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Vom lebendigen Brot in der irdischen Schöpfung – “Der Mensch lebt nicht vom Brot allein” – Wo findet die Seele ihre geistige Nahrung?
Cover der Zeitschrift Geistige Welt, Heft 6/2019 zum Thema Christus, das Brot des Lebens
Geistige Welt 6/2019
Christus, das Brot des Lebens
Beschreibung

Christus hatte an der Schöpfung der Erde mitgeholfen und an die Leiden und Sorgen der Menschheit gedacht, die auf sie kommen würden. Er hatte daher seine Schöpfergeister ermahnt, zum Heil der Menschen, für ihr Leben, zur Gesundung ihres Leibes, heilende Keime in alle Entwicklungsstufen zu legen. So hat das Wasser seine heilende Kraft, auch gibt es heilende Erde, heilende Kräutlein oder auch mildes Klima, das Menschen gesund machen kann. Christus hatte – so erläutert Geistlehrerin Lene im ersten Vortrag dieses Heftes – überall dafür gesorgt, dass die Menschen heilende Quellen und ihr täglich Brot finden.
Doch “nicht vom Brote allein lebt der Mensch”; der inwendige, geistig ausgerichtete Mensch braucht auch geistiges Brot. Christus ist das Brot des Lebens; sein Erlösungswerk und seine Lehre führen aus geistiger Finsternis heraus und geben der Seele Nahrung, die sie für ihre Gesundheit braucht. Wer sich nach Christus und seinen Werten ausrichtet, so Lene im zweiten Vortrag, nimmt vom lebendigen Brot und mehrt es in sich, sodass er selber zum Brotgeber für hungernde Mitmenschen werden kann.
Im dritten Vortrag geht Geistlehrer Josef auf die weihnächtliche Friedensbotschaft ein. Denn sie führt den Gläubigen zum Brot des Lebens, zu Christus, dem Erlöser der Menschheit. Besonders in den heiligen Weihnachtstagen gehen Engel Gottes zu den Menschen hin, die in Dankbarkeit mit Christus verbunden sind, um sie in Herz und Seele zu beglücken.

Themenheft 6/2019: Christus, das Brot des Lebens

Inhalt
Vom lebendigen Brot in der irdischen Schöpfung

Lene, 22. September 1965 (4. Abend der Meditationswoche 1965)

Vom lebendigen Brot in der irdischen Schöpfung

Beim Aufbau der Erde gab Christus seinen Schöpfergeistern die Anweisung, überall in die Materie heilende Keime zu legen. So kann der Mensch überall, in allen Entwicklungsstufen, heilsame Quellen finden, um sich zu kräftigen und an Leib und Seele zu gesunden. Es ist lebendiges Brot, das von Christus dargeboten wird. Denn er will stets mit den Menschen verbunden und um ihren Aufstieg besorgt sein, bis alles seine Erfüllung findet.

Lene: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, gestern sprach ich noch vom Leben über, auf und unter dem Wasser. Ich möchte wieder betonen, dass die Schöpfergeister Wache halten. Christus hat ihnen ja die Aufgabe gegeben, besorgt zu sein, dass sich alles genau nach Plan und Gesetz abspielt. Ich deute ganz besonders darauf hin, weil es darum geht, euch diesen Schöpfungsplan in den Hauptzügen vor Augen zu führen.

Nun, in diese gewaltigen Wasser hatten die Schöpfergeister Keime des Lebens gelegt; Keime des Lebens, die sich erst in späteren Zeiten entfalten sollten, und Keime, die sich wahrhaftig immer wieder entfalten. Lebenskeime sind also in diese Wasser gelegt. Bedenkt einmal, welche Kraft das Wasser besitzt; dass weder Pflanzen noch Tiere noch Menschen ohne dieses Wasser leben könnten. In diesen Wassern ist viel Leben. Und die Schöpfergeister durchschweben diese Weltmeere; sie sind dafür besorgt, dass sich alles genau nach dem Gesetze vollzieht.

Das Wasser hat auch seine heilende Kraft für die Menschen, und darüber möchte ich auch sprechen. Denn Christus hatte aus Vorsorge und Fürsorge seine Geschwister, seine Helfer, jene Schöpfergeister, ermahnt: “Was ihr auch erwirkt, was ihr auch entfaltet, denkt immer daran, dass ihr besorgt sein müsst; denn die Menschen, wenn sie dann auf Erden leben, kranken nicht nur in ihrer Seele, sondern auch ihre Leiber werden krank.” Er ermahnte die Schöpfergeister, indem er ihnen sagte: “Jeder in seinem Fach, in seiner Aufgabe, die er zu erfüllen hat, soll immer bedacht sein, dass etwas Heilendes in die Materie hineingelegt werden kann, das dem Leib des Menschen zum Heile ist.” Und er mahnte sie schon dazumal, indem er sagte: “Es wird eine Zeit kommen, in der die Menschen auf diese Kräfte angewiesen sind, denn den Geistern Gottes wird es nicht immer möglich sein, jenen Kranken beizustehen und ihnen die Hilfe zu bringen, die sie im täglichen Leben benötigen.”

Christus betrachtete alle Pläne genau; sie mussten ihm immer vorgelegt werden. Und wenn es notwendig war, änderte er sie ab, er ergänzte sie, wenn man etwas vergass – er, Christus, vergass es nicht. Ich erwähnte, dass Christus schon dazumal den Schöpfergeistern sagte: “Menschen werden nicht nur in der Seele kranken, sondern sie werden auch noch kranke Leiber haben. So schafft Quellen, dass es ihnen dann möglich ist, ihre Leiber wieder gesund zu pflegen. Legt Keime in alle Aufstiegsstufen, wo es gestattet und möglich ist.” Dieses war ihm, dem König der Geisterwelt, ein besonderes Anliegen. Denn er hatte ja die Vorausschau und wusste, dass die Menschen mit kranken Seelen auf dieser Erde leben würden und dass nicht nur die Seele krank sein würde, sondern auch der irdische Leib. Und wie es den Geistern der guten Geisteswelt eigen ist zu helfen, ist dieses Helfen schon in den Aufbau eingebettet worden.

Wasser ist heilend für die Menschen – für Mensch und Tier. Nichts kann bestehen ohne dieses köstliche Gut. Nun, es gibt hier auf Erden heilende Quellen. Wenn Menschen in diesen heilenden Quellen baden, finden sie Erleichterung in ihren Leiden, vielleicht sogar ganze Heilung. Die Schöpfergeister legten jenen Keim des Heils in diese Quellen, auf dass es dem Menschen zu seinem Heile dient.

Betrachten wir einmal das Wunderbare, das dem Menschen von der Gotteswelt zu seinem Heil gegeben wurde. Viele Menschen gehen heute achtlos daran vorüber; vieles finden sie überholt und nicht mehr gültig, denn die Wissenschaft hat modernere Mittel hervorgebracht, die schneller helfen – man entfremdet sich der Natur. Der Mensch ist nicht mehr so mit der Natur verbunden, dass er verstehen kann, dass die Natur ihm auch etwas zu bieten hat, was für seinen Leib zum Heile ist. So mussten die Schöpfergeister auch dafür besorgt sein, dass heilende Kräutlein auf dieser Erde wachsen dürfen. Wenn ihre Art auch niederer Entwicklungsstufe ist, in diese niedere Stufe ist schon diese Liebe, diese Weisheit hineingelegt worden, damit sie nicht nur dem eigenen Aufstieg jener Materie – sei es das Kräutlein – nützlich und dienlich ist, sondern dass diese Materie auch noch jenen höher entwickelten Wesen oder Geschwistern dienlich ist. So bietet schon das Niedere dem geistig Höheren die Hand zu Beistand und Hilfe.

Früher, in einer Zeit, da man keine so fortschrittliche Medizin kannte, hielten die Menschen mehr Ausschau nach diesen heilenden Kräutern, denn man war auf diese heilenden Kräutlein angewiesen. Die Kräutlein wurden gequetscht, in Wasser gelegt, aufgeweicht, auf Wunden gelegt, und Entzündungen wurden dadurch geheilt. Man wusste mit diesen Kräutlein umzugehen. Jene Menschen, die noch mehr mit der Natur verbunden waren, fühlten sich zu ihr hingezogen und hatten sie sich dienlich, nützlich gemacht.

Auch heilende Erde gibt es, durch die man schreiten kann und die, richtig angewandt, zur Gesundung des Menschen dient. Nicht nur die Erde als solche kann wunderwirkend und heilsam sein, sondern auch der von der Sonne durchglühte Sand am Meer. Eine heilende Kraft strömt aus diesem Sand, aus dieser Erde. Es sind Quellen, Gesundbrunnen, die von den Schöpfergeistern für die Menschen entfaltet wurden, dass sie danach greifen können.

So vieles gibt es in der Natur. Auch in der Erde, in der Tiefe der Erde liegen viele wundersame Keime. Menschen haben nach diesen Keimen geforscht, gebohrt. Sie haben angefangen, das Innere der Erde auszubeuten, und haben dessen hohe Werte erkannt. Heilsam mögen diese Keime sein für den Menschen, für sein Leben, zur Gesundung seines Leibes. Doch so heilsam sie auch sein können, die Menschen vermögen diese Keime zum Unheil zu entfalten und zu verwerten; so umzuwandeln, dass es nicht mehr unbedingt heilsam ist, sondern dass es Unheil geben kann. Aber die Schöpfergeister hatten die Möglichkeit und die Aufgabe, im Inneren der Erde kostbare Dinge aufzubauen, dort kostbare Keime zu legen, und die Menschen haben diese kostbaren Keime gefunden.

