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Die Aufgabenbereiche der Legionen Michaels, Gabriels und Raphaels – Im Dienste der Missionsengel, der Engel des Kampfes und der Botschafter Gottes – Nähere Erklärungen über das unterschiedliche Wesen und Wirken der Engel Gottes
Cover der Zeitschrift Geistige Welt, Heft 5/2016 zum Thema Engelschaften – Legionen und Chöre
Geistige Welt 5/2016
Engelschaften – Legionen und Chöre
Beschreibung

Die Erzengel Michael, Gabriel und Raphael sind in der Christenheit dem Namen nach bekannt. Weniges weiss man auch über ihre Aufgaben: Michael gilt als der Kämpfer gegen das Böse, Gabriel nennt man den Verkünder, und Raphael wird als Engel der Heilung bezeichnet. Dieses Themenheft gibt nähere Auskunft über die Aufgabengebiete dieser mächtigen Engelfürsten und ihrer Legionen, denen sie vorstehen. Anhand von Beispielen wird aufgezeigt, wie der Mensch auf seinem Lebensweg den Beistand der Geisterwelt Gottes erhält. Je nach Lebenssituation und je nach Bedarf bieten ihm Engel aus den verschiedenen Chören ihre Hilfe an. Ist ein Mensch krank oder steht er vor dem Übertritt in die jenseitige Welt, so sind es die Missionsgeister, die bei ihm tätig werden. Gilt es, den Menschen vor Versuchung und vor Angriffen des Bösen zu bewahren, so stehen ihm Geister des Kampfes zur Seite. Und geht es darum, ihm eine Nachricht aus der jenseitigen Welt, beispielsweise von einem verstorbenen Angehörigen zu überbringen, so erfüllen die Botschafter und Kundschafter Gottes ihren Dienst.

Themenheft 5/2016: Engelschaften – Legionen und Chöre

Inhalt
Die Aufgabenbereiche der Legionen Michaels, Gabriels und Raphaels

Josef, 30. März 1968 (Ausschnitt)

Die Aufgabenbereiche der Legionen Michaels, Gabriels und Raphaels

In der geistigen Schöpfung waltet eine wunderbare Ordnung. Gott hat eine grosse Vielfalt an Geistwesen erschaffen und ihnen unterschiedliche Talente und Fähigkeiten verliehen. Sie alle erfüllen Aufgaben, die ihrem Wesen und ihrem Können entsprechen.

Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, noch ist die Zahl der Geistgläubigen unter der Christenheit sehr gering. Noch gehen die Anschauungen über den Geistesglauben auseinander, und es wird noch viel dagegen geredet. Es muss aber zu einem Durchbruch kommen, doch steht dem noch ein langer, grosser Kampf bevor. Nicht nur im Irdischen. Ein Kampf von noch viel grösserer Bedeutung ist in der jenseitigen Welt im Gang, unsichtbar für die Menschen. Geister Gottes nehmen daran teil; denn es geht ihnen darum, einen schnelleren geistigen Aufstieg zu erringen. Denn ihr wisst, dass die Herrschaft Luzifers über die Menschheit nicht gering ist; dass er alles Interesse daran hat, diesen Glauben an eine göttliche Geisterwelt und eine mögliche Verbindung mit ihr zu unterbinden. Dies aber wird ihm trotz seiner Macht auf die Dauer nicht gelingen. Aber der Zeitgewinn ist für ihn kostbar.

Es ist nicht leicht, den Glauben an ein Weiterleben und an eine Verbindung zur Geisterwelt Gottes zu verbreiten. Dafür braucht es für den Menschen oft Mut. Die gute Geisterwelt unterstützt ihrerseits; sie tut, was sie kann, wo es ihr gelingt, an den Menschen heranzukommen, um ihn zu inspirieren und zu führen.

Ich habe euch schon erklärt, dass die Geistgeschwister je nach ihren Fähigkeiten, je nach ihrer Entwicklung eine Tätigkeit in der Geisteswelt ausüben dürfen. Diese Tätigkeiten unterscheiden sich sehr voneinander. Ihr wisst, dass es nicht so ist, als wüsste ein Jenseitiger über alle Dinge Bescheid oder als hätte ein Geist oder Engel alle Fähigkeiten und könnte alles vollbringen. Sondern jeder nimmt entsprechend seinen Fähigkeiten, seiner Intelligenz oder seinem besonderen Wissen, das er hat, seinen Platz in der Schöpfung Gottes ein. Da braucht es nicht nur lauter weise Wesen, sondern auch dienende Geschwister, denn sie sind genauso notwendig und besitzen das gleiche Ansehen. Man wird auch als geistig Aufgestiegener mit einem grossen Wissen nicht auf andere herabsehen, die vielleicht eine weniger anspruchsvolle Tätigkeit ausüben oder eben dienende Wesen sind. Denn jede Dienstleistung, gleich welcher Art sie auch sein mag, ist von Bedeutung. Es braucht den Diener in der Geisteswelt Gottes wie jenen, der ein hohes Geisteswissen erhalten darf.

Nun, ich deutete schon öfters darauf hin, wie verschieden diese Tätigkeiten sind und wie die Geistwesen, die sie im Diesseits oder im Jenseits ausüben, ihre grossen Lehrmeister haben. Diese grossen Lehrmeister haben wieder ihre erhabenen Helfer, die die Geschwisterscharen führen.

Euch ist beispielsweise der Erzengel Michael bekannt als der kämpferische Geist Gottes. Er ist der grosse Lehrmeister im geistigen Kampfe. Ihm unterstehen Legionen, die diesen kämpferischen Geist besitzen und die ihm treu ergeben sind. Das mag für den einen und andern unter euch unverständlich sein. Es mag für den unverständlich sein, der diese geistige Lehre noch nicht kennt und nicht versteht, wofür es diese Legionen kämpferischer Wesenheiten auch in der jenseitigen Welt braucht. Ich habe euch aber schon verschiedentlich anhand von Beispielen dargelegt, dass auch da für Ordnung gesorgt werden muss.

Diese Geistgeschwister, die strafend und kämpferisch einschreiten, gehören also den Legionen des Erzengels Michael an. Er ist ihr grosser Führer und Lehrmeister. Von ihm kommen die Befehle, die Anordnungen. Er erteilt sie selbstverständlich immer im Einverständnis mit dem König der Geisterwelt Gottes. Dieser grosse kämpferische Geist Michael hält stets ein wachsames Auge auf das Treiben jenes Fürsten der Finsternis, der auch Michael wiederum gut kennt. Jener Fürst der Finsternis kennt auch die Macht, die Michael zusteht. Er weiss auch, dass dessen wachsames Auge ihn erblicken kann. Und nicht nur Michael sieht ihn, sondern auch seine vielen, vielen Helfer, die für die Erhaltung der göttlichen Ordnung sorgen.

Man soll also nicht annehmen, dazu brauchte es keine Überwachung und kein Einschreiten göttlicherseits. In dieser Hinsicht üben die Legionen Michaels eine grosse Tätigkeit aus, was Kampf anbelangt. Und wo Menschen im Kampf für ihren Glauben stehen, da erhalten sie auch Unterstützung durch jene Geister Gottes. Sie werden von solchen geführt und inspiriert, die den Legionen Michaels angehören, wenn es darum geht, wirklich wirksam und sinnvoll zu kämpfen. Man kann indes auch fälschlich meinen, man hätte einen kämpferischen Geist Michaels zur Seite, während man nur seinen persönlichen Eigensinn durchzusetzen versucht. Dieses hat nichts mit einem hilfreichen Kampfengel Gottes zu tun.

Es sollte doch jedem Menschen mit der Zeit verständlich werden, dass jeder von sich aus in so vielen Dingen selbst entscheiden kann; dass jedem so viel an geistigem Gut anvertraut ist, worüber er verfügen oder das er verwerfen oder falsch beurteilen kann. In allem aber ist das der richtige Weg, dass man nicht nur den irdischen, sondern auch den geistigen Gesetzen nachlebt und in keiner Weise den Bogen überspannt, dass man nicht als Fanatiker und vernunftloser Mensch angesehen wird. Es geht also immer darum, die Vernunft walten zu lassen.

Wir können dies nicht genug betonen, weil, wie unter den ersten Christen viel Übereifer zum Ausdruck kam, dieses auch heute noch genauso der Fall ist. Und vor diesem Übereifer müssen wir immer wieder warnen. Entfliehen soll man jedem Fanatismus. Gott ist das beste Vorbild hierin für den Menschen. In ihm, dem Schöpfer, sieht man keinen Fanatismus. Wer zum Fanatismus neigt, sollte sich dies vor Augen halten; so wird er den rechten Weg finden. Eine ernst zu nehmende Lehre soll nicht in lächerlicher Art und Weise dargelegt werden. Sie sollte für jeden eine würdige, heilige Angelegenheit bleiben.

Auch dieses müssen wir immer wieder betonen. Man soll dieses heilige geistige Gut nur in würdige Hände weitergeben. Man soll nur mit Menschen über diese Dinge reden, bei denen man Verständnis dafür fühlt. Es soll für jeden eine heilige Sache sein, diese Geisteslehre als etwas Heiliges zu verwalten und anzuwenden, sie nicht bei jeder Gelegenheit wie billige Ware dem Erstbesten anzubieten und sich mit ihm darüber auseinanderzusetzen. Das wirkt abstossend und ist unserem Bestreben, die Geisteslehre zu verbreiten, nicht dienlich. Bei einem solchen Menschen steht kein kämpferischer Geist Gottes, sondern es bemächtigen sich seiner Geister der Tiefe, die Freude daran haben, dieser heiligen Sache Abbruch zu tun. So ist es notwendig, den Übereifrigen da und dort wieder einmal deutlich zu antworten.

Geister Gottes sind gerne bereit, beim Menschen zu wohnen und ihn zu führen. Aber dazu hat der Mensch ihnen seine Seele als würdige, saubere Wohnung bereitzuhalten, dass sie sich wohl bei ihm fühlen. Ein Gottesgeist fühlt sich nicht wohl bei einem Menschen, der nicht nach dem Willen Gottes lebt. Denn einem Geist Gottes ist das, was er zu geben gewillt ist, heilig, und das will er nur Würdigen übertragen.

