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Ein guter, ungestörter Schlaf ist für die Gesundheit des Menschen eine Notwendigkeit. Nicht nur der irdische Körper findet in dieser Zeit Erholung, sondern auch der Geist kann vielseitige Stärkung erhalten. In den Stunden der Ruhe vermag sich der Menschengeist von seinem irdischen Leib zu lösen und eigene Wege zu gehen. In diesem Themenheft werden die verschiedenen Möglichkeiten solch geistigen Erlebens dargelegt. Je nach dem persönlichen Entwicklungsstand und den Interessen kann ein Menschengeist in den Stunden der Ruhe irdische oder jenseitige Bereiche durchziehen, von Geistern Gottes geführt werden, Belehrungen empfangen oder Aufgaben verrichten. Nach dem Erwachen erinnert sich der Mensch in der Regel nicht an das, was er beziehungsweise sein Geist in den Stunden des Schlafes erlebt hat. Damit ein geistiges Erlebnis oder eine Mahnung des Schutzgeistes ins Tagesbewusstsein hinübergenommen werden kann, bedarf es bestimmter Vorkehrungen seitens des Menschen oder seitens der göttlichen Welt. Der zweite Vortrag in diesem Themenheft erklärt anhand eines Erlebnisberichts, wie ein Schutzgeist beispielsweise durch Traumbilder dem Menschen eine bedeutsame Mitteilung geben kann.
Lene, 19. September 1962 (Meditationswoche 1962, 4. Abend)
In den Stunden der Ruhe vermag sich der Geist des Menschen von seinem irdischen Körper zu lösen und eigene Wege zu gehen. Geistlehrerin Lene beschreibt in diesem Vortrag verschiedene Möglichkeiten geistigen Erlebens im Schlaf. Je nach dem persönlichen Entwicklungsstand und den Interessen kann ein Menschengeist in den Stunden der Ruhe irdische oder jenseitige Bereiche durchziehen, von Geistern Gottes geführt werden, Belehrungen empfangen oder Tätigkeiten ausüben und Aufgaben verrichten. Lene erklärt, wie der Menschengeist Erholung und Kräftigung findet und auf welche Weise es ihm möglich wird, von dem Erlebten etwas in das Tagesbewusstsein hinüberzunehmen.
Lene: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, der gute, ungestörte Schlaf ist für jeden Menschen notwendig. Hat man gut geschlafen, ist man gestärkt und frisch. Im Schlafe des Menschen spielen sich verschiedene Vorgänge ab. Ich versuche nun, einige Erklärungen zu geben. Darüber kann man auch meditieren – man kann sich in der Meditation auf verschiedene Fragen Antwort holen.
Liebe Geschwister, wir möchten nun einen Menschen betrachten, der keinen gesunden Körper hat und dessen Denken nicht selbstständig ist, also einen – nach der geistigen Sprache gesprochen – karmisch belasteten Menschen. Was geht wohl mit einem solchen Menschengeist im Schlafe vor sich?
Wenn sich dieser Mensch zur Ruhe begibt und sein Geist sich vom Leibe löst, wird er in seine Bereiche hineingehen können, von denen er ausgegangen ist. Er kann versuchen, sich dort weiterzubilden, das heisst, er selbst muss darum besorgt sein, dass man sich seiner annimmt und ihm vielleicht Hilfe gibt – vielleicht ...
Anderseits wird man das Wirken eines solchen Menschen betrachten. Er ist ja nicht voll zurechnungsfähig; doch worauf die geistige Welt schaut, das ist: ob er guten oder bösen Willens ist und wie er sich mit seinen Mitmenschen verträgt. Ist einer aus diesem seinem Zustande heraus bösartig, wird ihm doch im Geiste eine ganz andere Führung zuteil als einem, der gutmütig und guten Willens ist.
Ein Geist nun, der durch seinen irdischen Leib bösartig wirkt, wird nachts von einem Geist Gottes beobachtet, wenn er sich von seinem Leibe etwas gelöst hat und nur noch durch das Lebensband oder die silberne Schnur mit seinem irdischen Leib verbunden bleibt. Ja, man nähert sich einem solchen sehr viel. Ein derart bös wirkender Mensch kann in seinem Alltag von einem solchen Geist Gottes, der ihm seine Aufmerksamkeit schenkt, keinen Trost erwarten. Vielmehr mahnt er ihn zur Duldsamkeit und zur Überwindung des Bösen. Er zeigt ihm genau die Grenzen, wo er sich als Menschengeist bewegen darf in der Zeit, da sein Körper ruht.
Er kann sich nicht etwa frei unter Menschen begeben, um vielleicht da und dort Unheil zu bringen. Er darf ebenso wenig in seinen geistigen Zonen entsprechend tätig sein, sondern ein Geist Gottes bewacht ihn. Er braucht nicht ständig über oder neben ihm zu stehen, aber ein solcher Menschengeist ist sozusagen unter ständiger Kontrolle.
Einen solchen Geist, dem Gelegenheit gegeben worden war, in ein neues Menschenleben zu treten, um von seinen Belastungen etwas abzulegen, will man demütigen, damit er auf Erden etwas von seinen Schulden abträgt. Der Geist, der nun im Schlafe seinen kranken Leib sieht, ist mit ihm gar nicht zufrieden, und er ist auch über diese Begrenzung nicht begeistert. Wenn er in seinem Wesen eben bösartig ist, ist er auch im Geiste genauso unzufrieden und kann in seiner Unzufriedenheit Unheil anrichten.
Dies wird jedoch verhütet, indem man ihn genau beobachtet und ihn sogar, wenn er recht bösartig ist, in jenen Stunden bannt, damit nichts Unrechtes geschehen kann. Er hat also ein solches Leben in dieser Begrenzung verdient. Und wenn er auch auf Erden in einem kranken Leib zu leben hat, hat er noch ein viel besseres Leben, als wenn er als leidender Geist irgendwo in der geistigen Welt gebannt wäre.
Im Menschenleib kann er zwar nicht selbstständig handeln, und er sieht seine Mitmenschen, muss einerseits von ihnen Verachtung hinnehmen, aber anderseits darf er auch Liebe und Hilfsbereitschaft erhalten. Dies sollte für ihn eine Antwort sein, dass man eben auch zu geben hat und dem Mitmenschen wohlwollend zu begegnen hat. Wenn aber ein solches Wesen seine Boshaftigkeit nicht ablegt, wird es eben gebannt. Ein solcher Geist wird erst wieder frei werden, wenn er von seinem irdischen Leibe zurückgezogen wird, das heisst, wenn sich jener Rhythmus erfüllt hat, wo der Leib ausgeruht ist. Es kann auch geschehen, dass durch ein plötzliches Geräusch der Geist gewaltsam zum irdischen Körper hingezogen wird, sodass es wieder zu einer Vereinigung von Geist und Körper kommt.
Wenn ihr vielleicht denkt: “Warum wird einem solchen Menschengeist nicht Trost gegeben, während doch in der Geisteswelt andern Geistern, die leiden, auch Trost gegeben wird?”, dann muss ich euch Folgendes sagen: Es kann geschehen, dass er in der Zeit seines Erdenlebens dann und wann einen Geist Gottes des Trostes empfängt, der versucht, ihm Trost zu geben. Doch wird dieser Trost sehr sparsam ausgebreitet, denn man muss sich auch um den Trost verdient machen. Man verlangt nichts Weiteres von ihm, als dass er seine Boshaftigkeit ablegt.
Ist einer imstande, dies im Laufe seines Lebens zu tun, werden diese Grenzen grösser; die Möglichkeit der Entfaltung ist gegeben, und die trostreichen Geister stehen ihm zu Diensten und auch solche, die ihn belehren wollen. Mit Freuden wollen ihn seine Geistlehrer unterrichten, wenn sich während des Lebens eine solche Wandlung vollzieht. Dann ist sein Geist genauso frei geworden wie bei andern.
Nun möchten wir einen Menschen betrachten, der als ungläubig gilt, dennoch aber Recht von Unrecht gut unterscheiden kann und sogar versucht, viel Gutes zu tun. Nur glauben kann er nicht; er kann weder Gott noch Christus anerkennen, lebt aber nicht schlechter als ein anderer Mensch, der an Gott glaubt. Was hat ein solcher für Möglichkeiten in diesen Stunden der Ruhe? Wie wird er aufgenommen?
Nun, auch er hat die Möglichkeit, in gewisse Sphären einzudringen. Auf Erden besitzt er keinen Glauben, das heisst, die Erkenntnis des Glaubens vermag nicht durch seinen irdischen Leib zu dringen oder durch sein Denken zu kommen. Aber als Geist steht er ja im Reiche Gottes, erkennt die Macht und alle Herrlichkeit und weiss somit: “Ich stehe unter der göttlichen Herrschaft.” Der Geist selbst mag darüber sehr traurig sein, dass er Gott fernsteht – ihn das Irdische so beeindruckt und er die Wunder der Natur weder erkennen noch erleben kann.
Ein solches Wesen hat in der Zeit der körperlichen Ruhe verschiedene Möglichkeiten. Einmal kann es sich selbst im Erdenbereich bewegen und sich für dieses oder jenes interessieren, nämlich für Dinge, für die es sich auch interessiert, wenn es in den irdischen Leib eingekleidet ist. Anderseits kann es aber auch Interessen entfalten, die nicht durch das menschliche Denken des äusseren Menschen dringen. So kann ein solches Wesen seinen Interessen nachgehen, sich darin entwickeln und so sein Wissen bereichern. Die Geisterwelt Gottes steht ihm nicht davor.
Doch nicht nur die Erde als solche bietet ihm die Möglichkeit, sich dort zu bewegen, sondern ein solcher Menschengeist hat auch die Möglichkeit, ins Reich der Geister zu ziehen, dorthin, von wo er vor seiner Menschwerdung ausgegangen ist. Dort kann man sich mit seinesgleichen unterhalten und je nach den Interessen, die man hat, solche Wesen aufsuchen, um mit ihnen Gespräche zu führen. In jeder Aufstiegssphäre sind Wesen, die verschiedene Interessen haben. Es gibt solche, die allem ganz gleichgültig gegenüberstehen und trotzdem in derselben Sphäre sind. Also wird man sich jene aussuchen, mit denen man sich unterhalten kann. Auf diesem Wege bahnen sich gewisse Freundschaften an.
