zu und tröstet ihn, dass er sich daran gewöhnen und versuchen müsse, mit den andern zusammenzuleben. So wird nie nur einfach in ein und derselben Weise geurteilt – man prüft die Dinge, und es kann möglich werden, dass da dem einen Wunsche nachgegangen wird, weil man damit beweisen will: Auf jene Bevorzugten, auf ihre Bitten wird auch gehört.

So kann man in dieser Weihnachtszeit in der göttlichen Welt das Wunderbare erleben. In den verschiedensten Stufen wird verschieden gefeiert. Die Fackelträger gehen auch zu den unseligen Geschwistern, die in der Dunkelheit sind. Sie beleuchten da ihren Ort der Bedrängnis, um ihnen Mut zuzusprechen und ihnen zu erklären: “Wir denken jetzt an jene Zeit, als Christus auf Erden lebte, als Christus geboren wurde.” Und auch jene Unglücklichen sollen wachgerüttelt werden. Die einen bedürfen des Trostes, und da kann auch oft ein solcher Engel Gottes auf die Fürbitte eines Bevorzugten hin einem Leidenden etwas Linderung bringen. Aber man soll nicht in jedem Falle annehmen, man könnte nur bitten und der Unselige würde aus der Bedrängnis geholt, wie es gewisse Christen glauben – dass es genüge, zu beten, und das Gebet würde ihm unbedingt die Befreiung bringen. Das Gebet kann dem einen und andern Milderung bringen, und es kann dadurch die Zeit der Bedrängnis verkürzt werden. Ist aber die Schuld eines Heimgekehrten so gross, dass er so gezeichnet worden ist, dass keine Milde walten darf und er alles, die ganze vorbestimmte Zeit der Bedrängnis, durchzumachen hat, wird er auch auf das Bitten hin nicht befreit werden. Das Einzige, was ihm Erleichterung bringt, ist der Trost, der Besuch jener Wesen, die zu ihm kommen, die mit ihm beten, ihn trösten, dass auch diese bedrängte Zeit vorübergehen wird. Das ist Gottes Gerechtigkeit. Ich möchte aber nicht falsch verstanden werden. Es kommt immer auf die Schuld jener an, wie tief sie gesunken sind vor Gott. Ist ihre Schuld nicht so schwer, vermag ihnen das Beten der Menschen ständige Medizin und Balsam zu sein. So wird es möglich, dass auch jene zu Menschen geführt werden, die beten, und sie auf diese Weise Erleichterung finden.

So können immer wieder Fürbitter da sein für andere, für diese Leidenden, um für sie einzustehen. Denn die göttliche Welt ist doch eine Welt des Friedens, und diese Geister, die im gehobenen Stande sind, leben nur in einem Verlangen: Sie wollen in der wohlwollenden Gesinnung sein gegenüber allen ihren Geschwistern. Wohlwollend gesinnt sein heisst: für sie etwas tun, ihnen beizustehen und zu helfen – und sie nicht anzuklagen, nicht über sie herzufallen ihrer Fehler wegen. Wohlwollend zu sein, heisst: helfend beistehen, Trost spenden und den bedrängten Zustand jener erleichtern. Und so kann es in dieser gnadenvollen Zeit geschehen, dass dem einen und andern Erleichterung gegeben werden darf. Diese gnadenvolle Zeit aber ist bei uns nicht eine begrenzte Zeit, wie bei euch Menschen die Weihnachtstage bemessen sind. Sie ist nicht begrenzt, diese gnadenvolle Zeit, so wie ich es euch erklärte. Im geistigen Reiche werden mehr Feste gefeiert, wenn solche Erinnerungstage sind. Denn jene, die zurückkommen von der Erde, werden aufmerksam gemacht, dass man in der geistigen Welt auch diese Feste feiert. Sie müssen lernen umzudenken, denn vieles, was sie in der christlichen Lehre gelehrt wurden in ihrem menschlichen Leben, ist falsch. Und da sie nun eingekehrt sind im Reiche Gottes und das Recht Gottes zu Worte kommt, müssen sie dieses Recht kennenlernen. Sie müssen ihr Denken, ihre ganze Gesinnung heben.

Diese festliche Zeit in der Gotteswelt hat auch den Vorzug, dass man sich wiederfinden kann, dass man den Weg zu jenen antritt, jene besucht, die in den Tiefen sind, die einem wohlbekannt sind oder mit denen man verwandt ist. Es ist das Fest des Friedens, und die Geister, die im Aufstieg sind, werden auch aufgerufen, über den wahren Sinn dieses Festes nachzudenken – dass dieses Erinnerungsfest gefeiert wird, dass es lebendig bleibt in der Geisterwelt Gottes wie unter den Menschen und es nie in Vergessenheit gerät, denn es war Christus, der Sohn Gottes, der Mensch geworden ist und den Menschen den Weg zu Gott wieder frei gemacht hat. So soll immer wieder diese Botschaft verkündet werden, denn lebendig soll sie bleiben immerdar.

So, liebe Geschwister, erklärte ich euch einmal etwas von der himmlischen Feier, die in einer Sphäre, auserwählt von den Geistern Gottes, stattfindet. Doch je gehobener die Ebenen, desto festlicher, prachtvoller sind diese Feiern und desto mehr und grösser treten diese himmlischen Chöre an zum Gesang und zur Musik. Denn der ganze Himmel soll ein Halleluja sein zu Ehren des Königs, damit seine Botschaft lebendig bleibt, die Botschaft von der Geburt des Herrn, von der Erlösung der ganzen Menschheit.

Liebe Geschwister, ich versuche nun, einige Botschaften zu geben; ich versuche es so gut wie möglich zu erklären, wie man es mir veranschaulicht hat.

Ein männliches Wesen möchte seine Angehörigen grüssen. In seinem Leben hatte der Betreffende in der Winterszeit mit einem Schlitten von den Bergen Holz hinuntergeführt. Dieses Holz wurde stets gebündelt, ein Teil für Eigenbedarf verwendet, der andere Teil musste verkauft werden. Die Kinder gingen dann zu Leuten hin, um sie zu fragen, ob sie von diesem Holz brauchen, kaufen könnten. Und sie brachten es jeweils in kleineren Schlitten. Dieser Vater aber hatte, dies als besonderes Zeichen, in einer kleinen Flasche stets etwas Alkohol mit sich genommen, da er dies, so wie er sagte, brauche, damit es ihn erwärme. Diese Seele grüsst ihre Angehörigen; sie ist in die Ordnung Gottes eingereiht und glücklich und zufrieden, dankt auch für die Gebete.

Nun eine Mutterseele. Auch sie grüsst ihre Angehörigen, und auch sie möchte sich mit einem ganz besonderen Zeichen kundtun. Ebenfalls in der kalten Winterszeit hatte sie stets den Kaffee in das Ofenrohr geschoben, damit die Kinder, wenn sie aus der Schule kamen, diesen heissen Trunk zu sich nehmen konnten. Sie wurden dann sofort aufgefordert, nachher ihre Aufgaben zu machen, was oftmals mit Schwierigkeiten verbunden blieb. Diese Mutterseele grüsst ihre Angehörigen; sie ist auch mit ihnen verbunden und besucht sie dann und wann und überbringt ihnen den Segen, das heisst die Kraft und Inspiration. So ist auch dieses Wesen in seine Ordnung eingereiht und heute zufrieden und glücklich mit seiner neuen Welt. [...]

Liebe Geschwister, es sind ja noch so viele eurer Angehörigen mit euch sehr tief verbunden. Auch wenn es mir nicht möglich ist, dies hier im Einzelnen zu erklären, so sollte folgender Hinweis und folgende Antwort dienlich sein: Wenn man sich zur Ruhe legt und ganz entspannt ist und seine Gedanken zu Gott erhoben, ein Gebet, ein Dankesgebet, gesprochen hat, dann sind sie ja sehr oft schon in der Nähe und versuchen mit ihren geistigen Händen über eure Stirn, über eure Wangen zu fahren, um sich bemerkbar zu machen. Das kann wahrgenommen werden, wenn man sich gelöst hat vom täglichen Tun, vom weltlichen Denken, wenn man seinem Geist die Möglichkeit gegeben hat, entspannt zu bleiben, aufzunehmen auch in das Bewusstsein. Und manchmal wird einem auch durch einen andern Menschen eine Antwort gegeben, eine Antwort, die man gerne hört, oder es wird einem geholfen, ein Problem zu lösen, wozu man selbst den Weg nicht findet – auch wenn man nicht gerade selber Meinung ist. So helfen sie, die Geister Gottes, und sie suchen ihre Werkzeuge aus, um ihren Angehörigen Antwort zu geben. So, liebe Geschwister, vernehmt ihr die Sprache der Geisterwelt Gottes.

So möget ihr alle gesegnet sein. Mögen alle, die krank sind, gesunden an Leib und Seele. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrer Josef vom 6.12.1969 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Lieber Freund Josef, vor Weihnachten hast du uns von leidenden Seelen in der Tiefe berichtet und uns nahegelegt, für drei von ihnen zu bitten. Nun möchte ich dich fragen: Durften diese Seelen aus ihrer Bedrängnis erlöst werden?

Josef: Ja, lieber Freund, sie wurden erlöst, und nicht nur sie, sondern es wurde noch weiteren Seelen Gelegenheit gegeben, eure Gebete zu ihrer Erlösung aufzunehmen. Es waren Seelen, die in ihrer Entwicklung und in ihrer Sphäre schon so weit fortgeschritten waren, dass sie nun auf dem schnelleren Wege diese Erlösung oder dieses weitere Fortschreiten erleben durften. Und so wurden sie auch zu dieser Gemeinschaft hierhergeführt.

