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Dieses Themenheft beleuchtet die besondere Bedeutung der Weihnachtszeit. In der heiligsten Nacht der Christenheit wurde einst den Menschen das Heiligste, Kostbarste geschenkt: Gott hat in seiner grossen Liebe und seinem Erbarmen seinen eingeborenen Sohn zur Erde gesandt zur Errettung der Menschheit. Durch das Erlösungswerk Christi ist allen Menschen die Möglichkeit gegeben, wieder heimzukehren, wieder einzutreten ins himmlische Reich. Wenn auf Erden die Erinnerungstage zu Ehren Jesu Christi gefeiert werden, neigt sich der Himmel vermehrt den Menschen zu. In einem Vortrag des Heftes erklärt Geistlehrer Josef, wie an Weihnachten die Geisterwelt Gottes die Nähe ihrer irdischen Geschwister sucht. Jedes Jahr aufs Neue verkündet sie die Frohbotschaft von der Geburt des Erlösers: “Friede den Menschen auf Erden!” In einem weiteren Vortrag zeigt Geistlehrer Josef am Beispiel einer einsamen alten Witwe, auf welche Weise Geister Gottes mit dem gläubigen, verinnerlichten Menschen verbunden sind und wie sie ihm entsprechend seinen geistigen Verdiensten stilles Glück, Segen und Gesundheit bringen.
Josef, 24. Dezember 1971
Wenn auf Erden die Erinnerungstage zu Ehren Jesu Christi gefeiert werden, neigt sich der Himmel vermehrt den Menschen zu. Die heiligen Geister suchen die Nähe ihrer irdischen Geschwister und möchten ihnen vom Glücksgefühl des Himmels überbringen. Jedes Jahr aufs Neue verkünden sie die Frohbotschaft von der Geburt des Erlösers: “Friede den Menschen auf Erden!” Wer in diesen heiligen Tagen die Ruhe sucht und sich im Geiste nach der göttlichen Welt ausrichtet, vermag die leise Sprache der Engel zu vernehmen; er wird ihre Gegenwart ahnen und sich geborgen fühlen. Doch wie oft wird die leise Sprache der Geister Gottes übertönt vom Lärm der äusseren Welt.
Josef: Gott zum Gruss.
Himmlischer Vater, in Sehnsucht nach Dir und dem Erlöser sind die Deinen hier versammelt, um Dich zu bitten, Du mögest mit Wohlgefallen auf sie herniederblicken und ihnen Deinen Segen, Deine Kraft geben für ihr Leben, Du mögest ihnen gnädig sein und barmherzig und Dich von ihnen nicht abwenden. So loben und preisen sie Dich in alle Ewigkeit. Amen.
Liebe Geschwister, der heutige Abend oder die heutige Nacht ist wohl die heiligste aller christlichen Nächte. Es ist das Hochfest, es ist die Geburt Christi, die gefeiert wird. Und vielerorts singt man über diese stille Nacht. Ein wundersames Lied ist der Christenheit gegeben worden über diese stille Nacht. Man besingt sie, diese stille Nacht. Und im Grunde genommen mag es für die einen eine stille Nacht sein. Sie ist es für jene, die sich nach innen wenden, nach innen kehren. Anderseits aber mag sie für die Christenheit alles andere sein als eine stille Nacht – es ist eine sehr laute Nacht geworden. Sehr laut ist es geworden für jene, die nun nach den äusseren Dingen dieser Welt trachten und die nicht die Feinheit, die Stille, die wahre Stille dieser Heiligen Nacht vernehmen können.
Es ist wie bei euch, wenn in einem Raum ein grosser Lärm ist und ihr nicht einmal mehr euer eigenes Wort versteht, wenn ihr miteinander Gespräche führt. In dieser stillen Nacht gibt es auch einen so grossen Lärm, dass man sich in der heiligen geistigen Sprache nicht mehr versteht und das, was der Himmel zu sagen hat, nicht mehr hört. Es wird übertönt vom grossen Lärm. Dabei sind auch heute noch in Wirklichkeit diese Heiligen des Himmels da, um mit ihren Posaunen die Menschheit, die Christenheit wachzurufen und ihr zuzurufen: “Friede den Menschen auf Erden!” Von Neuem verkünden sie die Botschaft von der Geburt des Herrn. Aber diese Sprache, diese Worte, diese Botschaft, von wem wird sie verstanden, von wem wird sie aufgenommen? Ist es nicht wahrlich so, dass ein so grosser Lärm vorhanden ist, dass man diese Botschaft nicht mehr versteht? Dabei hat sich der Himmel doch aufgetan; er neigt sich hernieder und möchte diese ganze Erde mit allem, was darauf lebt, in sich aufnehmen; er möchte alles vereinen, in sich einschliessen. So weit öffnet der Himmel seine Tore.
Und so singt man über diese stille Heilige Nacht. Für wen bedeutet diese Heilige Nacht eine wahre Stille? Wie steht es um den Christenmenschen in dieser Heiligen Nacht? Sei es nun heute, am Heiligen Abend, oder sei es morgen: Es ist das heilige Weihnachtsfest, das die Christenheit doch im Besonderen anspricht, ja sogar jene, die nicht tiefen Glaubens sind. Einsame Menschen fühlen sich noch einsamer, unglückliche Menschen fühlen sich noch unglücklicher in dieser heiligen Zeit. Was mag wohl die Ursache sein? Ich will es euch sagen: Es ist die Sehnsucht, die die Seele in sich trägt, die Sehnsucht nach dem geistigen, gemeinsamen Leben, nach dem lebendigen Gemeinschaftsleben mit dem Höheren, mit der göttlichen Welt.
Wie täuscht sich doch der Christenmensch. Er hat Symbole – es sind die Tannenbäume, die beleuchtet sind, und in kaum einer anderen Zeit des Jahres brennen so viele Lichter. Was hat es damit eigentlich auf sich? Im Geiste und in der Seele des Menschen wird etwas wachgerufen, ein Verlangen nach einem Glanz, nach einem Licht, das eben aus einer anderen Welt kommt. Man hat das Verlangen nach Licht, Wärme, Geborgenheit, nach Freude, Seligkeit, Frieden, nach gegenseitigem Verstandenwerden. Wohl in kaum einer andern Zeit als in dieser heiligen Weihnachtszeit ist es so, dass man von einer Sehnsucht geplagt wird und dass da und dort der Einsame sich noch einsamer fühlt – er fühlt sich ausgestossen.
Und wenn man jetzt versucht, dieses im Geistigen zu betrachten: Was heisst das, wenn einer geistig einsam ist, wenn er sich verloren vorkommt? Ja dann mag er geistig von Gott und seiner heiligen Welt so weit entfernt sein, er mag von Geborgenheit nichts wissen, er kennt die Liebe nicht, er kennt die Aufmerksamkeit nicht, er kennt das höhere Leben und die höheren Gefühle nicht.
In dieser heiligen Zeit möchten sich die Menschen mit einem andern unterhalten und eins werden mit ihm. An diesen heiligen Tagen oder wenigstens an einem dieser Tage möchte man mit einem andern zusammen sein und etwas vom Lichterglanz spüren und sehen, etwas von Wärme und Aufmerksamkeit erleben. Das alles sind doch die Äusserlichkeiten, die sozusagen den Menschen wachrufen. Aber im Grunde genommen ist es eben diese andere Welt, die ihre Sprache spricht, die zum Menschen redet. Und zwar spricht sie so zu ihm, wie es ihm gerade möglich ist, es zu erfassen und zu erleben. Diese andere Welt ist es ja, welche mit ihren Botschaften kommt und die Seligkeit und den Frieden preist. Diese andere Welt ist es ja. Und es sind die Heiligen des Himmels, die sich dem Menschen nähern, die die Nähe des Menschen suchen und ihm etwas vom Glücksgefühl geben möchten. Sie möchten das Glücksgefühl entfalten und ihm sagen: “Du bist nie allein. Es gibt keine Einsamkeit für einen gläubigen Christenmenschen. Für einen Gottausgerichteten gibt es keine Einsamkeit, es gibt kein Verlorensein.” Das ist die Sprache aus der Stille, so spricht jene Welt, deren Worte man üblicherweise mit dem menschlichen Ohr nicht vernehmen kann, es sei denn, man wäre geistig so ausgerichtet und die Gefühle wären so verfeinert, dass man es verstehen, dass man es hören kann.
Aber was wir nicht begreifen können, ist, dass man in dieser Weihnachtszeit versucht, diese Botschaften zu verkünden, dass man also einerseits diese andere Welt zu sich heranzieht, aber anderseits macht man sich doch nicht mit ihr vertraut. Man glaubt nicht an diese andere Welt, die doch jetzt in wunderbarer Weise zu den Menschen spricht. Es ist nur eine kurze Zeit, in der man Ja dazu sagt, weil es Tradition geworden ist, genau zu dieser Zeit die Geburt des Erlösers zu feiern. Aber man macht sich keine weiteren Gedanken darüber. Es ist diese stille Welt einerseits, die viel zu sagen hat; doch weil eben der Lärm, der irdische Lärm der Menschen um diese heilige Zeit, um diese Heilige Nacht und um diese Ewigkeit so gross ist, versteht man, vernimmt man nicht die Worte aus der Ferne, aus dieser heiligen Stille. Man kann das Flüstern nicht hören, denn der Lärm ist zu gross, der gemacht wird um diese heilige Zeit, überhaupt um dieses heilige Erlebnis. Der Lärm führt die Menschen auf andere Gedanken, auf andere Wege.
So ist es aber für uns erfreulich, wenn wir uns mit den Freunden in geistiger Lebensgemeinschaft verbinden und ihnen von dieser heiligen Welt die wahre Botschaft verkünden können, wenn wir ihnen sagen können, dass diese andere Welt doch ihre Tore weit aufgemacht hat und die Sprache laut geworden ist für jene, die den Weg zu dieser Welt gefunden, die sich nach ihr ausgerichtet haben, sodass sie diese Worte verstehen können.