Wenn es um die Gesundung des menschlichen Leibes geht, strengt sich der Kranke an, dass ihm Heil gegeben wird. Doch heute ist diese Naturverbundenheit, wie ich betonte, nicht mehr so vorhanden. Ich erwähnte jedoch, dass überall, in allen Entwicklungsstufen, Heilsames für die Menschen zu finden ist. Ihr kennt beispielsweise raues Klima, das empfindsamen Menschen nicht guttut, und ihr kennt mildes Klima, das Menschen gesund machen kann. So sind auch in die Atmosphäre Keime gelegt worden, die das Ihrige zum Heil, zur Gesundung des Menschen beitragen. Vielerlei Quellen sind es – sie sind jedoch nicht überall zu finden. Man findet sie, abwechslungsreich, da oder dort – diese Quellen unterscheiden sich ja voneinander. Und nicht jeder braucht an dieselbe Quelle zu treten. So ist oder so wäre für jeden gesorgt, dass jeder etwas erhalten könnte. Man könnte sich diese Quellen nützlich machen, wenn man wieder naturverbunden würde.

Nun, liebe Geschwister, wenn schon von den Quellen des Heils gesprochen wird, die man überall finden kann, im Mineralreich, im Pflanzenreich, im Tierreich – ja so gibt es auch eine wundersame Quelle, die gesund machen kann: Es ist der Glaube, der Glaube an Gott, an seine Macht, an seinen Willen, und es ist die Bejahung des christlichen Lebens. Christus sagte doch: “Ich bin das Brot des Lebens” (Joh. 6, 35 und 48). Wisst ihr jetzt, was es heisst: “Ich bin das Brot des Lebens”? Hat Christus nicht seinen Schöpfergeistern die Aufgabe gegeben und gesagt: “Denkt daran, an die Menschen, sie werden kranken Leibes sein; nicht nur eine kranke Seele werden sie haben, sondern beides”? Man kann es besser verstehen, wenn man euch dies so erklärt, wie es Christus bildlich dargelegt hat: “Ich bin das Brot eures Lebens.” Er hatte an der Schöpfung mitgeholfen und an die Leiden und Sorgen der Menschheit gedacht, die auf sie kommen würden. Als Christus diese Worte sprach, stand er schon mitten in seiner Aufgabe. Er kannte schon in grossen Zügen seinen Leidensweg, und er konnte mit Recht sagen: “Ich bin das Brot des Lebens”, denn ohne dieses Brot Christi könnte doch kein Mensch leben. Christus hat viel in Bildern gesprochen, und ihr versteht seinen Leidensweg, seine Auferstehung, seine Heimkehr, seine Ermahnungen, die er gegeben hat. Aber wären die Menschen im Allgemeinen besser unterrichtet über diesen Heils-, Ordnungs-, Schöpfungsplan, dann würden sie dieses Brot des Lebens besser erkennen; dann würden sie nach diesem Brot des Lebens greifen.

Dieses Brot des Lebens wird dargeboten immerdar, bis alles erfüllt ist. Denn Christus ist es, der immer verbunden bleibt mit euch. Er ist es, der stets um euch besorgt ist, und er ist es, der euch dieses Brot geben will, damit ihr gesundet an Leib und Seele. Wenn man in der Seele krank ist und gläubig, sucht man Trost im Glauben, und man kann ihn finden. Wenn man glauben kann, ist dies auch eine wundersame Quelle. Wenn man erfasst hat, was für eine Aufgabe Christus in diesem Erdenreich erfüllt hat, dann weiss man auch, dass er der wundersame Quell ist.

Als Christus bei seinem letzten Abendmahl oder Liebesmahl, wie ihr es nennt, wiederum von diesem Brote sprach und dieses Brot gleichnishaft darstellte: “Das ist mein Leib, das ist mein Blut; wer davon nimmt, wird leben, wird gesunden” (vgl. Mat. 26, 26 –28), meinte er dasselbe Brot, von dem er schon dazumal, als es um den Aufbau ging, seinen Schöpfergeistern erklärte, dass es nicht fehlen dürfe: Es ist heiliges Brot, ewiges Brot, Brot des Lebens. Und wer ist willens, nach diesem Brot zu greifen, nach diesem Brot des Lebens?

Doch mehr noch ist für den heutigen gläubigen Menschen darin enthalten als nur das, was ich euch jetzt erkläre. Ist nicht die ganze christliche Lehre in diesem Brot des Lebens enthalten? Ist nicht auch Gehorsam mit diesem Brot des Lebens gemeint? Erfüllt man nun die Gesetze, die Gott gegeben, erfüllt man die Anweisungen so, wie Christus erklärte – ist dann dies nicht ein neues Leben, das er gebracht hat? Diese Worte haben doch ihre wundersame Heilkraft und ihre herrliche Bedeutung. So auch sein Wort “Wer an mich glaubt, wird leben, obgleich er stürbe” (Joh. 11, 25). Was heisst dies? Nur der irdische Tod ist mit diesem Sterben gemeint; nur wer seinen irdischen Leib ablegt, kann im Geiste auferstehen. Er wird nicht tot sein, er lebt weiter. Nur der irdische Leib wird abgelegt, aber die Bindung zu Christus, zum ewigen Leben bleibt ihm gesichert. Er stirbt nicht, er wird nicht weggeschoben, sondern durch seinen Glauben ist er in die Ewigkeit eingegangen – eben weil er dieses ewige Brot des Lebens zu sich nahm. Ein solcher Mensch sieht dieses Brot in der Schöpfung Gottes. Er hat die Möglichkeit, dieses Brot des Lebens zu jeder Zeit zu sich zu nehmen, und kann durch diese Speisung gesund werden – gesund in seiner Seele.

Ihr Menschen macht oftmals einen Ausspruch: “In einem gesunden Menschen ist auch ein gesunder Geist”, oder: “Ein gesunder Geist hat einen gesunden Leib.” Liebe Geschwister, es gibt sowohl geistig hochstehende wie auch geistig tiefstehende Menschen, die einen leidenden Leib zu tragen haben. Man kann also nicht sagen, dass, wo der Geist gesund ist, auch der Körper gesund wäre. Es können Erbanlagen schuld an einer Krankheit sein; es können aber auch ganz bestimmte Ursachen sein, die ein Mensch doch gar nicht erkennen kann. Solche Aussprüche sollte man daher nicht machen. Es gibt nämlich Menschen, die freiwillig Leiden auf sich nehmen, um einem andern das Leben zu erleichtern. Das muss aber im Einverständnis mit der Gotteswelt geschehen. Daher kann man, wenn man ein Leiden hat, nicht von sich aus zur Entschuldigung vor den Mitmenschen sagen: “Ich habe eben mein Leiden, das trage ich freiwillig; ich habe es einem andern abgenommen.” Schade, wenn Menschen so überheblich sind. Menschen bestimmen es nicht, und wenn einer wahrhaftig aus freien Stücken ein Leid auf sich genommen hat, zur Erleichterung eines andern, dann soll dies für ihn eine Opfertat sein, die er nicht preisgibt, sondern es ist etwas Kostbares, das er trägt. Wenn Menschen solches tragen, solche Leiden haben, müssen sie nämlich gar nicht unbedingt Bescheid wissen, dass sie aus freien Stücken einen kranken Leib tragen. Aber wie ich betonte: Nicht der Mensch bestimmt es, sondern die Gotteswelt. Und das Tragen von einem Leiden für einen andern muss einen Sinn haben – nur dann wird die Gotteswelt die Zustimmung geben.

Liebe Geschwister, wenn ich schon von den heilenden Quellen spreche, die in eurer Welt zu finden sind, so sind es auch – ich möchte dies nicht unterlassen zu sagen – ganz gewisse Bäume; auch sie streuen ihren Tau aus zum Segen. Aber nicht ein jeder ist fähig, diesen kostbaren Tau aufzunehmen, denn die Veranlagung von einem Menschen zum andern ist verschieden. Der eine ist sensibel und geöffnet, er vernimmt das Leiseste, den leisesten Ton. Mit einem anderen muss man ziemlich laut und deutlich sprechen, ehe er etwas fühlen und ahnen kann. Das ist einfach verschieden; aber wenn man naturverbunden und gläubig ist, kann man auch ganz unbewusst an jenen Quell geführt werden. Es kann einen Menschen an einen ganz bestimmten Ort hinziehen, dass er dort mit Vorliebe verweilt. Denn sein Schutzgeist weiss, was gut ist, und er kann seinen Schützling an jenen Ort hinführen, wo eine Quelle ist für sein Heil.

Ich will nicht unterlassen, noch darauf hinzuweisen, dass diese Geister Gottes, die euch so wohlgesinnt sind und nur das Beste für euch wollen, sich doch sehr für euch interessieren, dass aber auch diese guten Geister nicht alle Fähigkeiten besitzen, um überall zu helfen und euch jeden Gefallen zu tun. Denn diese Geister haben ihre Fähigkeiten; sie haben ihre ganz speziellen Aufgaben, und diesen Aufgaben müssen sie treu sein. Es gibt Geister Gottes, die sind wie Ärzte, wie Krankenpfleger oder Krankenpflegerinnen. Sie suchen unter den Menschen Kranke auf und wollen ihnen Heilung bringen – Heilung nicht mit odischen Kräften [der Erde], sondern Heilung mit Mitteln, die sie aus der Gotteswelt entnommen haben. Wenn einer krank darniederliegt und seine Hände ausbreitet, seine Seele zu Gott erhebt und sagt: “Lass es doch möglich werden, dass mir Hilfe zuteilwird”, dann ist es auch so, dass ein heiliger Geist sich nähert und ihm jenes Mittel überbringt, das ihm hilft, wieder zu gesunden. Auch dafür hat Christus gesorgt, dass diese Geister die Möglichkeit haben, Menschen beizustehen. Aber nicht jeder Geist ist ein heilender Geist.

