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Den Kontakt von Seele zu Seele finden – Unter dem Einfluss von guten und von schlechten Freunden – Wie eine im Jenseits geschlossene Freundschaft ihre Fortsetzung auf Erden findet
Cover der Zeitschrift Geistige Welt, Heft 3/2019 zum Thema Segen der Freundschaft
Geistige Welt 3/2019
Segen der Freundschaft
Beschreibung

Freundschaften spielen im Leben des Menschen eine bedeutende Rolle, denn Freunde üben in unterschiedlicher Weise ihren Einfluss auf den andern aus – sowohl im Guten wie im Schlechten. Dadurch können sie auch einen Anteil daran haben, ob ein Mensch seine Aufgaben und Prüfungen im Leben erfüllt oder nicht. Es gibt Freunde, mit denen man sich innerlich sehr stark verbunden fühlt. Dieses Gefühl der seelischen Vertrautheit kommt oft nicht von ungefähr. Es besteht die Möglichkeit, dass die Wurzeln der Freundschaft in die geistige Vergangenheit zurückreichen. In einem Vortrag dieses Themenhefts gibt Geistlehrer Josef ein Beispiel einer solchen Freundschaft. Er berichtet vom innigen Verhältnis dreier aufsteigender Geistwesen, die miteinander planen, sich im neuen Erdenleben wieder zu begegnen und gemeinsam ein besonderes Werk zu erfüllen. Trotz Versuchungen und Hindernissen finden sie in ihrem menschlichen Leben wieder zusammen, denn eine besondere Segenskraft floss durch das Band ihrer Freundschaft.

Themenheft 3/2019: Segen der Freundschaft

Inhalt
Den Kontakt von Seele zu Seele finden

Josef, 4. Januar 1964

Den Kontakt von Seele zu Seele finden

Auf allen Stufen des Aufstiegs werden Freundschaften geschlossen. Auf diese Weise kommt man einander nahe und kann gegenseitige Hilfe und Stütze erfahren. Von besonderem Vorteil ist es, ein höherstehendes himmlisches Geistwesen als Freund zu gewinnen.

Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, für euch hat ein neues Jahr begonnen, und ihr werdet euch fragen, was es wohl bringen mag. Es wird wieder so werden, dass es dem einen angenehme Überraschungen und Freude bringt und dem andern Unangenehmes, viel Kummer und Leid.

Nun, liebe Geschwister, Kummer und Sorgen können überwunden werden, wenn man einen festen Glauben hat, wenn man wirklich glaubt, dass man in dieser Welt der Vergänglichkeit für eine unvergängliche Welt leben muss. Von dieser unvergänglichen Welt hat Christus Zeugnis gegeben. Gott hat die Menschenkinder weit von sich weggesandt, und in dieser Gottferne sollen sie den Glauben an ihn behalten.

Liebe Geschwister, von uns aus gesehen ist es sehr wichtig, dass der Mensch immer vorbereitet ist auf das ewige Leben; dann braucht er keine Angst zu haben vor der letzten Stunde. Wir bemühen uns immer wieder, den Menschen Einblick zu geben in die jenseitige Welt, die so viele nicht wahrhaben wollen. Wir legen auch Zeugnis ab von ihr, denn es geht darum, dass der Mensch zur festen Erkenntnis und Überzeugung gelangt: Man lebt nach dem irdischen Tode weiter; der himmlische Vater lebt in seiner Herrlichkeit, und Jesus Christus gab Zeugnis von dieser Herrlichkeit und von der Lebendigkeit des göttlichen Reiches, und jeder kann daran teilhaben, der sich zu ihm bekennt und ihm nachlebt. Wir wollen den Menschen auch verständlich machen, dass es verschiedene Entwicklungsstufen gibt, dass jeder nach seinen Verdiensten seine Stellung und seinen Platz im geistigen Reiche einnimmt. Wären die Menschen von diesem Glauben durchdrungen, wäre es in dieser Welt um vieles besser bestellt. So versuche ich auch in diesem Jahre wieder eure Erkenntnisse über die Gesetze Gottes und dieses andere Reich zu erweitern. Ihr könnt aus allen diesen Erklärungen nur Vorteile gewinnen für euer Leben, das ihr danach einrichten könnt.

Nun, meine lieben Geschwister, unter den Menschen werden viele Freundschaften geschlossen; Freundschaften werden aber auch in den jenseitigen Aufstiegsstufen geschlossen. Es ist sehr vorteilhaft, wenn aufsteigende Geistgeschwister mit höherstehenden himmlischen Wesen Freundschaft schliessen, die näher bei Gott sind. Wer im Jenseits einen solchen Freund besitzt, weiss, dass er auf ihn zählen darf, dass dieser ihm beisteht und auch die Möglichkeit besitzt, ihm zu helfen, weil er Gott nähersteht.

Freundschaften können also in allen Sphären des Aufstiegs geschlossen werden, von den niederen bis zu den höheren. Aber dies hängt auch von der Entwicklung des Einzelnen ab – es liegt an seiner Wesensart, ob er eine Freundschaft wünscht, ob er umgänglich ist oder ein Einzelgänger. Denn auch in jenseitigen Aufstiegsstufen gibt es sehr oft solche Einzelgänger. Aber wie auf Erden ist es auch in der Gotteswelt nicht richtig, als Einzelgänger zu leben; sondern man soll sich der grossen Familie anschliessen und einander dienen. Aber jeder braucht seine Zeit, um zu dieser notwendigen Erkenntnis zu gelangen, und es kann und wird niemand gezwungen werden, eine solche Freundschaft einzugehen. Beim einen und andern liegt es aber in seinem Verlangen, eine Freundschaft mit einem höheren Wesen zu haben.

So möchte ich euch ein Beispiel einer solchen Freundschaft schildern, und zwar von einer Freundschaft zwischen einem weiblichen Wesen und einem Engel Gottes, der es in der Zeit seiner Läuterung betreut hatte. Dieses weibliche Wesen erhielt von diesem Engel Gottes regelmässig Besuch und immer wieder Trost, und nach und nach entstand durch diese Besuche und Bindung eine wirkliche Freundschaft. Das Wesen bat, der Engel möge sich doch stets um es kümmern, auch nachdem er es aus seiner Bedrängnis heraus in eine bessere und höhere Welt hineingeführt hatte. Doch damit sollte die Aufgabe des Engels an diesem Wesen abgeschlossen sein, es sollte fortan andern Geistern Gottes anvertraut werden. Aber zwischen den beiden hatte sich bereits eine Freundschaft entwickelt, und so besuchte der Engel Gottes seinen Schützling auch weiterhin noch dann und wann.

Dieses Wesen durfte jetzt in einer angenehmen Umgebung eine schönere Aufgabe erfüllen als in der Zeit der Bedrängnis, und es war ihm stets eine grosse Freude, wenn der Engel wieder zu ihm kam. Damit ihr meiner Erzählung besser folgen könnt, möchte ich gleich beifügen, dass sich der Engel Gottes dem Wesen mit seinem Namen vorgestellt hatte. Er sagte ihm: “Nenne du mich Esther. Ich habe Freundschaft mit dir geschlossen, und so werde ich dich immer wieder besuchen.”

Es war für das aufsteigende Wesen eine grosse Freude, dass ihm diese Freundschaft zuteilgeworden war. Ein Gefühl von Sicherheit erfüllte es im Bewusstsein, jetzt eine innige Freundschaft mit einem Engel zu haben, auch wenn Esther, wie der Engel sich nannte, jetzt nicht mehr immer bei ihm sein konnte und es den Anordnungen anderer höherer Geschwister Folge zu leisten hatte. Der Engel Esther kam aber immer wieder von Zeit zu Zeit zu dieser Seele auf Besuch, brachte ihr Nachrichten von der Erde und von ihren Angehörigen, die sie hatte zurücklassen müssen. Esther unterrichtete sie auch darüber, wenn dieses oder jenes recht bald in die Geisteswelt einkehren würde. Sie sagte ihr auch, wie und wann sie sich für den Empfang ihrer Angehörigen vorbereiten müsse. Das durfte diese göttliche Schwester für sie tun. Inzwischen vollzog sich ihre Weiterentwicklung und ihr Aufstieg sehr rasch, denn sie gehorchte den göttlichen Anordnungen. Sie war sehr eifrig und hatte der göttlichen Welt zur Zufriedenheit gedient.

Ich möchte nun einen weiten Sprung vorwärts machen und euch von der Zukunft dieser weiblichen Seele erzählen. Nach einer langen Zeit kam der Moment, da man ihr eröffnete, es sei auch für sie notwendig, wieder in ein Erdenleben zu treten – wenn sie in diesem neuen menschlichen Leben ihre Aufgaben besser als im letzten erfülle, könnte sie einen grossen Schritt nach oben tun. Man sagte ihr, sie hätte im menschlichen Leben viel mehr Möglichkeiten, sich noch schneller aufwärtszuentwickeln. Also wollte man sie für dieses neue Erdenleben vorbereiten.

Nun hatte auch der Engel Esther von dieser Neuerung gehört. Esther besprach sich hierauf mit ihrem einstigen Schützling und sagte: “Wenn es dereinst so weit sein wird und du wieder im menschlichen Kleide geboren wirst, dann werde ich dich auch wieder besuchen und dir wenn nötig zur Seite stehen. Ich werde es tun dürfen, wenn auch nicht von allem Anfang an, wenn du noch ein Kleinkind sein wirst. Ich werde mich aber erkundigen, ob ich eine zusätzliche Aufgabe an dir erfüllen darf.” Damit wollte sie sagen, dass sie sich dafür zuerst noch an über ihr stehende Geschwister wenden musste. Und so erfuhr sie auch gleich den künftigen Lebensplan ihrer früheren Schutzbefohlenen. Esther betrachtete alle Schicksalsstationen ihres künftigen Erdenlebens, die bereits gezeichnet waren; denn als Freundin wollte und durfte sie ihr in Zeiten der Not beistehen und nach bester Möglichkeit auf sie einwirken.

