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Die Vorträge dieses Themenheftes geben Aufklärung über ein aussergewöhnliches Ereignis, über das die Christenheit nicht näher Bescheid weiss: die Himmelfahrt Christi.
Bevor Christus nach seinem siegreichen Kampf gegen Luzifer und seiner Auferstehung zum Vater heimkehrte, blieb er noch eine gewisse Zeit im Paradies. Von dieser erdnahen Sphäre aus besuchte er jeweils seine Jünger, bis ihm hohe Engel Gottes die Kunde brachten: “Herr, mache dich auf; die Vorbereitungen sind getroffen, der Himmel ist bereit, dich zu empfangen. Sammle deine Jünger um dich, verabschiede dich von ihnen und von all den Deinen.” So rief Christus alle zusammen, die in engster Verbundenheit mit ihm waren, segnete sie und sagte laut und deutlich zu allen: “Jetzt gehe ich zum Vater, jetzt kehre ich zurück.” Und vor ihren Augen erhob er sich von der Erde und entschwand in den Wolken.
Unbeschreiblich ist der Jubel, mit dem die Geisterwelt Gottes ihren König nach der Erfüllung seines Auftrags empfangen hat. Das Höchste und Schönste, das es im Himmel überhaupt geben kann, wurde zu seiner Heimkehr aufgeboten. Begleitet von seinen Heerscharen, die mit ihm gekämpft hatten, hielt Christus seinen triumphalen Einzug. Er zog von einem Himmel zum andern, damit seine treu gebliebenen Völker ihren König begrüssen und ihn mit immer neuen Überraschungen feiern konnten. In einem Vortrag dieses Themenheftes berichtet Geistlehrerin Lene von diesem herrlichen Empfang Christi, den sie damals selber miterleben durfte.
Lene, 23. September 1977 (Mewo 1977, 6. Abend)
Nach seinem Kreuzestod drang Christus mit den Legionen Michaels in das Reich Luzifers und besiegte ihn mit geistigen Kampfmitteln. Unbeschreiblich ist der Jubel, mit dem die Geisterwelt Gottes ihren siegreichen König nach der Erfüllung seines Auftrags empfangen hat. Das Höchste und Schönste, das es im Himmel überhaupt geben kann, wurde zu seiner Heimkehr aufgeboten.
Lene: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, ausser dem morgigen Abend ist dies der letzte in diesem gemeinsamen Zusammensein hier in dieser schönen Umgebung [von Flims Waldhaus]. Von Wehmut sind einige der Freunde ergriffen, dass diese Woche schon wieder zu Ende ist. Traurig sind die einen, weil sie sich aus dieser Atmosphäre wieder zurückziehen müssen und in ihre gewohnte Umgebung zurückkehren, wo es ihnen an dieser friedlichen Harmonie fehlt und wo man wieder vorsichtig sein muss, was man zum andern sagt.
Gleich am Anfang der Woche habe ich euch ja erklärt, dass viele geistige Wesen mit mir gekommen sind und mithelfen, diese Woche zu gestalten, und dass sie euch zur Seite sind, euch beobachten und hören, was ihr sagt. Aber sie sehen auch, wie das eine abends, wenn es in seinem Bette liegt, traurig ist und weint, weil die Einsamkeit wieder Einzug hält, wenn man von hier weggeht, und weil alles wieder so anders ist und man nicht so im Frieden mit dem andern leben kann und das andere das Verständnis nicht haben will für den Glauben, den man errungen hat. Wir sehen es, dass es nicht für alle leicht ist. Manche haben es schwer. Sie stehen allein da in der Familie. Der Ehepartner will von diesem Glauben nichts wissen, so hat man es umso schwerer, sich darin zu vertiefen und die Verbindung mit Gleichgesinnten aufrechtzuerhalten. Es sind oftmals auch die Eltern oder Angehörige, die nicht einverstanden sind. Im Grunde ist es dasselbe, wie ich es euch gestern erklärte: Man kann im eigenen Hause verschiedene Auffassungen haben. Diejenigen, mit denen man zusammenleben muss, können den verschiedensten geistigen Entwicklungsstufen angehören und ihre eigenen Auffassungen haben. Und so können sie mitunter dem andern auch Leid zufügen. Und dieses Leid, liebe Geschwister, trägt mancher aus unserer Gemeinschaft. Aber wer dieses Leid trägt und es versteht zu tragen, der trägt es nicht allein. Ihm wird geholfen, das zu tragen, und er wird dafür auch seine Belohnung bekommen.