Nun, auch Menschen ist diese wundersame Kraft des Heilens, des Heils gegeben. So hat Christus überall dafür gesorgt, dass die Menschen heilende Quellen finden. Denn die Gotteswelt ist nicht geizig im Geben; so wie ihr sie in ihrer wundersamen Vielfalt erlebt, ist sie vielfältig und grosszügig im Geben – geben will die Gotteswelt. So muss sie sich auch der Menschen bedienen – auch Menschen müssen Quellen des Heils werden. Menschen können heilende Kräfte gegeben werden; es kann ihnen durch einen Geist Gottes heilende Kraft übertragen werden, und der Mensch überträgt diese wiederum seinem Mitmenschen. Es kann aber auch so sein, dass ein Mensch diese heilende Kraft mit ins Leben bekommen hat. Menschen, die da auf Erden leben, sollen auch Quellen sein; sie sollen Diener am Nächsten werden. Von Gott selbst, von der Gotteswelt, ist Menschen diese heilende Kraft gegeben worden. Denn so vielfältig soll der Segen ausgebreitet werden. Nicht nur das Kräutlein, das winzig kleine Blümchen soll die heilende Kraft in sich tragen; auch Menschenhände sollen segnend wirken können. Menschenhände sollen wundersame Kräfte haben; der ganze Leib soll einen feinen Duft ausströmen – einen heilsamen Duft zur Gesundung des Leibes.

Schöpfergeister sind dafür besorgt, dass diese Quellen geöffnet werden, dass das, von dem Christus wünschte, dass es sich erfülle, auch wahrhaftig in Erfüllung geht. Es gibt Menschen, die heilende Quellen sind. Sie ahnen nichts davon – die Quellen sind verschlossen. Würden sie aber ihr Herz und ihr ganzes Gemüt erheben und anerkennen, was Gott der Menschheit in seiner Liebe durch seinen Sohn gegeben hat, dann würde diese Quelle segensreich sein. Auch wenn die eine oder andere Quelle noch verschlossen ist, vermag trotzdem etwas Heilsames herauszudringen, und im Kreise der Familie oder unter Mitmenschen kann diese heilende Kraft unbewusst ausströmen und zum Segen werden, ohne dass andere es ahnen. Wir aber wünschen so sehr, dass die Menschen alle diese Quellen erfassen könnten.

Auch Tiere können Quellen des Heils sein – ich betonte es vorgestern. Es können lebende Tiere sein, es können Felle von Tieren sein – heilsam kann das Tier auch auf den Menschen wirken. Wenn ihr euch tief in die Schöpfung Gottes hineinbegeben könnt, dann könnt ihr diese grosse Liebe und Barmherzigkeit erkennen. So viel ist für die Menschheit getan; es ist schade, dass die Menschheit achtlos an diesen Quellen vorübergeht, und es ist schade, wenn des Menschen Auge so trübe ist, dass es die Vielfalt der himmlischen Welt nicht sieht. Schade ist es, dass den Menschen das Feingefühl fehlt, um diese heilenden Kräfte des Segens in sich aufzunehmen – schade darum. So vieles ist den Menschen zum Heil gegeben. Wenn es dann noch Menschen gibt, die immer klagen, die unzufrieden sind, die nicht bereit sind, dem andern die Hand zum Frieden zu reichen – nehmen dann jene vom Brot des Lebens? Nein, dann geniesst man das Brot des Lebens nicht.

Das Brot des Lebens gibt Frieden in die Herzen und in die Seelen; es kräftigt den Menschen, hellt ihn auf im Gemüte und macht ihn froh und glücklich. Das Brot des Lebens ist so kraftvoll, und wer ohne dieses Brot ewigen Lebens auf der Erde lebt, ist ausgehungert. Tritt dann ein solcher in der andern Welt vor jene hin, die von diesem Brot des Lebens reichlich genossen haben, muss ihm gesagt werden: “Du hast nicht an unserem Tisch geweilt. Wir kennen dich nicht, du gehörst nicht zu uns.” Oder es muss ihm gesagt werden: “Suche zuerst nach dem Brot des Lebens, damit du mehr gekräftigt wirst, ein besseres Aussehen hast, denn du bist ausgehungert.” Liebe Geschwister, das Brot des Lebens kann jeder ergreifen. Man muss aber wissen, was mit diesem Brot des Lebens gemeint ist. [...]

So könnt ihr Menschen auch zu dieser schönsten aller Quellen hinschreiten, zur mächtigsten aller Quellen – zu Christus. Denn er ist euch Arzt und Priester. Er hat es ermöglicht, dass du einen guten Vater, eine gute Mutter, einen guten Sohn, eine gute Tochter, einen guten, treuen Gatten, eine gute, treue Gattin hast. Christus ist es zu verdanken. Und wo man diesen Dank nicht erbringen kann, muss man sich zuerst um das Brot des Lebens bemühen. Das Brot des Lebens macht alles gut.

Liebe Geschwister, denkt darüber nach. Bewundert die herrliche Schöpfung. Seid dankbar für alle Gaben, die ihr immer empfangen dürft. Schätzt das Schöne, das ihr euer Eigen nennt. Und vergesst nicht, dass Christus es ist, der seinen Anteil hat an diesem Glück, das ihr haben dürft. Christus ist der Quell und das Brot des Lebens. Davon sollt ihr nehmen, und dann werdet ihr leben.

So, liebe Geschwister, verlasse ich euch; doch mein Weg geht jene Strasse entlang, von der ich sprach. Ich werde in eurer Nähe sein, denn mein Weg ist nahe an dem eurigen. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrerin Lene vom 22.9.1965 durch Mittlerin Beatrice Brunner im Saal des Hotels Bellevue, Braunwald (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

“Der Mensch lebt nicht vom Brot allein”

Lene, 19. Juni 1968

“Der Mensch lebt nicht vom Brot allein”

Christus ist das Licht der Welt und das Brot des Lebens. Sein Erlösungswerk und seine Lehre führen aus geistiger Finsternis heraus und geben der Seele die Nahrung, die sie für ihre Gesundheit braucht. Wer sich nach Christus und seinen Werten ausrichtet, nimmt vom lebendigen Brot und mehrt es in sich, sodass er selber zum Brotgeber für hungernde Mitmenschen werden kann.

Lene: Gott zum Gruss. Meine lieben Geschwister, wir wollen wieder zusammen meditieren.

Euer Leben ist ein Wandern durch die Finsternis. Obwohl das Tageslicht euch die notwendige Helle bringt, ist es dennoch geistig gesehen ein Wandern durch die Finsternis. Der gottausgerichtete Mensch versucht, diese Finsternis zu überwinden. Er sucht nach dem Lichte, nach dem geistigen Licht, so wie Christus sagte: “Ich bin das Licht der Welt” (Joh. 8, 12).

Diese Worte können von einem Geistesmenschen verstanden werden. Hingegen kann der äussere Mensch, der sich nur mit weltlichen und äusseren Dingen beschäftigt, mit diesen Worten nichts anfangen, denn für ihn ist das Tageslicht dasjenige Licht, das er für sein Leben braucht.

Christus sprach: “Ich bin das Licht der Welt, ich bin von Gott gekommen, ich bringe euch in meiner Person das Licht.” Denn er ist der eingeborene Sohn Gottes. Sein Erscheinen in dieser Welt bedeutet schon das Licht, und seine Lehre, die er gebracht und verkündet hat, das Wort Gottes, ist das Licht der Welt. Er brachte es in seiner Person.

Die Menschen sind Eigentum Gottes. Alles, was auf dieser Welt lebt, ist Eigentum Gottes und ist dem Herrn zugewiesen, das heisst dem eingeborenen Sohn Gottes, dem König der Geisterwelt, dem Erlöser der Menschheit. Dem Herrn ist es zugewiesen, denn ihr gehört ihm – ihr gehört in sein Reich. Er brachte euch das Licht. Nach diesem Lichte müsst ihr suchen, denn sein Wort ist das Licht. Das Wort ist Mensch geworden, und dieser Menschgewordene hat der Menschheit das Licht des Lebens gebracht. Es heisst auch: “Das Wort war zuerst bei Gott, das Wort ist Fleisch geworden und hat unter der Menschheit gewohnt” (Joh. 1, 1–2 und 14). Mit diesem Wort ist Christus gemeint. Er hat also mit seinen Worten, mit seiner Lehre, mit der Erfüllung seiner Aufgaben dieser Welt das geistige Licht gebracht.

Das geistige Licht braucht der nach innen gerichtete, der inwendige Mensch. Für ihn gibt es nicht die Finsternis, nicht die Nacht, sondern für den gottausgerichteten inwendigen Menschen leuchtet dieses “Licht der Welt”. Ihr könnt sehen, dass das zwei verschiedene Dinge sind. Die Menschheit hat ihr Licht, das sie braucht, um leben zu können, um gesund zu sein. Aber dieses Licht wird ja von ihr nur äusserlich angenommen. Der Mensch erlebt auch die Nacht, gemeint ist damit die äussere Dunkelheit; er nimmt sie wahr. Es gibt aber auch eine geistige Dunkelheit, eben diese Finsternis, die geistig gemeint ist. Das ist jene Atmosphäre, in der der Mensch lebt, wenn er nicht nach der Wahrheit fragt, nicht nach Gerechtigkeit sucht, keinen Gottesglauben hat. Wenn er das Licht der Welt nicht sehen kann, ist er in der geistigen Finsternis. Er hat kein Verlangen nach dem Licht der Welt, weder als innerer noch als äusserer Mensch. Für einen solchen Menschen ist das die Hauptsache, was sich fühlbar um ihn abspielt, was er sehen, tasten und schmecken kann. Nur das, was er empfindet – was ihn als äusseren Menschen anspricht –, will er verstehen und glauben. Dass es aber eine geistige Finsternis und ein geistiges Licht gibt, bedeutet ihm nicht so viel.