Dann – nach menschlicher Berechnung nach vielen Jahrzehnten – war es so weit, dass diese Seele wieder als Menschenkind das Licht der Welt erblickte. Die himmlische Schwester Esther hatte ihre Augen auf ihre einstige Schutzbefohlene gerichtet, aber noch war ihre Zeit nicht gekommen, dem Kinde als Schutzgeist zur Seite zu stehen. Ein anderer Geist Gottes hatte die übliche Aufgabe als Schutzengel übernommen, aber Esther sollte dann zusätzlich kommen dürfen und das Kind zu lenken versuchen. Bis das Kind drei Jahre alt war, musste Esther warten; dann durfte sie ihm zur Seite stehen, doch wurde der bisherige Schutzgeist des Kindes nicht abberufen, denn sie kam als Freundin zu dem Kinde. Zwar konnte sie dieses noch nicht lenken, wie sie wollte, und der das Kind beaufsichtigende Schutzengel genügte vollauf. Dennoch nahm sie ihren Platz bei ihm ein, sobald es geschehen durfte. Denn sie wollte ja diese enge Verbindung von früh an zustande bringen und versuchen, etwas von ihrer reinen Wesensart auf das Kind zu übertragen. Nachts oder immer, wenn das Kindlein schlief und sein Körper ruhte, nahm Esther die Verbindung mit seinem Geist auf. Sie konnte mit ihm reden; sie führte kindliche Gespräche mit ihm, mahnte es auch und tadelte es manchmal sogar, wenn es am Tage nicht gehorcht und etwas Falsches getan hatte. Solche Ermahnungen eines göttlichen Geistes haben eine grössere Wirkung als mahnende Worte von Eltern, denn sie sind eindringlicher; und so konnte der Geist des Kindes erfasst werden.

Nun versuchte dieses Engelwesen Esther dem Kinde auch Freude zu bereiten. Sie wollte erreichen, dass das Kind von früh an eine Bindung zu ihr und zur Engelswelt herausfühlte. Sie versuchte dem Kind dessen Puppe, mit der es sich immer zu Bette begab, fest in die Arme zu legen. Und wenn das Kind eingeschlafen war, sprach sie zum Geist des Kindes: “Nenne deine Puppe, wie ich heisse. Ich heisse Esther, und diese Puppe nennst du von jetzt an auch Esther.” Diese Worte wurden dem Kind bewusst, als es am Morgen erwachte, und es erklärte darauf der Mutter, dass seine Puppe jetzt Esther heisse. Die Mutter hatte ja keine Ahnung davon, in welchem Zusammenhang dies geschah und wie ihr Kind dazu kam, die Puppe so zu benennen. Sie dachte auch nicht darüber nach, und so hiess die Puppe von da an Esther. Das Kind aber hatte eine besondere Freude an diesem Namen, und es bedauerte später, dass es selbst nicht diesen Namen tragen durfte.

In dieser Weise ging die Unterhaltung zwischen Esther und dem Kinde weiter, solange es noch klein war. Dann aber wurde dem Engelwesen von höherer Seite bedeutet, dass es seinen Schützling für einige Zeit nicht mehr besuchen dürfe. Es könne erst dann wieder zu ihm gehen, wenn das Kind zur eigenen Verantwortung herangewachsen sein werde. Dann aber dürfe Esther voll und ganz den Platz bei ihm einnehmen, was zugleich heisse, dass der jetzige Schutzgeist dann abberufen werde, um ihr die hauptsächliche Obhut über den heranwachsenden Menschen zu überlassen.

Esther hatte aber schon vorher darüber Bescheid gewusst, dass man sie vorerst für eine bestimmte Zeit abberufen werde, denn es war ja nicht die erste Freundschaft, die sie pflegte. Sie hatte ja auch anderswo ihre grossen Aufgaben, die auf sie warteten. Es war ganz weise und richtig, dass sie sich vorerst von einem Schutzgeist, ebenfalls einer erhabenen Schwester, vertreten liess. Und so erfüllte Esther während dieser Zeit viele andere grosse Aufgaben; denn sie musste weiterhin jenen Trost spenden, die in der Bedrängnis waren, und sogar oft bei ihnen verweilen. Das sage und erkläre ich euch, damit ihr erkennen könnt, dass auch den Engeln Gottes Aufgaben übertragen sind und auch sie sich an eine Ordnung zu halten haben; auch sie müssen den Anordnungen ihrer noch höheren Geschwister nachkommen.

Nun möchte ich in meiner Schilderung wieder einen weiten Sprung nach vorne machen. Als dann dieses Menschenkind so alt geworden war, dass man ihm die Selbstständigkeit zumuten und sie von ihm erwarten konnte, da durfte Esther ihren festen Platz als Schutzengel bei diesem Mädchen einnehmen. Das ist aber nicht so zu verstehen, dass ein Geist Gottes dann unablässig seinen Schützling beobachtet und bei ihm bleibt. Es ist vielmehr so, dass er ihn zeitweise auch wieder verlassen kann und auch verlassen muss, weil der Mensch auch aus eigener Kraft handeln muss. Aber der Schutzgeist wird als anvertrauter Begleiter wieder zu ihm zurückkehren.

So musste auch Esther dann und wann ihren Platz bei dem Mädchen wieder freigeben. Aber solange sie jeweils bei ihm war, versuchte sie auf manche Art und Weise von ihrem Wesen auf das Menschenkind zu übertragen, um es so mit gehobenen, göttlichen Gefühlen zu erfüllen. Denn jetzt konnte diese Freundschaft ihre beste Auswirkung haben. Jetzt, da ihre Schutzbefohlene ein erwachsener Mensch geworden war, konnte das Engelwesen Esther wieder mit dem Geiste des Menschen sprechen, wenn der Körper ruhte. Jetzt, da ganz andere Aufgaben an diese Schwester gestellt wurden, ging es darum, die Schicksalsstationen, die für sie gezeichnet waren, genau zu beachten und alles zum Bessern zu führen.

Jeder Mensch hat es mit Versuchungen zu tun. Es kommt dabei auf die innere Kraft an, ob man fähig ist, ihnen zu widerstehen. Wenn aber die Entwicklung des einzelnen fortgeschritten ist, vermag er den Versuchungen eben besser auszuweichen. Und in unserem Fall hatte die in der Himmelswelt geschlossene Freundschaft mit diesem Engelwesen dazu verholfen, dass dieses Menschenkind die Kraft hatte, viel Unangenehmes zu überwinden. Aber die göttliche Welt war ja mit dem vorhergehenden Erdenleben nicht in allen Teilen zufrieden. Es wurden damals so viele Fehler gemacht, und deshalb wurden die Schicksalsstationen für das neue Leben gezeichnet. Aber da konnte dieser himmlische Geist Esther den gegebenen Möglichkeiten entsprechend eingreifen, indem sie, wenn der äussere Mensch ruhte, mit ganzer Kraft auf den Geist der Schutzbefohlenen einwirkte. Diese Schwester erkannte denn auch bald, dass sie jeweils dann die besten Erfolge hatte, wenn sie alles, was ihr das Leben zuspielte, gut überdachte. Sie pflegte immer zu sagen, sie möchte etwas mehr Zeit haben, um über alle Dinge und Probleme nachzudenken, ehe sie etwas ausführe. Und weil sie zu diesem Entschluss gekommen war, war es dem Engel Gottes möglich, seinen Einfluss geltend zu machen und die Angelegenheiten der Schutzbefohlenen zum Guten zu wenden.

Das Gute an dieser Freundschaft war, dass sich der Engel in das menschliche Leben seines Schützlings hineinspielen konnte. Es kam eine richtige Verbindung zustande, da es sich ja zugleich um ein frommes Menschenkind handelte, das sich nach Gottes Geboten richtete und im wahren Sinne ein frommes Leben führte. Wenn es so ist, vermag ein Geist Gottes seine Aufgabe an einem Menschen viel besser zu erfüllen. Denn diese Schutzbefohlene betete ja auch um göttliche Unterstützung, um den Versuchungen nicht zu erliegen. Kamen dann solche Anfechtungen, so war auch ihre göttliche Schwester Esther da und half ihr, und so konnte sie bis ans Ende ihrer Tage ein Gott wohlgefälliges Leben führen. Der Engel Esther aber hatte einen grossen Anteil an ihrem dadurch gemachten Fortschritt.

Als es dann so weit war, dass diese Menschenseele von dieser Welt abtreten musste, war auch Esther wieder zu ihrer Begrüssung zugegen. Die heimgekehrte Seele erkannte ihre himmlische Freundin sogleich, denn im Geiste hatten sie sich ja immer unterhalten. Gross war die Freude beidseitig, dass in diesem Erdenleben so viel erreicht wurde. So hatte die himmlische Freundschaft diesem Wesen die bestmöglichen Voraussetzungen geschaffen, um in der geistigen Welt einen weiten Schritt nach oben zu machen.

