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Weihnachten; Botschaft des Friedens – Wer den Frieden des Herzens und der Seele hat, hat den Frieden überall – Die Bereitschaft zum Frieden muss vom Menschen selbst kommen
Cover der Zeitschrift Geistige Welt, Heft 6/2011 zum Thema Friede den Menschen auf Erden
Geistige Welt 6/2011
Friede den Menschen auf Erden
Beschreibung

Als der Erlöser Jesus Christus geboren wurde, verkündeten Engel Gottes die Botschaft: “Ehre sei Gott in den Höhen und Friede auf Erden unter den Menschen!”

In der Weihnachtszeit haben viele Menschen eine Sehnsucht nach Frieden, und sie sind bereit, dem Nächsten Gutes zu tun. Doch oft ist dies nur ein Zusammenrücken auf beschränkte Zeit. Christus schenkt Liebe auf unbegrenzte Zeit; der Friede, den er gebracht hat, ist unbeschränkt gültig. So soll auch der Mensch das ganze Jahr hindurch dem Nächsten nahebleiben. Er soll der ganzen Schöpfung, auch dem Tier- und Pflanzenreich, nahekommen, denn auch darin ist Lebendiges, das auf Befreiung wartet.

Die christlichen Festtage bieten immer wieder Gelegenheit, die Zugehörigkeit zu Christus zu bekunden und in der Verbundenheit mit dem Himmel die hohen Ziele des Lebens bewusst zu machen. Wer sich mit Gott und Christus verbunden fühlt, muss auch eine Verbundenheit haben zum Mitmenschen und mit ihm in Frieden leben. Denn man gehört einer einzigen, grossen Familie an.

Themenheft 6/2011: “Friede den Menschen auf Erden”

Inhalt
Friede im Haus, im Herzen und in der Seele ist das Wertvollste

Josef, 16. November 1968

Friede im Haus, im Herzen und in der Seele ist das Wertvollste

Wer im menschlichen Leben keinen inneren Frieden hatte, kann auch im Reiche Gottes nicht friedfertig sein. So nehmen sich aufsteigende Geistgeschwister, die sich auf einer erhöhten Stufe befinden, jener Unglücklichen an. Unter Führung der Engel Gottes werden diese armen Seelen belehrt, Frieden mit sich und mit der Umwelt zu halten.

Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, Friede im Haus, in der Seele ist das höchste Gut, das ein Mensch hat; Friede im Haus, im Herzen und in der Seele – das ist das Wertvollste. In Dankbarkeit sollte sich der Christ erinnern, dass doch der Erlöser ihm den Weg ins Himmelreich geebnet hat. Denn recht bald schon wird wieder die Botschaft von der Geburt des Herrn verkündet, und es wird von Neuem vom Frieden gesprochen: “Friede den Menschen auf Erden” (Luk. 2, 14). Der Christ sollte dankbar sein – besonders wenn er den Erlösungs- und den Schöpfungsplan kennt: Welche Dankbarkeit sollte doch aus ihm hervorkommen.

Wenn er vom Erlösungsplan Kenntnis hat, ist er auch verpflichtet, den Frieden zu suchen, zu entfalten – im Frieden zu leben. Wer nun den Frieden des Herzens und der Seele hat, der hat ihn überall: im Hause, an seinem Arbeitsplatz, mit seinen Mitmenschen. Wenn der Friede aus der Seele des Menschen kommt, ist er überall sein Begleiter. Es lohnt sich, darüber etwas nachzudenken. Der Christenmensch ist es sich schuldig, dass er in erster Linie für seinen eigenen Frieden besorgt sein muss. Mit sich selbst Frieden halten ist sehr kostbar. Wer nämlich mit sich Frieden hält, ist ein glücklicher Mensch, und er wird auch als Seliger in das Reich Gottes eingehen.

Es ist uns so daran gelegen, euch Geschwister darauf aufmerksam zu machen, was für Verpflichtungen ihr in eurem menschlichen Leben habt und was euch dereinst erwartet. Und wir erinnern auch alle daran, was Christus gesagt hat: “Da, wo ich hingehe, sollt auch ihr hinkommen” (vgl. Joh. 14, 3), und: “Mein Reich ist nicht von dieser Welt” (Joh. 18, 36). Diese Worte werden einfach nicht richtig verstanden – oberflächlich hört man solchem zu. Wenn wir nämlich vom Leben nach dem Tode reden, meinen wir eben jenes Reich, von dem Christus sprach, dass da, wo er hingehe, alle hinkommen sollen und dass sein Reich nicht diese Welt ist. Wir Geister Gottes sind es nun, die für dieses Reich Christi kämpfen; wir möchten euch doch dorthin führen, wir möchten mit euch glücklich sein – alle zusammen, im Reiche Christi, unter der Herrschaft Gottes. Für dieses Reich Christi lohnt es sich zu leben, und es lohnt sich, Prüfungen, Aufgaben, Schwierigkeiten auf sich zu nehmen und sie zu lösen.

Wenn sich das Wesen des Menschen im Laufe seiner Lebenszeit nicht zu seinem Vorteil ändert, bleibt es nach dem irdischen Tode dasselbe. Und wenn man ehrlich genug ist, um seine eigenen Fehler einzusehen, soll man wissen, dass dieselben Fehler im andern Reiche auch zur Geltung kommen. Solches ist dann nicht förderlich für den geistigen Aufstieg. Die Friedfertigkeit des Menschen ist doch etwas Wunderbares und Kostbares; wer sie im Leben hat, wird dereinst von der Engelwelt zu den Höhen getragen. Er darf dann in dieser Friedlichkeit in grosser Seligkeit leben. Wer aber diese Friedfertigkeit nicht besitzt, ist nicht würdig, zu diesen Höhen aufzusteigen.

So möchte ich euch wiederum Einblick in das geistige Leben geben und euch sagen, was auf jene wartet, die sich nicht nach den Gesetzen Gottes ausgerichtet und die nichts vom Erlösungs- und Heilsplan Christi im Leben verstanden haben – jene, die sich nicht verpflichtet fühlten, Frieden mit sich und mit der Umwelt zu halten. Bitter wird es dereinst für jene sein – doch überall versucht die Gnade Gottes einzudringen, um auch jene leidenden Geister aufzurichten, sodass sie sich führen lassen.

Ich möchte nun von einer weiblichen Seele sprechen, die die Schwelle des Jenseits überschritten hatte und ins geistige Neuland eingetreten war. Sie war sich aber nicht bewusst, dass sie verstorben und im Reiche Gottes angelangt. Als sie nun die Augen öffnete, erkannte sie ihre Verwandten, die in nächster Nähe standen; doch schienen sie eher ein betrübtes Gesicht zu machen. Sie schienen nicht glücklich über ihre Ankunft zu sein; wohl hatte man ein Zeichen zur Begrüssung gegeben, in die Nähe treten durften sie jedoch nicht. Die heimgekehrte Seele staunte natürlich und glaubte, sich in einem Traum zu befinden.

Sie erwachte in einem grossen Garten, wo es viele Liege- und Sitzgelegenheiten hatte. Die heimgekehrte Seele glaubte nicht daran, dass sie gestorben sei. Sie rief diese Bekannten und Verwandten, darunter ihre Eltern, zu sich heran. Sie rief sie beim Namen, doch gaben sie ihr zu verstehen, dass sie warten müssten. Sie müssten auf die Hohen und Erhabenen warten. Das, was sie sagten, konnte diese eingetretene Seele verstehen; aber dass sie gestorben war, begriff sie noch nicht. Sie fühlte sich sehr, sehr müde und empfand auch eine schwere Last auf ihren Schultern. Und da sie nun in der Nähe einer Bank stand, setzte sie sich darauf, denn die Last wurde immer grösser. Sie fühlte sich auch müde und kümmerte sich nicht mehr allzu sehr um jene Verwandten und Bekannten, die da in der Nähe warteten.

Nach einer Weile hatte sich diese Seele doch selbst betrachtet und feststellen müssen, dass sie wohl nicht mehr am Leben war. Sie erinnerte sich an ihre Krankheit und auch an die tröstenden Worte, die der Seelsorger ihr noch gegeben hatte. Nun sah sie ja auch ihre Eltern, die längst gestorben waren. Sie rief ihnen zu: “Ist es wahr, bin ich gestorben? Warum darf ich mit euch nicht zusammen sein?” Doch bald klagte sie wieder: “Ich bin so müde, ich habe eine solche Schwere.” Und ihre einst leibliche Mutter rief ihr zu: “Wir müssen ausharren, bis die Erhabenen kommen; sie werden mit dir sprechen, denn es ist uns nicht gestattet, dich zuerst zu begrüssen.” – “Du befindest dich jetzt im Reiche Gottes”, riefen sie ihr zu. Und das war ihr schon verständlich geworden.

Die heimgekehrte Seele dachte über ihr Leben nach. Sie empfand eine Last auf sich, glaubte aber, diese würde bald wieder entschwinden. Da sie sich in der Nähe ihrer Eltern, Verwandten und Bekannten befand, ahnte sie auch nichts Schlimmes. Sie mochte gerne auf dieser Bank warten. Doch plötzlich kam eiligen Schrittes ein Geist Gottes auf sie zu, und gleich folgten ihm noch einige nach. Jener Geist, der zuerst auf die Seele zukam, befahl ihr aufzustehen. Es war ein erhabener Geist Gottes, der vor ihr stand. Allmählich wurde sie unsicher, und sie sagte zu diesem Geist: “Ich bin Christ. Ich habe als Christ gelebt und habe das Recht, im Reiche Christi weiterzuleben und aufgenommen zu werden.” So bestimmte es diese Seele. Und der erhabene Geist antwortete ihr: “Christus hat dir den Weg gebahnt – er hat der Menschheit Frieden gebracht. Der Friede der Welt wurde verkündet durch seine Geburt. Christus ist es zu verdanken, dass sie alle ins Reich Gottes hinübertreten dürfen; sie, die wie verkündet im Frieden gelebt haben, finden Aufnahme im Reiche des Erlösers. Wer aber nicht im Frieden lebte, wer die Menschen schädigte, hat nicht gleich das Recht, im Reich des Friedens aufgenommen zu werden.”

