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Die Entstehung und Beseelung der Erde; Leben in vielfältigsten Formen wurde für den Aufstieg geschaffen – Umwandlung vom Tier zum Menschen; wie das erste Menschenpaar ins Leben gerufen wurde – Art und Beschaffenheit von Odströmen; ihre Ursache und Wirkung in der Schöpfung
Cover der Zeitschrift Geistige Welt, Heft 1/2011 zum Thema Irdische Schöpfung und Wirkkraft der Odströme
Geistige Welt 1/2011
Irdische Schöpfung und Wirkkraft der Odströme
Beschreibung

Vor Milliarden von Jahren wurden Geister Gottes aus den Himmeln tätig und brachten erstes Leben auf die Erde; noch war ja kein Leben vorhanden – nur Wasser, Feuer und Schlamm, Gestein. Von ihrer eigenen Schöpferkraft, die ihnen zur Verfügung stand, gaben diese reinen Wesen. Sie hatten in sich eine solche mächtige Kraft und die Fähigkeit, Wachstum zu fördern. Sie brachten sozusagen die geistige Substanz mit sich, oder man könnte auch sagen, göttlichen Samen für das neue Leben, der für diese Erde notwendig war.

In diesem Zusammenhang spielen die Odkräfte eine wichtige Rolle: Die Odkraft oder Lebenskraft befindet sich in und um alles, was Gott geschaffen hat. Jeder Mensch, jedes Tier, jede Pflanze, jeder Stein, jedes Mineral, jedes Wasser, jeder Weltkörper, jeder Geist und was es sonst noch gibt, hat Odkraft. Sie ist nichts Materielles, sondern etwas Geistiges und stets mit einem Geist verbunden. Sie ist die Lebenskraft des Geistes. Träger der Odkraft ist daher stets der Geist. Wo also Leben ist, ist Od, und wo Od ist, ist Geist. Da nun die Odkraft in und um alles ist, was Gott geschaffen hat, und stets mit dem Geist verbunden ist, so folgt daraus, dass in allem Geschaffenen ein Geist ist.

Themenheft 1/2011: Irdische Schöpfung und Wirkkraft der Odströme

Inhalt
Über die Entstehung und Beseelung der Erde

Lene, 25. September 1974 (Vortrag) und 22. September 1976 (Ausschnitt)

Über die Entstehung und Beseelung der Erde

Adam war der erste Geist, der reif wurde, aus der höheren Tierwelt in eine menschliche Verkörperung einzutreten. Der Leib des ersten Menschen ist ‘von der Erde’ genommen worden, wenn auch in anderer Form, als es in der Schrift geschrieben steht. Es wurde nicht ein Mann aus Lehm gebildet, sondern die geistigen Glieder jenes Geistwesens wurden mithilfe des verdichteten Odes der Erde mit einer materiellen Hülle umgeben.

Lene: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, liebe Freunde, gestern [am 3. Abend der Meditationswoche in Flims] habe ich wohl eure Gemüter etwas bewegt durch die Erklärungen, die ich euch gegeben habe. Ich habe euch aber von Anfang an versprochen, gewisse Lücken auszufüllen, die in der christlichen Lehre und in der Bibel, in den heiligen Schriften sind. So möchte ich es weiter tun – ich will es so weit tun, als es für euer Seelenheil von Nutzen ist.

Natürlich würde die Möglichkeit bestehen, die ganze Schöpfung noch viel genauer und ausgedehnter zu erklären, aber dazu reicht ja mir und auch euch die Zeit nicht. Ich versuche euch das darzulegen, was für euer gläubiges, christliches Leben notwendig und für euer Seelenheil bedeutsam ist. Ich weiss wohl – ich habe es selbst gehört, und anderseits ist es mir zugetragen worden –, man möchte so gerne dieses oder jenes wissen. Es ist menschliches Wissen, für die Seele aber ist solches ganz unbedeutend – ja ich möchte sagen, man sollte sich vielmehr auf das verlegen, was wirklich geistig von Wichtigkeit ist. Man sollte auch selbst darüber nachdenken und womöglich meditieren, ob es wichtig ist, dieses oder jenes zu wissen. Und dann kann ich euch auch verraten, dass es gewisse Dinge gibt, die ich euch nicht erkläre, mit Vorsatz – ich habe meine Gründe; doch vielleicht kommt die Zeit, wo ich es dann erklären darf.

Wenn ich mich mit meinen Geistgeschwistern etwas zurückziehe, dann reden wir auch über euch. Wir sehen ja eure Gedanken, und man hört die Gespräche mit an. Ich habe auch meine geistigen Berater, die mir empfehlen, dieses oder jenes, was weniger verstanden wurde, noch nachzuholen; dass es doch ratsam sei, auf genau dieses Gebiet mehr Gewicht zu legen und nicht von anderem lange zu erzählen. So höre ich zu, was man mir sagt, und je nachdem, wie es mir im Gespräch mit euch gelegen ist, werde ich die Wünsche meiner geistigen Geschwister erfüllen. Doch man überlässt es mir – man gibt mir einfach Hinweise und Ratschläge, was behandelt werden soll. Aber eines kann ich euch verraten: Wenn ich auf alle Wünsche, die mir von allen Seiten von meinen erhabenen Geistgeschwistern gegeben werden, eingehen müsste oder eingehen würde, dann müsste ich die ganze Nacht mit euch reden – und ich glaube, das würde euch und auch mir doch etwas zu viel.

Nun, ich möchte in meinen Ausführungen nicht weiter ausholen, sondern jetzt da weiterfahren, wo ich gestern mit den Erklärungen über den Schöpfungsplan aufgehört habe. Ich erklärte euch, dass Gott einen Weg geebnet oder geschaffen hat, damit all die Geistgeschwister, die ausgestossen wurden, wieder die Möglichkeit haben zurückzukehren. Dieser Gedanke wurde erst dann fest gefasst und man fing an, es zu verwirklichen, als Adam die erste Prüfung [im Paradies] nicht bestanden hatte. Man war in Hoffen und Bangen, ob er diese Prüfung bestehen könnte. Gott aber traute diesem Adam nicht – das kann ich wohl schon ganz offen sagen. Hier hört ihr wieder die Bestätigung, dass es eben doch so ist, dass Gott seinen Wesen den freien Willen und die persönliche Entscheidungskraft gibt, selbst zu entscheiden, was man tun will und was man lassen will. Adam hatte eben diesen freien Willen zu entscheiden.

Nun, er hat die Prüfung nicht bestanden. Somit ging man in der Gotteswelt – ich kann nicht sagen in grosser Eile, aber eifrig – daran, die Geisteswelt für den Aufstieg vorzubereiten. Ich habe euch gesagt, dass sich ganze geistige Welten geleert haben und unendlich viele Geistwesen diese Himmel verlassen mussten, dass grosse Trauer herrschte. In der Hoffnung, dass es wieder möglich sein könnte, dass die Ausgestossenen zurückkommen, gingen die Zurückgebliebenen – also die Getreuen, die sich ganz besonders eng um ihren König geschart hatten – daran, die Vorbereitungen zu treffen, auch schon Vorbereitungen in der göttlichen Welt. In diesen einstmals seligen Sphären oder Ebenen in ihrer Pracht und Schönheit musste manches geändert werden. Und zudem ging es ja nun auch darum, die Erde zu gestalten. Das habe ich euch bereits erklärt, und darüber seid ihr schon längst unterrichtet worden, dass die Erde für neues Leben geschaffen werden sollte und dass man dementsprechend vieles tun musste, um Leben auf diese Erde zu bringen.

Nun, ich brauche nicht zu wiederholen, wie lange es gedauert hat, bis es mit der Erde nur einigermassen so weit war, dass Leben auf ihr überhaupt möglich wurde. Ich brauche euch auch dies nicht in dem Masse bis ins Einzelne zu erklären, kann euch aber sagen, dass die Abkühlung der Erde nicht an allen Orten gleichmässig stattgefunden hatte, dass es eben Teile dieser Erde gab, wo es grössere Fortschritte gab und Möglichkeiten geschaffen waren, um dort Leben aufzubauen und so den Anfang für eine neue Heimat zu schaffen. Dazu musste, sagen wir es einmal so, Leben auf die Erde gebracht werden. Das waren doch zuerst die Pflanzen, das Pflanzenreich, und es war das Tierreich, welches nun seinen Platz auf dieser Erde finden sollte.

Ich möchte aber nicht unterlassen, zu sagen – dies ist mir noch nahegelegt worden –, dass man nicht in der Vorstellung leben sollte, dass sich die Erde überall gleichmässig abkühlte und überall dieselbe Möglichkeit geschaffen war, Leben aufzubauen. Es gab Erdteile. Das Innere der Erde spie noch sehr viel Feuer aus. Die Meere waren noch nicht in dem Sinne geteilt wie heute. Die Erde, die Gesteine, waren noch sehr in Bewegung. Man soll sich die Erde zu jener Zeit nicht so vorstellen, wie sie heute ist; aber das brauche ich euch ja nicht zu sagen. Ihr kennt dies selbst aus euren eigenen Forschungen und wisst, wie die Erde vor Millionen und vor Milliarden von Jahren ausgesehen hat. Betonen möchte ich nur, dass gewisse Teile der Erde dafür bevorzugt wurden, um mit dem Leben auf der Erde zu beginnen.

Jetzt möchte ich die Erklärungen geben und darlegen, wie solches geschehen ist. In den himmlischen Welten, da gibt es genauso ein Pflanzenreich, ein Tierreich, ein Mineralreich. Alles das ist in der Gotteswelt vorhanden. Ich muss also auf eine gewisse Ursubstanz zurückgreifen. Ich habe, wenn ihr sehr aufmerksam zugehört habt, in den Anfangserklärungen [am 2. Abend der Meditationswoche] gesagt, dass diese hohen Geister um sich und in sich selbst sehr viel schöpferische Kraft hatten. Sie ist von einer solchen Reinheit, und diese Reinheit ist für sie die schaffende und bildende Kraft, um zu gestalten oder geistige Materie zu formen, sie aufzubauen und in ihrem Wachstum zu fördern. Diese schöpferische Kraft hatte sich aber dann mit der Verbreitung und weiteren Entfaltung der geistigen Familien vermindert. Jene Nachkommenden kamen nicht mehr in den Besitz von denselben Kräften, wie sie ursprünglich vorhanden waren; es war ihnen also immer etwas weniger von dem gegeben, was die hohen Geister empfangen hatten.

Jedes Wesen hatte aber an und für sich noch so viel schöpferische Kraft, um mit seinem Willen und seiner Einstellung, mit seinem Verhältnis zu Gott seine Kraft zu mehren. Es war so, dass in einem jeden Wesen, das in grösster Harmonie – nicht in einer heuchlerischen, sondern in einer wahren Harmonie – zu Gott stand, die Kraft so entfaltet war, dass es, auch wenn es nicht zu diesen höheren und erhabenen Geistwesen gehörte, die Möglichkeit hatte, an vielen Orten so tätig zu sein, und seine Werke waren zu bewundern. Dies noch nebenbei.