Christus sprach doch: “Mein Reich ist nicht von dieser Welt” (Joh. 18, 36). So sollte man sich eben mehr an dieses andere Reich erinnern, sich mehr nach ihm ausrichten, ihm mehr Aufmerksamkeit schenken. Man sollte eben das geistige Auge auf dieses andere Reich ausrichten, und man sollte mit den geistigen Ohren versuchen, das Echo zu vernehmen, das aus dieser stillen Welt kommt und für die Menschen bedeutungsvoll ist – leise flüstert es zu ihnen, denn diese heilige Welt ist keine Welt der Gewaltsamkeit. Man kann von der göttlichen Welt aus nicht in dieser Lautstärke zu den Menschen reden. Gott ist Geist, und man soll ihn im Geiste anbeten und im Geiste erleben. Christus ist Geist, und man kann auch ihn nur im Geiste erleben. Und auch die gewaltige heilige Geisteswelt ist doch nur im Geiste zu erleben. Sie ist doch etwas anderes als das Grobstoffliche, Irdische; es ist nichts Gewaltsames. Der Mensch kann diese andere, feinstoffliche Welt nicht mit seinem irdischen Auge, mit seinen menschlichen, grobstofflichen Sinnen erleben. Er kann sie nur im Geiste erleben. Ist er aber auf das Geistige ausgerichtet, ist er mit dem lebendigen Geiste verbunden, dann ist das für ihn ja gar nichts Unmögliches, dann erlebt er alles wahrlich im Geiste. Denn man bittet doch im Vaterunser zu Gott, und man denkt daran, dass man Gott im Geiste anbeten soll. Mit dem Reich, von dem Christus sprach, es sei nicht in dieser Welt, kann man sich also nur im Geiste verbinden.
So muss man sich im Geiste erheben, wegtreten von all dem Beschwerlichen, was diese Welt zu bieten hat. Im Geist emporsteigen, Stufe für Stufe nehmen auf dieser grossen Leiter, die zu Gott führt, und versuchen, weit hinaufzukommen, um von oben her das wahre Geistige zu erleben. Dann kann man die Seele des Menschen ansprechen. Ihr erlebt es ja selbst: Einen Menschen, dem Gott und das Geistige fremd ist, könnt ihr mit eurer Sprache nicht ansprechen. Er versteht sie nicht; er kommt nicht nach, was ihr meint. Er kommt sich aber sehr gescheit vor, und zwar so gescheit, dass er glaubt, das Recht zu haben, zu sagen, dass mit eurem Denken etwas nicht in Ordnung wäre. Er ist mit der irdischen Welt verbunden und vereint; er ist so umfangen von all dem Weltlichen, so geistfremd, dass er nichts zu verstehen und nichts zu erfühlen vermag von dem, was diese stille, heilige Welt dem Menschen zu geben hat.
Hinaufsteigen, erheben muss man sich. Nur dann vermag man diese geistige Sprache zu verstehen. Dann kann man auch an den Menschen herantreten, man kann mit ihm reden und ihm sagen, wie der Himmel auch voller Gnade ist, voller Güte und Liebe. Und dass doch der Himmel gerade da die Türe geöffnet hat, wo Menschen sich in einer so hohen Gesinnung und in ehrlicher Sehnsucht nach dem Hohen, Edlen, Göttlichen zusammengefunden haben; gerade hier können sich doch jene mit euch verbinden, die euch vorangegangen sind. Warum sollt ihr denn im Gefühle leben, ihr wäret nun weit entfernt von euren lieben Heimgegangenen und sie hätten keine Möglichkeit, sich euch zu nähern? Doch. Ganz besonders an solch heiligen Tagen, wo die Engel herniedergehen, da erkundigen sich in der göttlichen Welt auch eure Anverwandten, eure Angehörigen nach euch, so wie ihr im Innersten eurer Seele das Verlangen habt, von ihnen etwas zu erfahren, wie es ihnen geht, wo sie wohl sind, ob Gott ihnen wohl vergeben hat – dem einen, während man um den andern nicht besorgt zu sein braucht, weil er eine grosse Güte im Leben hatte. Aber es sind doch so viele Schwächen beim Menschen, bei einem jeden Menschen. Und am besten wissen es die Angehörigen, wie es um die Ihren bestellt war. Und so möchten sie doch so gerne etwas von ihnen wissen.
Je inniger die Verbindung eines Menschen zu dieser andern Welt ist, desto besser ist doch auch der Zugang von der göttlichen Welt zu ihm. Der Mensch bahnt den Weg an nach oben, und von oben steigt man herunter zum Menschen. Ist der Weg gebahnt, dann findet man ihn; man muss nicht durch Irrwege gehen und Hindernisse überwinden, sondern man hat einen einfachen Weg zu seinen Angehörigen; man findet sie viel schneller und viel besser. Es ist zuerst am Menschen, den Weg nach oben zu bahnen. Und dann kommen sie, die Jenseitigen – sie kommen zu ihren Angehörigen, zu ihren Freunden, und sie unterhalten sich mit dem höheren Selbst des Menschen, mit seinem Geist. Und sie bringen mit, was ihnen gestattet ist mitzubringen.
Nicht irdische Geschenke vermögen sie euch zu geben. Was sie euch geben können, ist Kraft, höhere, göttliche Kraft. Wenn sie Gott nähergekommen und gut geläutert sind, wenn ihre Seele reiner oder rein geworden ist, sind sie von einem Lichterglanz umgeben, von einer Helligkeit, was seine Wärme ausstrahlt. So wie eure Lichter, die da brennen, eine Wärme ausströmen, so strömen diese geistigen Wesen aus ihrer rein gewordenen Seele die Kraft aus, die euch dazu dient, an Leib und Seele zu gesunden.
Ihr kennt bei euch künstliche Sonnen, mit deren Strahlen ihr versucht, schlimme Krankheiten zu überwinden, ihre Wucherung aufzuhalten. Es ist künstliches Licht, es ist – für uns gesehen – künstliche Kraft, die es aber doch in sich hat, einen Erfolg zu zeitigen; aber es ist menschliche Kraft, einerseits von menschlicher Kraft aufgebaut – es ist zu verdichtetes Od, ja da und dort zu gefährlich. Es ist nicht in dem reingeistigen Strom, wie es eine vom Himmel her kommende Seele besitzt, die diese Feinheit und Reinheit an Kraft mit sich bringt und ausströmt um sich. Euch wird doch stets gesagt: “Was hier auf Erden ist, ist im Himmel längst vorhanden.” Manchmal sind diese Dinge jedoch etwas anders, gewandelt. Diese heilige Kraft ist aber vorhanden, und Geister des Himmels können sie mitbringen in eure Welt, damit ihr Nutzen haben sollt davon; denn es ist ihr Gruss, es ist auch ihre Sehnsucht nach euch, mit euch verbunden zu sein, mit euch zu reden, euch fühlen zu lassen, dass ihr gesegnet und gehoben werdet in diesem heiligen Strom. Aber es ist ein feines Gefühl, es sind leise, leise Worte, die gesprochen werden und nur vernommen werden können von einem Geistesmenschen, der sich auf der Stufenleiter nach oben gehoben hat und auf jener geistig gehobenen Ebene dieses Feingefühl besitzt.
Eure Anverwandten und eure Bekannten kommen zu euch, und sie wollen euch geben, was ihnen erlaubt ist – je nachdem wie man euch für würdig befunden hat, euch dieses oder jenes zu geben. Der eine braucht die Kraft der Gesundheit, ein anderer braucht Erleuchtung der Seele, wieder einem andern muss der Weg gezeigt werden, damit er seine Probleme löst. Denn die Anliegen der Menschen sind ja so verschieden. Was dem einen selbstverständlich ist, ist einem andern die grösste Sorge und das grösste Problem. Aber für einen jeden gibt es eine Antwort, wenn man in diese lebendige Lebensgemeinschaft mit den Heiligen gekommen ist – für einen jeden.
Wenn nun in diesen heiligen Tagen die Christenheit sich an die Geburt des Herrn erinnert und man sich freut und Wärme und Geborgenheit sucht, so hat der Geistesmensch ein seliges Gefühl, und er wird nie einsam sein. Denn wenn seine Seele einigermassen erleuchtet ist, dann wird er andere Menschen, die diese Sprache nicht verstehen und die zuunterst auf der Stufenleiter stehen, trösten. Er wird ihnen die Hand reichen zum Aufstieg, und er wird ihnen Vorbild sein und ihnen sagen: “Sieh mal, eigentlich geht es mir doch gar nicht besser als dir. Aber warum ist denn mein Herz voller Freude und meine Seele beglückt? Weil ich nicht an die Welt gebunden bin, weil ich für eine andere Welt lebe, für jene Welt, aus der Christus kam; aus jener Welt, in die Christus zurückgekehrt ist, nehme ich die Kraft.” Man soll es dem andern zu verstehen geben, dass man im Geiste lebendig ist und man sich nicht nach all dem Irdischen ausrichten soll. Denn diese Welt ist doch wahrlich eine traurige Welt; sie gibt dem Menschen keinen Trost.
Es wird in diesen heiligen Tagen wieder die Botschaft vom Frieden verkündet: “Friede den Menschen auf Erden.” Ja, man soll auch den tiefen Sinn dieser Botschaft ergründen, was mit diesem Frieden gemeint ist. Wie viel Böses beherrscht doch diese Welt. So will ich doch nur allzu gerne stets von der guten Geisterwelt Gottes reden, die euch beeinflusst und euch durchs Leben führt; aber mit jenen Worten wurde gerade auch jene niedere Geisteswelt angesprochen: “Friede den Menschen auf Erden und dem Herrn ein Wohlgefallen” (Luk. 2, 14). Friede soll der Menschheit gegeben werden, dem Frieden soll die Menschheit entgegengehen. Und auch die niedere, unselige Geisteswelt sollte diese Botschaft verstehen lernen, denn sie ist genauso an sie gerichtet.
