Fragebeantwortungen zur Geisteslehre
GL Zürich
Vorträge selber betreffend Beatrice Brunner
Vermittlung des Geistesgutes
Wie beurteilt die geistige Welt die Möglichkeit, die Menschen durch wissenschaftliche Beweise des nachtodlichen Lebens dem Glauben und dem christlichen Spiritualismus näherzubringen?
Josef: Es kann nicht von heute auf morgen geschehen. Die Christenheit steht ja am Anfang einer Umwälzung, und diese Umwälzung braucht Zeit. Es braucht ein Abtreten vom Bisherigen. Das muss vom Menschen persönlich ausgehen. Er muss persönlich den Entscheid treffen, sich vom Alten zu trennen, und er muss selbst auf die Suche nach etwas Besserem gehen. Es kann nicht erzwungen werden, es braucht seine Zeit. Es sind noch zu starke Strömungen von kirchlicher Seite vorhanden. Diese Macht muss noch mehr gebeugt und gebrochen werden können, sodass sich eine noch grössere Freiheit und eine grössere Selbstständigkeit im religiösen Denken der Menschen entwickeln kann.
Gemeinschaft GLZ
Jenseitige Gemeinschaft
Josef persönlich
Kannst du nur mit der Erde in Beziehung treten oder auch andere Himmelskörper besuchen?
Josef: Ja, auch dieses kann ich tun. Denn wie könnte ich euch sonst jeweils so verschiedene Bilder und Erklärungen bringen von diesen verschiedenen Entwicklungen, von der ganzen Entwicklung? Doch ist es meine Aufgabe, in eure Welt zurückzukehren, um mitzuhelfen an diesem grossen Heilsplan, der erfüllt werden muss. Ich werde die Worte und den Trost bringen, der dazu dient, die Menschen vorwärtszubringen. Ich werde ihnen Trost und Liebe bringen, so gut ich nur kann. Ich werde die Menschen aufmuntern und ihnen den Weg zeigen, den sie zu gehen haben. Denn es ist diese irdische Welt, die im Besonderen geschaffen wurde, damit diese grossen Aufgaben erfüllt werden können. Auf der Erde geht die Entwicklung viel schneller vor sich als in der geistigen Welt.
Bekannte Personen
Leben, Gesundheit, Gesellschaft
Lebensfragen, Lebenshilfe
Du hast uns schon gesagt, dass keinem Menschen Unrecht geschehe. Wie ist das zu verstehen angesichts des vielen Unrechts, das man auf dieser Erde überall sehen kann?
Josef: Wenn ich euch sage, keinem Menschen wird Unrecht angetan, so ist das in erster Linie von der göttlichen Seite aus gemeint. Der Mensch selbst muss nicht eine Ungerechtigkeit von der Geisteswelt Gottes auf sich nehmen, sie wird nicht ungerecht an ihm handeln, sie wird ihn nicht ungerecht verurteilen. Ihr müsst das unterscheiden von dem, was Menschen alles fertigbringen durch ihre eigene Unvollkommenheit des Herzens und der Seele. Durch ihre neidischen Gefühle, durch ihre Habgier und Herrschsucht vermögen sie dem Mitmenschen Schaden zuzufügen. Der niedere Mensch verbreitet Übel. Hier kann man nicht die Geisterwelt Gottes dafür verantwortlich machen.
Wo liegt der Grund für die andauernden Hemmungen in meinem Leben? Liegt die Ursache in meinem eigenen Verschulden?
Josef: Lieber Freund, bei allen Menschen kommen von Zeit zu Zeit Einflüsse auf sie, die nicht immer gut sind. Das heisst, ihre Arbeit, alles, was sie tun, wird ihnen erschwert. Das ist aber nicht das Resultat ihrer persönlichen Arbeit, sondern hier spielen andere Strahlen und Einflüsse der Sterne eine Rolle. Diese Wellen kommen von Zeit zu Zeit über die Menschen im Allgemeinen, und so ist es in dem Falle bei dir, dass jetzt eine Welle ist, die für dich einfach ungünstig ist und die noch etwas anhält. Die Zeit dieser Strömung geht wieder vorüber, und du wirst in jeder Beziehung wieder frisch und gut arbeiten können. Ich kann nur sagen, dass sich diese Wellen lösen werden und dass es wieder gut wird. Habe Geduld, es braucht noch etwas Zeit. Wie lange, kann ich nicht sagen, doch dauert es nicht allzu lange. Sei ganz ruhig, wenn diese und jene Sache nicht so vorangeht, wie du es wünschst. Finde dich damit ab – die Kraft, die auf dich wirken kann, wird aber nachher umso stärker werden.
Wie kann ich einen nahestehenden Menschen auf den Weg des Geistesglaubens bringen?
Josef: Kein Mensch hat das Recht, einen anderen Menschen zu zwingen, etwas zu glauben oder eine Auffassung zu teilen, die ihm nicht passt. Ich möchte ganz besonders betonen: Wenn ein Mensch sich ablehnend oder abweisend verhält, dann darf man ihn nicht drängen. Dann soll man für ihn bitten. Die Wesen Gottes werden einen solchen Menschen führen.
Ein Freund steht vor der Operation und ängstigt sich, er könnte aus der Narkose nicht mehr erwachen.
Josef: Ihm fehlt es an Mut und Lebensfreude, und dadurch vernichtet er seine eigenen Kräfte. Durch mehr Mut und Freude kann er sein Leben verlängern. Er muss vor allem seine Gesinnung ändern. Wenn er aber in seinem Pessimismus verharrt, dann vernichtet er nicht nur die eigenen Kräfte, sondern auch die, die wir ihm von der geistigen Welt aus zuführen – und dann können wir nichts mehr für ihn tun.
Wenn Ärgernisse an uns herankommen, fühlen wir unsere Seelen erregt. Kann aber unser inneres Licht überhaupt beunruhigt oder gekränkt werden?
Josef: Das innere Licht kann nur in Mitleidenschaft gezogen werden, und deine Seele kann nur davon beeindruckt werden, wenn du dich von dir aus in einen solchen Ärger hineingibst und dich recht lange damit beschäftigst, dass er tief in dich hineingeht. Das heisst, wenn du eine Zeit lang nicht mehr fähig bist, wieder harmonisch zu sein, sodass du von Ärger, von Unruhe erfüllt bist und diese Unruhe in deine Seele hineingeht. Dann ist es zum Nachteil für deine Seele.
Dies ist ja nur ein Fehler deiner eigenen Erziehung. Jeder Mensch sollte eben sich selbst in dieser Hinsicht erziehen können, jeder sollte selbst so stark sein oder so weit kommen, dass es für ihn gar keinen Ärger gibt. Ich möchte es anders ausdrücken: Es soll gar nicht an den Menschen herankommen. Der Mensch sollte es fertigbringen, in Ruhe eine Antwort zu geben, wenn etwas an ihn kommt, das ihm nicht genehm ist. Bis man dieses kann, braucht es eine lange Zeit und viel Überwindung.
Aber, liebe Freunde, das ist es gerade: Dieser Weg des wirklichen geistigen Lebens ist euch nicht leicht gemacht. So ist es mit allem: Was wertvoll ist, ist nicht so leicht zu erwerben – es kostet etwas. Am Verhalten eines Menschen kann man erkennen, wie weit er in seiner geistigen Entwicklung ist. So braucht es eben eine Schulung, und wenn einer sich die Mühe gibt, kann er sich selbst die Erziehung geben. Der Mensch sollte in jeder Lebenslage, trotz allem, eine gute Seele sein und andern ein gutes Beispiel geben.
Ja, meine Freunde, darum kehrt ihr doch immer wieder zurück auf diese Erde, weil ihr in diesem oder jenem Punkte eurer geistigen Entwicklung noch nicht weit fortgeschritten seid. So gibt es Menschen, die einerseits in ihrer geistigen Entwicklung und auf ihrem geistigen Wege auf einer hohen Stufe angelangt sind, aber irgendwo ist bei ihnen noch eine schwache Stelle. Und diese muss überbrückt werden, liebe Freunde. Also möcht ich zu euch sagen: Es gleicht einer guten Tat, wenn ihr es fertigbringt, ruhig zu sein in allen Lagen und Momenten, wenn ihr euch beherrschen könnt. Dies gehört zu eurer seelischen, zu eurer geistigen Erziehung, liebe Freunde. Dies ist eine teure Angelegenheit, ein schwerer Weg. Aber wenn das Ziel erobert worden ist, sind auch die Verdienste und Früchte dementsprechend.
Wir möchten gerne einer Schwester helfen, die es sehr schwer hat im Leben. Könntest du ihr etwas sagen, das ihr hilft?
Josef: Wenn ihr weiterhin – wie ich bereits geraten habe – sie durch gemeinsames Gebet zu stärken versucht und es der Wille Gottes ist, kann euer Wunsch Erfüllung finden. Ihr habt von mir schon so viele Erklärungen gehört, dass Menschen oft unternehmen können, was sie wollen, und immer wieder wird es ihnen zerschlagen, weil sie das tragen müssen, weil sie dafür gezeichnet sind. Wer aber das Leben trotzdem bejaht, der wird gewinnen. Wer aber immer hadert und sagt, wie schlecht es ihm gehe, verneint sein Schicksal, und es wird ihm nie besser gehen. Wer aber bereit ist, sein Los zu tragen, und sagt: “Ich will die Aufgabe erfüllen” – zu dem kann die Gnade Gottes kommen.
Das Schwere wird nicht länger dauern, als es unbedingt muss. Und so kann ich jedem sagen: Bejahe den Zustand, erst dann wirst du frei. Wie viel trägt doch der Mensch selbst die Schuld an seinem Zustand, durch unüberlegtes Handeln. Wenn auch die Engelswelt das Tun der Menschen benützt, um sie in die Bahn ihres vorgezeichneten Schicksals zu lenken, so kann doch jeder mithelfen, sein Schicksal zu erleichtern. Wer daraus aber nichts lernt und nichts aufnimmt, was ihm gesagt wird, wird den letzten Tropfen Bitternis auskosten müssen.
Und wenn nun diese Schwester oder jemand anders klagt, so sage ich wieder: Bejahe in deinem Herzen, was dir gegeben ist. Dann förderst du die göttlichen Kräfte und ebnest den Weg zur Hilfe. Denn jeder Mensch trägt das, was er muss. Und wenn er damit einverstanden ist und nicht hadert gegen den Willen Gottes, dann wird ihm Erleichterung gegeben. Darum kann ich dir sagen, liebe Schwester, bejahe das Leben, dein Schicksal, so wie es ist. Wenn du aus der Tiefe deines Herzens bejahst, dann wirst du spüren, wie die Besserung oder Genesung an dich herankommt. Erst dann.
Du sagst uns oft, dass wir uns öffnen sollen. Wie geht denn das?
Josef: Seht, liebe Freunde, all diese Dinge muss man euch immer wieder erklären, und dabei sind sie so einfach – und doch schwer für einen Menschen. In erster Linie müssen die Gedanken geordnet werden, wenn der Mensch den Willen hat, sich zu öffnen. Wer Zeit hat, in harmonischer, ruhiger Umgebung zu meditieren, der soll doch diese kostbare Zeit, die ihm gegeben ist, nutzen. Er soll sich sagen: “Ich öffne mich allem Guten, ich öffne mich der Liebe, der Gerechtigkeit und der Demut.” Und auf diese Weise öffnet sich der Mensch, und es kommen diese guten Kräfte zu ihm, die ihn befähigen, damit zu wirken.
So solltet ihr immer denken und euch fragen: “Was kann ich noch verbessern? Welche Fähigkeiten besitze ich, um sie nutzbar zu machen?” Und wenn ihr wirklich das Verlangen habt und euch wirklich bemüht, werdet ihr von den Geistwesen an Aufgaben herangeführt. Ihr werdet dadurch zu glücklicheren und zufriedeneren Menschen, euer Verständnis für alles wird viel grösser sein wie die Freude am Leben selbst.
Wer diese wunderbare Aufgabe erkannt hat, muss darüber hinaus auch erkennen, dass er doch ein Geschöpf Gottes ist, ein Geschöpf des Höchsten, und dass er als Kind Gottes von einem winzigen Punkt aus seine Aufgabe erfüllt. Und wenn dann dieses Wirken so gross wird, dass die Mitmenschen davon beeindruckt werden, werden sie Gefallen an ihm finden und auch den Weg suchen. So kann jeder geistig viel, viel wirken.
Wie kann der Mensch erfahren, was für ein Versprechen er vorgeburtlich abgegeben und welche Aufgabe er zu erfüllen hat?
Josef: Wer einst ein solches Versprechen gegeben hat, wird eines Tages als Mensch getrieben, danach zu suchen, wie er in seinem Leben etwas Besonderes erfüllen könnte. Er wird erkennen, dass es nicht genügt, nur so dahinzuleben wie bisher, sondern dass er nach Höherem, nach geistigen Dingen trachten muss. Dann wird er in die Stille gehen, um zu meditieren und zu suchen. Und aus dieser Stille heraus wird sich etwas anbahnen, ereignen, das ihm den Weg zu einer solchen Aufgabe weist.
Denn es ist so: Die Geistwesen Gottes betrachten dann die Fähigkeiten des Menschen, beobachten ihn und versuchen, ihn auf dem Weg zu seinem einst gewählten Ziele zu fördern. Es gelingt den Geistern Gottes nicht immer, einen solchen Menschen genügend zu inspirieren; es kommt ganz auf sein Leben und Wirken an. Neigt er dazu, das Geistige aufzunehmen, ist er sensibler Natur und vermag er alles von der göttlichen Seite Herkommende zu bejahen, dann ist es für sie leichter, ihn auf seine Aufgaben hinzulenken und ihn ans Ziel zu führen. Das will also heissen: Wenn Menschen ihre Aufgaben nicht zu erkennen glauben, sollen sie noch viel mehr an sich arbeiten und danach suchen. Wenn sie zur Ruhe gehen, sollen sie darüber meditieren und sich immer wieder fragen: “Worin besteht meine Aufgabe? Was habe ich einst versprochen?” Wem es wirklich ernst damit ist, eine Aufgabe zu erfüllen, dem wird die Erkenntnis auch auf irgendeine Art zuteil.
Oft ist es aber auch so, dass der Mensch schon längst an seine Aufgabe geführt wurde und sie erfüllt. Vom einen wird viel erwartet, vom andern weniger. Denn jedem Geist wird für sein Erdenleben nur so viel zugemutet, wie er mit seiner Kraft bewältigen kann.
Oftmals ist es auch so, dass ein Mensch in irgendeiner Richtung etwas Grosses zu erreichen sucht. Er empfindet irgendeinen Drang und kämpft und kämpft. Vielleicht erreicht er selbst gar nicht das gewünschte Ziel; aber vielleicht bahnt er für andere an und macht jenen, die nach ihm kommen, den Weg frei. Dann hat auch er das Seinige getan. Die andern, die nachkommen, können dann das Gebäude fertig erstellen.
Wie beurteilt die geistige Welt das Leben eines Eremiten, der sich vielleicht schon in jungen Jahren in die Einsamkeit zurückgezogen hat?
Josef: Wenn Frauen oder Männer zum Beispiel in ein Kloster gehen, weichen sie wohl vielen Sünden aus – oder ich möchte sagen, es kommen dort nicht besonders grosse Gefahren an sie. Sie haben sich abgeschlossen, sie haben sich nicht einmal mehr um ihr Brot zu kümmern; das wenige, das sie brauchen, wird ihnen gegeben. Richtiger aber wäre, wenn solche Menschen, die sich dazu berufen fühlen, nur recht viel zu beten, zu fasten und der Sünde auszuweichen, sich trotzdem in den Dienst des Nächsten stellen würden. Sie sollten von Zeit zu Zeit zu Menschen gehen können und ihnen beispielsweise in ihren Krankheiten beistehen oder sie davon befreien.
Wenn ein Mensch fühlt, dass ein Leben in der Abgeschlossenheit für ihn das Richtige sei, so muss er sich bewusst sein, dass er trotzdem eine Aufgabe zu erfüllen hat. Wenn er dann mit dem Hause Gottes so verbunden ist, so müssen Geister des Himmels zu ihm kommen, die ihm beispielsweise Kräfte des Heils verleihen, sodass andere Menschen zu ihm in die Einsamkeit kommen und sich von ihm heilen lassen könnten. Aber auch dieses In-die-Einsamkeit-Gehen, dieses Sich-Abschliessen, muss einen Sinn haben: Es muss in den Dienst des Nächsten gestellt werden, wenn es ein Verdienst sein soll für die Seele selbst und für die ganze Menschheit. Solche Dinge haben aber keinen Wert und Sinn, wenn sie dem Nächsten nicht dienlich sind. Sie müssen dem Nächsten dienen. Verdienste erwirbt man sich, wenn man die Liebe aussendet, wenn man dem Nächsten hilft, wenn man bereit ist, nicht nur Gott zu dienen, sondern auch den Menschen zu helfen.
Wie kann ich mein Leben besser gestalten? Warum muss ich auf diese Weise durchs Leben?
Josef: Der eine Mensch muss einen steinigen Weg gehen, während es dem andern Menschen leichter geht. Der eine kann diese Steine selbst wegschaffen, beim andern kommen Engel Gottes zu Hilfe und schaffen diese Steine weg. Es sind also verschiedene Wege möglich, und verschieden kann einem Menschen Hilfe gegeben werden, wenn solche Steine vor ihm stehen. Du musst einmal in dich selbst gehen und dich fragen: “War dies ein Verschulden aus meinem jetzigen oder aus meinem letzten Leben? Dient es zu meiner geistigen Höherentwicklung?” Du selbst sollst in die stille Stunde gehen und um Erkenntnis fragen, denn der Mensch will an sich selbst nur das Gute sehen. Er will nicht glauben, dass er vielleicht in seinem letzten Leben einem Mitmenschen Steine in den Weg gelegt hat. Darum ist es Gott gefällig, wenn ein solcher Mensch reuig ist und alle Schuld auf sich nimmt. Ob du nun die Erkenntnis dafür hast, ob es dein Verschulden sein möge – bitte Gott, dass er dir alles Unrecht verzeihen möge, sei es aus diesem, aus deinem letzten oder aus deinem vorletzten Leben. Gehe als reuiger Diener zu Gott, bitte ihn, dass er dir die Wege zeige und öffne – dass er Engel zu dir sende und Kräfte über dich kommen mögen, die dir helfen aufzubauen –, dass du dein täglich Brot bekommst. Gehe diesen Weg wahrhaftig, und dir wird geholfen werden.
