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Dieses Themenheft widmet sich den Tieren und ihrem geistigen Leben und Aufstieg in der jenseitigen Welt. Im ersten Vortrag schildert Geistlehrer Josef die Erlebnisse eines Tierfreundes, der nach seinem Tode – zusammen mit seinem ebenfalls verstorbenen Hund – in einem irdischen Wald die geistigen Geschehnisse beobachten durfte. Der Bericht zeigt auf: Über die ganze irdische Natur wachen Geister Gottes; sie beschäftigen sich mit den Tieren, pflegen sie, wenn sie krank sind, und nehmen die Tiergeister in Empfang, wenn Tiere sterben. Diese Erklärungen sowie die weiteren Ausführungen von Geistlehrerin Lene vermitteln dem Tierfreund die tröstliche Gewissheit vom Weiterleben der Tiere und von ihrer Verbundenheit mit dem Menschen über den Tod hinaus. Lene erklärt, wie der Schutzgeist eines Menschen oder seine verstorbenen Angehörigen die Möglichkeit haben, ein verstorbenes Haustier zu seinem früheren Meister zu bringen, wo es als geistiges Tier an ihm gewisse Aufgaben erfüllen kann. Am Ende des Heftes sind noch verschiedene Fragebeantwortungen zum Thema Tier wiedergegeben. So beantwortet Geistlehrer Josef unter anderem die Frage, warum Zugvögel jedes Jahr den Weg in ihr Winterquartier beziehungsweise den Weg zurück in ihr Brutgebiet wiederfinden.
Josef, 2. Februar 1972
Über alles Geschehen in der irdischen Natur wachen Geister Gottes. Sie beschäftigen sich mit den Tieren, pflegen sie, wenn sie krank sind, und nehmen die Tiergeister in Empfang, wenn die Tiere sterben. In diesem Vortrag berichtet Geistlehrer Josef von den Erlebnissen eines Tierfreundes, der nach seinem Tode an die Erde gebunden blieb und hier – zusammen mit seinem ebenfalls verstorbenen Hund – die geistigen Geschehnisse in einem Wald beobachtete.
Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, der Bericht, den ich euch heute gebe, dient dazu, eure Erkenntnisse zu erweitern und dass ihr die geistige Ordnung und ihre Gesetze kennenlernt. Mit Freuden stellen wir fest, dass immer wieder neue Freunde hierherkommen, die diese Gesetzmässigkeiten zuerst lernen müssen, die von der geistigen Ordnung ja keine Ahnung haben. Und da sie überhaupt viele Fragen haben, so versuchen wir, ihnen die geistige Lehre eben auf diesem Wege zu erklären und verständlich zu machen.
So möchte ich heute Abend von einem Mann namens Balthasar erzählen. Er hatte einen Hund, der ihn stets durchs Leben begleitete – das heisst, es haben ihn verschiedene Hunde nacheinander durchs Leben begleitet. Ich muss euch bitten, zu versuchen, das gut aufzunehmen, was ich sage; denn alles, was ich euch erkläre, ist sehr sinnvoll und lehrreich. So will ich euch zuerst einmal vom Leben dieses Mannes erzählen, der vor vierhundert Jahren lebte. Dieser Mann hatte einen kleinen Hof. Er war unverheiratet, hatte aber einen Knecht und eine Magd. Er besass einen Stall mit Pferden und handelte stets mit Pferden. Er hatte immer einen Hund. Der letzte Hund hiess Nero, und jeder Hund, den er hatte, bekam von ihm einen besonderen Namen. Alle diese Tiere oder diese Hunde sollten fest in seiner Erinnerung bleiben. Er gab nicht, wie es manchmal üblich ist, jedem nachfolgenden Hund immer denselben Namen – nein. Jedes geistige Wesen und jedes Tier hat ja seine besondere Eigenart und zeichnet sich durch Besonderheiten aus, unterscheidet sich immer wieder von einem andern Artgenossen durch seine besonderen Eigenheiten. Darum wollte er jedem seiner Tiere, die ihn durchs Leben begleiteten, einen besonderen Namen geben, und jeder Hund blieb fest in seiner Erinnerung.
Dieser Balthasar pflegte mit seinem Hund von Dorf zu Dorf zu gehen, die Bauern aufzusuchen und sich nach den Tieren zu erkundigen. Er kaufte Pferde und verkaufte Pferde. Er war kein reicher Mann, er war aber auch nicht arm. Er hatte sich durch sein konsequentes Leben ein Ansehen verschafft und durch seine Gerechtigkeit die Achtung der Mitmenschen erworben.
Er hatte aber einen grossen Fehler. Dieser Fehler bestand darin, dass er geizig war, und zwar sehr geizig. Er hatte keine Verbindung mit seinen Verwandten; er wollte keine Verbindung haben, denn seinen Verwandten ging es nicht so gut wie ihm, und er befürchtete, er müsste sie bei sich aufnehmen, denn er hatte ein eigenes Haus. Also wollte er von seinen Verwandten nichts wissen, er distanzierte sich von ihnen.
So lebte er mit dem Knecht, mit der Magd und mit dem Hund und ging jeweils morgens früh schon weg, um diese Bauernhöfe zu besuchen. Er konnte nicht, wie es zu seiner Zeit auch üblich war, mit einem Pferd und einem Wagen von Dorf zu Dorf fahren, sondern er musste zu Fuss gehen. So kaufte er dann und wann ein Pferd und nahm es mit nach Hause. Er pflegte die Pferde gut. Er traf aber jeweils mit den Bauern, denen er die Pferde verkaufte, eine Abmachung – nur der Handschlag, wie es dazumal auch üblich war, genügte ihm nicht, sondern sie mussten ihm ein Schriftstück unterschreiben –: Er behielt sich das Recht vor, die Tiere wieder zurückzuholen, wenn sie nicht richtig gepflegt wurden. Und so gab sich mancher Mühe, für das Tier auch wirklich gut zu sorgen; denn sie wussten, dass sonst dieser Balthasar, wie man ihn nannte, die Tiere holen und ihnen das Geld wieder zurückgeben würde.
Nun musste er zum Beispiel einmal sehen, wie ein Bauer den Wagen allzu voll mit Heu beladen hatte und das Pferd nicht vorwärtskam. Der Bauer schlug auf das Pferd ein, und Balthasar kam mit seinem Hund Nero dazu. Nun fing Balthasar an, den Bauern zu beschimpfen. Er schwang sich kurzerhand auf den Wagen, nahm dort die Gabel und warf die Hälfte des Heues einfach hinunter, gerade wo der Wagen stand. Dann begleitete er selbst das Pferd zurück zum Bauernhof. Natürlich wurde der Bauer wütend, mitsamt seinem Anhang. Sie beschimpften diesen Balthasar – während sein Hund natürlich seinen Lärm dazu machte. Aber es half nichts, Balthasar setzte sich durch. Und so musste eben dieser Bauer noch einmal zurückkehren und den Rest des Heues holen. Balthasar warnte ihn: “Solltest du wieder einmal dieses Tier schlagen oder ihm allzu schwere Last aufbürden, werde ich dir das Pferd wieder nehmen.” Dazumal war es ja nicht so einfach – und dieses muss ich euch sagen –, wie es heute bei euch ist; man konnte nicht da- oder dorthin gehen und Bescheid geben, dass man so ein Tier haben möchte. Die Höfe lagen weit auseinander, und man hatte keine Möglichkeit, einander schnell aufzusuchen; man musste tagelang zu Fuss gehen, bis man zu dem kam, was man sich wünschte. Es war nicht so einfach, wie ihr es heute habt. Darum mag euch dies vielleicht etwas unverständlich sein, aber es war so.
Gut, dieser Mann war so weit geschätzt – bis auf seinen Geiz. Nun kam aber auch für ihn die Stunde, wo er diese Welt verlassen musste. Er wurde krank, und bald war es bei ihm so weit, dass er sterben musste. Und so kamen dann auch die Verwandten. Diese waren ja nur darauf ausgerichtet, vom Bruder, von ihrem Verwandten, Geld zu bekommen. An etwas anderem hatten sie kein Interesse. Als nun dieser Balthasar gestorben war, wusste man nicht viel mit dem Hund anzufangen und besiegelte sein Todesurteil. Auch dieser Hund musste sterben.
Nun will ich euch in der Hauptsache erzählen, was dieser Balthasar getan hat. Sein Geist war aus dem Körper entflohen, aber er war doch an das Haus wie an seine Tiere im Stall gebunden. Er war sehr erdgebunden. Der Geist des Hundes entfloh auch aus dem irdischen Leibe, als der Hund hatte sterben müssen. Der Geist dieses Tieres wurde aber nicht gleich von dieser Welt weggeführt – auch die Tiergeister müssen weggeführt oder weggezogen werden –; denn über all das Geschehen und Erleben wachte ja auch ein Geist Gottes. So hatten sich Balthasar und Hund im Geiste gefunden.
Balthasar war also an diese Erde gebunden. Zu höherem Denken oder zu göttlichem Denken war es in seinem menschlichen Leben nicht recht gekommen. Er hatte sich eben zu sehr mit dem Materiellen beschäftigt. Das Tier, der Hund, war auch erdgebunden. Er war an dieses Haus gebunden, an die Menschen, die in diesem Hause lebten und gelebt hatten. So war der Geist dieses Tieres nicht weggezogen worden, und so nahm dieser Tiergeist einfach noch da Wohnung, wo er gelebt hatte. Nun hat Balthasar seinen Hund erkannt, und er hat in einer Nachschau erleben dürfen, wie seine Verwandten über den Hund geurteilt hatten, und so war es ihm ja ganz verständlich, dass auch er eben ein Geist geworden war.