In diesen heiligen Tagen fühlt sich kaum ein Geistverbundener einsam. Denkt daran, denn ich weiss, ich habe Freunde hier, die eine vorübergehende seelische Krankheit haben und unter Einsamkeit leiden, unter Verlassenheit, Nichtverstandenwerden leiden. Erhebt euch, steigt die Stufenleiter empor, und betrachtet all diese Dinge von einer höheren Seite aus, und verbindet euch mit dem Göttlichen. Dann wird so vieles unwichtig, was ihr für wichtig nehmt. Das Irdische ist doch vergänglich; verkauft euch nicht dieser Welt, sondern richtet euch nach jener Welt, von der Christus sprach: “Mein Reich ist nicht von dieser Welt” (Joh. 18, 36).
So will der Himmel euch segnen. Und eure Seele, die ja ein Tempel sein soll, soll die Gaststätte der Heiligen des Himmels sein, und eure Seele, euer höheres Denken und Fühlen soll die Gaststätte sein, wo auch eure Angehörigen einkehren dürfen, damit sie – die einen von ihnen – auch von euch lernen. Denn nicht alle, die euch vorangegangen sind, leben in den höheren Sphären und dürfen in der Nähe Gottes sein. Es sind so viele, die man zurücksendet, zu frommen und gerechten Menschen, um von diesen zu lernen. Man sagt ihnen: “Dieser Mensch auf Erden soll dein Lehrmeister sein.” Und das ist eine Verantwortung, die einem Menschen aufgetragen wird, wenn von höherer Seite erklärt wird, dass er Lehrmeister eines Abgeschiedenen sein soll. Dieser soll von einem solchen Menschen lernen und ihn als Meister betrachten, der in einer Welt steht mit grossen Versuchungen. Man soll aber auch wissen: Erfüllt einer seine Aufgabe als ein solcher Lehrmeister, so bleibt der Lohn nicht aus. Der Lohn wird gross sein, den man sich auf diese Weise erwirbt. Für euch ist es so selbstverständlich, dass der Himmel sich auftut und seine Gnade und seinen Segen gibt und ihr eure Hände nach ihm ausbreiten könnt. Aber auch der Himmel fordert vom einen oder andern; er fordert, dass er auch etwas für den Himmel tut. Und welch hohe Aufgabe ist es für einen Menschen, wenn er im Geiste dazu auserwählt wird, einem Jenseitigen Lehrmeister zu sein.
Ja, liebe Geschwister, so möchte sich doch die göttliche Welt mit euch verbinden. Sie möchte euch einerseits auf eure Pflichten und Aufgaben aufmerksam machen, anderseits will sie, dass ihr mit der himmlischen Welt singt und euch freut und voll seliger Gefühle seid, so wie man im Himmel zu Ehren Christi Feste feiert. Und was heisst Feste feiern im Himmel? Wenn man im Reiche Gottes feiert, ist man nicht geplagt von irdischen Dingen und Belangen, sondern man kann wirklich Gott dienen, für die heilige Geisterwelt von grossem Nutzen sein. Denn man ist ja im Geiste eine Familie mit Christus. Christus ist das Haupt dieser Familie. Und so sollte man mit ihm verbunden sein, ein Glied sein in der grossen Kette dieser gewaltigen himmlischen Familie. Und zu dieser himmlischen Familie bekennt man sich wohl, wenn man, so wie ihr, in einer höheren Gesinnung und in einer wirklichen Sehnsucht sich aufgemacht hat, an den Tisch des Herrn zu kommen. Denn man möchte in seinem Gedenken dieses Liebesmahl einnehmen, und man will ja damit sagen:
“Ich bin Dein, ich gehöre zu Dir. Ich wünschte, ich könnte im Geiste jenes Liebesmahl miterleben, das Du, Jesus Christus, einst mit Deinen Jüngern erlebt hast.”
Wenn man die Stille des Herzens und die Stille der Seele hat, kann man auf diese Weise auch ein geistiges Abendmahl erleben.
Hier seht ihr auf dem Tische für jeden einen Becher und ein Stücklein Brot. Symbole sind es, und ihr sollt dadurch an die Lebendigkeit erinnert werden, an den lebendigen Christus. Auch in der heiligen Geisteswelt erlebt man eine Feier, ein Liebesmahl, das von den Engeln den verdienstvollen Seelen gereicht wird. Dort gehen diese Heiligen des Himmels durch die versammelten, aufgerufenen Geistgeschwister und bieten jedem den Becher an, einen kostbaren Becher. Da gibt es nicht wie bei euch diese kleinen Becher, sondern es sind verschiedene grosse Gefässe, die bis oben gefüllt sind, und die Engel tragen sie, halten sie fest und führen sie jedem zum Munde, und man nimmt davon. Dies auch im Gedenken an den Erlöser, an jenes heilige Liebesmahl. Nicht nur für euch Menschen soll dieses Liebesmahl zur Erinnerung gefeiert werden. Denn was von Christus ausging, was aus ihm erfüllt und getan wurde, soll in Ewigkeit bleiben. Es soll alle erinnern an das Erlösungswerk.
Und auch dann, wenn dereinst die Zeit kommt, wo alles sich erfüllt hat und alles wieder selig geworden ist, wird das wunderbare Werk des Königs niemals in Vergessenheit geraten – bei Menschen wäre dies möglich, nicht aber im geistigen Reiche. Und es wird für jeden ein grosses Erlebnis werden, in der göttlichen Welt auf diese Weise dieses Liebesmahl einzunehmen; denn er wird sich daran erinnern, dass er einst als Mensch auch das Liebesmahl im Gedenken an den Herrn in einer hohen Gesinnung gefeiert hat.
Es ist euch wohl ganz verständlich, dass es bei euch so sein muss, dass für jeden sichtbar und für jeden Einzelnen ein Becher gegeben wird. Im Himmel wird es anders sein: Im Himmel bewundert man das kostbare Gefäss; denn es ist gefüllt worden vom König selbst, und die Engel tragen es in alle Himmel hinein und lassen jene davon nehmen, die würdig sind. Könnt ihr ahnen, welche Glückseligkeit den Einzelnen erfüllt, wenn er solches erlebt hat? Und gerne erinnert er sich daran und spricht von diesem Liebesmahl, das er im Gedenken an den Herrn in innigster Verbindung mit ihm gefeiert hat.
So, liebe Geschwister, diese heilige Welt, die so stille ist, kann den Menschen beglücken, kann ihm Kraft bringen, Erleuchtung, Gesundheit, Wohlbefinden – diese heilige Welt, diese heilige stille Welt. Man soll sie nicht übertönen mit dem grossen Lärm der äusseren Welt.
Nun, wenn ihr gebeten werdet, hierher zum Tisch des Herrn zu kommen, so bitten wir euch: Versucht doch in eurem Innersten Ordnung zu schaffen, wenn es notwendig geworden ist; oder versucht jetzt in dieser höheren Gesinnung im Geiste das zu erleben, was ich euch gesagt habe. Vielleicht ist es dem einen oder andern möglich, einen grossen Schritt aufwärts zu tun und es im Geist mitzuerleben, aus einem solch kostbaren Gefäss zu trinken. Oder einem andern ist es möglich, eine Schau zu haben. Denn auch dieses ist etwas, was der Himmel zu geben hat. Reicht uns die Hände, dann fliesst dieser Segen, und eure Seele wird erleuchtet und gereinigt, und euer Inwendiges, das ja ein Tempel ist, wird geschmückt von den Engeln des Himmels, geschmückt mit Tugenden, mit Gefühlen der Zufriedenheit.
Und so möchten wir jetzt, wie immer, eine kurze Stille erleben, dass jeder in sich einkehrt und es in der Seele eines jeden wirklich stille wird und er die Stille dieser heiligen Welt und besonders dieser Heiligen Nacht erleben kann.
Himmlischer Vater, segne diesen Wein hier, Sinnbild vom Blute Jesu Christi, das am Kreuz geflossen ist zur Erlösung der Menschheit. Herr, segne diesen Wein, und lass ihn jedem zum Heil werden, der davon nimmt.
Himmlischer Vater, segne dieses Brot hier, Sinnbild vom Leibe Jesu Christi, der am Kreuz gestorben ist zur Erlösung der Menschheit. Herr, segne dieses Brot, und lass es jedem zum Heile werden, der davon nimmt.
Nun bitte ich, euch zu erheben. Nehmet, esset und trinket.
Himmlischer Vater, die Deinen danken Dir für den Segen und bitten Dich, Du mögest sie nie verlassen, Du mögest sie durch Deine heilige Geisterwelt durchs Leben führen. So loben und preisen sie Dich und rufen Dir zu: Du bist heilig, o Gott, heilig, heilig in alle Ewigkeit. Amen.
Nun, liebe Geschwister, ich möchte euch sagen: Gehet hin mit frohem Herzen. Denn ihr wisst: Der Heiland ist geboren. Und ihr, die ihr mit uns verbunden seid, ihr sollt doch gewiss sein, dass die heilige Geisteswelt dem wirklich ehrlich Glaubenden ihren Beistand gibt. Sie führt ihn durchs Leben, versucht ihn zu beschützen, wo es ihr nur möglich ist. Denn die heilige Geisteswelt will ja den Menschen auch inspirieren, will ihm sagen, was das Richtige ist, was man tun und was man lassen soll. Sie verlangt ein gottausgerichtetes Leben, und sie verlangt die Liebe und die Ehrlichkeit gegenüber dem Nächsten.
So, liebe Geschwister, soll mit Musik und mit Gebet diese heilige Stunde beendet sein. Wir wollen euch fest in unseren Reihen halten und nicht von euch lassen. So wünschen wir es. Gott zum Gruss.