Habe ich eine Schuld abzutragen, da so viel seelisches und anderes Leid über mich gekommen ist, woraus ich keinen Ausweg finde?
Josef: Ja weisst du, in vielen Dingen brauchtest du eigentlich nur mehr Mut zu haben. Denn oftmals ist die Hoffnung, die Freude, das Glück in deiner Nähe, und du verstehst es nicht zuzugreifen. Du sollst nun deinen Engel, der dich behütet, bitten, dass er dich führen möge und dass du Freude empfangen darfst. Denn der Mensch soll nicht glauben, dass es immer eine Belastung oder ein Karma ist, wenn Leid über ihn gekommen ist. Oft entstehen solche Verhältnisse durch den Menschen selbst, weil er nicht die Kraft hat, aus sich herauszugehen, weil er nicht den Mut hat, einen Strick zu zerreissen, der schon längst morsch ist und wozu es keiner grossen Anstrengung mehr bedarf. Aber dieser Strick sollte zerrissen werden, und so wäre dann auch der Durchgang frei. So wird die Zeit kommen, wo eine solche Welle dich umgibt und wieder Freude zu dir kommt. Doch bitte inständig darum.
Soziales, Partnerschaft
Sterben, Hinübergehen, Trauer
Ich möchte gerne mit meiner verstorbenen Mutter in Verbindung kommen. Wie ist das möglich?
Josef: Weisst du, das kann nicht durch jeden Menschen geschehen. Wohl haben die meisten Menschen mediale Veranlagungen, aber nicht bei allen sind sie gleich stark. Die mediale Begabung bedeutet für den Menschen nicht etwa ein besonderes Glück. Er selbst kann nichts dafür, wenn er sie hat. Es ist diese verschiedenartige Zusammensetzung seiner Ausstrahlung oder seines Odes, was ihm ermöglicht, die Verbindung mit den Geistwesen anzuknüpfen. Und da möchte ich wieder einmal betonen, dass der Mensch, der diese Gabe besitzt, kein Recht hat, sich dadurch in besonderer Weise erhaben zu fühlen. Denn leicht könnte er dafür bestraft werden, indem ihm seine Ausstrahlung verändert würde, das heisst, dass ihm die mediale Gabe genommen würde. Die Zusammensetzung der Ausstrahlung oder des Odes ist bei jedem Menschen anders. Es sind kaum zwei Menschen auf der ganzen Erde, die ein und dasselbe Od, dieselbe Ausstrahlung haben. Das Od setzt sich zusammen aus vielen verschiedenen Strahlen und Farben. Und wenn ein Mensch nicht die Ausstrahlung eines Mediums hat, so hat er ja viele andere Möglichkeiten und geistige Gaben, womit er Grosses leisten kann. Der Mensch soll nicht glauben, dass das Höchste darin sei, als Vermittler mit der geistigen Welt in Verbindung zu treten und mit Verstorbenen zu sprechen.
So kann ich dir nur empfehlen, wenn du jeweils deine Gebete verrichtest: Bitte darum, dass du von deiner Mutter besondere Worte hören kannst. Und dazu möchte ich sagen, du glaubst nur, nichts von ihr zu hören. Dabei ist sie aber wohl verbunden mit dir. Du aber kannst sie nicht hören, weil dein irdischer Leib so fest wie eine Mauer um dich ist, dass du nichts hören kannst. Aber wenn der Mensch schläft, dann wird sein Geist in die geistige Welt geführt. Sein Geist findet sich auch zusammen mit seinen Lieben, auch wenn er morgens beim Erwachen gar nichts davon weiss. Dein Geist wird mit ihnen zusammengeführt, und nicht nur das, du kannst durch die verschiedensten Sphären geführt werden und dort wunderbare Dinge erleben. Du wirst gekräftigt in dieser Zeit. Du bringst deinem Körper diese Kraft zurück. Du trennst dich dabei nicht vollständig von deinem Körper, du bist noch mit ihm verbunden durch eine silberne Schnur, einen dünnen Faden. Und so kehrst du wieder in deinen Körper zurück.
Kann ich einem lieben Freund geistig helfen, der nach jahrelangem Kampf verzweifelte und sich das Leben nahm?
Josef: Ja, du kannst ihm durch dein tägliches Gebet helfen. Denn diese Seele wird dein Gebet als Trost und Balsam empfinden; der Schmerz wird für sie nicht mehr so arg sein. So empfehle ich dir: Bete täglich für diese Seele, denn sie wird um dich sein, sie wird deine Nähe suchen. Du sollst mit ihr sprechen, sie im Geiste führen. Du sollst ihr den Weg zeigen und sie zuerst beten lehren.
Diese Seele wird sich dir auch tagsüber nähern, wenn du an deiner Arbeit bist. Dann gib ihr einen guten Gedanken, sprich ein Gebet für sie. Wenn du aber findest, dass sie dich belästigt, dann weise sie in aller Liebe fort und sage ihr, dass sie sich dann und dann, da und da einfinden soll, also in deinem Hause, wo du dann für sie beten willst. Auf diese Weise kannst du etwas Grosses tun. Aber ich möchte hier erwähnen, dass die Menschen nie glauben sollen, dass ihnen durch ihr Gebet die Macht gegeben sei, eine Seele von ihren Qualen zu befreien. Das Gebet der Menschen ist für sie Balsam, dass sie ihren Zustand leichter ertragen kann – aber das ändert ihren Zustand selbst nicht. Denn solche Seelen werden so lange nicht von ihrer Sphäre weggeführt, bis ein Engel Gottes dies für richtig hält oder die Zeit der Läuterung abgelaufen ist. Und so können alle Menschen für diese armen Seelen so viel wirken, indem sie ihnen ihre Gebete senden, die Trost sind für sie.
Wir wurden darüber unterrichtet, dass ein Verstorbener in der Regel nach seiner Heimkehr einen Anpassungsschlaf macht. Wie lange dauert so ein Schlaf?
Josef: Es ist sehr verschieden, einige Monate bis einige Jahre. Es kommt auch auf die Stunde des Ablebens an, ob ein Todeskampf stattgefunden hat oder ob er ruhig hinübergegangen ist. Wer ruhig und leicht in diese geistige Welt eintreten kann, der hat dort auch einen ruhigen Schlaf. Er braucht nicht so lange zu schlafen. Wenn aber ein Mensch einen schweren Todeskampf gehabt hat, so hat er auch einen schweren Schlaf. Es ist etwas Unharmonisches darin. Und dieses Verkrampftsein muss sich in der geistigen Welt auflösen. Es muss dort über diese Wesen Ruhe kommen. Der Schlaf geht länger, bis alles gelöst ist.
Meine Mutter ist unerwartet gestorben. Kann ich mit ihr in Verbindung kommen?
Josef: In der Regel ist es so, dass eine Mutter mit ihren Kindern doch sehr verbunden ist und dass sie, wenn sie im geistigen Reiche angelangt ist, nur den einen Wunsch hat: zurückzukehren zu ihren Kindern, sei es, um noch etwas in Ordnung zu bringen oder um etwas mitzuteilen.
Es kann sein – ich möchte dies als allgemeine Erklärung sagen –, dass ein solches Wesen schon gleich nach seinem Tode zu seinen Lieben zurückkehren und sich ihnen bekunden kann, ganz plötzlich, und dass es erst einige Wochen später zu dieser Ruhe, zu diesem [Anpassungs-]Schlaf kommt. Es kann aber auch sein, dass diese Seele sofort in diesen Schlaf geholt wird und so an einem Ort für einige Wochen, Monate oder Jahre zur Ruhe kommt. Es kommt hier auf die geistige Entwicklung an.
So geschieht es sehr oft, dass dann der Heimgegangene, mit dem der Mensch in Verbindung kommen möchte, während dessen körperlicher Ruhe die Nähe dieses Menschen aufsucht, um sich ihm zu bekunden. Wenn dann das Verlangen des Menschen so gross ist, eine Mitteilung zu empfangen, und wenn seine Art Strahlung [Schwingung] so ist, dass es möglich sein kann, in kürzester Zeit diese Mitteilung aufzunehmen, dann ist es – ich darf wohl sagen – auch eine besondere Gnade für ihn. Viele haben, um solche Kundgaben empfangen zu dürfen, viele Wochen darum zu bitten, oft viele Jahre. Auch dieses ist verschieden.
In deinem Falle, wenn dir daran gelegen ist, eine Verbindung aufzunehmen, sollst du, wenn du dich zur Ruhe legst, darum bitten, dass man es dir in das Bewusstsein geben möge, damit du es erleben kannst, dass man dir von deinen Verwandten Nachricht geben kann. Es kann ein Geistwesen auch einen dir nahestehenden Mitmenschen inspirieren, damit du auf diese Weise zu einer Antwort kommst. Denn auch auf diese Weise versucht die geistige Welt sich euch kundzutun. Die Menschen überprüfen solches viel zu wenig und glauben, wenn ein nahestehender Mitmensch ihnen etwas sagt, dies wäre nur seine eigene Idee – dabei kann er von der geistigen Welt dazu inspiriert worden sein.
So kann einem Menschen auf sein Bitten hin eine Antwort gebracht werden, und zwar so, wie er sie am besten verstehen kann. Er muss aber darum bitten, und sicherlich kann die Antwort auf eine Weise gegeben werden.
Stimmt es, dass die meisten Verstorbenen bei ihrer Bestattung selbst zugegen sind?
Josef: Es kommt auch hier auf die Entwicklung des Verstorbenen an. Wenn er eine gewisse Höhe erreicht hat, wird er der Erde sogleich entzogen und bestimmt nicht zu seiner Bestattung zurückgeführt. Es sei denn, dass er etwas mithören oder miterleben muss, das zu seiner Läuterung gehört. Es kann sich also auch um einen Geist handeln, der schon eine gewisse Reife erlangt hat; dann aber hat es einen Sinn, wenn er dabei sein muss. Handelt es sich aber um Verstorbene, die noch allzu sehr an die Erde gebunden sind und deshalb nicht in höhere Stufen eingehen können, dann kann der Zweck ihres Hinführens zur Bestattung der sein, ihnen zu zeigen, dass sie nun gestorben sind.
Wie aus deinen Belehrungen hervorgeht, gibt es zahlreiche Verstorbene, die während einer längeren oder kürzeren Zeit gar nicht realisieren, dass sie gestorben sind. Wie ist das zu erklären?
Josef: Dies betrifft nur jene, die zu Lebzeiten nichts von dieser geistigen Verbundenheit wissen wollten. Wenn sich ein Mensch mit diesen Fragen zum Weiterleben befasst, dann wird es für ihn viel leichter sein, sich im geistigen Reiche zurechtzufinden. Die erste Zeit nach dem Übertritt ist besonders für jene eine Zeit der Verwirrung, die nicht an ein Weiterleben glauben konnten. Für jene aber, die als Mensch an dieses Weiterleben glaubten und auch verbunden waren mit der göttlichen Welt, ist es viel leichter, sich zurechtzufinden, weil ihr Geist in dieser Beziehung von diesem Wissen geläutert und durchdrungen ist. So erlebt ein solcher seine neue Umgebung sofort in ihrer Wirklichkeit, von der er als Mensch so viel geahnt hat. Die andern leben in einem gewissen Traumzustand und finden keine Erklärung für all das, was sie dann im Jenseits umgibt.
Sind bei jedem Unglücksfall helfende Geistwesen, Missionsgeister da, die den Sterbenden helfen?
Josef: Es sind immer Missionsgeister da. Wenn ein Mensch bei einem Unglücksfall ums Leben kommen wird, so weiss sein Schutzgeist darüber Bescheid. Er kennt den Ablauf des Tages, wenn sein Schützling von zu Hause weggeht; er weiss, wie es geschehen wird. Und dann wird er dementsprechend bereits seine Geschwister orientieren, und sie werden dann schon bereitstehen, wenn es geschieht. Denn so ist die Vorschau der Geister Gottes; sie können Stunden, ja Wochen oder Monate schon zum Voraus Einblick in einen Tag haben.
Im Schlaf kann der Geist ohne Hilfe der Engel aus dem irdischen Körper austreten und in der geistigen Sphäre wandeln. Wie ist das Austreten des Geistes beim Sterben, müssen da die Engel helfen?
Josef: Beim schlafenden Menschen bleibt der Geist durch die “silberne Schnur” mit dem Körper verbunden – ihr sollt euch diese wie eine Spirale vorstellen: Durch irgendeinen Laut oder Schrecken wird der Geist blitzschnell wieder in seinen Körper zurückgezogen. Es ist im Gesetze Gottes so eingerichtet, dass der Geist des schlafenden Menschen frei austreten kann; er wird dann beim Erwachen in den Körper zurückgezogen und nimmt wieder voll und ganz Besitz vom menschlichen Körper.
Dem sterbenden Menschen stehen Geister Gottes zur Verfügung und helfen ihm. Aber nicht bei jedem Menschen, der dem Tode entgegengeht, sind helfende Geister da: Es gibt ja Unglücksfälle, bei denen der Tod so rasch eintritt. In diesem Fall kommen Missionsgeister und nehmen, wenn sich der Geist vom Körper getrennt hat, den Geist in Empfang.
Die Geister Gottes sind beim sterbenden Menschen, um seinem Geist den Übertritt zu erleichtern. Es kann aber sein, dass man sich nicht allzu sehr um einen Menschen kümmert und ihm das Ganze selbst überlässt. Denn es ist auch eine Frage der Gebundenheit des Menschen an die Welt. Es gibt Menschen, die sich in den letzten Stunden mit ihrem Willen noch so an das Leben klammern; dann vollzieht sich der Austritt des Geistes aus dem Körper schwerer und langsamer, und dann müssen oft die Geister Gottes einschreiten. Sie versuchen dann, dem abtretenden Geist zu helfen, sich von seinem Körper zu lösen. Es ist ein Dienst der Engelswelt, den sie am Menschen erfüllt. Es wird für jeden Sterbenden eine Erleichterung sein, wenn ein Engel dasteht und ihm hilft.
Ein Verstorbener hat mir viel Gutes erwiesen; leider bereitete ich ihm Kummer, was mich plagt. In der Hoffnung, dass er mir verzeiht, lege ich oft Blumen auf sein Grab und bete. Kann er meine Reue wahrnehmen und sich über meine Blumen freuen?
Josef: Es ist nicht unbedingt so, dass dieser Geist auf sein Grab geht, um die Blumen zu sehen; denn so wäre er ja an diese Stelle gebunden. Und wenn es so ist, dass er viel Gutes getan hat im Leben, dann wird er bestimmt nicht an diesen Ort gebunden sein, wo sein Körper liegt. Anders ist es, wenn du zu Hause eine Kerze anzündest, vielleicht auch einen Blumenstrauss im Gedenken danebenstellt und so ein Vaterunser betest. Denn so kann die Verbindung doch viel besser hergestellt werden.
Aber was noch möglich ist: Wer einem Verstorbenen einmal etwas zuleide getan hat oder mit ihm nicht einverstanden war, woraus sich Zwistigkeiten ergeben haben, da kann der Geist des reuigen Menschen in der Zeit, da sein Körper schläft, sich möglicherweise mit dem Verstorbenen zusammenfinden, sodass dann eine Aussprache zustande kommen kann. In diesem Falle würde der Verstorbene dann sehen, dass man bereut, und es kann eine Versöhnung stattfinden. Dies also ist eine grosse Wahrscheinlichkeit. Und der Verstorbene wird sich freuen, wenn er sieht, dass man seiner gedenkt.
Welche Mission erfüllen die führenden Schutzgeister bei Unglücksfällen?
Josef: Die Führer und Schutzgeister sind eigentlich auch in den meisten Fällen bei Anliegen tätig, wenn es nottut oder etwas Unerwartetes kommt. Denn in der Geisteswelt sind ja alle in ihre Arbeit eingeweiht. Sie sind sozusagen Spezialisten in ihren Aufgaben und stellen so ihre Dienste zur Verfügung. Der führende Geist ist vielmehr dafür besorgt, wohin der Betreffende geführt wird, wie er beurteilt wird, in welche Sphäre er kommt. Man nimmt sich so seines geistigen Lebens an: des höheren Lebens und des Eintritts in seine Sphäre. Das ist die Aufgabe der führenden Geister, und es ist auch ihre Aufgabe hinsichtlich der Läuterung. Sie werden in dieser Weise einschreiten bei den Heimgekehrten.
Dann sind also bei jedem Unfall oder Unglücksfall – sei es auf der Strasse, bei der Bahn, auf See – überall Missionsgeister anwesend?
Josef: Es sind immer Missionsgeister da. Ihr müsst euch Folgendes bewusst werden: Wenn ein Mensch von zu Hause weggeht, so weiss sein Schutzgeist den Ablauf des Tages. Dann wird er schon dementsprechend seine Geschwister orientieren, und sie werden bereitstehen, wenn etwas geschieht. Denn so ist die Vorschau der Geister Gottes: Sie haben schon im Voraus Einblick in einen Tag, in Stunden, ja in Wochen oder Monate. Es kommt ganz darauf an, ob ein Unglücksfall für sein Leben festgesetzt war, ob es Bestimmung für ihn war oder ob es etwas ist, das sich eben plötzlich ereignen würde, das nicht im Plane steht, das nicht einberechnet ist.