Es interessierte ihn sehr, was mit den Tieren im Stall geschehen würde. Und er musste nun feststellen, dass da Leute kamen und ein Pferd nach dem andern weggeführt und verkauft wurde. Und der ganze Erlös wurde dann unter den Verwandten geteilt. Das musste er mit ansehen. Er war aber zufrieden, seinen Hund zu haben. Freundschaft mit Leuten hatte er nie gehabt. Er war deshalb nicht unglücklich, dass sein Hund auch hatte sterben müssen. Er wollte jetzt mit seinem Hund weiterleben, mit ihm zusammen sein. Es fehlte ihm nicht an Interessen. Er ging mit dem Hund zu den Bauernhöfen, glaubte dort immer noch nach dem Rechten sehen und den Bauern Ratschläge für die Tierhaltung geben zu müssen. Aber er hatte festgestellt, dass er mit ihnen keinen Handel mehr treiben konnte. Er ging mit seinem Hund auch in den Wald hinein. Zu Lebzeiten hatte er mit ihm auch diese Wälder aufgesucht, war jeweils frühmorgens weggegangen und abends spät nach Hause gekommen. Er war in gewisser Beziehung ein Sonderling, fühlte sich aber mit der Natur verbunden. Menschen bedeuteten ihm nichts; er konnte ihnen nichts geben, er war ja geizig. Er hatte kein Entgegenkommen, und er hatte auch kein Verständnis und keine Liebe für die Mitmenschen. Die ganze Liebe entwich zu den Tieren.
Nun, von den Menschen wollte er also nichts wissen. So suchte er mit seinem Hund die Wälder auf. Dort machte er seine Beobachtungen – denn er war ja Geist: Er konnte wohl Menschen sehen, die da im Walde arbeiteten, er beobachtete aber die Tierwelt im Walde, und er konnte ja auch das Geistige sehen, und das begann ihn zu interessieren. Er sah kranke Tiere, die sterben mussten, und konnte miterleben, wie der Geist aus diesen kranken Tieren wegging. Er war auch in der Nähe, wenn die Tiere verfolgt wurden, wenn die Jagdzeit kam. Er beobachtete die Tiere, und es tat ihm leid, wie sie gejagt wurden. Da konnte er feststellen, dass sich geistige Wesen in diesem Walde aufhielten. Er sah hier verschiedene Geistwesen: solche, die sich eigentlich mit dem Wachstum der Bäume beschäftigten und mit all dem, was im Walde wächst; er beobachtete besondere Geistwesen, die sich hauptsächlich mit dem Wasser, mit den Bächen, die durch die Wälder fliessen, beschäftigten; und solche, die sogar Steine sammelten, die Bäume zeichneten, die sich eigentlich nur mit der Natur beschäftigten. Er sah wiederum Wesenheiten, die sich mit der Tierwelt befassten; er sah geistige Wesen, die Begleiter von Tieren waren, und zwar nicht nur von Tiergeistern, sondern sie begleiteten allerlei Wild auf seinen Wegen durch die Wälder. Diese Geistwesen waren genauso flink wie die davonrennenden Tiere – teils, wenn die Tiere mit Artgenossen spielten, haben diese Geistwesen sogar das Spiel mitgemacht. Das ganze geistige Leben schien nun diesem Balthasar sehr interessant zu sein. Auch sein Hund, der ihm stets zur Seite stand, beschäftigte sich mit all dem, was sich im Walde abspielte; er nahm manchmal Reissaus und näherte sich diesen andern geistigen Tieren, ging zu ihnen hin, kam aber immer wieder zu seinem Meister zurück.
Balthasar konnte nun auch beobachten, wie geistige Wesen kranke Tiere pflegten, wie sie ihnen Mittel gaben – lebende, im materiellen Leibe wohnende Tiergeister wurden also von geistigen Wesen gepflegt. Balthasar sah aber auch Tiergeister, die im Walde umherjagten. Es waren die Geister von Tieren, die von Menschen gejagt und getötet worden waren. Sie rennen noch eine gewisse Zeit davon, auch wenn der Leib bereits tot ist. Der Geist ist ja nicht tot; die Angst vor den Menschen ist in das Tier, in seine Seele, hinübergegangen, und so rennen diese Tiergeister noch eine Zeit lang umher. Geistige Wesen folgen ihnen, und es kommt auch für diese Tiere der Moment, wo sie ermüden und sich niederlegen. Sie haben noch nicht unbedingt das Bewusstsein erlangt, dass eine Wandlung mit ihnen vorgegangen ist. Denn das Tier hat auch das Gefühl “Ich lebe”, genau wie der verstorbene Mensch, der in der Geisteswelt erwacht und gar nicht unbedingt feststellen kann, dass er tatsächlich gestorben ist, weil er ja das Ich in sich spürt, weil er sagt: “Ich lebe, ich bin es, ich bin da.” Er kann vielleicht eine Veränderung feststellen, aber er glaubt nicht an das Scheiden aus dem Leibe. Bei den verstorbenen Tieren kommen nun geistige Wesen und nehmen sie in Obhut, führen sie weg von dieser Erde. Sie nehmen sie mit in die geistige Welt hinüber, denn ihre Zeit auf der Erde ist beendet.
Die einen Tiere werden abgeholt und hinübergeführt, andere werden wie von einem Magnet zurückgezogen. Das heisst, der Geist wird nach einer gewissen Zeit oder nach Tagen von der irdischen Materie losgelöst. Wenn das irdische Od, das seinen ganzen Leib erfüllt und ihn an diese Erde gebunden hat – und dieses Od hat nicht nur den Leib durchdrungen, sondern ein Rest davon war auch mit der Seele dieses Tiergeistes verbunden –, wenn dieses Od zurückgeflossen ist, dann wird auch die vollständige Trennung stattfinden, und der Tiergeist kann dann eben mit Leichtigkeit zurückgezogen werden in die geistige Stufe, wo er hingehört, in das geistige Tierreich hinein; der eine wird hineingezogen, ein anderer wird hineingeführt.
Auch nicht unterlassen möchte ich zu sagen, dass es Geistwesen gibt, die eine besondere Liebe zu einem bestimmten Tier haben, die dieses Tier in seiner Lebenszeit begleiten und es dann, wenn seine Zeit beendet ist, in seine geistige Ebene zurückführen. Also auch mit dem Gedanken müsst ihr euch vertraut machen, dass es sogar höhere Geistwesen gibt, die es zeitweise vorziehen, in der Wildnis wilde Tiere zu begleiten. Und wenn die Zeit für jene Tiere gekommen, wo ihr Leben hier auf Erden beendet ist, steht sogar dieser hohe Geist da, um den Tiergeist in Empfang zu nehmen und ihn auch in das geistige Tierreich hineinzuführen.
Was die Wildheit gewisser Tiere anbelangt, ist es so, dass bei jenen, die vom Menschen gefürchtet worden sind, der grösste Teil ihrer Wildheit gebrochen ist, wenn sie ihren Leib abgelegt haben – der grösste Teil, aber nicht die ganze Wildheit. Denn genauso wie dieses lebende Tier in seiner Wildheit ist, ist davon auch etwas in seiner Seele. Denn jedes Tier hat seine Seele. Das Od [die Lebenskraft], das den Tierleib mit dem Geistesleib verbindet, ist in beiden ein und dasselbe. Durch das Sterben des Tieres entschwindet aus dem irdischen Leib das schwere Od, das es dem Tier ermöglicht hatte, überhaupt hier zu leben, einverleibt zu sein; es gibt diese Materie wieder zurück. Aber in der Seele sind noch diese Grundkerne da, die ausgeströmt sind durch den Leib, in den dieses Tier einverleibt wurde und den sie mit ein und demselben Ode erfüllt haben. Denn jedes Tier ist von seinem speziellen Od gezeichnet, genau wie der Mensch. Kein Mensch hat dasselbe Od wie der andere; jeder hat sein eigenes Od, seine eigene Ausstrahlung. Das kennt ihr ja auch aus dem Beweis heraus, dass ein Hund gerade seinen Meister wieder findet. Er findet ihn dem Odband nach, dem Geruche nach; denn jedes Od, ob es ein gebundenes, beschwertes Od ist oder ob es ein geläutertes, reines Od ist, hat seinen Geruch, hinterlässt seinen Geruch. Wo ein Mensch durchschreitet, kann ein geschultes Geistwesen nun den betreffenden Menschen einerseits am Odband verfolgen, anderseits am Geruch.
Bei den wilden Tieren ist es so: Beschwertes Od haftet noch in der Tiefe der Seele jener wilden Tiere. Bei diesen wilden Tieren wird, wenn sie gestorben sind – auf welche Art und Weise spielt keine Rolle –, der Leib zurückgegeben, und die Seele bleibt bestehen. Dieser Tiergeist wird sich in der ersten Zeit nicht zurechtfinden, wird auch eine gewisse Furcht, Angst haben, wird umherrennen. Das wird von den Geistern Gottes genau beobachtet, und hat ein solcher Tiergeist einen besonderen, ich möchte sagen, Beschützer – das kann ein hoher Geist sein, der ein besonderes Interesse oder eine besondere Liebe zu diesem bestimmten Tier hat –, wird der ihm beistehen und ihm helfen, sich von seiner Wildheit zu lösen, indem er sich diesem Tiergeist nähert. Denn Folgendes muss ich sagen: Ihr sollt nicht glauben, dass ein solcher Tiergeist die Möglichkeit hätte, ein anderes Geistwesen anzugreifen; das ist nicht so, sondern die Wildheit drückt sich einfach aus in der Unruhe, im Umherrennen – auf diese Art und Weise zeigt sie sich.
Man sieht aber, dass dieser Tiergeist sozusagen in einem Schmerz ist. Er leidet, und man möchte ihm beistehen. Ein solch hoher Geist Gottes hat die Möglichkeit, durch seine Nähe für diesen Tiergeist eine Atmosphäre zu schaffen, die wie eine Narkose wirkt. Ein solches Wesen hat auch zusätzliche Mittel, die es anwendet und mit denen es in die Nähe des Tiergeistes kommt. Es bestreicht den Tiergeist mit Ölen und Salben und nimmt ihm dadurch vollständig die Wildheit, und der Tiergeist kann durch diese Mittel auch eingeschläfert werden.