Als es dann darum ging, Leben auf die Erde zu bringen, da wurden die Geister Gottes aus den Himmeln berufen und auf den Befehl Gottes zu dieser Erde gebracht. Sie traten zur Erde hin, die nun für Erdenleben vorbereitet war. Noch war ja kein Leben vorhanden; noch gab es, sagen wir, nur Wasser, Feuer, Schlamm und Gestein. Diese Geister Gottes mit schöpferischen Talenten waren zu einem ganz bestimmten Erdteil hin berufen worden. Dort sollten sie die eigene Schöpferkraft einsetzen, die ihnen zur Verfügung stand, denn sie waren reine Wesen und hatten in sich eine solch mächtige Kraft und die Fähigkeit, Wachstum zu fördern. Sie brachten sozusagen die geistige Substanz oder – ich könnte auch sagen – den göttlichen Samen mit sich, der für das neue Leben auf dieser Erde notwendig war.

Es sollte aber [später] noch menschliches Leben auf die Erde gebracht werden – es sollte Leben auf die Erde gebracht werden, dem ein neuer Anfang gegeben wurde. Zuallererst musste aber die Möglichkeit geschaffen werden, einfaches Leben auf der Erde aufzubauen: Und ohne die erwähnte geistige Substanz, die zuerst zur Erde getragen werden musste, wäre es niemals möglich gewesen, die Entfaltung so hinzubringen, wie sie heute ist. Das ganze Wachstum wäre niemals möglich gewesen, wenn nicht im Ursprung diese Ursubstanz auf die Erde gebracht worden wäre – das war eine Notwendigkeit. Diese geistigen Kräfte waren also zuerst einmal notwendig zur Schaffung neuen, noch niederen Lebens. So wurden das Pflanzenreich und das Tierreich geschaffen.

Nun sollte dieses neue Leben verbunden werden mit dem Geistesleben, das unter der Herrschaft Luzifers stand. Hierzu kam die Gotteswelt in jene oberen Sphärenbereiche, wo sich geistige Wesen befanden, die in ihrem Verschulden nicht so stark gezeichnet waren. Diese Gotteswesen kamen und holten von den einst gefallenen Geschwistern welche heraus, nahmen sie mit in einen Vorhimmel oder eine Vorhölle – ich kann dies nicht so genau bezeichnen. Aber nicht nur von jenen, die auf den obersten beziehungsweise den oberen Stufen der Hölle waren, also von den weniger Verschuldeten, nahmen die göttlichen Wesen welche heraus, sondern sie gingen durch die Hölle hindurch in diese Weiten und holten sich einmal da, einmal dort eine Schar geistiger Wesen heraus.

Luzifer konnte nichts dagegen ausrichten, obwohl alles unter seiner Herrschaft stand. Er wusste genau, dass er durch Gottes Willen, durch sein Wort in diese Hölle gestürzt worden war, und er wusste auch, dass sie alle wieder zu ihm zurückkommen würden. Luzifer hatte ja den Plan, der von der Gotteswelt aufgebaut worden war, durchkreuzt; er ahnte darum, denn er war, um es in eurer Sprache, nach euren Begriffen zu sagen, doch sehr intelligent. Aber nicht nur das, überaus schlau und wohl überlegend war er – hatte er doch etwas, was ihm nicht genommen und nicht abgesprochen werden konnte, nämlich eine gewisse Form von, und jetzt muss ich das menschliche Wort aussprechen, Medialität oder medialer Kraft, die ihm zur Verfügung stand. Er war ja ein Sohn Gottes. Obwohl alles an Schönheit in ihm erloschen war, ist in ihm doch eine bestimmte Kraft geblieben. Er übt eine Herrschaft aus; er hat die Macht, Verwandlungen vorzunehmen, um zu täuschen. Dies alles ist ihm geblieben ... Das noch als Ergänzung.

Luzifer wusste genau, dass es sinnlos wäre und er gar nicht die Möglichkeit gehabt hätte, dagegenzuhalten, wenn die Geisterscharen Gottes in die Tiefe kamen und – einmal da, einmal dort – ganz bestimmte Geistwesen herausnahmen. Natürlich war ganz besonders in den ersten Zeiten ein grosses Weinen und Wehklagen, dass man in diese Dunkelheit, in diese Not hineingekommen ist und man von diesem Luzifer so getäuscht worden war. Die Wesenheiten äusserten sich das eine Mal schimpfend über Luzifer, das andere Mal waren sie unzufrieden mit Gott, dass er kein Erbarmen zeige. Sie waren also durch dieses Denken in ihrem inneren Gemüte so durcheinander und kamen so weit weg von Gott. Von dem wunderbar leuchtenden Gottesfunken, den sie doch einst in sich trugen, der ihnen die Möglichkeit gab, auf den verschiedenen Gebieten tätig zu sein und in wirklichem Frieden zu leben – von diesem Gottesfunken sah man nichts mehr. Auch wussten die Gefallenen nicht mehr, woher sie in Wirklichkeit kamen; sie hatten keine Vorstellung mehr von der einstigen Seligkeit – ihnen war dieses Bewusstsein genommen. Sie wussten aber noch, dass sie hatten fliehen müssen – fliehen. Dass Gott von ihnen nichts mehr wissen wollte, das war ihnen noch bewusst. Aber sie wussten nichts mehr von ihrer Stellung, die sie einst eingenommen, vom Frieden, den sie einst hatten, davon wussten sie nichts mehr. Es war nur noch Unglück, eine unselige Zeit für sie.

Wenn da ein strahlendes geistiges Lichtwesen in diese Dunkelheit kam, so riefen sie ihm zu. Sie drängten sich um das Wesen, knieten nieder, flehten und baten, es möge sie doch mitnehmen und ans Licht bringen. Es wurde ihnen also klar, dass irgendetwas über sie ergangen war, und klar wurde ihnen auch, dass sie einen Herrscher hatten und dieser schuld war an ihrer Unseligkeit. Was aber genau geschehen war, das wussten sie nicht mehr. Sie wussten aber noch, dass sie von Gott getrennt und verstossen waren.

Nun sollte ja für all diese Gefallenen eine neue Möglichkeit der Rückkehr gegeben werden. Auch jene in den tiefsten Tiefen der Hölle wurden geprüft. Diejenigen, die Verständnis und Einsicht zeigten, fingen an, von ihrer Dunkelheit etwas aufzulösen. So vermochten sie – vielleicht auf diesem Weg dank der einigermassen höheren Erkenntnis oder dem guten Willen – aus den Tiefen zu entweichen; sie fanden also auf diesem Weg etwas nach oben. Deshalb spricht man oder sprechen wir auch von den sogenannten Besserungsstufen oder Aufstiegsstufen, die es sogar in der Hölle gibt für jene Wesen, die zur Einsicht gelangen. So kommt es eben ganz darauf an, in welcher Weise das Einzelne sich einstmals belastete oder wie sehr der göttliche Funke in Dunkelheit liegt. Je dunkler nun dieser Funke ist, umso weiter ist man von Gott entfernt, umso grösser ist der Hass, der Unfriede und die Eifersucht. Es ist dann wirklich das Böse, das sich in einem solchen Wesen entfaltet und ständig zum Ausdruck kommt.

Aber nicht alle sind so; es gibt solche, die zur Erkenntnis gekommen sind, dass sie doch aus dieser Düsterheit herauswollen und in eine bessere Welt hinübertreten möchten. So bekamen sie dann Unterstützung von den Geistern, die den Weg aus den Himmeln zu ihnen fanden. Sie spendeten ihnen Trost, indem sie sagten: “Gott hat sich euer erbarmt. Wann die Zeit kommen wird, wo ihr befreit und erlöst werdet, das kann man euch noch nicht sagen. Aber es gibt für die einen wie für die andern die Möglichkeit, schon jetzt in eine neue Prüfung hineinzutreten.” Doch keiner konnte von sich aus sagen: “Ich bin bereit, holt mich jetzt für die neue Prüfung; ich werde sie sicher bestehen.” So ging es nicht.

Die Engelwesen selbst wählten in Gerechtigkeit aus den verschiedensten Ebenen der Tiefen jene Geister aus. Sie holten mitunter auch solche heraus, die ganz tief gefallen waren und deren Gottesfunke ganz verdunkelt war. Warum taten sie das? Sie brauchten sie alle – denn jetzt wurden all jene, die von den Engelschaften aus der Hölle herausgenommen wurden, in eine besondere Ebene oder Sphäre hineingeführt, in einen tiefen Schlaf geführt und umgewandelt. Sie waren Geistwesen, sahen, möchte ich sagen, fast wie Menschen aus. Der Mensch jedoch ist grobstofflich, während ein Geist von feinstofflicher Art ist. Aber jene dunklen Wesen waren nicht mehr Lichtgestalten, sondern es war alles nur dunkler Nebel an ihnen, und diese Dunkelheit zeichnete ihre geistige Form, sodass man sie als geistige Gestalt, als Wesen, erkannte. Ihr Antlitz hatte die Feinheit verloren; die Glieder ihrer Hände waren nicht mehr so fein wie einst – es war alles an ihnen von wirklich grobstofflicher, unansehnlicher Art. Und so waren diese Wesen, je nach ihrem Verschulden, unschön zum Ansehen.

Warum hatte man auch solche Tieferstehenden geholt und sie in diese Ebene geführt? Der Grund ist folgender: Diese neue Welt war geschaffen worden, um die einstigen Geschwister auf einem noch viel längeren und weiteren Weg zurückzuführen, denn man wollte ihnen nun eine ganz sichere Möglichkeit zur Heimkehr geben. Aber die Zeitspanne bis zum Eintreten in die himmlischen Gefilde kann ebenso lange dauern, wie es dauerte, bis sich die irdische Erde abgekühlt, oder so lange, wie Luzifer einst in den himmlischen Welten gewirkt hatte. Ich möchte mich da nicht in Zahlen ausdrücken, ich kann nur sagen: eine unübersehbar lange Zeit. Diese so sehr belasteten Wesen sollten nun umgewandelt und in einen neuen Leib eingekleidet werden. Ihr neuer Leib sollte, der Erde angepasst, verdichtet werden und in seiner äusseren Form im selben Verhältnis oder Zustand sein wie die geschaffene materielle Welt.

Diese Welt, die in Vorbereitung war, sollte ebenso in einer grossen Vielfalt geschaffen werden, wie es die himmlische Welt an und für sich selbst in ihrer Vielfalt ist. Es sollte die Möglichkeit geschaffen werden, dass auch auf der Erde die Vielfalt in allen Teilen vorhanden sein kann. Also bereitete man das neue Leben vor, und dafür waren göttliche Wesen verantwortlich, und sie haben ihre Aufgaben erfüllt. Es wurden niederste geistige Wesen auf die Erde geführt, und da gab es nun einmal diese Kriechtiere. Niederste geistige Wesen sollten ihren langen Weg über die Erde antreten ... Man hatte ihnen entsprechend den Leib gegeben, den sie verdienten. Sie sollten jetzt ihren Anfang nehmen können auf dieser neu geschaffenen Sphäre, der Erde.