Liebe Geschwister, ich habe euch dieses erklärt, damit ihr erkennen könnt, dass die jenseitige Welt wirklich einen grossen Einfluss haben kann auf den Menschen. Aber ihr sollt nicht annehmen, dass dies bei einem jeden Menschen auf solche Art und Weise möglich wäre. Ich möchte euch vor Augen führen, dass es unter den Heimgekehrten auch Einzelgänger gibt, die keine Freundschaft wünschen, weder mit ihresgleichen noch mit einem Engel Gottes. Manche mögen eine falsche Bescheidenheit haben und glauben, dass sie einer Freundschaft mit einem Engel Gottes nicht würdig wären. Andere sind mit sich selbst nicht einig und noch so unzufrieden wie im Erdenleben. In diesem Zustand wollen sie keine Freundschaft, auch nicht mit einem Engel Gottes. So werden sie zu Einzelgängern im Jenseits. Das liegt eben in ihrer Entwicklung, sie stehen in diesem Punkte noch zurück. Ihre Anschauung ist falsch. Es geht dann eine lange Zeit, bis sie zu besserer Erkenntnis gelangen.

Wenn ich euch heute sage, wie wichtig solche Freundschaften im geistigen Reiche sind, so sollt ihr darin einen Vorteil für euch erblicken; denn ihr sollt in eurem Innersten den Wunsch nach solchen Freundschaften aufrechterhalten, auch hier auf Erden. Denn wer sich als Mensch hier auf Erden vom andern abwendet und als Einzelgänger durchs Leben geht, der eignet sich auch in der geistigen Welt nicht dafür, mit andern in eine Freundschaft zu kommen; er wird es auch in der Jenseitswelt nicht können. Darum gilt es, in dieser Welt schon Freundschaften anzubahnen. Man muss aber mehr dafür tun, als nur den Wunsch dazu zu haben. Man muss versuchen, von innen heraus eine Beziehung zu andern zu schaffen. Da darf man beim andern aber nicht zuerst die Mängel suchen und, wenn man solche Fehler sieht, sich gleich von ihm abwenden. Man gewinnt nur selbst wieder, wenn man sich Mühe gibt, einem andern etwas zu sein, sodass der andere sich wünscht, die dargebotene Freundschaft anzunehmen, weil sie auch ihm zu seinem Heile ist. Selbstverständlich ist damit gemeint, dass nur solche Menschen miteinander Freundschaft schliessen sollen, die sich in geistiger Hinsicht verstehen, die einander eben näherkommen können. Man muss darunter nicht eine Freundschaft zu irgendeinem fremden Menschen verstehen, zu dem man keine Beziehung haben kann. Man muss den Kontakt von Seele zu Seele finden und dem andern etwas sein in dieser Welt. Wer das kann, der wird bestimmt auch in der göttlichen Welt in der Lage sein, eine Freundschaft anzuknüpfen, vielleicht mit einem ganz hohen Engel Gottes. Denn selbst die Engel Gottes in den höchsten Höhen sind nicht zu stolz, eine Freundschaft zu haben mit Geschwistern, die noch im Aufstieg begriffen sind. Sie sind bereit, hinunterzusteigen und dem andern die Hand zu bieten, wenn es zu seinem Vorteil ist. Und so soll es auch bei euch Menschen sein: Auch ihr sollt andern die Hand bieten, wenn es für euch und andere zum Vorteil werden kann.

So, liebe Geschwister, gab ich euch diese Stunde wiederum Einsicht in die göttliche Welt und ihre Gesetze. Nun möge der Segen Gottes euch begleiten auf allen euren Wegen. Möget ihr alle gesunden an Leib und Seele. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrer Josef vom 4.1.1964 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Erstveröffentlichung in der Zeitschrift “Geistige Welt”)

Unter dem Einfluss von guten und von schlechten Freunden

Josef, 20. November 1965

Unter dem Einfluss von guten und von schlechten Freunden

Im Laufe des Lebens wird jeder Mensch auf unterschiedliche Weise von andern beeinflusst. In diesem Vortrag berichtet Geistlehrer Josef von einem willensschwachen Mann, dem der ungünstige Einfluss eines Freundes zum Schaden gereichte. Dank einem alten geistigen Freund aus der Zeit einstigen Glücks und dank dem Einfluss einer guten Ehefrau gelingt es in einem neuen Erdenleben, diesen willensschwachen Menschen so zu stärken, dass er die innere Kraft aufbringt, sich für das Richtige zu entscheiden.

Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, das Denken und Wollen des Menschen ist für seinen ganzen Aufstieg sehr bedeutungsvoll. Es gibt willensstarke, energiegeladene Menschen, es gibt aber auch willensschwache, gehemmte Menschen. Es gibt Menschen, die geben andern ein gutes Beispiel, und das ist sehr verdienstvoll. Was nämlich der Mensch denkt und will, ist für ihn so bedeutend. Denn die geistige Welt erkennt das Denken des Menschen, und sein Denken wird fortwährend aufgezeichnet – nichts geht verloren.

Es gibt Menschen, die einen starken Einfluss auf einen andern haben. Das kann für diesen Betreffenden im einen Fall zum Guten sein; in einem andern Fall aber kann es ihm auch zum Schaden werden, wenn er zu sehr unter dem Einfluss eines andern steht.

So will ich euch von zwei Freunden erzählen, von ihrem Leben im Diesseits und von den Auswirkungen des menschlichen Lebens, des Denkens und Wollens in der jenseitigen Welt. Da waren zwei Freunde – der eine von ihnen war willensstark, energiegeladen, und der andere war willensschwach und voller Hemmungen. Dieser Willensschwache ahmte nun seinen Freund nach, er wollte ihm alles gleichtun – er blickte zu ihm auf. Doch der willensstarke Freund hatte einen ungünstigen Einfluss auf ihn, denn er führte kein gutes Leben. Und so belastete sich auch sein willensschwacher Freund, der unter seinem Einfluss stand.

Nun machen wir einen grossen Schritt in die geistige Welt hinein. Dort trat zuerst dieser Schwache ein, und man überschüttete ihn mit Vorwürfen. Man erklärte ihm, er hätte sich anstrengen müssen, selber zu denken. Wenn man willensschwach sei, könne man sich doch stärken in seinem Willen. Das könne man aber nur, wenn man die Gerechtigkeit erkenne und immer aus der Gerechtigkeit heraus wirke. So erklärte man es ihm. Nun trat aber ein Geist Gottes zu ihm hin, der sehr barmherzig war mit ihm, der ihn als alten Freund begrüsste. Er schloss sich aber den Vorwürfen der hohen Geisteswelt an und erklärte ihm, dass er nun durch den Weg der Läuterung gehen müsse. In dieser Läuterung müsse er versuchen, diese Schuld, die er auf sich geladen hätte, abzutragen. Er – also dieser dazugekommene gute Geist Gottes – würde sich besonders um ihn bemühen und ihn in seiner Läuterungszeit trösten und führen.

In dieser Läuterung musste gearbeitet werden, und man wurde unterrichtet über die Gesetze Gottes, über seinen heiligen Willen. In diesem speziellen Falle belehrte dieser gute Engel Gottes seinen Freund noch zusätzlich, denn es lag ihm daran, dieses Wesen für die Zukunft willensstark zu machen, denn seine Willensschwäche hatte es ja mit in die jenseitige Welt genommen. Und so bemühte sich dieser Geist Gottes, diesen Heimgekommenen noch besonders zu unterrichten. Durch diese zusätzlichen Belehrungen wollte er den Willen seines Schützlings stärken. Er erklärte ihm, er werde auch dafür besorgt sein, dass sein Aufenthalt in der Jenseitswelt gekürzt werde und er schneller wieder für eine neue Menschwerdung vorbereitet werde. Durch diese speziellen Bemühungen glaubte dieser Geist Gottes, es würde möglich werden, diesem Wesen die notwendige Kraft zu geben und ihm durch eine schnellere Wiedereinverleibung einen Dienst zu erweisen, damit es schneller aufsteigen könnte.

Dieses Wesen musste nun durch die Läuterung gehen, aber sein geistiger Lehrer – so möchten wir ihn nennen – erzählte ihm von den höheren Himmeln, die offen wären für ihn, wenn er nach einem geglückten Erdenleben zurückkäme. Es würde eine höhere Stufe sein, die er dann einnehmen könnte, und auch seine Tätigkeit dort würde ihn ganz besonders beglücken.

Die besondere Zuneigung und Bindung dieses Gottesgeistes zu diesem Heimgekehrten hatte eine tiefere Ursache. Denn einstmals, in der Zeit des höchsten Glücks, waren sie beide Freunde gewesen. Der Geist Gottes war damals [beim Abfall] im Himmel geblieben, er blieb Gott treu, während sein Freund sich den andern angeschlossen hatte. So hatte dieser treue Geist Gottes sich von seinem geliebten Freunde abwenden müssen. Er nahm sich aber vor, das Seinige für die Beschleunigung seines Aufstiegs zu leisten, denn es stand ihm vor Augen, was sein König und Meister für alle Gefallenen getan hatte. So wollte er versuchen, im Kleinen für seinen Freund zu wirken.

Der Heimgekehrte hatte keine Ahnung von dieser einstigen innigen Bindung, und dieses Himmelswesen hatte auch nicht die Absicht, es ihm zu offenbaren; sondern es erzählte ihm einfach von dem Himmel, den er nach einem geglückten Menschenleben betreten könnte. Aber nun kam es ja darauf an, ob dieses zukünftige Menschenleben erfolgreich sein würde.