Nun, ich möchte heute auf etwas zu sprechen kommen, was auch einige meiner Geistesgeschwister beschäftigt. Denn es ist ja meine Aufgabe, euch in diesem Leben zu führen, zu stützen, euch diesen Weg des Lichtes vorzubereiten und zu zeigen. Ich weiss wohl, was euer Wunsch ist: Ihr möchtet nur die schönsten Dinge hören und im Geiste die schönsten Dinge schauen. Das ist mir wohl verständlich. Aber ich bin gewohnt, das zu tun und zu sagen, was Nutzen bringt, was zum Heile ist und was für jene von Nutzen und zum Heil ist, die es brauchen.
So möchte ich nun von dem Gnadenrecht sprechen, das der Mensch hier auf Erden empfangen darf, wenn er sich um dieses Gnadenrecht bewirbt. Daraus könnt ihr wiederum erkennen, wie gross die Liebe Gottes und die Liebe des Erlösers ist und wie überhaupt in den Himmeln die Liebe zum Ausdruck kommt.
Euch wird stets erklärt: Wer sich im Leben belastet, wird bestraft dafür; er hat es wiedergutzumachen, und jedem wird die Strafe gegeben, die er sich durch sein Handeln, durch sein falsch gelebtes Leben verdient hat. Jeder empfängt seine Strafe, die ihm angepasst ist. Doch ehe überhaupt eine Strafe ausgesprochen wird, waltet dabei schon sehr viel Gnade: Es wird schon manche Belastung, mancher Fehler übersehen – man wird also nicht mit der ganzen Härte bestraft, wie man es je nach den Verfehlungen vielleicht auch verdienen würde.
Nun kommt es immer wieder vor, dass ein Mensch im Laufe seines Lebens irgendetwas tut, was ihn für den Rest seines Lebens beunruhigt. Er führt eine Tat aus, er tut etwas, was nicht im Gefallen Gottes ist, er verletzt Gottes Gesetze und schädigt dadurch seine Seele. Wenn nun ein Mensch so mitten in seinem Leben ein Unrecht getan hat, indem er, sagen wir, sich ungerechterweise bereichert hat, einen Mitmenschen erpresst oder betrogen hat – dies nur als Beispiel, es kann auch etwas anderes sein –, so belastet ihn das im Laufe seines Lebens, wenn er einen Glauben hat. Und wenn seine Verfehlungen nicht ans Licht gekommen sind und es niemand gemerkt hat, wie er dem Mitmenschen Schaden zugefügt hat, und er diese Belastung immer in sich trägt und mit niemandem darüber redet, so betet dieser Gläubige und bittet Gott, er möge ihm vergeben. Was seine Belastung oder seine Sünde auch gewesen sein mag, es tut ihm wahrhaftig leid, und er bittet bei jeder Gelegenheit Gott um Vergebung; er möchte niemals eine solche Tat wieder ausführen. Was er getan, kann er nicht mehr rückgängig machen, aber er versucht, wiedergutzumachen im Laufe seines Lebens oder von dem Zeitpunkt an, wo ihm diese Erkenntnis gekommen ist und wo ihr sagt, das Gewissen plage den Menschen.
So versucht dann ein solcher Mensch, dem es wirklich leidtut, immer und immer wieder Gott zu bitten, er möge ihm vergeben. Er geht sogar zur Beichte, und in jeder Beichte sagt er immer wieder, was er gesündigt. Und der Priester spricht ihn los von der Sünde. Aber diesem Menschen ist es einfach nicht wohl, trotz dieser Lossprechung durch den Priester.