Nun möchte ich aber auch noch von weiteren Engeln Gottes berichten: von den Verkündern von Botschaften. Sie gehören zu den Chören des Erzengels Gabriel. Denn Gabriel war es, der Maria die Frohbotschaft brachte; und von seinen Engelscharen aus gehen diese Geistgeschwister, deren Aufgabe es ist, frohe Kunde zu verbreiten, Botschaften dieser oder jener Art zu übermitteln. Sie sind gleichzeitig auch Kundschafter. Sie bringen euch nicht nur Grüsse von euren Angehörigen aus der Geisterwelt oder gewisse Botschaften im wahren Sinn des Wortes. Sie kundschaften auch aus, was zum Heil des einen und andern noch fehlt. Diese Aufgabe gehört in ihren Bereich, und so haben sie eine sehr grosse Tätigkeit auszuüben in diesem irdischen Reich.

Wie vieles haben sie immer wieder zu übermitteln! Stets sind es die Neuigkeiten des Diesseits, die sie ins Jenseits weiterzugeben haben. Überall sind sie bereit, in dieser ihrer Art und Weise zu dienen. Dafür haben sie ihre grossen Lehrmeister, die sie in ihrem Fach ausbilden, für Leistungen, die sie einst zu vollbringen haben. Nicht nur in der jenseitigen Welt sind sie tätig, sondern auch in der Erdenwelt, überall, wo Leben herrscht. Immer gibt es Neuigkeiten zu übermitteln.

Diese Geister Gottes unterscheiden sich von jenen des Kampfes. Den Botschaftern liegt es nicht zu kämpfen. Sie aber übermitteln die Notwendigkeit eines Kampfes, der stattfinden soll. Sie sind Übermittler, sie benachrichtigen ihre erhabenen Geistgeschwister von dem, was zum grossen Nutzen getan werden muss. Hand in Hand wirkt man in der Jenseitswelt. Es gibt unter den Geistern Gottes keine Eifersucht noch irgendwelchen Egoismus oder Selbstherrlichkeit. Sondern man lebt in Harmonie unter der Führung dieser erhabenen Fürsten des Himmels, der grossen Lehrmeister. Und wenn es darum geht, eine Nachricht zu übermitteln, dann wird ein solch gütiges, liebevolles Wesen aus den Legionen Gabriels dazu erwählt.

Noch von einem weiteren, genauso bedeutungsvollen und erhabenen Fürsten des Himmels möchte ich erzählen und damit klartun, wie wunderbar die Fähigkeiten verschiedenster Art verteilt sind, und wahrlich zum Nutzen aller. Und dieser weitere grosse Lehrmeister seines Faches und Fürst des Himmels ist Raphael. Er ist der Retter. Er ist zugleich der Lehrmeister seiner erhabenen Helfer, der die Seinen unterrichtet, wie man Rettung, Befreiung, Erlösung bringt. Ihm unterstehen die Missionsgeister, die Helfer. Er ist ihr grosser Lehrmeister. Seinen Legionen gehören sie an, diese vielen, vielen Helfer auf den verschiedensten Gebieten.

Sie sind die Tröster der Menschen. Sie sind auch bereit, jene zu warnen, die in Not sind. Alles das, was in den Bereich eines Missionsgeistes gehört, untersteht diesem Fürsten des Himmels. Wenn es gilt, einen sterbenden Menschen zu empfangen oder einem Menschen Befreiung oder Erlösung irgendwelcher Art zu bringen, dann sind es geschulte Geistgeschwister aus den Legionen Raphaels, die da ihre Aufgabe erfüllen.

Alle diese hohen Fürsten des Himmels wirken aber mit ihrem König zusammen. Man soll nicht glauben, dass bei ihnen eine Eigenmächtigkeit zum Ausdruck käme. Denn jeder hat seine Anweisungen erhalten, und jeder kennt genau seine Grenzen. Jeder weiss genau, wann und wo er einzuschreiten hat. Denn diese Fürsten waren schon mit tätig, als es darum ging, diese Erde zu gestalten. Schon da hatte jeder auf seine Art und Weise mitgeholfen. Doch damals bezog sich ihre Aufgabe nicht allein auf ihre heutige Tätigkeit, wie ich sie euch erklärte. Ihnen zugeteilt waren noch andere hohe Geister mit besonderer Begabung – ein weiteres Gebiet also, das sie genau zu beobachten, aufzubauen und zu erweitern hatten. Aber alles, alles was zu geschehen hatte und unter der Führung dieser hohen Himmelsfürsten stattfand, wurde mit ihrem König besprochen.

So herrscht in jeder Beziehung eine grosse Einigkeit. Und geht es nun darum, in einer Unsicherheit die richtige Anweisung zu bekommen, dann geht man zum grössten Lehrmeister, zu Christus, dem König, und unterbreitet ihm alles. Denn er steht doch wieder in ständigem Kontakt mit seinen himmlischen Fürsten. Er unterrichtet sie, wie sie ihrerseits ihn wieder über den Fortgang der geistigen Entwicklung der Menschheit unterrichten, über alles Leben auf dieser Erde wie über das Treiben im Reich des Fürsten Luzifer.

In der göttlichen Welt herrscht eine wunderbare Ordnung in allem. Und gerade das ist es, was dem irdischen Menschen so schwerfällt zu glauben. Man glaubt, dass diese Einrichtung zu menschlich wäre, es müsste doch alles anders sein. Doch dem ist nicht so. Und es wurde euch immer wieder gesagt, dass alles, was der Menschheit zur Verfügung steht, zum Teil auch was die Organisation betrifft, auch im geistigen Reiche vorhanden ist, jedoch von anderer Beschaffenheit. Und dass eure Ordnung ja nur ein Abbild der göttlichen Ordnung ist, in unvollkommener Art.

Angesichts der Schöpfung und allen Lebens darin müsst ihr doch erkennen, dass eine wunderbare Führung einer Allmacht dahintersteht und dass diese Allmacht, diese wunderbare Führung und Gesetzgebung doch nur auf dem Schöpfer selbst beruht. Dass es dieser Schöpfer ist, der es seinen Erhabenen anvertraute, wie diese Ordnung zu erhalten ist und was zu tun ist, damit die geistige Entwicklung vorwärtsgeht.

Und so möchte ich noch einmal auf diese kämpferischen Legionen Michaels zurückkommen. Denn sie sind es, die dafür ihre Tätigkeit im hohen Sinn ausüben. Ihre kämpferische Tätigkeit hat nichts mit der Kriegsführung der Menschen zu tun. Es ist das Gegenteil von dem, denn die kriegerischen Auseinandersetzungen der Menschen kommen unter dem Einfluss Luzifers zustande. Er und seine Helfershelfer rufen die Menschen zu Kriegen auf, und die betreffenden Menschen wiederum sind Werkzeuge jener niederen Geisterwelt, angetrieben von Herrschsucht, von Ehrgeiz, von Machtbesitz und Raffgier.

Ihr aber wisst, dass es heisst: “Wenn einer dich auf die Wange schlägt, halte ihm auch die andere hin” (Mat. 5, 39). Das heisst: “Ziehe dich zurück vom Streitenden. Verzichte lieber und halte Frieden.” So etwas kann nur ein Geist Gottes sagen. Die düstere Geisterwelt sagt aber: “Das sollst du dir nicht gefallen lassen. Fordere den andern zum Kampf heraus!”

Und so geht es auf dieser Welt denn auch zu. Man sollte diese Einflüsse an ihrer Wirkung erkennen und an den Menschen, die Werkzeuge der düsteren Geister sind. Auf der einen Seite ist es die niedere Geisterwelt, welche die Menschen beeinflusst zu Herrschsucht, zu Machtgier. Und auf der anderen Seite ist die Aufforderung zum Verzicht. Würde die Christenheit Christus wirklich als ihren wahren Führer und als die wahre Leuchte ihres Lebens betrachten, könnten sie keine Kriege mehr führen.

Nun, liebe Geschwister, gab ich euch wieder einen Einblick in die göttliche Gesetzmässigkeit. So möge euch Gottes Segen begleiten. Möget ihr die Kraft des Glaubens und richtigen Denkens, Schaltens und Waltens empfangen. Mögen Geister Gottes euch führen, und möget ihr ihnen eine würdige Wohnung in euch bereiten. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrer Josef vom 30.3.1968 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Erstveröffentlichung in der Zeitschrift “Geistige Welt”)

Im Dienste der Missionsengel, der Engel des Kampfes und der Botschafter Gottes

Josef, 5. März 1966

Im Dienste der Missionsengel, der Engel des Kampfes und der Botschafter Gottes

Der Mensch erhält auf seinem Lebensweg den Beistand der heiligen Geisterwelt Gottes. Je nach Lebenssituation und je nach Bedarf bieten ihm Geister Gottes aus verschiedenen Chören ihre Hilfe an. Geistlehrer Josef gibt in diesem Vortrag einen Einblick in ihre grossen Aufgabenbereiche. Ist ein Mensch krank oder steht er vor dem Übertritt in die jenseitige Welt, so sind es die Missionsgeister, die bei ihm tätig werden. Gilt es, den Menschen vor Versuchung und vor Angriffen des Bösen zu bewahren, so stehen ihm Geister des Kampfes zur Seite. Und geht es darum, ihm eine Nachricht aus der jenseitigen Welt, von einem verstorbenen Angehörigen zu überbringen, so erfüllen die Botschafter und Kundschafter Gottes ihren Dienst.

Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, ich will euch heute von einem aufgestiegenen Geistwesen erzählen. Diesem Geistwesen wurden drei Aufgaben angeboten; es konnte unter diesen drei Aufgaben eine auslesen, die es für sich günstig fand. Aber es wurde ihm auch die Möglichkeit gegeben, alle drei Aufgaben zusammen zu lösen. Und diese Seele, die sich in der Jenseitswelt hohe Verdienste erworben hatte, wollte doch alle Aufgaben lösen; denn sie war interessiert an der grossen Vielfalt, und so wollte sie ihre ganze Kraft zur Verfügung stellen. Anderseits sah dieses Wesen ja auch, wie notwendig es ist, sich dem Heils- und Erlösungsplane zu widmen. Diese drei Aufgaben wurden nun dieser aufgestiegenen Seele vorgelegt. Die eine bestand darin, als Missionsgeist tätig zu sein bei kranken und bei sterbenden Menschen. Eine andere Aufgabe war, sich im Kampf gegen das Böse zu stellen. Die dritte Aufgabe bestand darin, Botschafterin und Kundschafterin zu sein in der Diesseits- und in der Jenseitswelt.

Nun bedurfte diese aufgestiegene Seele vieler Belehrungen. Sie wurde jeweils zu einem Geiste hingeführt, der in einer dieser Aufgaben stand – zuerst zu einem Geist, der sich den Kranken und Sterbenden widmete. So konnte diese aufgestiegene Seele zu ihrer Arbeit gehen und nun bei diesen Kranken und Sterbenden ihren Dienst erweisen. Sie hatte die Belehrung von diesem sie führenden Gottesgeist mit anzuhören, denn sie musste ja, obwohl sie eine aufgestiegene Seele war, sich erst wieder dem neuen Leben widmen und es in allen Einzelheiten kennenlernen. Und da es ihr Wunsch war, diese Aufgaben zu erfüllen, war damit neben dem Dienen noch viel Lehrreiches verbunden.

Voll der Freude und Begeisterung nahm sich der Engel Gottes dieser hilfreichen Seele an und führte sie nun in ein Spital, wo kranke und sterbende Menschen lagen. Jetzt musste diesem Wesen einmal eine allgemeine Belehrung gegeben werden, und dieser Geist Gottes sagte ihm nun: “Siehe, wenn du deine Aufgaben gewissenhaft erfüllen willst, musst du sehr aufmerksam sein und gut zuhören, was ich dir zu sagen habe, denn später sollst du ja ohne meinen Beistand deine Aufgabe ganz allein ausführen können.” So war also dieser Engel Gottes der Lehrer dieses Missionsgeistes – so möchte ich die Seele jetzt nennen in dieser Aufgabe, denn sie war jetzt in den Dienst der Missionsgeister eingetreten.

Da gab es nun einmal Folgendes zu beobachten, wie der Engel Gottes sagte: “Wenn man an das Bett eines kranken Menschen kommt, dem man das erste Mal begegnet, dann muss man unterscheiden, ob dieser Mensch für das Ableben gezeichnet ist oder für sein Weiterleben oder ob Überraschungen möglich sind im Laufe seiner Krankheit.” Der Gottesgeist erklärte genau, wie man diese drei Dinge unterscheiden kann: “Ist ein Mensch für das Ableben gezeichnet, dann wirst du das ganz deutlich sehen: Über dem Kopf des Kranken wird sich ein Schatten bewegen. Darf er weiterleben, so strahlt ein Licht auf den Kopf des kranken Menschen hin, es ist hell um sein Haupt. Muss man mit Unverhofftem rechnen bei einem Menschen, weiss man nicht genau, wie sich dieses ereignen wird, ob Unerwartetes eintreten kann, dann zeigt sich dies auf folgende Weise: Ein Schatten bewegt sich, er verschwindet, und es kommt wieder Licht, beides wechselt sich im gleichen Rhythmus ab. Daraus kann man erkennen, dass etwas Unerwartetes, Unbestimmtes eintreten kann; es ist also weder sein Ableben bestimmt, noch mit Bestimmtheit seine Genesung gezeichnet.”

Darüber, wie dies zustande kommt und erkannt werden kann, klärte nun der Gottesgeist diese Missionsschwester weiter auf, indem er sagte: “Aus dem Körper des Menschen steigt jene odische Kraft. Während sie bei einem gesunden Menschen doch hell und kräftig pulsierend ist, ist dies bei einem Kranken nicht mehr in dieser Weise möglich. Im Weiteren spielt beim Kranken auch die Anwesenheit des Schutzgeistes eine Rolle. Der Schutzgeist, der den Lebensplan des kranken Menschen betrachten und studieren kann, ist genauestens unterrichtet über Leben oder Sterben des Kranken. So wird er versuchen, entweder diesen Schatten zu stärken oder das Licht stärker erscheinen zu lassen. So kann es Geistern, die sich in den Dienst der Kranken stellen, möglich sein, zu beurteilen, ob dieser Mensch genesen darf oder nicht. Es ist auch für hellsehende Menschen möglich, diese Wahrnehmung zu machen.”

Dies war nun diesem Missionsgeist erklärt worden. Darauf musste er also achten. So hatte er schon von vornherein ein Bild, was mit einem Kranken geschehen wird, und dementsprechend sollte er seine Tätigkeit ausüben. Für einen, der zum Ableben bestimmt ist, da kann er nur weitere Geister herbeibitten, welche die Aufgabe haben, dem Sterbenden beizustehen und ihn zu übernehmen. Als Missionsgeist kann er andere Geistgeschwister aufmerksam machen, und er hat auch die Möglichkeit, einen Fürbitter herbeizubringen, damit dieser Fürbitter nun an der Seite dieses sterbenden Menschen steht, um ihm beim Übertritt in die jenseitige Welt behilflich zu sein und für ihn einzustehen. Das ist eine Aufgabe eines solchen Missionsgeistes. Die eigenen Schutzgeister sind aber nicht untätig; bei einem religiösen, frommen Menschen sind sie sehr tätig, aber es ist gut, wenn andere Geistgeschwister dazukommen und ihre Hilfe darbieten. Also kann dieser Missionsgeist bei einem Sterbenden einen Fürbitter bestellen, und auch er selbst kann, wenn es ihm beliebt, seine Dienste darbieten, soweit es in seinen Kräften liegt.

Geht es um einen Menschen, der für das Weiterleben gezeichnet ist, der nun eine schwere Operation hinter sich hat oder sonst schwer krank ist, da muss der Missionsgeist dem Kranken seine Hilfe darbieten, damit seine Genesung schneller vor sich geht. “Und diese Hilfe besteht darin”, so erklärte dieser Geist Gottes der Schwester, “dass du diesem kranken Menschen deine Hände auf das Haupt legst. Damit überträgst du ihm von deiner Geisteskraft und kannst dazu beitragen, dass seine Schmerzen gelindert werden.” Im Weiteren wurde der Schwester erklärt, dass es noch andere Möglichkeiten gäbe, um dem Kranken beizustehen. Sie hätte da die Hilfe anderer Wesen, die die notwendigen Dinge bringen würden, die sie beim Kranken anzuwenden hätte. Es könnte dem Kranken ein geistiger Trunk dargeboten werden, er könnte mit geistigem Wasser gewaschen und geölt oder gesalbt werden. Es könnten ihm also geistige Medikamente überbracht werden; und ohne dass der Kranke es merke, könnten solche geistigen Behandlungen stattfinden, die zu seiner Gesundung verhelfen oder seine Gesundung fördern. Das wäre nun eben auch eine Aufgabe, die man an diesen kranken Menschen erfüllen könne.

Geht es um einen Menschen, bei dem über dem Haupte Licht und Schatten abwechseln, da möchte die geistige Welt nun selbst einmal zuwarten und schauen, was die ärztliche Kunst bei diesem Menschen vollbringen kann, und anderseits, was der Schutzgeist oder – wie jetzt beschrieben – die Missionsgeister dazu beitragen können, das Leben dieses Kranken zu erhalten. In einem solchen Fall geht man beim Menschen auf folgende Art und Weise vor: Zuerst betrachtet man sein Leben. Sieht man einen Menschen in grossen, hauptsächlich geistigen Aufgaben, so möchte man ihm noch Zeit zum Leben lassen, damit er seine geistigen Aufgaben zur Zufriedenheit der Gotteswelt erfüllen kann. Sieht man ein angefangenes geistiges Werk, möchte man einem solchen Menschen die Gelegenheit geben, dieses sein Werk zu vollenden. Hat der Kranke in seinem Leben bedeutende geistige Verdienste erworben und ist bei ihm die Möglichkeit, dass er Weiteres an geistigen Werten für sich erringen kann, dann kann auch dies ein Grund sein, dass ihm das Leben verlängert oder wieder geschenkt wird. Infolgedessen kann dann der Missionsgeist mit andern helfenden Wesen dieselbe Kunst anwenden, wie sie es tun bei jenen, die für ihre Genesung gezeichnet sind. So will man die Möglichkeit zur Gesundung geben, man will Gnade schenken einem Menschen, der krank daliegt.

Dabei ist noch zu erwähnen, dass es gerade die Missionsgeister sind, die die Angehörigen eines solchen kranken Menschen beobachten. Wenn unter diesen Angehörigen welche sind, die für den Kranken beten oder die vielleicht in ihrem Leben geistige Verdienste errungen haben, da wird dieser Entscheid gefällt, dass dem Menschen sein Leben verlängert wird – man erhört also das Gebet eines Menschen, oder man achtet auf die geistigen Verdienste, die eines der Angehörigen erworben hat. Diese Gnade soll nun diesem kranken Menschen zugutekommen.

So musste also diese Geistschwester einmal darüber unterrichtet werden, auf welche Art man helfen kann und wann man einschreiten muss. Sie waren von einem Lager zum andern geschritten, und diese Missionsschwester konnte jetzt ihre Betrachtungen und Beobachtungen machen, und der Geist Gottes fragte jeweils: “Was hast du dazu zu sagen, was würdest du tun?”, und dieses fragte er nur, um ihr den Weg zu zeigen, wie sie zu helfen hat, und sie auch auf Fehler aufmerksam zu machen. Und anderseits wollte dieser Geist Gottes doch dieser Missionsschwester die ganze Unterstützung zukommen lassen. So lernte sie anhand dieser Besprechungen, die Zeichen über den kranken Menschen zu erkennen, ihr Urteil über sie zu geben, und wusste, wann und wie man zu helfen hatte. Dieses war jetzt eine Aufgabe, die diese aufgestiegene Seele erfüllen konnte; es war nun einmal eine Seite des geistigen Beistandes, den man dem Menschen gibt – und von dem er keine Ahnung hat.