Sämtliche Menschengeister wissen, dass sie durch dieses Lebensband mit ihrem irdischen Leib verbunden sind und dass sie wieder zurückkehren, vom Leibe angezogen werden. So ist manchmal der Aufenthalt in diesen Geistessphären ganz kurz. Man hat vielleicht nur einen Einblick in die Sphäre und ist kaum imstande, Geschwister zu begrüssen. Es sind wiederum besondere Verhältnisse, die solches hervorrufen; es kann Schlaflosigkeit sein – der Mensch kann sich nicht voll und ganz lösen –, und der Geist wird somit immer wieder zurückgezogen.
Jedoch auch wenn der Mensch nur in einem gewissen Schlummer liegt – und glaubt, nicht zu schlafen, aber in entspanntem Zustande ist –, vermag sich sein Geistesleib dennoch in gewissen irdischen Bereichen zu bewegen.
Dass freilich ein solches Wesen, das als Mensch nicht glauben kann, diese geistigen Sphären in ihrer Pracht und Schönheit nicht besonders erlebt, sollte euch verständlich sein. Geister Gottes haben die Aufgabe, sich jener Menschengeister auch anzunehmen. Sie machen ihnen Vorwürfe, dass sie nicht die Kraft besitzen, mit ihrem Glauben durchzudringen. Sie versuchen, ihnen den Weg zum Glauben zu zeigen, indem sie ihnen erklären, wie sie zu leben hätten und welche Wege sie beschreiten müssten. Sie erzählen ihnen auch vom Heils- und Ordnungsplane Gottes. Ja, sie dringen sehr auf diese Wesen ein, in der angenehmen Hoffnung, dass dies wirksam werde. Auch kommt es vor, dass beim Betreffenden im Laufe des Lebens durch diesen geistigen Beistand eine solche Wandlung vor sich geht und dieser plötzlich glauben kann.
Wenn es zu einem solchen Erfolg kommt, an dem nicht Menschen beteiligt waren, der Betreffende also nicht von Menschen zum Glauben überzeugt wurde, sondern es im Geistigen geschah – indem man sich seiner angenommen hatte und versuchte, ihn zu überzeugen –, dann wird man ihm auf ganz andere Art und Weise die Möglichkeit geben, Einblick in die geistigen Reiche zu bekommen. Man ist sehr glücklich darüber und öffnet ihm immer weitere Türen. Die Geistboten werden dann versuchen, die Verbindungen zu diesem Menschen zu knüpfen. Sie werden sich seines persönlichen Lebens annehmen und dementsprechend für ihn wirken, auf dass er in seinem Glauben stark bleibe und ihn nicht wieder verliere.
So findet ein solcher schon in der Zeit der Ruhe im Reiche Gottes eine gewisse Belohnung. Er durchzieht seine Aufstiegsstufe, von der er gekommen ist – und diese vielen Aufstiegsstufen, von denen die Wesen ausgehen, haben verschiedene Orte: schöne und weniger schöne. Ich möchte dies vergleichen mit einem Dorf oder mit einer Stadt; nicht jeder Platz ist dort bewundernswert. Doch besitzt eine solche Stadt oder ein solches Dorf bestimmt einen schönen Flecken, wo das Wohnen sehr angenehm ist, weil man dort vielleicht mehr Sonne und mehr Aussicht geniesst. So hat es auch im Jenseits bessere Plätze, die eingenommen werden können.
Ihr dürft aber den Begriff “Raum” nicht vergleichen mit eurem, denn in der geistigen Welt ist solches nicht in der Weise zu erleben wie bei euch. Man wird in der geistigen Welt einem Wesen, das sich auf die geschilderte Art verdient gemacht hat, eben in seiner Sphäre einen schöneren Platz zuweisen.
Ihr wisst, dass in allen Sphären gearbeitet wird, auf verschiedene Art und Weise. Wo Gegenstände gebraucht werden, muss Arbeit geleistet werden. Man findet von einer gewissen Ebene an auch überall künstlerische Werkstätten.
Somit wird man den, der sich darum verdient gemacht hat, in seiner Sphäre, in die er gehört und in die er einkehren darf, in Begleitung eines göttlichen Wesens an einen besseren Platz führen. Damit überschreitet er noch lange nicht seine Grenzen – es ist so, wie ich euch erklärte: Eine Sphäre weist eben schöne und weniger schöne Orte auf.
Wenn nun ein Mensch zum Glauben gekommen ist, hat er dementsprechend in seinem menschlichen Leben, wo er wirkt, auch einen schützenden, helfenden Geist. Man nimmt Anteil an seinem Leben – und zu seinen Schutzgeistern, die ihn früher begleiteten und über sein Leben wachten, wird ihm nun ein bedeutenderes, höheres Geistwesen als Schutzengel gegeben. Dies darf nun geschehen dank seiner Wandlung zum Glauben – weil er geistig aufgestiegen ist.
Dieser Schutzengel, der einen höheren Rang bekleidet, wird dann diesen Menschen begleiten. Er hat grössere Kenntnisse über die Gesetze und braucht nicht bei anderen Brüdern anzufragen, ob es erlaubt wäre, seinem Schützling dieses oder jenes zu erlauben, sondern ein Schutzengel dieses Ranges entscheidet selbst. Das ist keine Erniedrigung für die andern Schutzgeister, denn sie selbst sind ja auch ihrem Rang entsprechend eingestuft. Es ist für einen Menschengeist ein Erlebnis, wenn er sieht, dass ihm ein so erhabenes Wesen als Begleiter fürs Leben gegeben wird. Man eröffnet ihm: “Dieses geschieht aus Dankbarkeit.”
Dieser Schutzengel wird sich des Schützlings nicht nur während der Zeit seines Wirkens im Alltag annehmen, sondern er steht schon bereit, wenn der Mensch sich zur Ruhe begibt. Er will sich mit ihm unterhalten – nicht etwa über oberflächliche Dinge, sondern über Sinnvolles und Nützliches. Er wird seinen Schützling dann in der geistigen Welt umherführen, in der Sphäre, von der er ausgegangen ist, denn er kann seine Sphäre nicht überschreiten. Er kann aber zur Belehrung in andere Sphären eintreten, die unter der seinen liegen, wo er auch vieles lernen kann.
Auf diese Weise beschäftigt sich also ein Geist Gottes mit dem Menschen. Er beschäftigt sich manchmal auch mit Dingen, die dieser tagsüber zu erfüllen hat oder über die er nachdenkt. Ein Geist Gottes, der einen solchen Menschen begleitet, hat die Möglichkeit, eine engere Verbindung mit ihm zu knüpfen. Er kann ihm im Schlafe deutlich etwas zu erkennen geben, das heisst, dieser Mensch träumt dann, wie ihr es nennt. Der Engel Gottes kann ihm im Traume symbolische Bilder geben. Er wird im Allgemeinen nicht in menschlicher Sprache mit ihm reden. Solches geschieht nur, wenn es sein muss und wenn die Verbindung zum führenden Geist derart geknüpft ist, dass die Schwingungen so geordnet sind, dass er seinem Schützling deutlich sagen kann: “Das sollst du tun, und jenes musst du lassen.” Das geschieht ausnahmsweise, dann und wann – im Allgemeinen gibt man aber symbolische Bilder.
Wenn dann der Mensch in der Stille in die Meditation geht, kann er manchmal wirklich die Antwort hören, was damit gemeint ist. Ich betone aber, dass ein guter Geist niemals einen Menschen in Ängste versetzt durch irgendwelche symbolische Bilder, durch irgendwelche Worte. Der gute Geist sorgt dafür, dass eine starke Trennung herrscht zwischen dem Körper und dem ausgetretenen Menschengeist. Der Körper, der ja immer noch mit dem Geiste in Verbundenheit steht, vermag so schattenhaft etwas vom Erlebten in sich aufzunehmen. Nun kann es verschiedene Schatten geben in der Form, dass es zu einem Durcheinander kommt und der Mensch sich diese Bilder und Träume nicht richtig erklären kann – man hat dann diesen auch gar keine Bedeutung zuzumessen. Wenn sich aber die Geisterwelt Gottes beim Menschen deutlich bemerkbar machen will, kennt sie dafür auch die Mittel und die Wege. Ich werde noch darauf zu sprechen kommen.
Ich habe euch nun von der Entfaltung eines belasteten Geistes erzählt und von den begrenzten Möglichkeiten seines Wirkens. Ich erklärte weiter das Austreten des Menschengeistes aus dem Leibe während des Schlafes und wie durch die Einwirkung eines ranghohen Geistes der zuerst ungläubige Mensch zum Glauben gekommen war. Ich schilderte euch, wie sich die geistige Welt ihm gegenüber dankbar erwies. Dies alles sind nur kleine Ausschnitte aus den unermesslich vielseitigen Erlebnissen von schlafenden Menschen.
Doch betrachten wir nun auch einen wirklich frommen Menschen, der gute Taten vollbringt. Er mag vorher, ehe er ins menschliche Leben kam, nicht unbedingt aus einer besonders grossen Geisteshöhe gekommen sein. Allein, während seines Erdenlebens hat er sich zu diesen Erkenntnissen durchgerungen und ist zum guten, edlen Christen geworden.
Wenn sich nun dieser Menschengeist vom Leibe befreit hat, wird er auch in die geistigen Bezirke geführt. Auch er kann aber noch nicht über seinen Ort hinaustreten – er wird an jenen Ort einkehren, den er verlassen hat. Wenn dann einmal das Band zerrissen ist, wird er nicht mehr an denselben Ort zurückkehren müssen, denn er kann weiter aufsteigen.