Vortrag von Geistlehrer Josef vom 24.12.1971 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im Saal an der Münchhaldenstrasse, Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Josef, 1. Dezember 1962
In diesem Vortrag zeigt Geistlehrer Josef am Beispiel einer einsamen alten Witwe, auf welche Weise die Geisterwelt Gottes mit dem gläubigen, verinnerlichten Menschen verbunden ist und wie sie ihm entsprechend seiner geistigen Verdienste stilles Glück, Segen und Gesundheit bringen kann.
Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, Advent – schon leuchten wieder diese Lichter zu Ehren des Erlösers und zur Ehre Gottes. Bald naht das Fest der Liebe und des Freudemachens, man wird beschenkt, und man schenkt andern. Und die frommen Menschen wissen ja genau, dass dieses Schenken zur Ehre Gottes ist. Denn so wie er die Menschheit beschenkte, so möchte man in kleinem Rahmen dem andern eine Freude machen. So hat diese frohe Botschaft von der Geburt des Erlösers der Menschheit doch den Weg in die Zukunft gezeigt. Und wenn nun diese heiligen Tage nahen, wo man in froher Stimmung um den leuchtenden Baum beieinander ist, an dessen Lichterschein sich ganz besonders die Kinder erfreuen, da werden sich auch die Erwachsenen besondere Mühe geben, freundlicher, gütiger zu sein als sonst, weil es eben ein Fest der Liebe ist, weil man in dieser Zeit gerne manches übersieht. Man möchte diesem Feste die Ehre antun und in gleicher Weise Liebe erwidern, wie einst den Menschen in Liebe gegeben wurde.
Aber wenn wir bedenken: Wie viele Christen sind es, die das Weihnachtsfest nur mit halbem Herzen feiern. Wohl sind sie gläubig, aber sie sind lau, sie können diese frohe Stimmung nicht aufbringen. Sie werden gerne beschenkt, und ihrerseits tun sie auch ihre Pflicht und beschenken andere. Sie beschenken andere, damit man sagen kann: “Ich habe das und das von dem, von da und dort erhalten.” Da geht der wahre Sinn des Schenkens verloren, wo so gerne hinausposaunt wird, was man gegeben hat. Das ist nicht das Richtige.
Ich brauche mich ja nicht darüber aufzuhalten, sondern ich möchte nur sagen und euch ermahnen: Versucht doch, in diesen heiligen Stunden, die da kommen werden, euer Herz und eure Seele mit dem Hohen zu verbinden. Versucht, von Herzen und aus ganzer Seele dankbar zu sein für das, was gegeben wurde – dankbar sein, eine Verbindung zur heiligen Geisterwelt Gottes zu haben, und sich auch wirklich bewusst werden, was die Worte bedeuten, die einstmals gegeben worden sind: “Wenn zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, bin ich mitten unter ihnen” (Mat. 18, 20). Auch diese Worte werden selten richtig verstanden. Es ist die heilige dienende Geisterschar Gottes, die ausgeht, um das Wort ihres Königs in Erfüllung zu bringen; sie dienen ihrem König, erfüllen seinen heiligen Willen. Und wenn er ihnen sagt: “Geht dorthin, wo Menschen in meinem Namen versammelt sind; geht zu ihnen, bringt ihnen den Segen, bringt ihnen Trost, zeigt ihnen den Weg in die Zukunft”, so sagt er es so eindrücklich, dass seine heiligen Diener voller Pflichtbewusstsein ausgehen. Und sie erfüllen diese Aufgabe so, als wäre es er selbst, der da kommen würde; denn er hat ihnen den Auftrag, die Kraft und die Möglichkeit gegeben, so zu wirken.
Wie schön ist es in dieser heiligen Zeit, wenn man auch wirklich eine stille Verbundenheit zur jenseitigen Welt pflegt, wenn man sich daran erinnert: Je näher man Gott entgegengeht, je näher man mit der heiligen Geisterwelt verbunden ist, desto grösser ist die Möglichkeit, dass auch jene aus den Höhen des Himmels vorübergehend oder für längere Zeit bei einem zu Besuche sind. Denn es ist so, dass nicht nur die Menschen jetzt zur Ehre des Erlösers feiern; sondern die heilige Geisterwelt Gottes ihrerseits will den Menschen in seinem Tun unterstützen, sie will ihn in seinem heiligen Eifer fördern, sie will ihm beistehen. Denn sie will dafür besorgt sein, dass kein Wort des Erlösers verloren geht und dass für alle Zeiten diese Erinnerungsfeste zu seinen Ehren gesichert bleiben. Die heilige Geisterwelt Gottes ihrerseits ist es, die es den Menschen nahebringt, in sie eindringt, damit sie diese Botschaften immer weiter verkünden und es Wurzel fassen kann in der Tiefe ihrer Seele. Die heilige Geisterwelt will bei ihnen sein in diesen frohen Stunden, sie will mithören, wie die Menschen diese frohe Botschaft weitertragen, und sie will mit ihren Erdengeschwistern glücklich sein. Und diese Jenseitigen, sie bringen ihrerseits, wie ihnen anempfohlen und anvertraut wurde, den Segen des Herrn; sie nähern sich dem Einzelnen, um ihm den Weg zu zeigen und da und dort Trost zu spenden.
Wohl mag es in dieser Zeit auch Menschen geben, die nicht bereit sind, in froher Stunde dieses heilige Weihnachtsfest zu feiern; sondern sie werden gehässig, und sie zerschlagen, was ihre Lieben aufgebaut haben – ja sie sind nun begleitet von einem düsteren Geist, der vernichten will, was die guten Geister zu verbreiten und aufzubauen suchen. Jene Menschen, die nicht fähig sind, diese heiligen Festtage mitzufeiern, haben vielleicht schlechte Erinnerungen aus ihrer Jugendzeit. Es mangelte ihnen ganz bestimmt viel an Liebe, vielleicht hatten sie keine liebenden Eltern, die treu für sie sorgten. Und so steigen diese Erinnerungen in ihnen auf, und sie werden von Gehässigkeit und Wut erfasst. Es sind dies Menschen – das sei erwähnt –, die ja im Kampf um den Aufstieg stehen, ja wahrhaftig im Kampf um den Aufstieg sind. Sie möchten einerseits doch auch aufsteigen, aber anderseits werden sie immer wieder zurückgehalten; denn in ihrer Gesinnung sind sie noch nicht so weit, ihr Denken und ihre Gefühle sind noch niederer Art. Sie können diese frohe Botschaft nicht verstehen – sie möchten sie gerne verstehen, aber es fehlt ihnen an Kraft, an Einsicht. Und das sind wohl sehr arme Menschen, die nicht die Kraft besitzen zu überwinden und die keine solchen Besuche haben von der besseren, schöneren Geisteswelt, welche ihnen den Weg nach oben zeigt, sie tröstet und ihnen den Weg beleuchtet. Es sind Menschen, die von den unteren und niederen Geistern begleitet werden, weil sie ihnen Hand bieten dazu. Nun aber, ich möchte auch von jenen nicht sprechen – ich will es nur am Rande erwähnen, warum eigentlich auch an diesen heiligen Tagen so viel Unangenehmes geschieht.
In dieser heiligen Zeit will sich die Geisterwelt Gottes aber auch jener Menschen erinnern, die einsam sind, die alleinstehen, die irgendwo in einem Kämmerlein sind und still für sich diese heiligen Festtage feiern. Diese will sie betreuen und besuchen. So möchte ich euch heute wiederum eine Erklärung geben und will ganz besonders darauf hinweisen, wie viele Gelegenheiten die heilige Geisterwelt Gottes hat, dem Menschen beizustehen, und wie sie es tut, ohne vom Menschen beachtet zu werden. Nur jene vermögen es zu fühlen und zu ahnen, die die Gesetze der Geisteswelt kennen und die um ihre Besuche wissen.
Da war eine Frau, sie lebte zurückgezogen, allein; einsam war es um sie geworden, sie war hochbetagt. Ihr Mann war schon vor vielen, vielen Jahren in die geistige Welt eingegangen. Nun aber hatte sie jeden Abend die Bibel und das Gebetbuch zu sich genommen und hatte daraus gelesen. Und sie fühlte sich froh und glücklich. Sie lebte nicht im Überfluss, aber es reichte gerade für das Notwendigste; und Ansprüche stellte sie keine mehr an das Leben. Zur Zeit, als ihr Mann noch lebte und sie beide zusammen waren, konnten sie sich nichts ersparen; aber später erbte diese Frau von einer Schwester einen Betrag, der es ihr sozusagen ermöglichte, bescheiden, sorgenlos das Ende ihres Lebens abzuwarten.
Als sie noch mit ihrem Mann zusammenlebte, gab dieser immer sozusagen alles, was er verdiente, für wohltätige Zwecke aus. Er gab es immer ganz besonders den armen, kinderreichen Familien, und so brachte er sehr wenig oder überhaupt kein Geld nach Hause. Und seine Frau sah sich genötigt, selber Arbeit aufzunehmen, damit sie zu leben hatten. Sie aber machte ihm nie einen Vorwurf deswegen; sie fand es ganz selbstverständlich, dass sie arbeiten musste. Und der Mann machte sich darüber auch keine weiteren Gedanken, dass seine Frau nichts einzuwenden hatte. Man lebte bescheiden miteinander, Kinder waren keine da. Und so brachte, wie erwähnt, der Mann sehr selten etwas nach Hause. So hatte man sich so durchgeschlagen, und man lebte trotzdem in Frieden miteinander.