Und dieser erhabene Geist sprach energisch zu dieser Seele: “Weil du aber im menschlichen Leben nicht verstanden hast, was Friede ist, kannst du es auch niemals im Reiche Gottes verstehen. Du kanntest den Frieden nicht, du hattest ihn nicht, und du hast ihn auch nicht verbreitet. Durch deine Lieblosigkeit, durch deine Unfreundlichkeit, durch deine Ich- und Herrschsucht hast du die Welt des Friedens vorübergehend verloren. Du hast Wohlgefallen und Leichtigkeit empfunden, wenn du mit deinen Worten deine Mitmenschen kränken konntest. Wenn du Unfrieden stiften konntest, warst du erleichtert darüber; dir hat das im Leben Erleichterung gebracht, weil es dein Verlangen war, im Unfrieden zu leben und Menschen zu kränken. Was dir da als Mensch Erleichterung gebracht hat, hat dir im Geiste Last auferlegt, und diese Last wirst du spüren ...” Und die Seele spürte die Last, doch sie wusste nicht weshalb. Wohl fühlte sie eine grosse Last auf ihren Schultern. Für sie waren ihre Hände, ihre Füsse, der Geistkörper so schwer. Und der Geist Gottes sprach: “Es ist die Last, die du dir aufgeladen hast. Mit Wohlgefallen hast du Menschen gekränkt und Streit gestiftet. Nun trägst du diese Last. Versuche, sie hier abzulegen.”

Der Geist Gottes erklärte ihr: “Sieh da – deine Verwandten sind bereit, dir beizustehen. Sie haben darum gebeten, etwas von deiner Last mittragen zu dürfen, damit du Erleichterung findest und schneller den Weg nach oben. Sie sind da, um dich zu trösten und dir etwas von der Last abzunehmen. Du kannst mit ihnen zusammen sein, sie sollen dich aufnehmen. Wenn du aber nur ein Wort des Unwillens, der Kränkung, der Eifersucht aussprichst, dann müssen sie dich alle verlassen.” Die Seele war damit einverstanden – hatte sie doch keine Ahnung von den Gesetzen der Geisterwelt Gottes. Nun, einer der dazugetretenen Engel Gottes übernahm die Aufsicht. Er ging zu den Verwandten und Freunden hin, um alles zu beobachten, während die andern Geister Gottes wieder zurückgingen.

Nun, die leibliche Mutter nahm doch ihre Tochter auf. Sie sprach zu ihr: “Ich habe zu deiner Ehre und zu deiner Freude ein kleines Fest gemacht – es soll eine Überraschung für dich sein.” Man verliess den Garten, und ausserhalb des grossen Gartens befand sich Haus an Haus. Man schritt nun in ein solches Haus hinein, und dort war eine Tafel gedeckt. Die Schwester, die jetzt ins Reich Gottes hinübergetreten war, sollte an dieser Tafel eine Stärkung nehmen dürfen und eine kleine Überraschung erhalten. Denn sie alle waren da, um sie zu trösten. Sie sahen ja die Schwere der Last, die die Schwester mitgebracht hatte, und was es alles brauchen würde, um sie loszuwerden.

Die Verwandten und Bekannten hatten vor dem Eingang jener Seele in die Geisteswelt von den Engeln Gottes Bescheid erhalten. Sie hatten sich zusammengetan, um dieser so beladenen Schwester beizustehen. Sie wollten etwas von der Last tragen und ihr mit viel Liebe gegenübertreten. Sie wollten ihr die göttliche Sprache kundtun; sie sollte erleben, wie im Reiche Gottes gehandelt und gesprochen wird. Dieses sollte sie erleben: wie Frieden unter den seligen Geistern herrscht. So befand man sich am Tisch, und man nahm Speise und Trank zu sich.

Es ging nicht lange, fing diese Schwester schon an, voller Eifersucht und voller Neid zu reden, und sie klagte ihre eigenen Angehörigen an. Dies tat sie, als sie an dieser Tafel sass. Dann kam der Engel Gottes, der darüber zu wachen hatte, nahm sie bei der Hand und führte sie vom Tische weg. Ihre Last wurde wieder so schwer, dass sie sich kaum bewegen konnte, während sie doch vorher leichten Schrittes gehen konnte, als die Verwandten ihr entgegenkamen.

Dazu die Erklärung: Während ihre Angehörigen willens waren, das Göttliche zu tun, in Liebe, Barmherzigkeit und Güte zu wirken, war in diesem Tun eine Kraft, ein Licht und eine Wärme enthalten, sodass diese geistige Kraft, dieses geistige Licht und diese Wärme die schwere Last löste, die die Schwester tragen musste. Als sie nun wieder anfing, so zu reden und so zu tun, wie sie es sich einst im menschlichen Leben gewohnt war, wurde ihr die Last wieder auferlegt; denn die Wärme, das Licht und die Kraft schwand von ihr, als ihre Angehörigen wieder von ihr zurücktraten.

Nun wurde sie aus dem Hause herausgeführt und an einen andern Ort gebracht, wo sie nur mit ihresgleichen zusammenleben sollte. Eilends führte der Geist Gottes sie an jenen Ort hin. Dort befanden sich Geschwister, die auf dieselbe Art verschuldet, belastet waren wie sie. Sie bewohnten zusammen ein grosses Haus. In diesem Hause hatten sie ihre Arbeit auszuführen. Gemeinsam mussten sie arbeiten, und sie mussten miteinander alle Räumlichkeiten teilen – keiner konnte für sich allein sein. So waren sie beisammen: die Unzufriedenen, die Streitsüchtigen, die Nie-vergessen-Wollenden, die Eifersüchtigen und Geizigen, die Neidischen, die Lieblosen, die Hartherzigen. Alle waren sie zusammen, und welch Sprache wurde da gesprochen – dieselbe, die man im menschlichen Leben gewohnt war.

Gelegenheit wurde dieser Schwester gegeben – doch man wusste, sie würde es nicht schaffen, denn sie war in ihrer ganzen Seele durchdrungen von diesem Unfrieden. Als solches Wesen konnte sie auch keine Aufnahme unter den Seligen finden und sich nicht glücklich fühlen; sie hätte ja ständig die andern gekränkt.

Nun begannen sie sich gegenseitig zu kränken. Wohl wachte ein Geist Gottes über das Haus, und sie wurden auch zeitweise gemahnt. Man unterrichtete sie über das Gesetz und den Willen Gottes, und man sprach über den Frieden – den Frieden, der der Welt verkündet wurde, als Christus geboren war. Doch die Engel wussten genau, wie viel Ausdauer und Geduld es braucht, bis diese Seelen anders denken können. Wenn sie dann willens sind, anders zu denken, werden sie auch schweigsamer werden. Sie müssen es lernen, und so erging es nun dieser Seele. Jetzt brauchte sie sich keinen Zwang mehr anzutun, jetzt konnte sie reden, wie sie es sich gewohnt war.

Dem schaute die Geisterwelt Gottes eine Zeit zu, auch sah sie doch, wie unglücklich nun diese Wesen untereinander waren. Dennoch war es notwendig, ein jedes Einzelne spüren zu lassen, wie das Leben ist, wenn man vom andern gekränkt wird.

Nun sollten sie sich in ihrem Gemüte etwas verändern; ihr Wesen sollte doch anders gestaltet werden. Dazu trugen die mahnenden Geister Gottes bei. Es ist gewissermassen wie bei den Menschen auf Erden: Man kann dem einen oder andern so viel Belehrungen und Ermahnungen geben, wie man will, es fruchtet nichts – bis er so hart vom Schicksal angefasst wird, dass er durch das Schicksal gedemütigt wird und dann einsichtig wird.

Nun, diese Schwester musste lange Zeit mit den andern zusammenleben, und es war für sie wahrlich kein seliges Leben. Von Zeit zu Zeit aber traten Geister Gottes in die Mitte dieser Unseligen und hinderten sie an ihrer Streitsucht, an ihrer Eifersucht. Sie ermahnten sie und erklärten ihnen, dass sie aufsteigen müssten und diese Welt der Niedrigkeit verlassen müssten. Es sei aber nur möglich, wenn sie sich in ihrem Denken und Wollen ändern würden.

So überschaut die Geisterwelt Gottes jeweils diese Unseligen. Erkennt sie einen, der einsichtig geworden ist, dann nimmt sie ihn heraus, führt ihn eine Stufe weiter empor und gibt ihm Gelegenheit, sich zu verbessern. Sie führt ihn beispielsweise einem hilfreichen Geiste zu, der nun diese willig gewordene Seele mit sich nimmt und mit ihr gemeinsam die Aufgaben erfüllt. So nimmt sich ein solcher Geist dieser Seele im Besonderen an und belehrt sie.