Die Geisterwelt Gottes will doch, dass ein solcher Mensch, der sich bewährt hat, nicht etwa in eine niedere Sphäre zurückkehrt. Vielmehr steht sie ihm ja hilfreich zu Diensten. Sie hat so viele Möglichkeiten, diesen Menschengeist zu führen und ihn zu unterrichten. Er braucht doch, wenn sein irdischer Körper ruht, Führung und Belehrungen.
Je nach der Veranlagung eines solchen Menschengeistes wird er einer Tätigkeit nachgehen, die ihm besondere Freude bereitet. In diesem Zusammenhang muss man nun wissen, dass überall, sei es im Erdenreich oder in bestimmten Aufstiegssphären, auch hohe Geister ihre Wohnungen aufgeschlagen haben können. Wenn man sich nun in den göttlichen Dienst gestellt hat, dann nimmt sich doch ein Geist Gottes eines so edlen Menschen an und führt während der Schlafenszeit seinen Geist zu diesen angenehmeren Orten hin. Man kann ihn nun in ein Haus führen, wo Geister Gottes wohnen, denn sie haben ihre Wohnungen auch in den unteren Aufstiegsstufen. Ich möchte aber klarstellen: Es ist nicht ihre feste Heimstätte, sondern sie haben in jener Sphäre an einem schönen Ort ein Haus. In diesem Hause kommen die göttlichen Boten zusammen und sprechen sich aus. Von dort gehen sie dann zu ihren Geschwistern hin, und sie haben auch die Möglichkeit, dann und wann ein Geschwister in ihr Haus zu nehmen.
Denn, ich wiederhole es, auch wenn einer im Leben Gutes wirkt und tut, kann sein Geist in der Zeit des Schlafes nicht über die Grenzen hinaus, sondern er muss warten, bis das Band gerissen ist. Doch schon vorher will ein Geist Gottes einen Menschengeist zu seiner Freude an schönere Orte hinbringen, und so führt er ihn in den geistigen Sphären an jene Plätze hin, wo Geister Gottes auch wohnen. Er kann sich dann mit ihnen aussprechen, er kann seine Kraft für sie einsetzen, er kann für sie arbeiten – er wird sozusagen in ihren Bund miteingeschlossen.
Umgeben von solchen herrlichen Geistern Gottes fühlt er sich glücklich. Er wird vieles in Erfahrung bringen, denn sie werden ihm entsprechend seiner Entwicklung und seinen Leistungen mehr von der göttlichen Welt erzählen. So wird ein solcher Menschengeist in eine schönere, bessere Welt Einblick gewinnen.
Manchmal ist es ja schon vorgekommen, dass sich ein Menschengeist in Gesellschaft eines wahrlich schönen Engels befunden und eine herrliche Umgebung um sich gehabt hat, während er in Tat und Wahrheit nicht über seine Grenzen hinausging. Er war also während seines Erlebnisses nicht etwa auf einer höchsten Stufe, sondern durch diese Führung geschah es, dass ein Himmelsbote den Betreffenden zur Belohnung in sein Haus mitgenommen hatte, das auf einer niedereren Stufe stand und welches dieser Geist Gottes für seine Aufgabe vorübergehend bewohnt hatte.
So belohnt die Geisterwelt Gottes den Einzelnen für alles auch in der Stunde der körperlichen Ruhe.
Es gibt viele fromme Menschen – dies sage ich so im Allgemeinen –, die irgendein Leiden haben. Sie beten darum, Gott möge ihnen die Kraft geben, zu gesunden oder das Leiden zu ertragen. Auch hier besteht eine gewisse Möglichkeit, dass solche Kranke in den Stunden des Schlafes von Engeln – ich sage ausdrücklich: von Engeln – an einen Ort getragen werden, wo sie gesegnet werden und gesunden dürfen. Der Geist an sich ist ja nicht krank – krank ist der Leib, den der Kranke zurückgelassen hat. So nimmt der Geist die ganze Kraft der Gesundung in sich auf und schenkt sie dann seinem irdischen Leibe. Auf diese Weise kann es durch einen solchen guten Schlaf zu einer Gesundung kommen.
Die Geisterwelt Gottes kennt die Todesstunde eines jeden. Wenn nun ein Mensch ein Leiden hat, und man sieht, dass dieses Leiden wieder vorübergehen muss, dann kann die Gotteswelt sagen: “Wir wollen ihm seine Gesundheit wieder schenken.” Es wird seinen bestimmten Rhythmus brauchen, bis der Leib wieder fähig wird, die Kräfte aufzunehmen, die ihm die Seele gibt. Die wahre Heilung kann so vom Geiste kommen und beschleunigt werden.
Sieht man anderswo, dass die Stunde gekommen ist, um zu uns herüberzutreten, muss man ihm diesen Beistand nicht mehr geben. Es scheint für euch etwas hart zu sein, einem Menschen nicht mehr helfen zu wollen. Für uns ist das aber ganz anders. Wir betrachten es als eine grössere Hilfe, wenn wir ihn zu uns herüberziehen können. Denn wir glauben, dass wir für seinen Aufstieg genauso viele Möglichkeiten besitzen. Wenn der Mensch schon eine gewisse Entwicklungsstufe erreicht hat und in einer gewissen Lebensreife steht, möchten wir sogar sagen: “Wir werden bei dir die Zeit des Reifens beschleunigen, denn bei uns findest du den Rest der Zeit, wo du vollständig zur Reife kommen kannst.”
Solches kann man bei diesem und jenem sagen, aber niemals verallgemeinern. Denn mancher kann nur dadurch seinen Aufstieg beschleunigen, indem er als Mensch auf Erden lebt und so manchmal durch ein schweres Leben gehen muss, denn er ist innerlich noch nicht reif und würdig geworden, diese spezielle Behandlung, diese göttliche Hingabe eines Geistes Gottes in Empfang zu nehmen. So wird jedes Menschenleben jenen Weg gehen, den es gehen muss.
Ihr könnt sehen, dass die geistige Welt alles in allen Einzelheiten wunderbar geordnet hat. Jedem, der seinen Körper zum Schlafe niedergelegt, hat sie etwas zu geben. Je mehr einer imstande ist, als Mensch für das göttliche Reich zu wirken, desto mehr wird sich ihm dann das göttliche Reich nähern und ihn im Leben beglücken.
Es gäbe über all dies so unendlich viel zu erklären ... Ich möchte euch noch etwas ganz Wesentliches darlegen, nämlich auf welche Art und Weise sonst noch ein ausgetretener Geist wirken kann, dass er Raum und Zeit überwindet. Ich versuche nun, euch dafür ein Beispiel zu geben.
Hat ein Mensch weit entfernt, sagen wir über die Meere, Verwandte – sei es ein Bruder oder vielleicht Vater und Mutter –, und er möchte ihnen im Geiste eine Nachricht zukommen lassen, so hat er auch die Möglichkeit, das zu tun. Diese Möglichkeit ist dann gegeben, wenn gewisse gleichmässige Bande zueinander geknüpft sind oder auch wenn eine gegenseitige Medialität vorhanden ist. Vielleicht braucht es nicht einmal eine gegenseitige Medialität zu sein – es kann nur schon eine einseitige genügen.
Bevor ich dies weiter erkläre, möchte ich noch darauf hindeuten, dass solches ganz besonders bei jenen vorkommt, deren Angehörige örtlich weit entfernt sind. Sie haben nun das Verlangen, sie zu besuchen. Sie gehen dann im Schlafe nahe an sie heran und unterhalten sich mit ihnen, so es ihnen möglich ist. Sie versuchen, sich bemerkbar zu machen, doch wird dieses Bemerkbarmachen selten wahrgenommen. Sie interessieren sich eben für sie und wollen wissen, wie es Vater und Mutter, Bruder oder Schwester geht; sie nehmen Anteil am Geschehen, am Glück oder Unglück des andern, der so weit entfernt ist.
Der Geist eines solchen Menschen fühlt sich gewissermassen gezwungen, seine Angehörigen aufzusuchen, denn er ist ja durch das Band der Verwandtschaft mit ihnen verbunden. Dieses Odband von ihm zu den anderen erleichtert ihm sozusagen den Weg. Darum sollt ihr niemals meinen, wenn ihr eure Lieben irgendwo in der Ferne habt, sie würden sich nicht um euch kümmern. Doch – wenn es möglich ist, werden sie es tun. Sie werden euch aufsuchen, wenn sie in einer gewissen Sehnsucht nach euch sind. Auch wenn ihr es nicht spürt, sind sie doch zu einer gewissen Stunde um euch. Dieses erfahret zu eurer Freude, dass es eben auf diese Weise geschehen kann. Die Verbundenheit, dieses Odband, bleibt so lange bestehen, bis das Lebensband oder die silberne Schnur gerissen ist. Dann löst sich auch jenes Odband.
Nun habt ihr auch schon davon gehört, dass jemand ein besonderes Erlebnis hatte, indem er im Traume oder vielleicht im Halbschlaf ganz deutlich eines seiner Angehörigen vor sich sah und sprechen hörte. Es brachte ihm vielleicht eine Nachricht. Solches kann geschehen, wenn sich jemand vom andern verabschieden möchte, indem er ihm sagt: “Ich werde morgen sterben, ich werde in die geistige Welt eingehen.” Er vermag sogar die Zeit anzugeben, wann er die irdische Welt verlassen wird.
Wer solches erlebt und doch weit weg von seinem Angehörigen lebt, ist sich meist nicht darüber im Klaren: “Habe ich geträumt, oder ist es Wirklichkeit?” Er wartet dann sehnlichst auf eine Nachricht oder versucht, sich selbst mit dem Betreffenden in Verbindung zu setzen. Schliesslich ist es dann so weit, dass man die Nachricht erhält und erfährt, dass der Betreffende zu jener Zeit gestorben ist, die er genannt hatte, oder zu der Zeit, als er dem andern im Schlaf oder im Halbschlaf erschienen ist.
Viele Menschen stehen wie vor einem Rätsel, denn sie können sich das Ganze nicht erklären. Wohl können es jene, die die geistigen Gesetze kennen. Sie wissen, dass der Geistleib austreten und den Raum überwinden kann, um sich in kurzer Zeit an einem andern Orte zeigen zu können. Aber so viele Menschen verstehen das nicht; sie können dafür keine Antwort finden. Ich versuche deshalb, euch darüber nähere Erklärungen zu geben.