Der innere Mensch aber versucht, diese Finsternis zu überwinden, um an das Licht zu kommen. Manchmal gelingt es ihm nicht, sondern er tritt in den Schatten ein, in eine Zwischensphäre oder Zwischenebene. Der Finsternis ist er entwichen, denn seine Gesinnung gehört nicht dem Reich der Finsternis an. Doch es sind viele Schwachheiten in ihm, die es ihm verunmöglichen, das wahre geistige Licht auf sich einwirken zu lassen. Wird er geblendet oder kann er dieses Licht nicht wahrnehmen, so bewegt er sich in dieser Atmosphäre des Schattens. Er will aber versuchen zu überwinden. Da er nach innen ausgerichtet ist und Zeit zur Verinnerlichung findet, wird er vom Lichte angezogen. Er verlässt die Atmosphäre des Schattens, er kommt wieder aus den Versuchungen heraus, er kommt wieder aus den Zweifeln heraus. Er will alles ebnen, alles ins Gleichgewicht bringen. Er ist einsichtig geworden und hat seine Fehler eingesehen. Er bewegt sich auf dem Weg des Guten und will sich verbessern.

Man kommt immer wieder ins Schattenreich und wandert durch die Finsternis. Äusserlich ist man dieser Finsternis zugehörig; man ist für die Einflüsse, die von dieser Finsternis herkommen, empfänglich, aber innerlich hat man sich der Welt des Lichtes verschrieben. Und so tritt man allzu viel in dieses Schattenreich hinein.

Wenn man Zeit zur Verinnerlichung findet, tritt man aus diesem Schatten hervor und bewegt sich wieder im Sonnenlicht. Man lässt sich vom Licht der Welt besonnen, wie es Christus sagte: “Ich bin das Licht der Welt.” Dieses Licht der Welt macht den Menschen froh und glücklich. Christus nimmt die Betrübnisse hinweg; er hilft, Gesundung zu bringen an Leib und Seele. Es ist geistiges Licht, das auf den Geist einwirkt. Einem sehr geistverbundenen, gottesgläubigen, dankbaren Menschen wird wohl bewusst, dass dieses Licht der Welt auf ihn leuchtet und dass er unter diesem Lichte der Welt leben und glücklich sein kann.

Das Licht der Welt bedeutet dem Geistesmenschen sehr viel. Denn das Inwendige – das, was lebendig bleibt, das, was ewiges Leben hat, das, was aus Gott gekommen ist, das, was dem Herrn zugewiesen ist – verlangt nach dem geistigen Lichte und erhellt so seine ganze geistige Persönlichkeit. Denn für den gottausgerichteten Menschen gibt es diese Finsternis nicht. Für ihn gibt es auch nicht Tag und Nacht, sondern nur geistiges Licht, nur die Helle des Geistes, nur die Helle vom Licht des Lebens. In seinem Lichte bewegt sich dieser inwendige Mensch. In seinem Lichte handelt er, überlegt er, unterhält er sich mit seinesgleichen – im geistigen Lichte, im göttlichen Licht, das immer auf den inwendigen Menschen leuchtet, das keine Nacht kennt. Der Geist des Menschen unterhält sich in jener Zeit, wo der Leib ruht, wo der äussere Mensch der Ruhe, der Erholung bedarf. Für den inwendigen Menschen, für den einverleibten, für den lebendigen, braucht es diese Nacht nicht, sondern er ist vom Licht der Welt angezogen. Er bewegt sich darin, ist glücklich und froh, dieses Licht der Welt gefunden zu haben. In der Zeit, wo der Körper ruht, vermag sich der inwendige Mensch im geistigen Licht zu sonnen.

Solche Worte, wie ich sie zu euch spreche, können von euch verstanden werden, da ihr geistige Erkenntnisse besitzt und euch nach dem Geiste ausrichtet. Wie können aber solche Worte von Menschen aufgenommen werden, die keine geistigen Erkenntnisse haben, die nicht wissen, was mit dem Licht der Welt gemeint ist? “Ich bin das Licht der Welt. Wer an mich glaubt, wird leben, obgleich er stirbt.” Denn das Lebendige im Menschen kann nicht sterben, kann nicht tot sein. Nur das Äussere, was vom Äusseren beeinflusst ist, kann sterben. Das Inwendige bewegt sich fort im ewigen Licht des Lebens, so wie es Christus gesagt hat: “Ich bin das Licht der Welt. Wer an mich glaubt, wird leben, obgleich er stirbt.”

Dieses lebendige Licht kann auf den einzelnen Menschen eine sehr heilsame Wirkung haben, wenn er sich innerlich und äusserlich dieser Einflüsse bewusst ist, wenn er sich dieses geistigen Lebens bewusst ist. Nicht nur die äussere Welt nimmt Einfluss auf ihn und beeinflusst ihn, sondern auch das Inwendige beeinflusst den ganzen Menschen. Jeder Mensch sollte sich nach dem Licht des Lebens ausrichten. Dann wird es für ihn keine Stunde der geistigen Betrübnis geben, denn er wird stets in diesem Lichte wandeln. Wenn er seinen irdischen Leib ablegen muss, schliesst sich das Lebendige dem Lebendigen an. Es gibt ein Zusammenfinden: Ein Geist der Lebendigkeit wird die Bindung zu ihm aufnehmen und ihn führen im Reiche der Lebendigkeit. Denn das Licht der Welt ist über die Menschheit gekommen und hat so über sie geleuchtet, bis über den irdischen Tod hinaus. Das geistige Licht wird nie schwinden.

So kann der Einzelne in seiner Andacht und Hingabe an das höhere Leben auch in dieser Beziehung für sich einige Vorteile erheischen. Er muss sich dieses geistigen Lichtes bewusst sein und sich mit seinem ganzen Denken auf dieses ewige Licht einstellen, das seinen Glanz und seine Wärme ausbreitet, das allen Lebendigen den Weg zeigt. Dieses lebendige Licht findet den Weg zu allem Lebendigen und zieht alles zu sich, was willens ist, diesem Lichte nachzugehen.

Der einzelne Mensch könnte für sein Seelenheil viel tun, wenn er sich mehr nach innen ausrichten, mehr nach dem Licht der Welt Ausschau halten würde. Dafür braucht er natürlich viel Überwindung. Man müsste das Leben ganz anders gestalten. Aber wir sind euch ja zur Stütze gegeben; wir bedeuten für euch ebenfalls das Brot des Lebens, wie Christus es gesagt hat: “Ich bin das Brot des Lebens” (Joh. 6, 35).

Wunderbar lässt es sich über diese Worte meditieren: “Ich bin das Licht der Welt”, und: “Ich bin das Brot des Lebens.” Zu eurem Leben, für euren irdischen Leib ist irdisches Brot notwendig. Der äussere Mensch muss für sein leibliches Wohl besorgt sein. Äusseres wird vom Äusseren beansprucht, angezogen und abhängig gemacht. Beim inneren Menschen ist es ebenso: Das Innere wird vom geistigen Leben angezogen und beeinflusst. So braucht der Mensch zum Leben nicht nur sein tägliches Brot für seinen irdischen Leib, denn Christus sagte auch: “Nicht vom Brote allein lebt der Mensch” (Mat. 4, 4). Das ist deutlich gesprochen. Das Brot, das er zum Erhalt seines Lebens für seinen Leib braucht, ist für ihn äusserlich eine Notwendigkeit. Für den inwendigen, geistig ausgerichteten Menschen braucht es ein geistiges Brot. Wer dieses Brot nicht zu sich nimmt, hungert und leidet Durst. Denn geistige Speise und geistigen Trank braucht der inwendige Mensch. Bekommt er dies nicht, kränkelt er innerlich. Er mag äusserlich ein gesunder Mensch sein, aber inwendig ist es um ihn nicht zum Besten bestellt. Denn das geistige Brot des Lebens ist für jeden eine Notwendigkeit.

Ihr denkt an das Abendmahl, um das Christus gebeten hatte, dass es zu seinem Andenken bewahrt bleibe. In diesem geistigen Brote ist seine ganze Lehre enthalten, seine Aufopferung, seine Erfüllung – all dies ist darin enthalten. Dieses Brot sättigt den inneren Menschen. Es sättigt besonders jenen Gottausgerichteten, der in Dankbarkeit annimmt, was ihm auf geistigem Wege gegeben ist. Der inwendige Mensch braucht das lebendige Brot; er braucht das lebendige Licht, um glücklich zu sein. Er will im Bewusstsein leben, dass er in die Kindschaft Gottes aufgenommen ist, durch ihn, den Erlöser, der das Brot des Lebens gegeben hat und der die gläubige Christenheit stets, immer wieder aufs Neue ersucht, die Verbindung zu ihm enger zu knüpfen und dem Schöpfer dankbar zu sein, dass er es ermöglicht hat, dass dieses Brot des Lebens gegeben werden durfte. Nie vergessen darf man das Brot des Lebens. Die Hand des gottausgerichteten Menschen soll immer nach diesem lebendigen Brote ausgestreckt sein. Es wird ihm gegeben. Die Seele hungert nach dem Brot des Lebens.