Körper, Gesundheit, Medizin
Wenn ein Kranker stirbt, ist die Krankheit auch nach dem Tode noch im Geistkörper sichtbar?
Josef: Dazu möchte ich Folgendes erklären: Ist zum Beispiel ein geistig nicht gehobener Mensch vor seinem Tode einige Jahre gelähmt gewesen, dann kann er dieses Empfinden mit sich nehmen. Hat er einen grossen Schmerz, fühlt sich ein solcher Geist immer noch krank. Aber nur jene fühlen noch [nach ihrem Tode] ihre Krankheit, die geistig noch nicht so gehoben sind, die nicht an ein Weiterleben nach dem Tode geglaubt haben, die es einfach nicht wahrhaben wollen, dass sie vom irdischen Körper gelöst sind. Sie leben noch in einer gewissen Wahnvorstellung oder fixen Idee, dass sie noch krank seien. Doch die Engel Gottes werden sie mit der Zeit darüber aufklären, dass sie von ihrem irdischen Körper gelöst und befreit sind und gar keine Schmerzen mehr haben. Bei vielen aber geht es recht lange Zeit, bis sie sich belehren lassen. In solchen Fällen kann man dann nicht von einer Krankheit in eurem Sinne sprechen, sondern es ist ein Durchdrungensein von einer fixen Idee und dem Glauben, dass es so sei.
Mein Vater leidet an Lungenkrebs. Er ist in grosser Sorge und fürchtet sich vor dem, was auf ihn zukommt. Ist eine Operation möglich, und kann ihm geholfen werden?
Josef: Meine lieben Freunde, wenn ihr solche Probleme und Fragen an mich stellt, ist meine Antwort: Es sind Menschen um euch, die euch beraten können. Wird ein Mensch geistig geführt, wird er zu einem Arzt geleitet, der ihm helfen kann. Es können aber Krankheiten an den Menschen kommen, bei denen ein Arzt nicht mehr zu helfen vermag. Aber die Leiden können gemildert und die Tage verlängert werden. Dies ist eine besondere Gnade, die jenen Menschen zuteilwird, die diesen geistigen Weg kennen und selbst auch gehen. Ich habe euch schon gesagt, dass die Gnade bei euch anfangs klein war – heute ist sie jedoch gross. Doch darf ich nicht ausrufen, dass meinen Freunden, die die geistige Sprache und die Gesetze Gottes kennen, immer geholfen werde.
Nein, liebe Freunde, mein Wunsch ist, jedem Menschen an Leib und Seele zu helfen. Doch es liegt nicht bei mir, sondern es kommt von Gott. Gott hilft, Gott sendet die Heilkräfte, Gott sendet die Gnade. Ich darf euch Worte der Aufmunterung geben, ich darf euch die Wege, die ihr zu gehen habt, beleuchten und zeigen – welches Licht zu euch kommt, welche Kraft zu euch dringt.
Lieber Freund, so rate ich dir in deinem Falle: Gehorche jenem Arzt, der deinen Vater berät. Erfülle nun dazu eine Aufgabe, indem du um Gnade bittest und flehst, dass an deinem Vater die richtige Handlung vollzogen werde. Denn wisst ihr, meine Freunde, die Stunde des Todes kommt zu jeder Seele, und sie ist nicht so schwer, wie ihr glaubt.
Ihr glaubt, dass ihr euch von dieser Welt nicht trennen könnt. Aber bedenkt, liebe Freunde, dieses Leben, in dem ihr steht, ist nichts anderes als ein Examen, eine Prüfung, die von morgens bis abends andauert. Wenn diese Uhr abgelaufen ist, werdet ihr in die geistige Welt hineingeführt, und die Prüfungen dieses Lebens werden von euch genommen. Habt ihr gut gelebt, braucht ihr keine Angst zu haben, denn das Leben in der geistigen Welt ist harmonischer und viel schöner als auf der irdischen Welt mit ihren Nöten, mit ihrem Schweren, mit ihrem Trug. Wenn auch jede Seele durch die Sphären der Läuterung gehen muss, so herrscht doch auch dort wahrhaftige Liebe. Ein jedes Wesen, das eine Seele führen muss, ist sehr zuvorkommend, sehr liebevoll. Und bedenkt: In der geistigen Welt wird mehr getröstet als auf dieser Erde.
Gibt es heilende Wasserquellen?
Josef: Es gibt Menschen, die mit einem solchen Vertrauen zu einer solchen Quelle hingehen, und ihr Glaube ist so gross, dort geheilt zu werden, dass dann wahrhaftig bei dem einen oder andern dieser Glaube stark genug ist, dass er geheilt wird.
So ist es eben oft so notwendig, dass der eine oder der andere Mensch an einen solchen Ort geführt werden kann, wenn er von diesem oder jenem Wasser Heilung erhofft. Wenn Menschen zusammen wirklich diesen Glauben in sich tragen, kann einer Quelle ein besonderer Segen gegeben sein. Es braucht aber nicht unbedingt so zu sein. Denn der Mensch erzeugt durch seine Willenskraft und sein Vertrauen diese Kraft in sich selbst; durch seinen Glauben an Gott erzeugt er in sich eine ungeheure Kraft, die ihm für seinen Körper zum Heile ist.
Es kann ihm auch zum Heile sein für seine Seele; denn im Menschen ist ein ständiger Antrieb durch seine Gedanken, seine Willensäusserungen. Und wenn er für das Gute wirkt, so treibt er dieses Rad ständig an und bringt es in die grösste Schwingung, und es gibt seinem Körper eine grosse Kraft und Energie, sodass er wieder gesundet.
Daher sage ich doch so oft zu den Menschen: Ihr habt in euch so ungeheuer viel Kraft. Und diese ist: Vertrauen, Mut – Mut muss der Mensch haben, Energie muss er aufbringen, und dann kann er so viel zu seinem Heile beitragen, und sein Heil liegt in seinem Körper wie in seiner Seele, wenn er dieses erkannt hat.
Mit welchen Medikamenten soll man eine Krankheit behandeln – mit Naturheilmitteln oder mit chemischen Medikamenten?
Josef: Es liegen so viele Wurzeln, so viele Kräutlein für die Menschen bereit! Es sind einfache Kräutlein, die den Menschen helfen gegen Krankheiten, wenn man dieselben zur rechten Zeit anwendet. Wenn aber eine Krankheit zu weit fortgeschritten ist, dann können diese Kräutlein nichts mehr nützen, dann braucht der Mensch einen Arzt, der ihm etwas Stärkeres gibt. Und diese Mittel, welche die Ärzte verabreichen, sind doch auch Zusammensetzungen von diesen vielen Produkten der Erde oder der Natur, von Pflanzen oder von Tieren, und dies ist eben im gleichen Sinne – so wie ich gesagt habe.
Bei einer fortgeschrittenen Krankheit nehmen die Menschen eben etwas Starkes, und in diesem Fall ist der Erfolg weiter entfernt, als wenn man beizeiten mit dem anfängt, was aus der Erde gewachsen ist, mit diesen Kräutlein, die von diesen Strahlen gekräftigt wurden – von Frühling, Sommer, Herbst und Winter, von all diesen Engeln, die ihre Arbeit geleistet haben für diese Kräutlein. Je früher man mit der Behandlung einer Krankheit beginnt, desto besser. Darum sage ich immer: Wenn ein Mensch schon erkrankt ist und ihm diese Kräutlein nicht mehr helfen können, dann soll er zum Arzt gehen, der auch ein Werkzeug Gottes sein kann.
Wenn Gott durch seine Heilengel heilen kann, warum sind denn noch die Anstrengungen der Ärzte nötig?
Josef: Gott kann sich der Ärzte ebenso als seiner Werkzeuge bedienen. Und wie könnten denn die Heilengel an solche Menschen dringen, die Gott ablehnen, die von Gott und seinen Engeln nichts wissen wollen? Ja glaubt ihr, dass sie würdig sind, dass die Heilengel zu ihnen kommen?
So muss der Menschheit die Möglichkeit gegeben werden, dass ihr auf andere Art geholfen werden kann. So sind die Ärzte auch Werkzeuge Gottes. Denn nicht von sich aus haben sie diese Talente, sondern Gott hat sie ihnen gegeben. Und wenn sie sich in den Dienst des Nächsten stellen, sind ihre Talente und ist ihr Wirken besonders gesegnet.
Wie kann die Geisterwelt Gottes bei Krankheiten und Schmerzen helfen?
Josef: Wir haben im Geisterreich auch Medikamente. Ihr habt auf Erden für die Behandlung von Krankheiten wunderbare Pflanzen nebst chemischen Mitteln. Im Geisterreich aber ist das Ursprüngliche, die reingeistige Heilkraft, vorhanden. Ein Geist hat die Möglichkeit, dem Kranken ein geistiges Heilmittel zu bringen, was der Mensch natürlich nicht sieht. Er hat feinstoffliche Öle, Balsam zur Verfügung. Er bedient sich verschiedener Dämpfe und anderer Dinge. So nähert sich der Geist der Heilkraft seinem Schützling im günstigsten Moment und bringt ihm, was dieser braucht. Vielleicht taucht er seine Hände in dieses geistige Öl und bestreicht damit seine Stirn. Oder er bringt ihm ein geistiges Betäubungsmittel gegen die Schmerzen. Dies tun die Geister an euch ungeachtet der Arbeit, in der ihr eventuell gerade steckt. Sie nehmen die Behandlung also auch während des Tages vor, vielleicht inmitten eurer Arbeit. Sie tun es aber auch während der Nacht, wenn euer Geist sich vom Körper gelöst hat.
Wenn sich aber beim alternden Menschen Beschwerden einstellen, müssen wir sagen: Damit müsst ihr euch abfinden; denn von einem gewissen Alter an fängt der Leib an sich zu ‘zersetzen’. Es geht nach einem Gesetz. Da muss man darum bitten, dass einem die Kraft gegeben wird, das Leiden zu ertragen und die Aufgaben noch zu erfüllen, oder dass einem diese geistigen schmerzmildernden Mittel zugeführt werden. Dazu ist die geistige Welt auch bereit.
Ich leide unter depressiven Verstimmungen. Was kann mir helfen?
Josef: Liebe Seele, ich kann dir empfehlen, du sollst jeden Morgen, wenn du dein Gebet verrichtet hast, sagen: “Heute will ich fröhlich sein – ich will den ganzen Tag fröhlich sein!” Bei allem, was dir begegnet, denke stets an diese Worte: “Nein, ich will fröhlich sein!” Diese Einstellung muss tief in deine Seele dringen, und du sollst nicht diesen Bildern und Dingen nachgehen, die an dich kommen. Du sollst dich immer an diese Worte erinnern: “Ich will heute fröhlich sein!” Ich will dir sagen, dass Engel Gottes sehr gerne um fröhliche Menschen sind. Doch bedenke, es müssen fröhliche Menschen sein, die die Grenzen der Fröhlichkeit kennen. Man kann fröhlich sein auf eine liebevolle Art, die den Nächsten anzieht, und dies ist es, wonach der Mensch trachten muss. Die wahre, reine Fröhlichkeit soll er von sich geben, dann kommen diese schweren Stunden oder Probleme gar nicht an ihn heran. Sie bekommen eine ganz andere Fassung. Du kannst diese Probleme ganz anders lösen, wenn in deiner Seele Freude ist. Du musst sie füllen mit Freude, denn wenn diese Freude nicht ist, kommen Geister der Trübsal, des Zweifels und alles Mögliche an dich heran. Sie aber kannst du fortsenden, wenn du deine Seele mit Freude füllst. Und Freuden kannst du erleben, wenn du einem Menschen etwas Gutes tust. Es muss gar nicht eine besonders grosse Sache sein, aber mache einem Menschen eine kleine Freude. Probiere es immer wieder, und dann wird auch deine Seele erfüllt sein mit Freude.
Ernährung
Rauschgift, Alkohol, Rauchen
Kunst, Natur, Materie
Kunst, Musik, Sport
Tiere
Was geschieht mit den Seelen edler Haustiere nach ihrem Tode, mit denen wir verbunden waren?
Josef: Jede Tierseele findet je nach ihrer Gattung zu ihrer Familie zurück, und von dort entwickelt sie sich wieder weiter. Wenn ein Mensch einem Tier viel Liebe gegeben hat, so war dies seine Pflicht; er hat damit etwas Göttliches getan. Dass man diese Haustiere liebt und pflegt, das ist des Menschen Pflicht. Für diese Wesen, die so von unten aufsteigen, soll es ein Glück und eine Freude sein, in eine solche Zeit hineingeboren zu werden, wo liebende Menschen sie umgeben und ihnen durch ihre Liebe auch zum geistigen Aufstieg verhelfen.
Hat das Tier nebst einer Seele auch einen Geistfunken wie der Mensch?
Josef: Ja natürlich hat das Tier einen geistigen Funken. Es ist das, was Gott dem Leib zur Lebendigkeit geschenkt hat. Es ist wieder eine Angelegenheit für sich, in was für ein Kleid dieser Funke gegeben wird. Es ist so, wie der Apostel Paulus sagt: “Verschieden ist der Leib des Tieres, der Pflanze, des Menschen” (1. Kor. 15, 39). Hier handelt es sich um die Entwicklung, um den geistigen Aufstieg, von dem ich schon so oft gesprochen habe: von diesem Auswechseln der Leiber, von diesem Eingreifen Gottes im geistigen Aufstieg eines Wesens.
Haben Tiere auch Schutzgeister? Unser Hund fiel kürzlich vom zweiten Stockwerk zehn Meter tief auf den gepflasterten Boden, ohne Schaden zu nehmen.
Josef: Es hat nicht das einzelne Tier einen Schutzgeist; aber wie ich immer wieder betone, stehen in der Natur Wächter, bestimmte Schutzgeister in gewissen Sphären des Erdenreichs. Und diese Schutzgeister haben die Möglichkeit, sich in solchen Fällen einzuschalten.
Es kann auch dein eigener Schutzgeist dafür gesorgt haben, dass deinem Tiere nichts passiert ist, dass es heil davongekommen ist. Schutzgeister haben also die Möglichkeit einzugreifen. Ganz gerne tun sie das zugunsten von Freunden da und dort, um ihnen einen Beweis zu geben von der Hilfe, die ihnen stets zuteilwird. Aus Dankbarkeit tun sie das und dass der einzelne erkennen soll, wie die geistige Welt zu helfen bereit ist, wo es möglich ist.
Beim Menschen ist der Sinn des Leidens erkennbar. Aber wie verhält es sich beim Tier?
Josef: Es ist schwer, diese Frage für jeden verständlich genug zu beantworten. Dem Menschen ist das Tier untertan, es steht in seiner Gewalt. Wenn er aber das Tier quält, verstösst er gegen das göttliche Gesetz; er belastet sich und hat dies wiedergutzumachen. Er wird dafür bestraft, wenn er in die geistige Welt kommt, wie für ein anderes schweres Vergehen.
An und für sich muss aber das Tier eben denselben Entwicklungsweg gehen, der ihm bestimmt ist. Der Mensch aber sollte wissen, dass auch das Tier eine Seele hat und Schmerz und Leid empfindet. Tiere sind dem Menschen anvertrautes Gut, und Gottes Diener werden ihn einst zur Rechenschaft ziehen; denn auf die Misshandlung von Tieren steht Strafe wie auf die Misshandlung von Menschen.
Pflanzen, Mineralien
Geschlechtlichkeit, Duale
Geist und Materie, Raum und Zeit
Wo sollen wir uns die geistigen Sphären und Ebenen vorstellen: in der unmittelbaren Erdnähe oder in weiteren Entfernungen, vielleicht den Distanzen der Sterne vergleichbar?
Josef: Ihr seid immer an das Materielle gebunden, auch im Denken; ihr müsst euch immer einen Raum vorstellen. Das ist im Geistigen aber nicht so. Da fliessen sogar verschiedene Sphären ineinander, und jene Wesen in den tieferen Sphären können die höheren Wesen nicht erkennen. Es ist mir nicht möglich, euch das alles begreiflich zu machen.
Wenn von den niederen und den höheren Stufen gesprochen wird, stellt sich ein Mensch gewöhnlich diese Stufen in der Reihenfolge vor, wie er es begreift: zuerst Niederes, dann Höheres. In der geistigen Welt kann es aber so sein, dass diese Ebenen ineinander hineinfliessen und dennoch streng voneinander abgegrenzt sind – dass sie also höhenmässig auf derselbe Stufe oder Ebene sind, wohl aber im Geistigen voneinander abgegrenzt, sodass sowohl die höhere Ebene als auch die niedere Ebene als solche bezeichnet werden kann.
Wie findet eine verstorbene erdgebundene Seele den Weg zurück zur Erde?
Josef: Wenn wir von geistigen Sphären und Ebenen und deren Entwicklungen reden, müsst ihr euch nicht vorstellen und meinen, es seien gewaltige Distanzen von einer Entwicklungsebene zur andern. Diese Erdgebundenen sind nicht allzu weit von der Erde entfernt; sie können im Luftraum ihre Ebene haben. Von dort ist es nicht weit, um wieder auf die feste Erde zu gelangen. Da werden diese erdgebundenen Seelen wie durch einen Magneten von der Erde angezogen. Einige Tausend Kilometer Entfernung von dem Ort, wo man gelebt hat, bedeuten da keine Distanz.
Ich denke an die für unsere Begriffe unermesslichen Entfernungen in der Sternenwelt, die doch ein Geist mit transzendentaler Geschwindigkeit zurücklegen muss.