Ich möchte darauf hinweisen, dass, wenn ein Geistwesen einen weit entfernten Verwandten besuchen, vor ihn hintreten möchte, um ihm zu sagen: “Siehe, ich bin da, ich habe eine Nachricht” – vielleicht sogar eine Nachricht freudiger Art –, dies nicht einfach von ungefähr geschehen kann.
Genauso wie auch ihr, wenn ihr jemandem eine Nachricht geben wollt, dafür ganz bestimmte Massnahmen ergreifen müsst, müssen diese Wesen, die dies im Geistigen zu tun wünschen, besondere Schritte unternehmen. Dazu müssen sie mit ihren Geschwistern, mit heiligen Geistboten, in Verbindung treten.
So muss einmal die Zeit berechnet werden, denn wenn hier Tag ist, kann es an jenem anderen Ort Nacht sein. Dies muss berücksichtigt werden, wenn hier Tag ist, wo der betreffende Mensch lebt und sein Geist austreten will, um im fernen Lande seinem Bruder oder seiner Schwester zu erscheinen. Man beachtet also die unterschiedliche Zeit und berechnet, wann es im fernen Land Nacht ist. Weiter wird man versuchen, eine Zeit auszuwählen, wenn dort eine gewisse Ruhe herrscht. Diese Ruhezeit ist meistens um oder nach Mitternacht, denn dann fällt die rege Tätigkeit im Leben weg. Viele Hindernisse sind dann weggeräumt – die Schwingung ist also ruhiger. In dieser Zeit ist es möglich, eine solche Erscheinung zu vollziehen. Aber wenn ein einzelnes Wesen diesen Wunsch äussert, vermag es dies kaum selbst fertigzubringen; es braucht dazu die Mithilfe anderer.
Hinzu kommt, dass, wenn hier Tag ist, der Mensch irgendeine Tätigkeit ausüben kann, wenn sich für die vorgesehene Begegnung der Geist von seinem Körper lösen muss. Mithilfe der Geisterwelt wird man diesen Menschen beobachten, der mit dem Band an seinen Geist gebunden ist, und den besten Moment dafür auswählen, damit es möglich wird, seinen Geist austreten zu lassen. Solches kann geschehen, wenn er eine Tätigkeit ausübt, für die er nicht die höchste Anstrengung im Denken und Wollen braucht, also dann, – und dies betone ich – wenn er entspannt ist. Dies kann geschehen, wenn er nichts denkt und ganz mechanisch eine Tätigkeit ausübt.
Es wird auch nicht viel Zeit dafür beansprucht, da es im Geistigen möglich ist, während einer kurzen Zeitspanne den gewünschten Vorgang in Erfüllung zu bringen. Der Geist kann also in einer ganz kurzen Zeitspanne grosse Weiten überwinden – und es ist möglich, dass der Geist des betreffenden Menschen selbst dann austreten kann, während er wach ist, um sich am anderen Ort manifestieren zu können. Danach wird er wieder schnellstens zurückgezogen, und der Mensch, der seiner Tätigkeit nachgeht, weiss nichts von dem, was mit ihm geschehen ist. Nur wenn er im höheren Grade medial ist, vermag er das Erlebte wahrzunehmen und zu spüren. Das sind aber sehr seltene Fälle.
Manchmal fragen sich Menschen untereinander: “Wie ist es möglich, dass man eine solche Verbindung aufrechterhalten kann, dass das auf diese Weise geschehen ist, sichtbar, selbst weit über die Meere hinweg?” Sich miteinander in Verbindung zu setzen, ist möglich, so wie ich es schilderte, doch immer nur dann, wenn die heilige Geisterwelt Gottes Interesse daran zeigt und ihre Erlaubnis dafür gibt. Freilich, wenn ich von der heiligen Geisterwelt Gottes spreche, von ihren Möglichkeiten, die sie hat, ihren geliebten Geschwistern ein solches Erlebnis zu übertragen, ist es anderseits auch möglich, dass die niedere Geisterwelt in ähnlicher Weise solche Manifestationen bewerkstelligt. Ich sage ausdrücklich: In ähnlicher Art und Weise bringt sie solche Manifestationen fertig. Sie wird es mithilfe eines Menschengeistes auf ihre Weise tun.
Doch möchte ich dies beiseitelassen und euch nur klarmachen, wie wunderbar und herrlich diese ganze Welt, diese ganze menschliche Familie zusammengefügt ist, wie man einerseits voneinander abhängig ist, wie man anderseits sich im Geiste miteinander verbindet; wie man im Geiste, während der Körper ruht, einer wunderbaren höheren Aufgabe nachgehen kann und sie zur Zufriedenheit zu erfüllen vermag.
Kehrt man jedoch dann von der Erde ins geistige Reich zurück, ist das silberne Band gelöst. Dann wird man nicht sogleich von all diesen Führungen und Geschehnissen Kenntnisse haben – dies möchte ich ganz deutlich festhalten. Denn sonst wären ja diese Begegnungen mit den Richterengeln der hohen Geisterwelt Gottes überflüssig; sie müssten nicht den einen oder andern zur Rechenschaft ziehen und ihn für seine Untaten anklagen, wenn man sich an diese früheren Gespräche erinnern würde.
Durch diese Wandlung, die mit dem Zerreissen des Bandes eintritt, welches den irdischen Leib mit der Seele verbindet, werden auch diese Erlebnisse für eine gewisse Zeit ausgeblendet sein. Sie werden so lange nicht zu erkennen sein, bis sich das Geistwesen in der neuen Welt zurechtgefunden und sich mit den Gesetzen vertraut gemacht und gelernt hat, die Gesetze Gottes zu befolgen und den Engeln Gottes gehorsam gegenüberzustehen. Die heimgekommene Seele muss erkennen, dass es nicht nur darum geht, den freien Willen, den Gott uns gegeben hat, in allen Dingen zum Ausdruck zu bringen, sondern vielmehr muss man bereit sein, die Anweisungen anzunehmen, die von höherer Seite kommen. Man sollte nicht lange überlegen und hinterfragen, sondern zur Erkenntnis kommen: “Was mir von oben mitgeteilt wird, ist richtig” – und auch dementsprechend handeln.
Denn dies begreift noch lange nicht jedes Wesen, auch wenn es bei uns eingetreten ist und nun weiss, dass es unter der Herrschaft Gottes steht. Es unterliegt noch einem gewissen Zwang und kann noch nicht frei schalten und walten, wie es sein sollte. Vielmehr will das Wesen noch immer die gleiche Lebensweise zum Ausdruck bringen. Es wird noch die gleichen Unarten, die in ihm als Mensch waren, an den Tag legen. So ist es, liebe Geschwister.
Wenn ein Wesen zu uns kommt, sollte es eigentlich frei sein – frei von allen Belastungen. Schon auf dieser Erde muss man sich frei machen, damit man diese neue Welt, die auf einen zukommt, wirklich so erleben kann, dass man sich an ihr erfreuen darf. Man soll nicht voller Fragen sein, sondern anerkennen:
“Ich stehe wahrhaftig unter der Herrschaft Gottes, und ich will unter ihr wirken. Ich will alles tun, was mir befohlen wird, denn das Wort Gottes soll das höchste Wort sein, und ich will es in Erfüllung bringen.”
Das ist nicht immer so leicht ... Für euch scheint es leicht zu sein, da ihr diese und jene Erkenntnisse habt. Aber wenn ihr einst zu uns kommt, wird vieles an euch vorüberziehen – und vieles, was für euch einst im Leben wichtig war, gerät nun ganz plötzlich in Vergessenheit. Und was ihr euch hier auf Erden vorgenommen habt, uns zu sagen, uns vorzubringen, indem ihr dachtet: “Dieses will ich sagen, wenn ich dem Geist Gottes begegne, wenn es einmal so weit ist” – das könnt ihr dann nicht mehr sagen; das habt ihr dann vergessen.
Darum, liebe Geschwister, ist es gut, wenn man versucht, so viel wie möglich Kraft aus den Meditationen zu schöpfen. Wenn ihr uns nahekommen möchtet, sollt ihr die Stille aufsuchen, denn die Stille bringt euch viel Balsam, viel Heilsames. In dieser Stille könnt ihr es fertigbringen, euch in gewissem Masse vom Irdischen zu lösen. Es wird ja immer wieder betont: Versucht, der Erde zu entrücken, und wandert im Geiste. Wenn du ganz für dich allein bist und den Willen hast, das Rechte zu tun und in Gottes Nähe zu kommen, dann werden sich all jene Wesenheiten um dich kümmern, die sich mit dir zu beschäftigen haben – sei es während deiner Arbeitszeit oder sei es dann, wenn dein Körper ruht und du deinen geistigen Tätigkeiten nachgehst.
Diese heiligen Boten werden in dieser Stunde versuchen, in deiner Nähe zu bleiben, sei es auch nur vorübergehend, für kurze Zeit. Denn ihnen ist es nicht möglich, dich ständig, ununterbrochen zu bewachen. Sie werden auch zu andern Menschen gehen, aber auch wieder zu dir zurückkehren. Und wenn sie von dir hören, dass du in die Stille gehst und dich mit ihnen verbinden willst, dann wird einer, der bei dir steht, bald Kunde tun, dass sie kommen sollen, um bei dir Gast zu sein, um bei dir Wohnung zu nehmen. Sie wollen dich dann beglücken, sie wollen dich an Leib und Seele stärken, dich heben und führen dem himmlischen Glanze zu. Damit dies geschieht, sollte der eine und andere in vermehrtem Masse meditieren.
Oft suchst du die Stille auf, um den richtigen Weg kennenzulernen, um eine Antwort zu hören. So sprechen die Geister Gottes mit deinem Geiste. Sie geben dir in dieser Zeit Inspirationen, denn die Antwort kommt nicht von den Wänden, sondern die Geistwesen wollen dir die Antwort geben. Wenn du die richtige Verbindung zu ihnen hast, stehen dir deine treuen Freunde in dieser Stunde zur Seite und geben dir das, was du brauchst. Sie führen und stützen dich, und sie bringen dir eine Medizin, die nicht nur für deine Seele von Nutzen ist, sondern auch deinen Leib wieder gesunden lässt.