Es sind immer wieder aufsteigende Geistgeschwister, die sich ihre Verdienste dadurch erwerben, dass sie in die tieferen Stufen hinuntersteigen und sich jener Unglücklichen annehmen. Sie belehren sie, ziehen sie mit sich und leben mit ihnen. Sie, die hinuntersteigen, verzichten auf das schönere Leben – sie opfern sich auf. Sie wollen es Christus zur Ehre tun; weil er sich einstmals doch auch aufgeopfert hat, wollen auch sie das Ihrige beitragen. Indem sie solches tun, beschleunigen auch sie ihren weiteren Aufstieg, wenn sie solche Aufgaben erfüllen.

Es ist für einen führenden Geist nicht leicht, eine solche Seele bei sich zu haben – sie zu führen, denn es ist nicht erbaulich, mit einem belasteten Geist zu leben und zusammenzuarbeiten. Aber der höherstehende Geist sieht darin seine Aufgabe, denn er will ja auch dem Schwachen beistehen und helfen, so wie Christus einst den Seinen die Hilfe gegeben hat. Bis nun ein solcher niederer Geist zu höherer Erkenntnis kommt, braucht es lange Zeit.

So wird der führende Geist zwischendurch von verschiedenen arbeitsfreudigen Geistern Gottes abgelöst; er soll von den Verschiedenheiten der Geister Gottes erleben, auf welche Art und Weise sie alle gemeinsam für ein Ziel wirken, für ein Ziel einstehen, um die Schwächeren hinaufzuführen.

Nun, auch für diese Schwester, die eine lange Zeit mit ihresgleichen zusammenleben musste, kam die Stunde, wo sie zur Erkenntnis kam, dass sie von ihrem Unwillen, von ihrer Streitsucht etwas abzulegen habe. Man wartete so lange, bis sie die Bitte aussprach: “Nehmt mich doch heraus, und führt mich auch zu den Höhen empor; macht mich auf meine Fehler aufmerksam, und gebt mir doch die Möglichkeit, dass ich mich wandeln kann.” Wenn dieser gute Wille vorhanden ist, wird man Möglichkeiten zur Wandlung zum besseren Leben schaffen; aber solange Boshaftigkeit im Innern der Seele ist, ist nichts zu erreichen. Solange dies nicht ändert, bleibt man von den Geistern Gottes abgesondert; denn erst wenn man den guten Willen erfasst hat, will die Gotteswelt aufbauen und für jeden die Möglichkeit zum besseren Leben schaffen.

So erging es auch dieser Schwester – ihrer nahm sich ein aufsteigender Geist an, der willens war, für ihren weiteren Aufstieg etwas Bedeutendes zu tun. Er hatte sich bereitgefunden, mit dieser Schwester eine Aufgabe zu erfüllen. Sie bestand darin, Menschen aufzusuchen in jener Zeit, wo die Botschaft des Friedens verkündet wurde und wo der Menschheit und der Christenheit im Besonderen klargemacht wurde: “Euch ist der Heiland geboren – Friede den Menschen auf Erden.” Und dieser helfende Geist hatte nun diese Schwester, die sich ändern wollte, da- und dorthin geführt zu Familien, wo diese Botschaften verkündet wurden – dorthin, wo man im Frieden miteinander lebte und Verständnis, Güte füreinander zeigte. Dort verweilte dieser hochstehende Geist mit dieser belasteten Seele – aber sie verweilten auch anderswo, nämlich dort, wo man bereit war, die Botschaft zu hören, es aber gar nicht zur Verkündung kam, denn es herrschte Streit und Unfrieden. Hier sollte die Seele sehen, wie unglücklich, wie unselig Derartiges für die Menschen ist, wenn sie solches tun, sich solchem Unfrieden hingeben – gerade in der Zeit, wo die Botschaften verkündet werden, die zum Heil des Menschen werden sollen. Was der Mensch verwirft, wird ihm dann zu seiner Belastung.

Wenn die Zeit kommt und unter den Menschen diese Botschaft verkündet wird, will man sie wachrufen: “Höre, welche Botschaft dir verkündet wird – sie kommt vom Himmel her.” Menschen haben diese Worte übernommen und verkünden sie weiter. Jene Menschen, die in dieser Zeit den Frieden nicht haben, laden geistige Last auf sich. Wenn aber Menschen in dieser Zeit bereit sind, ihr Herz zu öffnen und sich zu überlegen, was es heisst, wenn die Botschaft des Friedens der Welt verkündet wird – wenn es die Worte sind, die vom Himmel herkommen und in den Mund der Menschen gelegt werden, sollten Menschen sich an Christus erinnern, an sein Wirken und sein Leben, an seine Worte, die er gesprochen hat.

Christus, der Sohn Gottes, ist der Erlöser der Menschheit. Welch mahnende Worte sprach er zu den Menschen, und diese Worte sind noch heute in des Menschen Munde, sodass sie nicht vergehen können. Die Worte des Gottessohnes werden weitergetragen von Menschenmund zu Menschenmund – Worte, die einst vom Sohne Gottes gesprochen wurden.

Doch wie gleichgültig sind solche Worte manchen Christen. Wie viele nennen sich Christen und glauben nicht an den Erlöser. Welche Last legen sie sich auf ihre Schultern. Die Last spüren sie nicht als Mensch; erst wenn sie ihren Leib abgelegt haben, wird diese Last spürbar; vorübergehend wird sie auf die geistigen Schultern gelegt werden.

Es lohnt sich doch für einen Christen, der fromm und gläubig ist – oder es sein will –, wenn er sich etwas mehr überlegt, was unter diesem Frieden zu verstehen ist: dass er mit diesem Frieden den Himmel gewinnt, dass ihn die Engel Gottes aufnehmen und in die Seligkeit führen. Denn er hat geehrt, was der Sohn gelehrt.

So, liebe Geschwister, lohnt es sich, über den Frieden nachzudenken: den Frieden im Hause, an der Arbeitsstätte, den Frieden im Herzen und in der Seele. Denkt an die Worte, die vom Himmel verkündet wurden: “Friede den Menschen auf Erden.” Diese Worte sollen dich erfassen – nach diesem Frieden sollst du dein Leben gestalten.

So möge der Segen Gottes euch die Kraft geben, dass ihr die Einsicht bekommt, die für euch notwendig ist. Leistet das Eurige, um euren Aufstieg zu den Höhen zu beschleunigen. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrer Josef vom 16.11.1968 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

In der Schöpfung braucht es ein Zusammenrücken, wenn man wahrlich in Frieden leben will

Josef, 16. Dezember 1967

In der Schöpfung braucht es ein Zusammenrücken, wenn man wahrlich in Frieden leben will

In der Weihnachtszeit haben viele Menschen eine Sehnsucht nach Frieden, und sie sind bereit, dem Nächsten Gutes zu tun. Doch oft ist dies nur ein Zusammenrücken auf beschränkte Zeit. Christus schenkt Liebe auf unbegrenzte Zeit; der Friede, den er gebracht hat, ist unbeschränkt gültig. So soll auch der Mensch das ganze Jahr hindurch dem Nächsten nahebleiben. Er soll der ganzen Schöpfung, auch dem Tier- und Pflanzenreich, nahekommen, denn auch darin ist Lebendiges, das auf Befreiung wartet.

Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, ihr feiert heute Weihnachten, die Geburt des Herrn. Vielerorts wird in diesen Tagen von Frieden und Liebe gesprochen. Doch von diesem Frieden und dieser Liebe wird nur allzu oberflächlich gesprochen: Waffen sollen ruhen in diesen heiligen Tagen – Friede auf begrenzte Zeit. Arme Christenheit!

Christus hat die Menschheit und alles Leben wieder mit Gott versöhnt. Christus war es, der Mensch geworden ist und die Versöhnung zustande gebracht hat – alle sollen heimkehren zum Vater. Es ist sein Werk, das er vollbrachte: die Versöhnung der Menschheit mit Gott, ein grosses Werk der Liebe und des Friedens.

Wenn ihr Menschen in den nächsten Tagen versucht, Frieden und Liebe zu geben, so ist es bei euch meistens auch nur auf begrenzte Zeit. In diesen heiligen Tagen will man Liebe und Frieden zum Ausdruck bringen, dem Nächsten mehr Nachsicht schenken als üblich, weil es Weihnachten ist – also, Frieden hält man nur auf begrenzte Zeit, Liebe schenkt man nur auf begrenzte Zeit. Arme Christenheit! Man will an den Nächsten heranrücken, man will enger mit ihm zusammen sein. Es wäre gut so, wenn man im wahren christlichen Sinne an den andern heranrücken und wahrlich Liebe und Frieden zum Ausdruck bringen könnte. Aber nicht nur auf begrenzte Zeit; nicht nur an den Nächsten heranrücken, weil es Weihnachten ist, und wenn diese Zeit vorüber ist, ist alles wieder beim Alten: Vergessen, was Christus getan hat, dass er dem einzelnen Menschen entgegengegangen ist, dass er an die Menschheit herangerückt ist und bei ihr, bei seinen Geschwistern, verbleiben will in alle Ewigkeit. Denn so sprach er selbst: “Ich will bei euch bleiben bis zum Weltende. Ich will bei euch Wohnung nehmen. Die Erde mag vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.” Mehr hatte er der Menschheit zu geben als Frieden und Liebe auf begrenzte Zeit. Nicht auf begrenzte Zeit schenkt er die Liebe. Es ist der Wunsch der Gotteswelt, dass jeder gerettet wird und wieder zurückkommen kann.