So viele Seelen sind euch zugeführt. Sie sind aber unter einer Führung. Sie hören diese Worte mit, sie hören meine Belehrungen, sie hören eure Fragen, sie erkennen euren guten Willen. Und dies gibt ihnen Mut, Ausdauer und Hoffnung in ihrem Leiden und in ihrer Läuterung. So wurden euch, meine Freunde, schon einige Male vor Weihnachten solche Seelen angegliedert, die im besonderen diese Worte und Gebete aufnehmen konnten, welche einzelne Freunde unter euch für diese armen Seelen gesprochen haben. Sie wurden dann in eine entsprechende Sphäre geführt, die in einem bedeutend schöneren Verhältnis ist.

Jene Seelen, von denen ich gesprochen habe, sind euch im Besonderen zugeführt worden, und sie haben die Erlösung gefunden. Solche leidenden Seelen werden dieser Gemeinschaft aber auch während des Jahres zugeteilt: Sie werden euch bei euren Zusammenkünften im grossen Kreis [an den Samstagsveranstaltungen] zugeführt, wo sie meine Worte mithören. Was aber noch von Bedeutung ist: Sie erkennen euch in eurer Andacht, sie erkennen euren guten Willen, und dieses gibt ihnen besonderen Mut und auch besondere Freude. Und so werden dementsprechend einzelne Seelen noch schneller vorwärtsgeführt als andere, das heisst, sie werden von einem Führergeist aus den Reihen geholt und in schönere Ebenen geführt.

Deshalb, liebe Freunde, ist es so gut, wenn ihr jeweils für diese Seelen betet. Ihr sollt nicht glauben, dass eure Gebete nicht erhört würden. Doch! Wenn sie mit dieser grossen Ausdauer und Überzeugung sowie mit grosser Liebe gesprochen werden, dann haben diese Gebete Erfolg. Sie kommen in erster Linie euren Lieben zugute – in erster Linie! Und darüber hinaus empfangen die anderen Seelen auch von diesen Geschenken. (1952)

Lieber Josef, hat es eine Wirkung auf einen Geist, wenn man für ihn eine Kerze brennen lässt?

Josef: Wenn du eine Kerze anzündest und in Andacht versunken bist oder wenn du ein andächtiges Gebet sprichst, so bildest du um dich eine Weichheit, einen weichen Strom, und dieses hilft dann eine Verbindung anzuknüpfen in die geistige Welt. Es gibt dann eine Harmonie und eine Weichheit, und du wirst mit deinem Gebet schneller ans Ziel kommen. Es ist um dich auch mehr Ruhe, es ist einfach eine Weichheit, die alles durchdringt.

Deshalb ist es auch zu empfehlen, schon frühzeitig vor Weihnachten eine Kerze aufzustellen. So sollten beizeiten eine Kerze oder zwei oder drei Kerzen brennen, jeden Abend, drei Wochen vor dem Weihnachtsfest, und dann solltet ihr etwa zehn Minuten in dieses Geistige hineingehen, euch damit verbinden, euch vorbereiten. Es herrscht eine grosse Freude in den geistigen Sphären, wenn man die Menschen sieht in ihrer Vorbereitung für dieses schöne Fest.

Ist es nicht so, dass dieses Fest oft kaum einen Tag oder sogar nur eine Stunde gefeiert wird, und dann wird wieder weggeräumt so schnell wie möglich, und von einer Sammlung oder von einem richtigen Hineingehen in dieses Christfest ist überhaupt keine Spur. Nur die Geschenke spielen momentan bei den Menschen eine Rolle. Aber es ist kein Weihnachtsfest, so wie es sein sollte, wo jeder Mensch zu bestimmten Stunden zu Christus gehen kann.

Christus wird an diesen Tagen auch Kraft geben – du darfst ruhig zu Christus gehen. Ich betone zwar immer, dass der Mensch zu Gott gehen soll, wenn er ein Anliegen hat. Doch Christus hat seine Macht von Gott erhalten. Du kannst direkt zu deinem Vater gehen, aber Christus gibt dir gerne den Segen und hilft dich führen zu seinem und zu deinem Vater, zum Vater aller Menschen. (1949)

Muss man bei Gebeten für die Seelen Verstorbener immer eine bestimmte Seele berücksichtigen, damit die Gebete wirksam sind? Oder kann ein Gebet auch ganz allgemein für bestimmte Gruppen von armen Seelen gesprochen werden?

Josef: Der Mensch kann für die armen Seelen auch im Allgemeinen beten. Dann entscheiden die Schutzgeister, wohin die Gebete geführt werden sollen, wem sie zugutekommen. Wenn es aber der Wunsch des Menschen ist, für jemand Bestimmten zu beten, so wird dieser von einem Engel Gottes behütet, und ihm wird das Gebet zugeführt werden. Es können Gebete auch zu ganzen Gruppen von Seelen geführt werden. Darüber bestimmen immer die Führergeister. Wo es aber der ausdrückliche Wille des Menschen ist, wird das Gebet nur einer bestimmten Seele zugeführt – und wenn sie sehr in der Tiefe ist, wo sie noch nicht erreichbar ist, wird das Gebet für sie aufbewahrt, bis es ihr gebracht werden kann. (1952)

Lieber Josef, darf man annehmen, dass sich ein unglücklicher Geist für die Hilfe dankbar zeigt?

Josef: Ja, das darf man glauben. Denn wenn einem Geiste geholfen worden ist, so wird er sich dankbar erweisen. Er wird wieder zurückkommen bei einer passenden Gelegenheit, sei es, dass der Mensch es im Traume erfühlt und es ins Bewusstsein mitnehmen kann oder sonst wie. Denn die Geister, denen geholfen wurde, bleiben nicht einfach weg, sondern sie erweisen sich auch als dankbar. Sie zeigen den Menschen ihre Dankbarkeit ganz deutlich auf irgendeine Weise.

Es kann aber die Möglichkeit bestehen, dass solche Geister aus ihrer Tiefe weggeführt werden und keine Möglichkeit mehr haben, zu den Menschen zurückzukehren. Denn wenn sie dann noch an einen bestimmten Raum gebannt sind, wird es ihnen nicht mehr gestattet sein, zu den Menschen zurückzukehren.

So kann es also auch geschehen, dass eine solche Seele während ihrer Läuterung zu bestimmten Menschen gesandt wird, um ihr Gebet aufzufassen oder ihre Liebe zu erlernen, dass sie aber hernach noch für kurze Zeit an einen bestimmten Raum gebannt wird. Ich sage aber, dankbare Geister erweisen sich den Menschen gegenüber dankbar. (1952)

Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, ich bete in eurem Namen:

Vater im Himmel, unser liebender Gott, in grosser Ehrfurcht neigen wir uns vor Deiner Heiligkeit und erflehen Deinen heiligen Segen für uns und die ganze Menschheit. Lass Frieden werden bei allen Völkern. Gelobt und gepriesen seist Du in alle Ewigkeit. Amen.

Liebe Geschwister, im Namen des Erlösers seid ihr hierhergekommen, um in seinem Gedenken das Liebesmahl einzunehmen. Einige Tage vor Weihnachten feiert ihr dieses heilige Fest. Auch in der Geisteswelt wird man – wie ich schon öfters erklärte – frühzeitig mit dem Feiern beginnen, doch diese Feiern dauern viel länger als bei den Menschen. So stehen in dieser Zeit alle andächtigen Menschen unter dem besonderen Segen, der vom Himmel her über sie ausströmt.

Dieses Liebesmahl, das ihr einnehmt, gibt euch Kraft; es gibt euch Licht ins Dunkle, denn in seinem heiligen Namen nehmt ihr dieses Liebesmahl ein. Die Gedanken von euch Menschen und eure Hingabe sind ja vom einen zum andern verschieden. Der eine hat seine besondere Sprache, sein besonderes Gebet; im Allgemeinen aber ist man unter euch allen derselben Ansicht: Man möchte ganz nahe an Christus herankommen, man möchte seine Ehrfurcht, seine Dankbarkeit, seine Sehnsucht zum Ausdruck bringen, indem man sich gemeinsam versammelt und in seinem Gedenken dieses Liebesmahl einnimmt.

Manche Seele betet: “Herr, weiche nie von mir, bleib immer in meiner Nähe.” Eine andere Seele betet: “Heiland, Du siehst meinen festen Glauben, meine Verbundenheit zu Dir, meine Dankbarkeit, meine Ehrfurcht. Verlass mich nie, auch nicht in der letzten Stunde. Wenn Not an mich kommt, steh mir bei. Ich bin Dir treu ergeben.” Eine weitere Seele betet: “Herr, Heiland und Erlöser, Du bist mein Leben, Du bist meine Sonne, Du bist mir alles. Herr, unter Deinem heiligen Willen stehe ich.” Die Antwort der heiligen Geisteswelt darauf ist, dass sich die Diener des Königs den Bittenden nähern und dass diese Diener des Königs ihre Freude über die ehrliche, würdige Gesinnung des Menschen zum Ausdruck bringen. Sie freuen sich mit ihnen in dieser Innigkeit, in dieser heiligen Verbundenheit. Denn die heiligen Geister wollen sagen: “Ihr Menschen steht uns wirklich nahe. Wir reichen euch die Hände, damit ihr euer Leben, das euch als Aufgabe gegeben ist, erfüllt. Wir wollen euch begleiten, wir wollen euch Kraft geben. Wir führen euch.” Sensible Menschen hören etwas mehr als der übliche, materialistisch eingestellte; sie können dieses Nähern der göttlichen Wesen fühlen. Die so eng mit der Gotteswelt Verbundenen hören die Antworten; sie wissen: “Ich werde geführt.” So versucht man von der göttlichen Welt die Antwort zu geben.

Gross ist die Freude über alle Menschen, die in einer solchen innigen Verbindung mit der göttlichen Welt stehen. Und die heiligen Tage tun das Ihrige dazu. Die Kraft, die über die Menschheit strömt, ist grösser. Aber auch Versuchungen kommen in diesen heiligen Tagen an die Menschen. Manche Seele fühlt sich einsam. Doch dies ist eine falsche Einstellung. Wer sich in diesen heiligen Tagen einsam und verlassen fühlt, hat die Nähe der Göttlichkeit nicht erreicht; er hat die Wärme des göttlichen Lichtes, das ausstrahlt, nicht gespürt.