Darum ist unser Gruss an euch: Gesundet an Leib und Seele. Seid ihr mit uns verbunden, können sich euch heilige Geister nähern, und ihr werdet von euren Beschwerden befreit werden. Ihr werdet durch unseren Beistand den richtigen Weg ins Leben finden.
So habe ich euch in dieser Stunde in eurem Denken vielleicht etwas mehr als sonst angestrengt. Es ist wichtig, dass man auf diesem Wege auch richtig Bescheid weiss: “Was geschieht mit meinem Geiste?” Ich möchte aber bestimmte Menschen davor warnen, die sagen: “Ich muss jetzt raschestens ins Bett gehen, denn mein Geist muss seiner Tätigkeit nachgehen.” Tut so etwas nicht. Liebe Geschwister, auf Minuten sind wir nicht angewiesen. Seid nicht fanatisch, tut so etwas nicht. Ich sage euch: Fünf Minuten tiefen Schlafes gibt euch genügend geistige Kraft.
Wohl betonte ich, es sei für den Körper gesund, dass er sich richtig ausruhe. Mit diesen fünf Minuten meinte ich: Wenn der Geist sich nur fünf Minuten in die göttlichen Bezirke begeben kann, hat er schon seine Arbeit erfüllt. Überlasst daher alles der heiligen Geisterwelt Gottes, und werdet nicht fanatisch. Ihr braucht deswegen nicht eher zur Ruhe zu gehen – ihr könnt euren Rhythmus geordnet einhalten. Werdet aber nicht überschwänglich in dieser Beziehung, denn kein Mensch kann befehlen, er möchte in der Zeit, da sein Leib ruht, dieses oder jenes tun. Darüber entscheidet die Geisterwelt Gottes, denn sie kann nämlich auch sagen: “Heute binden wir dich an dein Lager. Wir brauchen dich jetzt nicht in der Geisteswelt – du brauchst nicht Einblick zu bekommen. Auch brauchst du nicht im Erdenbezirk umherzuwandern. Bleib ganz schön in der Nähe deines Leibes.”
So kann kein Mensch bestimmen, was er tun möchte und was er lassen will – mit dem Geiste geht das nicht. Darüber waltet das Gesetz Gottes, und das ist gut so.
Nun, liebe Geschwister, der Segen Gottes dringe in euch, und gesundet an Leib und Seele. Gott zum Gruss.
Vortrag von Geistlehrerin Lene vom 19.9.1962 durch ihre Mittlerin Beatrice Brunner in Wildhaus (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Josef, 1. Mai 1965
Für einen Geist Gottes ist es nicht einfach, sich beim Menschen bemerkbar zu machen, denn der Mensch lebt in einer anderen Schwingung. Ist er in seinem Denken zu stark mit den irdischen Verpflichtungen verbunden, bildet dies zusätzlich eine Mauer um ihn, die für den Schutzgeist nur schwer zu durchdringen ist. Geistlehrer Josef schildert in diesem Vortrag, wie es dennoch möglich wird, eine Mahnung ins Tagesbewusstsein des Menschen zu bringen.
Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, der innere Friede des Menschen bringt ihm Gesundheit, während Unfriede, Unsicherheit, Nervosität, ein schlechtes Gewissen die Seele und den Körper krank machen. Die heilige Geisterwelt Gottes liebt die Gesellschaft jener Menschen, die diesen inneren Frieden haben. So kann sich zu Lebzeiten eine Freundschaft zwischen einem hohen Geist und einem Menschen anbahnen; dieser hohe Geist will ihm noch seinen besonderen Schutz geben, ihm die Freundschaft anbieten. Menschen zu sehen, die in diesem inneren Frieden leben können, ist für die Geisterwelt Gottes sehr bedeutsam, denn diese haben nicht nur einen guten Einfluss auf die Umwelt, sondern es können auch Unselige von Geistern Gottes zu ihnen herangeführt werden. Sie müssen dann neben solchen Menschen hergehen und von ihnen lernen.
So zeigt die hohe Geisterwelt auch jenen Unseligen, dass jeder Mensch etwas zu diesem Seelenfrieden beitragen kann: Man müsse versuchen, ihn zu erhalten, ihn ständig zu entfalten. Den Seelenfrieden muss man erwerben, sehr oft sogar erkämpfen. Das alles bringt dem kämpfenden Menschen geistige Verdienste, während jene, die in ständiger Unruhe leben, nicht die Freundschaft der hohen Geisteswelt erwarten können. Denn Menschen beispielsweise, die in Unsicherheit und Angst leben, ziehen ihrerseits solche Geister an, die sie in ihrer Unruhe noch bekräftigen.
Somit sollte man, wenn man diese Erkenntnisse hat, mit sich selbst sehr gestreng sein; man sollte sich immer wieder überprüfen und fragen: “Habe ich mit meinen Erkenntnissen wahrhaftig den hohen Sinn des Lebens erfasst? Ist mein Ziel wirklich das hohe Leben? Trachte ich ständig, es zu erreichen?” Wenn der Einzelne sich dies immer wieder überlegen und sich hinterfragen würde, dann müsste er auch zur Einsicht kommen, ob in ihm wahrhaftig dieser Seelenfriede ist oder ob er in Unruhe lebt.
Wohl jeder Geistesmensch möchte die Bekanntschaft, die Freundschaft mit einem hohen Geistwesen haben. Ihr wisst ja, dass ihr alle eure Schutzengel habt. Sie sind euch schon in der Geisteswelt zugeteilt worden. So beauftragt man den einen oder andern Geist, seinen Schützling eine gewisse Zeit zu führen; wenn dieser Mensch bestimmte, gottgefällige Leistungen vollbracht habe, finde dann eine Ablösung durch ein höheres Geistwesen statt. Dabei kommt es, wie ihr wisst, immer auf das Verhalten des Menschen an. Die Engelswelt ist sich nicht im Voraus sicher, wie sich der Mensch im Leben verhält. Daher ist es für den Geistesmenschen sehr wichtig und bedeutsam, nach den hohen Zielen des Lebens zu trachten.
Man soll sich auch darüber klar werden, dass über kurz oder lang die Jenseitswelt das Tor öffnen wird und man dann in die Ewigkeit eintritt – in jene Welt, wo andere Bedingungen herrschen als auf Erden, wo alles andere bedeutungsvoll ist als das, was auf Erden Bedeutung hat. Diese andere Welt öffnet den verstorbenen Menschen Tür und Tor – sie wartet auf ihre Rückkehr und hofft auf ihren Gewinn. Denn ihr wisst, dass das menschliche Leben dazu dient, sich immer wieder zu verbessern. Von Leben zu Leben soll man jeweils eine Stufe weiter emporschreiten können, und wenn möglich, so man mit grossem Einsatz für die Himmelswelt lebt, sollte es dazu reichen, dass man mehr als nur eine Stufe nehmen kann.
So möchten wir doch annehmen, dass unsere ständigen Worte und Belehrungen nicht umsonst gesprochen wurden, sondern dass euch diese Belehrungen wahrhaftig zum Segen geworden sind. Wir wissen wohl, dass wir nicht immer verstanden werden. Wir wissen auch, dass manche von euch interessantere Dinge hören möchten und nicht das, was wir euch erklären.
Ihr Menschen findet, es wäre viel wichtiger, wissenschaftliche Angelegenheiten zu erläutern und zu erklären, und ihr meint, dass man auf diesem Weg Menschen besser gewinnen könnte. Glaubt, liebe Geschwister, wenn dies im Willen Gottes stünde, dann würde er auch dafür besorgt sein, dass die Menschheit darüber in der Art und Weise unterrichtet würde, wie sie es wünscht. Der Mensch muss jedoch, zum grössten Teil, auf Erden nicht nur das Brot im Schweisse seines Angesichts verdienen, sondern er muss auch alle anderen Dinge aus eigener Kraft erforschen. Dass er über solche Angelegenheiten unterrichtet werden möchte, von denen er glaubt, die ganze Menschheit hätte einen Gewinn davon – dazu müssen wir ihm sagen: Wir können es nicht, denn die Menschen würden es nicht verstehen, und es käme nur mehr und grösserer Zweifel unter ihnen auf. Es gibt wahrhaftig Dinge, die der Mensch noch nicht fähig ist zu verstehen; ja er wird sogar in der Geisteswelt viel Zeit brauchen, um nur annähernd etwas davon zu begreifen.
Nun, liebe Geschwister, möchte ich euch wieder die göttlichen Gesetze und das Wirken der Geister Gottes kundtun. Ich versuche es immer wieder, indem ich euch Erlebnisberichte gebe. So hatte eine heimgekehrte Seele mit einem Gottesgeist Gespräche aufgenommen. Dies geschah nach der Zeit der Läuterung, nachdem die Seele gewissenhaft ihre Arbeiten ausgeführt und sich zu jenem Himmelsboten eine Freundschaft angebahnt hatte. Da ist sie mit ihm ins Gespräch gekommen; man redete über ihre Zukunft.
Die heimgekehrte Seele wusste von andern, die mit ihr zusammen waren: Das Erdenleben ist immer wieder notwendig, damit man einen schnelleren Aufstieg gewinnen kann. Nun, diese Seele, von der ich spreche, ängstigte sich doch etwas vor dem neuen Erdenleben; denn sie wusste um die Gefahren, die ein Erdenleben bringt, und um die Möglichkeit, dass man die Probleme nicht löst, dass man nichts oder nur wenig für seinen Aufstieg gewinnt. Sie fühlte sich dazu sehr schwach und bat diesen Gottesgeist: “Lass mich doch meine weitere Entwicklung in der Parallelstufe der Gotteswelt machen. Führe mich dorthin.” Der Gottesgeist musste sagen: “Du bist dafür nicht bestimmt. Ich kann dich nicht in jene Stufen führen, denn du bist dafür gezeichnet worden, dass du deinen Aufstieg durch das menschliche Leben gewinnen wirst.”