Unter welchen Bedingungen ist diese Versöhnung zustande gekommen! Wie viel Schmerz und Erniedrigung musste Christus ertragen, um diese Versöhnung mit Gott wieder herzustellen. Und der Christ von heute, er vermag keine Erniedrigung zu tragen, er will nicht an den Nächsten herankommen, wenn er nicht einen Vorteil davon sieht. Zum grössten Teil ist es so. Man hat so vieles am Nächsten zu bemängeln. Und wenn man Christus betrachtet, der diese Versöhnung zustande gebracht hat: Was hätte er alles klagen können! Welche Erniedrigungen wurden einst auch ihm vonseiten seiner geistigen Geschwister entgegengebracht! Doch über all dieses war er erhaben. Er konnte nicht beleidigt werden. Erhaben war er über solche niederen Gefühle – erfüllt vom Drang der Liebe, seine Geschwister zu erretten, sie wieder heimzuführen, sie zu versöhnen mit dem Vater.

Und wenn man euch Menschen betrachtet, die ihr doch Christus nachfolgen sollt: So überlegt einmal, wie schwach ihr seid. Ja, ihr haltet Frieden und schenkt Liebe im begrenzten Masse, auf abgesprochene Zeit. So ist man an diesen heiligen Tagen bereit, jemand bei sich aufzunehmen; man ist bereit, einem Armen etwas zu schenken, man ist bereit, sich auch den Gefangenen zu widmen. Man will also angesichts dieser hohen Festtage etwas Besonderes leisten; vorübergehend rückt man an den andern heran. Ist es aber nicht ein Zeichen dafür, dass der innere Mensch, der Geist des Menschen, in einem höheren Verlangen ist und diesem hohen göttlichen Wunsche nachkommen will, an den andern heranzukommen? Aber dieses ist bei euch Menschen nur auf begrenzte Zeit möglich – im Allgemeinen ist es so. Es mag wohl Ausnahmen geben, Menschen, die sich befleissigen, Liebe und Frieden überall zu verbreiten und nach den Gesetzen Gottes zu leben. Aber diese heilige Weihnachtszeit, die die Christenheit an die Geburt des Erlösers erinnert, sollte wieder mehr Lebendigkeit erhalten. Man soll sich klar darüber sein, was für Aufgaben man als Christ hat, dass man diese Aufgaben das ganze Jahr hindurch erfüllen muss und man dies nicht nur auf diese heiligen Tage beschränken darf. Wer nämlich von der Erde abtritt und in das Reich des Geistes hinüberkommt, der bedauert es, wenn er nur auf Zeit Gutes getan hat. So wird jeder daran erinnert, in dieser heiligen Zeit den Vorsatz zu fassen und Kraft zu schöpfen, dass es möglich wird, ihn auch auszuführen das Jahr hindurch: beim Nächsten zu verbleiben, nachdem man an ihn herangerückt ist. Das sollte man fertigbringen.

Die christliche Lehre würde an Lebendigkeit gewinnen, wüsste man über den Heils-, Ordnungs- und Schöpfungsplan Bescheid, wüsste man, warum der Sohn Gottes geboren wurde und dass Gott seinen eingeborenen Sohn nicht schonte, um dieses Werk auszuführen. Ihr seid alles Geschwister in Christi Namen, und so solltet ihr euch nach seinem heiligen Willen ausrichten, nach der wahren Liebe leben.

Bei euch Menschen ist es so: Kommt etwas Unangenehmes, dann wendet man sich von demjenigen ab, der dieses Unangenehme verursacht hat. Hat sich Christus abgewandt? Nein, Christus nähert sich seinen Geschwistern jeden Tag aufs Neue. Denn in seinem Namen und in seinem Auftrag gehen die Heiligen des Himmels aus, um weiter Frieden und Liebe zu verbreiten; in seinem heiligen Namen wirken sie. So liegen im Innersten des Menschen, in der Tiefe seiner Seele, noch solche unreinen Gefühle – man bringt Vergeltung und Verachtung zum Ausdruck, ist rachsüchtig und ehrgeizig. Solange diese Gefühle in der Tiefe der Seele nicht bis zum Letzten überwunden sind, vermag man nicht in aufrichtiger Art und Weise sich dem Nächsten zu nähern. Betrachtet die Welt, wie sie heute ist, wie sie in Unfrieden lebt. Und warum? Ehrgeiz ist es, Machthunger. Man will noch mehr an irdischen Gütern, immer grösser sind die Ansprüche. Egoismus, Ehrgeiz, Habsucht – dies alles führt dazu, keinen Frieden zu halten, nicht in die Nähe des andern zu kommen. Man lebt in Frieden auf Zeit hin.

So möchten wir euch daran erinnern: Wenn ihr in die jenseitige Welt hinüberkommt, dann wird die Zeit, die für euch hier eine solch bedeutende Rolle spielte, keine Bedeutung mehr haben. Derjenige, der so habgierig war, so ehrsüchtig und ehrgeizig, so egoistisch, der wird keine Möglichkeit haben, diese Gefühle in dem Masse zum Ausdruck zu bringen. Man wird seine Seele heilsam behandeln, denn er muss sich innerlich wandeln. Denn all das Niedere in seinem Innersten ist einst aufgebaut worden, dazumal, als man sich gegen Christus auflehnte.

Überlegt einmal, wie viel Zeit es wohl gebraucht hat, bis diese Milliarden von Geistgeschwistern von einer Idee überzeugt worden sind, bis sie mitgegangen sind, dieser neuen Idee anhingen, ihr zusprachen! Überlegt einmal im Geiste, wie lange es gedauert hat, bis sie in diesen Gedanken so gefestigt waren. Wie tief in ihr Innerstes hinein musste diese Überzeugung gegangen sein. Nicht bei allen; es gab solche, die sich wenig verschuldeten, aber sie stimmten den Schuldigen zu, und so hatten sie das Erbe mit ihnen geteilt. Und von diesen Gefühlen von dazumal, die aufgebaut wurden durch eine unaussprechlich lange Zeit hindurch, vertiefte sich dieser Un-Sinn in der Tiefe ihrer Seele, ihres ganzen Wesens. Als es zu spät war, kam die Einsicht, dass man vom Wege abgekommen.

Was ich aber betonen möchte, ist: Das, was im Innersten geblieben ist, eben dieses Denken im Innersten des Menschen, muss wiedergutgemacht und geändert werden. Denn jene gefallenen Geister sind Mensch geworden, und in ihrem Innern ist von dem geblieben, von dem sie einst überzeugt wurden. Und dieser Sinn zu Ungerechtigkeit liegt in der Tiefe so vieler Menschen. So ist es doch unsere Aufgabe, euch darauf aufmerksam zu machen und euch zu erklären, dass es notwendig ist, sich zu wandeln und zu erkennen, dass man an den andern heranrücken muss. Denn wie viel Wunderbares ist durch die Schöpfung dem Menschen gegeben worden. So viel Wunderbares kommt jeden Tag in die Nähe des Menschen, will den Menschen ansprechen, an ihn herankommen. Wenn der Mensch von sich aus versucht, eine Beziehung zum andern zu erhalten, wenn er in Liebe wirkt und im Verständnis, dann wird es ihm möglich werden, den Zugang zum andern zu finden.

Aber Menschen sollen nicht nur an den Menschen heranrücken und ihn verstehen lernen in seiner Bedrängnis, mit ihm leben in seiner Freude und in seinem Glück; es ist die Natur, mit der man leben kann, die auch an den Menschen heranrückt, die dem Menschen auch so viel zu sagen hat. So kann der Mensch eine besondere Beziehung zum Tierreich haben oder, sagen wir, zu einzelnen Tieren. Er steht in einer besonderen Beziehung zu einem gewissen Tier oder zu gewissen Tieren, er rückt auch an das andere, niedere Leben heran. Es ist etwas, was ihn von innen zwingt, an das heranzukommen. Er soll es auch auf diese Art erleben, das Heranrücken an das Niedere, an das, was auch Schmerz und Leid empfindet. Solchem Leben soll man auch näherkommen, auch mit ihm vertraut werden. Denn Christus war es, der in der Schöpfung daran dachte. Dieses Tierreich soll euch nicht nur Nutzen bringen, sondern ihr sollt auch Verständnis für sein geistiges Leben haben, damit man Sinn und Zweck auch jenes Lebens erkennt.

Es ist nicht nur das Tierreich, das dem einzelnen Menschen besondere Freude bereitet, demjenigen, der vielleicht mit Menschen nicht in Frieden leben kann. Es ist noch so vieles, was die Natur dem Menschen zu bieten hat. Die Natur will an den Menschen herankommen, um in ihm Frieden zu wecken und ihm diese Liebe zu schenken. Wie fühlen sich Menschen glücklich, wenn sie ihre besonderen Wanderungen machen können, sei es durch die Wälder oder in den Bergen oder wo es auch sei. Wenn sie eine Beziehung haben zur Natur, so ist das auch eine Antwort von Gott, die sie empfangen dürfen. Ja, in der Natur vernimmt man das Sprechen Gottes.