Dieses Brot des Lebens bedeutet doch auch die Nachahmung Christi, das ihm Nachfolgen: seiner Lehre nachleben – sich danach ausrichten. Der innere Mensch nimmt auf diese Weise das Brot des Lebens zu sich. Es ist im Geistigen so wunderbar: Besitzt er solches lebendiges Brot, mehrt sich dieses bei ihm. Von diesem lebendigen Brote kann er anderen hungernden Mitmenschen geben. Dieses Brot kann nicht mit den irdischen Augen gesehen werden, denn es ist ja geistiges Brot. Das heisst: Wenn du geistiges Brot besitzt, wenn du in der Erkenntnis lebst, was du dem Schöpfer schuldig bist, und wenn du weisst, dass dir so viel an Liebe, an Verständnis und Barmherzigkeit gegeben worden ist, wenn du diese Erkenntnisse hast, bist du verpflichtet, deinen Mitmenschen das zu geben, was ihnen mangelt. Du sollst ihnen Liebe geben, so es ihnen daran mangelt. Du sollst Verständnis geben, und du sollst dann und wann auch Zeit finden, dem andern zuzuhören, und Verständnis zeigen für die Not, für die Probleme des andern. Du sollst dem andern von deinem Brote geben, und du gibst ihm, wenn du dich um sein Heil, um sein Wohl kümmerst. Du gibst von deinem geistigen Brot, wenn du die Not des andern milderst, wenn du im göttlich-christlichen Sinne gibst. Wenn du dich nach den hohen Lebenszielen ausrichtest und nach diesen hohen Zielen wirkst, mehrt sich das Brot in wunderbarer Weise. So kannst du zum Gebenden werden.

Im geistigen Sinne bist du stets der Nehmende. Vom Geistigen nimmst du, und du hast ein Recht zu nehmen. Du wirst aufgefordert zu holen, aber du wirst auch verpflichtet, von dem, was du besitzt, dem Lebendigen, dem andern zu geben. Als innerer Mensch sollst du wirken und deine Umwelt beglücken. So kannst du verstehen, was damit gemeint ist: “Ich bin das Brot des Lebens.”

Es gibt so viele fromme Leute, die glauben, es genüge allein, nur zu beten. Das Gebet, verbunden mit allem, was notwendig ist für das wahre Geistesleben – wenn dieses Gebet mit dabei ist, dann wird es ein Ganzes geben. Das Licht der Welt wird mehr auf jenen Betenden leuchten, und das Brot des Lebens wird noch im grösseren Masse in seiner Nähe liegen. Es muss eine harmonische Abgestimmtheit sein. Ausgeglichen muss das Wesen des Menschen sein. Der innere Mensch muss mit dem äusseren Menschen im selben harmonischen Verhältnis leben können. Der innere Mensch ist auf der Suche nach der Wahrheit, nach dem Lichte, nach dem geistigen Brote. Doch der äussere Mensch ist es, der es ihm verweigert, weil dieser äussere Mensch von der Finsternis bezwungen ist, weil die Welt, in der er lebt, ihn so beeinflusst. Darum muss jeder besorgt dafür sein, dass er im harmonischen Verhältnis von aussen zu innen und von innen zu aussen ist – ausgeglichen in seiner ganzen Wesensart.

Der Mensch muss sich wahrlich in den göttlichen Tugenden üben. Es ist ein schwerer Weg, den er durchschreitet – er schreitet wahrhaftig durch eine Finsternis. Er tastet sich durch diese finstere Welt mit all ihren Verlockungen, mit all diesen unausgeglichenen Wesen, mit allem, was die Welt dem Menschen zu bieten hat. So tastet er sich durch diese Finsternis. Wer in sich gottgläubig ist, der bringt sich aus dieser Finsternis heraus. Ob er nun ganz im Licht des Lebens steht, ist eine andere Frage; vielmehr kommt er in das Schattenreich, wie ich es betonte.

Wenn ihr Zeit findet, euch zu verinnerlichen, dann lasst dieses lebendige Licht im Geiste auf euch einströmen. Denkt aber nicht einfach: “Göttliches Licht, ströme auf mich ein. Ich bin geöffnet und bereit.” Nein, so leicht geht es nicht. Geistiges Licht strömt dann ein, wenn die Bedingungen erfüllt worden sind, die notwendig sind, damit dieses Licht seinen Weg findet und die Finsternis durchbrechen kann. Das hohe Denken und Wollen muss den äusseren Menschen erfasst haben. Er muss Taten ausgeführt haben, er muss das göttliche Leben, das Christus verlangt, vorleben. Hat man dieses göttliche Leben gelebt, kann man seine Arme ausweiten und sagen:

“Göttliches Licht, ströme auf mich ein.”

Wenn man göttlich lebt, kann man bitten:

“Gib mir das geistige Brot, das ich nötig habe, damit ich mit meinem geistigen Brote meine Mitmenschen speisen kann und zum geistig Gebenden werde. Ich will jenen geben, die Hunger und Durst im Geiste haben.”

Man kann nicht nur mit ein paar eindrucksvollen Worten einen Mitmenschen von dieser geistigen Lehre überzeugen. Dazu braucht es viel mehr. Es ist nicht immer leicht, Mitmenschen davon zu überzeugen. Gewalt und Eindringlichkeit soll man nicht anwenden, sondern man soll ihnen dieses geistige Licht und dieses geistige Brot auf eine solche Art und Weise darbieten können, dass sie danach verlangen und es ihnen ganz verständlich wird, dass es für den inneren Menschen noch ein anderes Licht gibt, dass es wahrlich ein ewiges Leben gibt und das Inwendige lebt, denn es kommt von Gott und will ins lebendige Reich zurückkehren.

Diese Lebendigkeit zu pflegen, ist auch eine Aufgabe und eine Pflicht eines geistig ausgerichteten Menschen. Man soll versuchen, von der Oberflächlichkeit abzulegen, und sich von den Äusserlichkeiten abwenden, die den Menschen beeinflussen. Man soll sich nach innen richten und nach innen schauen. Auch das kann man. Man kann ehrlich sein mit sich selbst. Mit sich selbst ehrlich sein heisst: Ein anderer braucht nicht Wissen zu haben davon, wie es inwendig aussieht; man ist dem andern keine Rechenschaft schuldig. Wenn man sich ganz verinnerlicht hat, kann man im Geiste jenen hohen Wesen gegenüberstehen und mit ihnen ganz offen und ehrlich sein. Man sollte Zeit aufbringen, um mit ihnen zu reden. Dazu kann man meditieren.

Es wird euch leichter gemacht, wenn ihr hierherkommt und man euch den Weg zeigt, indem wir zu euch reden. Es genügt jedoch nicht allein, nur diese Worte zu hören. An einem selbst soll es angewendet werden: Man soll nach diesem geistigen Lichte suchen und in ihm leben; man soll nach diesem geistigen Brote fragen und es zu sich nehmen, damit es sich mehren kann. Man soll das Brot nicht nur für sich selbst nehmen, sondern es austeilen, wie der Vater oder die Mutter es bei Tische den Kindern austeilt. Man sollte das geistige Brot austeilen können, sodass der Mitmensch eine hohe geistige Sättigung spürt. Denn die meisten Menschen hungern inwendig. Sie sind nicht zufrieden – sie sind unglücklich und suchen einen Weg. Solches stellt man sogar bei den Geistesmenschen fest. Auch sie hungern oftmals, haben das Verlangen nach dem geistigen Brote und sehnen sich, vom geistigen Lichte der Mitmenschen besonnt zu werden. So kann man sich danach ausrichten, wenn man Zeit für das inwendige Leben findet. Dadurch wird man zum Segen des Mitmenschen und gibt ihm Licht und geistige Nahrung, damit er nicht betrübt von dannen gehen muss. Durch die Mithilfe des Nächsten ist er im Geiste satt geworden. Denn man kann auf eine wunderbare, edle Art und Weise seinen Einfluss auf den Mitmenschen ausüben.

In eurem Leben geht es doch hauptsächlich darum, euch im Geiste zu erheben, um sich von der Niedrigkeit der Welt abzuwenden und dem inneren Menschen das zuzuführen, was für sein zukünftiges Leben in der Ewigkeit von Bedeutung ist. Um das geht es doch. Dieses zukünftige Leben in seiner Seligkeit zu erreichen, ist nur dann möglich, wenn man vom Brot des Lebens nimmt, wenn man in das geistige Licht der Welt eintritt und sich nach diesem Licht der Welt ausrichtet. Auf diese Weise wird sich für den Menschen vieles für das geistige, zukünftige Leben zu seinem Vorteil gestalten. Ihr trefft doch hier auf Erden nichts anderes als die Vorbereitungen für euer zukünftiges ewiges Leben. Ihr kommt doch deswegen hierher, um eure Vorbereitungen für euer inneres Leben etwas voranzutreiben. Ich gebe euch diese Hinweise für die Vorbereitung eures zukünftigen Lebens, denn wir wollen uns einst begegnen; wir wollen zusammenkommen und einander an das gesprochene Wort erinnern. Jedes soll sich auf seine Art und Weise über das Erreichte, über die Veränderungen, freuen. Wenn man sich dem geistigen Leben zuwenden will, muss man sich ändern. Man muss vieles anders gestalten. [...]