Dazu ist einmal zu sagen: Kein Mensch ist imstande, dem andern Sünden zu vergeben, kein Mensch. Er kann es nicht tun, auch nicht im Namen Gottes oder im Namen Christi. Sünden des Menschen vergeben können nur Gott und Christus. Und vergeben werden sie, wenn es dem Betreffenden wirklich leidtut, wenn er reuig ist. Wann es richtige Reue ist, wann es ihm richtig leidtut, das kann die Geisteswelt Gottes wohl erkennen. Bittet man inständig, Gott möge einem dieses, jenes vergeben, was man da im Besonderen falsch getan, dann wird es dem reuigen Menschen auch vergeben. Und wenn Gott etwas vergibt, dann ist das, was einem vergeben wurde, in seinem Odleib gelöscht. Gelöscht heisst nicht ausgemerzt – gelöscht. Man braucht es nicht mehr zu sehen; es ist nicht mehr notwendig, dass ein jedes Geistwesen nun in Kenntnis gesetzt wird über das Geschehene. Es ist vergeben worden. Die Merkmale, die sich infolge dieser Sünde im Odleib des Menschen gebildet haben, sind ausgelöscht. Also spricht man nicht mehr darüber. Es ist doch im Grunde genommen schade, dass der Christenmensch nicht auch in dieser Beziehung richtig Bescheid weiss. Auch sollte er wissen, dass ihm bei nur oberflächlicher Reue seine Sünden nicht vergeben werden. Es muss wahre Reue sein, dann ist es aus dem Odleib gelöscht.
Ich möchte jetzt ganz besonders auf einen Menschen hinweisen, der solches im Leben getan. Er kommt nun in die geistige Welt. Da empfangen ihn die Geister Gottes, denn dieser Mensch hat im Leben Reue gezeigt und hat sich auch sonst zu höheren Erkenntnissen durchgerungen und dann ein Gott gefälligeres Leben gelebt. Man hatte ihm also die Schuld vergeben. Und kommt er nun in die Geisteswelt und wird von Geistern Gottes in Empfang genommen, so spricht kein Geist Gottes ein Wort über jene Vergehen. Kommt ein solcher, der sozusagen sein ganzes Leben hindurch zeitweise immer wieder geplagt wurde von dieser Belastung, die er in sich hatte, so ist er erstaunt, dass niemand ihm einen Vorwurf macht. Geister Gottes müssen dann diesem Heimgekehrten erklären: “Du sollst nicht immer daran denken, was dir Gott längst vergeben hat. Darüber reden wir doch nicht mehr.”
Und der Heimgekehrte wird froh und glücklich darüber, kann es aber fast nicht begreifen und verstehen, dass er wirklich nicht bestraft wird dafür. Ein solches heimgekehrtes Wesen ist darüber sehr beglückt und sehr erfreut, je mehr sich die Engelswelt mit ihm befasst und von seiner Zukunft spricht, in der er Aufgaben in der Gotteswelt erfüllen müsse und er weiter belehrt werde. Niemand spricht mehr ein Wort über die Vergangenheit, sondern nur noch von der aufbauenden Zukunft. Das ist das Gnadenrecht, das die Gotteswelt dem Menschen anbietet und vollzieht, wenn der Mensch sich dementsprechend einstellt. Dieses als Antwort für einige hier anwesende Geistesgeschwister.
Im andern Fall kann man aber auch zu gleichgültig sein. Man kann der Auffassung sein, dass es genüge, einfach Gott zu bitten: “Vergib mir”, und dann sei es abgetan und vergeben. Man bemüht sich nicht um eine Wiedergutmachung, man bemüht sich nicht um das wirklich höhere geistige Leben, sondern man glaubt, es genüge da, “Herr, Herr!” zu rufen. Nein. Wenn ein solcher zurückkehrt, wird er eine grosse Enttäuschung erleben; denn seine Schuld ist ihm dann nicht vergeben worden, auch wenn er noch so oft dem Priester seine Sünden gebeichtet hatte in der Hoffnung, dass es ihm dann doch vergeben wäre. Er kann sich nicht darauf berufen: “Ich habe die Sünde gebeichtet, und ich bin losgesprochen worden von dieser Sünde.” Nein, so ist es nicht. Gott lässt sich nämlich keine Befehle geben, wem die Gotteswelt die Sünden vergeben muss. Das erkennt nur die Gotteswelt, wo man wirklich vergeben darf.
Das Gnadenrecht steht jedem zu. Jedem Menschen wird bis zu einem bestimmten Punkte Gnade und Beistand gegeben, wenn er einsichtig geworden und wirklich reuig geworden ist. Denn Christus ist für alle gestorben, für den grossen Sünder und für den kleinen Sünder, die nun da im menschlichen Dasein sind. Für einen jeden hat er seinen Auftrag ausgeführt. Dieses ist und sollte auch eine Antwort sein.