Was hat das Blumenreich dem Menschen alles zu bieten! Welch herrlicher Gedanke dazumal, als diese Schöpfung errichtet, da auch an dieses Blumenreich gedacht wurde. Ist es der Mensch, der an die Blumen heranrückt, oder sind es sie, die Menschen erfreuen können: Es ist auch da ein Zusammenrücken. Auch die Blumen sprechen ihre eigene Sprache, sie können so vieles zum Ausdruck bringen. Sie sind Werkzeug des Menschen, wenn er nicht reden kann. Und sie geben Zeugnis von der Vielfalt und Herrlichkeit Gottes. Gott liess es geschehen: Durch Christus wurde diese Welt in ihrer Vielfalt gestaltet. Und so ist er es, der euch bindet zu allem Leben. Ihr sollt heranrücken, nähertreten zu diesem Leben, das da auf dieser Erde ist. Ihr sollt Sinn und Zweck allen Lebens kennen; dann vermag in euch auch das Verständnis zu wachsen. Dann werdet ihr eher Verständnis haben für die Not des andern. Reich durch Erkenntnisse könnt ihr werden. Aber an das Göttliche, an das Lebendige, muss man herankommen, und überall ist es offenbar. Diese scheinbar tote Materie wartet, dass du an sie herankommst. Denn sie wartet auf die Befreiung, denn sie will heranrücken, emporrücken in eine höhere Welt, in eine höhere Stufe. So gibt es in dieser Schöpfung nur ein Zusammenrücken, wenn man wahrlich in Frieden und Liebe leben will. Und dieses Zusammenrücken darf nicht auf Zeit bestellt sein – denkt daran und vergesst es nicht.

Liebe Geschwister, zu diesem heiligen Fest habe ich euch einige Botschaften zu geben. Ich erkläre sie, so gut es mir möglich ist. Ich habe mich in der geistigen Welt mit den Betreffenden besprochen. Es ist mir nicht möglich, Botschaften in alle Einzelheiten auszudeuten; ich versuche, es so gut verständlich wie möglich zu machen, das Wesentliche auszusprechen. Was ich aber zuvor zu sagen habe, ist, dass ich die Grüsse bestellen soll von allen Geistgeschwistern, die mit dieser Gemeinschaft verbunden sind – die als Mensch verbunden waren, aber immer noch in Verbindung sind mit euch, mit uns. Sie versuchen euch beizustehen, an der Entfaltung der Gemeinschaft mitzuwirken, so gut es ihnen möglich ist und erlaubt wird. Je nach ihrer geistigen Entwicklung, nach ihrer Eingliederung in ihre Aufgaben ist es dem einen oder andern mehr möglich, an der Entfaltung dieser Gemeinschaft mitzuwirken. Dieses geht in dem Sinne vor sich, dass man Menschen unterstützt in ihrem Gedanken, eine bestimmte Tat auszuführen; dass man versucht, Menschen vom Glauben an die jenseitige Welt zu überzeugen, und sie in ein Verlangen setzt, nach diesen Dingen zu forschen. Das ist eine ganz wesentliche Aufgabe.

[Es folgen vier persönliche Grussbotschaften.]

So, meine lieben Geschwister, versucht doch, von dieser Liebe und von diesem Frieden, von dem in der nächsten Zeit so viel gesprochen wird, zu verwirklichen – aber nicht auf Zeit. Das ist unser Wunsch an euch.

So möge euch Gott segnen. Möget ihr behütet und beschützt sein, damit auch ihr einst von den Engeln Gottes hinübergetragen werdet. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrer Josef vom 16.12.1967 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Weihnachtsbotschaft – “Friede den Menschen auf Erden”

Josef, 24. Dezember 1970 (Abendmahlansprache)

Weihnachtsbotschaft – “Friede den Menschen auf Erden”

Die christlichen Festtage bieten immer wieder Gelegenheit, die Zugehörigkeit zu Christus zu bekunden und in der Verbundenheit mit dem Himmel die hohen Ziele des Lebens bewusst zu machen. Wer sich mit Gott und Christus verbunden fühlt, muss auch eine Verbundenheit haben zum Mitmenschen und mit ihm in Frieden leben. Denn man gehört einer einzigen, grossen Familie an.

Josef: Gott zum Gruss.

Himmlischer Vater, die Deinen loben und preisen Dich und danken Dir für den Segen des Alltags. Sie bitten Dich, Du mögest sie stets durch Deine heilige Geisterwelt führen, und im Geiste stimmen sie ein in die Chöre des Himmels, die Dir zurufen: “Herr, Du bist heilig, heilig, heilig in alle Ewigkeit, Amen.”

Liebe Geschwister – Heiliger Abend, Stille Nacht. Diese Nacht wird von der Christenheit besungen. In diesen Tagen wird von den christlichen Kirchen die Botschaft des Friedens verkündet. “Friede auf Erden”, so tönt es aus dem Munde des Menschen. Aus ihrem Munde, aber nicht aus ihrem Herzen und nicht aus ihrer Seele kommen diese Worte. Würden sie aus der Tiefe der Seele kommen, dann wäre wohl mehr Friede auf dieser Erde, Friede in den Familien, Friede unter den Mitmenschen. Die Botschaft des Friedens wird verkündet, doch es ist nur eine oberflächliche Angelegenheit. Nicht aus der Tiefe des Herzens und der Seele kommt dieser Friede, den man wünscht.

Diese Nacht ist die Heilige Nacht; so wird sie genannt von der Christenheit. Zur Ehre Christi feiert man, und man beschenkt sich gegenseitig. Es soll ein Fest der Freude, des Friedens sein. Wohl kein christliches Fest wird im Laufe des Jahres so gefeiert wie dieses Christfest. Wenn ihr darüber nachdenkt und euch fragt: “Wie steht es denn eigentlich mit der Botschaft des Friedens, die verkündet wird, und mit dem Glauben an Jesus Christus? Wie steht es denn mit dem Glauben an die Menschwerdung des Gottessohnes?”, wenn ihr da um euch schaut und Menschen fragen würdet, würdet ihr manche Enttäuschung erleben. Aber darüber wollen wir jetzt nicht sprechen, sondern vielmehr von der wunderbaren Botschaft, die verkündet wird aus einer anderen Welt. Denn diese Botschaft kommt vom Himmel, und der Himmel hat sich geöffnet, er hat sich zur Erde geneigt.

Gerade jetzt in dieser Zeit empfindet man das Alleinsein. Alleinstehende, verlassene, vielleicht ausgestossene Menschen, von denen die Gesellschaft nichts mehr wissen will, empfinden nicht besondere Freude, nein, sie haben Trauer in ihrer Seele. Trauer kommt über sie, denn Erinnerungen werden in ihnen wach, Erinnerungen an Stunden, an Jahre vielleicht, wo man dieses Weihnachtsfest gemeinsam im trauten Kreise gefeiert hat. Schöne Erinnerungen mögen es sein, und von diesen Erinnerungen lebt man noch, und man ist traurig geworden, weil man sich verlassen fühlt, vielleicht sogar ausgestossen – und es ist Weihnachten. Man weiss, so viele Familien sitzen zusammen und feiern zusammen. Auch hier kann man sagen: Wohl an keinem andern christlichen Tag bewegt es den Christen so sehr, wenn er alleine ist. An diesem Weihnachtsfest empfindet er etwas, das ihn deprimiert, das ihn traurig stimmt. Wenn ihr darüber nachdenkt, dann müsst ihr doch selbst zur Erkenntnis kommen, dass er die Gemeinsamkeit wünscht. Er möchte mit andern auch so im Frieden zusammen sein und fröhlich das Weihnachtsfest feiern. Er fühlt sich verlassen und einsam, und das bedeutet für ihn Schmerz – ausgerechnet an Weihnachten –, weil man eben weiss: So viele sind glücklich oder zufrieden zusammen und bereiten sich gemeinsam eine Freude. Und so fühlt man sich ausgestossen und allein, weil niemand mit einem Frieden hält und einem Freude bereitet, während man doch sonst während des Jahres, auch wenn christliche Festtage gefeiert werden, nicht so besonders empfindsam ist. Aber an Weihnachten kann das Herz und die Seele traurig werden, wenn man sich alleine fühlt. Und warum mag das wohl so sein?

Betrachten wir doch den andern Menschen – nicht den Menschen, der mit der Welt verbunden ist, denn dieser hat von der Welt nichts zu erwarten; die Welt tröstet ihn nicht, die Welt nimmt ihm selten etwas von seinen Sorgen und Problemen ab. Sie versteht ihn ja auch nicht. Von der Welt ist nichts zu erwarten. Man muss sich doch anderswohin wenden. Ewigkeitsverbunden muss man sein, wenn man schon an Christus glaubt und diese Feste feiert, die doch himmlische Feste sind. Der Himmel gab doch Anlass dazu, dieses Fest zu feiern. Und nun hat man so wenig Anteil an diesem Fest, wenn man weltverbunden ist und alleine ist im Leben. Die Welt gibt nichts, und bei ihr ist kein Trost zu holen. Aber jenseitsverbunden muss man sein, geistig verbunden, mit dem Himmel verbunden muss man sein. Denn von dort kommt der Trost.

Aber wie kann man denn diesen Trost verstehen und aufnehmen, wenn man zu dieser Jenseitswelt keine Verbindung hat? Man muss diese Verbindung schaffen, und gerade die christlichen Festtage geben einem Christen immer wieder Gelegenheit, diese enge geistige Verbundenheit zu knüpfen. Wenn man doch anerkennt, dass Christus die Menschwerdung angenommen und der Menschheit die Erlösung gebracht hat – man feiert ja an diesem Tag seine Menschwerdung, man feiert zu seinen Ehren –, dann sollte man sich doch klar darüber sein, dass es eben eine andere Welt gibt, eine hohe Welt. Diese soll die Welt des wirklichen Glückes sein, diese ist die Wirklichkeit: die Welt, aus der Christus gekommen ist, um die Menschheit zu erlösen.