Der Geist Gottes erzählte seinem Freund, dass in jenen Himmeln grosse Künstler am Werke sind und er dann jenen Künstlern vorerst einmal Handlangerdienst leisten könnte. Später könnte dann aber die Aussicht vorhanden sein, dass er sich selber zum Künstler emporarbeite. Und auf die Frage seines Schützlings, was denn in jenen hohen Himmeln gearbeitet werde, erzählte er ihm: “Diese grossen Künstler halten alles Geschehen auf dieser Erde seit Beginn des menschlichen Lebens fest; sie zeichnen alles in wunderbarer Art und Weise. Es ist wie ein Museum, wo man Kunstgegenstände und das Kunstvolle bewundern kann. In diesen hohen Himmeln sind grosse Künstler versammelt; sie halten alles Geschehen dieser Erde im Bilde fest. An diesem Werk sind heilige Geister des Himmels beteiligt – es sind aufsteigende Wesen, die eine schöne Stufe eingenommen haben, und es sind hohe Geister, die aus freiem Willen hinuntergestiegen sind, um mitzuhelfen an diesem Werk.” Und so erzählte dieser Gottesgeist so viel Interessantes und wollte dadurch seinen Schützling anspornen. Dieser wurde nun immer neugieriger und wollte wissen, wie weit denn diese Zeichnungen schon gediehen sind. Und der Engel versuchte es ihm zu erklären.

Er sagte ihm auch, dass er jenen Künstlern zuerst Diener sein werde, dass er später aber, wenn er die Prüfungen bestanden hätte, selber als Künstler arbeiten dürfe – es sei doch ihnen beiden daran gelegen, dass er etwas Wertvolles, Beglückendes arbeiten dürfe. Denn da, wo er jetzt in der Läuterung war, gefiel ihm das Arbeiten nicht. Es war ein bedrängtes und schweres Schaffen; er musste aber die Befehle, die gegeben wurden, ausführen, er musste diese Anforderungen erfüllen. Wenn er jeweils aber eine solche Unterhaltung mit diesem Geistesfreund erlebt hatte, ging er wieder beglückt und voller Mut und Schaffensfreude an seine Arbeit, und er hatte wahrhaftig das Verlangen, diese Stätte möglichst rasch verlassen zu dürfen, um in die neue Prüfung hineinzuschreiten. Denn sein geistiger Freund versprach ihm, ihn in seinem nächsten menschlichen Leben zu unterstützen, ihm beizustehen, so es in seiner Möglichkeit sein werde.

Der geistige Freund erklärte ihm aber auch: “Du musst in deinem Erdenleben den Willen besitzen, das Gute zu fördern. Du musst einen starken Willen haben und Recht von Unrecht unterscheiden. Wenn du willens bist, das Recht zu erkennen, dann habe ich Möglichkeiten, dich im Denken zu unterstützen. Auf diesem Weg kann ich dich in deinem Aufstieg führen. Ich kann dich aber nur führen, wenn du so lebst, wie es im Willen Gottes ist, wenn du dich nach den Gesetzen Gottes ausrichtest.” Und der Engelfreund erklärte ihm auch, es sei im menschlichen Leben nicht leicht, genau den Willen Gottes herauszufinden, die göttlichen Gesetze in allen Einzelheiten zu erfassen: “Um im menschlichen Leben das Rechte zu erkennen, bedarf es in der Geisteswelt einer grossen Belehrung. Die Seele muss von diesen Belehrungen erfasst werden; diese dürfen nicht nur oberflächlich in den Geist hineingehen, sein Denken nur oberflächlich erfassen, sondern seine ganze Seele muss von dieser Erkenntnis gestärkt werden. Nur dann, wenn es die Tiefe der Seele erfasst, kann es möglich sein, dass es im menschlichen Leben zum Ausdruck kommt. Denn wenn der Geist einverleibt ist, muss sich diese Erkenntnis durch viele Widerstände herausschaffen.”

“Es werden viele Menschen um dich sein”, fuhr dieses göttliche Wesen fort, “sie werden dir Ratschläge geben und behaupten, dieses oder jenes wäre der richtige Weg, und du wirst von ihnen beeinflusst werden. Auch vom Glanz der Welt wird das irdische Auge erfasst werden. Das sind diese Widerstände, die jedem Menschen geboten werden. Durch diese Widerstände muss man sich hindurchschaffen, man muss sie beseitigen. Das ist aber nur möglich, wenn eine innere Kraft vorhanden ist und wenn eine höhere Erkenntnis in der Seele schlummert. Wenn durch diese innere geistige Kraft diese höhere Erkenntnis herausdringen kann, wird man den Weg betreten, auf dem man den Willen Gottes erfassen kann. Doch es wird einem Menschen niemals möglich sein, den Willen des Schöpfers in allen Einzelheiten kennenzulernen – einzelne Punkte, Ausschnitte aus den geistigen Gesetzen und aus dem Willen Gottes wird er wohl kennenlernen. Und die hohe Geisteswelt wird auch zufrieden sein, wenn er mit einigen Ausschnitten aus dem Gesetz und dem Willen Gottes zurechtkommt.”

Und weiter fuhr dieser Geist Gottes fort: “Die innere Haltung eines Menschen ist bedeutsam für seinen ganzen Aufstieg. Von innen heraus zeigt er, ob aus seiner Seele eine Güte herauskommt oder ob er nur von Verneinung, von Boshaftigkeit erfüllt ist. Wenn dieses der Fall ist, kann er keine Verdienste verzeichnen, und so muss er in einem neuen Erdenleben wieder in dieselben Verhältnisse geführt werden, das heisst dieselbe Stufe, dieselben Prüfungen durchschreiten wie in seinem früheren Leben.” So sprach dieser Geist Gottes auf seinen Freund ein und mahnte ihn, in der Hoffnung, dass etwas von dem, was er ihm erklärte, ihn erfasse.

Und dann kam es zur Vorbereitung auf das neue Menschenleben. Nun möchten wir wieder einen grossen Schritt machen, hinein in das Leben dieses Menschen. Da er in seinem vorhergehenden Leben die Prüfung nicht bestanden hatte, musste er noch einmal durch dieselbe Stufe, durch dieselbe Prüfung schreiten – er wurde also wiederum als willensschwacher Mensch geboren. Zuvor, noch in der jenseitigen Welt, hatte sein geistiger Freund versucht, alles daranzusetzen, seinen Willen zu stärken. Dieses tat er ja in der Absicht, dass es zu einem Gelingen kommen werde. Aber dieser geistige Freund konnte seinem Schützling nicht sagen: “Du wirst in gleicher Schwäche wiedergeboren werden”, denn damit hätte er ihn mutlos gemacht. Nein. Er versprach ihm ja, ihm in seinem menschlichen Leben Beistand zu leisten. Doch müsste er eben sein Denken und Wollen auf eine höhere Ebene bringen, sodass es ihm möglich werde, von dieser höheren Ebene aus die Verbindung mit ihm aufzunehmen und ihn zu führen.

So lebte er wieder als willensschwacher Mensch auf dieser Welt, von Zeit zu Zeit begleitet von seinem geistigen Freunde, so wie dieser es ihm versprochen hatte. Dieser Geist Gottes versuchte nun, in das Leben seines Schützlings einzuwirken, wie es ihm nach dem Gesetze erlaubt war.

Dieser schwache Mensch hatte aber nun wiederum einen Freund gefunden, der einen ungünstigen Einfluss auf ihn geltend machte. Dies alles sah das göttliche Wesen. Und da sein Schützling noch ein junger Mensch war und Pläne für die Zukunft hatte, konnte es seine Pläne durchkreuzen und sich an seiner Zukunft beteiligen. Dieser Geist Gottes konnte und durfte aber diesen neuen irdischen Freund, der nun den starken Einfluss auf den Schützling ausübte, nicht abwenden. Denn jetzt musste dieser schwache Mensch beweisen, ob für ihn die Stunde kommt, dass er aus dieser Schwachheit heraustreten kann, oder ob er aufs Neue durchfällt.

Und siehe da, er begegnete seiner zukünftigen Frau. Nun nahm diese Frau Einfluss auf das Leben dieses jungen Menschen. Sie erkannte den schlechten Einfluss des Freundes und bat ihn, er möge sich doch von diesem Freund abwenden. Sie nannte ihm die Beispiele der Ungerechtigkeit, die dieser Freund ausübte, und sie erklärte ihm, dass dieser einen schlechten Einfluss auf ihn nehme. Sie sagte, sie würde sich von ihm trennen, sollte er sich für seinen Freund entscheiden. Nun stand dem Willensschwachen aber auch sein geistiger Freund zur Seite, der jetzt sein Denken unterstützte. Und so fing er an zu überlegen: “Ja, es stimmt, was man mir sagt. Das, was mein Freund tut, ist nicht richtig vor dem Gesetz; es wirkt abstossend für die Menschen.” Und so konnte nun der Geist Gottes seinen Einfluss auf seinen Schützling ausüben. Er bestärkte ihn jetzt in diesem Denken, dass dieser Freund nicht der richtige für ihn ist und er sich von ihm abwenden sollte. Und so entschloss sich sein Schützling, dies zu tun.