Josef: Diese Entfernungen erscheinen nur euch als eine solche Unendlichkeit, doch für das geistige Auge ist dem nicht so. Die Verhältnisse sind ganz anders, und es geht in einer riesigen Schnelligkeit. Es ist alles so leicht. Alles ist in Schwingung und geht so rasch vor sich, wovon ihr euch keine Vorstellung machen könnt, denn ihr selbst spürt nur eure Schwere, euren schweren Körper. Diese Schwere werdet ihr der Erde wieder zurückgeben. Je leichter und schöner eure Seele ist, je schneller und schöner geht sie in die geistige Welt ein und wandert durch die Sphären. So wird sie eben als unbelastetes, helles, lichtes Wesen schneller durch diese Sphären ziehen, als wenn noch so viel Schweres und Düsteres an ihr haftet, was sie ständig in die Tiefe niederzieht.
Wissenschaft, Politik und Frieden
Wissenschaft, Technik
Wäre die geistige Welt bereit, Beweise für die Ewigkeit zu geben, wenn bei den Wissenschaftlern wirklich das Interesse und die innere Bereitschaft vorhanden wären?
Josef: Es ist weniger das Interesse, das vorhanden sein muss, als vielmehr die innere Bereitschaft zum Glauben. Dann wird die geistige Welt ihrerseits das Ihrige dazu beitragen. Lediglich der Neugierde wegen wird die Geisterwelt nicht in dem Masse beistehen.
Der Mensch muss sich wieder mit dem Glauben an die Ewigkeit befassen, er muss sich wieder mit diesem Glauben auseinandersetzen. Obwohl doch der Christ der Auffassung ist, dass er gläubig ist, glaubt er nur ganz oberflächlich an eine Ewigkeit; er setzt sich eben doch nicht mit dieser Ewigkeit auseinander.
Politik, Staat, Justiz, Schweiz
Krieg, Frieden, Militär
Bibel, Erlösung, Heilsplan
Theologische Fragen, Bibel
Im Neuen Testament heisst es: “Und es werden sich noch viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen” (Mat. 24, 11). Woran erkennt man die falschen Propheten?
Josef: Hierzu könnte man auch bestimmte Menschen rechnen, die eine besondere Glaubenslehre verbreiten. Betrachtet einmal diese vielen Sekten, diese vielen Gemeinschaften. Solltest du einmal Gelegenheit haben, von einer Gemeinschaft zur andern zu gehen und mitzuhören, so könntest du mit deinen Erkenntnissen, die du dir erworben hast, erkennen, welches falsche Propheten sind.
Wenn du in eine solche Gemeinschaft gehst, und es wird dort von Liebe gesprochen – die Liebe ist ja in jeder Religion enthalten –, wenn aber nur davon gesprochen und dir diese Liebe nicht gegeben wird, sei es von dem Propheten oder sei es von den Menschen, die sich diesem Propheten anschliessen, dann bist du nicht am richtigen Ort.
Wenn man dich schon zu materiellen Beiträgen zwingt, wenn du dich schon zu verpflichten hast, es sozusagen mit dem Stifte, mit der Feder bestätigen musst, dass du jener Gemeinschaft angehörst, dann bist du auch nicht am richtigen Ort. Denn die Kirche Gottes muss in der Seele eines jeden Menschen sein. Der Mensch muss solche Erkenntnisse erwerben, dass er erkennt, dass die wahre Kirche Gottes in ihm selbst ist, dass er aus dieser Kirche in seinem Innern schöpfen kann, dass er glücklich sein kann mit sich in seiner Kirche. Wenn du an einen Ort geführt wirst, und jene Propheten schimpfen und spotten über Menschen, die nicht gleicher Meinung sind, dann bist du auch nicht am richtigen Ort.
Nun, liebe Seele, ich brauche darüber keine weiteren Worte mehr zu geben, denn so sehr erkläre ich immer die Toleranz in allen Dingen. Sie ist auch zu finden in einer reinen Gemeinschaft, wo die Worte Gottes verbreitet werden und den Menschen Trost und Liebe gespendet wird. Wenn von euch etwas Unrechtes getan wurde, das nicht dem entspricht, was ich euch lehre, so wisst ihr genau: Ich tadle oder verurteile die Menschen nicht, sondern ich spreche ihnen Mut zu, ich versuche, sie zu trösten. Ich versuche sie auf die richtigen Wege zu führen, ich versuche allen Freunden die Freude am Leben einzuprägen, und dies kann nur geschehen, wenn der Mensch wirklich seine Aufgabe erkennt und Freude daran hat, in diesem Heilsplan Gottes zu leben, und er mithelfen kann, ihn zu erfüllen.
Was bedeutet das Christuswort: “Wer mich sieht, sieht den Vater?” (Joh. 12, 45).
Josef: Damit meinte Christus seine Einheit mit dem Vater – in der Liebe, in der Wahrheit; dass die Wahrheit bei ihm ist, wie sie beim Vater ist.
Der Fall
Schöpfungsgeschichte, Adam, Eva
Die Erlösungstat
Das Ende, Wiederkunft
Warum lässt Gott zu, Wille, Leid
Kann der Mensch sein Schicksal selbst formen?
Josef: Es ist für jedes Menschenleben das Schicksal gezeichnet. Wie es sich erfüllt, ob in seiner ganzen Schärfe oder etwas gemildert, darüber entscheiden die Engel Gottes, je nachdem, wie sich der Mensch benimmt. Aber dass es sich erfüllt, dafür sorgen sie bestimmt. Nun kann aber der Mensch viel dazu tun, um sein Schicksal zu erleichtern. Einmal dann, wenn er selbst vernünftig lebt und die Dinge gut überdenkt. Wenn die Menschen nicht so oberflächlich wären, sondern sich alles besser überlegen würden, hätten sie weniger Schaden zu tragen.
Heilsplan, Vorherbestimmung
Religion, Geschichte, Glaube
Geschichte des Christentums
Religionen, religiöse Bräuche
Was hältst du vom Fasten, von Schweigeübungen und dergleichen, die in gewissen Lehren zur geistigen Höherentwicklung empfohlen werden?
Josef: Früher hatten die Menschen gefastet, da waren die Verhältnisse ganz anders. Damals konnten sie nach dem Fasten die Verbindung mit Gott besser finden. Heute sind die Verhältnisse aber so: Wenn sich der Mensch höherentwickeln will, so muss er von sich aus so viel Gutes tun, geben und wirken im Guten, dass ihm das mehr Verdienst einbringt als Fasten. Was nützt es einem Menschen heute, der für sich selber einfach fastet, ohne einen Gottesstrahl für den Nächsten abzugeben? Er erfüllt damit keine Aufgabe. Nur jenes dient zur Höherentwicklung, was dem Nächsten dient, was der Allgemeinheit dient.
Schweigen ist immer gut, da, wo man einen Menschen verletzen könnte mit vielem Sprechen. Wenn der Mensch im richtigen Moment schweigen kann, nützt ihm das mehr, als wenn er tagelang nicht spricht.
Frage von Pfarrer Max Huber: Lieber Josef, ich war überrascht und beglückt zugleich, als du einmal gesagt hast, dass ein besonderes Eingreifen Gottes in einigen Jahrzehnten stattfinden werde. Nun habe ich im letzten Jahr mehrfach in der Predigt gesagt, dass nach dem Niedergang der Kirchen, der gegenwärtig schon begonnen hat, im nächsten Jahrhundert eine neue Zeit, ein Neuanfang, kommen werde, den die heutigen jungen Leute wahrscheinlich erleben werden, wir vielleicht aber nicht mehr. Handelt es sich dabei um dasselbe, was auch du damals gemeint hast?
Josef: Ja, das ist alles auf derselben Ebene. Das muss und wird so kommen. Heute ist einmal der Anfang. „Heute tut sich was“, wie ihr sagt. Es muss ein Anfang geschaffen werden, und dieser Anlauf zu diesem neuen Leben geht nicht so schnell vor sich. Es muss zuerst ein Anfang gemacht werden, und so langsam wird sich dies durcharbeiten. Aber es wird auch noch viele grosse Enttäuschungen geben. Man soll ja nicht glauben, diese Bahnen zu den geistigen Höhen würden ohne Weiteres geebnet werden. Nein, ihr kennt ja den Einfluss der niederen Geisteswelt, die bereit ist, all das aufzuhalten.
Es wäre ja eine wunderbare geistige Entwicklung, dass nach so kurzer Zeit nach Christi Leben und Tod alles schon erfüllt werden könnte. Ihr wisst aus meinen früheren Erklärungen: Das dauert noch Millionen von Jahren. Und davon ist ja auch das religiöse Leben und die Einstellung zum religiösen Leben abhängig.
Natürlich wird es geschehen, dass die Menschen auf den wahren Weg geführt werden können und dass eben diese Kirchen nicht mehr die Möglichkeit haben, so mächtig zu sein und ihr Machtwort zu sprechen, sondern dass es aus einem inneren Verlangen des Menschen herauskommt und er seinen eigenen Weg geht, den er gut findet. Dies gehört eben zum Anfang. Die Menschen werden sich mit der Zeit mit dem Gedanken vertraut machen müssen, dass das, was ihnen in den vielen Hunderten von Jahren gelehrt wurde, zum grossen Teil eine Irreführung war, und dass man die Bibel auf eine wunderbare und einfache Weise verstehen kann. Dafür braucht es eine gewisse Kraft vom Menschen, sich durchzusetzen und sich im Glauben zu bewähren. Diese Zeit ist im Anrollen. Neues kann nur kommen und sich entfalten, wenn das Alte vernichtet wird.
In unserer Zeit entfernen sich viele – auch besonders intellektuell ausgerichtete Menschen – von der Kirche und der Religion und wollen alles Religiöse nicht wahrhaben. Besteht nicht die Gefahr, dass durch diese Lücke ein zunehmender moralischer und geistiger Zerfall entsteht?
Josef: Nein. Es wurde euch schon gesagt: Wenn ein Mensch tiefen Glaubens ist und zu tiefem Glauben kommt, dann wird sein Geist erleuchtet. Ihr müsst euch immer vorstellen: Die geistige Welt hinter dem Menschen spielt eine bedeutende Rolle. Die sogenannten intellektuellen Menschen können dies nicht fassen – das mag eine gewisse Zeit hinweg der Fall sein. Aber alle Menschen – ob sie nun, intelligent oder weniger intelligent, intellektuell oder weniger intellektuell eingestellt sind – können von einem Geist Gottes erleuchtet werden, damit sie zu höheren Erkenntnissen kommen.
Wenn im Jenseits nur das Christentum herrscht, wie steht es dann um die anderen Religionen?
Josef: Die Seelen dieser anderen Religionen werden dementsprechend unterrichtet werden. Denn jene Religionsstifter, zu denen sie aufblicken und die sie als Meister betrachten, sind die Vorläufer von Christus. In der geistigen Welt werden sie zu dieser Erkenntnis kommen. Sie werden in Schulungen geführt, es wird ihnen der Heils- und Erlösungsplan erläutert, und sie werden dann dieselbe Lehre auch annehmen. Denn es ist so, wie Christus gesagt hat: “Nur durch mich werdet ihr zum himmlischen Vater kommen.” (Joh. 14, 6). Alle diese anderen sind im gewissen Sinne die Stützen und die Vorläufer Christi.
Gebet, Bitten, Segenswünsche
Darf man den Schutzgeist um etwas bitten, oder soll man immer direkt Gott darum bitten?
Josef: Wenn du dem Schutzgeist etwas zu sagen hast, darfst du es ihm sagen. Er ist der Vermittler. Du bist mit Gott verbunden, und der Schutzgeist wird die Bitten weitertragen. Er wird es da tun, wo er selbst nicht entscheiden darf und kann. Es gibt aber auch Dinge, worüber einem Schutzgeist das Recht zusteht, frei von sich aus über eine Bitte zu entscheiden. Es gibt aber Angelegenheiten, worin sich ein Schutzgeist an höhere Boten zu wenden hat, um dort den Entscheid entgegenzunehmen.
Du hast gesagt, Gott führe die Menschen nicht in Versuchung. Aber im Vaterunser steht: “Und führe uns nicht in Versuchung.”
Josef: Das ist nur ein Fehler, der durch die Übersetzungen entstanden ist. Gott führt die Menschen nicht in Versuchung, sondern es sind diese tiefen Mächte, die immer bereit sind, an den Menschen heranzudringen, um ihn in Versuchung zu führen.
Wenn der Mensch bittet: “Führe uns nicht in Versuchung”, so könnte er ebenso gut beten: “Führe uns in der Versuchung.” Denn diese Versuchungen sind Prüfungen, die Gott zulässt. Sie kommen zu den Menschen, und der Mensch muss beweisen, dass er stark und fähig ist, eine höhere Aufgabe zu lösen. Wenn der Mensch bittet: “Führe uns nicht in Versuchung”, so will er damit bitten: “Lasse diese Prüfung von uns.” Christus hat mit diesen Worten gemeint, dass Gott nicht solch grosse Prüfungen senden möge, dass er den Menschen Stärke senden und sie in den schweren Stunden der Prüfungen führen möge. Christus meinte mit diesen Worten weiter, dass Gott die Engel zu den Menschen sende, um ihnen alle Kraft zu geben, auf dass die Engel Gottes Sieger bleiben und nicht diese düsteren Wesen aus der Tiefe. Ihr sollt wissen, dass diese düsteren Mächte immer bereit sind, zu jedem Menschen zu gehen. Wenn aber der Mensch darum bittet, wird er eben gestärkt mit der Gotteskraft. Engel Gottes werden bei ihm wohnen, und so wird die Versuchung an ihm vorübergehen können. Denn wenn so viele Engel Gottes einen Menschen beschützen, getraut sich ein solch düsteres Wesen nicht oder viel weniger an diesen Menschen heran. Es wird es schon probieren, doch es wird immer wieder zurückweichen müssen. Denn die Engel Gottes können einem Menschen Schutz geben und eine grosse Macht ausüben. Sie werden um ihn eine Mauer bilden und sie so feurig machen, dass diese düsteren Wesen mit ihrer Versuchung nicht an einen solchen Menschen herankommen können.
Wirkt das gemeinschaftliche Gebet stärker als das Gebet eines Einzelnen? Wir erkennen die momentan gefährliche Weltlage (1956). Erachtest du es für notwendig, dass wir uns abendlich in Harmonie dafür zusammenfinden?
Josef: Diese Anregung wollte ich euch geben, dass ihr es tun sollt, soweit es euch möglich ist. Mit euren Gebeten unterstützt ihr die gute Geisterschar in ihrem Kampfe gegen das Böse, denn sie muss gegen die anderen den Kampf aufnehmen. Es muss so sein. Gott muss sehen, dass soundso viele Menschen Anteil nehmen am Leid jener Schwergeprüften. Wenn den Mächten der Tiefe gezeigt werden kann, dass so viele Menschen den Weg zu Gott gefunden haben und das Böse verwerfen, dann werden sich jene anderen Geister geschlagen zurückziehen.
Es wurde gesagt, dass in den frühen Morgenstunden die innige Verbindung mit der Geisterwelt besonders gut zustande komme. Sind dann noch nicht so viele weltliche Schwingungen um uns?
Josef: Ja, weil der Mensch selbst in früher Morgenstunde noch nicht so davon beeindruckt ist. Er ist noch viel freier, hat noch keinen Ärger erlebt. Er ist noch viel gelöster, er ist mit einem Fusse noch im geistigen Reich, er kann also besser davon aufnehmen. Dagegen ist es abends viel schwieriger, all diese Gedanken und Ereignisse des Tages loszuwerden, um dann in Andacht beten zu können. Für viele ist es fast eine Unmöglichkeit, zu beten, wenn sie zuvor ein geschäftliches Gespräch geführt haben. Es ist auch so, dass dieses Gebet dann nicht so kraftvoll ist. Es wäre gut, wenn der Mensch sich vorher entspannen, ausruhen und dafür sorgen würde, dass alle seine Nerven sich entspannen – dass alles an ihm ganz ruhig und gelöst ist.
Wenn man betet, wie soll man sich Gott vorstellen?
Josef: Wenn der Mensch betet und das Wort “Gott” ausspricht, dann soll er sich einen Lichtstrom vorstellen: unendliche Strahlen von allen Farben. Wenn nämlich ein Mensch wirklich andächtig betet und die Worte so spricht, dann ist er nicht imstande, sich noch weitere Bilder zu machen, sondern er selbst muss sich in diese glühende Schwingung hineinbegeben – dass er selbst gehoben wird in das Licht, dass alles eins wird mit dem Lichtstrome Gottes.
Wenn der Mensch Gott um Kraft bittet und darum, dass er alles Unreine von ihm nehme, soll er sich diese Kraft so vorstellen: als unendliche Strahlen oder Fäden. Denn die Gotteskraft ist doch überall verbreitet. Diese Farben, diese goldenen Fäden – das ist die Kraft Gottes, und in diese soll der Mensch sich heben, wenn er betet, dann hat er auch Erfolg.
Worin liegt der Nutzen des Gebets?
Josef: Wir ermahnen die Menschen immer wieder zum Gebet; sie sollen darin nicht nachlassen. Der Mensch muss so weit kommen, dass er ohne dieses Gebet gar nicht mehr leben kann. Er muss die Kraft des Gebets spüren. Dadurch dass er oft betet, muss er befähigt werden, das Unrecht zu lassen. Er muss die Kraft bekommen, erkennen zu können, was er nicht tun darf. Diese Kraft wird ihm auch übermittelt, indem er eben das Gute tut, die Werke tut. Beten allein nützt nichts. Wenn göttliche Werke getan werden, dann ist das Gebet wirkungsvoll.
Wer einmal einen gewissen Punkt des geistigen Aufstieges erreicht hat, weiss, was er mit einem Gebet gewinnt. Deshalb wird er dies immer mehr pflegen, denn durch die Kraft, die so aus dem Gebete gewonnen wird, kann viel Unreines im Menschen vernichtet werden. Er wird gesünder an Leib und Seele. Denn die Feinheit, die er zu sich führt, hat die Kraft, das Unreine des Körpers aufzulösen. Der Mensch kann um sich ein wunderbares, herrliches Paradies erschaffen. Er zieht all diese herrlichen Fäden und all diese heilenden Kräfte in seine Nähe durch sein edles, göttliches Leben.