Dann kam der Zeitpunkt, wo dieser Mann von dieser Welt abberufen wurde, und so stand die Frau alleine da und musste selbst für ihren Unterhalt sorgen. Dies fiel ihr nicht schwer, denn sie war es sich gewohnt. Nun aber wurde sie alt und konnte keiner Betätigung mehr nachgehen, und da konnte sie es gut gebrauchen, was ihre Schwester ihr vermacht hatte – es ermöglichte ihr, geruhsam dem Lebensabend entgegenzusehen. Jetzt, da sie alt geworden war, las sie nur noch in der Bibel und betete aus einem Gebetbuch. Sie war voll und ganz glücklich, obwohl sie so einsam und allein war, da sich selten jemand um sie kümmerte. Sie klagte aber nicht darüber, denn sie war mit sich zufrieden.
Nun möchte ich aber ganz deutlich erklären: Immer wenn diese Frau ihr Gebetbuch und ihre Bibel zur Hand nahm, um darin zu lesen, erhielt sie jenen geistigen Besuch. Und zwar war es ihr Mann, der stets zu jenen Stunden zu ihr kam. Er war aber nicht allein, sondern er kam mit einer Gruppe von Geistern und von Geistern Gottes. Wenn ich sage “von Geistern”, dann sind solche gemeint, die zu lernen haben von Menschen und von den Jenseitigen, die sozusagen mitgezogen werden, denen man nun zeigen will, wie Menschen leben und wie man leben sollte. Anderseits zeigt man ihnen, wie die jenseitige Welt ihre Hilfe dem Menschen anbietet. Es sind also sozusagen Lehrlinge, die da mitgehen; und sie beobachten alles, was da getan wird, denn sie ziehen ja ihren Nutzen daraus. Wenn alle diese Geistwesen jeweils in das bescheidene Stübchen gekommen waren, hat jeder sich einen Platz ausgesucht. Der höchste der Engel trug eine kleine Schatulle bei sich. Er stellte sie immer ganz in die Nähe dieser betenden Schwester. Dann öffnete er diese Schatulle, und es entwich ein wunderbarer Duft. Dieser Duft erfüllte den ganzen Raum. Alle diese Geistwesen und ganz besonders diese Mitgezogenen, diese Lehrlinge, atmeten begeistert und voller Freude diesen angenehmen Duft ein.
Aber diese Schwester, sie war da und betete und las, doch sie nahm nichts von diesem Duft wahr, und dennoch hatte er seine Wirkung auf sie. Denn diese Schwester war so harmonisch, sie war zufrieden mit sich, sie war in Liebe verbunden mit allen Menschen, auch mit jenen wenigen, die ihr begegneten. Sie empfand eine Dankbarkeit Gott gegenüber, sie war ein wahrhaft glücklicher Mensch. Sie brauchte nicht viel zum Leben. Sie machte, wie ich gesagt habe, gar keine Ansprüche ans Leben und war überaus glücklich mit allem, was sie hatte. Das schien ihr nun so selbstverständlich zu sein, und sie hatte nur Bedauern mit jenen Menschen, von denen sie dann und wann hörte oder sah, dass sie nicht glücklich sein konnten. Sie ahnte aber nicht, dass sie jeweils in dieser stillen Stunde so viel geistige Kräfte einsog; dass dieser wunderbare Duft so vieles enthielt, das sie stärkte, wodurch sie an Leib und Seele gestärkt wurde. Sie ahnte nicht die Zusammenstellung dieser Düfte, dieser Gerüche, die aus dieser Schatulle kamen; sie war einfach zufrieden und glücklich.
Aber jenen Geistern, die da waren, um zu lernen, wurde es klargemacht: “Hier könnt ihr einen feinen Staub sehen, und von diesem Staub entweicht dieser feine Duft. Es sind allerlei Gerüche, sie stammen nicht nur aus einem Kraut allein, sondern diese Zusammensetzung ist genau abgestimmt auf diese Schwester. Wir wollen einerseits dafür besorgt sein, dass sie am Leibe gesund ist und keine grossen Beschwerden in ihr aufkommen, damit sie gut leben kann. Das ist einmal das eine – wir wollen ihr das Leben so angenehm wie nur möglich machen; sie soll befreit werden von Schmerzen und sonstiger Unpässlichkeit. Anderseits wollen wir ihr Gemüt heben; wir wollen besorgt sein dafür, dass sie immer froher Stimmung ist.” Einerseits sind es diese Gerüche, die dazu beitragen; anderseits ist es die Anwesenheit dieser höheren Engel Gottes, die so viel odische, magnetische Kraft ausstrahlen, von der diese Schwester ebenfalls aufnimmt. Sie ahnt ja nicht darum, sie weiss es nicht, denn ihre Organe sind nicht so abgestimmt, dass sie diese Gerüche wahrnehmen könnte.
Sie macht sich über das Leben nach dem Tode keine besonderen Gedanken. Sie stellt sich wohl vor, dass das Leben in irgendeiner Weise weitergeht, aber sie hat keine besondere Vorstellung von dem, was kommen wird. Sie ist einfach glücklich, so wie es ist; und sie freut sich auf das Sterben, auch wenn sie keine Vorstellung vom Himmel hat. Sie ahnt nicht, was an ihr zu Lebzeiten getan wird; sie ahnt nicht, dass sie für ihr Wohlbefinden so viel der Engelwelt und ihrem Manne zu verdanken hat – dass sie sozusagen von der Engelwelt getragen wird und sie daher gesund bleiben kann und immer frohen Mutes ist.
Diese Geistwesen bleiben jeweils so lange bei dieser Schwester, bis sie gedenkt, sich zur Ruhe zu begeben. Dann gehen die Engel gemeinsam mit diesen Mitgenommenen, diesen Lehrlingen, wieder weg. Das will aber nicht bedeuten, dass diese Schwester jetzt allein und sich selbst überlassen wäre; sondern diese Geister haben jetzt einfach ihre Aufgabe an ihr erfüllt, und es kommen nun andere und stehen wieder dieser Schwester bei. Es sind die persönlichen Begleiter ihres Lebens, es sind ihre Schutzgeister, die jetzt neben ihr sind. Das heisst, die Schwester hat sich zur Ruhe begeben, und der Leib schläft, doch die Seele löst sich. Und jetzt unterhalten sich die Schutzgeister mit dieser Seele und führen sie manchmal auch von diesem Orte weg, hinein in ihre zukünftige Welt, und sie geben ihr einen Einblick in den Himmel.
Auch darüber, was jeweils in dieser Zeit der Ruhe geschieht, weiss die Schwester nichts. Wohl erinnert sie sich morgens an etwas, was sie, wie sie glaubt, geträumt hätte. Sie ist aber nicht mehr fähig, die Dinge klar zu erkennen, und überhaupt hat sie es jeweils viel zu schnell wieder vergessen. So liegen diese Träume nur noch schattenhaft über ihr, und sie vermag sie nicht zu deuten, noch weniger, davon zu reden, denn sie hat ja auch gar niemanden mehr, mit dem sie sich aussprechen könnte; und so denkt sie auch nicht darüber nach. Dabei aber war es eine wunderbare Führung in die Seelenwelt, es waren seltsame, wundersame Gespräche, die man mit ihr geführt hatte.
So fand eben diese abwechselnde Betreuung statt. Morgens, wenn die Schwester ihre Augen öffnete, zogen sich jene Geister wieder von ihr zurück, und es kamen andere, die auch zu ihrem Leben gehörten. Sie übernahmen ihre Betreuung während des Tages, standen ihr bei und versuchten sie in ihrer Schwachheit zu stützen. So war diese Schwester nie ohne göttlichen Schutz, bis zu ihrem Lebensende.
Als es dann so weit war, da kamen sie alle wieder, jene, die sie vorher immer so gewissenhaft betreuten, ihr früherer Mann und auch diese Lehrlinge – denn auch diese sollten beim Empfang dieser Schwester dabei sein. Und so stellte wieder der höchste aller dieser Geister seine Schatulle ganz in die Nähe der Schwester; und wiederum trat ein sonderbarer, diesmal aber viel stärkerer Geruch aus dieser Schatulle. Nun aber nahm die Schwester diesen feinen Duft wahr und atmete ihn in vollen Zügen ein. Jetzt aber war sie nicht allein, sondern sie wurde von Nachbarn betreut, denn man sah ihr Lebensende kommen. Nun konnte sie noch diese Worte sprechen: “Welch herrlicher Duft, oh wie fein!” Es waren ihre letzten Worte. Doch ihre Nachbarn, die da um ihr Sterbebett standen, sagten nur: “Sie ist nicht mehr bei Sinnen.” Sie ahnten nicht, was geschehen war; sie ahnten nicht, dass diese Schwester wahrhaftig diesen wunderbaren Duft, der dieses Mal viel stärker war als sonst, eingeatmet hatte – sie wussten ja überhaupt nichts. Aber die Geistwesen, die hier zu lernen hatten, sie sahen es, und wiederum wurde ihnen erklärt: “Dieses Mal haben wir einen viel stärkeren Duft zusammengestellt, denn wir wollten dieser Schwester das Scheiden erleichtern; wir wollten ihr den Weg, den Übertritt, so angenehm wie möglich gestalten.” Ohne einen Todeskampf konnte sie hinübertreten. Die Engelwelt hatte ihrerseits das Notwendige dazu getan, um dieser Schwester entgegenzukommen und ihr den Übertritt zu erleichtern. Und das sollten nun diese Neulinge lernen; sie sollten die verschiedenen Möglichkeiten sehen, wie die heilige Geisterwelt Gottes einem Sterbenden beistehen kann. Es wurde ihnen erklärt: “Nicht bei einem jeden Menschen wird solches getan, nicht bei jedem haben wir die Gelegenheit dazu. Aber wenn es sein muss und wenn manchmal Angehörige um dieses Entgegenkommen bitten, dann vermögen wir auf verschiedene Arten den Übertritt zu erleichtern. Manchmal bieten wir den Betreffenden einen Trunk an, manchmal reicht ein angenehmer Duft, manchmal ölen wir ihr Haupt und ihre Hände; und manchmal genügt es, wenn ein hoher Geist dem Sterbenden die Hand reicht, um ihm den Übertritt zu erleichtern.”