Als dann das Paar zusammenlebte und eine Familie gründete, da konnte die Frau ihren guten Einfluss auf ihren Mann ausüben. Er war immer noch schwach im Willen, und sie vermochte ihn zu lenken und auf den richtigen Weg zu führen. Im Hintergrund, unsichtbar für die beiden, stand neben den beauftragten Schutzgeistern der beiden auch dieser geistige Freund. Da die Frau willens war, den rechten Weg zu gehen, vermochte nun dieser gute Geist sie zu unterstützen. Und so gelang es, dass dieser willensschwache Mensch, der diese Prüfung zum zweiten Mal durchgehen musste, sie erfüllen konnte. Denn er belastete sich nicht mehr durch den üblen Einfluss eines andern Menschen. Seine Frau machte ihn jeweils darauf aufmerksam, dass er sich nicht beeinflussen lassen solle von Mitmenschen, sondern dass er stets selber zu überlegen und zu überdenken habe und sich immer zuerst fragen müsse: “Ist das vor Gott richtig?” Und sie erklärte ihm: “Wenn man das, was man tut und was man spricht, vor Gott verantworten kann, dann braucht man sich nicht von andern beeinflussen zu lassen. Sondern man muss zur Überzeugung kommen, dass man das, was man tut, vor Gott verantworten muss. Und kann man es verantworten, dann ist das Denken, wenn es sich auf Gott hinlenkt, auch richtig.”

So vermochte er jetzt seine Aufgabe im neuen Erdenleben zu erfüllen. Wohl erkannte die geistige Welt, dass seine Lebenspartnerin die Ursache war, dass er seine Prüfung erfüllen konnte; und so wusste man, dass er dann nach seiner Heimkehr aufs Neue in seinem Willen gestärkt werden musste.

Nun machen wir wieder einen grossen Schritt, hinein in die Zeit, als er wieder ins Reich Gottes eintrat. Hier stand jetzt auch sein geistiger Freund zur Begrüssung da. Obwohl zuerst die andern Himmelsboten zu Worte kamen, richtete dieser seine Augen auf seinen Schützling und wollte ihm mit seinem Blick bekunden, dass man mit ihm zufrieden sei, dass er seine Prüfung in diesem Erdenleben erfüllt habe. Dies gab dem Heimgekehrten doch Beruhigung und Trost. In der ersten Zeit konnte er sich aber nicht mehr an die Freundschaft erinnern. Er musste nun wiederum für sein tägliches Straucheln gutmachen, und es wartete auch wieder eine Läuterung auf ihn. Aber diesmal war sie nicht so bedrängt, wie die vorhergehende.

Als dann sein geistiger Freund ihn besuchen durfte und ihn fragte: “Erkennst du mich nicht wieder?”, da musste der Heimgekehrte sagen: “Doch, ich erinnere mich, dass du mich bereits begrüsst hast und wir uns ja auch schon gesehen haben.” – “Ja”, erwiderte der Geist Gottes, “du hast mir wohl viel zu verdanken, dass du deine Prüfungen bestehen konntest.” Und jetzt klärte er ihn darüber auf, dass er ihm gegenüber sein Versprechen gehalten hatte und ihm im Leben Begleiter war und dass er nach dieser Läuterung in jenen Himmel eintreten und jene Arbeit aufnehmen könne – zuerst aber müsse er noch Handlanger jener Künstler sein. Der Heimgekehrte aber antwortete: “Ich habe keine solchen Fähigkeiten, weder zum Zeichnen noch zum Malen.” Und sein geistiger Freund versicherte ihm, dass es nicht allzu lange dauern würde, bis diese Fähigkeiten, die in ihm noch schlummerten, zum Ausdruck kommen würden: “Durch den Dienst, den du bei diesen Künstlern leisten wirst, können sich diese Fähigkeiten entwickeln, und so wirst du Freude und Interesse an jener Arbeit bekommen.” Und er musste ihm wieder erzählen, was jene Künstler alles zeichnen und malen, dass sie das ganze Geschehen der Menschheit im Bilde festhalten. Der Heimgekommene interessierte sich für diese Arbeit, und er gab sich Mühe, so zu wirken und zu leben, wie man es von ihm verlangte. Er wollte seinen Aufstieg beschleunigen und alle seine Aufgaben in der Jenseitswelt erfüllen.

Er konnte aber nicht gleich nach der Läuterung in jene gehobene Stufe eintreten; zuerst musste er noch andere Prüfungen durchschreiten. Geister Gottes gingen mit ihm und suchten die Nähe der Menschen auf, wo er sich bewähren und Zeugnis ablegen sollte; anderseits führten sie ihn in der Gotteswelt zu leidenden Geistern hin. Hier sollte er Trost spenden und an ihnen auch Aufgaben erfüllen. Auf diese Weise konnte auch sein Wille erprobt werden. Erst dann, als er diese Prüfungen bestanden hatte, öffnete man ihm den Weg zu jener gehobenen Welt, und er durfte hier eintreten und sich an diesem grossen, vielfältigen Schaffen jener Geister beteiligen. Und es war ihm eine Freude, an dieser Arbeit mitwirken zu dürfen.

Sein geistiger Freund besuchte und unterrichtete ihn weiter. Er erklärte ihm auch, dass er an ihm eine grosse Aufgabe erfüllt hatte und er sich nun aber wieder seinen weiteren Aufgaben zuwenden müsse; er würde ihn jedoch immer wieder besuchen. Und dieser Heimgekommene freute sich darüber. Wohl hatte er in der jenseitigen Welt seine Angehörigen und Freunde wiedergetroffen, mit denen er im Erdenleben zusammengewirkt hatte. Aber es zog ihn immer wieder zu diesem geistigen Freunde hin; er war erfüllt von einer Sehnsucht nach ihm. Mit ihm konnte er sich aussprechen, denn dieser geistige Freund verstand ihn und gab ihm Antwort auf seine Probleme, hatte Verständnis für seine Schwächen.

Und so unterstützte und führte dieser Geist Gottes seinen einstigen Freund auf dem Weg des Aufstiegs weiter empor. Und auch er freute sich – er freute sich darauf, dass sie dereinst wieder als wahre geistige Freunde wie damals vor dem Abfall zusammenleben würden, wenngleich es bis dahin der Erfüllung noch vieler Aufgaben bedurfte. Nun konnte er ihm auf dieser erhöhten Ebene auch offenbaren, warum zwischen ihnen diese Innigkeit und Verbundenheit bestand. Und dieser Angekommene versprach, seine ganze Kraft aufzuwenden, um möglichst rasch aufzusteigen, damit das hohe Glück nicht allzu lange auf ihn warten müsse.

So tat er seine Arbeit in dieser gehobenen Stufe. Aber er wurde wieder für das neue Leben gezeichnet, und wieder wollte sein geistiger Freund ihm Behüter sein, ihn führen und schützen. Doch vor seiner neuen Menschwerdung sollte er nun mit seiner ganzen Kraft und mit seinem guten Willen in der Geisteswelt seine Arbeit ausführen, um sich für das neue Erdenleben zu stärken. Er sollte gestärkt in das neue menschliche Dasein eintreten dürfen, um dann voller Glauben, voller Zuversicht die Aufgaben auf sich zu nehmen und sie im Vertrauen auf die Führung Gottes mit Zuversicht und gutem Willen zu erfüllen.

So, liebe Geschwister, könnt ihr sehen, dass jene geistigen Geschwister, die in der Gotteswelt Gott treu geblieben sind, ihre Freunde, ihre Geschwister nicht vergessen haben. Sie halten Ausschau nach ihnen, sie eilen ihnen entgegen und versuchen, ihren Weg des Aufstiegs zu kürzen. Sie wollen wieder mit ihnen vereint sein, sie wollen wieder das Glück zusammen geniessen, sich miteinander freuen. Es ist eine himmlische Sehnsucht – das eine sucht das andere. So sucht der geistig Starke dem Schwächeren beizustehen und ihm in seinem Aufstieg behilflich zu sein. Und so sollte es auch unter den Menschen sein. Der geistig Starke sollte nicht mit Vorwürfen über den andern herfallen, sondern er soll versuchen, den Schwachen mit Verständnis weiterzuführen.

So möget ihr alle, liebe Geschwister, vom Segen Gottes erfüllt werden. Möget ihr behütet und bewahrt werden vor jeder Not und Bedrängnis. Und mögen alle gesunden, die krank sind, gesunden an Leib und Seele. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrer Josef vom 20.11.1965 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Wie eine im Jenseits geschlossene Freundschaft ihre Fortsetzung auf Erden findet

Josef, 22. November 1958

Wie eine im Jenseits geschlossene Freundschaft ihre Fortsetzung auf Erden findet

Dieser Vortrag berichtet vom innigen Verhältnis dreier aufsteigender Geistwesen, die miteinander planen, sich im neuen Erdenleben wieder zu begegnen, um einander als gute Freunde beizustehen. Trotz Versuchungen und Hindernissen finden sie in ihrem menschlichen Leben wieder zusammen, denn eine besondere Segenskraft floss durch das Band ihrer Freundschaft.

Josef: Gott zum Gruss. Meine lieben Freunde, drei Seelen im Geisterreiche eiferten um ihren Aufstieg. Sie hatten das Band der Verbundenheit zueinander geknüpft und eine enge Freundschaft miteinander geschlossen. So versprachen sie, einander beizustehen und zu helfen. Sie förderten sich gegenseitig im geistigen Reiche, wo sie zusammen waren. Und als ihnen bekannt gegeben wurde, dass die Zeit angebrochen sei für ein neues Erdenleben und sie dafür vorbereitet würden, baten die drei darum, dass diese geistige Freundschaft auch im Erdenreiche geknüpft bleiben dürfe.