Und wenn die einen Menschen an diesen heiligen Tagen beten – oder wie hier es zu einer besonderen heiligen Stunde tun – und auf ihre Art und Weise mit Christus, mit der heiligen Geisteswelt in Verbindung kommen, so versucht man von der göttlichen Welt aus, den Menschen in seinem frommen Denken zu stützen, darin, dieses Denken auch zu verwirklichen, es in Taten umzusetzen. Die einen sind frommen Denkens und Wollens. Andere stehen abseits; sie können nicht so richtig glauben. Die Wärme und das Licht dringen nicht an sie heran.

Die Seele verlangt nach dieser Wärme, nach diesem geistigen Licht – nach Christus. Wenn man ins Jenseits kommt, dann wird gleich erkannt, welche Seelen und Herzen von dieser Heiligkeit besonnt worden sind, denn jene Seelen tragen noch diesen Glanz. Sie strömen die Wärme aus, die sie in der Zeit ihres menschlichen Lebens aufgenommen haben. Es ist ratsam, sich von dieser göttlichen Sonne bestrahlen zu lassen. Des Menschen Seele soll besonnt werden im Wandel des wahren christlichen Lebens. Sie wird auch besonnt in der grossen Sehnsucht, mit Christus zu leben, in seiner Nähe zu sein. Das ist ein Glücksgefühl, das den einen und andern überkommt. Er fühlt etwas ganz Besonderes; die grosse Wärme entfaltet seine Seele. So wie die Sonne alles zur Entfaltung bringt, entfaltet die geistige Sonne den Menschen in göttlicher Hinsicht.

Das Weihnachtsfest – ein Fest der Freude, des Jubels! Jede Seele muss von dieser Freude erfasst werden und sich bewusst werden, was geschehen ist. Man lebt nun in der Freude: Der Heiland ist geboren. Frieden will er der Menschheit bringen. Immer wird es verkündet: “Friede den Menschen auf Erden und Gott ein Wohlgefallen” (vgl. Luk. 2, 14). Friede – doch wie weit weg ist dieser Friede unter den Völkern. Sie haben es nicht erfasst; selbst jene, die sich Christen nennen, haben die Botschaften nicht erkannt. Sie lassen ihre Seelen nicht von der Göttlichkeit erwärmen – nein, sie stehen abseits. Statt dass Tag, Licht, Wärme sie umgibt, sind sie eingehüllt in die geistige Nacht, in das Dunkel. Auch mancher Mensch, der glaubt, ein Christ zu sein, hüllt sich oft in das Dunkel der Nacht.

Die einen beten in grosser Innigkeit, setzen sich im Geiste neben ihn und bieten ihm im Geiste den besten Platz an. Andere machen sich Vorwürfe über ihre Schwachheiten, die sie besitzen. Sie glauben, dies sei als Entschuldigung anzunehmen; weil sie zu schwach seien, vermöchten sie diesen Weg nicht zu gehen. So wollen sie lieber abseitsstehen und nicht hören, was gesagt wird. Sie glauben, dann dafür nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden; sie weichen den Pflichten aus, die ihnen gesetzt worden sind und begeben sich auf Irrwege. Sie verlängern ihren Weg nach oben, statt ihn zu kürzen.

So sind die Ansichten der Menschen verschieden. Es ist gut, wenn man in einer grossen Sehnsucht nach der Göttlichkeit lebt, wenn man im Verlangen ist, ganz nah an sie heranzukommen – so wie ihr diese Stunde feiert im Gedenken an jene schwere Zeit und aus Dankbarkeit dieses Liebesmahl bewahrt, damit es der Menschheit nie verloren geht, damit Christi Worte, sein heiligster Wille in Erfüllung gehen: “Tuet dies zu meinem Gedenken” (Luk. 22, 19), und damit seine Worte “Ich bleibe bei euch bis zum Ende der Welt” (Mat. 28, 20) immer lebendiger werden. Die Christenheit sollte ihm angehören, mit ihm leben – in ihm leben und wirken. So tue jeder das aus seiner eigenen Kraft heraus, wozu er sich gedrängt fühlt.

Versucht im Geiste in dieser heiligen Stunde, in dieser Stille in jene Zeit zurückzuwandern, als diese Frohbotschaft verkündet wurde. Versucht im Geiste zu erfassen, wie arm die Menschen dazumal waren und wie reich die Menschen heute irdisch gesehen sind. Jene armen Menschen hatten keinen Vorrat und nur ein flaches Stück Brot für den folgenden Tag. Hingegen sind eure Kammern und Kästen mehr als gefüllt. Doch diese Menschen, jene Allerärmsten, nahmen unter Jubel diese Frohbotschaft an. Den Hirten wurde diese Botschaft verkündet. Sie hatten kein solches Zuhause wie ihr, sondern höchstens ein Stück flaches Brot in der Tasche, vielleicht einige Feigen. Und was habt ihr in euren Taschen? Doch stimmte es jene Menschen von dazumal glücklich. Stimmt die Frohbotschaft, die jedes Jahr verkündet wird, wohl auch die Menschen von heute so glücklich? Klagen sie nicht, dass Kriege bevorstehen könnten, dass man Angst hat? Wo ist denn der Glaube der Menschen und die Hoffnung auf Rettung? Wendet euch an Christus, denn er ist der Retter, und euch wird nichts mangeln, wenn ihr ihm gehört. Klagt darum nicht: weder über dieses noch über jenes; sondern seid glücklich und froh, diese Botschaft weitergeben zu dürfen. Seid froh, etwas von der Liebe und der Freude entfalten zu können; seid froh, so nahe bei ihm zu sein, denn eure Seelen werden von ihm besonnt. Werdet und bleibt in seinem heiligen Namen edle, gute, tapfere Menschen. Ertragt tapfer alles, was das Schicksal von euch fordert, und vergesst nie: “Ich bin nicht allein, denn er ist unter uns.” Wo man zusammen ist und in seinem heiligen Namen betet, ist er mitten unter ihnen. Seine heilige Kraft, sein heiliger Wille erfüllt sich, aber auch seine grosse Gnade und seine Liebe wirkt sich unter jenen aus, die in seinem Namen zusammengekommen sind.

So bereitet ihr euch vor zur Einnahme dieses heiligen Brotes und dieses heiligen Weines, denn er hat darum gebeten. Wenn Menschen in Erfüllung bringen, um was er gebeten hat, dass es getan werde, wie viel Heil, wie viel Segen liegt darin, seinem Wunsche zu entsprechen, ihm nachzuleben. So sollte es immer sein.

So möchten wir über euch eine Stille kommen lassen. Jedes ordne auf seine Art sein Innerstes. Vieles ist manches Mal schon geklagt worden. Jeder und jedes tue, wozu es sich gedrängt fühlt. Sei dir in dieser Stunde gewiss: Eine heilige Kraft, die heilige Gnade umgibt jeden reuigen, jeden frommen Menschen. Diese heilige Gnade erfüllt sich in der ehrlichen Absicht, das wahre Christenleben zu leben. So möchten wir eine Stille über euch kommen lassen, um Gelegenheit zu geben, euch vorzubereiten und euer Innerstes zu ordnen. Ich bitte um etwas Musik.

Unser Herr und Heiland, wir kommen zu Dir, um Dich anzuflehen: Reinige Du unsere Seelen, stehe Du uns bei in den Stunden der Schwäche, lass uns durch Deine heiligen Boten Deinen Beistand geben. So loben und preisen wir Dich und unseren himmlischen Vater. Heilig, heilig, heilig seid Ihr in alle Ewigkeit. Amen.

Himmlischer Vater, Dich flehen wir an: Segne Du uns diesen Wein hier; denn er ist das Sinnbild vom Blute Jesu Christi, das am Kreuz geflossen ist zur Erlösung der Menschheit. Herr, segne diesen Wein, und lass ihn jedem zum Heile gereichen, der davon nimmt.

Himmlischer Vater, segne Du uns dieses Brot. Es ist das Sinnbild vom Leibe Jesu Christi, der am Kreuz gestorben ist zur Erlösung der Menschheit. Herr, segne dieses Brot, und lass es jedem zum Heile werden, der davon nimmt.

So bitte ich, euch zu erheben – nehmet hin, esset und trinket alle davon.

Liebe Geschwister, mit einem Gebet von euch, mit etwas Musik ist diese heilige Stunde beendet. So tretet wieder hinaus. Tragt mit euch dieses Licht und diese Wärme, von der in dieser Stunde gesprochen wurde. So möge Gottes Segen euch begleiten, möge er euch stets auf allen Wegen begleiten. Gott zum Gruss.

Weihnachtliche Abendmahlansprache von Geistlehrer Josef vom 17.12.1961 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Lieber Josef, du hast uns schon die Worte Christi zitiert: “Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, so bin ich in ihrer Mitte” (Mat. 18, 20). Kannst du uns noch etwas über dieses Herrenwort sagen?

Josef: Ja, meine lieben Freunde, Christus hat die Worte gesprochen: “Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, so bin ich in ihrer Mitte.” Das heisst, wenn Menschen zusammen sind und nach dieser Wahrheit trachten, wenn sie das Verlangen in sich tragen, mit Christus verbunden zu sein, so wird er seine Engel zu ihnen senden, und sie werden jene Menschen stärken. So kann aber auch die Möglichkeit bestehen, dass Christus selbst zu solchen Menschen geht, doch müssen zuvor die Voraussetzungen dafür erfüllt sein. Es müssen wirklich gute Menschen sein, und es muss an ihnen eine besondere Feinheit und Kraft sein, damit diese Möglichkeit geschaffen werden kann, dass Christus selbst zu ihnen geht.