Man kann dem Tiergeist den Schlaf geben, damit dieser frei wird von seiner Wildheit, genau wie der in die Ewigkeit zurückkehrende Mensch auch schlafen und sich ausruhen darf. Dieser Schlaf dient beim heimgekehrten Menschen ja dazu, dass eine Ruhe über den Geist kommt und er nach seinem Erwachen sich etwas von seiner Bindung an die Erde gelöst hat, dass auch seine Erinnerungen, die ihn womöglich plagen können, in den Hintergrund treten. Denn der Schlaf richtet sich nach dem, wie nötig es einer hat. Der eine bedarf eines kurzen, der andere eines langen Schlafes, welche müssen gar nicht schlafen – das kommt ja ganz auf die Entwicklung des Heimkehrenden an. Der Schlaf hat also die Vorzüge, dass man sich vom Irdischen löst, dass man davon befreit wird und das, was hinter einem liegt, nicht mehr in Not oder in Schwere betrachtet, dass man schon einen gewissen Abstand bekommen hat. Es ist Zeit vorübergegangen, man ist ruhiger geworden, und man entschliesst sich auch, sich der neuen Umgebung anzupassen. So ist es mit dem in die Ewigkeit zurückgekehrten Menschen, und so wird es mit dem Tiere sein. Auch dem Tier gehört dieser Schlaf. Es ist sozusagen ein Anpassungsschlaf, der es ihm ermöglicht, sich an seine neue Umgebung anzupassen, in die es hineingeführt worden ist.
Ihr wisst, oder sonst müsst ihr Kenntnis davon nehmen, dass es ein geistiges Tierreich gibt. In diesem geistigen Tierreich werden diese Geistwesen von einer Stufe in die andere hineingeführt. Im Laufe ihres Aufstiegs nehmen sie also jeweils wieder Besitz von einem Tierleib, bis zu ihrer letzten Stufe des Durchlebens in Tierleibern – bis sie an jenem Punkt angelangt sind, wo sie in einen menschlichen Leib einkehren können. Dann findet also eine Umwandlung vom Tierleib zum Menschenleib statt.
Hat ein Geist Gottes eine besondere Bindung zu einem solchen Tier, dann hat es seine Ursache. Es mag wohl sein, dass auch diese höheren Geistwesen gewisse Vorlieben haben, wie es bei euch Menschen auch ist; der eine liebt das, ein anderer hat eine Zuneigung zu etwas ganz anderem. Das ist ja die Vielfalt in der Schöpfung Gottes, das ist die Vielfalt bei euch Menschen, denn nicht jeder soll dasselbe lieben und dasselbe fördern; man soll doch unterschiedlich sein, es soll eine Vielfalt da sein – aus der Vielfalt gibt es ein Ganzes. Dasselbe ist es in der geistigen Welt. Es kann möglich sein, dass ein Geist Gottes einfach diese besondere Vorliebe für eine Tierart hat, es kann aber auch sein, dass eine geistige Bindung zu einem bestimmten Tier besteht, die weit zurückführt, Milliarden von Jahren. Das geistige Band ist nicht gerissen, oder man hat es mit besonderer Absicht nicht auseinandergerissen. Denn die Möglichkeit ist vorhanden, dass alle Bande von einst, also aus der Zeit vor dem Abfall, sich gelöst haben. Es ist aber auch so, dass hauptsächlich höhere Geistwesen gewisse Bindungen erkennen, die sie nicht getrennt haben, um immer diesem geistigen Band – oder diesem Odstrahl meinetwegen, um es euch verständlicher zu machen – nachgehen zu können, um den Betreffenden in seiner Entwicklung zu betrachten.
So ist ja auch das wildeste Tier in seinem geistigen Aufstieg. Und selbst ein ganz wildes Tier kann einmal ein Geistwesen von höherem Rang gewesen sein. So kann ein hohes Geistwesen einmal in der Verbindung mit ihm gewesen sein und es zutiefst bedauern, dass es diesem Tiergeist noch nicht möglich geworden ist, weiter aufzusteigen, dass er nicht schneller vorwärtsgekommen ist – obwohl jeder höhere Geist weiss, dass alles seine Zeit hat und seine Entwicklung durchlaufen wird. Man interessiert sich doch dafür, wie es dem betreffenden Tiergeist ergeht, auf welcher Stufe er steht und wie lange es wohl noch dauert, bis es ihm möglich ist, wieder eine höhere Ebene einzunehmen. Höhere Geistwesen können sich also auch für ganz niedere Tiere interessieren, sich um ihren geistigen Aufstieg kümmern. Man soll da nicht etwa der Auffassung sein, wilde Tiere seien etwas, was mit der niederen Geisteswelt zu tun habe. Sie sind in der Schöpfung Gottes, leben in der Schöpfung Gottes und nehmen den Platz ein, der für sie durch ihre geistige Entwicklung bestimmt wurde, und müssen den Weg durchschreiten, der für sie infolge ihres einstigen Abfalls oder ihrer Verfehlungen vorgezeichnet ist.
So freut sich jeder Geist, ob er einer höheren oder weniger hohen Ebene angehört, zu erfahren, wo sich die Angehörigen, mit denen man einst zusammengelebt hatte, in ihrem Aufstieg befinden. Es ist für euch Menschen schwer zu verstehen – denn ihr rechnet allzu sehr mit der Zeit, und es eilt euch immer –, dass ein hoher Geist auf die Heimkehr eines einstigen Angehörigen wartet, sagen wir auf einen, der ihm einmal in der Zeit seiner höchsten Seligkeit sehr nahestand und der sich dann trennte und sich so arg belastet und verschuldet hat, dass er eben noch weit zurückliegt. Er wird eben nicht vergessen werden von dem, der im Himmel zurückblieb; er wird sich für ihn interessieren und wird seinerseits alles tun, um ihm seinen Rückweg zu erleichtern. Er wird versuchen ihm beizustehen. Aber der Tiergeist lebt ja nicht in diesem hohen Bewusstsein. Er hat ja nicht das Bewusstsein eines Menschen, eines Höherentwickelten, sondern sein Bewusstsein ist eingeengt; er ist sich des Gottesbewusstseins nicht klar. Diese Erklärung durfte ich euch zusätzlich geben.
Aber jetzt möchte ich doch auf Balthasar zurückkommen. Er hatte sich eben in diesen Wäldern aufgehalten und hatte nun sehen müssen, wie geistige Wesen sich mit der Natur beschäftigten, so wie ich es euch erzählte – das eine mit diesem, das andere mit jenem. Zuerst hielt er Abstand, er wollte mit niemandem etwas zu tun haben. Er hatte ja in seinem menschlichen Leben schon einen eigenen Charakter, und diese Eigenheit war auch dem Geiste geblieben. Man soll nicht der Auffassung sein, mit dem Tode wären alle Unarten abgeschafft. Das ist es ja gerade: Alle diese Unarten, diese Eigenarten sind nicht Bestandteil von Fleisch und Blut, sondern sie sind Bestandteil der Seele und erfüllen den ganzen Menschen, dringen aus dem Menschen heraus. So war es auch mit diesem Balthasar. Er musste sich zuerst vertraut machen mit der Umgebung, und es brauchte lange Zeit, bis er sich angefreundet hatte mit diesen vielen geistigen Wesen, die sich da in den Wäldern aufhielten. Er mochte nicht zu Menschen in ein Dorf noch in eine Stadt gehen, sondern er liebte die Natur und hielt sich eben im Walde auf, und das Leben dort schien ihm sehr interessant.
So musste auch für diesen Balthasar mit seinem Hund die Zeit kommen, wo er sich von dieser Bindung an die Erde befreien konnte. Und so nahm er dann von sich aus die Gespräche mit den Wesen auf, die an ihm vorübergingen. Er ging auf sie zu, kam ins Gespräch, und man tauschte Ansichten und Meinungen aus. Er stellte aber fest, dass ja die, mit denen er sich befasste und mit denen er sprach, nicht viel mehr wussten als er selbst. Das waren alles auch gebundene Geistwesen – Geistwesen, die also auch nicht in die Ewigkeit, in ihre geistigen Ebenen in der Ordnung Gottes, eintreten konnten. Ihre Gebundenheit an die Erde war noch sehr fest, und so waren sie eben gebunden an die materielle Erde und an all diese Wesen, die sich auf der Erde mit etwas beschäftigen und befassen.
Aber da ja überall höhere Geistwesen sind, die für Ordnung sorgen und mitarbeiten, kam Balthasar mit einem höheren Geist ins Gespräch. Dieser Geist sagte ihm: “Ja würdest du es nicht vorziehen, doch einmal diese Umgebung zu verlassen? Du kannst nicht immer hierbleiben. Du musst doch aufsteigen, du musst in die Ewigkeit eintreten, und du musst dich noch für Höheres interessieren als nur für das, was hier ist.” Es brauchte wohl viel, bis er sich entschliessen konnte, von dieser Welt wegzutreten, denn er glaubte, nur das, was er hier erlebe, sei seine Erfüllung. Und er wollte sich auch von seinem Hund nicht trennen. Denn der Hund war immer noch sein Begleiter. So musste man ihm auch klarmachen: “Der Hund gehört in seine geistige Ebene hinein, und du gehörst in deine Ebene hinein. Du kannst dich wieder einmal nach diesem Tiergeist erkundigen. Du kannst ihn besuchen, aber du darfst ihn nicht festhalten, denn auch er muss die Möglichkeit haben, aufzusteigen und sich zu wandeln.” Der Geist machte es ihm klar: “Auch du kommst nicht aufwärts, nicht vorwärts, wenn du dich festhältst an dieser irdischen Welt und dich mit all dem noch befasst, was auf dieser Erde sich abspielt. Löse dich, trenne dich, und geh hinein in die Ewigkeit. Dort wirst du die geistigen Ebenen erleben. Hier stehst du dem materiellen Wald gegenüber und erlebst die Geistwesen, die gebunden sind – wohl gibt es auch höhere Wesen, die ihre Aufgabe auf der Erde erfüllen, aber dein Weg führt jetzt in die Ewigkeit hinein.”