Was das Gebet anbelangt, so gibt es Menschen, die der Auffassung sind, man müsste den Tag hindurch so viel wie möglich beten; man müsste beten, damit man einst dementsprechend in den Himmel aufgenommen würde. Wenn das Gebet aber nicht aus der Tiefe des Herzens und der Seele kommt, ist es überhaupt nichts. Das Lippengebet ist nichts; nur das Gebet zählt, das aus der Tiefe der Seele kommt. Und dann gilt auch das, was Christus selbst gesagt hatte, als man ihn fragte, wie man beten müsse, und sie ihn baten, er möge sie doch beten lehren – er hatte des Öftern gesagt: “Tut nicht so wie die Heiden, die so viele Worte brauchen.” Betet so, wie Christus es gelehrt hatte. Der Vater weiss ja um alles, wessen ihr bedürft. Klagt nicht eure Sorgen und Nöte in allen Einzelheiten. Geht in eure stille Kammer, und verbindet euch im Stillen mit der Gotteswelt. Richtet eure Gedanken nach oben, und man wird euch sehen. Und man wird auch dem Bittenden geben, wenn er versteht, richtig zu bitten und zu beten. Das ist auch eine Antwort, liebe Geschwister.
Gestern gab ich euch eine Schau. Ich erklärte euch, wie es in den Himmeln aussah zu jener Zeit, als Luzifer anfing zu werben. Das erklärte ich euch. Wenn ich so unter euch bin, habe ich ja heute die Möglichkeit, euch Einzelheiten zu erklären, worüber ich früher nicht gesprochen habe, über die ich einfach hinweggegangen bin. Denn alles braucht ja seine Entwicklung, und man muss willens sein, zu glauben und zu verstehen. Und so bieten wir es dem Menschen an, wenn wir die Möglichkeit haben und sehen: Die Zeit ist reif, jetzt ist der grösste Teil der Anwesenden bereit, das zu verstehen. Und weil der grösste Teil von ihnen das Verständnis hat, muss ihnen dieses auch gesagt sein und gesagt werden. Und darum kann ich heute eher in die Einzelheiten zurückgehen, und diese dienen ja dazu, euch noch mehr zu vertiefen im Glauben, euch noch mehr Erkenntnis zu geben, noch mehr Wissen über die geistigen Gesetze und das Geschehen von einst. Woher solltet ihr sonst die Erkenntnis bekommen? Woher solltet ihr es erfahren, wie es in den Himmeln aussieht, wie diese für euch unsichtbare Welt gestaltet ist, wie dort gelebt und gewirkt wird? Ihr könnt es nicht sehen, doch seid ihr des Glaubens, dass diese Welt da ist und dass ihr in sie eingehen werdet. Ich spreche nicht zum äusseren Menschen, der sein Denken nach seinen Geschäften ausrichtet, sondern ich spreche von Geist zu Geist. Ich spreche zum höheren Ich in euch; ich dringe an euer höheres Selbst und versuche, es ihm zu erklären – nicht dem Menschen vom Alltag, der sich mit diesen äusseren menschlichen, weltlichen Dingen befasst. Er vermag es nicht zu verstehen, und es wäre auch schade, es ihm zu sagen. Aber es soll dem gesagt sein, der es würdigt und der es versteht.
Und wenn ich jetzt in diese Einzelheiten gehen darf und zurückkehren möchte auf das, worüber ich ja im Laufe der Woche einiges angedeutet habe, so könnt ihr euch auch vertiefen in diesen Glauben. Ich möchte mich aber nicht allzu lange dabei aufhalten, denn hauptsächliche Erklärungen wurden gegeben. So möchte ich noch einmal zurückkommen auf das Hinuntersteigen Christi, als er mit seinen Getreuen, mit den Geistern Gottes, zum Kampf in die Hölle hinunterging.
Die Geister Gottes hatten sich auf diesen Kampf längst vorbereitet. Denn sie hofften, dass ihr König diesen Auftrag erfüllen werde. Es gab für sie auch Zeiten – wenn ich dieses Wort aussprechen darf –, wo sie um ihren König zitterten und sie sich selbst an Gott wandten. Scharen von Engeln Gottes oder Legionen, die treu geblieben, machten sich auf zum Vater und flehten ihn an: “Gib ihm doch mehr Beistand! Sende uns doch zu ihm, lass uns doch eingreifen!” Sie flehten für ihren König. Sie riefen in ihre Himmel hinaus: “Wir wollen unseren König, wir wollen unseren König Christus wieder haben!” So riefen sie, doch Gott wusste, wie weit er seinem geliebten Sohn den Beistand geben durfte. Es sollte eine gerechte Lösung werden, und sein geliebter Sohn erfüllte ja die Aufgabe.