Die Schwester wollte aber im Heilsplan Gottes vielseitig tätig sein, sie wollte so viel wie möglich helfen und weitere Aufgaben kennenlernen. So sollte sie nun eine weitere Aufgabe ausführen können, und diese bestand im Kampf gegen das Böse. Hier musste sie wiederum zu einem Wesen geführt werden, zu einem Geist Gottes, dessen Aufgabe es war, im Kampf gegen das Böse zu stehen. So musste nun diese Schwester bei diesem Geistbruder lernen. Er hatte sich diese Aufgabe ausgewählt, und er stand jetzt im Kampf gegen das Böse; er hatte seine Aufgaben unter den Menschen. Wenn es heisst, im Kampf gegen das Böse zu sein, so kann sich dies auf nichts anderes beziehen als auf die irdische Welt mit den Menschen. Denn die Menschen sind es, die unter der Herrschaft Luzifers stehen – Luzifer übt seine Macht über sie aus. Und nun ist es dieser helfenden, guten Geisteswelt möglich, in den Kampf gegen das Böse einzutreten.

So bedurfte die Schwester auch in dieser Beziehung wieder Erklärungen, und dieser Kampfesengel – so will ich ihn nennen – unterrichtete sie jetzt und sagte: “Du wirst eine grosse Aufgabe auf dich nehmen, und du wirst es nicht immer leicht haben. Denn Menschen zu dienen, ist schwer, und von Menschen wird man sehr oft enttäuscht. Doch wenn du deine Aufgabe erfüllen kannst, dann hilfst du, den Heilsplan Gottes zu fördern.”

Nun liess sich diese Geistschwester von dem Bruder belehren, denn auch hier ging es darum, einige Erkenntnisse zu erwerben, worauf man denn besonders zu achten hatte, wo man sich in den Kampf hineinbegeben musste. Und so erklärte dieser Bruder: “Wenn du mit Menschen zusammenkommst, und du möchtest sie vor dem Bösen bewahren – du willst, dass die Versuchungen an ihnen vorübergehen, und du willst deinen Teil dazu beitragen –, dann musst du unterscheiden können zwischen einem gutwilligen und einem böswilligen Menschen, zwischen einem willensstarken und einem willensschwachen Menschen. Dann wirst du gleich sehen, ob deine Tätigkeit, die du an einem Menschen ausüben möchtest, wirklich sinnvoll wird oder ob es nutzlos ist, nur schon zu versuchen, diesem Menschen zu helfen.” So sollte nun die Schwester diese Charaktere der Menschen kennenlernen. Und auch dieser Geist musste sie zuerst unterrichten, wie man beim Menschen erkennt, ob er gutwillig oder bösartig ist, ob willensschwach oder willensstark.

So bat dann dieser Gottesgeist die Schwester, sie möchte ihn nun begleiten; und so suchten sie sich einen Menschen auf das Geratewohl aus. Dieser war nun gerade ein willensschwacher Mensch. Hier wurde beobachtet, wie die Mitmenschen diesem Schwachen zusprachen, ihn ständig auf seine Fehler aufmerksam machten und wie alles nichts half, was sie ihrerseits zu der Verbesserung dieses Nächsten beizutragen versuchten. So sagte dann dieser Kampfesengel: “Siehst du, du kannst es probieren, wir werden unsere Dienste auch diesen Schwachen zur Verfügung stellen. Aber zum grossen Teil ist hier unsere Mühe umsonst.” Und er erklärte: “Wenn ich von einem Menschen schon mehr als ein Dutzend Mal enttäuscht wurde, dann kann ich mich ihm nicht mehr zur Verfügung stellen, weil die Mühe umsonst ist.”

Weiter erklärte er: “Siehst du, wenn ein Mensch willensschwach ist, kann man auf ihn, auf sein Denken einwirken, aber er wird doch mit seinen eigenen Ideen durchdringen. Er wird alles tun, was zu seiner Bequemlichkeit ist oder was ihm Vergnügen macht in seinen Lastern, die er hat. Er wird vielleicht vorübergehend etwas überwinden, aber bei der nächsten Gelegenheit, die sich ihm bietet, wird er wieder in die Versuchung hineinkommen.” Und der Gottesgeist erklärte, dass man von Geist zu Geist reden könne und er jeweils in das Gewissen eines Menschen eindringe und ihn mahne, aber dass dieses alles doch nichts fruchten würde. Der Willensschwache würde nur sich selbst Vorwürfe über seine Schwachheit machen, aber man könne ihm nicht beistehen.

Anders sei es bei jenen willensstarken Menschen, die in einer Schwachheit lebten oder bei denen es darum gehe, sie vor Versuchung zu schützen. Bei einem willensstarken Menschen müsse man ebenfalls mit einer ganz bestimmten energischen Kraft in das Gewissen eindringen. Man müsse ihn fortwährend mahnen, ihn auf die Fehler aufmerksam machen; man müsse versuchen, ihn in seinem vernünftigen, gesunden Denken zu fördern, ihn von belastendem Denken wegzuführen, ihn auf Gedanken der Befreiung zu bringen. Das könne bei einem willensstarken Menschen möglich werden, wenn dieser es selber unterstützt, wenn er seine Fehler einsieht und den Willen dazu hat, seine Fehler zu überwinden. Auch hier, so betonte dieser Gottesgeist, würde er einem Menschen so oft beistehen; doch falls er dann über die Massen enttäuscht würde – über das Mass, das er sich selber stellt –, dann überlasse er die Führung einem andern Geiste. Denn er könne auch, so betonte er, von einem willensstarken Menschen enttäuscht werden, und dann wende er sich von ihm ab – was aber nicht heissen soll, dass keine Geister Gottes mehr sich seiner annehmen würden; sondern er überlasse dann diese Aufgabe einem andern. Im Weiteren sei es so, dass die Fähigkeiten eines dienenden Geistes auch ganz verschieden seien, dass sie nicht auf jeden Menschen in selber Art und Weise ansprechen. So könne es auch bei einem Gottesgeist sein, dass er zu einem gewissen Menschen eine besondere Zuneigung habe und ihm seine ganze Hingabe und Aufmerksamkeit schenke. Bekäme er aber zu einem Menschen, bei dem er seine ihm aufgetragene Aufgabe zu erfüllen versuche, keine persönliche Beziehung, dann suche er sich einen andern aus, bei dem er mit seiner ganzen Hingabe wirken könne.

So wurde diese Seele auch in dieser Weise unterrichtet, wann und wie man einem Menschen im Kampf gegen das Böse beistehen kann. Der Geist Gottes erklärte ihr auch: “Es ist die Umgebung eines Menschen zu beobachten, es ist seine Tätigkeit genau zu betrachten; denn aus seiner Tätigkeit und aus seiner Umgebung, aus seinem Bekanntenkreis heraus kommen ja die Versuchungen in sein Leben hinein. Dann hat man die Gelegenheit, eben an diese Bekannten heranzutreten und diese Versuchungen gar nicht zuzulassen; man wehrt von Anfang an ab. Dies ist aber nicht in allen Fällen möglich. Denn kommen an einen Menschen Versuchungen – sie können irgendwelcher Art sein, sie müssen nicht präzisiert werden, sie kommen aus seiner Tätigkeit heraus –, so ist es für einen Gottesgeist schwer, ihn von den Versuchungen abzuhalten. Was er tun kann, ist: Er kann in das Gewissen des Menschen dringen und kann ihn ständig mahnen, dass er jetzt durch seine Tätigkeit ein Unrecht begehe – er wird aufmerksam gemacht.” So erklärte dieser Geist, auf was alles und auf wie vieles noch zu achten ist: “Ganz besonders ist auch darauf zu achten, wie jene niederen Geistwesen, die aus der Welt des Todes oder des luziferischen Reichs kommen, sich ihre Opfer unter den Menschen aussuchen; und diese Menschen müssen eben behütet werden.”

Wenn sich nun ein solcher Geist die Aufgabe nimmt, einen ganz bestimmten Menschen in Obhut zu nehmen, so wird er diese Betrachtungen anstellen, wie ich es erklärt habe. Er wird beobachten, was für Versuchungen aus seiner Tätigkeit oder aus seinem Bekanntenkreis herauskommen könnten. Er wird auch darauf achten, was für Neigungen dieser oder jener Mensch hat, der dazu veranlagt ist, eine Ungerechtigkeit auszuführen. Denn die niedere Geisteswelt sucht sich ja die schwachen und für die Untaten geeigneten Menschen aus. Sie kehrt in die Nähe dieser Menschen und inspiriert sie oder führt sie an den Ort des Übels; sie gewinnt den Menschen als Werkzeug für sich. Diese niederen Geister können sich in einem Menschen ausleben, und sie werden es eben auf diese Art und Weise tun, je nachdem wie der Mensch zu diesen Schwächen und Übeln neigt.

Nun kann ein Geist Gottes ein solches niederes Geistwesen abhalten, wegdrängen; er kann ihm den Zugang zum Menschen verbieten. Wenn dieser Mensch kraft eigener Überwindung schon einiges in Ordnung bringen konnte, wird dementsprechend der Beistand der guten Geisterwelt grösser sein; grösser wird die Hilfe, die man dem Menschen schenken kann.