Soll für die Verstorbenen gebetet werden?
Josef: Oh ja. Das Gebet für Verstorbene wirkt für sie wie Balsam. Die unseligen Geister streben nach diesem Balsam, nach diesem Gebet. Sie werden oftmals dahin gebannt, wo Menschen zusammenkommen und beten. Auf diese Weise kommt es ihnen zugute, dass sie durch dieses Gebet vorübergehend in ihren Schmerzen und ihrem Unbehagen Erleichterung finden. Sie selbst werden im Gebet Trost finden und sich auch aufmachen, um zu beten. Dementsprechend soll das Gebet mit Innigkeit ausgesprochen werden. Dann wird sich die Gotteswelt ihnen nähern und ihnen Gelegenheit geben, den Weg zu zeigen, wie sie aufsteigen können.
Geistige Erlebnisse, Träume
Können höhere Wesen auch heute noch durch Träume zu uns Menschen sprechen?
Josef: Ja, wenn es im Plane Gottes liegt. Wenn darin eine Aufgabe liegt und es einer guten Sache dient, wird es von der geistigen Welt aus gefördert, und dazu besteht die Möglichkeit. Aber nicht immer, wenn der Mensch einen schönen Traum hat, soll er glauben, dass nun die höchsten Engel zu ihm gesprochen hätten. Was vom Hause Gottes kommt, hat einen Zweck und muss eine Aufgabe erfüllen. So wird von der geistigen Welt aus wohl dann ein besonderer Traum gegeben, wo die Möglichkeit besteht, dass dadurch zum Wohle weiterer Menschen eine Aufgabe erfüllt werden kann.
Sind die Gestalten, die man im Traume erlebt und die man nicht kennt, Fantasiebilder oder wirkliche Geistwesen?
Josef: Beides ist möglich. Es kann sein, dass solche Bilder aus einer gewissen Verwirrung heraus geformt werden, aber es können auch Wesen sein, die mit dem Geiste des Ruhenden verbunden sind, und dass diese Begegnung so stark ist, dass der Mensch sie ins Bewusstsein nehmen kann. Hier spielt eine grosse Rolle, in welcher Weise solche Gestalten gesehen werden, welche Formen es sind, welche Zustände und so weiter. Zur Erkenntnis, was diese Gestalten zu bedeuten haben und ob sie der Fantasie entspringen oder wirkliche geistige Führer sind, gelangt man auch auf dem Wege der Meditation. Hier muss man immer sehr vorsichtig sein.
Wie sind Träume zu beurteilen, die wir nachträglich als Unsinn empfinden?
Josef: Oftmals produziert sich der Mensch dieses Durcheinander von unförmigen und bedeutungslosen Formen selbst. Wenn der Mensch so in seinem Alltag und Geschäftsleben steht, wo er so zu kämpfen hat und so viele unreine Dinge an ihn herandringen, werden aus diesen Kräften diese bedeutungslosen Formen gestaltet, die der Mensch aber selbst als solche erkennen kann. Wenn er darum bittet, dass er wirklich im Guten geführt wird, und es versteht, seine Sorgen wegzulegen, ehe er zur Ruhe geht, und wenn er ein Gebet spricht, so wird er viel weniger solche Träume haben.
Welche Bedeutung haben unsere Träume für uns? Sind sie alle wichtig?
Josef: Nein, es sind nicht alle wichtig. Viele entstehen aus einer gewissen geistigen Verwirrung oder aus einer Unsicherheit heraus. Wichtig mögen da und dort solche Träume sein, bei denen es sich um geistige Erlebnisse handelt, die der Mensch in sein Bewusstsein mitnehmen darf, damit er seine Wege etwas beleuchtet sieht. Hiervon aber könnte den Menschen mehr in den Meditationsstunden gegeben werden.
Du hast uns schon erklärt, dass der Geist während des Schlafes aus dem Körper austritt und in geistige Sphären gehen und Erlebnisse haben kann. Wo ist denn der Unterschied zwischen dem Schlaf und dem Tod?
Josef: Wenn der Mensch schläft, bleibt sein Geist durch ein Band, durch die silberne Schnur, mit dem Körper verbunden.
Durch dieses Band fliesst die Lebenskraft des Menschen. Ist sein Organismus in den lebenswichtigen Funktionen gestört und verletzt, so wird der Tod eintreten. Das Band, diese silberne Schnur, wird verletzt, und es wird zur vollständigen Trennung kommen, wenn das Letzte von dieser Lebenskraft zum Geist und zur Seele hinübergeflossen ist.
Ist aber die silberne Schnur durchschnitten, dann gibt es für den Geist kein Zurück mehr in den irdischen Körper – dies könnt ihr auch in der Bibel lesen (Pred. 12, 6). Dann ist der Leib tot, und der Geist bleibt in der Welt der Wirklichkeit, von wo er hergekommen ist.
Warum können wir uns nach dem Erwachen nicht an die Erlebnisse in Stunden der Belehrung erinnern?
Josef: Ja es ist deshalb nicht möglich, weil dann der Geist wieder in vollem Masse von seinem Körper Besitz nimmt und er dann nicht mehr klar erkennen kann, weil durch den Körper seine göttliche Schau verdunkelt wird. Ich könnte auch sagen, dass der Körper den Menschen geistig blind macht; er kann diese Dinge so nicht mehr erfassen. Warum kann er sie nicht mehr erfassen? Weil er zu sehr an das Materielle gebunden, zu sehr von diesen Dingen eingenommen ist, sich zu sehr damit beschäftigt. Mit der Schwere der Erde, die er an sich gezogen hat, zieht er auch in gewissem Sinn selbst einen Vorhang über sich, alles verdunkelnd. Er lebt in seiner materiellen Welt, wird von ihr beherrscht und beeindruckt.
Möglich ist es jenen Menschen, von der göttlichen Schau und von göttlichen Erlebnissen mitzunehmen, die sich nicht in der Weise an das Materielle gebunden haben, die sich in gewissem Sinne davon gelöst, ich möchte sagen, die ihren Leib selbst so veredelt, so verfeinert haben. Nicht sehr viele Menschen sind so beschaffen. Je stärker und enger die Verbindung zu ihren geistigen Führern und Schutzengeln ist, desto grösser die Möglichkeit, dann und wann etwas zu hören.
Doch glaube nicht, dass du nun Morgen für Morgen wissen müsstest, was du des Nachts erlebtest und wo du im Geiste warst. Notwendig ist nur, dass du dann und wann die Antwort hörst, dass du dann und wann eine Frage stellst und bittest, dass man sie dir beantworten möge. Um gut zu hören, hast du jedoch selbst die Bedingungen zu erfüllen, indem du dich geistig betätigst, dich veredelst und dich von der Schwere der Erde hebst. So möchte ich dich wieder daran erinnern, wie notwendig es ist, dass diese göttlichen Gefühle von innen nach aussen dringen.
Erst wenn ihr versucht, das Verhältnis von euch zu euren Schutzgeistern besonders eng zu knüpfen, und es in harmonischer Weise ausbaut, werdet ihr in den Besitz von wunderbaren Kräften und Erlebnissen gelangen. Ihr müsst euren Schutzgeist fragen, wenn ihr über irgendwelche Dinge nicht im Klaren seid. Gebt ihm Gelegenheit, euch zu antworten. Aber ich warne euch davor: Nicht ihr selbst sollt euch die Antwort geben, die ihr gerne hörtet. Denn denkt daran, dass die Engel Gottes euch die Wahrheit bringen, und oft ist es etwas, das euch nicht genehm ist.
Was geschieht mit unserem Geist, wenn wir schlafen – wo befindet er sich in dieser Zeit?
Josef: Lieber Freund, euer Geist ist mit eurem Körper verbunden durch eine feine Schnur. Man könnte sie vergleichen mit einer Spirale. Der Geist ist immer verbunden mit diesem Körper, und diese Spirale ist so unendlich elastisch, dass sie überall hingezogen werden kann, das heisst nur in die begrenzten Orte, wohin der Geist gehen darf. Wenn ihr im Schlafe erschreckt werdet, so wird diese Spirale in einer unendlichen Geschwindigkeit wieder zurückgeschnellt. Das Bewusstsein kommt dann schnell wieder – manchmal geht es länger, manchmal wisst ihr zuerst selbst nicht, wo ihr seid. Ganz langsam kommt es dann wieder, eben dann, wenn der Geist wieder ganz Besitz genommen hat von euch. Und so kann eben der Geist in eine für ihn begrenzte geistige Welt eingehen und von dort Belehrungen und Kräfte holen. Er kann sich nur in jenen Sphären aufhalten, die seinem Wirken und Schaffen entsprechen; er kann nicht eindringen in die höchsten Ebenen, in das Haus Gottes. So wie der Mensch sich beschäftigt, so beschäftigt sich auch sein Geist und geht in die ihm entsprechende Sphäre.
Wie können wir erkennen, ob wir von guten Geistern inspiriert werden?
Josef: Es ist so: Der Mensch hat seinen freien Willen. Dieser freie Wille spielt eine ganz grosse Rolle, denn es ist das höchste und schönste Geschenk [Gottes]. Der Mensch muss ganz frei entscheiden können zwischen diesen verschiedenen Einflüssen, denn auch düstere Einflüsse der Tiefe sind da. Auch sie möchten, wie die gute Geisterwelt, das Äusserste an Kräften zur Beeinflussung hergeben. Dafür schenkte Gott den freien Willen, womit der Mensch entscheiden muss. Er kann auch vorher beten. Wenn es um eine grosse Entscheidung geht, soll er beten, richtig beten, so wie ich es euch gelehrt habe. Dann wird er geführt werden, wenn es so weit ist, dass er seinen Willen ausschalten kann und sich von der geistigen Welt führen lässt. Aber dies ist eben wieder ein Punkt: Die Menschen werden eben ihren Willen durchsetzen, wenn sie auf etwas sinnen oder wenn sie etwas möchten. Sie werden das tun, was sie gerne sehen. Deshalb ist zu empfehlen, dass sie vor irgendeiner Entscheidung beten. Es braucht auch etwas Mühe und viele Meditationen, bis es so weit ist, dass der Wille des Menschen ausgeschaltet werden kann und er sich dann führen lässt oder es so kommen lässt, dass es gut ist. Die Menschen aber, die ein geistiges Leben führen, werden dazu gedrängt, irgendeine Tat zu vollbringen; sie werden geführt und gedrängt. Dann sollen sie diesem Drang nachgehen.
Welche spezielle Bedeutung hat die Meditation für die geistige Entwicklung des Menschen?
Josef: Wenn ihr regelmässig meditiert, werdet ihr innerlich gekräftigt. Das heisst, dass ihr besser überwinden könnt. Ihr müsst durch die Meditation einen Erfolg haben. Dieser Erfolg liegt in der Ausdauer, in der Hingabe, im Verlangen, Besseres zu leisten. Versucht immer göttliche Kräfte aufzunehmen und sie im gegebenen Moment als solche anzuerkennen. Die Meditation hat zum Zweck, eine edlere Gesinnung aufzubauen.
Wir betrachten das Meditieren der Menschen, und ich möchte hierzu sagen: Jeder wird aus seinen besten Kräften herauszuholen versuchen, was nur möglich ist. Der geistig Fortgeschrittene wird tiefer eindringen, er wird die Dinge anders sehen. Er stellt Fragen – aber nicht Fragen in Bezug auf das materielle Leben, sondern Fragen in religiöser Beziehung. Er wird nicht sogleich mit der erstbesten Antwort einverstanden sein. Er wird wieder und wieder in die Meditation gehen und dieselbe Frage stellen. So wird er dies wiederholen und wieder Antworten erhalten. Er wird die Antworten gut in seinem Innersten bewahren und seine eigenen Betrachtungen darüber anstellen. Er wird dies so oft tun, bis es ihm ganz klar und deutlich wird, bis es immer ein und dieselbe Antwort bleibt.
So soll der Mensch, der durch die Meditation gestärkt wird oder etwas in Erfahrung bringen möchte nicht glauben, es genüge, einmal darum zu bitten, um sogleich die richtige Antwort zu erhalten. Es ist nicht so, dass man sogleich richtig geführt wird. Wenn man sich von dem führen lässt, was man zu vernehmen glaubte, ist es noch nicht die richtige geistige Führung.
Je ernster es dem Menschen um dieses Höhersteigen ist, desto schwerer sind die Prüfungen, und er hat sie immer wieder zu überwinden. Also wird ihm das Gewünschte nicht immer sofort in den Schoss gelegt. Denn ihr wisst, dass nicht nur die gute Geisterwelt das Recht hat, in die Nähe des Menschen zu kommen, sondern dass dieses Recht auch den unseligen Geistern zusteht. So muss man diese Wege zuerst allmählich vorbereiten. Hat man das getan, dann wird man erst die Stimmen aus den geistigen Höhen vernehmen.
In manchen Dingen, die eure täglichen Sorgen betreffen, vermögt ihr vielleicht sehr bald eine Antwort zu bekommen. Euer Schutzgeist ist darum bemüht, dass es euch gut ergeht. Ihr müsst jedoch auseinanderhalten, um was ihr bittet. Beispielsweise wenn ihr etwas wissen möchtet, was mit eurem täglichen Leben zusammenhängt und nicht besonders geistig geprägt ist. Man kann also im Geiste wandern. Man möchte Dinge erfahren aus früheren Zeiten und eine Klarstellung darüber erhalten. Dafür muss man immer wieder in die Meditation gehen, um den richtigen Anschluss zu finden und ihn dann auch festzuhalten.
Spiritismus, Medialität
Worauf hat man bei der Verbindung mit der Geisteswelt zu achten?
Josef: Es heisst: “Prüfet die Geister, ob sie von Gott sind!” (1. Joh. 4, 1). Denn so wie es Menschen gibt, die andere täuschen, belügen, gibt es auch solche Geister. Ihr könnt ihnen aber mit eurem materiellen Auge nicht begegnen, nicht sehen, wie solche lachen oder sonst ihr Antlitz verzerren. Es braucht also eine Erfahrung, um auseinanderhalten zu können, welches nun gute und welches Lügengeister sind, die sich durch Menschen kundtun. Darum fordern wir euch immer wieder auf, alles sorgfältig zu prüfen, was durch einen Geist gegeben wird. Ihr prüft die Mitmenschen auch, wenn es um wichtige Dinge geht. Denn wenn ihr auch in einem kleinen Kreise gute Gedanken pflegt und betet, so bietet euch dies noch keine sichere Gewähr, dass nicht doch etwas Irriges gesprochen wird. Ich möchte euch bei solchen Gelegenheiten empfehlen, immer Folgendes zu beachten:
Die guten Geister Gottes sind sich alle darin einig, den Menschen zum Guten zu führen. Sie sind sich einig, dass er sich durch die Verbindung mit der Geisterwelt nicht verlieren darf. Er darf den Boden unter seinen Füssen nicht verlieren. Es muss ihm auch bewusst bleiben, dass der liebe Gott die Erde mit all ihren Schönheiten auch mit Nöten und Sorgen geschaffen hat, damit der Mensch mit ihnen fertigwerde, damit er sich herausarbeiten kann zu seinem geistigen Wohle. Und dass er nicht einfach darüber hadert und klagt, sondern dass er dieses Leben bejaht und zu erforschen sucht.
Die gute Geisterwelt Gottes ist sich darin einig, den Segen über die Menschen auszugiessen. Und die im Jenseits in einen Plan, in eine Familie eingereihten Geister haben ihre gestrengen Richtlinien, wie sie den Menschen zu begegnen haben, wie sie ihnen dienen müssen. Diese Richtlinien sind in der ganzen Gotteswelt ein und dieselben. Sie achten darauf, dass durch ihr Sprechen die Menschen in keiner Weise Schaden erleiden, dass sie ihre Worte richtig verstehen und etwas damit anfangen können.
Die gute Geisterwelt wird niemals verletzende Worte über einen andern Geist oder über einen Menschen sprechen. Sie wird sich darüber äussern, ihre Worte aber so fein einkleiden, weil zugleich an den Verstand der Hörer appelliert werden muss, zu verstehen, was gemeint ist. Wenn ihr wieder um Erleuchtung bittet, wird es euch klar werden. Es geschieht so oft, dass wir einem Menschen persönlich etwas sagen, und er spricht es weiter in seiner Umgebung, aber ganz anders, als wir es ihm sagten und als wir es meinten. Er aber legt es so aus, wie er es in seiner Bedrängnis am liebsten hört. Es braucht auch eine geistige Schulung, so viel Ehrlichkeit zu haben, um unsere Worte wahrheitsgetreu zu verstehen und wiederzugeben. Denn es ist so, dass jeder alles gerne so hören möchte, wie er es wünscht.
Paulus schreibt im 1. Korintherbrief (Kap. 14), die Gemeinde solle sich eifrig um Geister bemühen. Daraus geht doch hervor, dass in den urchristlichen Gemeinden aufgrund medialer Durchgaben Gottesdienste gehalten wurden?
Josef: Ja, die ersten Christen waren doch noch so verbunden mit der Geisterwelt Gottes. In den Versammlungen der ersten Christen hatte ein besonderer [medialer] Mensch in gleicher Weise gesprochen wie hier; denn wie am Pfingstfest bei den Aposteln ein Geist Gottes über jeden einzelnen herniederkam, geschah es auch in den Gemeinschaften der ersten Christen, dass ein Geist Gottes auf einen medialen Menschen kam, durch ihn sprach und seine Belehrungen und Anweisungen gab. Es wurden aber verschiedene Diener oder Helfer von der geistigen Welt auserwählt, und in gleicher Weise wurde Besitz genommen von diesen Menschen, das heisst also, heilige Geister sind herniedergekommen zu ihnen und haben das Wort Gottes durch sie gesprochen. Auf diese Weise bestimmte jeweils ein Geist Gottes einen Leiter für die Gemeinde. Sie nannten ihn Bischof [von griech. epískopos, Aufseher, Hüter, Wächter]. Dieser Bischof hatte besondere Rechte. Ihm wurde Geld und Gut anvertraut, auf dass er es den Armen und Bedürftigen weitergebe. Damals wurde von der geistigen Welt aus bestimmt, welcher Mensch dieses Amt als Bischof zu erfüllen hatte.