Als die Vorbereitungen für diesen Kampf getroffen waren, gab ja Gott den Befehl: “Geht zu ihm, geht mit ihm. Ausgerüstet seid ihr gut.” Auch Christus wurde ein glühendes Schwert gegeben, und als er in diesen Kampf ging, hatte er auch die Möglichkeit, das zur Entfaltung und Verbreitung zu bringen, was in seiner schöpferischen Fähigkeit war. Die Engel, die ihn begleiteten, gingen mit feurigen, glühenden Schwertern, sie gingen mit feurigen Fackeln. Sie hatten also auch ihre Kampfgegenstände, denn mit leeren Händen konnte dort in dieser Hölle nicht gekämpft werden. Wenn man sich jetzt vielleicht so eine moderne Waffe vorstellt – nein, das wäre nicht geistig, in der geistigen Materie ist dieses nicht zu finden. Es sind aber geistige Kampfmittel, die mitgetragen und angewandt werden können. Mit diesen glühenden und feurigen Schwertern zogen sie, eine grosse Schar; sie stammten aus der Legion von Michael, er selbst ging mit zum Kampfe, er selbst war auch gerüstet.
Als man so in die Hölle hineindrang, hatte man als Erstes einmal diese feurigen Fackeln auf seinen Gegner geworfen. Obwohl ein jeder der Engel, die da zum Kampfe antraten, nur eine solche feurige Fackel oder ein feuriges Schwert in der Hand hatte, war – kaum hatte er sie geworfen – schon wieder eine andere in seiner geistigen Hand. Und so warfen sie diese glühenden Schwerter, diese feurigen Fackeln auf den Gegner. Geistiges Feuer ist etwas, was in der Geisteswelt gefürchtet wird. Es ist das Einzige, wovor man sich fürchtet; denn geistiges Feuer vernichtet und gibt Wunden.
Auch Luzifer hatte schöpferische Kräfte. Er konnte von seinen Kampfgegenständen, die er hatte, auch entfalten, vermehren. So tat auch er seinerseits, was ihm möglich war, um es auszuwerfen, und er feuerte die Seinen an. Es wurden auch Tiere materialisiert; sie benutzte man ebenfalls, um sie in den Kampf gegen den andern zu senden. Die Möglichkeit dieser schöpferischen Entfaltung war bei Christus unbegrenzt, nicht aber bei Luzifer. Dort war sie begrenzt. Luzifer konnte seine Kampfmittel nicht vermehren, so wie es durch Christus getan wurde. So wurde er bezwungen, und es kam sogar zum persönlichen Kampf zwischen Luzifer und Christus. Doch vermochte sich Luzifer nicht mehr zu wehren, denn das glühende Schwert in den Händen Christi und die feurigen Fackeln, die auf ihn geworfen wurden, machten es ihm unmöglich, überhaupt noch aufrecht zu stehen. So wurde er besiegt.
Warum ich dieses eigentlich etwas ausführlicher erzähle, hat noch seinen besonderen Grund. Ich will euch noch eine Schau geben, einen Blick zurück in die Heimkehr Christi ins Vaterhaus, und euch verständlich machen, dass auch Christus von diesem Kampf gezeichnet war. Er war nicht an seinem Geistesleib verletzt worden – das konnte er gar nicht werden –, aber sein feinstoffliches Gewand, das war gezeichnet vom Kampfe. Auch das Antlitz war noch gezeichnet von diesem erneuten Kampf. Christus aber war doch als Geist da in diese Hölle hinuntergegangen mit seinen Getreuen. Und seine Getreuen hatten ebenfalls ihre Merkmale an ihren geistigen Gewändern, aber sie waren nicht an ihrem Geistesleib verletzt worden. Das ist durch Gottes Willen und durch sein Wort so geschehen; die geistigen Leiber dieser feinststofflichen Geistwesen konnten nicht verletzt werden. Die Gestürzten aber hatten einen grobstofflichen Geistesleib, und dieser Leib konnte verletzt werden, während die Lichtgestalten nicht verletzt werden konnten. Nur ihre geistigen Gewänder waren gezeichnet vom Kampfe. Das als Ergänzung noch zu früheren Erklärungen, die ich gegeben habe.