Der Engel Gottes, der ihr Vorhaben sah, unterrichtete sie: “Die Möglichkeit besteht wohl, dass ihr eure Freundschaft auf euer Erdenleben ausdehnen könnt, aber es sind dort ganz andere Bedingungen. Ihr lebt ja in einer andern Welt. Im Reich der Erde ist es zwar so, dass die Gottesengel die Nähe des Menschen aufsuchen, um ihn zum Guten zu führen, aber das Reich der Erde steht unter der Herrschaft Luzifers. Seine Helfershelfer werden an euch interessiert sein – überhaupt an jedem Menschen.” Der Engel Gottes erklärte ihnen weiter: “Wenn nun einer wiedergeboren wird, so sind ihm seine schützenden Geister gleich schon bestellt. Aber da er ja in das Reich Luzifers tritt, der seine Herrschaft über die Menschen ausübt, haben auch seine Helfershelfer schon ihre Vertreter bei diesem Menschlein bestellt. Auch sie gehen hin und betrachten es – sie tun es genauso wie die Geister Gottes. In der Gotteswelt ist es ein führender Geist, der den Schutz und die Führung des Menschen ordnet und organisiert; ihm steht die Aufgabe zu, sagen wir, hundert oder zweihundert Menschen vorzustehen. Die weiteren göttlichen Wesen, die den Menschen begleiten, haben ihre Anweisungen zuerst bei diesem obersten führenden Geiste zu holen, sie unterstehen ihm also. Genauso tun es die Mächte der Finsternis. Auch sie senden ihre Vertreter aus und teilen jedes Menschenleben in gewisse Kreise oder Pläne ein. Darüber wacht auch einer der obersten Verführer aus dem Reich der Toten. Dieser oberste von diesen dunklen Wesenheiten hat seine vielen, vielen Helfershelfer eingereiht in seinen Kreis; die und die sind ihm unterstellt. Und wenn es nottut, dass einer von diesen obersten selbst an einen Menschen herangeht, dann tut er es höchstpersönlich. Ansonsten stehen ihm ja diese Helfershelfer jederzeit zur Verfügung.”

Diesen drei Seelen wurde erklärt: “So wie die Gottesengel ihren Schützlingen wohlwollend beistehen, sie nur im Guten fördern, tun die Mächte der Finsternis ihrerseits das Gegenteil. Sie versuchen sie am geistigen Aufstieg zu hindern, sie geistig zu schädigen, wo nur möglich.” Jene Mächte haben auch Einblick in den Lebensplan eines solchen kleinen Erdenbürgers, denn er bringt ihn mit in diese Welt; und sie durchkreuzen diesen Lebensplan und merken es sich vor: “Dem haben wir unsere ganze Aufmerksamkeit zu schenken”, oder: “Der ist uns nicht so wichtig.” Ja, sie machen in dieser Beziehung ihre eigenen Bemerkungen und Zeichnungen zum Lebensplan eines Menschen – für sich und für jenen Geist, der ihm in erster Linie vorzustehen hat. Sie halten fest, auf welchen Menschen sie hoffen und zählen können, wen sie besonders in ihren Bann zu nehmen haben, wer ihnen gefährlich erscheint. Doch sie alle wissen um die Macht Gottes und wissen auch, dass sie in den ersten Lebensjahren eines solchen Erdenbürgers überhaupt zurückzustehen haben. Er ist ihnen ja auch noch ungefährlich. Sind diese kleinen Menschen an Jahren vorgerückt, dann kommen diese Versucher und dringen an sie heran, bringen sie in Versuchung, ich möchte sagen, je nach dem Alter der Kinder. Denn es ist ihnen nicht erlaubt, mit allzu grosser Macht auf die kleinen Erdenbürger einzustürzen. Es ist im Plane Gottes genau festgehalten und -gezeichnet, auch für jene Mächte der Finsternis, wie weit sie gehen dürfen, was sie sich erlauben können – bis diese jungen Menschen an Jahren gereift sind und jene dann mit den Versuchungen vermehrt an sie herantreten können.

Es mag dies vielen und hauptsächlich jenen Freunden, denen die Geistessprache noch fremd ist, unverständlich sein. Doch möchte ich sagen: In der Geisteswelt gibt es eine wunderbare Ordnung, die der Mensch nicht fassen kann, und durch diese wunderbare Ordnung ist alles so herrlich und so schön geworden, was dem Menschen zu seiner Freude zur Verfügung steht.

So wurden diese drei Freunde unterrichtet, dass ein Leben als Mensch viele Sorgen mit sich bringt, dass Versuchungen an einen herankommen, dass keiner verschont bleibt – denn der Mensch steht unter der Herrschaft Luzifers, dessen Mächte mehr oder weniger Interesse an ihm nehmen. Versuchungen kommen zum Menschen, und sein freier Wille ist dafür da, dass er selbst Stellung nimmt, was er bejahen und was er verneinen will. Es liegt bei ihm selbst, wichtige Entscheidungen zu treffen, und aufgrund deren ordnet und regelt die Geisteswelt den Lebensplan eines Menschen. Denn es darf wohl bemerkt werden, dass die Geisteswelt in manche Seele, die in dieses Erdenreich eintritt, nicht allzu grosse Hoffnung setzt und es zu ihrer grossen Überraschung doch da und dort geschieht, dass grosse geistige Verdienste erworben werden. Darum besteht die Möglichkeit, dass die hohe Geisteswelt das Recht hat, in diesen Lebensplan einzugreifen, ihn abzuändern – sehr oft zum Missfallen der bösen Mächte; denn wenn jene sehen, dass ein Mensch sich auf Gott ausrichtet, finden sie kein Gefallen daran; aber sie haben trotzdem ihre Mittel. Gerade wenn ein Mensch sich anstrengt, den Höhen zuzugehen, und alle Kraft zusammennimmt, um das Beste zu erwirken und wirklich aufzusteigen, sind sie auf der anderen Seite auch bereit, im gegebenen Momente mit der grössten Kraft auf ihn einzudringen, seine guten Vorsätze in kurzer Zeit zunichtezumachen, ihm den Mut und die Hoffnung zu nehmen und ihm Verzweiflung zu bringen, sodass sie ihn an diesem geistigen Vorhaben, an seinem Aufstiege eben, hindern können. Dieses möge Menschen eine Antwort sein, die sich einerseits bemühen, den rechten Weg zu gehen, auf ihm zu stehen, dann aber durch solche Anfechtungen vonseiten der dunklen Geisterwelt aus ihrem Weg herausgerissen werden.

Ja, wir wissen, dass es schwer ist, als Mensch im Erdenreich zu leben. Wir möchten aber als Aufmunterung und als Wegweiser einem jeden sagen: Bist du dir nicht einig über diese oder jene Sache, dann bitte Gott selbst, er möge dir Antwort geben. Wir können nur sagen: Halte deine Augen offen, und bereite dich auf eine Antwort vor. Du sollst meditieren, du sollst bitten, dass man dir den Weg zeigt, und es immer wieder tun. Damit möchte ich sagen, dass es falsch ist, wenn man glaubt, am nächsten Tag schon die Antwort zu erhalten. Es eilt Gott und seinen heiligen Geistern nicht, eine Antwort darzubieten, sondern der Mensch wird immerwährend geprüft. Denn jene Menschen, die man auf geistige Höhen zu bringen wünscht, müssen durch harte Schulungen hindurchgegangen sein, sie müssen sich bewährt haben in allen Dingen. Ansonsten gelingt es nicht, nach einem Leben solche geistigen Höhen zu erreichen.

So vieles hatten die Engel Gottes diesen drei Seelen zu erklären. Sie wurden auf Gefahren aufmerksam gemacht. Es wurde ihnen erklärt, dass es nicht unbedingt gut sei, wenn sie es gleich von Anfang an zu spüren bekämen, dass sie durch ein besonderes Band miteinander verbunden seien; denn es wurde ihnen auch klargemacht: Wenn sie wiedergeboren würden und als Mensch lebten, wüssten sie überhaupt nichts von ihrem früheren Sein im Jenseits, weder wo sie gelebt noch welche Stellung sie eingenommen, auch nicht welche Verwandten und Freunde sie im Geisterreiche hatten. Dieses Wissen hätten sie also nicht.

Im Laufe des Lebens kann es einem geistig ausgerichteten Menschen klargelegt werden; es kann ihm angedeutet werden, er kann darum ahnen, was seine Innigkeit, seine Treue zu diesem oder jenem Menschen bedeutet. Doch wenn ihr immer darüber klagt: “Warum lässt es uns denn Gott nicht wissen? Es wäre doch viel besser für uns, wenn wir gleich Bescheid wüssten über all diese Dinge”, muss ich euch zur Antwort geben: Die Weisheit Gottes ragt über alles, und es liegt in seiner Weisheit, dass es richtig und besser ist, wie er es anbefohlen hat, wie die Gesetze geordnet sind – es ist gut so. Denn man könnte ja keinen mehr prüfen auf seine innere Stärke, auf sein Gottvertrauen, wenn er Bescheid wüsste über all diese Dinge. Und da er ja aus dem Reiche Gottes in die Herrschaft Luzifers getreten ist, ist er doch auch jenen Gesetzmässigkeiten unterworfen, jenen Versuchungen ausgesetzt. Darum, liebe Freunde, bejaht, was Gott in wunderbarer Art und Weise bestellt hat für einen jeden Menschen, einen jeden. Im Glauben an Gott findet ein jeder die Kraft, auch ein schweres Schicksal zu tragen.

Nun, die Geister des Himmels, die sich dieser drei Seelen besonders angenommen hatten, erklärten ihnen, man sei darauf bedacht, dass das Band der Freundschaft auch in ihr Erdenreich ausgedehnt bleibe. Aber man könne ihnen nicht versprechen, wann die Zeit offenbar würde, dass sie in diese Freundschaft hineingeführt würden, und ob sie sie dann als solche bejahen würden. In vielen Dingen wurden sie noch unterrichtet. Dann sandte man sie ins Erdenreich.