So muss man sich jener Welt verbunden fühlen. Jenseitsverbunden soll man sein und seinen Glauben und seine Kraft von dorther holen. Denn jene Welt wird einen nicht enttäuschen. Wenn man mit ihr verbunden ist und die Gesetze erfüllt, wie es diese Welt vom Menschen fordert, dann sind sie da, die heiligen Geister, die zu den Menschen gehen und den einzelnen führen, ihn in seinem Denken und Wollen lenken, bei ihm zu Hause und in seiner Seele wohnen. Da sind sie, die heiligen Geister, und sie sind bereit, den Menschen mit den Gefühlen des Friedens und der Zufriedenheit zu erfüllen. Denn es sind Ewigkeitswerte, die in das Innere des Menschen gelegt worden sind. Ewigkeitswerte, die mit der Ewigkeit verbunden sind, die eins sind mit dieser andern Welt.

Diese Ewigkeitswerte haben ihre Verbindung zur jenseitigen Welt, und das, was wir Ewigkeitswerte nennen, ist der Welt der Vergänglichkeit fremd. Denn diese Welt der Vergänglichkeit bietet doch dem Menschen so wenig oder gar keinen Trost. Sie bietet dem Menschen solche Dinge, die ihn nicht beglücken, nicht erfreuen. Es herrscht noch ein anderer auf dieser Erde und behauptet sich unter den Menschen. Er verbreitet den Unfrieden, das Unglück und die Trauer. Er sendet gerade an diesen heiligen Tagen seine Geister aus zu den Menschen, um sie zu beeinflussen, indem sie ihnen sagen: “Siehe, jetzt hat man dich vergessen, du bist verlassen.” Und so bringen sie dem Menschen Trauer in das Herz und Unzufriedenheit; Depressionen kommen so zum einen oder andern und machen ihn unglücklich.

Wenn ihr nun jetzt diese heilige Zeit betrachtet, wo der Himmel all seine Tore aufgemacht hat und seine heiligen Geister austreten lässt, damit sie in die Nähe der Menschen kommen, so soll es euch auch klar werden, dass auch die andere Welt, das Totenreich, seine Tore öffnet und seine Geister herausschleudert, damit sie vom Menschen Besitz nehmen und der Welt ‘dienen’. Wer darum weiss, was von dieser Welt zu erwarten ist, der wird alles tun, um von der andern Welt den Trost zu bekommen. Er wird an der Verbindung zu ihr festhalten. Dann kann es in seinem Herzen und in seiner Seele keine Trauer geben, auch wenn er alleine dasteht und für sich selbst verantwortlich ist und niemand sich um ihn kümmert. Glückliche Menschen, geistig glückliche Menschen, können sich nicht unglücklich fühlen. Für sie gibt es keine Einsamkeit, denn Geister Gottes sind ja um den Menschen. Und so soll man sich dessen bewusst sein, dass sie da sind, auch wenn sie vom menschlichen Auge nicht gesehen, wenn sie nicht erfühlt und nur geahnt werden können. Wenn man in dieser geistigen Lehre unterrichtet ist, soll es ein Trost sein, nicht allein zu sein. Und es soll sogar eine Aufgabe für den alleinstehenden Menschen sein, gerade in dieser Zeit sich stark zu zeigen und innerlich voll der Freude zu sein. Denn stimmt er mit ein in diese Freude, dann zieht er auch jene Engel zu sich, und sie werden eins werden mit ihm in der Freude.

Ein geistgläubiger Mensch sollte sich auch in diesen Tagen nicht einsam fühlen, denn er weiss, was dieser Menschheit gegeben worden ist. Man erinnert sich an die Geburt des Herrn, und man wird zugleich an das wunderbare Werk erinnert, das er für die Menschheit erfüllte. Und wenn man sich weiter Überlegungen macht, so wird man sich klar darüber, dass es doch Christus war, der jedem die Gotteskindschaft gebracht hat. Man ist nicht einfach irgendjemand, den man nicht achtet, an dem man vorübergeht. Ja dies tut die Welt; mit “Welt” meine ich die Menschen, die auf den Materialismus ausgerichtet sind, die für das Vergängliche leben – diese Menschen sind es, die nicht Augen und nicht ein Ohr haben für den Mitmenschen. Von ihnen ist nichts zu erwarten. Mit “Welt” meine ich jene.

Versucht in dieser Zeit stark zu sein und euch zu verbinden mit den heiligen Geistern. Seid voller Freude in eurem Herzen und in eurer Seele, so werdet ihr diese freudvollen Geister Gottes bei euch zu Besuch haben. Ihr sollt mit ihnen in ein Zwiegespräch kommen, in ein stilles Zwiegespräch. Mit ihnen könnt ihr reden im Geiste, und ihr könnt danken. Ihr könnt den Herrn loben und preisen und ihm alle Sorgen und Probleme anvertrauen. Dem Geist Gottes, der gekommen ist gerade in diesen heiligen Stunden, dem soll man es anvertrauen. Es ist gut, Freundschaft mit ihm zu haben, wenn man geistverbunden ist und überhaupt jenseitsverbunden. Denn diese Geister Gottes sind es, die den Menschen wirklich trösten und ihm auch Geschenke bringen. Aber es sind nicht Geschenke, die man mit den Händen anfassen kann, die vielleicht schon nach kurzer Zeit der Vergänglichkeit anheimfallen. Nein, wenn ein Engel Gottes ein Geschenk bringt, bringt er ja ein Geschenk aus seiner Ewigkeit, aus seiner Welt, wo Bestand ist. Er kann den Menschen erfreuen und erfüllen mit seinen himmlischen Gaben, mit seinen himmlischen Geschenken.

So kann gerade derjenige, der sich nicht verstanden fühlt von den andern, die heilige Geisterwelt darum bitten, dass die Brücke zwischen ihm und andern geschlagen wird. Oder wenn sich einer krank fühlt in diesen heiligen Stunden, wo so viele Engel da sind und die Menschen erfreuen und beglücken, da sollte man mit Gleichgesinnten zusammen sein und gemeinsam beten im tiefen Glauben, in der Hoffnung, dass geholfen wird. Denn wohl keine andere Zeit ist dafür so günstig und so bestimmt, dass dem Menschen geholfen wird, als eben diese Zeit, wo die Türen der Jenseitswelt aufgetan. Denn die Engel sind immer da, wo zu Gottes Ehren gesungen wird und wo man den König der Geisterwelt ehrt; sie sind da, denn sie wollen ihm dienen.

So huldigt ihr ja im Geiste dem König der Geisterwelt Gottes, und die heiligen Engel des Himmels sind mit euch bei dieser Huldigung. Bedarf es doch bei euch, liebe Geschwister, nur einer Stille, einer Einkehr. Sie mag hier sein, wenn ihr anderswo keine bessere Gelegenheit habt, sie kann aber auch bei euch zu Hause sein. Ihr könnt euch Zeit dafür nehmen, um diese Ewigkeitsverbindung so herzustellen, und von ihr profitieren. Denn die Engel sind auf dem Wege vom Himmel zur Erde. Denn in diesen Stunden haben sich die Herzen erhoben, und die Gedanken hat man zu Gott hingewandt und zum Erlöser – die Gedanken von frommen und gläubigen Christen.

Es sind noch genügend, die dieses Fest einfach traditionsgemäss feiern, ohne sich einen frommen, heiligen Gedanken in die Seele einzupflanzen. So lebt man und profitiert man von dem, was geboten wird. Man will kein Aussenseiter sein, man macht mit den andern mit, und die geschäftige Welt tut das Ihrige dazu, dass der Menschheit dieses Fest nicht in Vergessenheit geht. Wenn aber schon einerseits diese geschäftige Welt das Ihrige dazu tut, so weiss auch die Geisterwelt Gottes das Ihrige beizutragen. Denn sie versucht überall, das Bessere daraus herauszunehmen und etwas Besseres noch zu machen als jene, die nicht geistverbunden sind, jene, die nicht nach den Ewigkeitswerten trachten. Die himmlische Welt versucht aus allem, was die Menschen tun und was auch geschieht, etwas Besseres zu gestalten und auf dem aufzubauen, was hergerichtet wurde – aufzubauen zum Heil der Menschen, zu ihrem Vorteil und zur Ehre Gottes. Könnte nämlich diese himmlische Welt dieses nicht tun, oh, es wäre schlimm bestellt um diese Menschheit.

Wenn ihr an vergangene Kriege zurückdenkt, so müsst ihr euch doch auch überlegen, dass sich die heilige Geisterwelt Gottes der Menschheit, allen Menschen, wieder genähert hat, dass Verzeihen, Barmherzigkeit und Gnade den Menschen wieder gegeben worden sind und man ihnen wieder Zeit gab für einen neuen Anfang. Und so steht es eben beim Menschen: Ihm wird immer wieder von der Gotteswelt Gelegenheit gegeben für einen neuen Anfang. Und so ist es auch bei euch, beim einen und andern. Jeder hat immer wieder Gelegenheit, einen neuen Anfang zu machen und sich mit der göttlichen Welt zu verbinden. Denn sie ist es, die die Hände der Menschen nehmen will; sie will die Menschen führen, sie will sie erleuchten, und sie will die Menschen vom Glanz dieser Welt abwenden. Denn zu sehr ist das Auge des Menschen an den Glanz der Welt gebunden und gewöhnt worden. Umso schwerer ist es auch, sein geistiges Auge an das Geistige zu gewöhnen, dass er im Geiste auch Geistiges erlebt und sieht.

So seid ihr nun, liebe Geschwister, in einem grossen Verlangen hierhergekommen, denn ihr möchtet doch eure Zugehörigkeit zu Jesus Christus bekunden. Ihr möchtet sagen:

“Hier bin ich, und ich gehöre zu Dir. Ich weiss wohl, dass ich dann und wann gestrauchelt bin und es nicht lassen kann zu straucheln. Aber ich verlange nach Dir, und Du wirst mir eine Stütze sein. Ich will mich wieder neu aufrichten an Dir, denn ich glaube an Dich, denn Du bist mein Leben, Du bist mein Hirte, Du bist mein Atem, Du bist mein Alles.”