Nun möchte ich wieder auf den Punkt zurückgreifen, dass doch so viele Menschen auf dieser Erde sind und so viele nach Christus rufen, dass er aber doch nur an einem Orte sein kann und nicht zur gleichen Zeit da und dort. Christus hat doch auch diese Form beziehungsweise eine wunderschöne Gestalt, und so wird er zu einer bestimmten Zeit nur an einem Orte sein. Entweder ist er in der geistigen Welt, oder es kann die Möglichkeit bestehen, dass er zu Freunden geht, unsichtbar in ihrer Mitte weilt und sie segnet.

Doch bedenket, dass Christus nur zu solchen Menschen geht, die wirklich gut und reinen Herzens sind, wo diese Voraussetzungen erfüllt sind durch ihre Feinheit, die sie von sich geben, und die auch bereit sind, diese innere, herrliche Kraft weiterzugeben. So kann es geschehen, dass solche Menschen doch eine besondere Wärme in ihrer Andacht oder Meditation verspüren, ohne aber erkennen oder sehen zu können, wer in ihrer Nähe ist – es sei denn, dass eine Person im höchsten Grade hellsehend ist und daher diese Gestalt wahrnimmt. Es wird diesen Menschen eine hochheilige Kraft zugeführt, die sie ihren Freunden wieder weitergeben.

Dann möchte ich sagen, dass es doch immer die Engel sind, die zu den Menschen kommen und ihnen Kraft, Trost und Stärke bringen. Es gibt so viele wunderschöne Engel, die zur Erde gehen, zu den Menschen, und wieder in die geistige Welt zurückkehren. Es ist ein ständiges Auf- und Niedersteigen.

Diese Engel sind wunderbar gekleidet; sie haben aber einen himmlischen Leib, keinen irdischen wie du, lieber Freund. Dieser himmlische Leib unterscheidet sich von dem deinen, so wie es auf Erden viele Dinge gibt, die ihre besonderen Leiber haben – wie es heisst: Anders ist der Leib der Pflanzen und anders der Leib der Tiere (vgl. 1. Kor. 15, 38–40). Dein irdischer Leib ist in seiner Strahlung so verschieden von dem des Nächsten.

So ist doch dem Menschen zu empfehlen: In seiner stillen Stunde soll er jeweils in dieses geistige Land hineingehen und darum bitten, dass Engel Gottes bei ihm bleiben und ihm diese himmlische Kraft und Wärme bringen mögen, sodass von seinem irdischen Leibe so viel Schweres, so viel Düsterheit sich trennt und diese himmlische Kraft, eine gewisse Reinheit zu ihm dringen kann. Denn diese Reinheit macht den Menschen gesund an Leib und Seele und macht ihn froh und glücklich.

So, liebe Freunde, sollt ihr immer dafür besorgt sein, dass bei jedem Einzelnen von euch tatsächlich eine wirkliche Verbindung besteht zur geistigen Welt. Und da du doch weisst, dass du deinem Lichte gemäss verbunden bist zu einer Sphäre, so empfehle ich dir und euch allen, liebe Freunde, dafür zu sorgen, dass alles so gerecht ist bei euch, dass euer geistig Feld so schön ist, dass ihr mit den schönsten Sphären und mit den schönsten Engeln verbunden bleibt.

Seinem inneren Lichte gemäss ist der Mensch mit der geistigen Welt verbunden

Lene, 19. Dezember 1962

Seinem inneren Lichte gemäss ist der Mensch mit der geistigen Welt verbunden

Das Weihnachtsfest – ein Fest der Freude und des Jubels. Jede Seele muss von dieser Freude erfasst werden. Die Seele verlangt nach dieser Wärme, nach diesem geistigen Licht – nach Christus.

Lieber Freund Josef, vor Weihnachten hast du uns von leidenden Seelen in der Tiefe berichtet und uns nahegelegt, für drei von ihnen zu bitten. Nun möchte ich dich fragen: Durften diese Seelen aus ihrer Bedrängnis erlöst werden?

Josef: Ja, lieber Freund, sie wurden erlöst, und nicht nur sie, sondern es wurde noch weiteren Seelen Gelegenheit gegeben, eure Gebete zu ihrer Erlösung aufzunehmen. Es waren Seelen, die in ihrer Entwicklung und in ihrer Sphäre schon so weit fortgeschritten waren, dass sie nun auf dem schnelleren Wege diese Erlösung oder dieses weitere Fortschreiten erleben durften. Und so wurden sie auch zu dieser Gemeinschaft hierhergeführt.

So viele Seelen sind euch zugeführt. Sie sind aber unter einer Führung. Sie hören diese Worte mit, sie hören meine Belehrungen, sie hören eure Fragen, sie erkennen euren guten Willen. Und dies gibt ihnen Mut, Ausdauer und Hoffnung in ihrem Leiden und in ihrer Läuterung. So wurden euch, meine Freunde, schon einige Male vor Weihnachten solche Seelen angegliedert, die im besonderen diese Worte und Gebete aufnehmen konnten, welche einzelne Freunde unter euch für diese armen Seelen gesprochen haben. Sie wurden dann in eine entsprechende Sphäre geführt, die in einem bedeutend schöneren Verhältnis ist.

Jene Seelen, von denen ich gesprochen habe, sind euch im Besonderen zugeführt worden, und sie haben die Erlösung gefunden. Solche leidenden Seelen werden dieser Gemeinschaft aber auch während des Jahres zugeteilt: Sie werden euch bei euren Zusammenkünften im grossen Kreis [an den Samstagsveranstaltungen] zugeführt, wo sie meine Worte mithören. Was aber noch von Bedeutung ist: Sie erkennen euch in eurer Andacht, sie erkennen euren guten Willen, und dieses gibt ihnen besonderen Mut und auch besondere Freude. Und so werden dementsprechend einzelne Seelen noch schneller vorwärtsgeführt als andere, das heisst, sie werden von einem Führergeist aus den Reihen geholt und in schönere Ebenen geführt.

Deshalb, liebe Freunde, ist es so gut, wenn ihr jeweils für diese Seelen betet. Ihr sollt nicht glauben, dass eure Gebete nicht erhört würden. Doch! Wenn sie mit dieser grossen Ausdauer und Überzeugung sowie mit grosser Liebe gesprochen werden, dann haben diese Gebete Erfolg. Sie kommen in erster Linie euren Lieben zugute – in erster Linie! Und darüber hinaus empfangen die anderen Seelen auch von diesen Geschenken. (1952)

Lieber Josef, hat es eine Wirkung auf einen Geist, wenn man für ihn eine Kerze brennen lässt?

Josef: Wenn du eine Kerze anzündest und in Andacht versunken bist oder wenn du ein andächtiges Gebet sprichst, so bildest du um dich eine Weichheit, einen weichen Strom, und dieses hilft dann eine Verbindung anzuknüpfen in die geistige Welt. Es gibt dann eine Harmonie und eine Weichheit, und du wirst mit deinem Gebet schneller ans Ziel kommen. Es ist um dich auch mehr Ruhe, es ist einfach eine Weichheit, die alles durchdringt.

Deshalb ist es auch zu empfehlen, schon frühzeitig vor Weihnachten eine Kerze aufzustellen. So sollten beizeiten eine Kerze oder zwei oder drei Kerzen brennen, jeden Abend, drei Wochen vor dem Weihnachtsfest, und dann solltet ihr etwa zehn Minuten in dieses Geistige hineingehen, euch damit verbinden, euch vorbereiten. Es herrscht eine grosse Freude in den geistigen Sphären, wenn man die Menschen sieht in ihrer Vorbereitung für dieses schöne Fest.

Ist es nicht so, dass dieses Fest oft kaum einen Tag oder sogar nur eine Stunde gefeiert wird, und dann wird wieder weggeräumt so schnell wie möglich, und von einer Sammlung oder von einem richtigen Hineingehen in dieses Christfest ist überhaupt keine Spur. Nur die Geschenke spielen momentan bei den Menschen eine Rolle. Aber es ist kein Weihnachtsfest, so wie es sein sollte, wo jeder Mensch zu bestimmten Stunden zu Christus gehen kann.

Christus wird an diesen Tagen auch Kraft geben – du darfst ruhig zu Christus gehen. Ich betone zwar immer, dass der Mensch zu Gott gehen soll, wenn er ein Anliegen hat. Doch Christus hat seine Macht von Gott erhalten. Du kannst direkt zu deinem Vater gehen, aber Christus gibt dir gerne den Segen und hilft dich führen zu seinem und zu deinem Vater, zum Vater aller Menschen. (1949)

Muss man bei Gebeten für die Seelen Verstorbener immer eine bestimmte Seele berücksichtigen, damit die Gebete wirksam sind? Oder kann ein Gebet auch ganz allgemein für bestimmte Gruppen von armen Seelen gesprochen werden?

Josef: Der Mensch kann für die armen Seelen auch im Allgemeinen beten. Dann entscheiden die Schutzgeister, wohin die Gebete geführt werden sollen, wem sie zugutekommen. Wenn es aber der Wunsch des Menschen ist, für jemand Bestimmten zu beten, so wird dieser von einem Engel Gottes behütet, und ihm wird das Gebet zugeführt werden. Es können Gebete auch zu ganzen Gruppen von Seelen geführt werden. Darüber bestimmen immer die Führergeister. Wo es aber der ausdrückliche Wille des Menschen ist, wird das Gebet nur einer bestimmten Seele zugeführt – und wenn sie sehr in der Tiefe ist, wo sie noch nicht erreichbar ist, wird das Gebet für sie aufbewahrt, bis es ihr gebracht werden kann. (1952)

Lieber Josef, darf man annehmen, dass sich ein unglücklicher Geist für die Hilfe dankbar zeigt?