Ich möchte jetzt nicht die ersten Jahre ihrer Jugend und ihres Lebens schildern, sondern sie in vorgerückten Jahren betrachten; denn von jener Zeit an musste sich nun erfüllen, was die Gotteswelt für sie gezeichnet hatte. Diese drei kamen in dieselbe Ortschaft hinein. Sie kannten sich, hatten aber keine näheren Beziehungen zueinander – bis der eine nun zwei Töchter hatte und die andern beiden Söhne und es so weit kam, dass diese Söhne mit den Töchtern eine Verbindung anknüpften. Doch dem Vater dieser Töchter war es nicht genehm, dass sie diese Verbindung hatten; er hätte es lieber gesehen, wenn sie wohlhabendere Männer ausgesucht hätten, denn er selbst war sehr reich und stand weitherum in hohem Ansehen. Nun, es liess sich nicht ändern. Es kam zu dieser engsten Verbindung, und seine beiden Töchter heirateten dorthin – also waren es die Kinder, die nun in erster Linie diese Verbindung knüpften.

Nun kam über das Land Krankheit, Krieg, Not. Diese Töchter zogen in das Haus der Eltern ihrer Männer; und es erging ihnen nicht besonders gut, denn auch zu ihnen kam Not und Krankheit. Der Vater der Töchter hatte sich etwas zurückgezogen. Er wünschte nicht, in engeren Kontakt mit diesen andern zu kommen. Doch die Not wurde gross, und die beiden Töchter gingen zum Vater hin, um ihn zu bitten, dass er sie aufnehme oder ihnen helfe – denn dieses und jenes sei krank, Not und Schulden seien gross. Er hatte kein hartes Herz, doch weil er in solch hohem Ansehen war, vermochte er es nicht zu überwinden, dass seine Kinder sich nicht nach seinem Wunsche verehelicht hatten, und er erbat sich lange Zeit der Überlegung, bevor er helfen wollte; denn er hatte ganz bestimmte Pläne, was er mit seinem Vermögen machen wollte. Wohl wollte er einen Teil seinen Kindern zukommen lassen, aber den grössten Teil hatte er für anderes vorgesehen, was ihm sein Ansehen auch über den Tod hinaus bewahrt hätte – denn hier waren sie, die Geister aus dem Reich Luzifers, die an ihn herankamen und ihm sagten: “Kümmere dich doch nicht um sie. Sie haben ja auf dein Wort auch nicht gehört. Oh lass sie doch. Tue das, was dir gefällt, woran du Freude findest, und lass sie doch.” Aber es kamen auch die Geister Gottes, die ihn mahnten und ihm sagten: “Du bist der Vater, es ist deine Pflicht, deinen Kindern zu helfen. Es ist überhaupt Christenpflicht, dass du deine Hand öffnest und versuchst, in deinem Umkreis Not und Leid zu mildern.” Es wurde ein langer Kampf, und das eine Mal hörte er da hin und das andere Mal dort hin – das Ansehen und das irdische Gut sind dem Menschen eben von grosser Bedeutung und so gefällig. Es ging ihm doch so um sein Ansehen, das er sich erworben hatte durch seinen Fleiss, durch seine Tüchtigkeit. Aber die Geister des Himmels kamen immer wieder, jene, die einst mit ihm so über diese schweren Probleme gesprochen hatten, denen der Mensch gegenüberzustehen hat, über diese Nöte und Sorgen, die im Erdenleben kommen. Sie munterten ihn auf: “Tue doch das, was deine Vaterpflicht ist zu tun.” Sie liessen nicht nach, auch dann nicht, als die Geister aus dem Reich Luzifers, die ja längst den Lebensplan aller drei durchschaut und gesehen hatten, dass es hier doch zu einer engeren Verbindung kommen musste, alles aufbieten wollten, damit es unterbleibe; denn diesen gefiel es doch, die andern in ihrer Krankheit und in ihrer Verzweiflung zu sehen.

Die Geister des Himmels vermochten aber mit ihrer Kraft auf diesen Menschen einzuwirken. Denn das Band der geistigen Freundschaft strahlte ja nach beiden Seiten aus, und durch dieses Band der geistigen Freundschaft und der einstigen Aufrichtigkeit und Liebe floss eine gewisse Segenskraft, die sich entwickeln konnte. Und durch das Einwirken der guten Geisterwelt wurde es möglich, diesen Vater zur Hilfe zu bewegen. Auch waren die Geister Gottes zu den beiden Töchtern gekommen und hatten sie in ihrem Bitten so gestärkt, dass ein Geist der Milde den Vater doch durchdringen konnte und es ermöglichte, dass er die Worte sprach: “Ich will euch helfen. Ich komme zu euch hin und schaue mich um.” So ging er zur einen und zur andern, und da sah er, dass es wirklich am Platze war zu helfen. Er begegnete ja bei dieser Gelegenheit auch seinen geistigen Freunden, die er im Laufe seines Lebens schon öfters gesehen hatte, mit denen er aber nie näher in Verbindung gekommen war. So sprach er mit ihnen allen, und er fand Gefallen an diesen Menschen in ihrer Einfachheit, in ihrer Bescheidenheit. Mitleid erfüllte sein Herz, als er all dies Leid sah. Und er ordnete an, dass jedem Hause Hilfe zuteilwerde, die Schulden bezahlt würden, Ordnung gemacht und dafür gesorgt würde, dass das Leid gemildert wurde und man den Kranken den Beistand geben konnte. So hatte er seine Hände geöffnet und nach beiden Seiten hin gegeben.

Jetzt aber sah er, dass nicht nur in diesen Häusern, sondern in der ganzen Umgebung Leid und Not war. Und so entschloss er sich, diesen andern Menschen auch zu helfen, ihnen beizustehen mit den Mitteln, die ihm zur Verfügung standen. Er allein vermochte dieses aber nicht zu vollführen. Er nahm dafür nun diese beiden geistigen Freunde zu sich. Er verstand sich mit ihnen so gut, und sie halfen ihm, diese Probleme zu lösen und die Not zu lindern, so gut es ging. Es gab so viel zu tun. Und diese beiden geistigen Freunde hatten sich ihm eng angeschlossen. Bald war diese Befangenheit nicht mehr. Man konnte ganz eng zueinanderfinden, miteinander reden. Diese Menschen wussten ja nicht, warum es in dieser Weise möglich war, sich so gut zu verstehen. Sie hatten nur davon gesprochen, dass durch die Verbindungen der Kinder dies alles ermöglicht wurde. Sie ahnten und sahen es ja nicht, dass die Geisterwelt Gottes auch ihre Hände im Spiel hatte und dieses ordnete.

So kam es so weit, dass sie alle zusammen so viel an Gutem leisten durften, in einer grossen Umgebung leidenden Menschen beistehen konnten; denn wo Kriege über Länder ziehen, gibt es immer Not, und so hatten sie genügend Möglichkeiten zu helfen. Und diese drei sind sich dann im Jenseits wiederum begegnet. Alles wurde ihnen bewusst, und sie hatten nur zu staunen über das Leben, das an ihnen vorübergegangen war, über das Schwere im Erdenreich – denn es war ihnen noch so nahe. Die Engel Gottes reihten sich unter sie und ordneten an, ihnen besondere Aufgaben zuzuteilen. Wohl hatten ja alle drei zuerst durch die Sphären der Läuterung zu schreiten – aber die Geisteswelt wollte weiterbauen, denn diese Freundschaft, die einst im Geisterreiche geknüpft worden war und im Erdenleben ihre Fortsetzung hatte, sollte nicht beendet sein. Jedem wird nach seinen Fähigkeiten wieder eine Aufgabe zugewiesen, und jeder Einzelne wird wieder unterrichtet. Sie dürfen wieder zusammenkommen, und wenn es so weit ist, wird ihnen von der Gotteswelt nahegelegt, dass man es begrüssen würde, dass sie das Reich der Erde wieder aufsuchen. Nun würden aber alle drei sich schon von früher Jugend an begegnen und einander stützen und helfen für ein grosses gemeinsames Werk, das seine Vollendung finden müsse und schon längstens vorher im Geisterreiche ausgedacht worden war. Die Betreffenden, die an diesem grossen Werke mitzuhelfen, es aufzubauen haben, wurden schon dafür erwählt. Denn so vieles tut not im Reich der Erde, dass sich Menschen zusammenfinden und da und dort für das Heil und Wohl der Mitmenschen sorgen. All das überblickt man längst im Himmelreich.

Wenn euch, liebe Freunde, gesagt wird: “Bemüht euch doch um den geistigen Aufstieg; man plant, euch da und dort einzureihen zu einer späteren, besonderen Aufgabe”, dann sollt ihr meine Worte verstehen. Ihr sollt heute die Welt betrachten, so wie sie ist, mit ihren Sorgen, mit ihrer Angst, und ihr sollt versuchen, zwei-, dreihundert Jahre später einen Blick in dieses Erdenreich zu tun. Und ihr sollt nicht ausser Acht lassen, dass dieses Rad des geistigen Aufstieges sich immer mehr bewegt, dass es sich immer aufwärtsbewegt, den Höhen zu. Alles geht den Höhen zu.

Der Menschheit ist noch so viel an Not und an Angst gegeben – sie werden immer sein, solange es Menschen gibt, das heisst: Solange jener seine Macht in diesem Erdenreiche ausübt, wird man sich nie einig sein. Denn jene gehen aus, um Unfrieden und Angst zu verbreiten und den Menschen Dinge vorzugaukeln, die sinnlos sind – Menschen abzulenken vom Weg des Lichtes, damit sie sich mit nichtigen Dingen anfangen zu beschäftigen, die sie doch nie lösen können.