“So kommt es in allen Teilen doch so sehr auf den Menschen selbst an”, erklärte dieser Gottesengel, und er musste nun diese hilfsbereite Geistschwester aufklären, dass die Tätigkeit der Geisterwelt Gottes von den Menschen nicht beachtet würde. Es wüssten wohl jene um diesen Schutz, die in Verbundenheit mit der Gotteswelt lebten, aber Menschen hätten eigentlich ja gar keine Ahnung, welcher Kampf sich jeweils um einen Menschen abspielt, wie da die niedere Geisteswelt versucht, ihren Platz bei ihm einzunehmen. Und hat sie eben ihren Platz bei einem Menschen einmal eingenommen, dann kann die gute und helfende Geisteswelt ja nur von ferne wirken – sie versucht, den Menschen zur Reue zu bewegen, sein Denken zu ändern. Aber ein solcher Mensch kann so beeinflusst und in den Krallen eines unseligen und sehr schlechten Geistes sein.

Und so braucht es auch in diesem Fall eine gewisse Erfahrung und Erkenntnisse, auf welche Art und Weise man einem solchen Menschen helfen und den Beistand geben kann. Da geschieht es dann so, wie ich es andeutete: In erster Linie versuchen die Geister Gottes, in das Gewissen des Menschen zu dringen, ihn zur Reue zu bewegen, ihm Menschen zuzuführen, die ihn auf Gott aufmerksam machen, auf die Vergebung – dass Gott jedem reuigen Sünder vergibt und keiner zu niedrig ist, um wieder heimkehren zu dürfen, von Gott aufgenommen zu werden. Also haben diese helfenden Geister die Aufgaben wiederum an den Mitmenschen. Die Mitmenschen sind ihnen Werkzeuge, sie sollen also auch das Ihrige beitragen, um den Menschen von seinem Übel wegzuhalten.

So bedient sich die gute Geisteswelt des Menschen wie auch die niedere Geisteswelt. Die hohe Geisteswelt versucht, den Niederen den Weg zu sperren, sie wegzudrängen, so gut sie es kann. Denn gerade diesen niederen Geistern ist es erlaubt, den Menschen in Versuchung zu führen; denn die Menschen auf Erden leben im Herrschaftsbereich Luzifers. Sie haben aber die Möglichkeit, diesem Herrschaftsbereich zu entweichen und dem Reiche Christi zu dienen und alles zu verwerfen, was im Reich des Todes, im Reich der schlechten Geister, üblich ist zu tun.

So musste also diese Seele vieles lernen. Es waren grosse Aufgaben, die ihr gestellt wurden. Dieser Geist erklärte: “Wohl ist bei jedem aufsteigenden Geiste der gute Wille vorhanden, zu dienen und zu helfen; aber wirklich helfen und dienen kann nicht jeder.” Es braucht auch für diese helfenden Geister eine gewisse Erkenntnis, damit ihre Tätigkeit sinnvoll, sinnreich werden, fruchtbar sein kann. Und: Würde es überall ein Gelingen geben bei den Menschen, dann würden diese ja nicht mehr in die Versuchung kommen – da könnten ja die guten Geister alles vom Menschen abhalten. Doch dieses können sie eben nicht; es liegt beim Menschen, zu entscheiden, ob er das Niedere überwinden will oder nicht.

Es ist also der Mensch, der entscheidet. Und die Menschen unterscheiden sich voneinander in ihrem Charakter, in ihrem Willen. Und so muss die dienende Gotteswelt immer genau abwägen und den Einzelnen betrachten: “Kann ich an diesem Menschen einen Fortschritt erzielen, bin ich kräftig und stark genug, ihm beizustehen, oder überlasse ich ihn einem höheren, stärkeren Geiste?”

Denn ihr sollt nicht annehmen – dies sei noch bemerkt –, dass jeder hilfreiche Geist unbeschränkte Kraft, unbeschränkte Erkenntnisse zur Verfügung hätte. Wie es hier erklärt wird, wird ein solcher aufgestiegene Geist für eine seiner Aufgaben angelernt. Er will also sich in den Dienst des Nächsten stellen, doch es ist schwer, den Menschen beizustehen. Diese können eine gewisse Zeit zur Zufriedenheit der helfenden Geister leben, doch ganz plötzlich, unerwartet, können sie diese aufs Grösste enttäuschen.

Also brauchte diese helfende Geistschwester viele Belehrungen, damit sie ihre Tätigkeit so ausführen konnte, dass es ihr und diesen Menschen Nutzen brachte. Sie aber war voll der Freude, sie wollte dienen, dem Menschen helfen, wenn er krank wäre, sie wollte ihm helfen, wenn die Versuchung an ihn kommt.

Dieses waren jetzt zwei Aufgaben, die sie erfüllen konnte, und ihr Leben in der Jenseitswelt war so reich an Tätigkeit und Neuigkeiten, die ständig auf sie zukamen. Nun hatte sie ja noch eine weitere Aufgabe, in die sie hineingehen konnte: Es war die einer Botschafterin und zugleich einer Beobachterin – das ist nicht dasselbe. Eine Botschafterin bringt Botschaften, beispielsweise vom Jenseits zum Diesseits. Botschafterin konnte sie sein von Geistern, denen sie in der jenseitigen Welt begegnete oder die sie aufgesucht und gefragt hatte: “Kann ich für euch etwas tun?”, und die sie gebeten hatten, sie möge diesem oder jenem Angehörigen beistehen, ihm Nachrichten überbringen und zu verstehen geben, dass es ein Weiterleben gebe oder dass sein Angehöriges in der Jenseitswelt um das Gebet bittet von denen, die noch auf Erden leben. So sollte sie als Botschafterin versuchen, sich auch in das Leben des Menschen hineinzubegeben, in sein Denken hineinzuspielen, Erinnerungen hervorzurufen an das Heimgegangene, sodass dieser Mensch doch aufgefordert wird, an sein Liebes in der geistigen Welt zu denken – was ihm also einen Beweis geben sollte, dass es ein Weiterleben gibt.

Die Menschen aber vermögen die Worte dieser Botschafterin ja nicht zu verstehen. So versucht es diese Botschafterin auf die Art zum Ausdruck zu bringen, die ihr zur Verfügung steht: Sie versucht, dem Betreffenden im Traum ein Bild zu geben oder es ihm vor das geistige Auge zu führen, einfach in Erinnerung zu rufen; oder sie versucht durch irgendeine Begebenheit, diesen Menschen an den Verstorbenen zu erinnern. Das fördert also diese Botschafterin. Nun, geistig ausgerichteten Menschen, welche die geistige Verbundenheit haben, kann das ein Hinweis sein; und andere, denen diese Verbundenheit fremd ist, können höchstenfalls erklären: “Ich muss in letzter Zeit immer wieder an meinen verstorbenen Vater oder meine verstorbene Schwester oder Mutter denken.” Sie wissen sich das aber gar nicht zu erklären.

Dieses sind also Übermittlungen aus der Jenseitswelt, auf eine Art und Weise, wie sie ihr eben möglich sind. Wäre der Mensch geistig ausgerichtet, könnte er verstehen, was mit einer solchen Botschaft gemeint ist. So sollte diese Schwester auch in dieser Tätigkeit belehrt werden, als Botschafterin sollte sie ausgehen. Aber sie sollte Botschaften nicht nur von der jenseitigen Welt zu lebenden Menschen übermitteln, welche doch diese Botschaften zum grössten Teil nicht verstehen konnten; sondern sie sollte auch Botschaften überbringen können im Jenseitsreiche selbst, und zwar von Geistern, die in den unteren Stufen standen und darum wussten, dass eines ihrer Bekannten oder Lieben in den höheren Regionen weilt, und die nun um den Besuch dieser Lieben baten, die in den höheren Sphären sind. Also hatte sie auch diese Aufgabe in der jenseitigen Welt. Sie durfte auch Botschaften unter der Engelswelt überbringen, von einem himmlischen Chor zum andern – auch das stand in ihrer Tätigkeit. So war nun auch diese Arbeit so vielfältig und interessant für sie. Das war also die Aufgabe als Botschafterin.

Dann sollte sie aber auch Beobachterin sein: Beobachten sollte sie einmal jene niederen Geistwesen, die jeweils versuchten, aus der Tiefe ihres Reiches emporzudringen und dem Menschen Unheil zu bringen. Sie sollte die Pläne dieser niederen Wesen in ihrem Machtbereich beobachten. Dieses konnte sie unauffällig, ungesehen von diesen niederen Geistern tun, und ihre Beobachtungen übermittelte sie ihren höheren Geschwistern.

Auch das hat Gott so gewollt – denn Menschen könnten sich doch fragen: “Warum ist es notwendig, dass es auf diese Weise geschieht?” Der Geist Gottes, der nun diese Schwester in ihre neue Tätigkeit einführte, gab diesbezüglich die Erklärung, dass Gott diese Aufgabe den Seinen übertragen habe, damit sie für die Ordnung besorgt sein sollen; denn sie seien doch Kinder seines Hauses und mitverantwortlich, und sie sollten mit tätig sein am Aufstieg und an der Erlösung, Befreiung aller Geschwister. Das wollte Gott so; es sollten sich alle betätigen, dass alles dereinst wieder zu einer Einigkeit kommen kann und dass jedes Geistwesen, auch von den hohen Stufen, seinen Anteil hat und seine Aufgabe aufgetragen bekommt, mitzuhelfen, um diesen Heilsplan in Erfüllung zu bringen.

Also auch auf diese Art und Weise musste diese Schwester belehrt werden. So sollte sie Beobachterin sein und versuchen, die Pläne der niederen Geisteswelt zu durchkreuzen. Denn diese heckt sorgfältig ihre Pläne aus; und wenn die hohe Geisteswelt diese Pläne erkennt, wird sie dementsprechend eingreifen. So wird dieser Schutz beispielsweise einem Menschen gegeben, auf den ein solcher geistiger Überfall, wie ich es nennen möchte, geplant ist. Da kann sich diese helfende Geisteswelt bereitstellen und die Unseligen zur Umkehr zwingen; und wenn sie den Gehorsam verweigern, werden sie der gerechten Gottesstrafe zugeführt.