Josef: Ja, das darf man glauben. Denn wenn einem Geiste geholfen worden ist, so wird er sich dankbar erweisen. Er wird wieder zurückkommen bei einer passenden Gelegenheit, sei es, dass der Mensch es im Traume erfühlt und es ins Bewusstsein mitnehmen kann oder sonst wie. Denn die Geister, denen geholfen wurde, bleiben nicht einfach weg, sondern sie erweisen sich auch als dankbar. Sie zeigen den Menschen ihre Dankbarkeit ganz deutlich auf irgendeine Weise.

Es kann aber die Möglichkeit bestehen, dass solche Geister aus ihrer Tiefe weggeführt werden und keine Möglichkeit mehr haben, zu den Menschen zurückzukehren. Denn wenn sie dann noch an einen bestimmten Raum gebannt sind, wird es ihnen nicht mehr gestattet sein, zu den Menschen zurückzukehren.

So kann es also auch geschehen, dass eine solche Seele während ihrer Läuterung zu bestimmten Menschen gesandt wird, um ihr Gebet aufzufassen oder ihre Liebe zu erlernen, dass sie aber hernach noch für kurze Zeit an einen bestimmten Raum gebannt wird. Ich sage aber, dankbare Geister erweisen sich den Menschen gegenüber dankbar. (1952)

Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, ich bete in eurem Namen:

Vater im Himmel, unser liebender Gott, in grosser Ehrfurcht neigen wir uns vor Deiner Heiligkeit und erflehen Deinen heiligen Segen für uns und die ganze Menschheit. Lass Frieden werden bei allen Völkern. Gelobt und gepriesen seist Du in alle Ewigkeit. Amen.

Liebe Geschwister, im Namen des Erlösers seid ihr hierhergekommen, um in seinem Gedenken das Liebesmahl einzunehmen. Einige Tage vor Weihnachten feiert ihr dieses heilige Fest. Auch in der Geisteswelt wird man – wie ich schon öfters erklärte – frühzeitig mit dem Feiern beginnen, doch diese Feiern dauern viel länger als bei den Menschen. So stehen in dieser Zeit alle andächtigen Menschen unter dem besonderen Segen, der vom Himmel her über sie ausströmt.

Dieses Liebesmahl, das ihr einnehmt, gibt euch Kraft; es gibt euch Licht ins Dunkle, denn in seinem heiligen Namen nehmt ihr dieses Liebesmahl ein. Die Gedanken von euch Menschen und eure Hingabe sind ja vom einen zum andern verschieden. Der eine hat seine besondere Sprache, sein besonderes Gebet; im Allgemeinen aber ist man unter euch allen derselben Ansicht: Man möchte ganz nahe an Christus herankommen, man möchte seine Ehrfurcht, seine Dankbarkeit, seine Sehnsucht zum Ausdruck bringen, indem man sich gemeinsam versammelt und in seinem Gedenken dieses Liebesmahl einnimmt.

Manche Seele betet: “Herr, weiche nie von mir, bleib immer in meiner Nähe.” Eine andere Seele betet: “Heiland, Du siehst meinen festen Glauben, meine Verbundenheit zu Dir, meine Dankbarkeit, meine Ehrfurcht. Verlass mich nie, auch nicht in der letzten Stunde. Wenn Not an mich kommt, steh mir bei. Ich bin Dir treu ergeben.” Eine weitere Seele betet: “Herr, Heiland und Erlöser, Du bist mein Leben, Du bist meine Sonne, Du bist mir alles. Herr, unter Deinem heiligen Willen stehe ich.” Die Antwort der heiligen Geisteswelt darauf ist, dass sich die Diener des Königs den Bittenden nähern und dass diese Diener des Königs ihre Freude über die ehrliche, würdige Gesinnung des Menschen zum Ausdruck bringen. Sie freuen sich mit ihnen in dieser Innigkeit, in dieser heiligen Verbundenheit. Denn die heiligen Geister wollen sagen: “Ihr Menschen steht uns wirklich nahe. Wir reichen euch die Hände, damit ihr euer Leben, das euch als Aufgabe gegeben ist, erfüllt. Wir wollen euch begleiten, wir wollen euch Kraft geben. Wir führen euch.” Sensible Menschen hören etwas mehr als der übliche, materialistisch eingestellte; sie können dieses Nähern der göttlichen Wesen fühlen. Die so eng mit der Gotteswelt Verbundenen hören die Antworten; sie wissen: “Ich werde geführt.” So versucht man von der göttlichen Welt die Antwort zu geben.

Gross ist die Freude über alle Menschen, die in einer solchen innigen Verbindung mit der göttlichen Welt stehen. Und die heiligen Tage tun das Ihrige dazu. Die Kraft, die über die Menschheit strömt, ist grösser. Aber auch Versuchungen kommen in diesen heiligen Tagen an die Menschen. Manche Seele fühlt sich einsam. Doch dies ist eine falsche Einstellung. Wer sich in diesen heiligen Tagen einsam und verlassen fühlt, hat die Nähe der Göttlichkeit nicht erreicht; er hat die Wärme des göttlichen Lichtes, das ausstrahlt, nicht gespürt.

Und wenn die einen Menschen an diesen heiligen Tagen beten – oder wie hier es zu einer besonderen heiligen Stunde tun – und auf ihre Art und Weise mit Christus, mit der heiligen Geisteswelt in Verbindung kommen, so versucht man von der göttlichen Welt aus, den Menschen in seinem frommen Denken zu stützen, darin, dieses Denken auch zu verwirklichen, es in Taten umzusetzen. Die einen sind frommen Denkens und Wollens. Andere stehen abseits; sie können nicht so richtig glauben. Die Wärme und das Licht dringen nicht an sie heran.

Die Seele verlangt nach dieser Wärme, nach diesem geistigen Licht – nach Christus. Wenn man ins Jenseits kommt, dann wird gleich erkannt, welche Seelen und Herzen von dieser Heiligkeit besonnt worden sind, denn jene Seelen tragen noch diesen Glanz. Sie strömen die Wärme aus, die sie in der Zeit ihres menschlichen Lebens aufgenommen haben. Es ist ratsam, sich von dieser göttlichen Sonne bestrahlen zu lassen. Des Menschen Seele soll besonnt werden im Wandel des wahren christlichen Lebens. Sie wird auch besonnt in der grossen Sehnsucht, mit Christus zu leben, in seiner Nähe zu sein. Das ist ein Glücksgefühl, das den einen und andern überkommt. Er fühlt etwas ganz Besonderes; die grosse Wärme entfaltet seine Seele. So wie die Sonne alles zur Entfaltung bringt, entfaltet die geistige Sonne den Menschen in göttlicher Hinsicht.

Das Weihnachtsfest – ein Fest der Freude, des Jubels! Jede Seele muss von dieser Freude erfasst werden und sich bewusst werden, was geschehen ist. Man lebt nun in der Freude: Der Heiland ist geboren. Frieden will er der Menschheit bringen. Immer wird es verkündet: “Friede den Menschen auf Erden und Gott ein Wohlgefallen” (vgl. Luk. 2, 14). Friede – doch wie weit weg ist dieser Friede unter den Völkern. Sie haben es nicht erfasst; selbst jene, die sich Christen nennen, haben die Botschaften nicht erkannt. Sie lassen ihre Seelen nicht von der Göttlichkeit erwärmen – nein, sie stehen abseits. Statt dass Tag, Licht, Wärme sie umgibt, sind sie eingehüllt in die geistige Nacht, in das Dunkel. Auch mancher Mensch, der glaubt, ein Christ zu sein, hüllt sich oft in das Dunkel der Nacht.

Die einen beten in grosser Innigkeit, setzen sich im Geiste neben ihn und bieten ihm im Geiste den besten Platz an. Andere machen sich Vorwürfe über ihre Schwachheiten, die sie besitzen. Sie glauben, dies sei als Entschuldigung anzunehmen; weil sie zu schwach seien, vermöchten sie diesen Weg nicht zu gehen. So wollen sie lieber abseitsstehen und nicht hören, was gesagt wird. Sie glauben, dann dafür nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden; sie weichen den Pflichten aus, die ihnen gesetzt worden sind und begeben sich auf Irrwege. Sie verlängern ihren Weg nach oben, statt ihn zu kürzen.

So sind die Ansichten der Menschen verschieden. Es ist gut, wenn man in einer grossen Sehnsucht nach der Göttlichkeit lebt, wenn man im Verlangen ist, ganz nah an sie heranzukommen – so wie ihr diese Stunde feiert im Gedenken an jene schwere Zeit und aus Dankbarkeit dieses Liebesmahl bewahrt, damit es der Menschheit nie verloren geht, damit Christi Worte, sein heiligster Wille in Erfüllung gehen: “Tuet dies zu meinem Gedenken” (Luk. 22, 19), und damit seine Worte “Ich bleibe bei euch bis zum Ende der Welt” (Mat. 28, 20) immer lebendiger werden. Die Christenheit sollte ihm angehören, mit ihm leben – in ihm leben und wirken. So tue jeder das aus seiner eigenen Kraft heraus, wozu er sich gedrängt fühlt.