Aber noch war nicht Leben in ihrem verdichteten Leib. Sie waren zwar bereits umgewandelt, aber damit waren noch nicht lebendige Wesen auf dieser Erde. Damit sie in der Form, wie es in den verschiedensten Entwicklungsstufen vorgesehen war, zum Leben kamen, brauchte es die Mithilfe der Gotteswelt. Das Leben musste auf der Erde geweckt oder eingefügt werden. Das war durch die persönliche Schöpferkraft dieser Geistwesen möglich, indem sie nun eben diesen umgewandelten, zuerst noch wie toten Körper, wenn ich so sagen darf, diesen noch nicht zum Leben erwachten neuen Leib, der ihnen gegeben wurde, genau so zum Leben erweckten, wie es das geistige Gesetz vorsah. Dies geschah derart, wie es für die Möglichkeit von erstem Leben oder von Erstlingen niedersten Lebens auf der Erde notwendig war.

Es brauchte dazu also geistige, göttliche Kraft, die auf diese neuen, gewandelten Leiber übertragen wurde. Auf diese Art und Weise ward ihnen das Leben eingehaucht. Ich glaube, “eingehaucht” ist nicht das richtige Wort – man hat mithilfe von göttlicher Kraft in dieses neue Leben Bewegung gegeben. Und so mussten die geistigen Wesen, die da umgewandelt wurden, in eine solche Niedrigkeit – sie waren der Anfang für neues Leben auf der Erde.

In solcher oder ähnlicher Art und Weise geschah dies auch mit höheren Tieren; auch sie wurden ins Dasein gerufen. Dazu waren geistige Wesen notwendig, und zwar jene, die sich weniger belastet hatten. Sie wurden aus bestimmten Sphären geholt, wie ich es euch vorhin angedeutet habe. Sie sollten auf dieser Erde ein neues Leben beginnen und Erstlinge einer noch niederen Stufe sein – denn es sollte zuerst tierisches Leben aus ihnen werden, das die Erde bewohnen würde. So wurde eines nach dem andern geholt; und mithilfe eines besonderen Schlafes, in den sie versetzt wurden, erfolgte die Umwandlung: Aus dem geistigen Leib, den sie doch einst hatten, wurde ihnen die Form eines Tieres gegeben. Und bei diesem Tier sollte es in gleicher Art und Weise wie bei einem auf niederster Stufe stehenden Kriechtier geschehen, in selber Weise, mithilfe eines Geistes Gottes.

Er gab in dieses Gebilde, das in grobstofflicher Art und Weise geformt wurde, von seiner Schöpferkraft – zusammen mit grobstofflichen Kräften, welche auf der Erde vorhanden waren. Auf diese Weise wurde Bewegung in dieses Gebilde gebracht. Es wurden so von den geistigen Wesen verschiedenste Formen und Arten gebildet. So gab es auf Erden erstes Leben, welches nun eine Zeit lang da sein Dasein fristen musste. Es brauchte aber auch Pflanzen.

Die Tiere wurden in grösserer Anzahl und in den verschiedensten Gattungen und Arten auf diese Weise ins Leben gebracht. Sie waren nun in einen materiellen Leib eingehüllt. Jetzt bedurften sie der Nahrung – sie brauchten also ihre Speisen, wenn ich es so sagen darf. Zuerst sollte tierisches, pflanzliches Leben auf der Erde sein – das sollte einmal der Anfang sein. Man soll sich nun aber nicht vorstellen, dass die Tiere ein Leben von unbestimmter Zeit haben durften, sondern ihr irdisches Leben war begrenzt.

Damit die Möglichkeit der Zeugung unter diesen Tieren geschaffen werden konnte zu ihrer weiteren Verbreitung und Entfaltung, wurden männliche wie auch weibliche Tiere gegeben. So ward dieses Leben geschaffen. Die Tiere hatten manchmal nur ein kurzes Leben, denn es fehlte ihnen teilweise an Nahrung; dafür hatten sie die Möglichkeit, sich auf der Erde zu bewegen. Diesen Tieren wurde – im Vergleich zu jenen Geistwesen, die das Paradies bewohnt hatten – keine Grenze gesetzt, die nicht überschritten werden durfte. Sie waren freie Tiere und konnten wandern. So gingen sie umher und kamen zum grössten Teil gewaltsam um; entweder indem sie sich durch gegenseitigen Kampf umbrachten oder indem sie durch das aus der Erde herausspeiende Feuer vernichtet wurden, oder sie kamen auf andere Weise um – sei es durch Fluten, die da tobten.

Die Zeitspanne, während der diese Tiere lebten und das Pflanzenreich sich vermehrte und entfaltete, kann ich euch in Jahren nicht darlegen – das dauerte seine Zeit. Ebenso dauerte es lange Zeit, bis es möglich wurde, dass sich die Erde immer mehr beruhigte, denn sie bebte noch immer zeitweise und schaffte noch von innen heraus. Man wartete aber nicht, bis die Erde zur Ruhe gekommen war und alles so war wie heute. Es dauerte Millionen von Jahren, bis die Erde zur Ruhe kam, und so hat auch die Entwicklung dieses Lebens seine Zeit gebraucht.

Es kam der Zeitpunkt, wo höheres Leben die Erde bevölkern sollte, denn auf das Hineinbringen dieses höheren Lebens kam es ja an. Doch zuerst wurde das niedere Leben geschaffen – es musste zuerst geschaffen werden –, und von diesem niederen Leben sollte höheres Leben entstehen. Jene Tiere, die nun diese Welt verlassen hatten, wurden wieder an genau denselben Ort hingeführt, von wo sie ausgegangen waren; dort sollten sie auf eine weitere, neue Wiederverkörperung warten. Geistige Wesen hatten sie in Empfang genommen und wieder eine bestimmte Zeitspanne gewartet. Wenn es für richtig befunden wurde, dass der Zeitpunkt für dieses tierische Leben gekommen war, wurde ein Wesen in ein weiteres, neues irdisches Dasein hineingeführt. Ergänzen möchte ich, dass dasselbe Tier in derselben Gestaltung einige Male hintereinander auf der Erde leben musste.

Ich möchte jetzt auf den Zeitpunkt zu sprechen kommen, den die göttliche Welt für gekommen fand, dass nun für ein ganz bestimmtes höchstentwickeltes Tier die Möglichkeit bestand, es für ein neues, besseres, höheres Leben vorzusehen. Das war dann der Zeitpunkt, da die Geisterwelt Gottes an diese Tierwelt heranging, um das höchstentwickelte Tier so umzugestalten, zu wandeln, dass es möglich wurde, aus seinem tierischen Leib einen Menschen zu bilden.

Aus dem Tier, das nun diese erhöhte Geistesstufe angenommen hatte, wurde das geistige Urprinzip – es war ja als höheres geistiges Wesen in ihm – wieder in seine Klarheit oder in seine Form gebracht, und es wurde auf diese Weise ein menschliches Wesen gebildet; jedoch war es vorerst noch ein menschliches Wesen ohne Leben. Es wurde geformt durch eine bestimmte Kraft – ich kann es nach euren heutigen Begriffen so erklären: Es brauchte Od, das aus diesem Tier kam, Od, das aus den Pflanzen kam, Od, das die Erde, das Wasser und die Luft lieferten. Und die Geister Gottes mussten nun von ihrer schöpferischen Kraft dazutun, gestaltend tätig sein, um so einen Menschen zu formen, zu bilden – ihm Leben und Bewegung zu geben. Der Erste, der den Weg auf diese Weise zum Menschen durchlaufen hat, war der einstmalige Fürst Adam. Er erwachte als Erster auf der Erde – er ward wiederum der Erstling.

Nun wisst ihr auch um die Erklärung, die sich in der Bibel findet, dass dem Adam eine Rippe entnommen und so ein Mensch gebildet worden wäre (1. Mos. 2, 21–22). Ich möchte sagen, diese Darlegung ist sehr ungeschickt – genauso ungeschickt und unmöglich wie jene mit dem Apfel. Mir scheint es, dass zu jener Zeit, wo dieses Menschen so dargelegt wurde, sie noch nicht so intelligent waren wie heute. Ich glaube nicht, dass man heutzutage Menschen solches sagen könnte – das glaube ich nicht. Aber es hatte ja auch seinen Grund, warum es dazumal möglich war, dass Menschen solches glaubten ...

Die Geister Gottes mussten erneut tätig werden, um Eva ins Menschenleben zu rufen. Sie hatten jetzt Adam als menschliches Geschöpf. Sie liessen ihn in einen Schlaf kommen – genauso wie es notwendig war, geistige Wesen für ihre Umwandlung in eine niedere Stufe in Schlaf zu versetzen. Geister Gottes mussten von seiner fertig gebildeten menschlichen Form Kräfte feinstofflicher Art sowie Substanzen seines irdischen Leibes entfernen, das heisst entnehmen. Ich möchte sagen, vom Od lebenswichtiger Organe, die Adam ein Leben auf dieser Erde ermöglichten, mussten sie nehmen, um aufs Neue wieder eine solche menschliche Gestalt formen zu können. Gottesgeister mussten wiederum verschiedene Kräfte, so wie ich es erklärt habe, zur Bildung des Leibes beiziehen, und sie mussten mit ihrer eigenen schöpferischen Kraft in diese unbelebte Materie, die als Gebilde dalag, einwirken. Man könnte es nach euren Begriffen vielleicht so sagen: Das Gebilde sah einem menschlichen Leichnam ähnlich – es hatte die Form und das Aussehen eines Menschen, aber es war kein Leben darin. Das Leben, die Bewegung musste daher in dieses Wesen hineingebracht werden, sodass es ein Mensch werden konnte, der sich mit dem andern, den er sah, verständigen konnte.

Nun, ich werde von meinen Geistgeschwistern darauf aufmerksam gemacht, dass ich etwas unterlassen hätte zu sagen. Man muss sich nicht vorstellen, dass nach Adam schon am folgenden Tag die Eva erschaffen worden wäre. Wohl heisst es, für den Menschen sei es nicht gut, wenn er allein ist (1. Mos. 2, 18). Das mag sein, doch hatte Adam lange Zeit allein zu leben – es eilt nämlich dem lieben Gott nie –, und er hatte auch seine Kämpfe auszutragen. Es waren Tiere um Adam, und er musste leben. Und wie musste er leben, wovon? ... Ja, das Leben war dazumal für diesen Menschen einsam und sehr bescheiden.

Ich soll euch noch sagen, dass Adam in der Anfangszeit allein war mit diesen Tieren. Da brauchte er doch den Beistand einer höheren Welt. Die geistigen Wesen mussten sich mit ihm in Verbindung setzen. Sie mussten sich ihm zu erkennen geben und ihm den Weg zeigen. Sie erklärten Adam: “Du lebst jetzt als Mensch auf der Erde, du bist der Erstling da. Schau um dich, die vielen Tiere – es wird der Zeitpunkt kommen, wo du eine Gefährtin bekommst. Aber du sollst und musst warten.” Und so ging Adam immer wieder auf die Suche nach diesen Tieren, um Umschau zu halten, ob wohl die Zeit gekommen wäre ... Man kann sich doch vorstellen, dass es ihm nicht sehr angenehm war, so ganz alleine zu sein in dieser Welt, auf dieser Erde, die ständig bebte, wo einmal da ein Feuerstrahl aus der Erde herausdrang und einmal dort Wasser aus dem Innern der Erde herauskam. Ach, es sah gar nicht so aus, wie es euch die Bibel darlegt. So einfach, gemütlich und schön war das Leben für diesen ersten Menschen gar nicht – es war hart, sehr hart. Adam ernährte sich von Wurzeln und führte ein ganz bescheidenes Leben.