Diese Beobachtungen konnte diese Schwester also in der Tiefe des luziferischen Reichs machen. Sie konnte aber auch andernorts Beobachtungen machen, denn dieses Aufgabengebiet ist so weit verzweigt. Auch bei den aufsteigenden Geistern, die noch in den unteren Stufen sind und die noch voll der Ungeduld leben, bedarf es der Beobachtung. Auch sie kann man beobachten, ohne von ihnen gesehen zu werden. Man kann sich aber auch einem solchen Geiste nähern und ihm einige tröstende Worte überbringen. So viele Möglichkeiten bestehen in diesem gewaltigen Aufgabenbereich.

Und was noch im Weiteren dazugehört: Es gibt doch auch auf dieser Welt, wo Menschen mit ihren Tieren zusammenleben, so vieles zu beobachten. Denn es ist auch hier die niedere Geisteswelt, die versucht, den Menschen sowie Tieren und Pflanzen Schaden zuzufügen, damit nur Unfriede auf dieser Welt herrsche. Also muss auch die Tätigkeit jener Geister beobachtet werden, die da auf dieser Welt einhergehen und nur darauf bedacht sind, Schaden zuzufügen, wo es auch ist, sei es an Menschen, an Tieren oder sonst in der Natur. So braucht es sehr viele solcher Beobachter und Beobachterinnen, die zur bestimmten und gegebenen Zeit einschreiten können und das Übel abwehren.

Wie ihr wisst, hat diese niedere Geisteswelt so viel Macht über den Menschen. Und die gute Geisteswelt versucht ihrerseits, alles daranzusetzen, dass das Üble sich nicht entfalten kann. So möchte sie eben Hand in Hand mit dem Menschen gehen, mit dem Menschen, der bereit ist, das Gute zu fördern, zu tun, und der bereit ist, Gott entgegenzugehen. So möchte sie ihre Aufgabe erfüllen.

Die Geisteswelt, die beim Menschen im Dienste steht – gleich welcher Art –, sie fordert vom Menschen keinen Dank. Sie will den Dank nicht vom Menschen, denn die Menschen sollen ihren Dank, den sie abstatten wollen, dem himmlischen Vater geben. Die gute Geisteswelt steht im Dienste des himmlischen Vaters, und Christus wird als König der Geisteswelt jenen Helfern lobende Worte aussprechen. Er wird jene eifrigen Geister, die im Heilsplane dienen, bei sich empfangen. Er wird sie belohnen, und sie dürfen bei ihm zu Gaste sein, wenn sie besondere Werke, eine besondere Tätigkeit ausführen, besondere Leistungen vollbringen.

So wird alles in der Gotteswelt eben auch seine Belohnung finden, auch bei jenen aufgestiegenen Geistern. Denn diese haben, auch wenn sie bereits in den schönen Sphären des Himmels sind, immer noch zu wirken und sich immer noch etwas Neues zuzulegen, das von noch weit höheren Himmeln stammt. Und so freut sich jeder eifrige Geist des Himmels, wenn er vom König empfangen wird, wenn er eine Belohnung aus der Hand des Königs aller Geister empfangen darf – das ist für jedes aufsteigende Wesen wohl das schönste Geschenk, das ihm überreicht wird.

So, liebe Geschwister, habe ich versucht, euch von den Aufgaben eines aufgestiegenen Geistwesens zu erklären, das sich gleich drei Aufgaben ausgewählt hat, die es gleichmässig und gewissenhaft zu erfüllen sucht, und dessen Zeit reichlich ausgefüllt ist, um den Menschen beizustehen. Den Heilsplan zu fördern, im Dienste Gottes zu stehen, heisst arbeiten im Weinberge des Herrn.

So möge der Segen Gottes über euch alle kommen; möget ihr gesunden und behütet sein an Leib und Seele. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrer Josef vom 5.3.1966 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Nähere Erklärungen über das unterschiedliche Wesen und Wirken der Engel Gottes

Josef und Lene (Fragebeantwortungen und Ausschnitte aus Vorträgen)

Nähere Erklärungen über das unterschiedliche Wesen und Wirken der Engel Gottes

Lieber Josef, du hast uns schon von den verschiedenen Engelchören berichtet. Wie kann man sich all diese unterschiedlichen Engel vorstellen?

Josef: Ich habe euch schon Erklärungen gegeben über ihr Aussehen, ihre Kleidung. Ein Engel ist eine göttliche Persönlichkeit. Und unter “Engel” sind zum Teil auch geläuterte Geister zu verstehen, die nicht mehr Mensch werden müssen, die also [wieder den Engelsgrad erreicht haben und] bei Gott wohnen.

Anderseits versteht man unter “Engel” auch die göttlichen Wesen, die Gott treu geblieben sind und nie Menschen waren. Ein Engel ist zum Beispiel Gabriel – ein Erzengel. Zu den Engeln gehören die Chöre: die Seraphinen, die Cherubinen, die Fürstentümer, Gewalten und so weiter. Sie sind aber abgestuft. Wenn ich von Engeln spreche, ist es nicht immer notwendig, ihre Herkunft bekannt zu geben. Immer aber handelt es sich dabei um göttliche Persönlichkeiten, die in der Ordnung Gottes einen Posten ausfüllen. Wenn es für euch notwendig ist, wird euch wohl erklärt, wo sie eingereiht sind und welches ihre Aufgabe ist. Wo also von einem Engel gesprochen wird, ist damit eine göttliche Persönlichkeit gemeint, ein Geist Gottes der Ordnung, in welcher er einen Posten ausfüllt.

Ich habe auch schon darüber gesprochen, dass es grosse, mächtige Engel gibt, gross an Gestalt, sowie auch zarte und kleinere Wesenheiten. Ihre Erscheinung ist also auch hierin verschieden. Es gibt mächtige Engel des Kampfes und Strafengel. Jene aber, die so zart und fein sind, können zum Beispiel Engel der Liebe sein. Sie alle tragen bei zu der Vielfalt, zu der Schönheit, zu der ganzen Gestaltung der göttlichen Welt. So viele verschiedene Gestalten gibt es unter ihnen, so verschiedene Familien oder Chöre. Sie alle zeichnen sich immer durch eine ganz bestimmte Pracht und besondere Eigenschaft aus, wovon ich ja hin und wieder erzählt habe. (1956)

Lieber Josef, du hast verschiedentlich darauf hingewiesen, dass auch die hohen geistigen Sphären abgestuft sind. Werden nun Engel schon als Zugehörige dieser verschiedenen Sphären erschaffen, oder haben sie sich von einem gewissen Niveau aus höher zu entwickeln und kommen durch eigene Anstrengung in die höheren Sphären hinein?

Josef: Liebe Seele, du fragst vielleicht etwas viel auf einmal, auf dass ich es gut erklären kann. Meinst du jene aufgestiegenen Geistwesen, die sich in die Vollkommenheit hineinbegeben, das heisst jene Geister, die [einst am Abfall beteiligt waren und] sich nun zu den Engeln emporwirken? Oder meinst du jene reinen Geister, die Gott immer treu geblieben sind?

Ich meine die Gott treu gebliebenen Geister.

Josef: Die Gott treu gebliebenen Geister sind in ihrer Vollkommenheit, in ihrem schönsten Glanze und in ihrer grössten Harmonie. In der ihnen zugewiesenen Stufe haben sie zu wirken, und all die Engel dort haben eine besonders würdevolle Aufgabe. Nebst den kleinen Aufgaben, die jeder auszuführen hat, ist ihnen eine solche gegeben, die ihnen besondere Freude bereitet und deren Erfüllung sie beglückt. Denn Gott prüft seine Engel auch. Sie aber geben Gott wirklich die Ehre und Treue. Sie kennen keine Unzufriedenheit oder Eifersucht gegen jene Engel, die noch weiter über sie erhoben sind.

Es ist so, liebe Freunde: Das ganze Bild besteht aus unendlich vielen Verschiedenheiten, die alle zusammen eine Vollkommenheit und Einheit bilden. Auf jeder Stufe sind den Engeln besondere Aufgaben zugeteilt, das heisst, was die einen auf ihrer Stufe erfüllen, erfüllen nicht die auf einer anderen Stufe. Doch was die einen auf ihrer Stufe erfüllen, ist genauso wertvoll und wunderbar wie die Aufgaben der andern. Nur sind die hohen Engel auch in gewisse Ränge und Chöre eingeteilt. Diejenigen in nächster Nähe von Christus haben ein grosses Recht und regieren über Legionen von Engeln und Geistern. Man kennt aber keine Eifersucht, sondern es herrscht dort die wahre Liebe und Güte. Es besteht aber die Möglichkeit, dass aus einem Chore ein bestimmter Engel ausgezeichnet wird als führender Engel.

Ihr sollt euch vorstellen, dass diese Chöre Gemeinschaften bilden, Pläne sind und dass es dort verschiedene Ränge gibt. Diejenigen Engel, welche die höchsten Ränge einnehmen, behalten ihren Rang, so sie zur Zufriedenheit von Gott und Christus ihre Aufgaben erfüllen. Es können aber mitunter weitere Engel Gottes sich in besonderer Weise auszeichnen und dafür eine besonders ehrenvolle Zugabe an Aufgaben erhalten, wofür sie im Besonderen gezeichnet werden.

Aber ihr, liebe Freunde, könnt euch dies nicht vorstellen, weil ihr so in eurer materiellen Welt lebt und immer so materiell fühlt. So, wie ihr Menschen seid, dass, wenn einer von euch in eine höhere Stellung hineinkommt, ihn schon so viele darum beneiden, die ebenfalls diesen Posten einnehmen möchten – dergleichen gibt es nicht in der geistigen Welt. Alle Engel in diesen Stufen bleiben Gott treu und geben Gott und Christus die Ehre und Treue, das heisst auch höchsten Gehorsam.

Ich finde die Vorstellung von den unterschiedlich hohen Stufen deshalb schwierig, weil es in diesem Fall ohne jedes Verdienst bereits in der geistigen Welt ein Hoch und Niedrig gibt.