Und als es dann so weit war und diese Seele aus dem Leibe geschieden war, trat ihr Mann auf sie zu, begrüsste sie und sagte ihr: “Siehe da, es sind die Engel Gottes, die dich betreuten, und ich durfte dir beistehen. Und weitere deiner Lieben warten auf dich, um dich zu begrüssen. Damit du es weisst: Wir waren immer bei dir, wenn du gebetet, wenn du aus der Schrift gelesen hast – du warst nie allein. Entweder war ich bei dir, oder es waren Engel des Himmels, die dich umgaben.” Und dann trat ein Engel hervor und sagte ihr – und dieses alles spielte sich noch in dem Raume ab, in dem sie gestorben war –: “Dieses Entgegenkommen, diese göttliche Hilfe, die wir dir geleistet haben, ist auf Folgendes zurückzuführen” – und die Schwester hörte erstaunt zu –, “es ist darauf zurückzuführen, dass du deinen Mann nie gehindert hast, seine wohltätigen Zwecke auszuführen. Du hast ihm nie Vorwürfe gemacht, wenn er das, was er verdiente, den Armen gegeben hat. Du hast nie nach seinem Lohn gefragt, du hast selbst gearbeitet; du hast ihn nie gehindert, Gutes zu tun. Und dafür haben wir dich gesegnet, dafür empfängst du nun den Dank der geistigen Welt. Denn durch deine Bereitschaft hatte dein Mann Gelegenheit, mehr Gutes zu tun, als wenn du dich aufgelehnt hättest. Hättest du ihn gehindert, hätte er nicht so viel Gutes leisten können, und er wäre weniger Menschen ein gutes Beispiel gewesen. So hat er mehr geleistet. Du hast ihn im Stillen unterstützt, du hast nichts dagegen gesagt, du hast es geduldet; und dafür wirst du belohnt.” So musste sie ihre Verwunderung darüber zum Ausdruck bringen, und sie sagte: “Es war doch eine Selbstverständlichkeit, dass mein Mann mit seinem Verdienst machen konnte, was er wollte.” Da erklärte man ihr, dies sei ja nicht so selbstverständlich gewesen. Nun mischte sich ihr Mann in das Gespräch ein und sagte: “Ich habe mir zu Lebzeiten immer vorgestellt: Wenn wir Kinder gehabt hätten, dann hätte ich für die Kinder sorgen müssen, und ich hätte diese wohltätigen Zwecke nicht ausüben können. Aber ich hätte mein Geld, alles, was ich verdiente, meinen Kindern geben müssen. Nun hatte ich keine Kinder, und so habe ich eben das, was ich verdiente, den Armen gegeben” – so wollte er sich rechtfertigen.
Nun wurden diese beiden – einstmals Mann und Frau – von den hohen Geistern des Himmels aus diesem Raum geführt, und sie entflohen Hand in Hand hinein in ihre Welt, die für sie vorbereitet und geschmückt worden war, während die andern Geister, diese Lehrlinge, sich nicht an diesem Aufstieg beteiligen durften. Sie wurden von einem andern Engelwesen wieder in ihre Welt geführt, in die sie gehörten. Aber man hatte gemeinsam der Freude Ausdruck gegeben über alles, was man da erlebte. Auch diese Lehrlinge hatten ihre Erlebnisse, sie haben einen Unterricht erhalten und etwas gelernt. Und sie wurden ja vom Engel Gottes, der sie weggeführt, nur wieder zu einer anderen Anschauung hingebracht. So sollten sie die Gesetze Gottes in der Praxis kennenlernen. Man will sie nicht nur über das Notwendigste im Heils- und Erlösungsplan unterrichten, sondern man will ihnen Anschauungsunterricht geben. Sie sollen persönlich Einblick nehmen in die Tätigkeit der hohen Geisterwelt; sie sollen sehen, auf welche Art und Weise diese hohe Geisteswelt der Menschheit beistehen kann, und sie sollen auch gleich den Nutzen davon sehen.
So zogen die andern beiden in ihre schöne Welt und blieben eine Zeit lang zusammen, bis der höchste Engel dieser Gesellschaft sie, die auf Erden Mann und Frau gewesen, voneinander trennte. Es wurde ihnen erklärt: “Jetzt ist ein Entwicklungsabschnitt vorüber, und von nun an geht jedes von euch seinen Weg.” Das will aber nicht heissen, dass man sich nicht wieder begegnet – man wird sich wieder treffen, man wird sich wieder freuen. Aber man hat dann seine Erkenntnisse so erweitert und weiss, dass dieses notwendig ist. Man hat Einblick bekommen in so viele Geschehen, und man weiss, was alles sich noch zu erfüllen hat. Man weiss auch, wie eng man ganz allgemein miteinander verbunden ist – dass in gewissen Höhen diese Verbundenheit nicht an verwandtschaftliche Bande geknüpft ist, sondern dass man durch das Band der Liebe mit allen verbunden ist, dass diese Zusammengehörigkeit allen gilt, die der grossen Familie Gottes angehören, die sich in diese göttliche Familie einreihen, in der Christus der König und führende Bruder ist. Da lebt man gemeinsam nebeneinander und betrachtet jeden als den Allernächsten.
Nun, liebe Geschwister, mit dieser Erklärung wollte ich auch darauf hinweisen, dass es nicht nur in diesen heiligen Tagen, sondern überhaupt so ist, wo sich Menschen regelmässig zu ihrer stillen Stunde begeben, dass sie Besuch von der göttlichen Welt erhalten und von ihr in gewisser Beziehung genährt und getragen werden. Auch wenn da der Mensch nichts sieht und nichts fühlt, so ist es doch die heilige Geisterwelt Gottes, die ihm das zukommen lässt, was einerseits der Leib und anderseits die Seele braucht. Und da gibt es kein allgemeines Rezept, sondern die Hilfe ist so vielseitig; für jeden wird gerade das gebracht, was für ihn notwendig ist.
Und so möchte ich, dass ihr euch alle in diesen heiligen Stunden, die kommen werden, daran erinnert: dass ihr so viel wie möglich dazu beitragt, um den Frieden zu gestalten, um Freude in die Herzen anderer zu tragen und sie glücklich zu machen. Ihr sollt eure Gedanken erheben zu Christus und zu Gott, der in grosser Liebe seinen Kindern dieses Geschenk gab, indem er seinen Sohn Mensch werden liess. Und aus dieser übergrossen Freude darüber sollt ihr selbst wiederum Freude geben, so es euch möglich ist zu tun. Freut euch, wenn andere sich freuen, seid froh und glücklich mit ihnen.
Nun, liebe Geschwister, ich möchte noch Grussbotschaften übermitteln. Ich versuche es so gut wie nur möglich zu erklären, denn ich tue es auf diese Weise, wie sich diese Wesen mir zeigen, wie sie es vorher mit mir besprochen haben.
Ich habe den Gruss eines männlichen Wesens zu bestellen an seine Angehörigen; er hatte in seinem Leben eine Fuhrhalterei. Zwei Pferde und eine Droschke waren seine ganz besondere, grosse Freude, denn mit dieser Droschke hatte er manches Hochzeitspaar geführt. Im späteren Leben hat er seinen Enkelkindern sehr oft von allen diesen Geschehnissen erzählt; denn er hatte diese Pferde wie auch diese Droschke verkaufen müssen. Aber er freute sich immer noch an den vergangenen Tagen, und seine Enkelkinder waren für ihn eine ganz besondere Freude. So soll seiner Familie und seinen Angehörigen der Gruss und der Segen gelten. Er selbst und alle, von denen ich erkläre, sind in die Ordnung Gottes eingereiht.
Ein weiteres männliches Wesen, mittelgross, Schnurrbart, trug immer eine Kappe, arbeitete in einer Färberei, war aber nicht immer glücklich in seinem Leben. Mancher Streit hatte sich entfacht, und dann zog er aus dem Hause und ging ins Wirtshaus. Nun, diese Seele musste in der ersten Zeit in der geistigen Welt vieles gutmachen und die Seele läutern. Aber mit viel Geduld und Einsicht ist es doch gelungen, das Schwere abzulegen, abzutragen. Diese Seele fühlt sich glücklich heute, zu wissen, dass die Angehörigen diese Verbindung zur Geisterwelt Gottes haben und für ihn beten; und er möchte ganz besonders für dieses Gebet danken und zugleich bitten, dass es immer fortgeführt werde.
Nun noch ein weiterer Gruss einer Mutterseele. Sie musste zum Unterhalt ihres Haushaltes beitragen und so zwischendurch mitverdienen. Dieser Verdienst bestand darin, dass sie samstags und sonntags in einem Gasthaus in der Nachbarschaft in der Küche oder wo es gerade notwendig war, aushalf. So trug sie jeweils Lebensmittel heim und etwas Geld. Und die Kinder warteten jeweils schon auf die Mutter, was sie wohl zum Essen heimbringen würde; denn das, was sie brachte, war in ihrem Hause nicht zu finden. Und man freute sich, zusammen zu sein und von dem Mitgebrachten genug zu haben. Diese Mutterseele, die in der Familie kein leichtes Leben gehabt hatte, ist nun aber auch in der geistigen Welt sehr rege. Auch sie ist dankbar für das Gebet, das man ihr sendet. Auch sie ist in die Ordnung Gottes eingereiht. Und dann und wann kehrt sie zurück zu ihren Angehörigen und bringt Segen. So ist es ihr eine Freude, dass ich diesen Gruss übertragen durfte.