Adam war aber immer wieder von Zeit zu Zeit im Gespräch mit diesen jenseitigen Wesen. Mit wem sollte er sich denn sonst unterhalten? Diese taten sich ihm kund – er war ja von geistigen Wesen geschaffen worden. Sie hatten mit ihrer Schöpferkraft etwas von ihrem reinen Od auf diesen Erstling, diesen Menschen, übertragen; daher besass Adam wieder etwas von dieser wunderbaren, besonderen Kraft. Nicht nur die irdische Materie, die seinen Leib zeichnete und für sein Leben notwendig war, war äusserst wichtig, sondern von grösster Wichtigkeit war auch eine odische Kraft, die Lebenskraft, die Adam von den geistigen Wesen bekommen hatte. Diese Odkraft machte es ihm möglich, die Verbindung zur Geisteswelt zu halten. Adam hatte dank seiner eigenen odischen oder magnetischen Kraft – wie ihr es haben möchtet – die Verbindung zu jenen, die ihm diese odische Kraft gegeben hatten. Es bestand dadurch sozusagen ein Band der Verbundenheit – eine gegenseitige Verbindung. Daher konnte sich dieser Menschenerstling mit den geistigen Wesen unterhalten und mit ihnen reden. Sie zeigten sich ihm auch in ihrer Gestalt, jedoch nicht in ihrem Lichterglanz, in dem sie waren, sondern sie mussten die Schwingungen ihres Leibes entsprechend anpassen, sodass es dem Geschöpf Adam möglich war, sie als Wesenheiten zu sehen und mit ihnen zu sprechen; denn Adam war als Mensch nun von noch grobstofflicherer Art, und sein menschliches Auge war nicht in der Lage, Feingeistiges oder Feinstgeistiges wahrzunehmen. Die Wesenheiten hatten sich ihm gegenüber als Geschöpfe Gottes vorgestellt und bekundet. So ward nun ein Anfang für ihn geschaffen.

Und nun komme ich wieder auf das zurück, was ich vorhin gesagt habe. Es war ja die Zeit gekommen, Adam eine Gefährtin zu geben. So sollten sie gemeinsam, zu zweit, mit diesen Tieren auf der Erde leben, die immer noch bebte und unruhig war. Sie aber waren zwei Geschöpfe, die nun in ihrem Gottesglauben stark blieben. Sie glaubten an Gott, und die Geister Gottes, die stets mit ihnen in Verbindung traten, zeigten ihnen den Weg und erklärten ihnen, was sie zu tun hatten.

Habt ihr euch schon Gedanken darüber gemacht, wie die beiden denn miteinander geredet haben? Was für eine Sprache hatten sie überhaupt? Jetzt komme ich auf den ‘Wortschatz’ zurück, wovon ich gesprochen habe. Nein, Adam und Eva unter sich hatten einander mit Worten nicht verstanden. Aber sie hatten die Möglichkeit, Laute von sich zu geben. Sie mussten erst eine Sprache erlernen; dabei waren ihnen die Geister Gottes behilflich, dass sie sich gegenseitig verstehen konnten. Aber Sprachstunden und Sprachschulen, wie es sie heute gibt, und eine Grammatik, wie ihr sie kennt, wo alles so genau – Punkt auf Komma – stimmen muss, das gab es nicht; das ist euch doch verständlich. Es ging der Gotteswelt gar nicht darum, diesen beiden Menschen eine solche Sprache zu geben; sie erhielten aber so viele Worte, um einander verstehen zu können.

Doch nicht nur eine Sprache lehrte man sie; von noch grösserer Bedeutung war die Zeichensprache, denn man verstand sich – trotz der Belehrung aus der göttlichen Welt – nicht von heute auf morgen. Man meinte und verstand nicht immer genau dasselbe. Man machte daher Zeichen aller Art – diese Möglichkeit gab es schon. Dafür mussten entsprechende Gegenstände gefertigt werden, um diese Zeichen, sagen wir, in einen Stein einzuritzen, wenn die Möglichkeit dazu bestand. Man hatte auch Zeichen in den Schlamm gezeichnet. Auf diese Weise versuchte man sich gegenseitig zu verständigen. Diese Zeichensprache war umfangreich und ist über Tausende von Jahren geblieben. So hatten die verschiedenen Völker ihre eigenen Zeichen, und das war ihre eigentliche Sprache. Das sollte zugleich auch dazu dienen, dass Eindringlinge, wie sie von diesen Völkern betrachtet wurden, diese Zeichensprache nicht verstehen konnten. Und so musste dementsprechend gesucht und geforscht werden, was mit diesen Zeichen gemeint war. Aber die Familien oder Gemeinschaften, die in dieser Zeichensprache ja auch belehrt wurden, wussten dann Bescheid über die Dinge, die sie wissen mussten.

Eigentlich brauche ich mich dabei nicht länger aufzuhalten. Das Weitere über die Nachkommenschaft dieser beiden Erstlinge ist in der Bibel festgehalten, und daher brauche ich nicht weiter besondere Lücken auszufüllen. Auf diese Art und Weise ist das Leben vor sich gegangen – so hat es sich langsam entfaltet.

Das ist natürlich nicht das Ende der Schöpfung, und es ist nicht das, womit ich abschliessen möchte, obwohl mich schon wieder jemand darauf aufmerksam macht, dass die Zeit fortgeschritten sei und ich mich damit zurechtfinden müsse. Ich finde, man gibt mir dies als Ratschlag, da meine Geistgeschwister unter den Anwesenden gewisse Freunde sehen, die unter Ermüdung leiden.

Aber ich möchte euch noch fragen: Habt ihr euch auch schon Gedanken darüber gemacht, wie es mit der Schöpfung weiterging? Es leben ja schliesslich nicht nur weisse Menschen ... Es gibt doch auch andersfarbige Völker, beispielsweise Menschen von dunkler Hautfarbe, die ein ganz anderes Aussehen haben. Wie ist denn das möglich? Steht davon etwas in der Bibel? Habt ihr ein Wissen über solches Leben? Ich denke nicht, und daher versuche ich jetzt noch etwas dazu zu sagen, und dann haben wir ja später immer noch Zeit, uns weiter darüber zu unterhalten.

Ich habe ja am zweiten Abend von den Söhnen Gottes gesprochen. Sie haben ihr Leben, ihr Dasein Christus zu verdanken; sie sind aus ihm entstanden. Ich möchte dies natürlich nicht direkt mit dem Werden niederen Lebens auf der Erde vergleichen, aber prinzipiell hat es doch seine Ähnlichkeit, wenn es darum geht, erstes Leben zu schaffen, das heisst, wie die Geistwesen ihren Beitrag auf dieser Erde geleistet haben beziehungsweise wie aus dem Schöpfer heraus neues Leben geschaffen wurde.

Vielleicht habe ich noch unterlassen, zu sagen, dass bei den Erstlingen und den niederen Tieren, die ihr Leben auf der Erde bekamen, dieser Gottesfunke in ihnen wach geworden ist. Er übernahm wieder seine Funktion, wirksam zu werden, doch war er von einem Schleier der Dunkelheit überdeckt. Genauso war es bei Adam: Sein Gottesfunke, der ja in seinem einstigen geistigen Leibe war und dann auch im Tierleib, wurde sozusagen hinübergepflanzt in seinen menschlichen Leib – beziehungsweise möchte ich es so sagen: Er wurde aufs Neue geweckt, ihm wurde Kraft zum neuen Leben gegeben. Es brauchte einen Antrieb dazu, um das Leben wirklich funktionsfähig zu machen.

Nun, wie die Gottessöhne erschaffen wurden, die Christus ihr Leben verdanken, erwähnte ich bereits: Christus als Ebenbild Gottes hat selbst so unendlich viel an Vielfalt schöpferischer Kraft aller Art von Gott empfangen. Die himmlische Welt sollte schon von allem Anfang an eine Welt der Vielfalt sein, auch unter den Engelwesen. Keines, auch nicht von den Söhnen Gottes, sollte in seinem Aussehen dem andern ähnlich sein. So unterschied sich ein jedes einmal in seiner äusseren Form und Gestalt, und sie unterschieden sich auch in ihrem geistigen Ausdruck, in ihrer Pracht, in den geistigen Kleidern. Unter diesen Söhnen Gottes waren auch welche – ich sage es jetzt so –, die ein besonderes Aussehen hatten. Ihr müsst euch aber nicht das Unvollkommene, das Unschöne vorstellen, das man an Menschen auf der Erde sehen kann, sondern die himmlische Welt und das, was aus Christus geschaffen wurde, kann ja nur Vollkommenheit sein: Vollendung, Schönheit – bewunderungswürdig, bestaunenswert. Also unterschieden sich auch die Söhne Gottes voneinander.

Die Söhne Gottes hatten doch alle ihr Reich, ihre Besitzungen, ihre grossen, geistigen Familien, über die sie Fürsten waren und für die sie verantwortlich waren. Ihr kennt sie, diese Gottessöhne. Es ist euch auch bekannt, dass ihre Zahl nicht vollständig ist, welche von ihnen fehlen. Nun, diese sind eben auch mit Luzifer gefallen und hatten den Anhang ihres Reiches mitgenommen. Luzifer hatte sich zuerst ja ganz besonders mit ihnen angefreundet, und sie waren sich mit ihm ganz einig und verschuldeten sich dadurch tief. Sie kamen in grösste Verschuldung, weil sie selbst im Reiche Gottes so zu den andern gingen und sie in Versuchung führten. Auf diese Art und Weise hatten sie grösste Belastung und grösste Schuld auf sich geladen; daher wurden eben jene Geisterscharen in die Tiefen der Hölle hinuntergestossen.

Ich habe euch an diesem Abend erklärt – so ihr aufmerksam zugehört –, dass Geister Gottes in der Hölle von überall her Geister für ein neues Dasein, ein neues Leben auf der Erde holten. Es waren also solche dabei, die weniger belastet waren, und solche, die sich sehr, sehr belastet hatten. Auch sie wurden geholt und sollten für ein neues menschliches Dasein ihren Anfang nehmen. Ich habe euch auch erklärt, dass die Entwicklung der Erde nicht überall in gleicher Weise verlief, dass sie noch sehr unruhig war und sich diese Teile der Erde sehr voneinander unterschieden.

Gleichwohl war vorgesehen worden, andere Teile der Erde mit jenen [andersfarbigen] geistigen Wesen zu bevölkern, um auch ihnen die Möglichkeit für ein menschliches Dasein zu geben. Dieses wurde auf gleiche Weise getan, wie ich es euch erklärt habe. Geister Gottes holten ebenfalls von jenen Wesenheiten und wandelten sie um; diese machten also denselben Entwicklungsweg mit – sie wurden aber, da sie sich mehr belastet hatten, in eine niedere geistige Entwicklungsstufe eingereiht. Ihr Aufstieg sollte langsamer vor sich gehen. Solche unter ihnen, die sich weniger belastet, hatten die Möglichkeit, früher in ein menschliches Dasein zu treten. Aber es wurde ihnen als Schicksal ein hartes menschliches Leben gezeichnet. Als es sich dann ergab, dass diese Völker, diese Menschen, den Weg zueinander fanden, da unterdrückten die einen die andern.