So denkt mancher, der hierhergekommen ist, und er will sich wieder aufrichten, er will wieder neu beginnen. Und so ist es doch wohl auch unser Wunsch, dass er im Geiste gestärkt und erleuchtet wird, dass er auch eine geistige Sprache sprechen kann und Verständnis hat für diese andere Welt, die von Gott abgewandt ist. Er soll doch versuchen, in der Verbindung mit dieser höheren Geisterwelt Gottes die hohen Ziele des Lebens zu erkennen, und er soll sich bemühen um diese hohen Ziele des Lebens. Er soll aber auch das Hohe und Edle, das Gott in die Seele des Nächsten gelegt hat, erkennen und schätzen. Er soll nicht so ein Egoist sein und glauben, dass der himmlische Vater nur für ihn da wäre und sein Ohr und seine Augen nur auf ihn gerichtet hätte.

Nein, Gott hört nicht nur die Bitten des Egoisten, er hört auch das Gebet und das Flehen des einsamen, einfachen und armen Menschen. Er hat Ohren für alle und Augen für alle. Und wenn man sich auch darüber Gedanken macht, dass der Vater im Himmel für alle Vater ist und dass Christus, der König der Geisterwelt Gottes, Sohn Gottes, für alle gestorben ist, dann gibt es auch eine Verbundenheit zum Mitmenschen, ein Sichverbundenfühlen mit den Mitmenschen und ein Sichverpflichtetfühlen gegenüber jenen, die nicht das Glück haben, in einem solchen Wohlstand zu leben. Man fühlt und empfindet auch für jene Menschen, denen es nicht gut geht, die nicht so ein gutes Lager haben wie ihr, nicht ein so gepflegtes Zuhause wie ihr. Sie, eure Geschwister, er, dein Bruder, sie, deine Schwester, haben denselben Vater im Himmel, haben denselben Erlöser im Himmel. Sie sind deine Nächsten – deine Nächsten. Sie sollst du lieben, so wie Christus es befohlen: “Liebe Gott über alles, deinen Nächsten aber wie dich selbst.”

Jetzt feiert ihr das Christfest, Fest des Friedens – Fest des Friedens, der Freude. Wie weit ist es mit dem Frieden deiner eigenen Seele? Wie stehst du zum Nächsten? Ist der Nächste dir Bruder, dir Schwester? Bist du so verbunden mit ihm? Betest du ja gerade zum himmlischen Vater und flehst den König der Geisterwelt Gottes im Namen Gottes an, auf dich zu hören. Wenn du dir alles überlegst: Findest du nicht, es ist so viel Egoismus dabei, wenn man nur an sich selbst denkt, wenn man nur an sich selbst glaubt? Und so ist es doch – man baut eine Mauer um sich, und man glaubt, einen eigenen Weg zu Gott zu haben. Man will ja einig sein mit ihm, man will ja Christus, den Sohn Gottes, anerkennen; aber man will sie für sich selbst haben, und man will nicht, dass ein anderer irgendwelche Einwendungen macht. Für sich selbst sie besitzen. Ja, das ist die Wahrheit, so ist es im Grossen und Ganzen. Aber wenn man jenseits-, geistverbunden ist, hat man eine Verbundenheit, eine Zugehörigkeit zur einzigen grossen Familie – zur Familie, der Christus vorsteht und deren Haupt er ist, wie er es gesagt hat: “Ich bin das Haupt, und ihr seid die Glieder.” Dieses hat er symbolisch gesagt. Ja, er ist es, der euch allen vorsteht und nicht dem Einzelnen.

Wenn ihr diese Worte in der Tiefe erfasst habt, dann gäbe es vieles zu ändern, vieles. Und solange die Menschheit nicht aus eigener Kraft und Erkenntnis dazu kommt, es zu ändern, so lange gibt es keinen Frieden. So lange ist es nur Täuschung für diese Welt, und oberflächlich verkündet man diese Botschaft vom Frieden, der der Menschheit gegeben worden ist. Es ist noch nicht Frieden. Man hat die Botschaft noch nicht verstanden. Ja, liebe Geschwister, man versteht die Botschaft nicht, man will sie nicht verstehen. Man hat Ohren, und man hört, aber man versteht es nicht. So ist es mit der Menschheit. Denn sie ist noch zu sehr weltverbunden und -gebunden.

Wenn du überlegst und nachdenkst, dass du einen Vater hast, der über allem ist, dem alles gehört, ja, dem alle Menschen gehören, so bist du im Bunde mit ihm. Und wenn man an diese Verbundenheit glaubt und sich verbunden fühlt mit ihm, dann muss man auch eine Verbundenheit und ein Sich-Einfühlen für andere haben. Man muss anfangen, den lieben Gott auch andern zu geben und nicht nur für sich selbst zu beanspruchen.

Und so wird nun in diesen und den morgigen Stunden so viel von der Geburt des Herrn gesprochen und vom Frieden auf Erden, der einst verkündet worden ist. Und diese Botschaft ist nach bald 2000 Jahren noch nicht verstanden worden, weil man nicht so lebt, wie Christus und Gott es verlangen. Und so wird es noch lange dauern, noch sehr, sehr lange, bis Menschen zu dieser Erkenntnis gekommen sind, dass sie Gott nicht für sich allein in Anspruch nehmen dürfen.

Es wird lange dauern, bis man diese Botschaft des Friedens versteht und begreift, dass man dem Mitmenschen keinen Schaden zufügen darf, keinen Schaden, weder sichtbar noch unsichtbar. Man darf ihn nicht verletzen. Man darf seine Seele nicht verletzen. Man soll die geistigen Gesetze kennen. Man soll sich darüber klar sein, dass man ein Geschöpf Gottes, ein Kind Gottes, ist, aus Gott gekommen, und in sich vom Kostbarsten trägt: den Funken Gottes. So hat Christus ja von dieser Kindschaft Gottes wieder gesprochen. Du bist ein Kind des Allerhöchsten, des Mächtigsten – aber des Gütigen, des Barmherzigen, der sie alle aufnehmen will in seine Familie und der nur ein Verlangen hat: sie alle wieder vereint zu wissen mit seinem eingeborenen Sohn.

Und so wird die Christenheit immer und immer wieder daran erinnert, denn immer wieder kommen diese Feste der Erinnerung an den Herrn. Und nichts soll in dieser Art und Weise vergehen, denn diese Erinnerungsfeste werden so lange bleiben, bis erfüllt ist, was sich auf dieser Erde zu erfüllen hat. Denn die Menschheit soll sich ausrichten nach dem Schöpfer und nach dem Erlöser, und man soll ihnen untertan sein.

Nun, liebe Geschwister, ich sagte euch auch: Gestärkt kann man werden durch die Engel Gottes, gestärkt geht ihr hervor, wenn ihr hierherkommt zum Tische des Herrn, denn es verlangt euch ja danach, hierherzukommen. Ihr möchtet doch geführt werden von den Heiligen des Himmels, und ihr möchtet wieder gesegnet sein für die Zukunft. Ihr möchtet sicher sein, dass man euer Straucheln auch vergibt. Und es wird euch vergeben, wenn es euch wirklich ernst ist, es besser zu tun. Es ist ein inneres Verlangen in euch, und dieses Verlangen, liebe Geschwister, kommt nicht nur von eurem äusseren Menschen her, sondern es ist der inwendige Mensch, es ist die Kraft der Seele, es ist die Seele, die euch drängt, als Mensch mit uns verbunden zu sein und von einer anderen Welt zu hören: die Sprache zu hören von Geistern, die aus einer anderen Welt kommen, die unter anderen Bedingungen leben, die im Frieden leben und die Herrlichkeit des Himmels schauen. So möchtet ihr doch wenigstens für eine Stunde unter ihnen sein.

Ihr aber könnt auch umfangen sein von den Heiligen des Himmels und sogar von euren Angehörigen. Freunde, die der Gemeinschaft angehören und die regelmässig auch hierherkamen, haben auch noch das Verlangen, unter euch zu sein. Denn sie sind stolz, da gewesen, da zugehörig gewesen zu sein. So ist bei manchem Anwesenden hier eines seiner Angehörigen, das seine Freude zum Ausdruck bringt. Und wer feine Gefühle hat, der vermag es zu spüren – ich sage: wer feine Gefühle hat, der vielleicht ganz besonders jenseitsverbunden ist. So vermag es der eine wahrzunehmen, und der andere lebt allein in der Freude, zu wissen, dass es so sein kann, dass sie da sind.

In dieser heiligen Stunde, liebe Geschwister, soll es euch doch ein Anliegen sein, gesegnet zu werden, erfüllt im Herzen, erfüllt in eurer Seele mit Gefühlen von Freude und Glück. Das sollt ihr doch erleben können.

Und nun, liebe Geschwister, wollen wir, dass ihr über euch selbst nachdenkt. Denn ihr habt hier immer wieder Gelegenheit, Vorsätze zu fassen, denn man gibt euch immer wieder Gelegenheit für einen neuen Anfang. Und so möchte ich, dass etwas Musik gespielt wird, damit ihr Gelegenheit habt, euch nach innen zu wenden.

Himmlischer Vater, in Christi Namen bitte ich Dich: Segne die Deinen, und vergib ihnen ihr Straucheln.

Himmlischer Vater, segne diesen Wein hier, Sinnbild vom Blute Jesu Christi, der am Kreuz gestorben ist zur Erlösung der Menschheit. Herr, segne diesen Wein, und lass ihn jedem zum Heile werden, der davon nimmt.