Vom Triumph möchte ich reden, den Christus erlebt hat, als er zurückgekehrt. Man soll sich doch einmal auch ein Bild davon machen. So wenig oder überhaupt nichts wird von dieser Heimkehr Christi dem gläubigen Menschen offenbart. Er weiss wohl, dass Christus zum Himmel zurückgekehrt ist, aufgefahren zum Himmel – sein Odleib erhob sich hier von der irdischen Erde und entschwand so in den Wolken. Was nachher geschah, ist dem Menschen unbekannt. Wenn man sich überlegt, welchen Kampf der Gottessohn austragen musste und welche bedeutende, gewaltige Aufgabe er doch erfüllte als Mensch, muss man sich doch auch darüber im Klaren sein, dass ihm als König vom Reiche Gottes auch sein würdiger Empfang bereitet wurde. Und diese seine Heimkehr versuche ich euch etwas zu schildern.
Als nun Christus in den Himmel auffuhr, so wie ihr belehrt wurdet, kehrte er noch nicht direkt in die Himmel zurück. Es war für ihn ein Paradies vorbereitet worden. In diesem Paradies hatten sich einmal die hohen Fürsten des Himmels versammelt zum Empfang. Sie hatten ihrem König die würdigen Gewänder gebracht, die er tragen sollte bei seiner Einkehr in sein Reich. Hier, in diesem Paradies, fand die Vorbereitung statt – eine Vorbereitung. Es waren jene geistigen Wesen hier, die mit ihm dann durch die verschiedensten Himmel zogen.
Man ist vielleicht der Auffassung, dass Christus als ersten Weg den Weg zum Vater beschritt. Aber den Weg zum Vater konnte er ja nur beschreiten, wenn er durch alle andern Himmel ging. Denn der Himmel des Vaters ist der Thron, ist das Höchste aller Himmel, ist das Schönste, was es überhaupt geben kann. Und so musste er durch die andern Himmel hindurchgehen. In diesen verschiedenen Himmeln besassen Fürsten ihre Reiche, Fürsten, die Gott treu geblieben waren und Christus in seinem menschlichen Dasein auch gestützt haben. Ihre Reiche wollte er auch durchschreiten. So besuchte er diese verschiedenen Himmel, diese geistigen Völker, diese Engelschaften, die dort im Glauben treu geblieben. Er zog durch diese Himmel.
Nun, in dieser Sphäre, wo die Vorbereitungen getroffen wurden und die Fürsten zu seinem Empfang anwesend waren, hatte man auch ein Gespann mit dreizehn weissen Pferden bereitgestellt. Und voran, vor diesem Gespann, ritten Tausende von Engeln Gottes auf den schönsten Pferden. Ihr sollt euch aber nicht vorstellen, dass beim Aufstieg zu diesen Höhen diese geistigen Tiere die geistige Erde oder den geistigen Boden berührt hätten. Es ging – ich kann es euch nur so erklären – wie im Fluge. Sie schwebten. Könnt ihr euch diese Pracht vorstellen? Sie schwebten hinan. Ihr müsst auch einen andern Begriff haben von Schnelligkeit oder von Bewegung, als sie bei euch ist. Denn je höher hinauf, desto schneller geht es aufwärts, oder desto schneller geht dieses Aufwärtsschwingen oder -fliehen. Denn die Weiten von diesem einen Himmel zu den Höhen kann ich euch ja auch nicht beschreiben. Ihr könnt es nur ahnen anhand eurer modernen Errungenschaften, die ihr erworben, wie lange es geht, bis man auf diesem oder jenem Sterne ist. So könnt ihr euch vielleicht ein Bild machen und es verstehen und begreifen, wenn ich sage: Es ist ein Fliehen, und diese hohen, edlen Pferde berührten keinen Boden, sondern sie bewegten sich in der Atmosphäre wie im Fluge – und alles in einer gewaltigen Pracht, die nicht zu beschreiben ist. Voran diese Reiter, voran jene, die die Klänge der Posaunen ertönen liessen: “Unser König kehrt zurück!” Denn alle Himmel waren in Vorbereitung, alle Himmel erwarteten ihren König, und sie alle wollten ihn sehen.