Die Gotteswelt setzte sich auch mit ihnen in Verbindung und versuchte, ihnen den Weg zu zeigen. Aber nicht nur die Gotteswelt hat das Ihrige getan, um ihnen den Weg zu zeigen, sondern auch die andern, denn noch standen sie unter der Herrschaft Luzifers. Sie waren noch nicht von der Erlösung durch Christus betroffen – die Erlösung hatte ja noch nicht stattgefunden. Daher führte ihr Weg nach dem irdischen Sterben wieder zurück in die Herrschaft Luzifers, und sie standen wieder unter seiner Herrschaft. Das Himmelreich war nicht offen – auch nicht für diesen Adam. Nach seinem Tode musste er wie die Seinen wieder zurück, aber nicht in die Tiefen der Hölle. Ich erklärte euch vielmehr, und darüber wisst ihr Bescheid, dass die Hölle Aufstiegsstufen hat und es sogenannte Vorhöllen oder Vorhimmel gibt, wenn man es so ausdrücken will, wo die Wesenheiten nicht mehr so der quälenden Herrschaft Luzifers ausgesetzt waren, wenn sie von einem Erdenleben zurückkehrten. Wohl standen sie auch dort unter seiner Herrschaft. Aber sie wurden darüber belehrt und wussten davon, dass ein Weg für sie offen sein werde, der sie zurückführe zu Gott, zu einem Gott der Liebe und der Gerechtigkeit. Sie wurden belehrt, dass sie diese Liebe nachzuahmen hätten und Gefolgschaft leisten müssten. Sie müssten lernen, Gerechtigkeit zu geben, und fähig sein, die geistigen Gebote zu befolgen, die ihnen von den Engeln in den luziferischen Bereichen unterbreitet wurden; es wurde ihnen gesagt, was sie tun und was sie lassen müssten, damit für sie die Möglichkeit einer schnelleren geistigen Entwicklung bestand.

Nun waren sie aber immer wieder der Verführung durch die luziferischen Kräfte ausgesetzt. Die luziferischen Geistwesen hatten doch Ein- und Ausgang, denn sie alle standen unter der Herrschaft Luzifers. Doch diese Gottesengel erzwangen sich das Recht, in die Herrschaft Luzifers einzudringen, und er konnte es ihnen nicht verwehren. Aber Luzifer tat das Seine mit den Seinigen, um diese Wesen immer wieder zu täuschen, und er sagte ihnen: “Glaubt nicht, was euch da gesagt wird. Das alles stimmt doch nicht. Ihr lebt mit mir, und ich übe die Herrschaft aus – ihr habt mir zu gehorchen. Und wenn ihr das tut, was ich euch sage und von euch verlange, dann werdet ihr einst zu einem seligen, schönen Leben kommen.” Er war, wie es heisst, von jeher “der Vater der Lüge” (Joh. 8, 44).

Gerade diese stärker verschuldeten Geistwesen standen doch ganz besonders unter seiner Gewalt, unter seinem Einfluss – auch wenn sie nach ihrem Tod in eine obere Stufe der Hölle einkehren durften, so sie sich im Erdenleben weniger verschuldet hatten. Was hatten sie aber für ein qualvolles Leben hinter sich! Andere Völker, andere Menschen hatten sie ihrer Hautfarbe wegen unterdrückt. Luzifer ermöglichte es mit seiner Tätigkeit, dass die anderen Menschen sich anmassten, sie würden in höherer geistiger Entwicklung stehen. Er stiftete sie an, sich jener Andersfarbigen zu bemächtigen, denn deren Leben hätte nicht diesen geistig hohen Wert wie das ihrige; jene wären dafür bestimmt, ihre Sklaven zu sein, sie müssten für sie arbeiten und wirken.

So hatte der Teufel Macht über die Menschen, und diese war gross, sehr gross. Schon damals war es so, dass, wenn es darum ging, Besitztümer zu erlangen oder sich auf irgendeine Weise zu bereichern, es ihnen gefiel, stets Menschen für sich zu haben, die ihnen untertan waren und für sie arbeiteten. Sie wollten für sich ein Reich aufbauen und wollten sich persönlich bereichern. Die Welt von dazumal, diese Landschaften und Gebiete, waren ja frei – sie waren nicht gleich von irgendeinem Herrscher beansprucht worden. Die Herrscher kamen langsam, erkämpften sich die Gebiete und erklärten, dass von da bis dort das Gebiet ihnen gehöre. Sie zwangen die Menschen, Gehorsam zu leisten, und hatten dazu ihre Lockmittel, dass diese Menschen ihnen gehorsam wurden.

Das Leben als solches, das dazumal gelebt wurde, Nahrung und Obdach waren bescheiden. So hatte das Böse von allem Anfang an seine Macht ausgeweitet und die Menschen beeinflusst. Es war ein steter und ständiger Kampf zwischen Gut und Böse. Einerseits kamen die Inspirationen von der göttlichen Welt, um den Menschen Trost und Beistand zu geben und ihnen den Weg zum besseren Leben zu zeigen; anderseits waren es jene Mächte der Tiefe, die kamen und auf ihre Weise die Menschen beeinflussten. Und was ist dem Menschen näher, als wenn man ihm sagt: “Bemühe dich um irdischen Reichtum, dann hast du ein schönes Leben und kommst zu Ansehen. Bemühe dich um Reichtum; die andern sollen dir dazu behilflich sein.” Hört einer solche Worte und fühlt er sich körperlich und geistig stark genug, um sich durchzusetzen, so wird er es tun.

Zudem bestand von jeher die grosse Schwierigkeit, sich in einer Sprache zu verständigen. Die Zeichensprache, von der ich gesprochen habe, spielte dabei eine grosse Rolle. Nur langsam kam die Menschheit voran – die Entfaltung war noch sehr gering. Die Menschen, so sie einander während der weiten Reisen begegneten, fingen an, einander zu bekämpfen und zu töten. Das frühe Leben der Menschheit war kein schönes Leben, es war zum Teil grausam – auf grausame Art und Weise bekämpfte man sich. So glaubten die einen, sie könnten die Götter herbeirufen; das waren doch jene, die den düsteren Geistesmächten verfallen waren. Diese sollten ihnen Beistand leisten, denn sie standen mit ihnen in Verbindung und brachten ihnen dementsprechend ihre Opfer, Menschenopfer ...

Nun, für heute habe ich genug zu euch gesprochen. Morgen werdet ihr ja wieder von mir hören. Ihr könnt euch aber aus dem bis zum heutigen Abend Vorgetragenen einigermassen ein Bild machen. Ich habe euch dargelegt, wie zuerst das geistige Wesen in seiner Feinheit lebte und wie es diese Feinstofflichkeit verloren hat, weil es sich von Gott entfernte und auf diese Weise der Glanz und die Herrlichkeit von ihm entwich; dass es jedoch in seinem Leben erhalten blieb, aber immer wieder in eine andere grobstoffliche Form eingekleidet wurde und so das Leben weitergehen sollte. Ein schweres und beschwerliches Leben hatte seinen Anfang genommen und nimmt seinen Fortgang bis zu dem Zeitpunkt, da Menschen zu höherer Erkenntnis kommen und den himmlischen Vater als den Schöpfer anerkennen, der er ist. Man muss zu diesem Bewusstsein kommen, dass man sein Geschöpf ist, aus seinem Willen geworden, und dass man in der Welt, in der man steht, eine grosse Aufgabe zu erfüllen hat. Die Menschheit, die auf dieser Erde lebt, muss gemeinsam zu höherer Erkenntnis und in die Einheit mit Gott gelangen, um so gemeinsam den Weg nach oben antreten zu können.

So ist es jedem Einzelnen hier in dieser Welt überlassen, sein Leben zum Teil selbst zu bestimmen. Er selbst vermag zu entscheiden, ob er an den Schöpfer und an den König der Geisterwelt Gottes glauben will. Es ist ihm überlassen, sein ganzes Denken und Wollen nach den Höhen auszurichten, um so seinen Aufstieg zu beschleunigen, um wieder in diese geistige Feinheit zu gelangen. Wenn er seinen irdischen Körper abgelegt hat, wird es zum Vorschein kommen, denn an seinem irdischen Körper sind so viele Kräfte. Diese Kräfte können prachtvoll und farbenreich sein – diese Kräfte können aber auch aus dunklen Strahlen bestehen. Der irdische Körper, der abgelegt wird, ist vergänglich und wird vernichtet; doch was die Seele zu Lebzeiten des Menschen auf den Körper auszustrahlen vermochte, wird von ihr wieder an sich gezogen. Entweder zieht die Seele das Feinstoffliche, das Feine, das Schöne, das Licht, das Farbenfrohe zu sich und gewandet den geistigen Leib damit ein, oder sie bedeckt ihn mit der Dunkelheit, mit jenen Taten, von denen wir immer sagen, dass man sie zu überwinden hat. Es ist die Eifersucht, die Herrschsucht, die Geltungssucht, die Habgier – es sind die Untugenden, die man bekämpfen muss. Dieses Gewebe ist es, das man im menschlichen Leben auflösen muss, damit das Feine, die Feinheit, die Schöpferkraft, die ja in einem jeden Menschen gegeben, aber eingeschlossen, unwirksam ist, sich wieder in Kraft entfalten kann und tätig wird und man so ins Licht kommt. Und so, angezogen vom Licht, wird man wieder ins Reich des Himmels eintreten, zu den Heerscharen des Glücks, der Freude, des Friedens und der Seligkeit, um dort wieder aufgenommen zu werden, umjubelt und voll der Freude, dass man seine Prüfung bestanden hat.

So entlasse ich euch mit dem Segen Gottes. Der Segen Gottes soll sich ausweiten über euch und eure Familien – er soll euch behüten. Durch diesen Segen Gottes und durch dieses euer Leben, durch das höhere Denken und Wollen, sollt ihr an Leib und Seele gesunden. Alles, was unrein ist, alles, was das Kranksein und Krankwerden eures Leibes ermöglichen könnte, soll sich in dieser reinen, göttlichen Kraft auflösen, sodass ihr mehr Geist als Mensch in diesem Leben seid. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrerin Lene vom 25.9.1974 durch ihre Mittlerin Beatrice Brunner an der Meditationswoche 1974, 4. Abend, im Saal der Park Hotels Waldhaus, Flims (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Lene: Ihr wisst, wie es in der Bibel heisst, dass Ausschau gehalten wurde nach einer Begleiterin für Adam; denn es sollte diesem ersten Menschen eine Begleiterin für sein Leben gegeben werden, er sollte doch nicht allein auf dieser Erde sein (vgl. 1. Mos. 2, 18 – 20). So wurde Umschau gehalten unter den Tieren; es wurde geschaut, welches wohl das erste sein würde, bei dem nun diese Veränderung oder Umwandlung möglich sein könnte.