Der Bischof hatte der Gemeinde auch mit Rat und Tat beizustehen; denn wenn ein Mensch eine Schuld auf sich geladen hatte, durfte er zum Bischof gehen, um ihm seine Sünden zu bekennen. Der Bischof gab ihm dann zu erkennen, wie er seine Schuld gutzumachen und was er zu verbessern habe. Der Bischof aber, der nun sein Amt empfangen hatte durch einen Geist Gottes, konnte auch erkennen, ob ein Mensch wirklich reuig war. Doch nicht als Mensch konnte er die Sünden vergeben – der Geist Gottes sprach, ob einem Menschen die Sünden vergeben waren oder nicht. Und erhalten blieben sie ihnen, wenn sie nur lässig, gleichgültig, ohne tiefe Reue ihre Schuld bekannten. Solchen Menschen wurden die Sünden nicht vergeben. So also wollen diese Worte verstanden sein: “Wem ihr die Sünden nachlassen werdet, denen sind sie nachgelassen, und wem ihr sie behalten werdet, denen sind sie behalten” (Joh. 20, 23). Aber nicht der Mensch kann Sünden vergeben!
Liebe Freunde, ich möchte den Unterschied der Kirche Christi von dazumal und heute euch vor Augen führen. Wo sind heute die Bischöfe, die Priester, die von der geistigen Welt aus bestimmt wurden? Und wo spricht ein Geist Gottes durch sie? Und wie kann heute ein Mensch überzeugt sein, dass bei einem Priester ein Geist Gottes ist und einem die Sünden durch ihn vergeben sind? Meine lieben Freunde, es gibt nicht nur einen Geist Gottes, es gibt unendlich viele Geister Gottes. Christus ist der höchste und schönste Geist nebst Gott. Michael ist ein Geist Gottes, Gabriel ist ein Geist Gottes, Raphael ist ein Geist Gottes. Und Luzifer war auch einmal ein treuer Geist Gottes. Heute noch, wie dazumal, sind die Geister Gottes bereit, wieder zu kommen, doch muss der Mensch das Seinige dazu tun.
Warum wird im Neuen Testament von Christus nicht nachdrücklich auf den Verkehr mit der höheren Geisterwelt hingewiesen und dieser verlangt?
Josef: Liebe Freunde, Christus hat seinen Jüngern doch gesagt, er werde ihnen den Geist der Wahrheit senden (Joh. 14, 16–17 und 26; 15, 26). Dieser Geist der Wahrheit ist an jenen Pfingsttagen über sie gekommen (Apostelgeschichte 2, 1–13). Es war für Christus so schwer, jene Menschen zu belehren; sie waren nicht fähig, so viel aufzunehmen. Denkt euch in jene Zeit zurück, wo das Menschenleben noch so wenig galt, wo Hass mit Hass vergolten wurde. Wie viel bedurfte es da, um nur einmal die Gesinnung dieser Menschen zu ändern, dass sie nun all das Böse mit Gutem zu beantworten hätten, dass sie den böswilligen Menschen mit Sanftmut zu begegnen hätten. Schon das war etwas ganz Gewaltiges, das sich zuerst durchsetzen musste. Und es war schon viel für jene Menschen.
Auch sollt ihr nicht vergessen, dass es schon damals Menschen gegeben hat, die um die Verbindung zur Geisterwelt wussten. Doch pflegten sie den Götzendienst, sie dienten den Götzen, die mit bestimmten Namen benannt waren. Vor Christus waren sie mit diesen teuflischen Mächten in Verbindung getreten. Es waren nur wenige Gottesmenschen wie die Propheten, die in Verbindung waren mit der Gotteswelt. Diese Propheten hatten Kenntnis von der Geisterwelt Gottes. Es ist also nicht so, dass die Menschen damals gar keine Kenntnis gehabt hätten von einer Verbindung zu diesen guten Wesenheiten. Wohl hat Christus nicht im Besonderen auf diese Verbindung hingedeutet; aber er hat gesagt, dass die Geister Gottes kommen und die Menschen inspirieren und führen würden. Das haben die Jünger und Apostel ja dann selbst erlebt; und sie haben es gelehrt, dass sie selbst geführt würden und der heilige Geist durch sie spreche.
Dazu möchte ich noch erwähnen, dass diese Verbindung zur göttlichen Welt in vermehrtem Masse ja erst dann möglich wurde, als die Erlösung durch Christus stattgefunden hatte, nachdem Christus mit seinem einstigen Bruder Luzifer im Reich der Finsternis abgerechnet hatte. Somit steht Christus das Recht zu, unter den von ihm selbst aufgestellten Bedingungen mit seinen ihm treu gebliebenen, guten Geistern auf die Menschen einzuwirken, oder wie er es als notwendig erachtet, dass die teuflischen Mächte auch ihrerseits mit ihren Kräften wirken können. Denn der Mensch hat zu entscheiden, welchen Weg er gehen will – Gott zu oder noch weiterhin durch die Sphären der Tiefe.
Es sind oft streng religiöse Menschen, die jede Verbindung mit der Jenseitswelt verurteilen mit dem Argument: “In der Bibel steht, man soll die Toten nicht befragen” (5. Mos. 18, 11–12).
Josef: Die Toten? Nein, ein wahrer Geistgläubiger will von den Toten, die hier gemeint sind, nichts wissen. Aber man soll heute endlich verstehen können, wer mit diesen Toten, von denen in der Bibel steht, gemeint ist – dass darunter etwas ganz anderes zu verstehen ist als die verstorbenen Menschen.
Wenn es heisst: “Du sollst nicht die Toten befragen”, so sind damit die unseligen Geister gemeint, jene, die für Gott tot sind. So wäre es heute doch wohl an der Zeit, solche Bibelworte für das Verständnis des heutigen Menschen in seine Sprache zu übersetzen und so auszudrücken, wie es wirklich gemeint ist: Es sind jene Geistwesen gemeint, von denen Gott sich selbst abgewandt hat, weil sie Luzifers Handlanger und Werkzeuge sind. Diese soll man nicht befragen. Es gibt nicht nur den irdischen, es gibt auch den geistigen Tod. Aber man könnte es heute doch einfacher sagen. Anstatt “die Toten” sollte es heissen: “Man soll unselige Geister nicht befragen.” Und das tut ein Geistgläubiger auch nicht.
Woran erkennt man einen guten Geist?
Josef: Ein Geist, der von Gott kommt, hat doch die Möglichkeit, den Heils- und Schöpfungsplan Gottes zu durchschauen, ihn mitzuerleben. Und er weiss auch, dass nur das den Menschen dargelegt werden soll, was sinnvoll ist und heilsam für seine Seele. Dies war ja auch bei den ersten Christen so. Sie wurden darauf aufmerksam gemacht, dass es sinnlos sei, wenn ein Geist in einer fremden Sprache rede und niemand da sei, der es auslege (1. Kor. 14, 9–13) – also dieses wurde schon dazumal verworfen. Das heisst also: Was die Geisterwelt Gottes dem Menschen zu sagen hat, soll ihm zur Belehrung dienen, für seine Seele heilsam werden. Auf diese Weise erkennt der Mensch die Notwendigkeit der Verehrung für Gott und der Dankbarkeit Christus gegenüber. Er lernt so den Sinn des Lebens kennen. Und er erkennt auch, dass es mit einem einzigen Menschenleben nicht getan ist.
Die Geister Gottes, die doch das Leben der Geisterwelt kennen, die das Gehen und Kommen ihrer aufsteigenden Geschwister sehen und miterleben, sie können doch von diesem Kommen und Gehen Erklärungen, Darlegungen geben; sie können doch auch von den Gesprächen, die [mit den aufsteigenden Geistwesen beispielsweise vor ihrer Einverleibung oder nach ihrer Heimkehr] geführt werden, etwas erklären. Auf diese Weise kann man Menschen im Glauben an Gott festigen. Und zwar soll es ein solcher Glaube sein, der die Tiefe der Seele erfasst, sodass der Mensch imstande ist, sein Leben dementsprechend auszurichten für seine Zukunft, für sich selbst und für die Mitmenschen. Denn es sollte ja jeder auf seine Art ein Pionier werden in der Verbreitung dieses geistchristlichen Glaubens.
Und trotzdem müssen wir sagen: Man kann keinen Menschen zwingen, diesen Glauben zu bejahen. Denn die Geisterwelt Gottes liebt keinen Zwang, Gott hat dem Menschen die Freiheit im Denken und Wollen gegeben. Doch bis anhin ist in der Christenheit auch Zwang im Glauben ausgeübt worden. Man sollte aber das Wort Gottes so verbreiten können, dass der Mitmensch von diesem Wort Gottes gefesselt wird, dass es ihn anspricht und er dementsprechend anfängt, sich für dieses Wort Gottes zu interessieren, und er sich näher damit befasst. Dann wird auch der einzelne Mensch es fertigbringen, seine Seele zu läutern, sich geistig zu verfeinern und zu veredeln. Und das soll doch so sein; denn der Mensch ist hier auf dieser Welt, um Gott schneller nahezukommen.
Nun, liebe Geschwister, in der Regel gebe ich euch Erlebnisberichte; ich lege dar, wie es den Heimgekommenen ergeht, ich schildere ihren Zustand. Es geht ja in der Hauptsache darum, dass man den Menschen erfasst. Ihr lebt hier auf dieser Erde, ihr habt hier eure Prüfungen, und was liegt da näher, als dass man euch klarer macht, was auf euch wartet, was ihr nach eurem Tode zu erwarten habt. Indem euch solche Erklärungen gegeben werden, vermögt ihr euer Leben auch besser nach Gottes Gefälligkeit zu gestalten. Und wenn euch dazu noch vieles andere erklärt wird, was ihr bis anhin nicht verstanden habt, dann werdet ihr noch mehr gefestigt im Glauben an Gott. Darum liegt eigentlich das Hauptgewicht darauf, euch einerseits nun dieses Geschehen oder diese Einkehr der verstorbenen Menschen zu schildern und anderseits das, was unklar ist in den heiligen Schriften, darzulegen, wie es wirklich ist, und es euch verständlich zu machen.
Es kommt immer wieder vor, dass da und dort auf medialem Wege widersprüchliche Aussagen gemacht werden. Wie ist das zu erklären?
Josef: Ja, das hat doch seine Ursache. Ihr sollt unterscheiden können, was für ein Geist mit euch in Verbindung ist. Denn die Entwicklung der Geister ist doch sehr verschieden.
Ein Geist, der noch stark an die Erde gebunden ist, kann doch niemals das Wissen haben wie ein hoher Geist des Himmels. Ein Geist, der noch nicht in die Ordnung Gottes eingereiht ist, kann nur durch bestimmte Sphären gehen und dort etwas erfahren. Die weiteren, höheren Sphären sind ihm verschlossen. Solche Geistwesen erklären die Sachen, wie sie es sehen, wie sie es erleben, und sie glauben, es sei richtig so. Es fehlt ihnen an höherem Wissen. So behauptet der eine, es gebe keinen Gott, ein anderer behauptet, es gebe keine Wiedergeburt ...
Ja, liebe Geschwister, ein Geist kann nur das erzählen, was er selber erlebt und was er gelernt hat. Das grosse Wissen kommt aus einer hoch entwickelten Sphäre. Hohes Wissen vermitteln kann nur ein Geist, der selber durch die verschiedenen Sphären gegangen ist und von geistigen Führern unterrichtet wurde, sodass er in den Anschauungen so weit ist, dass er die Dinge richtig beurteilen kann.
Es ist eine falsche Auffassung der Menschen, wenn sie meinen, dass jeder Verstorbene gleich nach seinem Eintritt in die Geisteswelt ein Wissen hätte und über die letzten Dinge Bescheid wüsste. Dem ist nicht so. Daher sollte eben auch eine Grundregel der Geisteslehre vorhanden sein und verbreitet werden, woran die Aussagen der Geister geprüft werden können, um zu wissen, woher sie kommen. Prüfet sie, die Geister (vgl. 1. Johannesbrief 4, 1)!
Wie kann ich die Stimme meines geistigen Begleiters vernehmen?
Josef: Es gibt Menschen, deren Äusseres und deren geistiges Feld so fein ist; es fällt ihnen leicht, diese Stimme hören zu können. Dann gibt es Menschen, die schwer sind; es ist wie eine Mauer vor ihren Ohren oder vor ihrem geistigen Feld, sodass die Stimme nicht durchdringen kann. Es soll nichts erzwungen werden in dieser Art und Weise; das könnte sie auf ganz falsche Bahnen führen. Zuerst kommt das Gebet und das Bitten, Gott möge den Körper stärken und so viel Kraft geben, damit die Stimme [des geistigen Begleiters] gehört werden kann. Denn ein jeder Mensch besitzt diese Stimme, aber sie wird von mehr als der Hälfte der Menschen nicht gehört. Die meisten wollen ja nur das hören, was ihnen angenehm ist, was ihnen im Moment passt, was sie gerne hören möchten; und so sind denn auch immer gleich Mächte an der Arbeit, die sofort jene Worte einfliessen lassen, die der Mensch gerne hört. Aber mit Ausdauer und Gebet kann diese gute innere Stimme gehört werden. Bete inbrünstig, bitte Gott, dass er die Stimme in dir stärke, damit du sie erkennen lernst.
Kann jeder Mensch ein Medium werden?
Josef: Nein. Es kann nicht jeder Mensch Medium werden, weil er sich einfach nicht dazu eignet. Es kann auch nicht jeder Sänger oder Maler werden, wenn er das nötige Geschick dazu nicht hat. So ist es auch bei der Medialität. Und ich möchte sagen, solche Menschen sind noch viel empfindsamer.
Doch die Menschen sind eben schneller in einer Verbindung, die ihnen nicht zum Heil ist. Es muss immer ständig geprüft werden, ob die Geister aus der Herrschaft des Herrn kommen – das ist die Grundbedingung. Und die irrenden, uneingereihten Geister vermögen zu täuschen und zu lügen. Darum prüft die Geister, ob sie von Gott sind (1. Joh. 4, 1), und prüft sie immer wieder und fragt, was ihre Beschäftigung ist und was sie tun.
Evolution, Universum und geistige Entwicklung
Natur, Evolution, Menschheitsgeschichte
Haben Erdbeben und andere Naturkatastrophen ihre einzige Ursache im naturgesetzlichen Ablauf des Prozesses der Erdentwicklung?
Josef: Liebe Seele, ich möchte sagen, dass diese Erdbeben und Katastrophen teilweise zur Auslösung kommen müssen; es ist festgezeichnet im Plane Gottes, dass diese oder jene Ereignisse geschehen werden. Es können sich aber [im Erdinnern] auch Gase bilden, was – ich möchte betonen – nicht im Besonderen eine Festlegung Gottes in seinem Plane ist, doch werden dann diese Ereignisse keine Unglücke oder Katastrophen für die Menschen bringen.
Die katastrophalen Ereignisse dieser irdischen Welt sind dem göttlichen Plane unterstellt. Es mag für die Menschen grausam sein, wenn solche Katastrophen über die irdische Welt hereinbrechen. Aber von der göttlichen Welt wird das anders beurteilt. Denn wenn Gott seinen Engeln befiehlt, solches zu vollziehen, so hat es seinen Grund und dient dazu, jene betroffenen Menschen auf einem schnelleren Wege der Höherentwicklung zuzuführen, indem sie von der irdischen Welt abtreten müssen. Diese Seelen haben dann [nach einer geistigen Schulung im Jenseits] wieder zur Erde zu gehen, wo sie im nächsten Leben schneller weiterschreiten können. Denn mit jedem Leben wird doch den Menschen die Möglichkeit gegeben, Gott näher zu gehen.
In der Natur ist ein fortwährender Kampf ums Dasein. Viele Menschen stossen sich eigentlich daran. Was sagt denn die geistige Welt dazu?
Josef: Wisst ihr, liebe Freunde, für euch – nicht für alle – ist das schwer zu verstehen. Es ist eben der Kampf um den geistigen Fortschritt, um das Höhersteigen. Es ist notwendig, dass das Leben der Tiere oder auch von Menschen – so grausam es für euch klingt – sehr oft nur von kurzer Dauer sein darf. Sie müssen sterben, um geistig aufzusteigen, um wieder neu geboren zu werden. Nur auf diesem Wege kann die Entwicklung schneller gehen. Wenn dieser Kampf nicht wäre, würde die Entwicklung langsamer vor sich gehen.
Dazu möchte ich aber noch sagen: Es ist dem Menschen verboten, Menschen und Tiere zu quälen; tut er es, belastet er sich.
Hat die materielle Welt schon vor dem Geisterabfall existiert oder wurde sie erst für den Erlösungsplan geschaffen?
Josef: Nach dem Sturze hatten die Geister unendlich lange in der Finsternis zu verweilen, die bereits da war. Dann haben Gott und Christus zusammen überlegt, wie man ihnen helfen könnte, das Himmelreich wieder gewinnen zu können. Ihr könnt nicht ermessen, wie ungeheuer lange es dauerte, bis die Erde so geschaffen war, dass die Menschen heute auf ihr leben können. Sie wurde nach dem Abfall so geschaffen, wie sie ist. Aber es dauerte unermesslich lange, bis es so weit war.