Versucht im Geiste in dieser heiligen Stunde, in dieser Stille in jene Zeit zurückzuwandern, als diese Frohbotschaft verkündet wurde. Versucht im Geiste zu erfassen, wie arm die Menschen dazumal waren und wie reich die Menschen heute irdisch gesehen sind. Jene armen Menschen hatten keinen Vorrat und nur ein flaches Stück Brot für den folgenden Tag. Hingegen sind eure Kammern und Kästen mehr als gefüllt. Doch diese Menschen, jene Allerärmsten, nahmen unter Jubel diese Frohbotschaft an. Den Hirten wurde diese Botschaft verkündet. Sie hatten kein solches Zuhause wie ihr, sondern höchstens ein Stück flaches Brot in der Tasche, vielleicht einige Feigen. Und was habt ihr in euren Taschen? Doch stimmte es jene Menschen von dazumal glücklich. Stimmt die Frohbotschaft, die jedes Jahr verkündet wird, wohl auch die Menschen von heute so glücklich? Klagen sie nicht, dass Kriege bevorstehen könnten, dass man Angst hat? Wo ist denn der Glaube der Menschen und die Hoffnung auf Rettung? Wendet euch an Christus, denn er ist der Retter, und euch wird nichts mangeln, wenn ihr ihm gehört. Klagt darum nicht: weder über dieses noch über jenes; sondern seid glücklich und froh, diese Botschaft weitergeben zu dürfen. Seid froh, etwas von der Liebe und der Freude entfalten zu können; seid froh, so nahe bei ihm zu sein, denn eure Seelen werden von ihm besonnt. Werdet und bleibt in seinem heiligen Namen edle, gute, tapfere Menschen. Ertragt tapfer alles, was das Schicksal von euch fordert, und vergesst nie: “Ich bin nicht allein, denn er ist unter uns.” Wo man zusammen ist und in seinem heiligen Namen betet, ist er mitten unter ihnen. Seine heilige Kraft, sein heiliger Wille erfüllt sich, aber auch seine grosse Gnade und seine Liebe wirkt sich unter jenen aus, die in seinem Namen zusammengekommen sind.

So bereitet ihr euch vor zur Einnahme dieses heiligen Brotes und dieses heiligen Weines, denn er hat darum gebeten. Wenn Menschen in Erfüllung bringen, um was er gebeten hat, dass es getan werde, wie viel Heil, wie viel Segen liegt darin, seinem Wunsche zu entsprechen, ihm nachzuleben. So sollte es immer sein.

So möchten wir über euch eine Stille kommen lassen. Jedes ordne auf seine Art sein Innerstes. Vieles ist manches Mal schon geklagt worden. Jeder und jedes tue, wozu es sich gedrängt fühlt. Sei dir in dieser Stunde gewiss: Eine heilige Kraft, die heilige Gnade umgibt jeden reuigen, jeden frommen Menschen. Diese heilige Gnade erfüllt sich in der ehrlichen Absicht, das wahre Christenleben zu leben. So möchten wir eine Stille über euch kommen lassen, um Gelegenheit zu geben, euch vorzubereiten und euer Innerstes zu ordnen. Ich bitte um etwas Musik.

Unser Herr und Heiland, wir kommen zu Dir, um Dich anzuflehen: Reinige Du unsere Seelen, stehe Du uns bei in den Stunden der Schwäche, lass uns durch Deine heiligen Boten Deinen Beistand geben. So loben und preisen wir Dich und unseren himmlischen Vater. Heilig, heilig, heilig seid Ihr in alle Ewigkeit. Amen.

Himmlischer Vater, Dich flehen wir an: Segne Du uns diesen Wein hier; denn er ist das Sinnbild vom Blute Jesu Christi, das am Kreuz geflossen ist zur Erlösung der Menschheit. Herr, segne diesen Wein, und lass ihn jedem zum Heile gereichen, der davon nimmt.

Himmlischer Vater, segne Du uns dieses Brot. Es ist das Sinnbild vom Leibe Jesu Christi, der am Kreuz gestorben ist zur Erlösung der Menschheit. Herr, segne dieses Brot, und lass es jedem zum Heile werden, der davon nimmt.

So bitte ich, euch zu erheben – nehmet hin, esset und trinket alle davon.

Liebe Geschwister, mit einem Gebet von euch, mit etwas Musik ist diese heilige Stunde beendet. So tretet wieder hinaus. Tragt mit euch dieses Licht und diese Wärme, von der in dieser Stunde gesprochen wurde. So möge Gottes Segen euch begleiten, möge er euch stets auf allen Wegen begleiten. Gott zum Gruss.

Weihnachtliche Abendmahlansprache von Geistlehrer Josef vom 17.12.1961 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Lieber Josef, du hast uns schon die Worte Christi zitiert: “Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, so bin ich in ihrer Mitte” (Mat. 18, 20). Kannst du uns noch etwas über dieses Herrenwort sagen?

Josef: Ja, meine lieben Freunde, Christus hat die Worte gesprochen: “Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, so bin ich in ihrer Mitte.” Das heisst, wenn Menschen zusammen sind und nach dieser Wahrheit trachten, wenn sie das Verlangen in sich tragen, mit Christus verbunden zu sein, so wird er seine Engel zu ihnen senden, und sie werden jene Menschen stärken. So kann aber auch die Möglichkeit bestehen, dass Christus selbst zu solchen Menschen geht, doch müssen zuvor die Voraussetzungen dafür erfüllt sein. Es müssen wirklich gute Menschen sein, und es muss an ihnen eine besondere Feinheit und Kraft sein, damit diese Möglichkeit geschaffen werden kann, dass Christus selbst zu ihnen geht.

Nun möchte ich wieder auf den Punkt zurückgreifen, dass doch so viele Menschen auf dieser Erde sind und so viele nach Christus rufen, dass er aber doch nur an einem Orte sein kann und nicht zur gleichen Zeit da und dort. Christus hat doch auch diese Form beziehungsweise eine wunderschöne Gestalt, und so wird er zu einer bestimmten Zeit nur an einem Orte sein. Entweder ist er in der geistigen Welt, oder es kann die Möglichkeit bestehen, dass er zu Freunden geht, unsichtbar in ihrer Mitte weilt und sie segnet.

Doch bedenket, dass Christus nur zu solchen Menschen geht, die wirklich gut und reinen Herzens sind, wo diese Voraussetzungen erfüllt sind durch ihre Feinheit, die sie von sich geben, und die auch bereit sind, diese innere, herrliche Kraft weiterzugeben. So kann es geschehen, dass solche Menschen doch eine besondere Wärme in ihrer Andacht oder Meditation verspüren, ohne aber erkennen oder sehen zu können, wer in ihrer Nähe ist – es sei denn, dass eine Person im höchsten Grade hellsehend ist und daher diese Gestalt wahrnimmt. Es wird diesen Menschen eine hochheilige Kraft zugeführt, die sie ihren Freunden wieder weitergeben.

Dann möchte ich sagen, dass es doch immer die Engel sind, die zu den Menschen kommen und ihnen Kraft, Trost und Stärke bringen. Es gibt so viele wunderschöne Engel, die zur Erde gehen, zu den Menschen, und wieder in die geistige Welt zurückkehren. Es ist ein ständiges Auf- und Niedersteigen.

Diese Engel sind wunderbar gekleidet; sie haben aber einen himmlischen Leib, keinen irdischen wie du, lieber Freund. Dieser himmlische Leib unterscheidet sich von dem deinen, so wie es auf Erden viele Dinge gibt, die ihre besonderen Leiber haben – wie es heisst: Anders ist der Leib der Pflanzen und anders der Leib der Tiere (vgl. 1. Kor. 15, 38–40). Dein irdischer Leib ist in seiner Strahlung so verschieden von dem des Nächsten.

So ist doch dem Menschen zu empfehlen: In seiner stillen Stunde soll er jeweils in dieses geistige Land hineingehen und darum bitten, dass Engel Gottes bei ihm bleiben und ihm diese himmlische Kraft und Wärme bringen mögen, sodass von seinem irdischen Leibe so viel Schweres, so viel Düsterheit sich trennt und diese himmlische Kraft, eine gewisse Reinheit zu ihm dringen kann. Denn diese Reinheit macht den Menschen gesund an Leib und Seele und macht ihn froh und glücklich.

So, liebe Freunde, sollt ihr immer dafür besorgt sein, dass bei jedem Einzelnen von euch tatsächlich eine wirkliche Verbindung besteht zur geistigen Welt. Und da du doch weisst, dass du deinem Lichte gemäss verbunden bist zu einer Sphäre, so empfehle ich dir und euch allen, liebe Freunde, dafür zu sorgen, dass alles so gerecht ist bei euch, dass euer geistig Feld so schön ist, dass ihr mit den schönsten Sphären und mit den schönsten Engeln verbunden bleibt.

Seinem inneren Lichte gemäss ist der Mensch mit der geistigen Welt verbunden

Lene, 19. Dezember 1962

Seinem inneren Lichte gemäss ist der Mensch mit der geistigen Welt verbunden

Das Weihnachtsfest – ein Fest der Freude und des Jubels. Jede Seele muss von dieser Freude erfasst werden. Die Seele verlangt nach dieser Wärme, nach diesem geistigen Licht – nach Christus.

Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, ich bete in eurem Namen:

Vater im Himmel, unser liebender Gott, in grosser Ehrfurcht neigen wir uns vor Deiner Heiligkeit und erflehen Deinen heiligen Segen für uns und die ganze Menschheit. Lass Frieden werden bei allen Völkern. Gelobt und gepriesen seist Du in alle Ewigkeit. Amen.

Liebe Geschwister, im Namen des Erlösers seid ihr hierhergekommen, um in seinem Gedenken das Liebesmahl einzunehmen. Einige Tage vor Weihnachten feiert ihr dieses heilige Fest. Auch in der Geisteswelt wird man – wie ich schon öfters erklärte – frühzeitig mit dem Feiern beginnen, doch diese Feiern dauern viel länger als bei den Menschen. So stehen in dieser Zeit alle andächtigen Menschen unter dem besonderen Segen, der vom Himmel her über sie ausströmt.

Dieses Liebesmahl, das ihr einnehmt, gibt euch Kraft; es gibt euch Licht ins Dunkle, denn in seinem heiligen Namen nehmt ihr dieses Liebesmahl ein. Die Gedanken von euch Menschen und eure Hingabe sind ja vom einen zum andern verschieden. Der eine hat seine besondere Sprache, sein besonderes Gebet; im Allgemeinen aber ist man unter euch allen derselben Ansicht: Man möchte ganz nahe an Christus herankommen, man möchte seine Ehrfurcht, seine Dankbarkeit, seine Sehnsucht zum Ausdruck bringen, indem man sich gemeinsam versammelt und in seinem Gedenken dieses Liebesmahl einnimmt.