Und so haben die Geister Gottes ein solches Tier, das im Aufstieg begriffen war, herausgenommen. Dieses Tier hatte doch auch im Geiste noch die Gestalt und die Form eines Tieres; es musste daher diese äussere Gestalt aufgelöst, gewandelt werden. Die Umwandlung wurde vollzogen am Unvergänglichen, am hohen Geistigen, das doch diesem Tier Leben gab. Dies geschah, indem die Geister Gottes mit ihrem Beistand behilflich waren und den verdichteten, irdischen Leib auflösten, entfernten. Mit der Odkraft und dem Beistand vermochten diese Geister Gottes den geistigen Odleib in der Entfaltung zu fördern – es stand nun ein Geistwesen, diese Eva, da mit ihrem Odleib, ihrem geistigen Leib in ihrer feinstofflichen Gestalt. Erst nachdem dieses Wesen, diese Eva, in ihrer feinstofflichen Gestalt vor diesen göttlichen Wesen stand, wurde der irdische Leib gegeben. Wiederum vermochte dies die Geisteswelt zu tun mit den Odstoffen, die vorhanden waren, und zwar jetzt mit den notwendigen Odstoffen, die der erste Mensch [Adam] hatte: Aus der verdichteten Materie seines Leibes mussten die Geister Gottes odische Kräfte nehmen. So vermochten sie auch diesem weiblichen Wesen einen verdichteten Leib zu geben.

So will ich es auf diese Weise erläutern, um euch klarzumachen, dass in dieser odischen Kraft, die alle eure Materie umgibt – und diese ist nichts anderes als eine Verdichtung von Feinstofflichem –, eine so wunderbare Kraft ist. Ja man darf wohl sagen, dass dies die geheimnisvollste Kraft ist für den Menschen, die er nicht erfassen und nicht erkennen kann. Und so wie jede Pflanze – wie ich es auch schon erläutert habe – eine für sich besondere geistige, odische Ausströmung hat, so hat auch jeder Mensch und jeder Gegenstand seine besondere Odausstrahlung, alles auf diese Art und Weise.

Ich möchte ein weiteres Beispiel [für das Wirken von Odkräften] geben, und zwar muss ich nun auf die Zeit hinlenken, in der Christus gelebt hat. Christus standen ja odische Kräfte zur Verfügung. Die Geisterwelt Gottes führte Christus diese odischen Kräfte zu, die er im Weiteren noch brauchte für seine Krankenheilungen, auch dafür, dass er jene Scheintoten wieder ins Leben rufen konnte – auch dazu brauchte er gewisse Kräfte, vermehrte Kräfte. Als Gottes Sohn hatte Christus in sich zwar [auch als Mensch] diese wunderbaren, reinen odischen Kräfte; sie reichten aber nicht, sie genügten nicht für alle Aufgaben oder für die Wunder, die er wirkte. Er brauchte für das einzelne Wunder oder für das, was er erreichen wollte, auch andersartige Odströmungen, um diesen Menschen vor Augen führen zu können, dass er als Sohn Gottes imstande war, Zeugnis zu geben von seiner Herkunft, so wie es die Menschen ja auch verlangten. Sie verlangten von einem Menschen Übernatürliches, wenn er schon behaupten wollte, dass er Gottes Sohn sei; es war für jene Menschen eine Selbstverständlichkeit, dass er Beweise geben müsste von seiner Herkunft. Und so standen ihm die Geister Gottes dann auch zur Verfügung, wenn es notwendig war, und sie vermittelten ihm diese notwendigen Kräfte, um das zu erreichen, was er erreichen wollte. Also nicht einfach aus der Luft heraus oder aus seiner eigenen persönlichen Kraft heraus war er imstande, all dieses zu erfüllen, was ihr an Wundern von Christus kennt. Es bedurfte also auch der Zuführung der verschiedensten Odarten und Odströmungen durch geistige Wesen.

[...] In der christlichen Lehre, in den Evangelien, wie sie den Menschen dargelegt wird, wird ja nichts von all dem erklärt, was ich euch unterbreite. Was ich euch erkläre, ist ein tieferes Wissen, das euch in eurer Erkenntnis bereichert. Es bereitet euch aber trotzdem Schwierigkeiten, dies alles zu erfassen, und es ist auch für mich nicht leicht, diese Erklärungen euch so darzulegen, dass ihr es verstehen könnt, dass ihr diese verschiedensten Veränderungen in der Natur auch verstehen lernt und ihr erkennen könnt, dass wahrhaftig in allem Leben, das da auf dieser Erde ist, ein Funke Gottes ist und der Körper oder der Leib des Trägers vom einen zum andern verschieden ist. Durch diese Erkenntnis wird ein Weg geöffnet, der den Menschen auch zum Nachdenken zwingt. So wird ihm manches verständlich, und für manche Dinge hat er kein Warum mehr.

Es gibt Gesetze Gottes oder Teile der Ordnung Gottes, die dem Menschen nicht erklärt werden können, weil er sie nicht verstehen kann. Aber verstehen kann er, wenn ich jetzt auf diese Weise erkläre, wie es zur Umwandlung eines Tierleibes in einen menschlichen Leib kommt – nicht eines verdichteten, irdischen Tierleibes, sondern ich möchte es so erklären: Hat ein Tier in seiner geistigen Entwicklung seine höchste Stufe erreicht, so wird dieses Tier in seiner gleichen Form, wie es hier auf Erden gelebt hat, in einer Geistessphäre erscheinen; es steht also mit seinem geistigen Leib da, denn abgelegt hat es ja seinen irdischen Leib. Dieser geistige Leib hat dieselbe Form, wie es der verdichtete, irdische Leib gehabt hat. Ist nun dieses Tier in seinem Aufstieg auf dem höchsten Punkt angelangt, so ist für es die Zeit gekommen, um in das höhere Leben einzutreten. Und mit diesem “in das höhere Leben eintreten” meine ich eben, dass man bereit ist, in ein Menschenleben einzutreten.

Nun aber erklärte ich euch: Der Odleib dieses Tieres hat genau die Form, wie sie der irdische Leib auf Erden hatte, nur feinstofflich. Nun kommt es zu einem Eingreifen der göttlichen Welt. Die göttliche Welt, die nun erkennt, dass bei diesem Tier die höchste Stufe erreicht worden ist, führt nun – um Gelegenheit zu geben, in ein höheres Leben hinüberzutreten – dieses geistige Tier, das mit seinem Odleib lebendig ist, in eine bestimmte Sphäre oder in einen bestimmten Raum, der von einer gewissen Kraft oder von gewissen Odströmen erfüllt ist. Diese Odströme neigen dazu, nun diesen Odleib des Tieres aufzulösen oder umzuwandeln. Da es nun um den Aufstieg in das höhere Leben geht, muss dieser Odleib des Tieres aufgelöst werden. Ist dies geschehen, so ist doch der Funke da, das Ewige, das aus Gott ist, das seinen Bestand hat und unvergänglich ist. Und nun gibt es aus diesem Gottesfunken, aus diesem Ewigen, die Entfaltung oder die Ausströmung der odischen Kraft, die feinstofflich zum höheren Geistwesen geformt wird. Hier braucht es die Hilfe der Geister Gottes.

Bis anhin wurde euch einfach gesagt, solche Tiere oder Wesenheiten würden in einen Schlaf geführt und dann finde die Umwandlung statt. Das kann man mit wenigen Worten so sagen, aber daraus erkanntet ihr eben die Angelegenheit nicht im Genauen. Wenn ich es euch nun auf diese Weise erklärt habe, soll es euch dazu dienen, eben etwas mehr Erkenntnisse zu erhalten über diesen ganzen geistigen Aufstieg.

Ich kenne die Gedanken gewisser Freunde, die sich nun sagen: “Gut, jetzt ist durch diese Umgestaltung, diese Umwandlung, ein geistiges Wesen ins Dasein gelangt. Es ist ihm nur wieder sein [ursprünglicher] Geistesleib aufgebaut worden; denn alles, alles, was sich entfalten kann, was gedeihen und wachsen kann, ist ja in dieser seiner Odkraft oder in seinem Gottesfunken in der Tiefe seiner Seele enthalten, und es ist das höchste Ziel, dass es auch die Vollendung erreicht, die es haben muss.”

Nun aber soll man sich nicht vorstellen, dass bei dieser Umwandlung oder Umgestaltung –oder bei der neuen geistigen Geburt, wie man es nennen möchte – nun ein grosses, erwachsenes Geistwesen vor einem stehen würde. Nein, es ist ein Geistwesen, von dem man in eurer Sprache sagen kann: Es ist ein Geistkind, das nun bestimmt ist für sein erstes Erdenleben. Es ist dies also ein Geistwesen, das seinen Odleib hat und darauf wartet, mit seinem Odleib Eingang zu finden in einen irdischen Leib, der gezeugt wurde. So besteht ja nun die Möglichkeit des Gedeihens und Wachsens in gegenseitiger Weise – durch die Kraft geistigen Odes des irdischen Leibes, verbunden mit der geistigen Kraft des geistigen Odleibes; beide sind zusammen, miteinander verbunden, und es gibt ein gemeinsames Wachsen. Das ist auch die Antwort darauf, dass, wenn ein Kleinkind stirbt und in die Gotteswelt eintritt, es als Kind in der Geisteswelt dasteht. Dieses Geistkind wird aufgenommen von den Engeln Gottes, wird in ein geistiges Paradies geführt, wo es auch als Geistwesen heranwächst. Das ist die Antwort für manche denkenden Menschen, auf welche Weise und wieso es denn möglich ist, dass ein auf Erden inkarnierter Geist, der im Kindesalter stirbt, dann auch in der Geisteswelt ein Kind ist und nicht ein Geistwesen im üblichen Sinne. Also das ist die Erklärung.

Wenn ein Mensch stirbt, der seine Seele noch nicht genügend geläutert und seine Aufgaben noch nicht genügend erfüllt hat, steht ja auch ihm wiederum ein neues Erdenleben zur Verfügung. Auch solche geistige Wesen werden, ehe sie wieder in die Einverleibung geführt werden, in einen Schlaf gebracht. Und hier braucht es wiederum die odischen Kräfte und die Ströme odischer Kraft, um diesen Geistesleib oder diesen Odleib in die Grösse oder in das Mass [eines neugeborenen Kindes] zu bringen. Es muss also auf diese Art und Weise geschehen, dass der Odleib eines solchen Geistwesens durch die odischen Kräfte so zusammengedrängt wird, dass er wiederum von einem irdischen Körper Besitz nehmen kann und es wiederum zu einem gegenseitigen Wachsen kommt. So muss der Geist, der da Eingang findet in den irdischen Leib, hineinwachsen, gemeinsam mit dem irdischen Leib wachsen. Das ist das Geheimnis ebendieser odischen Kräfte, dass sie eine Entfaltung möglich machen.

Es gibt auch Möglichkeiten der Vernichtung – nicht der Vernichtung des Geistwesens, sondern es gibt die Möglichkeit der Vernichtung aus den Kräften der Odströme, die frei liegen in eurer irdischen Welt. Denn um diese Erde ist ein ganzer Mantel dieser odischen Kräfte gelegt; diese können herausgenommen und verdichtet werden und so zum Heil oder zum Unheil des Menschen verwendet werden.

Es gibt also nichts auf dieser Welt, das nicht auch im Geistigen vorhanden ist. Das ist die Erklärung. Alles, was die Menschen auf ihrer Erde besitzen, ist in feinstofflicher Art im Geistigen vorhanden. Die Geisteswelt verfeinert, gestaltet und formt diese Dinge aus der odischen Kraft zu dem Gebrauch, den sie haben müssen – aber zum Heil des Menschen.