So liess er sich überreden. Aber es brauchte viel dazu, bis er diese Mahnungen befolgte. Dann musste er sich ja auch von seinem Hund trennen. Er ahnte aber schon, dass in dieser Ewigkeit, von der man jetzt sprach, Gott seine Macht ausübt und er jetzt Gott Rechenschaft über sein Leben abgeben musste. Und das war eigentlich etwas, was ihn immer innerlich zurückgehalten hatte. Teils hatte er Angst vor seiner wirklichen Zukunft, und teils gefiel es ihm, da auf diese Art und Weise zu leben – warum sollte er denn in eine unbekannte Welt hineingehen, etwas entgegengehen, dem er mit Besorgnis gegenüberstand? So wollte er das einfach aufschieben. Aber er musste sich doch überreden lassen und musste die irdische Welt verlassen und wurde dann in eine Geistesebene hineingeführt, also weg von der Erde. Dort begegnete er natürlich den Geistern Gottes. Sie traten zu ihm hin, und sie sagten ihm: “Ja, wir haben mit dir abzurechnen, denn du hast als Mensch auf Erden gelebt und musstest dort deine Prüfung bestehen. Es ging ja nicht um ein schönes, bequemes Leben, sondern es ging um deine Seele, es ging um deinen geistigen Fortschritt. Du warst bekannt als geiziger Mensch, du hast dich mit deinem Geiz belastet. Und deine Seele ist nach wie vor erfüllt von diesem Geiz.”
Nun ging es darum, diese Untugend loszuwerden. Aber das kann nicht geschehen, indem der Engel Gottes ein paar schöne Worte zu ihm spricht und sagt: “Ja, aus der Liebe Gottes will ich dich von dieser Untugend befreien.” Das geht nicht. Die Menschen glauben manchmal, man könne für einen Menschen beten und dann würden ihm die schlimmsten Sünden vergeben – das ist nicht so, das muss man sich fest merken! Das, was in die Seele eingekerbt ist, bringt man nicht sogleich los. Und so war es auch bei diesem Geist mit seinem Geiz. Nur sind die Verhältnisse, in die er jetzt gekommen ist, doch ganz anders. Es gibt nicht mehr solche Möglichkeiten, dem Geiz zu frönen wie als Mensch.
Bei euch Menschen spielt das Geld eine grosse Rolle. Da ist Habgier, Habsucht. Da kann gelogen werden. Und es ist manchmal schwer, Beweise für diese Lügen zu erbringen. Das ist die Welt. Aber das sind die Prüfungen, die harten Prüfungen für den Menschen. In der geistigen Welt, da gibt es kein Geld; man kann nicht lügen – das heisst, man kann auch lügen, aber man sieht es, wenn man lügt, und es nützt einem nichts, denn die Wahrheit ist immer offenbar. Und so muss sich einer selbst schämen, wenn er einen andern belügt. Das ist ganz anders bei uns. Man fängt an, jenen aus dem Weg zu gehen, die lügen. Und so werden sie auf diese Weise erkennen müssen, dass man den andern nicht belügen darf. Man hat also die Möglichkeit zu lügen, aber die Wahrheit ist beleuchtet, man sieht sie immer. So wird einer früher oder später immer zur Einsicht kommen, dass es nichts nützt zu lügen. Und er hat ja nicht die Möglichkeit, so wie als Mensch geizig zu sein. Es geht nicht um Besitz, den er haben oder sich erwerben kann, den man nicht hergeben will. In der geistigen Welt gehört der Besitz allen; da, wo man ist, in der Sphäre, wo man ist, ist der Besitz aufgeteilt. Gott ist der Herr über alles, das weiss man. Und man kann nicht mit Geld irgendetwas erwerben. Das gibt es nicht. Also fallen in dieser Beziehung schon viele Belastungen weg.
In der Geisteswelt muss der Geist höheres Denken erwerben – er wird also auf eine ganz andere Ebene gelenkt. Er muss lernen, dem andern Dienste zu erweisen, er muss lernen, den andern zu ertragen. Da sind die Gemeinschaftshäuser vorhanden, von denen euch immer erklärt wird. Beim Zusammenleben in der Gemeinschaft muss man lernen, mit dem andern auszukommen, den andern zu verstehen. Denn der andere spricht und tut genau so, wie eben sein wahres Ich ist. Er gibt das von sich heraus, was in ihm ist. Und mancher ärgert sich am Benehmen, am Reden, am Tun des andern. Er muss Duldsamkeit lernen; er muss lernen, den andern zu verstehen und ihn so zu nehmen, wie er ist. Und sie alle, die im Aufstiege sind, gehen in die geistigen Schulen. Es wird nicht nur von dem einen gefordert: “Du musst duldsam sein, du musst ein vornehmes Denken und Handeln haben”, aber der andere kann machen, wie er will – nein, es wird jeder angesprochen. Man darf nicht nur vom andern fordern, sondern man muss selbst geben. Dafür sind diese geistigen Lehrer da. Von ihnen wird man in dieser Beziehung unterrichtet. So wird dann ein solcher Heimgekehrter, der gar nicht mehr die Möglichkeit hat, den Geiz zu zeigen, weil ja die Umgebung ganz anders ist, diese Untugend sozusagen ganz verlieren. Sie wird nicht zum Ausdruck kommen, oder sie wird in ihm schlummern und in der Tiefe seiner Seele verbleiben; sie hat keine Möglichkeit, sich zu entfalten.
Jetzt möchte ich auf diesen Balthasar zurückkommen und kurz von seinem vorherigen Leben sprechen, nicht von dem, das er vor vierhundert Jahren gelebt hat. In einem Leben vorher war er ein Gutsbesitzer. Er hatte Pferde, schöne Pferde. Die Liebe zu ihnen ist in seiner Seele geblieben. Er hatte den Hang zu diesen Tieren. In seinem folgenden Leben aber war er nicht mehr ein reicher Mann. Er war nicht arm, er war aber auch nicht reich, wie ich es euch erklärt habe. Er hatte sich die Achtung der Mitmenschen erworben, er hielt Distanz, er hatte dieselben Eigenschaften noch in sich – und ebenso diesen Geiz. Den Geiz hatte er auch gehabt und hat ihn ins andere Leben wieder hinübergenommen. Er wurde also in der Gotteswelt nicht geheilt von dieser Untugend, er hatte nicht die Möglichkeit dazu; sie hatte einfach in ihm geschlummert. Und so kam sie wiederum zum Ausdruck in seinem nachfolgenden Leben.
Es wird nun bei diesem Geist, wenn er wieder inkarniert ist, immer wieder ein und dasselbe im Vordergrund stehen: der Geiz. Er wird immer wieder darauf geprüft werden. In der Gotteswelt wird er geschult, und die Möglichkeiten zur Befreiung werden ihm gegeben. Aber was so eingekerbt ist in der Seele, kann nicht ohne Weiteres gelöst werden – gerade eine solche Untugend, die sich in der Geisteswelt gar nicht entfalten kann, die schlummert. Es kann nur durch ein Wiedergeborenwerden aufs Neue geprüft werden, ob man diese Untugend nun überwinden kann. Um das geht es. Darum ist das menschliche Leben eine Notwendigkeit. Denn wer zu den höchsten Höhen emporsteigen will, der muss eins sein im hohen, edlen Denken und Wollen mit Gott. Darum ist das menschliche Leben notwendig. Der eine hat diese Untugend des Geizes, bei einem andern spielt nun dieser keine Rolle, dafür ist etwas anderes da, das ihn belastet, und er kann sich in der geistigen Welt auch nicht davon befreien; es ist ihm die Möglichkeit dafür nicht gegeben. Diese Belastung, dieser Fehler, liegt in der Seele, und er wird immer wieder aufs Neue im menschlichen Leben geprüft. Er muss so lange immer wieder Mensch werden, bis er alle diese Untugenden abgelegt hat oder mindestens eine solche Entwicklung erreicht hat, dass er von jener Entwicklungsstufe an in der göttlichen Welt den Rest noch aufwärtsgehen kann, dass es nicht mehr zu einem Menschwerden kommen muss und sich sein Aufstieg in der Geisteswelt vollziehen kann. Es braucht einiges dazu.
Es gibt aber auch jene, die dafür bestimmt sind, ihre geistige Entwicklung in der Geisteswelt durchzumachen. Sie sind in einem Bund, besonders gezeichnet, und vielleicht auch – ich darf es wohl sagen – in den meisten Fällen nicht gleich schwer belastet wie die Geistwesen, die Mensch werden müssen.
Ja, liebe Geschwister, wenn ich euch den Vorhang auftue zur Gotteswelt, wäre so viel zu sagen, so viel zu erklären. Ich habe nun versucht, euch einiges anhand des Erlebnisberichts von diesem Balthasar darzulegen – wie er gelebt hat und warum er seine Untugend nicht überwinden konnte in der göttlichen Welt und dass man sich eben, wenn man diese Geisteslehre kennt, in allen Teilen Mühe geben soll, frei zu werden von allen Belastungen, dass man sich gleichmässig aufwärtsentwickelt und somit auf allen Ebenen gleichermassen entwickelt ist. Es ist ja so, dass der Mensch auf der einen Seite die Spitze seiner geistigen Entwicklung einnehmen kann und andererseits noch eine Untugend haben kann, bei der er zuunterst steht in seiner geistigen Entwicklung. Dann muss der Ausgleich geschaffen werden. Also geht es doch bei dem auf Geistiges ausgerichteten Menschen darum, eben dieses Gleichgewicht zu finden und sich auf allen Ebenen gleichmässig zu entwickeln. Das ist dann das Wunderbare, das ist das Schöne. Dann kann man auch bei der Rückkehr die wirkliche Seligkeit erleben.
Nun, ich habe viel zu euch geredet und auf euch eingeredet. Ich will gerne annehmen, dass doch der eine oder andere etwas davon verstanden hat. Ich möchte mich jetzt wieder zurückziehen und euch allen den Segen Gottes überlassen. Gott zum Gruss.