Nun, liebe Geschwister, ihr wisst, dass sich eure Angehörigen in den kommenden Tagen mehr als sonst in eurer Nähe aufhalten dürfen. Sie werden euch einen kurzen, vielleicht einen längeren Besuch abstatten. Sie möchten gerne einen Zeitpunkt auswählen, wo ihr in Frieden und anderseits in Fröhlichkeit zusammen seid; denn sie möchten mit euch fröhlich sein, sie möchten mit euch feiern, sie möchten mit euch die Worte von der frohen Botschaft des Herrn weitertragen. So, liebe Geschwister, vergesst in diesen kommenden Tagen eure Lieben nicht. Betet auch für sie, denn sie beten in dieser heiligen Zeit auch für euch.
So möge der Segen Gottes über euch alle kommen, möget ihr gesunden an Leib und Seele. Gott zum Gruss.
Vortrag von Geistlehrer Josef vom 1.12.1962 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Josef, 24. Dezember 1964
In der heiligsten Nacht der Christenheit wurde den Menschen das Heiligste, Kostbarste geschenkt: Gott hat in seiner grossen Liebe und seinem Erbarmen seinen eingeborenen Sohn zur Erde gesandt zur Errettung der Menschheit. Durch das Erlösungswerk Christi ist allen Menschen die Möglichkeit gegeben, wieder heimzukehren, wieder einzutreten ins himmlische Reich. Mit Christus kam ein Licht in diese Welt, das über alles strahlt, ein Licht, in dem man sich sonnen kann, in dem man gesunden darf.
Josef: Gott zum Gruss.
Ehre sei Gott im Himmel. Friede den Menschen auf Erden. Vater im Himmel, die Deinen bitten Dich um den Segen, und sie loben und preisen Dich in alle Ewigkeit. Amen.
Liebe Geschwister, im Namen Jesu Christi habt ihr euch versammelt zum heiligen Liebesmahl. Zu seinem Gedenken nehmt ihr Brot und Wein zu euch. Er bat ja: “Tuet dieses zu meinem Gedenken” (Luk. 22, 19).
Nun, liebe Geschwister, die Heilige Nacht ist angebrochen. Die Christenheit feiert das heilige Christfest. Diese Nacht wird besungen als die Heilige Nacht, denn die Engel verkündeten: “Der Heiland ist geboren. Der ganzen Menschheit soll Freude und Friede gegeben werden.” (Vgl. Luk. 2, 10–14.)
In dieser Heiligen Nacht waren Maria und Josef nach Bethlehem gegangen. Sie hatten keinen Platz gefunden und mussten sich in einem Stall niederlassen. Dort wurde das Heiligste geboren, das Kostbarste, was der Menschheit gegeben werden konnte. Das Heiligste, das aus Gott Geborene, ist Fleisch geworden und hat unter den Menschen gewohnt; aber die Menschen nahmen es nicht an (vgl. Joh. 1, 14; 5, 43).
In der Heiligen Nacht ist der Menschheit so viel gegeben worden. Diese Botschaft wird heute noch verkündet, und sie wird bis an der Welt Ende verkündet werden: “Friede den Menschen auf Erden.”
In der Heiligen Nacht – so wird sie besungen – ist der Menschheit das Kostbare gegeben worden: “Friede den Menschen auf Erden, der Heiland ist geboren zur Errettung der Menschheit.” Wenn wir aber die Menschen betrachten, im Besonderen die Christenheit, stellen wir fest, dass nicht alle etwas anfangen können mit dieser Frohbotschaft, die verkündet wird. Könnte die Christenheit diese Botschaften wirklich verstehen, würden manche Probleme gelöst, und manche Last könnte leichter getragen werden. Was hat die Christenheit mit dieser Botschaft gemacht? Heute ist es wohl noch ein Fest; man freut sich, dass man beschenkt wird, man freut sich, dass man andere beschenken und überraschen darf. Gott hatte der Menschheit auch eine grosse Überraschung gegeben, aber die Menschheit von heute kennt den Wert dieser Überraschung nicht, diese grosse Freude, die ihr gegeben worden ist.
Die Menschen von heute wollen nicht verstehen, dass es genauso noch möglich ist, auf demselben Weg den Willen Gottes zu verkünden, so wie er einst verkündet wurde, als es aus dem Munde der Engel ertönte und es die Hirten auf dem Felde hörten: “Der Heiland ist geboren.”
Heute wollen die Menschen, die Christen, es nicht mehr für wahr halten, dass auf diese oder ähnliche Art der Wille Gottes zum Ausdruck gebracht wird. Doch die Christenheit sollte sich wirklich daran erinnern, wie damals Josef aufgefordert wurde, Maria zu sich zu nehmen. Ein Engel erschien ihm im Traume und sagte: “Nimm Maria zu dir.” (Vgl. Mat 1, 19 f.) Denn Josef gedachte doch, seine Braut heimlich zu verlassen. Er konnte das nicht verstehen, was Maria ihm anvertraut hatte – was nun wahr sein sollte. Er fing an zu zweifeln, und so gedachte er, sie zu verlassen. Doch dann hatte Josef jenen Traum, in dem der Engel ihm sagte: “Nimm Maria zu dir.” Und so stand Josef auf und holte Maria zu sich. (Vgl. Mat. 1, 24.)
Wiederum, ein weiteres Mal, erschien der Engel Josef im Traum und forderte ihn auf, das Land zu verlassen, da man nach dem Leben des Kindes trachte. Es heisst, im Traume – ja wahrhaftig im Schlafe von Josef – war es geschehen. Ein Geist Gottes trat zu ihm hin und sagte ihm: “Steh auf, und geh ausser Landes mit dem Kindlein.” Josef zögerte nicht. Er sagte nicht: “Womöglich ist es eine Täuschung – weshalb soll ich ausser Landes gehen? Ich habe nur Mühsal mit meiner Frau und dem Kinde.” Nein, Josef war gehorsam: Er ging mit Maria und dem Kindlein fort. Er liess sich führen und erhielt vom Engel die Nachricht, wenn es für ihn notwendig wurde. Wenn man heute dem Menschen solches sagt, dass einem im Traume eine Antwort gegeben werden kann, eine Mahnung, dann will er es sehr oft nicht wahrhaben. Er glaubt, dass es nur Täuschung ist. Es fehlt dem Menschen der Glaube an jene Geisteswelt Gottes, die ihre Aufgabe an den Menschen erfüllt – heute genauso wie damals.
Wenn von der Christenheit diese Nacht als die heiligste Nacht besungen wird, so tut sie es mit Recht, denn Wundersames ist der Menschheit gegeben worden. Heilig ist diese Nacht gepriesen, denn das Heiligste ist geboren worden in dieser Welt. Aufblicken soll man zu diesem Heiligsten, das in dieser Heiligen Nacht geboren ist. Glauben muss man haben an das, was Gott in seinem Erbarmen und in seiner Liebe der Menschheit wieder gab. Er gab ihnen die Gelegenheit, heimzukehren, wieder einzutreten ins himmlische Reich, so wie es heisst: “Keiner kommt zum Vater ausser durch mich” (vgl. Joh. 14, 6).
Diese Worte müssen richtig verstanden werden, denn Christus ist gestorben für alle Menschen dieser Welt, ob Christen oder Nichtchristen. Jeder muss an ihm vorübergehen, um zum Vater zu kommen. Wenn man mit Jesus Christus verbunden ist, erhält man die Kraft; man kennt den Weg des Lebens, denn Probleme werden nicht mehr Probleme sein. Man erhält die Kraft, man findet den Weg des Lichtes, den man gehen darf, indem die Geister des Himmels den Menschen den Weg beleuchten, so wie dazumal jenen drei Weisen der Weg beleuchtet wurde, um den Erlöser, den König, zu finden. Ein Stern war es, der so leuchtete, dem sie nachgehen und so das Kindlein finden konnten.
Und auch heute vermag der Mensch dem Lichte nachzugehen. Es wird jedoch kein Stern in diesem Ausmass leuchten und dem einzelnen Menschen den Weg ins Leben zeigen – es ist das Licht, das vom Erlöser ausgeht. Es ist nicht sichtbar für das Auge des Menschen, aber sichtbar für den Menschengeist. Es ist ein Licht, das über alles strahlt, ein Licht, in dem man sich sonnen kann, in dem man gesunden darf. Denn wie viele sind krank an Leib und Seele. Viele sind einsam; viele trauern um ein Dahingegangenes und können den Kummer und den Schmerz nicht überwinden. Wenn man im tiefen Glauben ist, wenn man, verbunden mit der göttlichen Welt, unter jenem Lichte steht, dann ist der Weg beleuchtet. Wenn man am einen Ufer steht, kann man gewiss sein, dass am andern Ufer eben jene sind, die schon in die Gotteswelt vorangeeilt sind. So stehen jene vom andern Ufer genauso im Lichte, und es sollte doch zur Sehnsucht des Menschen werden, sich vereinen zu können. Man wird darüber nicht traurig sein, wenn eines vorangegangen ist. Das Vorangegangene ist ja dem Lichte noch näher, wenn es ein guter Mensch gewesen ist, und kann einem die Wohnung schmücken und bereiten.
Der Christ kennt doch seinen Weg im Leben – aber er kennt ihn nur dann, wenn er Christus wirklich als den Erlöser der Menschheit anerkennt und wenn er sich klar darüber ist, dass er von ihm Hilfe erwarten darf. Jeder Mensch bedarf des göttlichen Schutzes. Den besten und sichersten Schutz erhalten jene, die von der Gotteswelt geliebt werden, die der göttlichen Welt nahestehen. Sie werden besonders in Obhut genommen. Die Geister des Himmels zeigen ihre Dankbarkeit und geben so auch ihre Treue zum Ausdruck. Sie helfen mit, die Last des Menschen zu tragen. Sie wollen aber auch mit ihm gemeinsam seine Probleme lösen. Sie werden ihm Kraft und Erleuchtung geben. Der von der Gotteshand begleitete Mensch findet das Leben wunderbar. Er sieht in seinem Leben so viele Aufgaben, die zu erfüllen sind. Denn er kennt doch den Heilsplan, und er weiss, um was es geht auf dieser Welt, dass noch vieles zu ordnen, zu verbessern und zu erreichen ist. Er weiss, dass man durch dieses Erdenleben gehen muss, in dem man geprüft wird. Besteht man diese Prüfung, wird man auch dementsprechend seinen Platz einnehmen. Je mehr man für das Reich Gottes geleistet hat, umso grössere Ansprüche darf man haben. Denn die Gotteswelt belohnt das Gute zehnfach.