Ausschnitt aus dem Vortrag von Geistlehrerin Lene vom 22.9.1976 durch ihre Mittlerin Beatrice Brunner an der Meditationswoche 1976, 4. Abend, im Saal der Park Hotels Waldhaus, Flims (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Das Od ist eine Lebensgrundlage – Art und Beschaffenheit von Odströmen

Lene, 25. September 1980, 16. April 1975 und 22. September 1966 (Ausschnitte)

Das Od ist eine Lebensgrundlage – Art und Beschaffenheit von Odströmen

“Die Odkraft oder Lebenskraft befindet sich in und um alles, was Gott geschaffen hat. Jeder Mensch, jedes Tier, jede Pflanze, jeder Stein, jedes Mineral, jedes Wasser, jeder Weltkörper, jeder Geist und was es sonst noch gibt, hat Odkraft. Sie ist nichts Materielles, sondern etwas Geistiges und stets mit einem Geist verbunden. Sie ist die Lebenskraft des Geistes. Träger der Odkraft ist daher stets der Geist. Wo also Leben ist, ist Od, und wo Od ist, ist Geist. Da nun die Odkraft in und um alles ist, was Gott geschaffen hat, und stets mit dem Geist verbunden ist, so folgt daraus, dass in allem Geschaffenen ein Geist ist.”

Lene: Jetzt fange ich einmal an und erkläre euch, dass über die Erdkugel ein Odmantel gezogen ist; ich könnte auch sagen, alles ist mit einem Odmantel überdeckt. Berge, Felder, Meere sind mit einer Odhülle überzogen. Jede einzelne Blume hier ist mit einer Odhülle überzogen, oder anders formuliert: Sie trägt einen Odleib. Aber halt, damit könnte ich euch verunsichern. Ich sage lieber: Jede Blume, jeder Strauch ist von einer Odhülle umgeben. Das ist vielleicht deutlicher. Ja, sogar jeder Stein ist eingekleidet in einen Odmantel oder eine Odhülle – was wollt ihr lieber hören? Und der Mensch ist verbunden mit einem Odleib, oder wollt ihr es lieber odischen Leib nennen? Im Grunde genommen ist es dasselbe.

Und jetzt etwas irdisch gesprochen, damit ich besser verstanden werde: Der Unterschied zwischen ihrem Odmantel, der Odhülle, dem Odleib oder wie man dem auch sagen will, besteht einzig und allein – jetzt etwas menschlich ausgedrückt – in der Qualität. Das Od hat verschiedene Wirkungsstufen, ist aber – als Materie angesprochen – ein und dasselbe. Es ist in seiner Art, in seiner Beschaffenheit nicht in derselben Qualität, um es wieder menschlich auszudrücken, damit ihr mich besser versteht. Wir Geister – auch ich – reden doch nicht in der menschlichen Sprache und unterscheiden die Qualitäten von den Dingen. Es geht uns ja um die geistige Materie, um die Feinstofflichkeit, um die Grobstofflichkeit, um die Festigkeit, die geistige Festigkeit. Darum reden wir von Feinstofflichkeit, von Grobstofflichkeit, und dazwischen gibt es auch noch eine mittlere Verdichtung der Stofflichkeit. Es gibt nicht nur ganz Feinstoffliches oder ganz Grobstoffliches, es gibt dazwischen auch noch verschiedene Abstufungen. Aber alles zusammen ist geistiges Od. Ohne dieses geistige Od, das alles einhüllt, könntet ihr nicht leben. Es sind also einfach Unterschiede, und diese Unterschiede bestehen von einem Menschen zum andern. Der eine Mensch ist mit einem grobstofflichen Odleib, der andere mit einem weniger grobstofflichen Odleib verbunden. Und dann gibt es auch Menschen, die mit einem feinstofflichen Odleib verbunden sind. Also müsst ihr in dieser Beziehung eure Unterschiede machen.

Ich möchte nun folgende Frage beantworten: Woher kommt denn das Od? Sehen könnt ihr es ja nicht. Wir geistigen Wesen können beim Od einen Geruch feststellen. Ich habe schon einmal in ähnlicher Weise darauf hingedeutet, dass es Menschen gibt, die durch ihr geistiges Od eine angenehme Ausstrahlung haben. Und es ist doch auch so, dass ihr Menschen begegnen könnt, die euch nicht sympathisch sind, die ihr nicht mögt. Auch wenn ihr mit einem solchen Menschen noch kein Wort gesprochen habt, gebt ihr über ihn schon ein Urteil ab und sagt: “Dieser Mensch gefällt mir nicht – mit ihm möchte ich nichts zu tun haben.” Und das, obwohl man mit ihm noch kein Wort gesprochen hat. Es hat seine Richtigkeit, wenn so etwas ausgesprochen wird. Da ist einmal das persönliche Od, das man ausstrahlt, und man nimmt das Od des andern auf. Verträgt man dieses Od nicht, ist es also nicht nur, sagen wir, das Äussere, die Sympathie, die der Mensch in diesem Falle für seinen Mitmenschen nicht empfindet, sondern im Grunde genommen stösst man das geistige Od des Betreffenden ab.

Woher kommt das Od? Das wesentliche Od, das die Menschen für ihr Leben brauchen, kommt einmal von der Sonne. Ich muss etwas präzisieren: Die Sonne spendet euch das geistige Od, das ihr zum Leben braucht. Ich will jetzt nicht die Besonderheiten oder meinetwegen die Qualität erklären – es ist auch nicht das richtige Wort –, sondern die Sonne hat ihr eigenes geistig-göttliches Od, das sie der Natur, den Menschen zu spenden hat. Und es ist der Mond, der beim Menschen ausserordentlich viel zu sagen hat. Ihr redet nicht umsonst manchmal von mondsüchtigen Menschen. Es ist tatsächlich so. Der Mond hat auch eine Aufgabe. Er spendet den Menschen und dieser Erde ein ganz bestimmtes Od: sein Od, das er in sich hat, das ihn selbst einhüllt und das er zu spenden hat. In früheren Zeiten waren es besonders die Bauern, die sich entsprechend nach dem Vollmond oder Neumond richteten. Dieser Mond hat so viel Einfluss auf das Wachstum der Natur, und die Bauern erkannten es aus Inspirationen heraus oder hatten dieses Wissen von ihren Eltern übernommen. Entsprechend säten sie zur gegebenen Zeit ihre Saat aus. Sie wussten ganz genau, dass sie sich nach dem Monde richten mussten, um so ein Gedeihen zu finden. Dieser Mond hat also eine grosse Aufgabe beim Menschen selbst und in der Natur. Und so sprechen auch ganz bestimmte Menschen auf die Einwirkung des Mondes an – sagen wir es so –, weil sich ihre eigene odische Beschaffenheit besonders auszeichnet. Und es sind die Sterne, die verschiedensten Sterne, wie ihr sie auch benennen möchtet, die ihren odischen Einfluss auf die Menschen, auf die ganze Natur ausüben. So wird dieser Welt mit allen Lebewesen eben das Od gegeben, das sie zum Leben brauchen. Es gibt eben unterschiedliches Od, und ich habe euch jetzt von jenem Od erklärt, das die Menschen zum Leben unbedingt nötig haben.

Nun aber zum Hauptsächlichen: zu dem odischen Leib – dem Odleib des Menschen. Damit kommt man nicht so recht klar; man versteht nicht so recht, wie das gemeint ist. Ob ihr Odleib oder odischer Leib sagt – im Grunde genommen ist es dasselbe. Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass jeder Mensch durch das silberne Band oder die silberne Schnur, wie es die Menschen belieben zu bezeichnen, verbunden ist mit dem Odleib, dem odischen Leib oder der Odhülle – gemeint ist damit ein und dasselbe. Für uns ist es jedenfalls dasselbe. Was der Mensch ja nicht sieht, sind eben die Feinstofflichkeiten, die in diesem Odleib oder dieser Odhülle sind. Diese odische Stofflichkeit ist mit der Seele verbunden. Die Seele ihrerseits nimmt von der Kraft dieser Odhülle oder dieses Odleibes; er ist seinerseits abhängig vom Gottesfunken, vom Lebendigen, von der Seele des Menschen. Sie sind miteinander aufs Engste verbunden. Ist nun ein Mensch in seiner Entwicklung etwas höhergestellt, dann leuchtet ja auch dementsprechend sein göttlicher Funke in ihm.

Das Licht leuchtet heraus, von innen nach aussen. Die Seele hat im Laufe der Zeit ihren Läuterungsprozess durchgemacht und ist gereinigt worden. Von diesem Glanz und von der Feinstofflichkeit der Seele – des Wesens, des wahren Wesens – nimmt dieser Odleib etwas auf. Denn es ist das menschliche Wesen, das dieses ausdrückt in seinen Gebärden, in seiner Freundlichkeit, Liebenswürdigkeit, Hilfsbereitschaft, Güte. Das sind doch alles innere, hohe Werte. Und diese inneren, hohen Werte haben eben den ganzen Menschen beeinflusst, denn jetzt muss ich vom ganzen Menschen reden.

Der Mensch könnte nicht leben ohne diese Odhülle, die seinen irdischen Leib umgibt, ohne diesen Odleib. Das Folgende soll der Beweis dafür sein: Ist die silberne Schnur durchschnitten, tritt der Tod ein. Es findet also eine Trennung statt. Es wird der irdische Leib, der auch gebunden, durchflutet, durchströmt, durchdrungen ist vom geistigen Odleib – ich weiss nicht, was für Worte ich dafür verwenden soll –, von ihm getrennt; das alles ist voneinander abhängig und miteinander verbunden. Wird das silberne Band durchschnitten, dann trennt sich das Göttliche vom Irdischen. Und diese Kraft, die im odischen Leib oder in dieser Odhülle vorhanden ist und die ja den irdischen Leib durchströmt hat, zieht sich dann zurück. Das Leben, das Unvergängliche, zieht doch auch noch diese [grobstofflichen] Bestandteile zu sich zurück – zum Kern.

Es kommt dann auch darauf an, ob eine Feinstofflichkeit zur Verfügung stand oder eine Grobstofflichkeit. So trägt nämlich der Mensch seine geistige Entwicklung mit sich herum, sodass die Geistboten Gottes – ich sage ausdrücklich: die Geistboten Gottes – den Menschen in seiner Entwicklung einschätzen können, wenn er vor ihnen steht. Er gibt ihnen Auskunft – das ganze Wesen, dieser ganze Mensch trägt seinen geistigen Stand, seine geistige Gehobenheit oder eben auch seine Niedrigkeit offen ersichtlich mit sich herum. So ist das.