Darum möchten wir an euch dringen und euch sagen: Nehmt das geistige Leben ernst. Nehmt wahrhaftig dieses lebendige Brot zu euch, denn es gibt euch die Kraft, die euer geistiger Leib braucht. Es ist ja geistiges und nicht irdisches Brot. Ihr sollt euch nach dem geistigen Lichte ausrichten. An diesem geistigen Lichte werdet ihr gesund, und ihr fühlt euch glücklich und wohl. Was ist lebendiges Brot, was ist das Licht der Welt? Es ist das Wort Gottes, die Lehre Jesu Christi. Es ist die Erlösung der Menschheit. Das alles ist in diesem Brot enthalten. Daher sollte sich der einzelne Mensch, der mit dem Geistigen verbunden ist, auch seiner Pflichten bewusst werden, was er dem wahren geistigen Leben schuldig ist.

Liebe Geschwister, ihr könnt zu Hause weitermeditieren. Ihr könnt darüber nachdenken, was ich euch gesagt habe.

Nun, liebe Geschwister, möget ihr von der guten Geisterwelt Gottes durchs Leben geführt werden. Möget ihr gestärkt von dannen gehen und euch der Aufgaben bewusst werden, die man hat. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrerin Lene vom 19.6.1968 durch ihre Mittlerin Beatrice Brunner im Saal an der Münchhaldenstrasse, Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Wo findet die Seele ihre geistige Nahrung?

Josef, 19. Dezember 1964 (Abendmahlansprache)

Wo findet die Seele ihre geistige Nahrung?

In der Weihnachtszeit wird die frohe Botschaft verkündet: “Friede den Menschen auf Erden.” Diese Botschaft führt den Gläubigen zum Brot des Lebens. Sie führt ihn zu Christus, dem Erlöser der Menschheit. Besonders in den heiligen Weihnachtstagen gehen Engel Gottes zu den Menschen hin, die in Dankbarkeit mit Christus verbunden sind, um sie in Herz und Seele zu beglücken.

Josef: Gott zum Gruss.

Ehre sei Gott im Himmel, Friede den Menschen auf Erden. Himmlischer Vater, blicke mit Wohlgefallen auf die Deinen nieder, und gib ihnen Deinen Segen. Gelobt und gepriesen seist Du in alle Ewigkeit. Amen.

Liebe Geschwister, im Namen Christi seid ihr hier versammelt, um in seinem Gedenken das Liebesmahl einzunehmen. Auf euren Strassen und Plätzen leuchten Christbäume, das Christfest rückt immer näher, und die Botschaft vom Frieden wird wieder aufs Neue verkündet: “Friede den Menschen” (Luk. 2, 14). Die Menschen aber, sie kennen diesen Frieden nicht, der ihnen immer wieder verkündet wird. So versuchen sie, dieses Fest zu feiern nach ihrer Art. Es wird von vielen geschäftlichen Dingen überschattet. Von der Botschaft des Friedens geht so viel verloren.

Jenen Christen, die ein besonderes Verhältnis zur göttlichen Welt haben, bedeutet dieses Christfest mehr. Sie erkennen diese Botschaft des Friedens, denn sie wissen, dass in dieser Botschaft so viel Wunderbares enthalten ist. Denn der ganzen Menschheit wird durch diese Botschaft das Brot des Lebens gegeben. Aber es verstehen nicht alle, was mit diesem Brot des Lebens gemeint ist.

Wenn ihr hier zu diesem Liebesmahl versammelt seid, werdet ihr daran erinnert, dass Christus die Seinen bat, dieses zu seinem Andenken zu bewahren. Er bat darum, dass man weiterhin zusammenkommen und daran denken soll, dass er mit den Seinen zusammen war und das Brot gesegnet, es gebrochen und an die Seinen ausgeteilt hatte. Damals hatte er ihnen erklärt, dass dieses Brot, das er ihnen gebe, sein Leib sei und der Wein, den er ihnen zum Trinken darbot, sein Blut. Darüber wurden die Jünger unzufrieden und besprachen sich nach dem Mahle: “Wie kann er uns seinen Leib zum Essen geben und sein Blut zum Trinken?”

Es ist dieses ja ein Sinnbild; sinnbildlich hatte er es ihnen erklärt. Sie sollten es erfassen können, dass er das Brot des Lebens ist und dass sein Leib, der sterben müsse, symbolisch gesprochen das Brot des Lebens ist. Doch die Menschen von dazumal konnten dies nicht verstehen und nicht deuten. Und heute, wenn man die Christen betrachtet, so vermag auch nicht jeder dieses Brot des Lebens zu erkennen. Für ihn ist dieser Satz ein Geheimnis, das er nicht deuten kann. Es bleibt aber nur für den ein Geheimnis, der den Heilsplan nicht erforscht. Wer den Heilsplan erforscht, für den ist es kein Geheimnis. Er weiss, dass dieses Brot des Lebens eine Notwendigkeit ist.

Christus lehrte die Seinen beten. Sie baten in diesem Gebet um das tägliche Brot, so wie es die Menschheit heute noch tut. Das irdische Brot braucht man zum Leben, und dieses Brotes wird man nie überdrüssig. Die köstlichsten Speisen können einem zuwider werden, nicht aber das irdische Brot, das der Mensch zum Leben braucht. So hatte sich Christus symbolisch mit dem Brot des Lebens verglichen. Er meinte aber das geistige Leben. Das geistige Leben muss auch seine Nahrung finden. Und diese Nahrung findet der Mensch in Christus. Er hat im Namen des Vaters die Gesetze gebracht und entfaltet. Er hat von Liebe und Aufopferung gesprochen, und er hat es gelebt, dargebracht. So viel Wertvolles liegt in diesem Brot des Lebens.

Ein oberflächlicher Mensch vermag es nicht zu verstehen, was dieses Brot des Lebens bedeutet. Es ist doch die Lehre, die Christus gebracht hat und die immer wieder unter den Menschen verbreitet wird. Es ist die Kunde von der grossen Liebe Gottes und von der Aufopferung des Erlösers. Es ist die Botschaft des Friedens, wie sie nun in der Weihnachtszeit verbreitet wird, dass die Menschheit sich freuen soll, dass der Heiland geboren ist. Doch bald wird eine neue Botschaft verkündet werden, die vom Leiden und Sterben des Herrn spricht. Und danach wird wieder eine neue Botschaft kommen, die Botschaft von der Auferstehung des Herrn. Und dann wird wieder eine Botschaft verbreitet, es ist die Botschaft des heiligen Geistes: Am heiligen Pfingstfest wird der Menschheit, der Christenheit im Besonderen, dargelegt, dass dieser Geist der Wahrheit, den Christus zu senden versprach, über die Menschheit komme. Aber so wie man dazumal Christus nicht aufnehmen, nicht anerkennen wollte, so war und ist es mit dieser Botschaft zum Pfingstfest: Auch den Geist der Wahrheit will man nicht annehmen, so wie es heute auch Menschen gibt, die mit dem Christfest nichts anfangen können, denen der Glaube fehlt, dass der Gottessohn wahrhaftig Mensch geworden ist. Zu weit entfernt ist jene Zeit, zu lange vergangen und verflossen ist jenes Geschehen, und es scheint ihnen nicht möglich. Sie können nicht glauben. Sie haben andere Ansprüche, sie möchten andere Beweise haben. Und sie hören nicht die Botschaft “Friede den Menschen auf Erden”. Sie hören es nicht. Und sie verstehen das Brot des Lebens nicht, sie nehmen es nicht zu sich, sie essen nicht davon. Es ist ihnen fremd.

Nun aber wird aus so vielen Munden verkündet: “Friede auf Erden. Der Heiland ist geboren, und der Menschheit soll nun Glück widerfahren.” Wie wenige Menschen oder wie wenige Christen sind es, die diese Heilsbotschaft von der Geburt des Herrn verstehen und die erfassen, dass er gekommen ist, um Wegbereiter zu sein, um den Weg zu ebnen zum Vater, damit alle wieder zurückkehren können zu ihm – dass man aber nur durch den Frieden, durch Jesus Christus den Weg zum Vater findet. Dieses Brot des Lebens muss man geniessen. Nur dann wird der Weg geöffnet zu Gott, zu seiner Welt.

Wenn ihr nun diese Botschaft erfasst habt, wenn ihr dieses Brot des Lebens kennt, so seid darüber glücklich und froh. Denn dieses macht euch stark, es kräftigt euch an Leib und Seele. Wenn ihr sonst von nirgendwo Kraft holen könnt und Zuversicht – Kraft und Zuversicht findet man im Brot des Lebens, in Christus.

Es gibt Menschen, die für diese Botschaft aufnahmefähig wären, würde man sie ihnen richtig darlegen und ihnen dieses scheinbare Geheimnis lüften, wenn man ihnen sagen könnte: Es ist kein Geheimnis, aber Menschen haben es zum Geheimnis gemacht, sodass es so geheimnisvoll geworden ist, dass man nichts mehr davon versteht. Doch Gott schafft nur Sinnvolles und so, dass es der Mensch verstehen kann. Die Menschen aber, sie haben es so verändert und können es nicht mehr verstehen. In den christlichen Kirchen verkündet man aber dieses Fest des Friedens und der Liebe und fordert die Gläubigen auf, in diesem Frieden zu leben und den Frieden weiterzugeben. Ja, man soll nun versuchen, von diesem Brot des Lebens weiterzugeben, damit auch der andere sich kräftigen und stärken kann. Und dieses Brot des Lebens heisst: Aufopferung, Verständnis, Liebe, Verzeihen, Gerechtigkeit. So viel ist im Brot des Lebens enthalten.