Josef: Nein, nein, liebe Seele, du hast davon keine richtige Vorstellung. Es gibt kein Hoch und Niedrig in eurem Sinne. In der geistigen Welt fühlt sich nicht einmal Christus über seine Engel erhoben, sondern ist ihnen ein liebender, führender Bruder. Es ist nicht dasselbe, was ihr Menschen darunter versteht, sondern in der geistigen Welt führt dasjenige in den höheren Stufen das in andern Plänen und Stufen nur scheinbar Untergeordnete. Sie sind alle liebevoll und beherrschen einander nicht. Es ist stets ein liebevolles Führen.

So verschieden Gott die Geister erschaffen hat, so verschieden sind ihre Gaben und ihre Kräfte. Der eine Geist hat viel mehr Energie. Es gibt Engel des Kampfes, die unternehmungsvoll geartet sind, aber ebenso rein und in der Vollkommenheit wie die demütigen und liebenden Engel. Es gibt so unendlich verschiedene Engel.

Diese Vielfalt in der geistigen Welt bringt dieses wunderbare Gesamtbild zustande. Und jeder Engel ist in seinem Amte glücklich, weil er weiss, dass er nicht fähig ist, zu vollbringen, was sein Bruder erfüllt. Und sie alle führen einander liebevoll. Es gibt bei den höchsten Engeln keine Überheblichkeit, keinen Stolz oder ein Herniederblicken auf den Nächsten. Es ist ein Miteinander, ein Tragen und eine Liebe. Das kennt ihr noch nicht, liebe Freunde! (1952)

Im Vortrag vom 25. November 1972 ging Geistlehrer Josef näher auf diese grosse Vielfalt und Ordnung in der göttlichen Welt ein. Der folgende Ausschnitt beleuchtet das Miteinander der verschiedenen Engelchöre im Dienste des Heils- und Erlösungsplans.

Josef: Liebe Geschwister, von der Engelswelt wird man zur Menschwerdung hingeführt; von der Engelswelt zum grössten Teil wird man wieder von dieser Erde zur Ewigkeit hinübergeführt. In der Schöpfung Gottes spielen die Engel eine bedeutende Rolle. Sie wollen den Menschen in ihrem Aufstieg helfen.

Christus hatte im Auftrage Gottes seinerzeit die Engelswelt in Chöre eingeteilt. Wenn ich sage “seinerzeit”, meine ich jene Zeit vor dem Abfall. Christus, der König der Geisterwelt Gottes, ordnete diese Chöre an, er teilte die Engelswelt ein. Gott hatte doch den Engeln verschiedene Talente gegeben; und so bildeten sich Scharen von Engeln, die dieselben oder ähnliche Gaben und Talente hatten. Christus hatte diese Aufgabe übernommen und hatte dazu noch andere hohe geistige Wesen hinzugezogen, dass sie ihm behilflich waren; denn es waren Legionen von Engeln, die in diese Chöre eingeteilt werden mussten. So hatte Christus in dieser Weise schon seine Aufgabe in der Ordnung Gottes ausgeführt. Die Haushaltung Gottes ist eine wunderbare Ordnung, alles ist wohlüberdacht und genauestens geordnet. Manches mögen die Menschen nicht verstehen. Doch mir bleibt ja nur die geistige Sprache, um es euch verständlich zu machen, und so habe ich des Öfteren in Bildern zu sprechen und Vergleiche zu ziehen.

Nun, die Christenheit wird bald wieder an die Geburt des Erlösers erinnert. Auch damals haben doch die Engel des Himmels eine wesentliche Rolle gespielt. Wie sie überhaupt eine Rolle spielen im Leben des Menschen, war diese doch auch in der Zeit des Lebens Jesu bedeutungsvoll. Und wenn ich dieses im Besonderen betone, so möchte ich eben davon Zeugnis geben, dass die Verbindung der Engelswelt zu den Menschen von jeher bestanden hat. Die Engel sind die Helfer für die Menschen auf dieser Welt, und sie sollten auch als jene Helfer des Himmels betrachtet werden.

Wenn ich von der wunderbaren Ordnung rede, so möchte ich nicht unterlassen, es wieder einmal besonders zu betonen, dass jedes Volk, das auf dieser Erde ist, seine eigenen Engel hat, die über ihm stehen und es führen, so gut es ihnen möglich ist. Alle Völker dieser Erde haben ihre Geister Gottes; diese kommen aus den verschiedensten Chören des Himmels, die seinerzeit von Christus zusammengeführt worden sind. Also kommen aus den verschiedensten Chören zu allen Völkern dieser Erde führende, bedeutende Geister Gottes. Und was ist wohl ihre Aufgabe?

Ich habe euch früher schon erklärt, dass sogar jede Stadt oder auch jeder Bezirk seinen eigenen schützenden Geist hat. Ich möchte dies aber etwas gründlicher erklären: Jedes Volk hat von den hohen Geistern des Himmels führende, bedeutende Wesen aus den verschiedenen Chören über sich. Das heisst, diese Heiligen des Himmels ordnen den Aufstiegsplan, den Entwicklungsplan jenes Volkes, das ihnen zugeteilt ist. Sie führen den genauen Plan des geistigen Aufstieges eines Volkes – darin eingezeichnet ist aber auch sein Niedergang von einst. So ist keine Seele verloren gegangen; jede ist festgehalten in diesem wunderbaren Plan Gottes. Da die Heiligen des Himmels den Aufstiegsplan ordnen und beobachten und [die Wesenheiten entsprechend ihrem Entwicklungsstand] einordnen, haben sie die Möglichkeit, zu jeder Zeit Christus, ihrem König, – oder auf göttliches Verlangen hin – Klarheit zu geben über die Entwicklung, über den Aufstieg eines Volkes; und sie haben die Möglichkeit, darzulegen, wie viele der Seelen noch in der Herrschaft Luzifers sind.

Die Ordnung Gottes ist etwas Wunderbares. Was Menschen nicht immer verstehen können – weil sie der Auffassung sind, Gott wäre alles gegenwärtig und er hätte Überblick über alles und das Letzte –, ist Folgendes: Gott lässt sich die Nachricht vom Aufstieg seiner Geschöpfe zutragen. Auf diese Weise ist es möglich, genaueste Angaben über den Aufstieg zu machen, da ja die verschiedensten Geister des Himmels oder Engel des Himmels die Aufgabe besitzen, in der Gemeinschaft mit andern göttlichen Wesen alles zu kontrollieren und zu beobachten. So besteht ein genauer Plan über jene, die in der Vorbereitung zur Menschwerdung sind; und es besteht auch ein Plan darüber, wann jene Menschen oder ein solches Volk den Rückweg in die göttliche Welt antreten und was sie in einer festgelegten Zeit erreichen müssen. Auf diese Weise kann alles beobachtet werden, und die Himmelswelt weiss genau Bescheid über die ganze geistige Entwicklung der Menschen, die da leben, und jener, die kommen werden, und jener, die noch in den Tiefen sind – über alles und das Letzte wird Bescheid gegeben von diesen befähigten höheren Engelwesen. Man soll nicht annehmen, man könnte einfach von Gott verlangen, dass er über alles und das Letzte Bescheid wüsste – er weiss es in dem Sinne, wie ich es euch erkläre: Seine treuen Geschöpfe stehen ihm zu Diensten; und Christus, der König, lässt sich über alles orientieren. Denn es liegt in seiner Aufgabe, zu wissen, wie nun die Seinen den Weg zurück finden und mit welchen Zeiten gerechnet werden darf, bis es zu einer Vereinigung in den Himmeln kommen wird. So ist alles auf das Wunderbarste geordnet. Die Geister des Himmels, die diesen Völkern vorstehen, kennen auch deren von Gott festgelegte Schicksale – jene Schicksale, die sich erfüllen werden, weil es in ihrem Plane steht und weil die Heiligen des Himmels dafür besorgt sind, dass sie erfüllt werden.

Der folgende Ausschnitt aus dem Vortrag von Geistlehrerin Lene vom 19. Oktober 1966 gibt einen weiteren Einblick in die Vielfalt der Engelswelt. Lene beleuchtet die Fähigkeiten besonderer Engel und wie sie als Meister ihres Fachs beim einzelnen Menschen tätig werden.

Lene: Liebe Geschwister, ihr wisst, die Engel des Himmels sind in Chöre eingeteilt, und sie alle sind auf einem Gebiete grosse Meister. Die einen sind es in der Verbreitung des Glaubens, andere in der Treue, des Friedens, der Gerechtigkeit, der Liebe und so weiter.

In dieser Stunde möchte ich euch jetzt aber einmal zu besonderen Engeln Gottes führen, von denen ihr lernen sollt. Ich will euch zu Engeln führen, deren ganz besondere Aufgabe es ist, Ehrfurcht zu verbreiten. Wer ihnen begegnet, der verneigt sich ehrfurchtsvoll vor ihnen. Denn alle Engelscharen haben ihre verschiedenen Fähigkeiten. So haben diese die Fähigkeit, Ehrfurcht einzuflössen. Aber ehe ihnen von andern diese Ehrerbietung zuteilwird, erweisen sie diese selbst – sie selbst sind ehrfurchtsvolle Wesen. Sie haben einen besonderen Ausdruck in ihrem Antlitz, auch sind sie besonders gewandet. Diese heiligen Geschwister nehmen einen würdigen Platz ein in Gottes Nähe, und alle hohen Geschwister, die neben oder hinter ihnen stehen, sehen, wie schön, wie wunderbar und erhaben diese heilige Engelschar dem Schöpfer Ehrfurcht und Ehrerbietung erweist. Und dann werden auch sie von den andern Geschwistern ehrfurchtsvoll begrüsst.

Besonders gekleidet sind sie, sagte ich. Ja, kostbar ist ihre Gewandung, wie die Ehrfurcht, die sie Gott darbringen. Wenn sie an den hohen Festen teilnehmen, erscheinen sie in herrlichen Gewändern mit langen Schleppen, die getragen werden müssen, und es sind wieder hohe Geister des Himmels, denen diese Aufgabe zusteht.