Manche Seele betet: “Herr, weiche nie von mir, bleib immer in meiner Nähe.” Eine andere Seele betet: “Heiland, Du siehst meinen festen Glauben, meine Verbundenheit zu Dir, meine Dankbarkeit, meine Ehrfurcht. Verlass mich nie, auch nicht in der letzten Stunde. Wenn Not an mich kommt, steh mir bei. Ich bin Dir treu ergeben.” Eine weitere Seele betet: “Herr, Heiland und Erlöser, Du bist mein Leben, Du bist meine Sonne, Du bist mir alles. Herr, unter Deinem heiligen Willen stehe ich.” Die Antwort der heiligen Geisteswelt darauf ist, dass sich die Diener des Königs den Bittenden nähern und dass diese Diener des Königs ihre Freude über die ehrliche, würdige Gesinnung des Menschen zum Ausdruck bringen. Sie freuen sich mit ihnen in dieser Innigkeit, in dieser heiligen Verbundenheit. Denn die heiligen Geister wollen sagen: “Ihr Menschen steht uns wirklich nahe. Wir reichen euch die Hände, damit ihr euer Leben, das euch als Aufgabe gegeben ist, erfüllt. Wir wollen euch begleiten, wir wollen euch Kraft geben. Wir führen euch.” Sensible Menschen hören etwas mehr als der übliche, materialistisch eingestellte; sie können dieses Nähern der göttlichen Wesen fühlen. Die so eng mit der Gotteswelt Verbundenen hören die Antworten; sie wissen: “Ich werde geführt.” So versucht man von der göttlichen Welt die Antwort zu geben.

Gross ist die Freude über alle Menschen, die in einer solchen innigen Verbindung mit der göttlichen Welt stehen. Und die heiligen Tage tun das Ihrige dazu. Die Kraft, die über die Menschheit strömt, ist grösser. Aber auch Versuchungen kommen in diesen heiligen Tagen an die Menschen. Manche Seele fühlt sich einsam. Doch dies ist eine falsche Einstellung. Wer sich in diesen heiligen Tagen einsam und verlassen fühlt, hat die Nähe der Göttlichkeit nicht erreicht; er hat die Wärme des göttlichen Lichtes, das ausstrahlt, nicht gespürt.

Und wenn die einen Menschen an diesen heiligen Tagen beten – oder wie hier es zu einer besonderen heiligen Stunde tun – und auf ihre Art und Weise mit Christus, mit der heiligen Geisteswelt in Verbindung kommen, so versucht man von der göttlichen Welt aus, den Menschen in seinem frommen Denken zu stützen, darin, dieses Denken auch zu verwirklichen, es in Taten umzusetzen. Die einen sind frommen Denkens und Wollens. Andere stehen abseits; sie können nicht so richtig glauben. Die Wärme und das Licht dringen nicht an sie heran.

Die Seele verlangt nach dieser Wärme, nach diesem geistigen Licht – nach Christus. Wenn man ins Jenseits kommt, dann wird gleich erkannt, welche Seelen und Herzen von dieser Heiligkeit besonnt worden sind, denn jene Seelen tragen noch diesen Glanz. Sie strömen die Wärme aus, die sie in der Zeit ihres menschlichen Lebens aufgenommen haben. Es ist ratsam, sich von dieser göttlichen Sonne bestrahlen zu lassen. Des Menschen Seele soll besonnt werden im Wandel des wahren christlichen Lebens. Sie wird auch besonnt in der grossen Sehnsucht, mit Christus zu leben, in seiner Nähe zu sein. Das ist ein Glücksgefühl, das den einen und andern überkommt. Er fühlt etwas ganz Besonderes; die grosse Wärme entfaltet seine Seele. So wie die Sonne alles zur Entfaltung bringt, entfaltet die geistige Sonne den Menschen in göttlicher Hinsicht.

Das Weihnachtsfest – ein Fest der Freude, des Jubels! Jede Seele muss von dieser Freude erfasst werden und sich bewusst werden, was geschehen ist. Man lebt nun in der Freude: Der Heiland ist geboren. Frieden will er der Menschheit bringen. Immer wird es verkündet: “Friede den Menschen auf Erden und Gott ein Wohlgefallen” (vgl. Luk. 2, 14). Friede – doch wie weit weg ist dieser Friede unter den Völkern. Sie haben es nicht erfasst; selbst jene, die sich Christen nennen, haben die Botschaften nicht erkannt. Sie lassen ihre Seelen nicht von der Göttlichkeit erwärmen – nein, sie stehen abseits. Statt dass Tag, Licht, Wärme sie umgibt, sind sie eingehüllt in die geistige Nacht, in das Dunkel. Auch mancher Mensch, der glaubt, ein Christ zu sein, hüllt sich oft in das Dunkel der Nacht.

Die einen beten in grosser Innigkeit, setzen sich im Geiste neben ihn und bieten ihm im Geiste den besten Platz an. Andere machen sich Vorwürfe über ihre Schwachheiten, die sie besitzen. Sie glauben, dies sei als Entschuldigung anzunehmen; weil sie zu schwach seien, vermöchten sie diesen Weg nicht zu gehen. So wollen sie lieber abseitsstehen und nicht hören, was gesagt wird. Sie glauben, dann dafür nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden; sie weichen den Pflichten aus, die ihnen gesetzt worden sind und begeben sich auf Irrwege. Sie verlängern ihren Weg nach oben, statt ihn zu kürzen.

So sind die Ansichten der Menschen verschieden. Es ist gut, wenn man in einer grossen Sehnsucht nach der Göttlichkeit lebt, wenn man im Verlangen ist, ganz nah an sie heranzukommen – so wie ihr diese Stunde feiert im Gedenken an jene schwere Zeit und aus Dankbarkeit dieses Liebesmahl bewahrt, damit es der Menschheit nie verloren geht, damit Christi Worte, sein heiligster Wille in Erfüllung gehen: “Tuet dies zu meinem Gedenken” (Luk. 22, 19), und damit seine Worte “Ich bleibe bei euch bis zum Ende der Welt” (Mat. 28, 20) immer lebendiger werden. Die Christenheit sollte ihm angehören, mit ihm leben – in ihm leben und wirken. So tue jeder das aus seiner eigenen Kraft heraus, wozu er sich gedrängt fühlt.

Versucht im Geiste in dieser heiligen Stunde, in dieser Stille in jene Zeit zurückzuwandern, als diese Frohbotschaft verkündet wurde. Versucht im Geiste zu erfassen, wie arm die Menschen dazumal waren und wie reich die Menschen heute irdisch gesehen sind. Jene armen Menschen hatten keinen Vorrat und nur ein flaches Stück Brot für den folgenden Tag. Hingegen sind eure Kammern und Kästen mehr als gefüllt. Doch diese Menschen, jene Allerärmsten, nahmen unter Jubel diese Frohbotschaft an. Den Hirten wurde diese Botschaft verkündet. Sie hatten kein solches Zuhause wie ihr, sondern höchstens ein Stück flaches Brot in der Tasche, vielleicht einige Feigen. Und was habt ihr in euren Taschen? Doch stimmte es jene Menschen von dazumal glücklich. Stimmt die Frohbotschaft, die jedes Jahr verkündet wird, wohl auch die Menschen von heute so glücklich? Klagen sie nicht, dass Kriege bevorstehen könnten, dass man Angst hat? Wo ist denn der Glaube der Menschen und die Hoffnung auf Rettung? Wendet euch an Christus, denn er ist der Retter, und euch wird nichts mangeln, wenn ihr ihm gehört. Klagt darum nicht: weder über dieses noch über jenes; sondern seid glücklich und froh, diese Botschaft weitergeben zu dürfen. Seid froh, etwas von der Liebe und der Freude entfalten zu können; seid froh, so nahe bei ihm zu sein, denn eure Seelen werden von ihm besonnt. Werdet und bleibt in seinem heiligen Namen edle, gute, tapfere Menschen. Ertragt tapfer alles, was das Schicksal von euch fordert, und vergesst nie: “Ich bin nicht allein, denn er ist unter uns.” Wo man zusammen ist und in seinem heiligen Namen betet, ist er mitten unter ihnen. Seine heilige Kraft, sein heiliger Wille erfüllt sich, aber auch seine grosse Gnade und seine Liebe wirkt sich unter jenen aus, die in seinem Namen zusammengekommen sind.

So bereitet ihr euch vor zur Einnahme dieses heiligen Brotes und dieses heiligen Weines, denn er hat darum gebeten. Wenn Menschen in Erfüllung bringen, um was er gebeten hat, dass es getan werde, wie viel Heil, wie viel Segen liegt darin, seinem Wunsche zu entsprechen, ihm nachzuleben. So sollte es immer sein.

So möchten wir über euch eine Stille kommen lassen. Jedes ordne auf seine Art sein Innerstes. Vieles ist manches Mal schon geklagt worden. Jeder und jedes tue, wozu es sich gedrängt fühlt. Sei dir in dieser Stunde gewiss: Eine heilige Kraft, die heilige Gnade umgibt jeden reuigen, jeden frommen Menschen. Diese heilige Gnade erfüllt sich in der ehrlichen Absicht, das wahre Christenleben zu leben. So möchten wir eine Stille über euch kommen lassen, um Gelegenheit zu geben, euch vorzubereiten und euer Innerstes zu ordnen. Ich bitte um etwas Musik.

Unser Herr und Heiland, wir kommen zu Dir, um Dich anzuflehen: Reinige Du unsere Seelen, stehe Du uns bei in den Stunden der Schwäche, lass uns durch Deine heiligen Boten Deinen Beistand geben. So loben und preisen wir Dich und unseren himmlischen Vater. Heilig, heilig, heilig seid Ihr in alle Ewigkeit. Amen.