Wenn diese heiligen Festtage nahen, dann gibt es für einsame Menschen bittere Stunden. Sie vermögen nicht von sich aus die Kraft aufzubringen und sich an dieser Botschaft des Friedens zu freuen. Sie fühlen sich einsam und verlassen. Es gibt viele einsame und verlassene Menschen, auch wenn man ihnen die Einsamkeit nicht ansieht. Doch sie leiden darunter, gerade an diesen heiligen Tagen. Und so ist es doch wohl gut, wenn diese Botschaft des Friedens als eine freudige, fröhliche, erhebende Botschaft verbreitet wird, damit ein jeder sich freue und keiner sich einsam fühlen muss. Denn man ist nie allein. Man kann die schönsten, erbauendsten Stunden erleben, wenn man ganz alleine ist – wenn man versucht, diese Atmosphäre so zu schaffen, dass man keinen Menschen um sich haben möchte und von einer Einsamkeit, von einer Wehmut keine Rede ist. Das vermag aber nur einer zu erleben, der die Tiefen dieses Heilsplanes ergründet hat, der weiss, dass es nicht darauf ankommt, wie viele Menschen um einen sind und einen betreuen, sondern dass es eine geistige Betreuung geben kann – dass man meditieren kann und so gestärkt und beglückt aus einer solchen Stunde hervorgeht.

Aber es braucht viel, bis man zu einer solchen Einstellung und Überzeugung kommt, dass man auch allein ein Fest feiern und diese Botschaft vom Frieden vernehmen kann. Beglückt kann ja nur der werden, der weiss, dass er nie allein ist, dass es Unsichtbare sind, die bei ihm wohnen. Und gerade diese sind es, die Engel Gottes, die sich an solchen Tagen solche einsamen Menschen aussuchen, um bei ihnen zu wohnen. Doch mancherorts finden sie keine würdige Stätte. Sie können sich nur da beglückt niederlassen, wo vom Menschen eine Sehnsucht nach dem Überirdischen ausgeht, nach diesem geistigen Frieden, und wo ein Mensch nach dem geistigen Brote hungert. Da kommen sie, die Unsichtbaren, von Gott und dem König der Geisterwelt gesandt, wie Christus es sagte: “Der Vater und ich wollen Wohnung bei euch nehmen” (Joh. 14, 23). Und wenn man in seinem Namen bittet oder auch wenn zwei oder drei in seinem Namen zusammen sind, da sind sie mitten unter ihnen. Und was das bedeutet, muss dem Menschen auch verständlich gemacht werden: Die Getreuen des Himmels, die Engel des Herrn, die den Willen des Vaters ausführen, gehen und suchen jene Menschen auf, um ihnen ein Stück vom Himmel, von der göttlichen Atmosphäre zu bringen und sie zu beglücken in Herz und Seele. So vermag man ganz allein in eine wunderbare Kraft zu kommen. Diese heiligen Wesen sind es, die so gerne unter den Menschen wohnen, besonders in der heiligen Zeit. So wie die Menschen ihrerseits nun vermehrt ihren Blick nach oben richten, so sind auch diese heiligsten Wesen nun vermehrt aus den Himmeln herausgetreten und haben die Nähe des Menschen aufgesucht. Und so bringt der Himmel die Botschaft des Friedens zu den Menschen hin bis in alle Zeiten.

An diesen heiligen Tagen wird auch jener Menschen gedacht, die in den Gefängnissen sind. Auch den Strafgefangenen wird man in der christlichen Welt einen leuchtenden Christbaum aufstellen. Man wird sie zusammenrufen zum Weihnachtsfest, und man wird ihnen mahnende Worte geben. Man hofft dadurch, Menschen besser zu machen, wenn ihnen diese Botschaft des Friedens auch nahegebracht wird. Denn man glaubt, dass jene Menschen in dieser Zeit eben auch von einer Wehmut erfasst werden. Bestimmt gibt es solche, die voller Reue sind und voller Wehmut, dass sie nun abgesondert sind von der menschlichen Gesellschaft. Es sind jene, die reuig geworden sind. Aber es gibt so viele, die haben nur ein oberflächliches Denken, wenn es um den christlichen Glauben geht. Sie können nicht innig glauben, innig beten. Dies alles ist bei ihnen nur eine Oberflächlichkeit. Bei einem solchen vermag die Botschaft des Friedens nicht in die Tiefe der Seele zu gelangen und ihn zu ändern oder einsichtig zu machen. Ihr wisst ja, wie viele Menschen verschiedener Entwicklung mit euch zusammenleben. So viele sind doch von einer unteren Entwicklungsstufe in dieses Dasein getreten und haben sich in dieser Welt nicht zurechtgefunden. Und so mussten sie getrennt werden von der menschlichen Gesellschaft, um die andern Menschen sicher leben zu lassen. Aber auch für sie gilt die Botschaft des Friedens, auch an sie heran will die heilige Geisterwelt dringen. Denn sie möchte, dass ein jeder sich wandelt. Wohl weiss man in der Geisteswelt darüber Bescheid, wie viel es braucht zu dieser Wandlung. Und so wird die heilige Geisteswelt jeweils das Ihrige dazu tun, um den Menschen den Weg zu zeigen. Wenn der Mensch bereit ist, die Hand zu bieten, dann nimmt man diese Hand, und man leitet ihn.

Menschen sagen oft: “Ich lebe nur einmal, und ich will das Leben geniessen.” Wer so spricht, hat nicht das Wunderbare im Heils- und Erlösungsplan erforscht. “Ich lebe nur einmal, so will ich das Leben geniessen.” Man kann aber das Leben geniessen auf eine andere Art als im üblichen menschlichen Sinne. Man kann das Leben geistig geniessen; man kann das Leben so wertvoll gestalten, dass jeder Tag zum Genuss wird. Aber die Leistungen, die man in einem solchen Leben vollbringt, kann man nicht sehen, nicht berühren. Doch der Mensch liebt es, alles zu tasten und alles zu sehen. Aber das geistige Leben, das Wertvolle dieses geistigen Lebens, kann man nicht tasten. Es hat nicht solchen Glanz wie die Dinge dieser Welt, die die Menschen lieben. Aber wenn man guten Willens ist, kann man doch versuchen, das geistige Leben wirklich zu leben und ihm eine Entfaltung zu geben. Man kann doch aus seiner eigenen Seele, kraft seiner eigenen Seele, Frieden verbreiten, Verständnis, Wohlwollen. Wie viele Dienstbarkeiten hat man doch dem andern zu geben. Man kann grosse Freude erhalten durch ein solches Leben; man kann so glücklich werden, wenn man es auskostet. Das Leben kann so wertvoll sein, ein Tag wie der andere kann Kostbares in sich bergen. Und so müssen sich die Menschenkinder auch ihres Lebens erfreuen. Denn sie nehmen nämlich vom Brot des Lebens; ständig wird ihnen geistige Speise zugeführt. Und so erhalten sie dieses Glücksempfinden im Innersten ihrer Seele.

Liebe Geschwister, dieses Christfest als Fest des Friedens und der Freude soll auch euer Herz und eure Seele beglücken. Ihr sollt Freude bereiten, aber ihr bekommt auch von den Unsichtbaren eure Geschenke, die eure Seele erfreuen, wenn ihr Christus treu bleibt und dieses Brot des Lebens nie verweigert. Es ist ein Zeichen der Verbundenheit, wenn man zu diesem Liebesmahl zusammenkommt. Ihr seid alles gleich gesinnte Geschwister, ihr glaubt an den Geist der Wahrheit. Und ihr seid im Namen Christi, zu seinem Gedenken hier. Im Geiste könnt ihr zurückkehren in jene Zeit, wo er mit den Seinen versammelt war. Im Geiste könnt ihr seine Worte hören: “Tut dieses zu meinem Gedenken.” Noch heute, nach bald zweitausend Jahren, sind diese Worte lebendig, und sie werden lebendig bleiben bis in alle Zeiten. Christus sah doch in die Zukunft hinein. Er wusste ja, wie viele Menschen diese Erde bevölkern werden und wie viele von seinem Brote essen werden, um dieses ewige Leben zu haben. Und dieses Liebesmahl gibt euch die Kraft, gibt euch das Brot des Lebens. In seinem Gedenken seid ihr zusammengekommen, zu eurem Heil, zu seinen Ehren.

Nun, liebe Geschwister, ehe man zum Tisch des Herrn schreitet, soll man sein Innerstes aufgeräumt haben. Im Laufe der Zeit gibt es auch im Innersten der Seele Unordnung, und das will immer wieder gesäubert werden. Diese Reinigung könnt ihr selbst fertigbringen, denn Gott verzeiht euch, wenn es euch wirklich leid ist, was ihr an Ungerechtigkeiten getan habt. Wenn ihr aus der Tiefe der Seele Gott um Vergebung bittet, dann wird eure Seele gereinigt. Denn Gott sieht in die Tiefe der Seele. Er sieht aber auch, ob die Reue wahrhaftig oder nur oberflächlich ist. Und so möchten wir doch in dieser Stunde, dass ihr alle in eurer Seele rein werdet, dass jedem vergeben wird.

So wollen wir etwas Zeit über euch kommen lassen. Ich bitte um etwas Musik, damit ihr über euer Leben nachdenken könnt. Bittet Gott um Vergebung, sodass eure Seelen wieder rein sind.

Vater im Himmel, die Deinen baten Dich um Vergebung der Sünden. Sie sind bereit, allen Schuldnern zu vergeben. Vergib auch Du ihnen alle Schuld. Gib ihnen Deinen Segen. So loben und preisen wir Dich in alle Ewigkeit. Amen.