So zog er von einem Reich ins andere. Abgeholt worden war er mit jenem Gespann mit weissen Pferden, und dieser Wagen – wenn ich dieses Wort aussprechen darf – war aus purem Gold und geziert mit Edelsteinen. Das ist eine Selbstverständlichkeit in den hohen Himmeln, so wie ihr auch besonders schöne irdische Stoffe, irdische Materie habt, mag es sein, was es will; auch ihr habt gewisse Feinheiten in eurer irdischen Materie. Aber das ist ja kein Vergleich zu der geistigen Atmosphäre und zu den geistigen Stoffen in der Jenseitswelt. Und so vermögt ihr vielleicht es zu begreifen und euch ein Bild von der Pracht und von der Herrlichkeit zu machen.
So ritt man einmal in den einen Himmel hinein und liess da den König aussteigen. Die Engelwesen dort – Legionen sind es doch, die treu geblieben waren und von denen Christus selbst gesagt hatte, sie könnten ihm zur Verfügung stehen, wenn der Vater es gewollt hätte (Mat. 26, 53) –, diese Legionen begrüssten ihn, und so wurde gefeiert da in diesem einen Himmel. Christus sollte vorüberziehen an jenen Getreuen, durch die Städte, durch die Dörfer ziehen in diesen geistigen Reichen. Und getragen wurde er da in dem einen Himmel. Und so wurde gejubelt. Er verweilte dort, dann verliess er diesen Himmel wieder, denn es ging ja weiter, um andere Reiche auch aufzusuchen.
Ich habe davon geredet, dass Christus selbst ein Lieblingspferd hatte. Die Zeit spielt in diesem Zusammenhang nicht eine Rolle in der Geisteswelt, wenn man jetzt vielleicht glaubt oder als Mensch anfängt zu rechnen: “Ja, ist denn immer noch dasselbe Pferd da?” Ihr könnt das, was in den Himmeln in dieser Weise geschieht, nicht mit euren Vorstellungen, mit euren menschlichen Verhältnissen vergleichen. So wurde für Christus sein Lieblingspferd in das Reich hineingeführt, wo er zuerst haltgemacht hatte. Dann sollte er selbst mittendrin in diesen Legionen reiten und schwebend in einen andern Himmel ziehen und dort wiederum empfangen und begrüsst, umjubelt werden von all denen, die treu geblieben sind.
So zog er von diesem Himmel zu einem andern. Und immer neue Überraschungen gab es für den König, der da stets wieder einzog in ein weiteres Reich, das einem Fürsten zugeteilt war – nicht um darüber zu regieren, sondern um dafür die Verantwortung zu tragen. Und göttliche Wesen zogen ihre kostbaren Mäntel oder Umhänge aus, breiteten sie aus und baten den König, er möge darüberschreiten. Die Engel waren es dieses Mal, die von ihren Gewändern auszogen und sie auf dem geistigen Boden ausbreiteten. Er sollte darübergehen, darüberschreiten. Und Christus erinnerte sich wohl an jene Zeit, als Menschen ihre einfachen Gewänder ausgebreitet hatten und er darüberschreiten sollte. In den Himmeln tat er es auch, aber auf eine dem Himmel würdige Art und Weise. So wurde ihm doch Jubel über Jubel entgegengebracht, und Christus freute sich. Nun war er ja wieder der König in seinem Reich. So zog er von einem Himmel zum andern, und die Treugebliebenen hatten die Möglichkeit, ihren König zu schauen.
Dann ging es zum Vater. Das Reich des Vaters – ich versuche, es euch mit Worten zu schildern, und wenn es für euch möglich wird, es zu verstehen und zu begreifen, ist es gut. Das Haus oder der Palast des Vaters liegt auf einer Bergeshöhe. Nicht ein jeder hat die Möglichkeit, da hinzukommen. Flüsse grenzen den Weg ab zu dieser Wohnstätte Gottes. So halten Engel Gottes Wache. Brücken gibt es, die über diese Flüsse gebaut sind, Brücken, die aufgezogen werden. Wenn jemand von diesen göttlichen Wesen zum Vater gerufen wird, so muss der Weg dazu frei gemacht werden. Nicht nach Belieben kommt man zum Vater.
Die Wohnstätte des Vaters – wenn ich es so aussprechen darf – kann doch nur als Licht und Feuer betrachtet oder erkannt werden. Der Schöpfer selbst ist in seiner Pracht, in seinem Lichte so gewaltig, als würde ein Wesen in einem Feuer stehen, mitten in einem Feuer, das dieses Wesen umgibt; aber dieses Wesen bleibt lebendig mitten in diesem Feuer, und die Schönheit seiner Gestalt entzückt jeden, der die Möglichkeit hat, Gott zu schauen. Darum bedarf es für das geistige Auge einer Vorbereitung – auch für jene, die im Aufstiege sind –, um sich diesem Glanze, diesem Lichte anzupassen. Langsam kommen sie empor von den Himmeln, immer weiter hinein in das unendliche Licht. Der Weg dahin muss ihnen frei gemacht werden.