Ihr Menschen solltet wahrlich dieser Engelswelt etwas näherkommen, auf dass sie euch immer im täglichen Leben begegnet. Ihr braucht nur euer Denken zu heben; ihr sollt Ehrfurcht haben vor allem Leben, denn alles Leben verdankt seine Existenz dem Schöpfer. Es geht für euch darum, diese Ehrfurcht festzuhalten, damit sie sich in euch verankern kann. Wenn ihr zu dieser heiligen Ehrfurcht vor Gott und allem Leben neigt, dann ist die Entfernung von euch zu jenen dienenden Heiligen des Himmels nicht weit.

Es braucht so viel, um ein geistig gehobener, edler Mensch zu sein. Für den einen ist es gut, Engel der Ehrfurcht zu sich zu bitten. Für andere wieder ist es zu empfehlen, heilige Geister der Bescheidenheit zu bitten, sie möchten bei ihnen einkehren und ihnen Bescheidenheit bringen. Auch diese heilige Engelschar nimmt eine bedeutungsvolle Stellung ein in der Ordnung Gottes. Diese Engel, die so bescheiden sind, haben eine grosse Aufgabe und versehen eine bedeutungsvolle Arbeit – Bescheidenheit. Ihr werdet staunen, wenn ich euch sage, dass andere heilige Geister, andere Engelscharen von diesen Geschwistern der Bescheidenheit auch zu lernen haben, dass sie sie bewundern müssen ob der Bescheidenheit, die sie ziert.

Ich will euch sagen, warum es so ist. Es heisst doch: “Und nicht einmal seinen Engeln kann er trauen” (Hiob 4, 18 und 15, 15). Dieses Wort wollen wir jetzt aber nicht als so bedeutungsvoll betrachten, doch soll damit zum Ausdruck kommen, dass die Vollkommenheit nur bei Gott ist, während seine Geschöpfe nach dieser Vollkommenheit zu trachten haben. Also heisst das, dass auch diese Heiligen des Himmels die Vollkommenheit nicht in allen Teilen haben. Vollkommen ist Gott allein, denn er ist das Höchste, was es in der Schöpfung gibt.

So wurden also auch Engel der Bescheidenheit geschaffen. Wie sinnvoll die ganze Schöpfung ist! Wie sinnvoll die Fähigkeiten unter den Heiligen des Himmels verteilt worden sind! Bescheidenheit sollte auch der Mensch zum Ausdruck bringen können. Denn diese heiligen, erhabenen Geschwister sind darin Meister, sie sind gekrönt durch ihre Bescheidenheit, und sie zeigen ihren Geschwistern die Bescheidenheit, wie jene andern, von denen ich sprach, Ehrfurcht verbreiten. Sie zeigen den andern, wie man sich der Bescheidenheit bedient – keine falsche Bescheidenheit, sondern eine wirklich harmonische, bescheidene Einstellung zu allem.

Wenn sich ein Mensch zu dieser Erkenntnis durchringt und er diese Tugend hat, dann krönt er sein eigenes Leben damit. Denn die Bescheidenheit ist etwas Wunderbares. Also müssen wir euch Menschen auch darauf aufmerksam machen. Ihr wisst wohl, was man unter Bescheidenheit versteht. Aber die Bescheidenheit wird euch nicht immer so vor Augen geführt, und ihr werdet nicht immer an sie erinnert. Denn in eurem Leben ergibt sich so vieles, das die Bescheidenheit in den Hintergrund drängt.

Doch ein Geistesmensch muss wissen, dass zum hohen Leben auch die Bescheidenheit gehört. Bescheiden sein heisst: sich nicht in den Vordergrund stellen, nicht zuerst für sich selbst werben, sondern immer zuerst für die andern – sich selbst nicht für so wichtig und bedeutungsvoll nehmen, sondern den Mitmenschen. Wenn ein Mensch wirklich bescheiden ist, dann vermag seine Seele einen feinen Glanz, eine Liebenswürdigkeit auszustrahlen. Der wahrhaft bescheidene Mensch bleibt vor den Augen seiner Mitmenschen nicht ungesehen, denn er krönt sein eigenes Leben durch seine Bescheidenheit.

Also muss man euch auch einmal daran erinnern, wie notwendig es ist für einen Geistesmenschen, nach Bescheidenheit zu trachten. Um zu dieser Kraft zu gelangen, bescheiden zu werden, muss man auch bitten; man muss beten, dass man einen solchen Führer bekommt, der einen bescheiden werden lässt. Wenn es einem Geistesmenschen wirklich daran gelegen ist, diese Bescheidenheit zu erlernen, wird er sie auch erlernen können.

Eigentlich sollte man solches gar nicht erst betonen müssen. Denn ein wirklich geistig gehobener Mensch ist schon bescheiden. Viele aber glauben, geistig gehoben zu sein, ohne dass sie diese Bescheidenheit kennen. Und darum ist es notwendig, ihnen zu sagen, was Bescheidenheit ist. Die heiligen Geschwister des Himmels freuen sich, an euch eine Aufgabe erfüllen zu dürfen. Und denkt daran, auch die Heiligen des Himmels müssen diese bescheidenen Geschwister bewundern lernen.

Diese Engel der Bescheidenheit sind ebenso prachtvoll angezogen wie jene Engel der Ehrfurcht. Ich glaube, dass ihr auch schon darüber belehrt worden seid, dass die Engelscharen, je nach ihrem Chor, von dem sie stammen, ihre verschieden gekennzeichneten Gewänder tragen. Jeder Chor hat seine angestammte Grundfarbe, die in seinen Gewändern, besonders in einem, immer dominierend ist. Wenn ein Engelchor vorzugsweise die Farbe Blau hat, will das nicht heissen, dass alle seine Kleider durchweg von blauer Farbe wären. Aber die blaue Farbe wird überall zum Ausdruck kommen. Die Gewandung der Engelscharen ist also vielseitig in ihrer Farbenpracht, und alle wissen voneinander, welchem Chor man angehört. Man erkennt sich gegenseitig nicht nur an den Gewändern, sondern auch an der Gestalt.

Nun sprach ich von diesen Engeln der Bescheidenheit. Ich möchte aber noch von andern sprechen, die so gern eine Aufgabe an euch erfüllen. Und das sind die Geister der Fröhlichkeit, die es auch in den hohen Himmeln gibt. Denn ihr wurdet schon darauf hingewiesen, dass es in der Himmelswelt auch recht fröhlich zugehen kann. Aber in der Gotteswelt ist es eine harmonische Fröhlichkeit. Es ist auch hierin eine Vollkommenheit, wie sie bei euch Menschen nicht zu finden ist. Wenn es also in den Himmeln fröhlich zugeht, so ist man auch festlich gestimmt; denn die herrlichen Feste geben Grund genug zur Fröhlichkeit unter den hohen Geschwistern des Himmels, und es geht zudem darum, dass sich diese Fröhlichkeit in den Himmeln weit ausbreitet.

Ich spreche jetzt aber nur von den hohen Geistgeschwistern, von den Bewohnern der hohen Himmel. Und da möchte ich nicht unterlassen zu erwähnen, dass diese auch ihre Begleiter haben, ihre Diener, die dieselbe Aufgabe weiter unten, in den Aufstiegsstufen, ausüben müssen. Die Heiligen des Himmels steigen dann und wann hinunter zu ihnen, um ihre Erfolge zu sehen und um sich zu vergewissern, dass sie ihren Auftrag auch richtig ausführen. Denn es ist für den Menschen manchmal von grosser Wichtigkeit, dass auch er in eine fröhlichere Stimmung kommt. Damit meine ich wieder eine gehobene, geistige Fröhlichkeit. Denn auch bei manchen von euch, die ihr mit uns verbunden seid, ist manche Traurigkeit des Herzens und der Seele zu erkennen. Sie finden sich mit Problemen nicht zurecht und neigen zu Depressionen. Also ist es doch notwendig, dass gerade sie Bekanntschaft mit diesen göttlichen Wesen der Fröhlichkeit machen, damit diese ihnen etwas Fröhlichkeit in ihr Herz und in ihre Seele bringen und vor allem dass die Geister der Traurigkeit verdrängt werden. Wir möchten ihnen helfen, ihre Traurigkeit zu überwinden.

Wenn man geistig ausgerichtet ist, sollte man nicht traurig sein. Man muss das Leben bejahen, auch wenn viele Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden. Man kann auch aus eigener Kraft etwas unternehmen, dass diese Geister Gottes der Fröhlichkeit bei einem Wohnung nehmen. Wer zu Traurigkeit neigt, sollte doch dieser Geister der Fröhlichkeit gedenken, so gut wie er im Laufe des Tages ständig traurigen Dingen nachsinnt oder danach grübelt, was man ihm Übles angetan hat. Man soll sich diese Geister der Fröhlichkeit vorstellen, sie zu sich einladen, sie aufnehmen in seiner Seele und sich von ihnen diese Kraft der Fröhlichkeit übertragen lassen.

Liebe Geschwister, so könnt ihr nun, wenn ihr zur Ruhe geht, um einen Geist bitten, der euch die Kraft gibt, die ihr braucht. Der eine muss die Bescheidenheit haben, der andere die Fröhlichkeit. Ein anderer sollte um mehr Frieden besorgt sein. Ich brauche doch diese Tugenden nicht alle aufzuzählen. Aber für jede Tugend gibt es Geister Gottes, die den Bittenden unterstützen und die Meister in ihrem Amte sind.

Meine lieben Geschwister, versucht nun, zu eurem eigenen Heil für Seele und Leib das zu gewinnen, was für euch notwendig ist. Ihr müsst den ersten Schritt dazu tun und eure Hand nach den himmlischen Helfern ausstrecken. Nach eurem Wort und Willen soll entschieden werden.

So möge Gott euch die Kraft geben, dass ihr euer Leben so gestalten könnt, dass es euren geistigen Aufstieg fördert und dass es Gott zur Ehre ist. Gott zum Gruss.

Heft 5/2016
Preis USD 4.00
21 Seiten, 21 × 29,7 cm