Himmlischer Vater, segne dieses Brot hier, Sinnbild vom Leibe Jesu Christi, der am Kreuz gestorben ist zur Erlösung der Menschheit. Herr, segne dieses Brot, und lass es jedem zum Heile werden, der davon nimmt.

So bitte ich, euch zu erheben. Nehmet und esset und trinkt.

Dank sei Dir, o Herr, für Deinen Segen. Behüte und beschütze sie und führe sie durch Deine heiligen Boten. Segne sie, o Herr, und lasse sie alle gesunden an Leib und Seele.

Nun, liebe Geschwister, sicherlich werdet ihr noch Stunden vor euch haben, wo ihr weiterhin an dieses Geschehen erinnert werdet. So sollt ihr nicht nur äusserlich und oberflächlich dieses Fest in eurer Erinnerung behalten, sondern ihr sollt aus der Tiefe der Seele eure Dankbarkeit zum Ausdruck bringen und euch der Worte, die ich in dieser Stunde zu euch gesprochen habe, bewusst sein und sie bewahren. Dann werdet ihr auch ein frohes Christfest haben. Öffnet eure Herzen und eure Seelen, und lasset so den heiligen Geistern Gottes die Möglichkeit, euch führen zu können.

Nun, liebe Geschwister, möget ihr alle gesegnet sein. Segensreiche Tage mögen euch allen bevorstehen. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrer Josef vom 24.12.1970 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Friedensengel stehen bereit, um der Welt den Segen zu bringen

Josef, 20. Dezember 1952 (Ausschnitt)

Friedensengel stehen bereit, um der Welt den Segen zu bringen

Josef: Die wahre christliche Lehre sollte von allen Menschen aufgenommen werden, auf dass wahrhaftige Harmonie sich bilden kann auf dieser Welt und Kriege unmöglich werden. Doch wie weit entfernt ist noch die Verwirklichung solcher Wünsche, da im einzelnen Menschen noch so viel Hass und Missgunst ist! Wie sollte es da möglich sein, dass diese Welt von Harmonie umgeben wäre! So muss der Mensch versuchen, in allen Dingen zu überwinden und sich Geduld, Bescheidenheit und Demut aufzuerlegen. Wohl brauche ich euch nicht mehr in allen Dingen der Lehre Christi zu unterweisen; ich möchte euch aber dazu aufrufen, ein wahrhaft christliches Leben zu erfüllen, auf dass ihr in grosser Freude und Andacht diese heilige Weihnachtszeit feiern könnt. Denn wenn ihr mit der geistigen Welt verbunden seid, besteht diese Verbundenheit – je nach eurer inneren Einstellung und Entwicklung – mit den verschiedensten Sphären; die eine kann euch mehr geben als die andere. Ihr sollt deshalb nach jenen streben, wo höchstes Glück und Freude euer wartet.

Wenn nun der Mensch in diesen Tagen Gott seine Dankbarkeit bezeugt, dass Christus die Erlösung gebracht hat, so ist das von Christus und all seinen Engeln wohlgesehen; denn so sehr liebt man dankbare Menschen. Ist es aber nicht vielerorts gerade so, dass ohne besondere Dankbarkeit und Liebe gefeiert wird und Geschenke übergeben werden auch ohne einen Gedanken der Andacht in dieser heiligen Zeit? Diese heilige Zeit ist aber besonders dazu angetan, den Menschen mit Gott zu verbinden. Denn die Engel und Christus nähern sich dieser Welt und suchen alle Menschen auf, die in wahrer Andacht mit ihm verbunden sind.

So möchte ich ausrufen: Sei glücklich und froh über dein Leben, und erfülle deine Aufgaben; denn dein Leben ist heilig, es ist gottgewollt. Und du sollst Sieger sein in deiner Welt, dann wirst du schon hier zu einem wahrhaftigen geistigen Führer im Heilsplane Gottes ernannt. Wirst du wiederkommen, wird man dir gerne höhere Aufgaben übertragen. Du sollst dich in diesem Leben so stärken, dass du fähig wirst, das nächste Mal noch Grösseres zu tun. Denn alles muss dem Licht entgegenschreiten, und wenn der Mensch im Einzelnen zum Frieden beiträgt, so wird es geschehen. Es ist nicht die irdische Zeit, mit welcher wesentlich gerechnet wird; im Geistigen sind andere Zeitbegriffe. Ich möchte euch aber sagen: Die Friedensengel stehen der Welt näher, als die Menschen es fassen können. Sie halten Ausschau über die irdische Welt. Doch darf man mich da nicht falsch verstehen und glauben, dass in kurzer Zeit ein solcher Friede über die Welt kommen werde. Nein, so ist es nicht gemeint. Ich aber sage euch: Die Friedensengel stehen bereit für die irdische Welt, auf dass sie ihren Segen ausbreiten können. Doch viel Kampf wird es brauchen, und viel Not wird es geben auf dieser Welt. Wenn aber ein jeder Mensch bittet und fleht für den Frieden, so ist es, wie wenn jeder ein kleines Licht zu einer grossen Flamme hintragen würde; immer grösser und grösser würde die Flamme durch das Herbeitragen der vielen kleinsten Lichtlein. Und so steht es geschrieben im Heilsplane Gottes, dass alles sich aufwärtsbewegt.

Die Bereitschaft zum Frieden muss vom Menschen selbst kommen – dann gibt die geistige Welt das Ihrige dazu

Fragebeantwortung vom 19. Dezember 1951

Die Bereitschaft zum Frieden muss vom Menschen selbst kommen – dann gibt die geistige Welt das Ihrige dazu

Lieber Josef, du hast uns schon ermahnt, immer wieder für den Frieden und für die Verbesserung der sozialen Verhältnisse zu bitten. Könntest du uns dies näher erklären?

Josef: Ja, meine lieben Freunde, wie soll ich dafür die richtigen Worte finden – ich kann euch sagen, dass mehr geistiges Licht dieser Erde gegeben ist [als früher]. Das will aber nicht heissen, dass dieses Licht direkt von Gottes Hand, so ohne Weiteres, der Erde geschenkt wurde, sondern dieses Licht musste von den Menschen erworben werden. Sie mussten dementsprechende Leistungen vollbringen, sie mussten wirken, dass dieses Licht ihnen gesetzmässig gegeben werden konnte. Das heisst nun, dass es ihrer Entwicklung entspricht.

Alles muss doch diesem Lichte zugehen, oder ich möchte sagen, das Licht kommt mit der Zeit immer mehr über die irdische Welt. Je nachdem die Menschen selbst nach diesem Lichte streben und danach Verlangen tragen, kann es ihnen gegeben werden, und mit grosser Freude und mit grossem Jubel wird der Glanz von den Engeln Gottes noch dazugegeben.

Ich möchte also sagen, dass dieses bessere Verhältnis von den Menschen selbst erkämpft werden muss. Diese Entwicklung geht nur langsam vor sich. Es haben aber schon so viele Veränderungen auf der irdischen Welt stattgefunden, viele Entwicklungsstufen [sind durchschritten worden], dass selbst in der geistigen Welt dafür viele Änderungen getroffen wurden, weil nun diese erste Entwicklung vorüber ist, sodass eine andere Zeit – ich will nicht sagen eine bessere Zeit, aber doch eine höhere Stufe – erreicht ist, wohinein sich die Menschen schwingen.

Und mit diesem Hineingleiten, meine lieben Freunde, kommen die Menschen in ihrem Verständnis, in ihrer Duldsamkeit, in ihrer Güte immer mehr vorwärts, und so hilft ihnen dies, ihre sozialen Verhältnisse zu verbessern. Die Menschen fühlen sich gedrängt, für eine gute Sache einzustehen, zu werben. All das aber, meine lieben Freunde, muss vom Menschen selbst kommen, durch seine Denkweise, durch sein Bereitsein, das Göttliche und diese Schönheit, Feinheit und Güte aufzunehmen und sie wieder auszugeben, auszuschenken.

Vergleicht einmal einen Menschen von heute mit einem solchen, der vor 500 Jahren gelebt hat. Es ist ein gewaltiger Unterschied. So sind heute die Menschen im Grossen und Ganzen – ich will nicht sagen geduldiger, aber sie bringen doch mehr Liebe, mehr Verständnis auf als, sagen wir, vor 500 Jahren, da noch eine solche Gewalttätigkeit herrschte und die Worte des einzelnen Menschen noch nicht so viel galten wie heute.

Dies liegt alles in der Entwicklung. Und wenn ich sage, dass mit der Zeit alles dem Hause Gottes zugeht, so möchte ich dafür einen Vergleich anstellen mit einer Strasse, die angefüllt ist mit vielen Menschen. Die nun zuvorderst stehen, sind in diesem Falle in ihrer geistigen Entwicklung vorgeschritten; diejenigen, die zuhinterst sind, stehen in ihrer geistigen Entwicklung, in ihrem ganzen Wesen noch weit zurück. Und all diese Menschen wohnen zusammen, sind eine Familie.

Einerseits sind viele davon schon ein grosses Stück vorwärtsgeschritten, viele unter ihnen aber, obwohl sie in die gleiche grosse Familie gehören, stehen in ihrer Einstellung noch etwas zurück, und sie werden mehr Mühe haben, und es wird mehr noch von ihnen verlangt, und mehr müssen sie dementsprechend leisten, damit sie auch nach vorne kommen.

Heft 6/2011
Preis USD 4.00
21 Seiten, 21 × 29,7 cm