Vortrag von Geistlehrer Josef vom 2.2.1972 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im Saal an der Münchhaldenstrasse Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Lene, 20. September 1965 (Ausschnitt)
Wenn ein Haustier stirbt, so bedeutet dies oft für die ganze Familie einen grossen Schmerz. Denn das Tier war wie ein Angehöriges, dem man Liebe geschenkt und von dem man Zuneigung und Liebe erfahren hat. Geistlehrerin Lene vermittelt dem Tierfreund die tröstliche Gewissheit vom Weiterleben der Tiere und von ihrer Verbundenheit mit dem Menschen über den Tod hinaus.
Lene: [...] Liebe Geschwister, viele von euch haben sich schon gefragt: “Was geschieht denn eigentlich mit den vielen Tierseelen? So viele Tiere werden doch getötet ...” Manche haben sich auch darüber Gedanken gemacht, es sei doch nicht richtig, wenn man einfach so schnell ein Insekt töte. Es ist wahrhaftig gut, wenn die Menschen auch über diese Dinge unterrichtet werden. So gebe ich mir Mühe, euch in dieser Beziehung Erklärungen zu geben.
Über die Haustiere möchte man gerne wissen: “Was geschieht mit ihnen? Wohin wandern sie denn? Wo leben sie? Werden sie gleich umgewandelt? Wohnen sie weiter bei den Menschen, die sie lieb gehabt haben?” Ihr werdet immer wieder darauf hingewiesen, dass es in der Geisteswelt eine Entwicklungsstufe gibt, die parallel zu derjenigen der Menschen läuft. Auch werdet ihr darüber unterrichtet, dass es ein geistiges Tierreich gibt. Ich versuche nun, euch Näheres über die Eingliederung dieser Seelenleiber, dieser Tierleiber, mitzuteilen. Wenn ihr beispielsweise ein Tier verloren habt, das ihr besonders lieb hattet, dann seid ihr in der ersten Zeit ganz bestimmt traurig darüber. Der Tierfreund ist traurig, wenn er einen seiner Lieblinge hergeben muss – er hat eben eine besondere Beziehung zum Tier. Darum schmerzt es ihn genauso, wie wenn er einen lieben Menschen verlieren würde, denn das Tier hat ihm mitunter sehr viel bedeutet. Es hat womöglich viel Liebe empfangen und hat seinen Meister, seine Meisterin geliebt – und nun muss auch dieses Tier die Welt verlassen. Das Tier kann ja gewisse Laute hervorbringen und durch diese Laute Schmerz und Unbehagen Ausdruck geben. Dies ist ein Zeichen dafür, dass das Tier Schmerz empfindet. Es kann aber auch die Liebe spüren, die Aufmerksamkeit, die man ihm schenkt.
Wird nun der geistige Tierleib vom irdischen Leib gelöst, dann wird dieser geistige Tierleib von Geistern Gottes in das Tierparadies hineingeführt. Bei euch Menschen stehen ja auch Geister da, die bereit sind, euch über die Schwelle hinüberzugeleiten; sie überlassen euch auch nicht dem Schicksal, ganz gleich, ob ihr eine geistige Höhe oder Tiefe einnehmt. Es sind Geister da, die bereit sind, den Heimgekehrten zu führen; er bleibt nicht unbemerkt. Vielmehr ist er im Heils- und Ordnungsplan in einem Buche festgezeichnet oder aufgeschrieben; niemand kann daher vergessen gehen. Nun, ihr sollt nicht meinen, dass nur dem Menschen diese Aufmerksamkeit geschenkt würde, dass nur der Mensch Persönlichkeit und Geschöpf Gottes ist; auch das Tier ist Geschöpf Gottes. Es steht ja auch auf der Aufstiegsleiter, und durch das Tier wird ja später höheres Leben einkehren. So schenkt man auch dem Tiere die Aufmerksamkeit. Ich möchte aber recht verstanden werden, ich meine nun jene Tiere, die auf einer erhöhten geistigen Stufe stehen; ich möchte hier nicht von Insekten sprechen.
Wenn diese Tiere ihren Leib abgelegt haben, sind sie gleichfalls [wie der verstorbene Mensch] in der ersten Zeit etwas benommen. Geister Gottes, die dafür ausgewählt sind, führen die Tiere in das Tierparadies. Dort findet jedes eine liebevolle Aufnahme unter seinesgleichen, unter seiner Gattung. Ihr wisst, dass bei euch jeweils in einer Herde ein Leittier ist; es will das stärkste und führende Tier sein – die andern haben ihm zu gehorchen. In der geistigen Welt ist eine wunderbare Ordnung: Die Tiere dort sind genauestens in Rassen, Arten und Gattungen eingeteilt. Nun führt ein Geist Gottes das Tier an seinen Platz, und diesem Tier geht ein führender Artgenosse zur Begrüssung entgegen. Ich spreche hier, und dies möchte ich besonders betonen, von Tieren, die auf einer höheren Entwicklungsstufe stehen. Das Tier wird von einem Geist Gottes geführt, aber die richtige Wahrnehmung findet doch von Tier zu Tier statt. Das geistige Tier anerkennt wohl die Führung dieses Geistwesens, das für es, ähnlich wie der Mensch, ein Meister ist. Aber in der Tierwelt wird es von dem führenden Artgenossen begrüsst, und zwar auf jene Art, wie sich die Tiere begrüssten, als sie noch ihren irdischen Leib trugen. Sie beriechen sich gegenseitig, lecken sich, und die Freundschaft ist besiegelt; es gibt aber im geistigen Tierreich kein Anfauchen, kein Verneinen, sondern man nimmt den Artgenossen auf. Dieses Tierreich ist sehr, sehr gross, und es finden sich dort viele Artgenossen zusammen. So ist man erfreut darüber, wenn wieder Einkehr gehalten wird. Die verschiedenen Tiere kümmern sich dann, je nach ihrer Art, je nach ihrer Rasse, um den Neuankömmling, und sie versuchen ihn in der ersten Zeit zu bemuttern.
Bei euch Menschen ist es so: Wenn eine Mutter ein Kindlein gebiert, so freut sie sich, wenn alles in geordneten Verhältnissen ist. Sie wird ihr Kindlein lieben, sie wird es herzen und küssen – durch dieses Kindlein wird in ihr noch eine grössere Liebe wach. Und die Liebe zu diesem Kindlein wird noch grösser werden, wenn auch sein Vater geliebt wird – so steigert sich diese Liebe. Nicht überall unter den Menschen ist es so, nicht überall ist das eine Selbstverständlichkeit. Manches Kindlein wird geboren, und man betrachtet es als eine Last; der Vater des Kindleins ist womöglich nie geliebt worden. Es ist keine Möglichkeit vorhanden, die Liebe zu entfalten, oder sie wird gar vermindert. Das ist eben Menschenart. Menschen können lieblos sein; in ihrer Welt ist so vieles – oder alles – unvollkommen, und so handeln sie auch unvollkommen.
Das Geisterreich ist jedoch anders, sogar wenn es sich um Tiere handelt. Das geistige Tier trägt in sich nicht mehr diese Wildheit, die es im irdischen Leibe in sich hatte – losgelöst von aller Wildheit ist jetzt dieses Tier. Keine Angst und keine Qual wartet mehr auf das Tier. Es empfindet so, wie ich es euch schon gesagt habe und wie ihr es auch wisst. Die neue Atmosphäre, die geistige Welt, in die es einkehrt, wirkt auf das Tier erhebend – erhebend schon deshalb, weil die Einkehr für das Tier Aufstieg bedeutet, ein Stück Befreiung, auch wenn die Gebundenheit an diesen Tierleib noch lange dauern mag. Es soll daher für den Menschen beglückend sein und nicht nur interessant, zu wissen, dass die Tiere im geistigen Tierreich grösstenteils ein besseres Dasein haben als unter den Menschen. Es mag auch jene Freunde trösten, die sich schon von lieben Haustieren trennen mussten.
Es wurden euch schon Botschaften gegeben, wo Tiere mit eine Rolle gespielt haben. Ich möchte nun die Erklärung geben, dass Geister Gottes, verstorbene Angehörige oder Freunde von euch die Möglichkeit haben, ein solches Tier, das euch im Leben etwas bedeutete, zu holen und mit diesem Tier in euer Haus zu kommen. Sie möchten so gerne, dass ihr es empfindet, dass das geistige Tier wieder bei euch ist. Leider ist dies nur in seltenen Fällen möglich: nur bei jenen Menschen, die die geistige Erkenntnis haben, das Feingefühl besitzen und wahrnehmen können, dass man ihnen etwas zugeführt hat, was ihnen im Leben so wertvoll war. Das Tier freut sich ebenfalls, denn es riecht noch denselben Geruch seines Meisters, seiner Meisterin. Das Odband, welches das Tier an den Meister gebunden hatte, wird nicht so rasch gelöst. Wohl wird, nach einer bestimmten Zeit des geistigen Aufenthalts, diese Odkraft gewandelt, und das Interesse oder das Verlangen des Tieres, zu seinem Meister zurückzukehren, vermindert sich oder löst sich ganz auf. Doch auch beim Tier kann ein Verlangen sein, in das Haus zurückzukehren, wo es mit dem Menschen zusammenleben durfte. Dieses Verlangen ist jedoch nur bei solchen Tieren vorhanden, die Liebe und Aufmerksamkeit von den Menschen erhalten haben; andernfalls hat das Tier kein Verlangen zurückzukehren, denn es ist ja in eine bessere, schönere Welt eingegangen.
Durch eine solche Botschaft kann manchmal einem Menschen eine Freude bereitet werden, und ihm wird Beweis gegeben, dass es möglich ist, dieses geistige Tier dem Menschen zuzuführen. Das geschieht nicht sinnlos – mit dieser Freude soll eine Aufgabe verbunden sein. Wir betonen doch immer, dass die göttliche Welt nur auf das Sinnvolle ausgerichtet ist. Zum einen macht man dem Menschen mit diesem Tier, das vom Schutzgeist selbst oder von einem in die Geisteswelt eingekehrten Freund oder Verwandten ins Haus oder in die Nähe gebracht wird, eine Freude, so diese Freude zum Ausdruck gebracht werden kann. Zum andern kann mit diesem Tier, das der Mensch besonders liebte, eine Aufgabe verbunden sein: Der Tierleib soll auf den Menschen eine gesundheitlich gute Einwirkung haben.