Zwischendurch hatte Gott den abgefallenen Geistern andere Wege geebnet für die Wiedergutmachung. Es waren geistige Sphären, wovon erzählt wird, dass dort die ersten Menschen zusammenlebten. Jenes Paradies war nicht auf dieser Erde; es war eine geistige Sphäre. Dort aber hatten sie die Prüfungen nicht bestanden – sie hatten sich nicht bewährt. So mussten andere Möglichkeiten für eine viel langsamere Entwicklung geschaffen werden, die mit der Zeit gewiss zum Erfolg führt. Und das ist euer Leben hier auf dieser Welt.
Planeten, Sterne, Universum
Man spricht heute (im Jahre 1953) so viel von der Möglichkeit einer direkten Verbindung der Menschen zu unseren nächsten Himmelskörpern. Besteht dazu Aussicht, dass die Menschheit dies erreichen könnte?
Josef: Das kann ich euch nicht im Detail sagen. Wenn Gott es will, kann es sein, doch dann kommt es sehr auf die Entwicklung der ganzen Menschheit an. Die Erde hat ja an und für sich diesen besonderen Hauch, wie ich erwähnte, der auch jeden Menschen umschliesst. Auch ist der Mensch in so verdichteter Form, dass, wenn er aus diesem Bereich heraus in andere Verhältnisse hineinkäme, er dort nicht ohne Weiteres leben kann. So müssten die Menschen so weit kommen, dass sie eine Möglichkeit finden, dieses Hindernis zwischen einer Welt und der andern zu überwinden [vgl. Mondlandung vom 20./21. Juli 1969]. Denn da der Hauch der anderen Welten ganz anders ist, kann sich sein Körper dem Hauche eines anderen Gestirns nicht anpassen. Er könnte dort nicht leben. Er gehört in seinen Bereich. Hier kann er wirken und leben.
Ob der Mensch je Mittel und Wege finden wird, diese Schwierigkeiten zu überbrücken, kann ich jetzt gerade [1953] nicht erkennen. Ich kann nur diese verschiedenen Schwingungen und all das separat Gezeichnete von einer Welt zur andern erkennen. Wenn diese Schwingungen nicht zusammenpassen, nicht harmonieren, wird keine solche Verbindung stattfinden können. Der Mensch wird von den Schwingungen nicht mehr getragen werden, wenn er seinen Punkt verlässt.
Ist es euch Geistern möglich, zu erkennen und zu sagen, wie die Gestirne sich gegenseitig beeinflussen, da sie unseres Wissens alle ihre bestimmten Bahnen gehen?
Josef: Wir sehen alles – im Grossen wie im Kleinen – von einem wunderbaren Hauch umgeben, wie ich es nennen möchte. So wie auch der Mensch für sich wieder von einem solch wunderbaren Hauch Gottes umgeben ist. Ein feiner, dünner Nebel liegt da. In diesem Hauch um euch sind eure Gedanken enthalten. Was man aufnimmt, bleibt, und immer Neues schichtet sich auf. Neue Eindrücke, neue Gedanken und Erlebnisse kommen immer wieder hinzu. Es ist genug Platz. Nichts vergeht. Jeder Gedanke, jedes Wort bleibt. Unaufhörlich kommt diese Kraft hinzu und wartet nur darauf, Neues festzuhalten.
So wirkt auch dieser Hauch bei den Himmelskörpern wie ein Magnet. Jeder Himmelskörper hat seinen bestimmten Hauch, seine bestimmte Kraft und verbindet sich dadurch mit der Erde wie auch mit anderen Himmelskörpern und Sonnensystemen. Damit diese allseitige Verbindung aufrechterhalten bleibt, braucht es alle diese Fäden – diesen Hauch Gottes. Sie ergänzen sich auf verschiedene Weise, bilden ein Ganzes und halten sich gegenseitig fest.
Damit dieser ganze Aufbau wieder verändert oder gewandelt werden könnte, müsste Gott selbst eingreifen. Die Menschen versuchen so sehr, die Distanzen der Sterne in Lichtjahren zu berechnen. Doch sie kommen nie zum Ziel. Sie erkennen nicht, wie das alles in Wirklichkeit fest zusammengehalten wird von diesem Band oder Hauch. Er ist so fein und zart, aber so unzerreissbar und zäh.
Können die guten Geistwesen auch andere Planeten besuchen?
Josef: Ja, wenn es ihnen erlaubt ist, dorthin zu gehen. Denn im Allgemeinen haben sie in ihren Sphären zu leben, denen sie zugeteilt sind. Es kommt ganz auf die geistige Entwicklung an, ob ein Geistwesen an seine geistige Sphäre gebunden ist und nur seinen ihm zugewiesenen Platz zur Verfügung hat. Je nach der geistigen Entwicklung und seinen Aufgaben kann es durch diese verschiedenen Welten und Sphären gehen – eben dann, wenn es darin seine Aufgaben erfüllt.
Leben auf dem Planeten Mars – ähnlich wie hier auf der Erde – auch Tiere, Pflanzen und Menschen?
Josef: Die Erde ist der einzige Ort, wo Menschen in dieser materiellen Gestalt leben. Auf den verschiedenen Planeten sind aber Geister, die in die verschiedensten Entwicklungsstufen eingeteilt sind. Allein diese Erde wurde geschaffen für den Menschen, und Christus lebte auf dieser Erde, um die Menschen zu erlösen. In der Weise – in materieller Form – gibt es nur auf dieser Erde Menschen.
Du hast auf die Genauigkeit der Geburtsstunde hingewiesen. Nun sind ja diese Planetenkräfte von Fall zu Fall immer wieder von anderer Art.
Josef: Wenn der Lebensplan des Menschen bestimmt ist, kommt es so sehr auf den Menschen selbst an, was er mit dem macht, was man ihm auf den Weg gegeben hat. Das ist sehr wichtig. Es kommt ganz auf den Willen des Menschen an. Wenn gesagt wird, dass der Betreffende auf jene vorbestimmte Bahn geführt wird, so wird einmal von diesen Planeten oder von diesen geistigen Kräften eine ganz bestimmte Strahlung auf ihn einwirken. Sie wird sein ganzes Wesen zeichnen und somit auch sein Leben. Der Mensch selbst bleibt jedoch der Lenker seines Schicksals; er kann es abwenden, wenn er gut überlegt, wenn er klug ist. Vergesst nicht, dass es beim Menschen unabänderliche Schicksale gibt, die sich unbedingt erfüllen werden; aber der grösste Teil dieser Schicksale ist so, dass der Mensch selbst sie entweder verschärfen oder entschärfen kann.
Leben, Od, Strahlen
Gottesfunke, Seele
Reinkarnation, Geburt
Wie oft ungefähr muss der Geist als Mensch auf dieser Erde inkarniert werden?
Josef: Das kommt ganz auf das Leben des Menschen an – wie er sich bemüht. Wenn er in kurzer Zeit viel zu überwinden vermag und geistig aufbaut, verkürzt oder erlöst er sich von diesem Wiederkommenmüssen. Mitunter ist einem Geistwesen die Möglichkeit gegeben, sich im geistigen Reiche weiterzuentwickeln, wenn es als Mensch im irdischen Reich grosse geistige Verdienste erworben hat.
Ist der Übergang in ein neues Erdenleben für den Geist etwas Unangenehmes?
Josef: Eine Anzahl Geistwesen von der gleichen Entwicklung bilden jeweils eine Familie oder einen kleinen Plan. Wenn nun die Zeit zur Wiedergeburt eines Wesens heranrückt, wissen dies alle, die auf diesem Plane sind, so wie wenn man weiss, dass ein alter kranker Mensch bald aus dem Leben scheiden wird. So ist es bei diesen Wesen; sie wissen genau, wann die Zeit kommt. Es wird auch Abschied voneinander genommen, und jene anderen Wesen geben dann dem Scheidenden gute Ratschläge mit.
Ich will damit nicht sagen, dass die Einverleibung etwas Unangenehmes sei. Das zur Wiedergeburt bestimmte Wesen wird allmählich in einen Schlaf versetzt. Es wird dann den Übergang überhaupt nicht spüren.
Für die anderen Geistwesen auf diesem Plane bedeutet es hingegen eine gewisse Trauer, wenn nun dieser oder jener Geist, der nun ein Erdenleben zu verbringen hat, nicht mehr in ihrer Mitte weilt. Es stellt sich ihnen die grosse Frage: “Wird er denn auch alle Prüfungen bestehen? Wie wird er sein Leben bewerkstelligen?” Es ist, wie wenn ein Student bei euch eine Prüfung zu bestehen hat und seine Eltern darüber besorgt sind.
Wie lange dauert im Allgemeinen der Aufenthalt einer Seele in der geistigen Welt vom Tode bis zu ihrer Wiedergeburt?
Josef: Es können bis zur Wiedergeburt hundert bis fünfhundert Jahre vergehen, es kann aber auch tausend Jahre dauern. Es gibt keine Bedingung, dass man sagen könnte, es dauere so oder so lange. Alles geschieht nach den Gesetzen Gottes, so wie er es anordnet, dass diese Seelen wieder inkarniert werden. Wenn zum Beispiel eine Seele in der geistigen Welt in ihrer Entwicklung nicht vorwärtskommt, also keine Möglichkeit hat, sich Gott zu nähern, kann die Gnade Gottes so weit gehen, dass er sie schon nach zwanzig Jahren auf diese Erde inkarnieren lässt.
Wiedergeburt und Karma werden von vielen Religionslehrern abgelehnt, obwohl man alle Fragen, die von diesen Religionslehrern umgangen werden, durch dieses Wissen lösen könnte.
Josef: Ja es wird einmal die Zeit kommen, wo dieses Wissen allgemein ist. Wenn diese Menschen behaupten, es gäbe keine Wiedergeburt, dann deshalb, weil sie ihnen nicht passt. Aber Christus hat doch gesagt: “Du kannst nicht ins Himmelreich eingehen, wenn du nicht wiedergeboren wirst. Du musst wiedergeboren werden, um ins Himmelreich einzugehen.” Nicht mit einem Leben allein kann das geistige Feld eines Menschen so hell und klar gemacht werden; es muss in weiteren Leben durch die Erfüllung von Aufgaben gereinigt werden.
Weshalb finden wir in den Reden von Christus selbst nicht mehr Hinweise auf die Wiedergeburt?
Josef: Zu jener Zeit war es so, dass ein Grossteil der gläubigen Menschen an eine Wiedergeburt glaubte. So musste es eigentlich von Christus gar nicht besonders betont werden. Es gab seinerzeit Glaubensrichtungen, die an die Wiedergeburt glaubten. Es ist vergleichsweise so, wie es heute Völker gibt, denen es doch ganz selbstverständlich ist, dass es eine Wiedergeburt gibt.
Denkt an die Frage der Jünger betreffend den Blindgeborenen: “Wer hat gesündigt, er oder seine Eltern?” Jene Menschen hatten also Kenntnis von der Wiedergeburt. Sie wussten darum, dass ein grosses und bedeutendes Verschulden eines Menschen ihn so bestrafen würde, dass er es in einem folgenden Erdenleben wiedergutmachen müsste, sie glaubten also an die Wiedergeburt.
Anderseits waren zur Zeit Christi die Menschen in ihrem Gottesglauben etwas zerrissen. Christus erkannte doch all dies und wusste, dass er den Menschen noch vieles hätte sagen können. Deshalb sagte er ihnen seinerzeit: “Ihr könnt es heute noch nicht begreifen und verstehen; aber ich werde dafür sorgen, dass ihr über diese Dinge unterrichtet werdet.” Damit meinte er: “Ich werde den Geist der Wahrheit senden, der euch in alle diese Dinge einweihen wird.” (Joh. 14, 26 und 16, 12–13.)
Wenn man nach Bibelstellen gefragt wird, die die Wiedergeburt belegen – welche ist die wichtigste?
Josef: Es ist schwer, Menschen, die nicht an eine Wiedergeburt glauben wollen, auf diese Weise [anhand der Bibel] davon zu überzeugen. Ihr kennt ja die Worte, die Christus zum ungläubigen Thomas sagte. Diese Menschen verlangen nach Beweisen. Es können dem einen oder andern auch Beweise gegeben werden; aber wenn sie nicht glauben können, genügen ihnen die gegebenen Beweise nie. Denn wer [auch der Bibel] nicht glauben will, hat ja wieder die Möglichkeit, die betreffenden Bibelstellen anzufechten; er sagt dann einfach, es könnte eine falsche Übersetzung sein, oder er sagt, es könnte so und anders heissen. Der Mensch muss also den Willen haben, daran zu glauben. Um das zu können, muss er, wenn er es nicht schon von innen heraus bejahen kann, selbst um Erleuchtung bitten und eben diese Meditation pflegen.
Der Mensch sollte doch, wenn er vom Erlösungsplan weiss, sich darüber klar werden, dass ein Erdenleben allein nicht genügen kann, um alles wieder in Ordnung zu bringen. Freilich kann man sich auch in der jenseitigen Welt emporarbeiten, aber die Möglichkeiten dafür sind viel geringer als hier. Wer in die himmlische Heimat zurückwill, muss rein und geläutert sein. Er muss durch viele Prüfungen und Enttäuschungen hindurchgegangen sein, denn dadurch wird der Geist gereift und für das höhere Leben gestärkt.
Wohl kann man die Menschen auf Bibelstellen verweisen, beispielsweise als die Jünger Jesus auf seine Frage, für wen ihn die Leute denn halten würden, antworteten: “Etliche sagen, du seist der wiedergeborene Elia” (Mat. 16, 13–14). Es gibt verschiedene solcher Bibelstellen, doch möchte ich nicht im Besonderen weiter darauf hinweisen. Wenn der Mensch nicht glauben will, hat er so viele Ausreden. Hier gibt es nur eines: Suche und du wirst finden.
Wenn ein Mensch wiedergeboren wird, so weiss er doch selbst nichts von seinen früheren Erdenleben. Wie kann er nun vermeiden, erneut Fehler zu begehen, wo er doch im Jenseits versprochen hat, sich zu bessern?
Josef: Dass der Mensch nichts davon ahnt, liegt in der Gerechtigkeit und in der Liebe Gottes. Denn bedenkt einmal: Wüsste einer, dass er vielleicht in seinem letzten Leben eine ganz hohe Stellung eingenommen hatte, vielleicht ein König gewesen wäre, würde er sich in diesem Leben immer noch als König aufspielen und von den Menschen verlangen, dass sie ihm diese notwendigen Ehrbezeugungen geben.
Andernfalls: Ist einer ein Verbrecher und ein Mörder gewesen und die Menschen müssten dies sehen, würden sie von ihm Abstand nehmen, und er hätte nicht die Möglichkeit, sich in der Weise wieder hinaufzubringen. Er könnte sich aus dieser Erkenntnis heraus selbst das Leben nehmen, indem andere Menschen ihm dieses Leben so schwer machen – ihn also im geistigen Aufstieg behindern.
Hier macht Gott keinen Unterschied. Alle haben die Möglichkeit, in den gleichen Erkenntnissen wieder von vorn zu beginnen. Die Lehre Christi ist so verbreitet und wird dem Menschen nahegebracht. Wenn er hinausblickt in all dieses wunderbare Geschehen, muss er zur Erkenntnis gelangen, dass es einen Schöpfer gibt und dass er sich aufmachen und anstrengen muss, wieder zu ihm zu gelangen.
Wenn ihr glaubt, dass es von Schaden wäre, wenn er nichts davon wüsste, und dass er Versprechen gemacht hätte für ein besseres Leben, dann ist hier wiederum die Antwort: Jeder Mensch betet zu Gott, dass er im Vertrauen und im Glauben an ihn gestärkt und erleuchtet werde. Jedem Menschen sind die Gebote Gottes klar und deutlich vorgelegt. Nach diesen Geboten und Gesetzen soll er leben. Das ist für ihn der Wegweiser ins Leben. Denn in diesen Gesetzen heisst es, was du tun und lassen sollst, und dass du an Gott glauben sollst. Wenn einer kein Vertrauen und keinen Glauben an Gott hat, dann erfüllt er schon nicht diese geistigen Gesetze.
Gott hat es für jeden gleich getan: Für den, der vorher ein Verbrecher und ein Mörder war und der wiederum die Gelegenheit hat, in ein neues Leben hineinzugelangen – das liegt in der Gerechtigkeit und in der Liebe Gottes. Bei ihm gelten dieselben geistigen Gesetze. Und für jenen, der in seinem früheren Leben vielleicht als angesehener oder frommer und edler Mensch gelebt hatte: Er soll wiederum von neuem beginnen.
Nicht nur diese geistigen Gesetze sind für die Menschen von grosser Wichtigkeit, sondern sie stehen ja auch der irdischen Gesetzmässigkeit gegenüber – sie haben auch die irdischen Gesetze zu befolgen. Sie fliessen im gewissen Sinne ineinander hinein. Nur sind die geistigen Gesetze viel gewissenhafter, viel feiner ausgearbeitet, und sie stehen allen offen vor ihren Augen.
Aufstieg auf der Erde
Du hast einmal von einem Geist berichtet, der in seinem letzten Erdenleben nicht an Gott glaubte, während er im vorhergehenden Erdendasein ein gläubiger Mensch gewesen war. Ich war bisher der Ansicht, dass der Glaube und andere Erkenntnisse nicht mehr verloren gehen können in einem neuen Leben.
Josef: Nein, das ist nicht richtig. Der Mensch, der in diesem Erdenreich lebt, steht so vielen Anschauungen gegenüber. Und immer wieder kann er vom irdischen Gut geblendet werden. Er kann einfach fallen durch diese Schönheiten oder durch das Geld, das in dieser Welt eine grosse Rolle spielt. Er wird von seiner geistigen Entwicklungsstufe im Jenseits nicht zurückfallen; er wird einfach wieder dahin zurückkehren, von wo er ausgegangen ist, und wird im Jenseits wieder dementsprechend seinen Unterricht bekommen.