So soll man nun, wenn diese Botschaft vom Frieden der Welt ertönt, das Bündnis erneuern, das man zur heiligen Geisterwelt, zu Christus und zu Gott hat. In seinem Herzen soll man näher an sie herantreten; das Verlangen muss aus dem Innersten kommen, aus dem Herzen und der Seele. Innig muss die Verbundenheit werden. Denn jeder Mensch soll sich klar darüber werden, dass einst die Stunde an ihn kommen wird, wo er von dieser Welt Abschied nehmen muss. Wir möchten doch auch, dass dieser Tag, diese Nacht eine heilige Nacht, ein heiliger Tag genannt werden kann. Denn die Geister, die euch begleiten, die euch zum Schutz und Segen gegeben sind, kennen diesen Tag, kennen diese Nacht, und ihr selbst seid imstande, jene Stunde, jene Nacht, jenen Tag heilig zu gestalten. Heilig wird auch für euch der Tag oder die Nacht werden – heilig. Habt ihr in dieser heiligen Atmosphäre gelebt, nach der Lehre, nach dem Willen Gottes, so umgibt euch doch eine Spur dieser Heiligkeit. Denn eure Seele ringt – sie ringt nach den höchsten Stufen, sie will hinein in jene Heiligkeit. Der ganze Himmel ist eine Heiligkeit.
Der Mensch muss versuchen, sein Leben so zu gestalten, dass es auch für ihn eine heilige Nacht, einen besonders heiligen Tag geben kann, sodass diese Nacht, dieser Tag auch für die Angehörigen als solcher betrachtet werden kann und dies für den Betreffenden zum grossen Nutzen ist.
So sollt ihr wandern mit ihm.
Heilig ist diese Nacht – sie wird besungen von der Christenheit. Es ist die heiligste aller Nächte, denn der Heiland ist geboren. Friede den Menschen auf Erden. Friede soll kommen über die Menschheit. Wie weit aber ist noch dieser Friede entfernt ... Muss nicht im Kleinen erarbeitet werden, was im Grossen sich entfalten möchte? Ist es nicht der einzelne Mensch selbst, der das Seinige zu diesem Frieden, zu dieser weiteren Erlösung tun muss? Es geht doch vom einzelnen Menschen aus – dann kann gemeinsamer Friede sich entfalten. Aus dem Kleinen soll es kommen und wachsen, sodass es sich im Grossen entfalten kann. Dann darf doch jeder getrost an jene Stunde, an jenen Tag oder jene Nacht denken.
Würden die Menschen das Leben und seinen Sinn und Zweck ernster nehmen, würden sie sich ihrer Aufgaben bewusst – sie würden manches besser machen. Man muss immer vor Augen haben, dass ein Engel des Himmels in der letzten Stunde des Lebens kommen, sein Buch öffnen und sagen wird: “Du, sei willkommen im Reich des Vaters. Sei uns willkommen, denn du hast gebetet: ‘Dein Reich komme zu uns.’ Tritt nun ein in das Reich Gottes, denn es gehört auch dir.” Anders kann es klingen, wenn der Engel sagen muss: “Wir kennen dich nicht. Du hast vom Reiche Gottes nie etwas gesprochen – du hast nicht für das Reich Gottes gelebt. Wir können dir das Tor zum Reiche Gottes nicht auftun.” Das heisst, dass das Tor zum Reiche der Seligkeit für lange Zeit geschlossen bleibt. Sagte nicht Christus selbst, dass man einem solchen entgegnen könnte: “Ich kenne dich nicht” (Luk. 13, 25)? Denn wer Christus nicht zu Lebzeiten gekannt hat, kann nicht erwarten, dass, wenn er in die Jenseitswelt kommt, er gleich im Reich Christi Aufnahme findet und aufgenommen wird als ein Glied in der grossen Familie, die in Christus lebt, so wie Christus gesagt: “Ich bin das Haupt, ihr seid die Glieder” (vgl. Eph. 4, 15; 5, 30).
Wenn man dies abgestritten hat und nichts davon wissen wollte, ein Glied der Kirche Christi zu sein, kann man nicht erwarten, dass man in der andern Welt dies sein darf. Es ist das Geistesleben, das auch seine Ansprüche an den Menschen stellt – und für dieses geistige Leben muss man auch Zeit haben. Denn nur das geistige Leben bringt wahre Kraft, bringt den Segen, beleuchtet den Lebensweg. So muss man zu jeder Stunde bereit sein.
Nun, so soll euch diese Botschaft, wie sie in dieser Nacht verkündet wird, beglücken. Freut euch, wie dazumal die Hirten sich freuten, als die Engel ihnen verkündeten, dass grosses Heil der Menschheit widerfahren sei. Lebt in dieser Freude, und werdet euch eurer Pflicht bewusst, die ihr in diesem Erdenreich zu erfüllen habt. Werdet euch bewusst, dass ihr in eurem menschlichen Leben Gott und seine heilige Geisteswelt nicht vergessen dürft und dass ihr nach seinen, nach den göttlichen Gesetzen leben und so jeden Tag heilig gestalten sollt. Denn Wunderbares ist der Menschheit durch die Erlösung gegeben, und jeder tue das Seine, um in diese Herrlichkeit des Himmels einzukehren, um zu Christus geführt zu werden und in der göttlichen Welt zu leben, ohne Bedrängnis, voller Freude.
Zu seinem Gedenken seid ihr doch hierhergekommen. Zu seinen Ehren wollt ihr dieses Liebesmahl einnehmen. Es ist ein Zeichen der Verbundenheit zum Erlöser. Denn so gebt ihr zum Ausdruck: “Wir gehören zu Dir. Wir sind verbunden mit Dir.” Im Weiteren möchtet ihr auch euer Verlangen zum Ausdruck bringen: “Führet uns alle an der göttlichen Hand. Führet uns alle durch die Geister Gottes.” Ihr möchtet sicher und gewiss sein, behütet zu sein vor Gefahren und vor Not. Die heiligen Geister des Himmels, die im Namen ihres Königs ausgehen, nehmen euch die Hände und falten sie mit euch zum Gebet. Denn auch ich muss euch immer wieder an Christi Worte erinnern: “Mein Vater und ich möchten bei euch Wohnung nehmen” (Joh. 14, 23). Was bedeuten diese Worte für eure Begriffe, für euer Verständnis? Es bedeutet: Geister Gottes, Engel Gottes, die im Namen ihres Königs ausgehen, erfüllen seinen heiligsten Willen. Sie gehen in seinem Namen zu euch und führen euch.
Wenn man sich zu einem solchen Liebesmahl versammelt, möchte man auch, dass in der Seele Ordnung ist. Wie vieles wird im Eifer falsch gemacht. In der Stunde der Besinnung, des In-sich-Kehrens, erkennt man, was man falsch gemacht hat. Ehe man an den Altar schreitet, soll man zuerst hingehen und Ordnung machen, wo es notwendig wird, damit man in der Seele so rein wie nur möglich ist. Darum empfehlen wir euch: Denkt über alles nach, was ihr in eurem Leben falsch gemacht, was ihr andern an Unrecht getan habt. Vergebt euren Schuldnern. Denn wenn du vergibst, wird auch dir vergeben. “Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben” (Mat. 6, 12). So musst du vergeben, dann wird auch dir vergeben. Gib du aus deinem ganzen Herzen Liebe und Güte, dann wirst auch du Liebe und Güte empfangen dürfen.
So bitte ich nun, dass Musik gespielt wird, damit ihr etwas Zeit habt, in eurer Seele Ordnung zu machen.
Vater im Himmel, die Deinen flehen Dich an, dass Du ihnen ihre Schuld vergeben mögest. Herr, schenke ihnen allen Deine Gnade, Deine Liebe und Barmherzigkeit. Denn sie rufen Dir zu: Heilig, heilig, heilig bist Du in alle Ewigkeit. Amen.
Himmlischer Vater, wir alle flehen Dich an: Segne diesen Wein hier, denn er ist das Sinnbild vom Blute Jesu Christi, das am Kreuz geflossen ist zur Erlösung der Menschheit. Herr, segne diesen Wein, und lass ihn jedem zum Heil gereichen, der davon nimmt. Herr, segne diesen Wein.
Vater im Himmel, wir flehen Dich an: Segne dieses Brot hier. Es ist das Sinnbild vom Leibe Jesu Christi, der am Kreuz gestorben ist zur Erlösung der Menschheit. Herr, segne dieses Brot, und lass es auch jedem zum Heile werden, der davon nimmt.
So bitte ich euch, erhebet euch, nehmet, esset und trinket davon.
Himmlischer Vater, die Deinen danken Dir für Deine Gnade und den Segen, den Du ihnen gegeben hast. Und sie bitten Dich, wende Dich nicht ab von ihnen, und behüte und beschütze sie. Gelobt und gepriesen seist Du in alle Ewigkeit. Amen.
Liebe Geschwister, tretet hinaus in diese Heilige Nacht, und kehret heim. Seid fröhlich, und danket Gott für die Botschaft, die nun verkündet wird: “Friede den Menschen auf Erden.” So wird euch euer Geist begleiten, der im Namen Christi ausgegangen ist. Er wird euch behüten und führen. Gott zum Gruss.
Vortrag von Geistlehrer Josef vom 24.12.1964 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im Saal an der Münchhaldenstrasse, Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)