Tiere können überhaupt, was die Odströmung anbelangt, beim Menschen eine Aufgabe erfüllen, denn ihr Einfluss auf die Gesundheit, auf die Gesundung des Menschen ist von Bedeutung; damit ist jedoch nicht gemeint, dass jedes Tier zur Gesundung des Menschen etwas beitragen kann. Der Tierleib hat seine ganz besondere Odkraft, seine magnetischen Schwingungen, und Menschen sind empfänglich für magnetische Schwingungen, Odkräfte. So wie die Felle toter Tiere auf Menschen einen günstigen Einfluss haben können, kann auch das geistige Tier auf einen Menschen einen günstigen Einfluss haben. Nun, dies erkläre ich zu eurer Belehrung; doch dieses Geschehen ist nicht etwas Alltägliches, so wie auch eine solche Tierfreundschaft nicht etwas Alltägliches ist. Diese grosse Verbundenheit zu bestimmten Tieren ist ganz besonders bei Tierfreunden zu finden. Wenn bei einem solchen Tierfreund durch das Zuführen des geistigen Tieres eine Verbesserung seines leiblichen Wohles erreicht werden kann, dann ist der für ihn verantwortliche Geist Gottes eben bereit, ihm diesen Dienst zu leisten. Es ist also nicht etwas Alltägliches, dass solches geschieht.
Doch wieder zurück zum geistigen Tierreich. Die Tiere leben dort, den Gattungen entsprechend, nach Arten zusammen, und sie leben in Frieden miteinander. Ich möchte noch darauf hinweisen, dass diese Tiere in ihrer Stufe so lange verweilen, bis für sie die Zeit gekommen ist, dass sie eine höhere Stufe einnehmen können. Auch das Tier durchläuft, je nach seiner Art, verschiedene Aufstiegsstufen. Jede Art hat niedere und höhere Stufen. Hat ein Tier die höchste Stufe erreicht, wird es eine Umwandlung in höheres Leben geben. Dieses noch zur Ergänzung.
Lene, 22. September 1968 (Ausschnitt)
In der Meditationswoche von 1968 gab Lene einen weiteren Einblick in die Verbundenheit zwischen Mensch und Tier sowie in die Aufgaben, die Tiere bei ihrem einstigen Meister erfüllen können. Bei diesen Tieren kann es sich um verstorbene Haustiere handeln. Es können aber auch Tiere des Himmels sein, die nie auf Erden lebten, und deren Bindung zu einem Menschen weit zurückgeht, bis in die Zeit vor dem Geisterfall.
Lene: [...] Ihr werdet staunen, wenn ich euch sage, dass auch Tiere Hüter gegen niedere, böse Geister sein können. Es sind Tiere, die einst einen irdischen Leib trugen, und solche, die nicht einverleibt werden müssen. Es können Tiere sein, die ihren Meister haben oder die sich unter den Menschen einen Meister suchen. Für sie kann das geistige Tor geöffnet werden, damit sie ihre Aufgaben beim Menschen erfüllen, sie Beziehungen zu den Menschen pflegen.
Ein Beispiel: Man hatte einstmals einen so treuen Hund. Nach seinem irdischen Tode fühlt sich dieses Tier in seinem geistigen Leib an seinen einstigen Meister gebunden, wenn dieser gut zu ihm war. Dann zieht es das Tier wieder zu seinem Meister zurück. Es ist das odische Band, das den Hund schon zu irdischen Lebzeiten an den Meister, dem er Gehorsam geleistet, gebunden hatte. Nun kann der Hund, solange der Meister lebt, ihm ein treuer Begleiter und Hüter sein. Und wehe, wehe, wenn solche niederen Wesen zum Meister herantreten und ihm übel gesinnt sind. Dieser Hund tut dann wie ein Hund. Das ist vielleicht für euch auch neu, aber es ist so. Diese Versucher, die den Weg zum Menschen finden, sind nämlich nicht immer schlecht angezogen, denn sie beherrschen die Kunst, sich zu verkleiden, und können als eine vornehme Gestalt vor dem Menschen stehen. Aber was ihnen nicht gelingt, ist, ihr getrübtes Od zu ändern. Und dieser Hund hat noch genau diesen Spürsinn, er spürt es. Er kennt ja dieses niedere Wesen, das an seinen Meister herankommt, nicht näher. Aber die Widerwärtigkeit seines Geruchs verbietet es diesem Tier, jenes Wesen in die Nähe seines Meisters zu lassen, und es geht auf jenes los. Dann ist die Versuchung auch schon beendet. Es gibt treue Tiere, die so an ihrem Meister hangen. Nun, hier handelt es sich um ein Tier, das einst selbst einverleibt war.
Es gibt aber andere Tiere, die noch nicht einverleibt worden sind oder den irdischen Leib überhaupt nicht tragen müssen. Auch sie suchen sich Menschen aus, denn sie sehen die höheren Wesen und wie sie sich um die Menschen kümmern. Sie sehen ja alles Geistige, denn das Tier ist auch geistig, es hat einen geistigen Leib. Daher kann es alles wahrnehmen, was geistig ist. So glauben auch diese Tiere, ihr Recht beim Menschen zu haben, und man lässt ihnen dieses Recht, dass sie bei ihm leben können. Manch geistiges Tier vermochte schon einen Menschen zu retten.
In der geistigen Welt leben edle, herrliche Pferde in grosser Gemeinschaft zusammen. Unter ihresgleichen haben sie in den weiten geistigen Feldern ein glückliches und schönes Dasein. Doch gerade sie sind es, die aus ihren Reihen austreten, wenn es ihnen beliebt. Auch sie können einen Menschen aufsuchen und ihm treuer Begleiter sein. Sie versuchen ihn zu beschützen und möchten ihn so gerne tragen. Wenn sich nun dieser Mensch in das Geistige hineinbewegt, ist es möglich, dass es mit einem solchen Tier zu einem wunderbaren Erlebnis kommen kann. Das Pferd vermag ihn eine Zeit lang zu tragen und bringt dann den Menschengeist wieder zurück, da er an seinen Leib gebunden ist. Ein solches Tier kommt aber immer wieder hin zu seinem Meister. Es kann in dieser Beziehung so sein, dass eine Bindung besteht. Es können also, wie ich betonte, Pferde sein, die in der Geisteswelt leben dürfen zur Herrlichkeit und Verschönerung des Himmels und die dann und wann zu hohen Festen hergeholt werden und auch ihre Aufgaben zu erfüllen haben.
Es kann aber auch sein, dass bei einem solchen Tier eine Bindung zu einem Menschen auf Erden besteht, die weit, weit zurückgeht. So kann ein Mensch einstmals Herr eines solchen Tieres gewesen sein, und als er sich [beim Abfall] von den Herrlichkeiten trennen musste und diese Tiere herrenlos wurden, wurden sie in jene grossen Felder hineingeführt. Dort können sie leben, und von dort aus suchen sie den Weg, denn die Spur bleibt unverwischt. Das Tier findet die Spur, doch es selbst weiss ja nicht, welche Bindung es zu diesem Menschen hat, wie die Beziehung zu ihm einst war. Es fühlt sich einfach wohl bei diesem Menschen und ist ihm zugetan. Es ist die Liebe des Tieres, seine Unterwerfung dem Menschen gegenüber; das Tier bekundet seine Zuneigung zu ihm. So hat auch das Pferd seine Aufgabe, und so können Tiere in der Nähe des Menschen wohnen, ihn behüten und beschützen.
Es gibt aber auch geistige Tiere, die wie in einer Wildnis durch diese irdische Welt schreiten und sich keinem Menschen zugetan fühlen. Es können Tiere sein, die eine wundersame Heilkraft besitzen. Allein ihr Vorüberziehen kann einen Heilstrom hinterlassen, der für den Menschen, sein Leben von Gewinn ist. Der Heilstrom, den dieses Tier hinterlässt, diese Odkraft, ist für den Menschen heilsam. So wie jedes Lebewesen auf dieser Welt von einer odischen Kraft überzogen ist, ist es auch im geistigen Reiche. Jedes Wesen ist mit seiner ihm eigenen odischen Kraft überzogen, von ihr durchdrungen. So vieles geschieht in dieser Welt, wovon Menschen keine Ahnung haben.
Tiere können im Allgemeinen aufstehen gegen niedere Wesen. Damit sind jene Tiere gemeint, die in der geistigen Welt ihr Dasein haben und denen es erlaubt ist, durch die irdische Welt zu ziehen. Auch sie spüren das Widerwärtige und gehen dagegen vor. So geschieht es, dass Menschen dadurch beschützt werden, dass jene niederen Wesen von diesen geistigen Tieren angegriffen und verdrängt werden. Es geschieht, weil diese geistigen Tiere von Engeln Gottes gegen jene niederen Mächte geführt werden, die sich auch davor fürchten. Es braucht nicht immer ein Engel Gottes zu kommen, um jene zu mahnen, die Böses tun, sondern sie senden auch diese geistigen Tiere aus. Auf der Erde gibt es so viele Geister, die auf ihr leben, und es wurde euch schon gesagt, dass überall Wächter sind. Nicht nur Geistwesen sind es, die gegen das Böse ankämpfen, sondern es sind, wenn es sein muss, auch geistige Tiere da.
Josef, 9. März 1963 (Ausschnitt)
Die Geisterwelt Gottes versucht jeden Heimkehrenden für seinen weiteren Aufstieg und für den Dienst im Heilsplan zu gewinnen. In diesem Vortrag berichtet Geistlehrer Josef von einem verstorbenen Mann, der als Mensch ein Sonderling war und ein engherziges, einseitiges Denken pflegte. Um bei diesem Bruder eine Änderung im Denken zu erreichen, führt ihn ein Engel Gottes an einen besonderen Ort: Er zeigt ihm ein geistiges Tierparadies, wo der Bruder beim Anblick der herrlichen Tiere eine Vorstellung von der Vielfalt der Schöpfung und von der Liebe Gottes erhalten soll.