Himmlischer Vater, Dich flehen wir an: Segne Du uns diesen Wein hier; denn er ist das Sinnbild vom Blute Jesu Christi, das am Kreuz geflossen ist zur Erlösung der Menschheit. Herr, segne diesen Wein, und lass ihn jedem zum Heile gereichen, der davon nimmt.

Himmlischer Vater, segne Du uns dieses Brot. Es ist das Sinnbild vom Leibe Jesu Christi, der am Kreuz gestorben ist zur Erlösung der Menschheit. Herr, segne dieses Brot, und lass es jedem zum Heile werden, der davon nimmt.

So bitte ich, euch zu erheben – nehmet hin, esset und trinket alle davon.

Liebe Geschwister, mit einem Gebet von euch, mit etwas Musik ist diese heilige Stunde beendet. So tretet wieder hinaus. Tragt mit euch dieses Licht und diese Wärme, von der in dieser Stunde gesprochen wurde. So möge Gottes Segen euch begleiten, möge er euch stets auf allen Wegen begleiten. Gott zum Gruss.

Weihnachtliche Abendmahlansprache von Geistlehrer Josef vom 17.12.1961 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Lieber Josef, du hast uns schon die Worte Christi zitiert: “Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, so bin ich in ihrer Mitte” (Mat. 18, 20). Kannst du uns noch etwas über dieses Herrenwort sagen?

Josef: Ja, meine lieben Freunde, Christus hat die Worte gesprochen: “Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, so bin ich in ihrer Mitte.” Das heisst, wenn Menschen zusammen sind und nach dieser Wahrheit trachten, wenn sie das Verlangen in sich tragen, mit Christus verbunden zu sein, so wird er seine Engel zu ihnen senden, und sie werden jene Menschen stärken. So kann aber auch die Möglichkeit bestehen, dass Christus selbst zu solchen Menschen geht, doch müssen zuvor die Voraussetzungen dafür erfüllt sein. Es müssen wirklich gute Menschen sein, und es muss an ihnen eine besondere Feinheit und Kraft sein, damit diese Möglichkeit geschaffen werden kann, dass Christus selbst zu ihnen geht.

Nun möchte ich wieder auf den Punkt zurückgreifen, dass doch so viele Menschen auf dieser Erde sind und so viele nach Christus rufen, dass er aber doch nur an einem Orte sein kann und nicht zur gleichen Zeit da und dort. Christus hat doch auch diese Form beziehungsweise eine wunderschöne Gestalt, und so wird er zu einer bestimmten Zeit nur an einem Orte sein. Entweder ist er in der geistigen Welt, oder es kann die Möglichkeit bestehen, dass er zu Freunden geht, unsichtbar in ihrer Mitte weilt und sie segnet.

Doch bedenket, dass Christus nur zu solchen Menschen geht, die wirklich gut und reinen Herzens sind, wo diese Voraussetzungen erfüllt sind durch ihre Feinheit, die sie von sich geben, und die auch bereit sind, diese innere, herrliche Kraft weiterzugeben. So kann es geschehen, dass solche Menschen doch eine besondere Wärme in ihrer Andacht oder Meditation verspüren, ohne aber erkennen oder sehen zu können, wer in ihrer Nähe ist – es sei denn, dass eine Person im höchsten Grade hellsehend ist und daher diese Gestalt wahrnimmt. Es wird diesen Menschen eine hochheilige Kraft zugeführt, die sie ihren Freunden wieder weitergeben.

Dann möchte ich sagen, dass es doch immer die Engel sind, die zu den Menschen kommen und ihnen Kraft, Trost und Stärke bringen. Es gibt so viele wunderschöne Engel, die zur Erde gehen, zu den Menschen, und wieder in die geistige Welt zurückkehren. Es ist ein ständiges Auf- und Niedersteigen.

Diese Engel sind wunderbar gekleidet; sie haben aber einen himmlischen Leib, keinen irdischen wie du, lieber Freund. Dieser himmlische Leib unterscheidet sich von dem deinen, so wie es auf Erden viele Dinge gibt, die ihre besonderen Leiber haben – wie es heisst: Anders ist der Leib der Pflanzen und anders der Leib der Tiere (vgl. 1. Kor. 15, 38–40). Dein irdischer Leib ist in seiner Strahlung so verschieden von dem des Nächsten.

So ist doch dem Menschen zu empfehlen: In seiner stillen Stunde soll er jeweils in dieses geistige Land hineingehen und darum bitten, dass Engel Gottes bei ihm bleiben und ihm diese himmlische Kraft und Wärme bringen mögen, sodass von seinem irdischen Leibe so viel Schweres, so viel Düsterheit sich trennt und diese himmlische Kraft, eine gewisse Reinheit zu ihm dringen kann. Denn diese Reinheit macht den Menschen gesund an Leib und Seele und macht ihn froh und glücklich.

So, liebe Freunde, sollt ihr immer dafür besorgt sein, dass bei jedem Einzelnen von euch tatsächlich eine wirkliche Verbindung besteht zur geistigen Welt. Und da du doch weisst, dass du deinem Lichte gemäss verbunden bist zu einer Sphäre, so empfehle ich dir und euch allen, liebe Freunde, dafür zu sorgen, dass alles so gerecht ist bei euch, dass euer geistig Feld so schön ist, dass ihr mit den schönsten Sphären und mit den schönsten Engeln verbunden bleibt.

Seinem inneren Lichte gemäss ist der Mensch mit der geistigen Welt verbunden

Lene, 19. Dezember 1962

Seinem inneren Lichte gemäss ist der Mensch mit der geistigen Welt verbunden

Lieber Josef, du hast uns schon die Worte Christi zitiert: “Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, so bin ich in ihrer Mitte” (Mat. 18, 20). Kannst du uns noch etwas über dieses Herrenwort sagen?

Josef: Ja, meine lieben Freunde, Christus hat die Worte gesprochen: “Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, so bin ich in ihrer Mitte.” Das heisst, wenn Menschen zusammen sind und nach dieser Wahrheit trachten, wenn sie das Verlangen in sich tragen, mit Christus verbunden zu sein, so wird er seine Engel zu ihnen senden, und sie werden jene Menschen stärken. So kann aber auch die Möglichkeit bestehen, dass Christus selbst zu solchen Menschen geht, doch müssen zuvor die Voraussetzungen dafür erfüllt sein. Es müssen wirklich gute Menschen sein, und es muss an ihnen eine besondere Feinheit und Kraft sein, damit diese Möglichkeit geschaffen werden kann, dass Christus selbst zu ihnen geht.

Nun möchte ich wieder auf den Punkt zurückgreifen, dass doch so viele Menschen auf dieser Erde sind und so viele nach Christus rufen, dass er aber doch nur an einem Orte sein kann und nicht zur gleichen Zeit da und dort. Christus hat doch auch diese Form beziehungsweise eine wunderschöne Gestalt, und so wird er zu einer bestimmten Zeit nur an einem Orte sein. Entweder ist er in der geistigen Welt, oder es kann die Möglichkeit bestehen, dass er zu Freunden geht, unsichtbar in ihrer Mitte weilt und sie segnet.

Doch bedenket, dass Christus nur zu solchen Menschen geht, die wirklich gut und reinen Herzens sind, wo diese Voraussetzungen erfüllt sind durch ihre Feinheit, die sie von sich geben, und die auch bereit sind, diese innere, herrliche Kraft weiterzugeben. So kann es geschehen, dass solche Menschen doch eine besondere Wärme in ihrer Andacht oder Meditation verspüren, ohne aber erkennen oder sehen zu können, wer in ihrer Nähe ist – es sei denn, dass eine Person im höchsten Grade hellsehend ist und daher diese Gestalt wahrnimmt. Es wird diesen Menschen eine hochheilige Kraft zugeführt, die sie ihren Freunden wieder weitergeben.

Dann möchte ich sagen, dass es doch immer die Engel sind, die zu den Menschen kommen und ihnen Kraft, Trost und Stärke bringen. Es gibt so viele wunderschöne Engel, die zur Erde gehen, zu den Menschen, und wieder in die geistige Welt zurückkehren. Es ist ein ständiges Auf- und Niedersteigen.

Diese Engel sind wunderbar gekleidet; sie haben aber einen himmlischen Leib, keinen irdischen wie du, lieber Freund. Dieser himmlische Leib unterscheidet sich von dem deinen, so wie es auf Erden viele Dinge gibt, die ihre besonderen Leiber haben – wie es heisst: Anders ist der Leib der Pflanzen und anders der Leib der Tiere (vgl. 1. Kor. 15, 38–40). Dein irdischer Leib ist in seiner Strahlung so verschieden von dem des Nächsten.

So ist doch dem Menschen zu empfehlen: In seiner stillen Stunde soll er jeweils in dieses geistige Land hineingehen und darum bitten, dass Engel Gottes bei ihm bleiben und ihm diese himmlische Kraft und Wärme bringen mögen, sodass von seinem irdischen Leibe so viel Schweres, so viel Düsterheit sich trennt und diese himmlische Kraft, eine gewisse Reinheit zu ihm dringen kann. Denn diese Reinheit macht den Menschen gesund an Leib und Seele und macht ihn froh und glücklich.

So, liebe Freunde, sollt ihr immer dafür besorgt sein, dass bei jedem Einzelnen von euch tatsächlich eine wirkliche Verbindung besteht zur geistigen Welt. Und da du doch weisst, dass du deinem Lichte gemäss verbunden bist zu einer Sphäre, so empfehle ich dir und euch allen, liebe Freunde, dafür zu sorgen, dass alles so gerecht ist bei euch, dass euer geistig Feld so schön ist, dass ihr mit den schönsten Sphären und mit den schönsten Engeln verbunden bleibt.

Heft 6/2010
Preis USD 4.00
21 Seiten, 21 × 29,7 cm