Nun, der Geist, der für ein neues Erdenleben bestimmt worden war, musste sich diesem Willen beugen. Da er eine innige Bindung zu diesem göttlichen Wesen hatte, versprach dieses, ihm in seinem menschlichen Leben ganz besonders zur Seite zu sein – die Freundschaft sollte auch während des Erdenlebens andauern. Der Geist, der nun für das neue Leben vorbereitet wurde, wusste jetzt, dass er neben dem Schutzgeist noch diesen bedeutenden göttlichen Freund haben würde. Einerseits gab ihm das wohl etwas mehr Sicherheit, andererseits kamen ihm doch Zweifel, und er fragte den göttlichen Freund: “Wie mag es denn wohl mit mir bestellt sein? Wenn ich dich nicht sehen kann, wenn ich dich nicht hören und nicht fühlen kann, weiss ich als Mensch ja gar nichts von dieser Freundschaft.” Der Geist Gottes antwortete: “Ich werde versuchen, mit den Mitteln, die mir zur Verfügung stehen, mich so erkenntlich zu zeigen, mich so durchzusetzen, dass du einen Gewinn von dieser Freundschaft mit mir hast. Auch wenn du mich nicht sehen und nicht hören kannst, werde ich die Gespräche mit dir besonders pflegen in jener Zeit, wo dein menschlicher Körper ruht. Dann werden wir miteinander ausführlich reden können. Wir wollen versuchen, dass etwas von diesen Gesprächen mit in deine Seele genommen wird.”
So sprach dieser himmlische Bote, und so geschah es. Man hatte ihn unter sorgfältiger Vorbereitung ins neue Erdenleben gebracht, und er konnte eine schöne Jugendzeit erleben. Die Eltern hatten ihn mit viel Liebe umgeben. Als dann dieser junge Mensch herangewachsen war, kam er ins Leben hinaus. Aus dem jungen Menschen wurde ein junger Mann, dem nun die Verantwortung selbst übertragen worden war.
Jetzt begann mit der Selbstständigkeit dieses Menschen – in der Zeit, da er für seine Verantwortung gezeichnet war – diese besondere Freundschaft. Der Gottesgeist hat sich immer mit dem Menschengeist unterhalten. Er führte ihn jeweils vom Erdenreich in die geistige Sphäre hinüber und unterhielt sich dort mit ihm über seine Zukunft. Man wollte doch, dass durch dieses Erdenleben ein grosser Sprung aufwärts getan würde. Denn es war der Wunsch gewesen, dass jener Geist eine Stufe hoher Seligkeit einnehmen könne. Und sein geistiger Freund hatte ihn auf die vielen Aufgaben aufmerksam gemacht, die noch erfüllt werden müssten, bis es endlich so weit wäre; dass eben ein Erdenleben dazu dienlich sei, seinen Aufstieg zu beschleunigen. Da er im Allgemeinen zur Zufriedenheit der göttlichen Welt gelebt hatte, nahm man sich eben seiner ganz besonders an – in der Hoffnung, dass er ein bedeutendes Werkzeug der Geisteswelt Gottes werden könnte früher oder später. So hatte dieser Bote des Himmels seine Freundschaft diesem Geiste angeboten und ihn auf jene Weise im menschlichen Leben geführt.
Nun, die Unterhaltungen, die in der Zeit geführt wurden, da der Geist vom Körper gelöst war, dienten ja nur dazu, jene Ziele zu betrachten, die zu den Höhen führen. Man sah aber gleich die vielen Hindernisse. Der Geist Gottes wusste im Voraus, dass es solche geben würde, aber er wollte versuchen, die verschiedenen Hindernisse mit seinem Schützling zu überbrücken. Dazu sollte seine Freundschaft dienen, denn es musste eine Notwendigkeit werden, dass sein Schützling besonders gottesgläubig sei. Und er war ein gottgläubiger Mensch; er tat auch viele gute Werke. Aber in seinem menschlichen Leben machte er sich keine Gedanken über das Leben nach dem Tod. Er glaubte wohl an Gott, an eine Allmacht; aber wohin seine Seele treten würde, nachdem er den irdischen Leib abgelegt hätte, darüber machte er sich keine Gedanken. Auch glaubte er nicht an Geister. Nun, das alles war ein Hindernis.
Wenn sich sein Geist vom irdischen Leib gelöst hatte, sah er diesen himmlischen Boten, denn er konnte ja die Geisteswelt erleben. Er sah andere Geschwister, kam mit seinen heimgegangenen Eltern ins Gespräch sowie mit Freunden, die vorangegangen waren. Dem Geiste also war die Seelenwelt eine Wirklichkeit. Aber umgeben oder eingehüllt vom menschlichen Leib, stand dies für ihn noch ausser Frage. Er glaubte in der Form nicht an die geistige Welt, glaubte nicht an Geister. So war dies nun ein bedeutsames Hindernis.
Dieser Mann hatte eine grosse Aufgabe, eine bedeutende Stellung im Leben, die er gewissenhaft ausführte. Seine Tätigkeit bestimmte sein ganzes Denken – er beschäftigte sich immer mit seinem Geschäft. Seine Arbeit, was er am neuen Tag zu tun hätte, war ihm erster und letzter Gedanke, obwohl er zu Gott betete und ihn um Schutz und Schirm anflehte. So hat er sich eine Mauer um seine eigene Seele gebaut. Diese Mauer war durch seine Gebundenheit an alles Irdische zustande gekommen. Aus eigener Kraft hatte er seine Seele vom Irdischen nie lösen können, denn er war immer mit allen Handlungen des Lebens so tief verbunden. Dadurch hatte er sich in eine Schwingung hineinbegeben, die mithalf, diese Mauer um seine Seele zu bilden.
Der Geist erkannte diese Hindernisse, aber er konnte nichts tun. Der Gottesgeist versprach, auszuführen, was in seiner Möglichkeit sei, damit dieser Mann doch einen Nutzen habe. Er sollte wahrhaftig erkennen können, dass es Geister gibt, dass man nach dem irdischen Tod in der geistigen Welt mit jenen andern, die ihren irdischen Leib abgelegt haben, zusammenlebt.
Der hohe Himmelsbote erklärte seinem Schützling, auf welche Weise er es versuchen werde, ihm nahezukommen, um ihn aufmerksam zu machen. Er musste es ihm aber auch gleich klarmachen, wie schwer das für ihn sei. Wenn nun der gesunde Schlaf über ihn, also über den Menschen, komme, dann sei es für einen Geist Gottes ein Leichtes, sich mit seinem Geist zu verbinden und ihn wegzuführen, weil er sich durch diesen tiefen Schlaf in eine ganz andere, viel höhere Schwingung hineinbringe. Denn dann seien dieses an seine Arbeit gebundene Denken, die Gedanken an all das, was ihn den ganzen Tag beschäftige, lahmgelegt; das könne dann nicht mehr in dem Masse gepflegt werden. Wohl sei noch ein Schatten von all der Tätigkeit, die er in seinem Leben ausführe, über seiner Seele. Wenn er aber mit einem ruhigen Gewissen in den Schlaf hinübergehen könne, werde er es selbst zustande bringen, dass er sich in eine höhere Schwingung hineinführe. Denn durch dieses Gelöstsein überwinde er die niederen Schwingungen des Denkens vom menschlichen Leben. Und so werde er, der Geist Gottes, sich mit ihm verbinden können.
Auf diese Weise kann ein Geist Gottes mit seinem Schützling über höhere Dinge sprechen, da das menschliche Alltagsdenken ausgeschaltet ist. Aber von all diesen Gesprächen aus jenen höheren Ebenen, Sphären oder Schwingungen vermag selten etwas ins Bewusstsein des Menschen zu kommen. Denn es liegt vielfach am Menschen selbst, dass er das Nichtzustandekommen dieses Erlebens verschuldet: durch seine Gebundenheit an sein irdisches Leben, an die vielen irdischen Dinge, die ihn beschäftigen, die nicht geistig sind, die aber wohl zu seinem Leben gehören.
So unterrichtete dieser Geist des Himmels seinen Schützling: “Es wird schwer, weil du nicht bereit bist, jenes Denken bewusst abzulegen; weil du nicht bereit bist, zu suchen und zu fragen, was denn mit der Seele geschieht, wenn der Leib des Menschen abgelegt wird, und, wenn der Mensch sich nicht damit beschäftigt, was geschieht, wenn man gestorben ist.” All diese Dinge tragen nicht dazu bei, den Weg zu offenen Gesprächen von Geistern Gottes zum Menschengeist gangbar zu machen. Nun erkannte dieser Menschengeist die Schwierigkeiten. Er war zu geschäftig, obwohl er ein rechtschaffener, gläubiger Mensch war; daher brachte er die Erlebnisse nicht ins Bewusstsein.
Nun sagte dieser hohe Geist: “Ich werde versuchen, mit dir hinunterzusteigen. Ich werde mithilfe anderer Geschwister die Schwingungen annehmen, die du einnimmst, wenn du in den irdischen Körper zurückkehrst – damit du von mir hören kannst.” So versuchte dieser Himmelsbote es zu tun. Er wusste wohl Bescheid, konnte es berechnen, aber er brauchte die Hilfe seiner anderen Geschwister; er wusste, dass es nicht so leicht wäre, sich als Himmelsbote die menschlichen Schwingungen aufzuerlegen. Er vermochte es aber zu tun.
Nun kam es auf den richtigen Moment an, sodass dieser Menschengeist das Wort oder die Worte des Himmelsboten hören konnte. Damit dies möglich wurde, musste der Geist Gottes verschiedene Male denselben Satz aussprechen. Indem er das tat, konnten die Worte im richtigen Moment, als die Schwingungen abgestimmt waren, zu ihm hineingelangen. So tat es dieser Geist Gottes. Denselben Satz, den er ihm ins Tagesbewusstsein hinübergeben wollte, sprach er einige Male aus, um eben diesen bedeutenden Moment erfassen zu können. So hatte der Himmelsbote ihm gesagt: “Dein Bruder stürzt zu Tode.” Nun, er hörte das, aber am Morgen war von diesem Erlebnis nichts mehr da. Es war zerstreut worden, denn sein Geistesleben, sein ganzes Denken war zu sehr auf seine täglichen Pflichten im Geschäft ausgerichtet.