Es ist auch für uns Geister Gottes schwer, dem Menschen eine Antwort zu geben. Was er gerne hört, bejaht er; was ihm nicht passt, dem schenkt er seine Aufmerksamkeit nicht. Er möchte nur immer hören, was ihm gefällig ist. Aber wenn ihr ganz ehrlich seid mit euch, müsst ihr doch erkennen, dass das nicht der richtige Weg sein kann. Gott kann doch nicht mit dem allem zufrieden sein, was Menschen tun und was sie wollen.

Ja, liebe Freunde, richtet euch immer aus auf Gott, und wenn die Geister der Verzweiflung an euch kommen, dann sucht die Stille auf und bittet um Erleuchtung. Wartet auf diese Erleuchtung – vielleicht dauert es mehrere Jahre. Hast du sie aber, dann hast du viel gewonnen, und meine Worte, die ich gesprochen, sind auf gesegneten Boden gefallen.

So, liebe Freunde, denkt darüber nach; denn in vielen Dingen darf ich euch nur Andeutungen geben, damit ihr euer Interesse nicht Dingen zuwendet, die nicht für euer Seelenheil sind. Nun gehet hin, seid glücklich und froh. Gottes Segen waltet über euch. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrer Josef vom 22.11.1958 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Geistige Freunde als Beistand und Führer im Aufstieg

Josef, 15. März 1952 und 17. Oktober 1964 (Ausschnitte)

Geistige Freunde als Beistand und Führer im Aufstieg

Der Geistesglaube ist für den Gewinn von guten jenseitigen Freunden von grosser Bedeutung. Denn wer um die Geisterwelt Gottes weiss, wird auch den Wunsch haben, die Freundschaft mit einem Boten Gottes zu suchen.

Josef: Meine lieben Freunde, ihr kennt den Weg, der zu Gott führt. Schon so viele Menschen dieser Welt haben die Mitte dieses Aufstiegs erreicht. Es gibt auch wirklich gute Menschen, die bereits die Mitte dieses Weges überschritten haben. Es sind jene, die nach den Lehren Christi leben. Es gibt aber auch Menschen, die in der Mitte dieses Gottesweges stehen geblieben sind. Das sind jene, die Christi Lehren wohl kennen, sie aber nur teilweise befolgen. Es fehlt ihnen einerseits an Vertrauen zu Gott, anderseits sind sie von der christlichen Lehre nicht voll und ganz überzeugt. So viele Menschen zweifeln immer wieder daran, dass es eine Geisterwelt Gottes gibt; sie wollen nicht glauben, dass um sie Geistboten sind.

Wenn man einem solchen Menschen helfen möchte, auf seinem Weg zu Gott weiterzukommen, so muss er in erster Linie davon überzeugt werden können, dass er von Geistboten durch sein ganzes Leben geführt wird. Es muss ihm auch verständlich gemacht werden, dass die Geistboten Freunde jener Menschen sind, die auf diesem Gotteswege wandeln, und dass die Menschen die Freundschaft dieser Geistboten suchen sollen. Denn diese Geistboten gehen ihrerseits aus, um Freunde zu suchen; denn sie wollen sie schützend durch das Leben geleiten. Aber bei so manchen Menschen ist immer wieder der Zweifel; sie wollen nicht daran glauben, obwohl sie bereits in der Mitte dieses Gottesweges stehen.

Nun aber müssen sie doch auf ihrem Weg weitergeführt werden, und diese Führung übernehmen so gerne diese geistigen Freunde. Und wie schön ist es für einen Menschen, zu wissen, dass auch er einen geistigen Freund besitzt. Ist es nicht so, dass die Menschen sich so gerne der Freundschaft dieses oder jenes berühmten Menschen erfreuen? Wie viel wertvoller aber ist es, wenn sie sich der Freundschaft mit einem Boten Gottes rühmen können. Und dies sollte den Menschen mitgeteilt werden können. Denn wisst ihr, dass vor dem unscheinbaren Tore zu diesem Gottesweg so viele jener Geister sind, welche die Menschen zu betören und von diesem Wege abzulenken versuchen? Denn jene wissen ganz genau, dass sie auch diese Menschen noch betören können. Aber je mehr sie auf diesem Weg fortgeschritten sind, desto weniger Macht haben jene Geister über sie. So wohnen dann diese düsteren Mächte lieber bei jenen Menschen, die ihnen wahrhaft hörig sind.

Die Menschen aber, welche die Mitte dieses Weges zu überschreiten bereit sind, haben auch ganz besondere Erkenntnisse und einen starken Willen in sich. Sie können den düsteren Mächten trotzen, sodass jene die Macht über sie verlieren. Ja, eigentlich haben die luziferischen Mächte heute nicht mehr eine solche Gewalt über die Menschen wie einst, und immer mehr und mehr muss diese düstere Macht weichen, je mehr Menschen auf diesem Gottesweg gehen; denn dort werden sie gestärkt und befähigt, der Sünde zu trotzen.

Und so soll ein jeder Mensch die Freundschaft der Boten Gottes suchen. Wer aber nicht an diese Boten glaubt, soll darum bitten, dass es ihm gegeben wird, dass er sie spürt. Denn, liebe Freunde, Engel Gottes stehen Wache auf diesem langen Weg, und sie fordern im Besondern noch die Boten Gottes auf, auch die Freundschaft der Menschen zu suchen.

Ja, jene Menschen, welche diese geistige Freundschaft besitzen, sind wirklich glücklich und froh. Bist du es, dann hast auch du einen solch wahrhaftig treuen Freund, der dir in allen Lebenslagen Mut zuspricht, dich tröstet und stärkt. Wo aber immer wieder Zweifel auftreten, dort hat der Mensch nicht die Freundschaft eines guten Boten Gottes.

So sollt ihr darum flehen, all meine Freunde! Du musst solche geistigen Beschützer um dich haben, mein Freund. Sie sind zu deinem Heil, denn es ist ihre Aufgabe, dich schützend durch dein Leben zu führen.

Im Vortrag vom 17. Oktober 1964 spricht Geistlehrer Josef vom Vorteil und von der Hilfe, die man sich durch die Treue zur Geisterwelt Gottes verdienen kann.

Josef: Liebe Freunde, es ist euch wohl ganz verständlich, dass es nicht möglich ist, dass alle Freunde, die aus eurer Gemeinschaft heimkehren, in eine erhöhte Sphäre einkehren können; denn ihr seid unterschiedlich entwickelt. Aber durch diese Verbindung zu uns, durch dieses Treuebekenntnis und den festen Glauben an die Geisterwelt Gottes, ist eine Freundschaft entstanden. Und aufgrund dieser Freundschaft wird es möglich sein, dass jeder Heimkehrende, gleich welcher Entwicklungsstufe er angehört, seinen Beistand erhalten wird, der aus dieser geistigen Gemeinschaft heraus, durch diese Freundschaft gebildet worden ist.

In einer menschlichen Freundschaft – dies nur als Vergleich – steht man einander bei. Man ist geneigt, einem Freunde in der Not zu helfen. Man will ihm aber auch mit Ratschlägen beistehen, man trifft sich zum Gedankenaustausch, man spricht miteinander. Man tritt einander näher, man will einander mehr sein als im üblichen Sinne eine menschliche Bekanntschaft. Man interessiert sich für die Sorgen und Nöte des andern. Das nennt man Freundschaft in eurem Sinne, wenn es wahrhaftig so gepflegt wird. Wahre Freundschaft gilt auch in Zeiten der Not; man steht einem in Not geratenen Freund auch bei.

Dies ist noch viel intensiver in der geistigen Welt. Wenn ihr also euer Bekenntnis zu uns, euren Glauben an uns pflegt, werden alle in diese Freundschaft mit den Geistern der göttlichen Gemeinschaft kommen. Und diese Geister werden diese Freundschaft bewahren über den irdischen Tod hinaus. Denn dieses hat ja seinen Sinn; man will diesen Geschwistern in Dankbarkeit entgegenkommen.

Wie ich bereits gesagt habe, gehört nicht jeder, der eurer Gemeinschaft angehört, auf eine höhere Entwicklungsstufe. Unter euch sind auch Menschen, die noch einen niederen Entwicklungsstand haben. Aber dessen ungeachtet wird ihnen die Freundschaft bewahrt. Man geht ihnen in der jenseitigen Welt entgegen. Man bringt ihnen nicht nur Trost, wie es im Allgemeinen üblich ist, sondern man steht ihnen in der Zeit ihrer Läuterung bei – man gibt ihnen also die Freundschaft auch in der Zeit ihrer Not. Man legt für diese bedrängten Seelen manch gutes Wort ein. Sie sind also auch in der Zeit grosser Bedrängnis nicht verlassen; die geistigen Freunde stehen ihnen bei. Selbstverständlich muss ein belasteter Geist seine Läuterung durchschreiten, aber er wird sie in einer ganz anderen Erwartung erleben, wenn er neben sich einen geistigen Freund hat, der ihm zur Seite steht und ihn tröstet. Er hat eine andere Zuversicht, er ist voller Hoffnung, und er wird mit grösserer Ausdauer und grösseren Anstrengungen nach den geistigen Höhen trachten und versuchen seine Belastungen abzulegen. Das sind also Vorteile, die jenen zugutekommen, die dieses vertraute Verhältnis zu uns besitzen.

Heft 3/2019
Preis USD 4.00
21 Seiten, 21 × 29,7 cm