Himmlischer Vater, wir flehen Dich an, segne uns diesen Wein hier, denn er ist das Sinnbild vom Blute Jesu Christi, das am Kreuz geflossen ist zur Erlösung der Menschheit. Herr, segne diesen Wein, damit es jedem zum Heile wird, der davon nimmt.

Vater, wir bitten Dich, segne uns dieses Brot, damit es auch jedem zum Heil gereiche, der davon nimmt. Denn dieses Brot ist Sinnbild vom Leibe Jesu Christi, der am Kreuz gestorben ist zur Erlösung der Menschheit. Herr, segne dieses Brot.

Nun bitte ich, euch zu erheben; nehmt und esset und trinket.

Liebe Geschwister, mit Musik und Gebet ist diese heilige Stunde beendet. Der Segen Gottes begleite euch auf all euren Wegen. Bleibt behütet und bewahrt vor jeder Not, vor jeder Bedrängnis. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrer Josef vom 19.12.1964 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Die Seele hungert nach geistigem Brot

Josef, 14. Dezember 1969 (Ausschnitt)

Die Seele hungert nach geistigem Brot

Josef: [...] Als Christus zum letzten Mal mit den Seinen zusammenkam, bat er sie darum, dieses Liebesmahl zu seinem Gedenken auch in Zukunft zu bewahren. In seinen Lehren erklärte er auch: Wenn alles vergehe und der Vergangenheit gewidmet sei, seine Worte aber werden nicht vergehen, sie werden Bestand haben (Mat. 24, 35). Und dies gilt auch für seine Bitte, dieses Liebesmahl, jenes Abendmahl, solle doch zu seinem Gedenken weiter Bestand haben.

Hier müssen wir aber unser tiefes Bedauern aussprechen, dass die Christenheit, wenn sie zu diesem Abendmahl, zu diesem Liebesmahl, hingeht, nicht in der wahren Gesinnung ist, keine tiefe Verbundenheit zur heiligen Geisteswelt noch zu Christus bekundet. Sondern das Feiern dieses Abendmahls ist eine Gewohnheit, eine Tradition geworden. Und wir möchten doch, dass es bei euch anders ist. Es soll nicht eine Gewohnheit, nicht eine Tradition sein, sondern ihr sollt wahrlich hungernd und dürstend zu dieser Stunde kommen. Es soll euch von innen heraus verlangen hierherzukommen, nicht aus Gewohnheit, sondern wahrlich aus einem inneren Hunger. Die Seele in euch soll hungern nach dieser heiligen Feier. Denn es ist doch diese innige Verbindung, die hergestellt wird von den Geistern Gottes zu euch. Und wie könnte es auch anders sein: Wenn ihr Freunde in dieser Gesinnung zusammenkommt und im Verlangen seid, mit dem Erlöser verbunden zu sein, dann ist er durch seine heilige Geisterwelt mit euch verbunden, so wie er es sagte: “Wenn zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, bin ich mitten unter ihnen” (Mat. 18, 20). Sein Segen, sein Wort, seine heilige Kraft ist durch die Heiligen des Himmels mit euch verbunden.

Es ist so bedeutungsvoll, dass der Mensch mit einer inneren Andacht, mit einer Verbundenheit, mit einem heissen Hunger der Seele zum Tische des Herrn schreitet. Denn dann wird er auch gesegnet werden an Leib und Seele. Die Engel umgeben ihn, die Heiligen des Himmels sind in seinem Hause, gehen bei ihm ein und aus. Und wie könnte es auch anders sein, dass zu einer solchen Feier auch eure Angehörigen, die in der geistigen Welt sind, mit Wohlgefallen auf euch niederschauen oder sogar in eurer nächsten Nähe sind.

So sollt ihr stark bleiben im Glauben, denn dieser Glaube ist eine Quelle, die euch immer wieder Kraft fürs Leben gibt, die euch hilft, Probleme zu lösen, und euch auch gesund macht an Leib und Seele. Es ist für eure Augen etwas Unsichtbares, eine unsichtbare Kraft, aber sie dringt an euch heran. Mit euren Augen könnt ihr ja auch nicht in die andere Welt hineinschauen, aber trotzdem wisst ihr und seid euch sicher, dass es diese andere Welt gibt; ihr habt Glauben, und das ist wichtig und notwendig, das gibt euch den Halt im Leben. [...]

Christus sagte von sich: “Ich bin das lebendige Brot. Ich bin die Wahrheit. Ich bin die Quelle Gottes.” Wer dieses lebendige Brot geniesst, wird gesunden; er wird leben, obwohl er stürbe.

Wer oder was ist mit diesem lebendigen Brot gemeint? Es ist Christus, ihr wisst es. Christus als König mit seiner Macht, die er besitzt, die ihm der Vater gegeben hat. Es ist seine Herrlichkeit, die ihn umgibt, in die man eingehen kann, die Lebendigkeit. Es ist das lebendige Brot, das für den Einzelnen Hoffnung und Freude, Kraft und Zuversicht bringt. Es ist das, was ihn am Leben erhält. Ihr könnt es auslegen, wie ihr wollt: Ihr könnt es im geistigen Sinne betrachten, ihr könnt es auch auf euer Leben ausdehnen. Lebendiges Brot heisst: jene Kraft holen, die die Seele erhält. Denn wahrlich ist es so, dass nicht vom irdischen Brote allein der Mensch am Leben bleibt. Er braucht geistiges Brot, denn seine Seele hungert danach. Und wie erfreulich ist es für uns, zu sehen, wie da und dort eine Seele in diesem grossen Hunger nach dem lebendigen Brote greift und sich wieder sättigen kann. Von diesem lebendigen Brot kann ein jeder nehmen. Es ist keine Unmöglichkeit, nach ihm zu greifen. Dieses lebendige Brot ist der Christenheit, ja der ganzen Menschheit in Hülle und Fülle gegeben. Es liegt da, und man muss nur seine Hände ausbreiten und willens sein, danach zu greifen. Dieses lebendige Brot stärkt die Seele, es gibt dem inneren Menschen die Nahrung.

Überlegt, wie einsam das Leben, wie öde es um den Menschen wäre – und ist –, wenn er keine Erkenntnis vom Geistigen besitzt. Wie öde ist es in seinem Innern, wie leer in seinem Denken ohne dieses Wissen. Was weiss er auch zu reden? Nur über vergängliche, äussere Dinge kann er reden, nur über das, was der Welt Inhalt und Glanz gibt, was aber so vergänglich ist. Nur über diese Dinge kann er reden, aber dies gibt seinem Leben keinen Inhalt. Alles, was sich auf dieser Weltbühne abspielt, ist so schnell überholt und vergessen. Vergessen wird es, was man im irdischen Sinne erlebt hat. Und wiederum steht man vor der Leere, und wiederum weiss man nicht, was man sagen und erzählen muss, womit man den Nächsten unterhalten kann als mit diesen üblichen Dingen, die nur vorübergehend dem Menschen etwas Freude bringen, ihn etwas ablenken von anderen Dingen.

Wenn man aber geistig ausgerichtet ist, hat man keine Leere in der Seele. Man ist erfüllt, man ist stets voller Hoffnung, man ist voller Freude, man ist nie einsam. Man kann nicht einsam sein, wenn man mit dem geistigen, ewigen Leben im Bunde steht. Dann gibt es keine Einsamkeit, denn die Seele ist erfüllt, und das Denken des Menschen ist erfüllt; man ist und lebt in der Hoffnung und in der Freude auf die Zukunft. Man ist beglückt.

Das ist geistiges, wahres Leben. Das sind Ewigkeitswerte für den Menschen, das sind Dinge, die sehr bedeutungsvoll sind. Man kann nicht nach ihnen fassen, man kann sie nicht berühren, man kann sie nicht sehen, aber sie geben ein wonniges, inniges Erlebnis. Alle Einsamkeit wird überwunden. Es gibt für den geistig gehobenen Menschen keine Einsamkeit. Denn er lebt in der Ewigkeit. Aber da braucht es eben auch ein Sich-Einfühlen, ein Sich-Einleben. Man kann nicht von heute auf morgen diese irdische Einsamkeit überwinden. Es braucht seine Zeit. Man muss sich einleben. Man braucht die Freundschaft der geistigen Wesen. Man braucht die Freundschaft gleich gesinnter Freunde. Man möchte mit Menschen zusammen sein, an denen man eine Stütze hat im Denken und in der Gesinnung. Man möchte sicher sein, eins zu sein im Denken; man fühlt sich sicherer, man hat Freunde mit selber Gesinnung. Es macht einen stark, zu wissen, Freunde zu haben, die auch keine Einsamkeit kennen, die auch den Schritt in die Ewigkeit getan haben, die auch ihr geistiges Brot vom selben Orte holen. Es macht glücklich und zufrieden, zu wissen, dass man kein Sonderling ist. Es macht glücklich und zufrieden, zu wissen, mit Gott und seiner heiligen Geisterwelt im Bunde zu stehen.

Und wenn man zu solchen Erkenntnissen gekommen ist, dann darf man wohl sagen: “Mein Geist ist erleuchtet. Ich habe Erleuchtung gefunden. Ich bin eine Säule der wahren Kirche Gottes. Ich bin eine grosse Hoffnung für die heilige Geisterwelt. Ich bin eine tragende Säule der Kirche Gottes.” So beglückt kann die Seele des Menschen werden durch diese Verbindung. So freuen wir uns über alle, die mit uns einig geworden sind.

Ausschnitt aus dem Vortrag von Geistlehrer Josef vom 14.12.1969 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Heft 6/2019
Preis USD 4.00
21 Seiten, 21 × 29,7 cm