Josef: [...] Der Engel führte nun diesen Heimgekehrten, diesen Sonderling, wie ich ihn nennen möchte, einen schmalen Weg entlang in einen gewaltig grossen Wald hinein. In diesem Wald hatte es auch dementsprechend grosse Lichtungen. Er war etwas erhöht, und von vielen Seiten her führten Wege zu ihm. Der Engel ging jetzt mit diesem Sonderling tief in den Wald hinein, und plötzlich erkannte dieser, wie bevölkert es hier war – aber nicht etwa nur mit Geschwistern, sondern es gab viele, viele Tiere aller Arten und Gattungen. Jetzt sah er deutlich, wie sie diese Wege entlangkamen. Es waren ganze Gruppen gleichartiger Tiere beisammen, die miteinander in diesen Wald hineinzogen. Diese grossen Gruppen von Tieren wurden von Engeln begleitet; selbstverständlich waren auch andere Geschwister da, aufsteigende Seelen, denen die Engel Gottes sozusagen als führende Persönlichkeiten vorstanden. Nun sah er, wie ein solcher Engel, der seine ganze Aufmerksamkeit einer gewissen Gattung von Tieren schenkte, dann und wann so tat, als suchte er ein besonderes Tier heraus. Und tatsächlich konnte man dieses erkennen; er trat jeweils mitten unter die Tiere und führte ein ganz bestimmtes Tier aus der Gruppe heraus und weg. Dieser Sonderling konnte nicht sehen, was mit dem Tier geschah. Dasselbe wiederholte sich aber immer wieder, doch es waren nicht etwa dieselben Engel, die das taten. Es kamen Engel neu dazu, um einerseits ihre Bewunderung und Freude an den Tieren auszudrücken, und anderseits warteten sie eben auf ein ganz bestimmtes Tier von einer solchen Gruppe. Und wenn sie es jeweils erblickt hatten, gingen sie zu ihm hin und führten es weg.
Nun, das alles sah jetzt dieser Sonderling, und er sagte: “Ich hatte ja davon keine Ahnung; ich glaubte, dass mit dem Tode eines Tieres sein Leben aus wäre. Nun muss ich feststellen, dass ja das Leben der Tiere nicht beendet ist.” Und der Engel bestätigte es ihm. Nun plötzlich fing er doch an zu erfassen, wie engherzig er in seinem menschlichen Leben in allen Dingen gedacht und gehandelt hatte. Und jetzt war ihm ja erst von einer Seite her Einblick in die Schöpfung Gottes, in die Ordnung Gottes gegeben worden.
Je mehr er seine Aufmerksamkeit diesen Tieren schenkte, desto deutlicher konnte er jetzt erkennen, wie sie von all diesen Wegen kamen, die zu diesem Walde führten. Einmal kamen sie rudelweise, sozusagen eng aneinander, dann gab es wiederum gewisse Pausen, und nach einem gewissen Zeitpunkt fing es wieder von vorne an. Diese Tiere verteilten sich in diesem grossen, schönen Wald, denn die Engel Gottes führten sie nach ihrer Gattung an, und so wurde jede Gattung zusammengelassen und an ihren bestimmten Ort hingeführt. Man konnte auch sehen, wie gewisse gleichartige Tiere miteinander spielten und sich balgten, wie sie also zufrieden waren. Und es waren Engel Gottes und aufsteigende Geister da, die über diese Tiere wachten.
Nun wollte dieser Sonderling wissen: “Warum werden jeweils bestimmte Tiere weggenommen?” Und der Engel erklärte ihm Folgendes: “Wie du siehst, werden diese Tiere ausgewählt; es sind Tiere, die einmal in einem besonderen, engen Verhältnis mit einem Menschen zusammengelebt haben. Nun möchte man dieses geistige Tier in die Nähe des Menschen bringen, weil die Möglichkeit besteht, dass dieser Mensch, der vielleicht jahrelang mit Liebe an ein treues Tier gebunden war, durch gewisse Hellsichtigkeit oder Feinfühligkeit dieses geistige Tier wahrnehmen kann. Auf diese Weise will man den Menschen darauf hinweisen, dass mit dem Tode des Tieres sein Leben nicht ausgelöscht ist. Diese Tiere werden aber von einer höheren Macht, also von einem Engel, zum Menschen geführt.”
“Solche Tiere werden geholt, wenn sie noch unter ihresgleichen in derselben Stufe verharren und noch nicht dem weiteren Aufstieg entgegengehen. Kehrt dann der betreffende Mensch, der mit diesem Tier in einem Treueverhältnis war, in die jenseitige Welt zurück, dann wird ihm dieses Tier zur Begrüssung vorgeführt, sofern er es verdient hat, dass man ihm diese Freude machen darf. Dies soll für ihn einerseits eine Freude sein; anderseits soll sich dieses heimgekehrte Wesen aber auch fragen: ‘Wie ist es möglich, wieso lebt mein geliebtes Tier auch hier?’ Man will dem Heimkehrer also die Möglichkeit geben, selbst, mit eigener Kraft, nach diesen wunderbaren Dingen zu forschen, dass er seine Bewunderung darüber ausspricht. Und der Engel wird ihm sagen: ‘Du wirst eine gewisse Zeit mit diesem Tier zusammenleben dürfen.’ Dies wird eben dann erlaubt, wenn das Leben des Betreffenden dementsprechend war. Es kann aber auch sein, dass ein solches Tier dem Heimkehrenden nur vorübergehend oder nur zur Begrüssung vorgeführt wird, und nachher führt man es wieder seiner Gruppe zu, von wo es auch wieder seiner weiteren Entwicklung entgegengeht.”
Auf die weitere Frage dieses Sonderlings, woher denn diese unendlich vielen Tiere kämen, musste ihm der Engel sagen: “Das sind ja die Tiere, die auf der Erde lebten und die von den Menschen getötet wurden, um das Fleisch für ihren Unterhalt zu haben. Und du siehst: Das Leben kann nicht vernichtet werden, denn jedes Tier hat seine Seele, und mit diesem Seelenleib geht es in die andere Welt, in jene Sphäre, die eigens dafür aufgebaut wird, die zu einer Parallelentwicklung, auch zu einer Aufstiegsstufe auserkoren wird. Von diesen Tieren werden welche dann wieder für ein neues Erdenleben bestimmt. Sie werden also von der Engelswelt wiederum in derselben Gattung eine Stufe hinaufgeführt, und es wird für sie die Möglichkeit bereitet, dass sie so bald wie möglich einen Aufstieg erzielen können. Sie kommen nach verhältnismässig kurzen Erdenleben immer wieder durch diese Wege zurück in ihre Sphäre. Dort werden sie von den Engeln Gottes eingeordnet und gewandelt, wenn es notwendig wird.”
“Somit haben diese Tiere ihre Möglichkeit zu ihrem Aufstieg. Anderseits müssen nicht alle Tiere, die bei Menschen gelebt hatten und ihm in irgendeiner Weise dienen mussten, unbedingt wieder denselben Weg zurücklegen. Sondern es werden auch Tiere bestimmt, die da in dieser Sphäre verweilen und hier ihrem persönlichen Aufstieg entgegengehen können, immer wieder in einen neuen Leib gewandelt, der eine Stufe höher steht.”
Ich sagte anfangs, es sei ein sehr grosser Wald, in den die Engel Gottes diese Tiere führen. Es gibt so viele herrliche Lichtungen, und es ist für diese Tiere hier in dieser Geisteswelt ein wahrhaftig schönes Leben. Denn keine Hand quält sie, sie haben ein ruhiges Leben. Besondere Tiere, die eine gewisse hohe Stufe der Entwicklung eingenommen haben, können auch der Geisterwelt dienlich sein. Dieses “dienlich” ist nicht so zu verstehen wie beim Menschen, der die Tiere zu seinem Nutzen braucht. In der göttlichen Welt dienen Tiere zur Entfaltung und zur Herrlichkeit des Himmels – besonders wenn Pferde aus diesen Sphären geführt werden –, denn diese Tiere sind hier viel edler in ihrem Wesen und in ihrem Aussehen als auf Erden. Und so können sie auch in der geistigen Welt eine Aufwärtsentwicklung durchschreiten.
Nun hatte sich dieser Sonderling eben ganz besonders für die Tiere interessiert, denn als Mensch hatte er neben seinen Eigenheiten und Eigenwilligkeiten eine grosse Liebe zu Tieren – er liebte sie mehr als Menschen. Die Geisterwelt Gottes wollte ihm nun die Gelegenheit geben, seine Liebe da bei diesen Tieren zu entfalten. Später sollte er dann aber wieder aus dieser Ebene herausgeführt werden und entsprechend den gewonnenen Anschauungen und Empfindungen sein Interesse noch weiteren, höheren Dingen zuwenden.
So liess man ihn eine geraume Zeit in der Sphäre dieser Tiere, und er konnte hier so viele Beobachtungen machen. Jetzt begann sich in ihm die Bewunderung zu steigern, jetzt konnte er Gott loben und preisen. Denn bis anhin hatte er ja ganz falsche Vorstellungen gehabt. Nun sah er, wie diese herrlichen Tiere jeweils wieder aus ihrem Erdenleben zurückkamen und wie ihnen in der jenseitigen Welt Gelegenheit für das neue Leben gegeben wurde, wie man sich ihnen widmete und ihnen die Aufmerksamkeit schenkte. Dieses freute ihn, und so sprach er den Wunsch aus, immer unter diesen Tieren zu sein. Aber das war nicht der Wille dieser hohen Geister Gottes, er sollte eine andere Aufgabe erfüllen; doch sie machten ihn mit seinem Wunsch gefügig: Sollte er seine weiteren Aufgaben erfüllen und die Belehrungen annehmen, dann würde man ihm wiederum Gelegenheit geben, in eine solche Sphäre einzukehren und sich mit Tieren zu beschäftigen.