Ausschnitt aus dem Vortrag von Geistlehrerin Lene vom 25.9.1980 durch ihre Mittlerin Beatrice Brunner an der Meditationswoche 1980, 5. Abend, im Saal der Park Hotels Waldhaus, Flims (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Lene: Ihr vermögt mit euren Augen nur das für euch Sichtbare wahrzunehmen. Was in der Schöpfung für euer Auge unsichtbar, für euer Ohr unhörbar vor sich geht, das könnt ihr nicht wahrnehmen. So bei den Jahreszeiten, die sich ja immer wiederholen: Sie haben ihre geistigen Regenten, wenn ich es mit diesen Worten sagen darf; ich könnte auch andere Namen dafür nennen. Denn für diese Wandlung, die sich in der Natur vollzieht, braucht es das Einwirken höherer Kräfte, höherer Wesen. Darüber macht man sich auch keine besonderen Gedanken; man kennt ja den Zeitpunkt des Beginns von Frühling, Sommer, Herbst genau – und daran hält man sich. Dies mag seine Richtigkeit haben. Aber weitere Gedanken darüber, was in der Natur geschieht beziehungsweise geschehen muss, macht man sich nicht. Und von einem göttlichen Einwirken, von einem höheren Wirken spricht man nicht, sondern nur von dem, was man wissenschaftlich zu beweisen und zu ergründen weiss. Schliesslich ist jedoch diese Erde und alles, was da lebt und sich auf ihr bewegt, von oben gestaltet worden – dies alles ist auf Anweisung Gottes geschehen. Diese ganze Welt, alle Planeten, das ganze System sind durch Gottes Willen, durch Christus und seine Getreuen erschaffen worden. Ihr wisst es doch. Man macht sich aber darüber weiter keine Gedanken – viele sind ja vom göttlichen Wege abgekommen. Man fragt nicht: “Wie ist diese Erde wirklich entstanden? Wie sind die Menschen auf diese Erde gelangt?” Man macht sich keine Gedanken, man redet nicht darüber. Euch brauche ich keine weiteren Erklärungen zu geben; sie wurden euch längst gegeben.

Ich möchte es aber nicht unterlassen, euch auf die Jahreszeit aufmerksam zu machen, die ihr erlebt: Ihr vernehmt auch das Tosen [der Frühjahrsstürme] dieser Jahreszeit. Das Geistige, die geistigen Stürme, dies alles vermögt ihr nicht zu sehen; wohl aber das, was sich in der Natur abspielt – ihr vermögt das aufzunehmen, was für euch sichtbar und hörbar ist. Das ist aber nicht das Einzige, sondern das Wirksame ist das, was von der Geisteswelt her kommt. Es ist eine bestimmte Kraft, die ausgeströmt werden muss, um neues Leben ins Dasein zu rufen. Und gerade in dieser Zeit sind es – ich möchte es so sagen – drei Chöre der Engelschaften, die sich mit dieser Frühlingszeit, die ihr jetzt erlebt, besonders befassen. Das sind göttliche Baumeister: Es sind Engelwesen – man könnte sie auch Ingenieure nennen. Die einen gehören zu den Bereichen oder zu den Heerscharen, die ihre Aufgabe mit den Wassern erfüllen – es sind Wassergeister, wenn ich es in dieser Sprache aussprechen darf, und es gibt auch Luft- und Feuergeister. Diese drei haben in dieser Zeit eine ganz besondere Aufgabe. Und sie sind sehr, sehr wirksam.

Es ist vielleicht schwer für euch, euch etwas darunter vorzustellen, wenn von Wasser-, Feuer- und Luftgeistern gesprochen wird. Dieses ist so zu verstehen: Es sind geistige Wesen, die für eine ganz bestimmte Strömung oder in einer ganz bestimmten Strömung tätig sind, welche für das Leben des Menschen notwendig ist und ganz besonders notwendig für das kommende, neu vorbereitete Leben. Wird von einem Feuergeist gesprochen, muss man sich natürlich nicht ein Wesen in Flammen vorstellen, in einem Flammenmeer oder in einer Feuerflamme. Dies ist nicht so gemeint. Ein Feuergeist ist ein Geist, der seine Aufgabe erfüllt in der Odströmung der Wärme, die genauestens abgestimmt werden muss mit den andern Strömen jener geistigen Wesen, die ihre Aufgabe mit dem Wasser und mit der Luft zu erfüllen haben. So haben diese Scharen von göttlichen Wesen ihre Aufgabe zu erfüllen. Schon während der Winterszeit, wenn die Natur schläft, haben sie ihre Vorbereitungen zu treffen; sie treffen wohl ihre Vorbereitungen, werden aber noch nicht aktiv.

Habt ihr euch auch schon Gedanken gemacht: “Wie ist dies möglich? Woher kommt diese Kraft? Immer wieder – jedes Jahr aufs Neue – bringt der Baum seine Blätter hervor. Sie schlagen wieder aus, und dies ist auch so zu erleben mit den Sträuchern, mit den Blumen, mit allem, was in der Natur gedeiht.” Nun, auch diese Kraft muss gelenkt, muss zugeführt werden. Und diese Kraft kommt einmal in unterschiedlicher Weise von den Planeten. Sie wird von den erwähnten Geistwesen genau gelenkt: der Menge oder dem Mass entsprechend. Denn es muss doch alles in einer wunderbaren Ordnung sein. Die Luft ist für euch auf Erden so, dass ihr leben könnt, dass Leben erhalten bleibt. Dieses ist nicht einfach eine Selbstverständlichkeit. So ist es mit allem, was auf der Erde zum Leben bestimmt ist, im Werden und Vergehen. Da spielen diese Kräfte teils in allen Jahreszeiten eine Rolle. Sie spielen aber nicht in allen Jahreszeiten dieselbe Rolle – nicht im selben Masse. Es sind auch nicht dieselben Geisterscharen, die diese Odströme der Erde zuführen.

Ausschnitt aus dem Vortrag von Geistlehrerin Lene vom 16.4.1975 durch ihre Mittlerin Beatrice Brunner im Saal an der Münchhaldenstrasse, Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Lene: Ich möchte betonen, dass diese Odströme nicht das ganze Jahr hindurch in ihrer gleichen Stärke sich befinden; sie sind im Frühjahr anders beschaffen als im Sommer. Wenn bei euch Frühling ist, dann ziehen diese Odströme mit einer intensiven, gewaltigen Kraft über die Natur; sie beleben sie wieder. Und diese intensive Kraft klingt mit der Zeit ab. Sie klingt dann ab, wenn sie alles belebt hat – genau nach dem Masse, das dieser irdischen Welt zugedacht ist. Denn alles spielt sich auf das Genaueste nach der göttlichen Uhr ab. Dass diese Ströme kommen, dazu braucht es nicht ein besonderes Eingreifen dieser Geistwesen. Die Odströme durchziehen die Erde genau nach der Uhr, die dafür gerichtet ist. Die Geistwesen selbst haben dann darin noch genügend Arbeit zu leisten.

Ihr wisst selbst, dass der Frühling seine besonderen Kräfte in sich birgt – es ist eine andere Odströmung als im Sommer. Und wenn es dann der Sommerszeit entgegengeht, haben sich diese Odströme schon beruhigt. Es ist dann nicht mehr diese intensive Kraft, dieses Hereinbrechen, dieses Eindringen, um zu beleben, sondern es ist ein gleichmässiges Strömen geworden, das seine Auswirkung bringt. Dieses ist eben möglich, weil wiederum eine andere Odströmung eingedrungen ist, die in sich nicht diese Mächtigkeit birgt. Dieses Od ist auf eine andere Art zusammengestellt – so, dass es dem Menschen zum Heil und zum Segen wird.

Es kann, wie ich betonte, nicht die ganze Zeit hindurch dieselbe Odströmung sein; sie wird jeweils ausgewechselt. Betrachtet doch eure Natur: Wenn es wieder dem Herbste zugeht, kommen weichere Strömungen. Es sind Odströme, die auch ihre grosse, belebende Kraft in sich haben; sie sind aber ganz anderer Art. Es sind ganz bestimmte Himmelskörper, die ihre Odkraft dieser Erde zu spenden haben. Denn von dieser Zeit der Reife geht es schon recht bald der Ruhe entgegen. Eine gleichmässig verteilte Odströmung durchfliesst dann diese irdischen Bereiche – da, wo die Menschen den Herbst erleben. Dann beruhigt sich diese Odströmung immer mehr, denn es geht danach der Winterszeit entgegen, und die Natur fängt an zu ruhen. Die Kraft, die in den Bäumen gewesen ist, zieht sich dann zurück. Es ist die odische Kraft, die sich zurückzieht, denn sie muss die Natur nicht mehr in dieser intensiven Kraft beleben. Dann ist auch noch zusammengeballt in der Erde eine Kraft, ein Odstrom, der dieses Leben bewahrt – in den Wurzeln der Bäume, der Sträucher und allem, was da für den Menschen bereit ist. Es wird so in seiner Lebendigkeit bewahrt, ist aber in sich zusammengezogen worden. Ich könnte fast den Vergleich machen, wie der Gottesfunke die Seele in sich einschliesst und dass dieser Gottesfunke die Seele erst wieder preisgibt, wenn es Zeit geworden ist. So ist es mit der Natur. Überall, wo Leben ist, ist ein Geist, und wo ein Geist ist, muss der Gottesfunke sein. So wird eben diese Kraft zusammengezogen und wird dann wieder preisgegeben – genau dann, wenn diese Odströme wieder durch die irdische Erde dringen, wird alles wieder belebt. Neues Leben, neue Gestaltung gibt es; es geschieht ein neues Wandeln und Umwandeln – also im ähnlichen Sinne wie auf den höheren Ebenen.

So geschieht alles nach einer wunderbaren Ordnung, nach wunderbarer Gesetzmässigkeit. In den höheren Ebenen spielt sich diese Tätigkeit, dieser Einfluss unter der Mitwirkung der göttlichen Wesen ab, während sich bei euch in der Natur auf der tieferen Stufe, in diesen niederen Bereichen, alles genau nach dieser göttlichen Uhr vollzieht und abspielt. Ich hoffe, dass ich euch mit dieser etwas genaueren Erklärung eine bessere Antwort gegeben habe.

Nun sind aber auch Menschen von diesen Odströmen beeinflussbar. Es gibt gewisse Odkräfte, die am Menschen vorüberziehen, die ihn einhüllen oder die in ihm sogar ein Unbehagen auslösen können. Es kann aber genauso sein, dass sich je nach Jahreszeit – es muss nicht unbedingt sein – solche Odkräfte weniger vorteilhaft auf den Menschen, auf seinen Leib auswirken. Denn jeder Mensch selbst trägt ja auch einen Odleib, und dieser Odleib wird ja wieder von den Odströmen genährt. Der Mensch ist abhängig von dieser Odkraft, die man überall in der Natur findet – überall da, wo Leben ist. Nur ist diese Odkraft in ihrer Zusammenstellung grundverschieden. Die Odkraft, die bei euch Menschen ist, ist so zusammengestellt, dass ihr Menschen darin leben könnt und dass eure Tierwelt, das Pflanzenreich und alles, was sich bewegt und hier auf Erden lebt, sich entfalten und wirksam sein kann. Ausserhalb dieser Erde sind wieder andere Odströme. Jene Odströme der anderen Planeten haben ihre besondere Zusammenstellung: Menschen könnten dort nicht leben.

Ausschnitt aus dem Vortrag von Geistlehrerin Lene vom 22.9.1966 durch ihre Mittlerin Beatrice Brunner an der Meditationswoche 1966, 5. Abend, im Saal der Park Hotels Waldhaus, Flims (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Heft 1/2011
Preis USD 4.00
21 Seiten, 21 × 29,7 cm