Ihr müsst das auseinanderhalten: Der Mensch kann von den äusseren Dingen so beeindruckt werden, dass er eine verneinende Stellung einnimmt, während aber sein Geist Gott bejaht. Diese Gottbejahung kommt nicht zum Durchbruch infolge seiner falschen Anschauung. Würde nun ein solcher Mensch etwas mehr in sich gehen und etwas mehr meditieren oder das Innenleben besser pflegen, würde er bestimmt zu besserer Erkenntnis kommen.
Wenn ein Mensch seine Fehler überwunden hat, kommen sie dann im nächsten Leben nicht mehr zum Vorschein?
Josef: Wenn er bis zum letzten Tage seines Lebens immer überwunden hat, dann hat er die betreffende Untugend auch für sein nächstes Leben überwunden. Er wird vielleicht einmal zurückfallen, aber nur so, dass es für ihn keine Überwindung mehr kostet, diesen Fehler ganz zu lassen. Er ist dann einfach einmal gestrauchelt, aber er wird nicht immer wieder diesen Fehler tun oder sich besonders zusammennehmen müssen, um ganz zu überwinden.
Belehrungen zufolge haben Geistwesen, die in ihrem Aufstieg schon eine gewisse Stufe errungen haben, häufig den Wunsch, in ihrem bevorstehenden Erdenleben etwas Besonderes zu erfüllen.
Josef: Wenn ein Geistwesen in die höheren Ebenen gelangt ist, so sieht es, wo überall Not herrscht, und erkennt die Notwendigkeit zur Erfüllung des Heilsplanes Gottes. Es fühlt sich dann auch stark genug, eine wirkliche Aufgabe im Heilsplan auf sich zu nehmen. So wird vielen Geistern in den höheren Ebenen erlaubt, mit besonderen Sendungen und Aufgaben wiederzukehren ins Erdenleben.
Kann man bei einem Menschen, der keinen Glauben hat, sagen: Es ist nur der äussere Mensch, der nicht glauben kann, während der innere Mensch, also sein Geist, um die glaubensmässigen Bedingungen weiss?
Josef: Ja es ist schon der inwendige Mensch, der weiss oder der wissen sollte, welchen Weg er vor sich hat und zu gehen hat. Aber es sind ja die äusseren Dinge, die an den Menschen herankommen und ihn beeinflussen. Und das Äussere, was der Mensch in seiner Umwelt wahrnimmt, beeinflusst dann das Innere. Aber auch das Innere, sagen wir, die innere Kraft, strömt zum äusseren Menschen heraus. Es ist ein Wechselspiel. Und da kommt es eben darauf an, wer der Stärkere ist: Ist es das Inwendige, oder vermag ihn das Äussere in Gewalt zu nehmen.
Was muss man tun, um grosse geistige Fortschritte zu erzielen?
Josef: Ja, liebe Geschwister, wenn ihr grosse geistige Fortschritte machen wollt, kann ich euch diesen Rat geben: Ihr müsst euch aufopfern, ihr müsst verzichten, ihr müsst für den andern leben und euer Ich zurücksetzen.
Man spricht von der Stimme des Gewissens, von der inneren Stimme. Was ist das eigentlich?
Josef: Gewissen und innere Stimme sind nichts anderes als der Laut der Seele, das Wort, das aus der Seele kommt, das mahnende, das tröstende, auch das vorwurfsvolle. Denn in der Seele – wenigstens des aufwärtsstrebenden Menschen – sollte doch eben ein höheres Bewusstsein vorhanden sein, und er sollte in diesem höheren Bewusstsein leben.
Der Geist des Menschen hat viel höhere Einsichten und Erkenntnisse als der äussere Mensch. Damit meine ich Folgendes: Der eigene Geist weiss über viele Dinge Bescheid und über die Wahrheit, aber das äussere, menschliche Bewusstsein stört diese Einsicht. Das menschliche Bewusstsein legt sich wie ein Schatten darauf. Es wird bestimmt durch die Äusserlichkeiten, die den Menschen umgeben und beeindrucken, durch seinen Willen. Der eine hat einen starken, der andere einen schwachen Willen, der eine neigt zur Religiosität, ein anderer nicht. Es spielen so viele Faktoren eine grosse, bedeutende Rolle dabei.
Und wenn ich sage, der Geist weiss mehr Bescheid, dann darf ich auch sagen, dass es eben der Geist des Menschen ist, der manchmal über sich selbst und seine Lebensweise sehr traurig ist, über die Handlungen, die der ganze Mensch vollführt. Dann erlebt der eigene Geist die schmerzliche Enttäuschung über diese oder jene Tat, die der Mensch begeht. Der Mensch kann ja auch zur besseren Einsicht kommen, er kann seine Fehler einsehen. Geschieht dies, so ist der äussere Mensch bereit, auf das innere Wort zu horchen und der Seele die Freiheit des göttlichen Bewusstseins zu geben.
Wenn ein Mensch durch Unachtsamkeit oder Leichtsinn ein Unglück selbst verschuldet, ist das dann nicht auf ein Versagen des Schutzgeistes zurückzuführen?
Josef: Niemals. Aus dem freien Willen des Menschen geschieht so vieles. Aus Unachtsamkeit, Unüberlegtheit bringt er sich in solche Situationen hinein. Wer aber in Verbindung steht mit dem göttlichen Reich, kann besser geführt und gemahnt werden. Sein Auge und Ohr können so geläutert werden, dass er den Weg erkennen kann, den er zu gehen hat.
Wohl hat jeder Mensch sein Schicksal zu ertragen, das, was für ihn vorgezeichnet ist. Bemüht er sich aber um ein göttliches Leben, können ihn die himmlischen Wesen in jene Wege hineinführen, wo er sein Schicksal nicht in aller Schwere zu erleben hat. Sie werden ihn aber jene Wege führen, wo er alles in seiner Schärfe auszukosten hat, so wie es vorgezeichnet ist, wenn er kein göttliches Leben führt und nicht danach trachtet.
Es fällt auf, dass man im Jenseits eigentlich sein irdisches Leben kaum mehr begreifen kann. Andererseits weiss man nichts mehr vom geistigen Leben, wenn man hier auf Erden ist. Wie ist dies aus höherer geistiger Sicht zu verstehen?
Josef: Es ist so, dass man in dem Leben, in das man hineingeboren wird, sich von Neuem behaupten muss. Es wird doch vom Menschen erwartet, dass er einen Glauben an Gott hat und dass er nach den Gesetzen lebt. Und das ist es ja gerade: Im menschlichen Leben vermögen viele nicht zu glauben, weil sie behaupten, es fehle ihnen an Beweisen. Dabei müssen die Menschen eben durch die Entfernung von Gott von innen heraus selbst die Kraft aufbringen und ihren Glauben zum Ausdruck bringen.
Wenn nämlich der Mensch wegen dieser Entfernung nicht glauben kann, dann wird er eben keine bedeutende Stellung im Geistigen einnehmen. Er wird wohl vielleicht auf der einen Seite einen höheren Entwicklungsgrad haben, andererseits fehlt es ihm am Glauben, und dadurch, dass ihm dieser Glaube fehlt, vermag er die Höhe nicht einzunehmen, die er einnehmen könnte, hätte er den Glauben und das andere dazu.
In der jenseitigen Welt ist es klar, dass man sich Vorwürfe macht und sagt: “Man hat doch immer davon erzählt. Man hat immer vom Heilsplan Gottes und von Christus gesprochen.” In der Jenseitswelt kann man es wahrhaftig nicht verstehen, dass man als Mensch über viele Dinge nicht mehr nachgedacht hat. Denn zum Beispiel ist das Werden eines Menschen doch ein Wunder. Die Menschen sollten doch über dieses Werden mehr nachdenken. Aber nicht nur über das Werden, auch über das Vergehen, über das Sterben des Menschen und das Sterben in der Natur überhaupt. Wenn sie sich mehr anstrengen, mehr denken würden, dann müssten sie eben auf das Göttliche kommen.
Nun sollen die Menschen aus dieser Entfernung glauben... In der göttlichen Welt ist man dann enttäuscht, wenn man trotz der vielen schönen Beweise und Wunder nicht glauben konnte, weil man es nicht annehmen wollte und es angeblich keinen Beweis gab.
Karma
Ist es für den Menschen besser, sein Schicksal einfach anzunehmen, oder soll er darum bitten, dass er davon befreit wird?
Josef: Freilich soll der Mensch bitten, dass er davon befreit wird, und er soll sein Möglichstes tun, dass er befreit wird von Schuld und Sühne. Er soll an sich arbeiten, und er muss Gott um Verzeihung bitten. Und wenn Gott sieht, dass es richtig ist, dass man dem Menschen verzeihen darf, dann wird ihm auch wirklich eine grosse Hilfe zuteil.
Warum hat der edel denkende und handelnde Mensch oft so zu leiden?
Josef: Es ist möglich, dass er in der Gotteswelt diese schwere Aufgabe selbst gewählt hat. Es ist aber auch möglich, dass die Gotteswelt ihn dafür gezeichnet hat durch ein schweres Leben zu gehen, damit er geistig noch schneller aufsteigen kann. Im Reiche Gottes sind so viele dafür gezeichnet, im Verlauf von Hunderten von Jahren im richtigen Moment eingesetzt zu werden, damit sie wiederum die Stütze werden für ihre anderen Geschwister im Erdenreich.
So kommt es, dass sie also durch ein schweres Leben gehen mussten und in dem Falle den Beweis lieferten, dass sie trotz des Leidens und des beschwerlichen Lebens von Gott nicht abgegangen sind. Das wird seine Belohnung finden.
Aufstieg im Jenseits
Mein Bruder starb vor zwei Jahren dreiundsechzigjährig. Sein Leben lang wollte er von Gott nichts wissen, ja er haderte gegen ihn. Erst auf seinem letzten Krankenlager hat er sich gründlich bekehrt. Frage: Konnte seine Reue kurz vor dem Sterben sein Schicksal in der geistigen Welt wesentlich verbessern?
Josef: Wenn ein Mensch sein ganzes Leben lang ohne Gott lebt, so zeichnet er sich damit selbst und stürzt sich selbst in eine gewisse geistige Dunkelheit. Wenn er in letzter Stunde reuig war, so kommt es darauf an: War er nur in oberflächlicher Weise reuig, aus einem Angstgefühl heraus, indem er sich sagte: “Verlieren kann ich nichts, vielleicht aber damit gewinnen”, dann hat ihm diese Reue nichts genützt. Hat er aber wahrhaftig seine Gesinnung geändert und aus wirklich grosser Reue heraus wahrhaftig den Weg zu Gott gefunden, hat er eingesehen, ein gottloses Leben geführt zu haben, und es tut ihm leid, dann hat er dazu beigetragen, seinen Zustand etwas zu ändern, sodass ihm Gnade gegeben wird, wenn er vor den Richterengel Gottes schreitet. Diese Gnade wird dann darin bestehen, dass ihm Gelegenheit gegeben wird, in einem neuen Erdenleben gutzumachen. Das heisst, es wird ihm eine Aufgabe für ein neues Erdenleben übertragen.
Die Hauptsache ist doch wohl, ob ein Mensch recht gelebt hat?
Josef: Es sind so viele Dinge zu berücksichtigen. Es kann zum Beispiel ein Mensch genau wissen, was recht und unrecht ist, auch wenn er Gott noch nicht gefunden hat. Er wird eben dementsprechend in der geistigen Welt eingeordnet werden. Jede Seele wird schon auf Erden ihre Umgebung selbst schaffen. So wie der Mensch in seiner Welt lebt, so lebt er eben weiter in der geistigen Welt. Ist er gut, so schafft er um sich eine gute Welt und wird mit all dem selbst geschaffenen Lichte zu dem weiteren, herrlichen Lichte geführt.
Gott, Christus und die geistige Welt
Jesus
Gott, Christus
Geistige Welt, Geistwesen
Du sagtest, wir sollten um einen hohen Schutzengel bitten. Wenn aber mein Schutzgeist mich seit meiner Kindheit bis hierher geleitet hat, finde ich es ihm gegenüber undankbar, wenn ich um einen andern bitte; ich möchte ihm doch auch die Treue halten.
Josef: Ja, liebe Seele, dein Wunsch ist sehr schön, du sollst aber nicht glauben, dass nur dieser Schutzgeist über dich wacht, der dich vielleicht nicht nur in diesem Leben behütet, sondern auch durch das letzte Leben mit dir gegangen ist und dich auch begleitet hat in der Entwicklung in der geistigen Welt und nun dir wieder zugetan ist in diesem Leben. Es ist seine Aufgabe, dich zu behüten. Du kannst aber trotzdem noch um einen hohen Geist bitten. Ob diese Bitte dir erfüllt wird, steht dem Willen Gottes und der höheren Geister anheim, die darüber zu urteilen haben, ob du würdig bist, dass dich dazu noch ein höherer Geist betreut. Denn wo bei Menschen die Aussicht besteht, dass sie auch etwas leisten in ihrem Leben, werden ihnen solch höhere Geister zugeführt.
Solch hohe geistige Hilfe wird nur einem Menschen zugeteilt, wo die Möglichkeit besteht, dass daraus etwas wächst, der mit diesen Kräften, mit dem besonderen Schutz auch umzugehen weiss, indem er das Empfangene den Mitmenschen weitergibt und versteht, im Geistigen aufzubauen. Denn wenn ein Mensch die Gnade hat, von einem hohen Geiste behütet zu werden, so hat er grösstenteils auch eine Sendung zu erfüllen. Und diese Sendungen bestehen oft in einer Weise, die ihr nicht begreifen könnt. Es kann ein Mensch in eine Gemeinschaft hineinkommen und dort eine Sendung haben, oder er hat in einer Familie zu leben, wo es sehr notwendig ist, dass jeweils zur rechten Zeit ein rechtes Wort gesprochen wird, wobei es eben darauf ankommt, dass gerade diese Person es ausspricht, weil eben besonders nur auf sie gehört wird. Und wenn nun Menschen, die sich so um das Gute bemühen, um einen solchen Schutzgeist bitten, so haben sie das Recht dazu. Sie dürfen darum bitten, und es wird ihnen ihre Bitte gewährt, wenn man erkennt, dass es einer höheren Aufgabe, einem höheren Ziele dient.
Ich hatte eben das Gefühl, der jetzige Schutzgeist könnte dadurch beleidigt sein.
Josef: Nein, dem ist nicht so, der Schutzgeist bleibt dem Menschen treu und begleitet ihn wieder in seine geistige Welt hinein. Wenn aber noch ein höherer Geist in der Nähe eines Menschen sein darf, ist es für dessen Schutzgeist eine überaus grosse Freude. Denn auch die Schutzgeister unterstehen wieder höheren Geistern und haben sich wieder mit ihnen in Verbindung zu setzen.
Muss man sich einen guten Schutzgeist erarbeiten, oder bekommt man ihn geschenkt?
Josef: Wer Verdienste hat aus einem früheren Leben, der hat bestimmt auch einen guten Schutzgeist. Diesen guten, hohen oder kraftvollen Schutzgeist wirst du besser spüren, wenn du dir Mühe gibst, ein göttliches Leben zu führen, wenn du dich in allen Dingen zusammennimmst und nur das Rechte tun willst. Würdest du aber ungerecht handeln, würde der Schutzgeist dir nicht mehr so nahe sein können, er müsste sich von dir distanzieren und könnte nicht mehr mit solch grosser Kraft auf dich einwirken. Du hättest also nicht mehr so die Möglichkeit, ihn zu erleben und seine Hilfe entgegenzunehmen, wie wenn er in deiner Nähe sein kann.
Wie müssen wir uns den Kampf der Geister um die Menschen vorstellen?
Josef: Im Kampfe um den Menschen stehen den guten wie den bösen Mächten ihre eigenen Kräfte zur Verfügung. Die Engel Gottes können einen Menschen im Kampfe gegen das Böse stärken, dies aber können die düsteren Mächte in gewissem Sinne auch. Sie können den Menschen, der ohne göttlichen Schutz ist, schwächen. Der guten Geisterwelt stehen immer die Mittel zum Schutze des Menschen zur Verfügung. Der bösen Geisterwelt stehen die Kräfte bis zu einem gewissen Grade zur Verfügung; Gott kann sie ihnen aber entziehen. Wenn ein teuflisches Wesen zuerst den Weg zu einem Menschen findet, kann der Mensch im Herzen gleichwohl immer noch erkennen, was Recht und Unrecht ist. Dieses Erkennen allein lässt schon einen Funken springen, und dieser zieht sofort ein Engelwesen an, das dann den Moment zu nutzen versucht, um die guten Gedanken im Menschen zu stärken und vom Bösen wegzuführen.
Durch anhaltende Bitte der Menschen zu Gott, er möge dem Terror der bösen Mächte Einhalt gebieten, kann den düsteren Mächten jedes ihrer Mittel vernichtet werden. Die Geister kämpfen ja nicht mit denselben Mitteln oder Waffen wie die Menschen; ihre geistigen Waffen sind konzentrierte Kräfte. Die bösen Mächte haben ihre geistigen Gifte, die sie dem menschlichen Organismus wie durch eine Einspritzung zuführen. Die Auswirkung ist bei den betroffenen Menschen furchtbar, bei denen die düstere Geisteswelt gearbeitet hat. Ihr Geist wird in den Stunden des Schlafes durch schreckliche Bilder geplagt. Viele solcher Menschen werden verzweifelt, so dass sie in ihrer Verzweiflung den düsteren Mächten noch willigere Werkzeuge werden. Sie finden selbst den Weg nicht mehr heraus, denn sie haben keine Gedanken der Reue. Und diejenigen, die weder Zuflucht noch Trost bei Gott suchen, erhalten nicht den wundersamen Beistand durch Engel Gottes. Nur in seltenen Fällen gelingt es einem Engelwesen, sich einem solchen Menschen zu nähern und ihn auf einen anderen Weg zu bringen.