Der Himmelsbote ahnte es wohl und war daher bereit, dasselbe zu wiederholen. Er tat es einige Male, und dann gelang es – der Mensch konnte diese Worte ins Bewusstsein hinübernehmen. Er sagte es den Seinen: Er habe einen Traum gehabt und gehört, dass sein Bruder zu Tode stürzen werde. “Nun”, sagte er, “es ist ein Traum.” Er wollte es nicht wahrhaben und dachte über diesen Traum nicht weiter nach.
Es ging ja darum, den ganzen Menschen auf das Geistesleben aufmerksam zu machen. So wollte der Himmelsbote ihm noch einen weiteren Hinweis geben. Er versuchte es auf eine allgemeine Art und Weise. Das zerstreute Denken des Menschen dient den Geistern oft dazu, Bilder zusammenzustellen. So hatte der Geist Gottes versucht, damit und mithilfe der Kraft dieses Menschen das Bild so deutlich und verständlich wie nur möglich vor das Auge des Menschengeistes zu führen. Er zeigte ihm ein Pferd, auf dem sein Bruder ritt, und es raste mit ihm davon. Jetzt sollte sein Schützling darüber nachdenken. Vorher hatte er den Traum gehabt, sein Bruder werde stürzen, und jetzt erlebte er im Traum, in welch grosser Unruhe sich sein Bruder auf dem Pferd befand.
Man legte es wieder menschlich aus; man sprach in der Familie davon, dass der Traum von einem Pferd nur Glück bedeuten könne, und zwar hatte man dieses Glück persönlich betrachtet. Er glaubte, beziehungsweise man glaubte, dass das Glück dem Träumenden gelten solle. Der Traum wurde nicht verstanden. Sein Geist aber wusste darüber Bescheid, was geschehen werde, denn tatsächlich war es das Schicksal seines Bruders, dass er von einem Pferd zu Tode stürzen werde.
Es dauerte nicht lange von den beiden Traumerlebnissen bis zum Geschehen, da ist sein Bruder vom Pferd zu Tode gestürzt. Nun, er sprach dann davon, dass er das eine Mal geträumt habe, sein Bruder werde zu Tode stürzen. Als dieses Ereignis vorüber war, entsann er sich der Träume, und es wurde dann für ihn deutlicher. Er sah, wie er es im Traum gesehen: Sein Bruder ritt in grosser Angst auf einem Pferd davon.
Der Mann wie seine Angehörigen hatten keine Ahnung, welche Bindung zur Geisteswelt vorhanden war; dass die geistige Welt Gottes doch ihrerseits versuchte sich bemerkbar zu machen. Denn im täglichen Leben – wenn der Gottesgeist, dieser himmlische Bote, neben seinem Schützling war – sah der Mensch ihn nicht und fühlte ihn nicht. Daher hatte man es auf die geschilderte Weise versucht. Nach diesem Ereignis erzählte man noch lange von diesem Traumerlebnis; aber weiter ist man nicht gekommen.
Nun führte der Geist Gottes seine Gespräche mit dem Menschengeist weiter; er erklärte ihm: “Es ist unser Ziel, dich durchs menschliche Leben auf eine geistige Höhe zu bringen. So wie du lebst, kannst du wohl eine oder zwei Stufen gewinnen, wie es jeder andere auch tun kann; aber wir hatten vereinbart, dass du durch das menschliche Leben mehr gewinnen sollst.” Die Freundschaft dieses Geistes Gottes zum Menschengeist sollte es ermöglichen, ihn auf höhere Stufen zu bringen.
Man suchte andere Wege. Da dieser Mensch die Veranlagung zur Gerechtigkeit, zur Hilfsbereitschaft hatte, baute die göttliche Welt auf diese Tugenden. So geschah es, dass in der Nachbarschaft ein Mann von seiner Familie wegstarb. Er hinterliess fünf unmündige Kinder und seine Frau. Niemand war da, der bereit war, dieser Frau beizustehen. Nun siegte die Hilfsbereitschaft. Dies konnte nicht nur durch das Dazutun der göttlichen Welt geschehen. Die Veranlagung dazu, die Kraft und der gute Wille zu helfen, müssen als Grundbedingung vom Menschen kommen; denn nicht die Geister können die Ausführenden sein, sondern der Mensch. Die Geister ihrerseits, sie hatten den Menschen geschoben, seinen guten Willen vermehrt, ihn unterstützt und ihm Kraft gegeben; sie hatten ihm die Kraft zur Ausführung gegeben. Aber dieser Mensch musste selbst handeln, und so hatte er sich dieser Frau angenommen. Es bereitete ihm viele Probleme. Er musste ihr auch in materieller Hinsicht beistehen. So hatte er eine grosse Aufgabe gefunden, im wahren christlichen Sinne.
Er war dieser Familie vorgestanden; er zeigte ihr den Weg und stand den heranwachsenden Kindern bei. Und dies war gottgefällig; darauf hatte die göttliche Welt gewartet. Er sollte nicht nur ein pflichtbewusster Vater sein und seine Pflichten in seinem engsten Kreis erfüllen; er sollte eine Aufgabe auf sich nehmen, die nicht leicht war, die mit Schwierigkeiten und Problemen verbunden war. Auf diese Art und Weise konnte er sich geistige Werte anlegen.
Nun war es erreicht. Der Geist Gottes war also zufrieden mit seinem Schützling, denn dieser hatte etwas Besonderes geleistet. Er hatte seine Aufgaben in seinem täglichen Leben pflichtgemäss ausgeführt und sich daneben eine grosse Arbeit zugelegt – eine Arbeit, die ihm Mühe, manchmal Sorgen machte. Die göttliche Welt und ganz besonders dieser Geist Gottes hatte alles geebnet. Er hatte jeweils immer dafür gesorgt, dass sich alles im harmonischen Sinne löste. Er war dafür besorgt, dass es zum segensvollen Heil jener helfenden Familie wie jener andern war, die die Hilfe angenommen hatte. Denn der Geist Gottes wohnte unter ihnen, und durch den Beistand dieses Geistes Gottes war bei den beiden Familien der innere Friede aufgebaut worden – der Friede des Herzens, die Gefühle von Gerechtigkeit und Wohlwollen, die Bereitschaft zur Aufopferung. Dies alles trug dazu bei, den Segen, das Wohlgefallen Gottes herbeizuführen. So konnten sie beiderseits Nehmende und Gebende sein, in Gesundheit und Frieden leben.
Es war jenen Menschen nicht eine Selbstverständlichkeit, in Gesundheit leben zu können, denn die damalige Zeit brachte viel Krankheit und Unbehagen. So hatten diese beiden Familien sich einander angeschlossen. Man hatte erkannt, dass man vom andern sich führen lassen muss und darf. Der Gebende hatte erkannt, dass er immer wieder auf eine wunderbare Art und Weise Kraft und Unterstützung erhielt, die ihm das Leben erleichterte, und dass sie ihm einen inneren Frieden brachte. Er freute sich des Lebens, denn er wusste: “Ich habe für den Himmel etwas getan.”
So hatte dieser Geist Gottes seinen Einfluss ausgeübt. Und diese Seele durfte mit Zuversicht die Schwelle des Jenseits überschreiten, denn die Freundschaft, die in der Seelenwelt geknüpft worden war, hatte ihre Auswirkung im menschlichen Leben gefunden, und sie wurde ihr zum Segen.
So, liebe Geschwister, gab ich euch Einblick, wie die Geister Gottes ihren Beistand dem Menschen geben, wie sie ihn behüten. Denn es ist der Wunsch eines jeden guten Geistes, dass es dem Menschen wohlergehe, dass er den Weg zum Vater findet, dass er in Frieden leben und sterben kann. So möge dieser Segen Gottes euch für euer Leben Kraft geben. Ihr sollt beschützt und behütet sein vor allen Gefahren, vor jeder Not. Gott zum Gruss.
Vortrag von Geistlehrer Josef vom 1. Mai 1965 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Fragebeantwortungen von Geistlehrer Josef aus den Jahren 1952, 1954 und 1955
Lieber Josef, du hast uns darüber unterrichtet, dass wir nachts während des Schlafes in der jenseitigen Welt Belehrungen erhalten können. Wie lange verweilen wir im Schlafe in solchen geistigen Schulen – vielleicht eine Stunde nach der irdischen Zeit?
Josef: Vielleicht noch weniger! Wisst ihr, meine Freunde, wenn der Mensch im Tiefschlaf liegt, so wird sein Geist geführt, nach eurer Zeit oft nur eine Viertelstunde, oft eine Stunde, auch zwei oder drei. Es kommt ganz darauf an, wann sich der Mensch zur Ruhe legt. Denn die Boten Gottes führen die Menschen gerne immer zu ein und derselben Stunde in die geistige Welt. Menschen aber, die zu später Stunde zur Ruhe gehen, haben grösstenteils mehr Mühe, bis sie in jenem tiefen Schlafe sind, und ihr Verweilen im Geistigen wird eben kürzer sein, als wenn sie sich angewöhnt haben, sich immer beizeiten und zur selben Stunde niederzulegen. So werden es die Schutzgeister bald herausfinden, um welche Zeit sie ihre Schützlinge als Gast führen dürfen.
Das möchte ich betonen: Wenn es euch möglich ist, geht nicht zu spät zur Ruh. Man möchte euch immer zu ein und derselben Stunde als Gast einführen. Denn wisst ihr, ihr werdet in Begleitung noch vieler sein, die auch stets zur bestimmten Stunde kommen. Denn wisst, ihr könnt auch in der geistigen Welt belehrt werden, an einem Vortrage teilnehmen, der immer genau um dieselbe Zeit beginnt. Zu diesem Vortrag oder Feste werden immer soundso viele Gäste geladen, und die Schutz- und Führergeister gehen hernieder und begleiten diese Gäste.