Nun ging er mit grossem Eifer daran. Er musste diese Sphäre verlassen, denn jetzt führte man ihn zuerst in die Läuterung – jetzt konnte man mit ihm reden und sagen, was er alles falsch gemacht und wie viele Menschen er durch seine Anweisungen und Redensarten beleidigt hatte und dass dieses doch wiedergutgemacht werden muss. So stand er nun die Zeit der Läuterung durch, denn er war ja in der grossen Hoffnung: “Ich darf wieder zurück zu meinen Tieren, und dafür will ich alles tun.” Man erklärte ihm: “Du hast erst einen ganz geringen Teil von der Schöpfung gesehen; du hast ja noch keine Ahnung von all dem Wunderbaren, das aus der Liebe Gottes gewachsen ist und sich aus seiner Güte und Nachsicht entfaltet hat.” So wurde es ihm klargelegt, und er wurde zu einem willigen Diener im Heilsplane Gottes. So hatte man ihn gewinnen können.
Die Engelswelt versucht bei einem jeden Menschen, womöglich das herauszufinden, wofür er irgendeine Anhänglichkeit hat, um dieses zu seinem Nutzen zu gestalten; denn dadurch kann man mit einem Menschen viel schneller vorwärtskommen. Und dasselbe gilt auch bei einem Geistwesen. Bei euch Menschen ist es so: Wenn man einem Gelegenheit gibt, da tätig zu sein, wo er seine Freude hat, dann kann man ihn gefügiger machen. Auch die geistige Welt versucht dies mit grosser Nachsicht und Liebe. Sie wird jeweils auch Heimkehrenden erlauben, die Beschäftigung und vielleicht sogar die Unterhaltung aufzunehmen, in der sie aufgehen, wo sich ihre Liebe entfalten kann. Und ist dann diese Liebe in ihnen erwacht, dann wird an Weiteres, Höheres angeknüpft.
So versteht es die heilige Geisterwelt Gottes mit ihren Geschwistern umzugehen. Daraus kann man doch wieder sehen, wie viel Nachsicht, wie viel Weisheit, Güte und Liebe wahrhaftig von diesen himmlischen Engeln ausgeht. [...]
Josef, Fragebeantwortungen aus den Jahren 1950, 1952 und 1963
Lieber Josef, es gibt so viele Menschen, die das Halten von Haustieren ablehnen und sogar die Haustiere verabscheuen. Ich bin auf dem Standpunkt, dass alle Tiere Geschöpfe Gottes sind und wir auch den Haustieren einen Dienst erweisen, wenn wir ihnen mit Liebe und Güte beistehen. Bin ich da auf dem falschen Wege?
Josef: Nein, du bist auf dem richtigen Wege. Du sollst die Tiere lieben. Dies ist ebenfalls gewünscht. Auch Christus hatte einmal eine kleine Katze aufgenommen, die irgendwo herumstrich und ganz hungrig und wild war. Er hat sie an seine Brust genommen und nachher einer seiner Jüngerinnen zur Pflege gegeben. Du tust gut – und alle Menschen tun gut –, wenn man Tiere liebt. Es ist richtig so, wie du tust. Liebe diese Tiere, denn auch in ihnen ist ein göttlicher Kern. (1950)
Lieber Freund Josef, ist es ein Verdienst, wenn man einem Tier das Leben verlängert, das sonst getötet würde? Und hat dies für das Tier selbst, das heisst für seine Entwicklung, auch einen Vorteil?
Josef: Meine lieben Freunde, alles, was die Menschen irgendwem zuliebe tun, ist ein Verdienst. Es gibt Menschen, die eine Liebesaufgabe aus dem Innern heraus erfüllen. Sie haben einen Drang dazu, diesem oder jenem besondere Liebe zu spenden. Und so auch bei den Tieren. Wenn nun Menschen dazu beitragen, besonders diesen Haustieren, die von Menschen gepflegt werden, das Leben zu verlängern, so haben sie insofern ein geistiges Verdienst, weil sie – wie soll ich es euch erklären – diesen Kern stärken. Ich möchte fast sagen, diese Frucht kann besser ausreifen, sodass diesem Tier eine oder zwei Inkarnationen erspart werden können. Es ist also ein Verdienst, wenn etwas gepflegt wird, dass es kostbarer wird und eben entsprechend der Kostbarkeit an einen bestimmten Platz gestellt wird. Es geht doch alles Leben aufwärts, und es soll alles der geistigen Höherentwicklung dienen. So hilft auch in diesem Falle der Mensch mit an der geistigen Höherentwicklung, indem er eben das Leben dieser Tiere verlängert. (1950)
Wenn ein Mensch meditiert und sich innerlich vertieft, überträgt sich dann sein geistiges Wohlbefinden oder seine gehobene Freude auch auf Tiere, die in seiner Nähe sind?
Josef: Bestimmt, denn dann hat er eine besondere Ausstrahlung. Er wird doch gestärkt, und sein Licht leuchtet doch durch. Die Panzer sind gebrochen, es ist alles offen – alles strömt heraus. Und alles, was zu ihm kommt, darf von diesem Lichte aufnehmen. Deshalb ist es doch so wichtig, dass meine Freunde in diese stille Stunde gehen; denn dann werden sie so gestärkt, und es ist ihnen und ihrem ganzen Hause zum Heile. Es ist so, dass der Mensch dabei eine Lieblichkeit, eine Schönheit herausgibt und eine Kraft entfaltet, von der der Nächste aufnehmen darf. So ist dies auch seinem Haustier zum Wohle. (1950)
Ist es nicht gedankenlos von uns, wenn wir durch unseren Besuch Zirkusunternehmen unterstützen, wo doch die an die Freiheit gewohnten Tiere in ganz kleinen Käfigen gehalten und eingepfercht werden?
Josef: Ja vielleicht, liebe Freunde. Aber bedenkt einmal, dass all diese Tiere in euren zoologischen Gärten und Zirkussen doch ihre tägliche Nahrung erhalten; sie brauchen nie zu hungern. In der Wildnis dagegen haben sie ein viel strengeres Leben. Sie müssen selbst ihrer Nahrung nachgehen, haben oft lange, lange Zeit – tage- und wochenlang – keine Nahrung und gehen auch oft auf diese Weise zugrunde, weil sie verhungern. So haben diese Tiere in den zoologischen Gärten und Zirkussen in dieser Beziehung ein besseres Leben. Für ihre Nahrung ist gesorgt. Ich möchte dazu sagen, der Mensch soll nie in irgendwelcher Weise fanatisch sein. Ja freilich, das Tier liebt die Natur, die Freiheit – es möchte hinaus. Auf der andern Seite hingegen sind ihm andere Möglichkeiten gegeben, dass es wieder lieben und geliebt werden kann, sodass es zufrieden ist. (1952)
Lieber Josef, wie stellt sich die geistige Welt zur Vivisektion [das heisst zu einem operativen Eingriff am lebenden Organismus zu Forschungszwecken]?
Josef: Liebe Freunde, was für ein Tier Schmerz bedeutet, unterstützt man nicht. Der Mensch hat andere Möglichkeiten, Forschungen zu machen. Die gute Geisterwelt Gottes unterstützt nur, was dem Nächsten dient. Das, was du ansprichst, ist aber eine Verletzung der geistigen Gesetze, auch wenn eure Ärzte behaupten, dass sie dadurch lernen können. Wie ich schon gesagt habe, sind genug Kräfte vorhanden, die man nutzen kann. Mit diesen Kräften sollen die Ärzte arbeiten, was nicht mehr Zeit brauchen würde als das andere, das sie tun.
Für die geistige Welt ist alles verwerflich, was einen Menschen auf die geringste Art und Weise verletzt und beleidigt – und auch das, was einem Tier zuleide getan wird. All dies ist aus Sicht der geistigen Welt verwerflich. (1950 und 1952)
Bekanntlich hat die technische Wissenschaft Erfindungen gemacht, wobei sie hernach entdeckte, dass dieselben schon in der Natur vorhanden sind. Nun glaubt sie, dass die Zugvögel eine Art Radarorgan haben müssen. Ist es nicht vielmehr so, dass ein führender Geist für die sichere Richtung der Zugvögel sorgt?
Josef: Was ich zunächst dazu sagen möchte, ist, dass auch diese Tiere gewisse Leittiere haben, welche die ganze Schar anführen. Es sind die stärksten Tiere, deren odischer Geruchssinn am besten entwickelt ist und die dadurch den einmal zurückgelegten Weg am sichersten wiederfinden. Nicht jedes Tier würde sich als Leittier eignen. Aber wenn einmal ein Tier einer Gattung diesen Flug gemacht hat, hat es ein odisches Leitband hinterlassen, und ein gesundes Tier der gleichen Gattung wird den Weg mittels dieses Leitbandes wieder finden.
Das gesunde Tier kann diesen Odweg auch allein wieder finden, aber es muss gesund sein. Deswegen sammeln sich die Zugvögel und fliegen in Gemeinschaft. Das gibt ihnen das sichere Gefühl. Denn es gibt Tiere unter ihnen, die diesen Sinn eingebüsst haben, weil sie älter geworden oder nicht mehr ganz gesund sind. Sie finden den Weg allein nicht mehr. Darum schliessen sie sich zusammen. Aber das gesunde Tier würde den Weg auch ganz allein finden. Es geht eben dem vorgebahnten Wege nach, den vor ihm schon unzählige Vögel seiner Gattung geflogen sind. Diejenigen, die zurückbleiben, den Zug nicht mitmachen, das sind die Schwachen, die den Anschluss und odischen Geruchssinn nicht mehr haben.
Werden die Zugvögel denn nicht auch von einem Geistwesen begleitet, das sie auf ihrer Reise anführt? Und wenn ja, inwieweit greift es in diese Vogelzüge ein?
Josef: Es ist ja so, dass auch in der Natur überall Geister Gottes als Wächter amten, die sich für die Entwicklung interessieren. Das Tier untersteht auch einer geistigen Aufsicht, aber man muss nicht meinen, es müsste bei jedem Vogelzug ein Geist Gottes vorangehen. So ist das nicht gemeint. (5.6.1963)