Wo aber die Menschen noch so sehr in ihrer Tätigkeit verharren, können sie nicht an diesen Festen oder Vorträgen teilnehmen. Sie werden zu einer andern Stunde und eben in eine andere Sphäre oder in einen andern Garten geführt, ein anderes Erlebnis wird ihnen gegeben. Wo aber immer damit gerechnet werden kann, dass ein Mensch zur selben Zeit zur Ruhe geht, da dürfen wir ihn holen, dann wird er mehr geistige Erlebnisse haben, schönere und ausgeglichenere, aufbauende Erlebnisse. Jene aber, die zu verschiedenen Zeiten zur Ruhe gehen, werden einmal dieses, ein andermal wieder ein anderes Erlebnis haben. (1952)
Lieber Josef, du hast uns einmal gesagt, unser Geist könne während des Schlafes mit andern Freunden der Gemeinschaft zusammengeführt und belehrt werden. Nun möchten auswärtige Freunde gerne wissen, ob auch sie in dieser Zeit an diesen Belehrungen teilnehmen können.
Josef: Ja, warum denn nicht? Ein Mensch, der sich wahrlich in das Geistige vertieft, ein gerechtes Leben lebt und euch gegenüber sein Wohlwollen bezeugt und sich zu dieser Familie hingezogen fühlt, kann auch eingeschlossen werden in diese Belehrungen. Es sollen aber nicht alle Freunde glauben, zu dieser einen Schule zu gehören, sondern es sind eben auch nur jene, die sich in ihrem Leben, in ihren geistigen Aufgaben bewähren. Es werden in diesen Schulen keine Seelen belehrt, bei denen man erkennt, dass sie nicht nachkommen und nicht fähig sind, das Gesprochene aufzunehmen. Jene werden in andere geistige Schulen geführt.
Die geistige Schule eurer Gemeinschaft ist eine wunderbar hohe Schule. Zu dieser Schule werden aber nur jene geführt, die ihre Aufgaben erfüllen. Denn in dieser Schule werden nicht nur die Schönheiten des Himmels erklärt, sondern es werden ihnen auch Aufgaben für ihr Leben erteilt, so wie man Schülern Aufgaben mit nach Hause gibt. Sieht man, dass der betreffende Mensch mit seinen besten Kräften an die Erfüllung seiner Aufgaben geht, so werden ihm noch weitere Geistboten zugeführt, damit sie ihm behilflich sind, dass er auch ganz gewiss seine Aufgaben ganz erfüllt. Es gibt viele Stufen von geistigen Schulen, doch dieser einen hohen Schule gehören diejenigen Freunde dieser Gemeinschaft an, die sich in ihrem Leben bewähren. (15.4.1954)
Lieber Josef, warum können wir uns nach dem Erwachen nicht an die Erlebnisse in solchen Stunden der Belehrung erinnern?
Josef: Ja es ist deshalb nicht möglich, weil dann der Geist wieder in vollem Masse von seinem Körper Besitz nimmt und er dann nicht mehr klar erkennen kann, weil durch den Körper seine göttliche Schau verdunkelt wird. Ich könnte auch sagen, dass der Körper den Menschen geistig blind macht; er kann diese Dinge so nicht mehr erfassen. Warum kann er sie nicht mehr erfassen? Weil er zu sehr an das Materielle gebunden, zu sehr von diesen Dingen eingenommen ist, sich zu sehr damit beschäftigt. Mit der Schwere der Erde, die er an sich gezogen hat, zieht er auch in gewissem Sinn selbst einen Vorhang über sich, alles verdunkelnd. Er lebt in seiner materiellen Welt, wird von ihr beherrscht und beeindruckt.
Möglich ist es jenen Menschen, von der göttlichen Schau und von göttlichen Erlebnissen mitzunehmen, die sich nicht in der Weise an das Materielle gebunden haben, die sich in gewissem Sinne davon gelöst, ich möchte sagen, die ihren Leib selbst so veredelt, so verfeinert haben. Nicht sehr viele Menschen sind so beschaffen. Je stärker und enger die Verbindung zu ihren geistigen Führern und Schutzengeln ist, desto grösser die Möglichkeit, dann und wann etwas zu hören.
Doch glaube nicht, dass du nun Morgen für Morgen wissen müsstest, was du des Nachts erlebtest und wo du im Geiste warst. Notwendig ist nur, dass du dann und wann die Antwort hörst, dass du dann und wann eine Frage stellst und bittest, dass man sie dir beantworten möge. Um gut zu hören, hast du jedoch selbst die Bedingungen zu erfüllen, indem du dich geistig betätigst, dich veredelst und dich von der Schwere der Erde hebst. So möchte ich dich wieder daran erinnern, wie notwendig es ist, dass diese göttlichen Gefühle von innen nach aussen dringen, damit das, was du dir schon lange wünschtest, in Erfüllung gehen kann.
Meine lieben Freunde, die euch begleitenden Schutzgeister lassen euch in der göttlichen Welt das zukommen, was gerade für euch gut ist. Wenn ihr aber eifrig versucht, in diese geistigen Höhen aufzusteigen, dann führen sie euch weit herum und teilen euch vieles mit. Denn es ist auch so, dass ihr in diesen Stunden mit euren Lieben in der himmlischen Welt da- und dorthin gehen könnt, so weit sie selbst vordringen können. Also seid ihr dann von ihrer geistigen Gehobenheit abhängig, wenn sie die Erlaubnis haben, in diesen Stunden mit euch zu verweilen.
Darum, meine lieben Freunde, erst wenn ihr versucht, das Verhältnis von euch zu euren Schutzgeistern besonders eng zu knüpfen, und es in harmonischer Weise ausbaut, werdet ihr in den Besitz von wunderbaren Kräften und Erlebnissen gelangen. Ihr müsst euren Schutzgeist fragen, wenn ihr über irgendwelche Dinge nicht im Klaren seid. Gebt ihm Gelegenheit, euch zu antworten. Aber ich warne euch davor: Nicht ihr selbst sollt euch die Antwort geben, die ihr gerne hörtet. Denn denkt daran, dass die Engel Gottes euch die Wahrheit bringen, und oft ist es etwas, das euch nicht genehm ist. (27.8.1955)
Welche Bedeutung haben unsere Träume für uns? Sind sie alle wichtig?
Josef: Oh nein, es sind nicht alle wichtig. Viele entstehen aus einer gewissen geistigen Verwirrung oder aus einer Unsicherheit heraus. Wichtig mögen da und dort solche Träume sein, bei denen es sich um geistige Erlebnisse handelt, die der Mensch in sein Bewusstsein mitnehmen darf, damit er seine Wege etwas beleuchtet sieht. Hiervon aber könnte den Menschen mehr in den Meditationsstunden gegeben werden. (1955)
Wie haben wir Träume zu beurteilen, die wir nachträglich als Unsinn empfinden? Handelt es sich dabei um nervöse Reaktionen oder um missverstandene Bilder von geistiger Bedeutung?
Josef: Oftmals produziert sich der Mensch dieses Durcheinander von unförmigen und bedeutungslosen Formen selbst. Ich kann es euch nur auf diese Weise erklären: Wenn der Mensch so in seinem Alltag und Geschäftsleben steht, wo er so zu kämpfen hat und so viele unreine Dinge an ihn herandringen, werden aus diesen Kräften diese bedeutungslosen Formen gestaltet, die der Mensch aber selbst als solche erkennen kann. Und wenn er darum bittet, dass er wirklich im Guten geführt wird, und es versteht, seine Sorgen wegzulegen, ehe er zur Ruhe geht, und wenn er ein Gebet spricht, so wird er viel weniger solche Träume haben.
Ich möchte es so sagen: Der Mensch muss all das, was ihm im täglichen Leben an Unangenehmem begegnet, was ihn belastet, das Geschäftliche – all das muss er ausziehen, weglegen können. Aber nicht erst zwei bis drei Minuten bevor er sich zur Ruhe begibt. Er sollte sich mindestens eine halbe Stunde vorher entspannen, sodass diese Formen nicht zustande kommen können. Denn diese haben ihre Ursache in einem gewissen Aufgewühltsein der Nerven.
Ein harmonischer Mensch wird weniger – ich sage nur: weniger – solche Bilder erhalten, wenn er gesund ist und es versteht, in die Ruhe zu gehen. Und so ist es für euch doch so empfehlenswert, nicht bis zur letzten Minute zu arbeiten, da ihr euch niederlegt. Sondern ihr sollt wahrhaftig, noch bevor ihr euer Gebet sprecht, eine halbe Stunde euch entspannen, ganz ruhig sein. Ihr könnt euch in einen Stuhl setzen und an nichts denken, was euch belastet. Denkt etwas Schönes, indem ihr euren Körper entspannt, ganz ruhig, und ihr werdet sehen, dass ihr einen viel ruhigeren Schlaf erleben dürft und dass ihr dementsprechend auch andere Traumerlebnisse haben werdet. Denn ist der Körper ruhig, dann können die Geistwesen auch anders auf ihn einwirken. (1952)
Sind die Gestalten, die man im Traume erlebt und die man nicht kennt, Phantasiebilder oder wirkliche Geistwesen?
Josef: Beides ist möglich. Es kann sein, dass solche Bilder aus einer gewissen Verwirrung heraus geformt werden, aber es können auch Wesen sein, die mit dem Geiste des Ruhenden verbunden sind, und dass diese Begegnung so stark ist, dass der Mensch sie ins Bewusstsein nehmen kann. Hier spielt eine grosse Rolle, in welcher Weise solche Gestalten gesehen werden, welche Formen es sind, welche Zustände und so weiter. Zur Erkenntnis, was diese Gestalten zu bedeuten haben und ob sie der Phantasie entspringen oder wirkliche geistige Führer sind, gelangt man auch auf dem Wege der Meditation. Denn hier muss man immer sehr vorsichtig sein. (1955)