Als nun Christus den Weg zum Vater beschritt, wurden für ihn unter den Klängen der Posaunen alle Brücken geöffnet. Und die Wohnstätte des Vaters erstrahlte in noch weit hellerem Licht. Es war zu erleben wie ein Feuerwerk, das seine Funken herauswarf da aus dem Berg, da von dieser Ebene oder Anhöhe aus, auf diesem glühenden Berg, wo seine Wohnstätte ist, wo alles in Bewegung ist – ich habe dafür nicht Worte, es euch zu schildern. Und der Schöpfer, der Vater, er ging ihm entgegen, ihm, seinem geliebten Sohn. Versucht, euch dies im Geiste vorzustellen. Er schritt von seiner Wohnstätte hinab zu der Brücke, und Christus ging ihm entgegen. Und sie beide gingen allein ins Haus des Vaters. Erst danach, auf das Wort des Schöpfers hin, wurden sie geladen in das Haus Gottes, die hohen Fürsten des Himmels und all jene, die Christus gedient hatten in seiner schweren Zeit des Lebens. Sie traten ein ins Haus des Vaters. Dort gab es Jubel und Freude. Doch ehe es so weit war, waren Vater und Sohn miteinander alleine. Denn der Sohn hatte dem Vater viel zu sagen, und der Vater war beglückt, dass sein Sohn zurückgekommen war.
Ich kenne eure Gedanken, und ihr fragt euch: “Ja wohnt Christus nicht bei seinem Vater?” Auch die Wohnstätte Christi ist in der Nähe des Vaters. Wenn es notwendig wird und wenn es dem Vater beliebt, so wohnt sein Sohn bei ihm und ist zu seiner rechten Seite. Und wenn es dem Vater beliebt, so schreitet er in den Palast oder in das Haus seines geliebten Sohnes. Dort ist man bereit, wiederum jene zu empfangen, denen man Aufträge erteilen muss. Denn die Entwicklung darf nicht stillstehen. Immer wieder ist es der König, der von Neuem urteilt, was zu geschehen hat und wie sich die Geisterscharen – bis nach unten hin – zu verhalten haben, in welcher Weise sie den Menschen zu dienen haben. Wie es Gott beliebt, so wohnt sein geliebter Sohn bei ihm. Und bittet Christus ihn darum, wohnt der Vater auch zeitweise bei seinem Sohn. So ist die Pracht und die Herrlichkeit, in der Christus lebt, ebenso schön; doch in dem Glanz und in der Vollkommenheit, wie sie beim Vater ist, ist sie beim Sohn nicht, aber sie ist ihr ähnlich.
So ist im Himmel eine Pracht, und das Leben ist so vielseitig, wird so vielseitig gestaltet. Christus geht zu den Seinen und bespricht sich mit den Seinen, denn ihm ist doch daran gelegen, dass die Entwicklung der Menschheit ihren Fortschritt nimmt. Engel wachen darüber, dass die Gesetze auch erfüllt werden. Diese Gesetze wurden zu jener Zeit verlesen, als Christus seinen Kampf gegen Luzifer beendet und über ihn Gericht gehalten hatte; damals wurden die Bedingungen gestellt. Das war das Gericht, das für alle Zeiten bestimmend sein sollte. Vieles wurde dazumal offenbart, und das musste zu jener Zeit offenbart werden, als dieser Luzifer besiegt wurde. Doch darüber ist euch schon manches erklärt worden. Versucht, im Geiste diese Schau festzuhalten.
Ich möchte die Frage stellen, nicht an euch, sondern an mich: Wem von euch wird es möglich werden, bei der Einkehr ins Reich Gottes eine solche Schau zu haben?
So durfte ich es euch sagen. Ich durfte euch im Geiste führen. Und ihr sollt darüber in Kenntnis gesetzt werden. Im Grunde genommen war dieser herrliche Empfang ganz selbstverständlich. Wird doch auch bei euch einem Angehörigen, das man liebt, das für längere Zeit vom Elternhause fort gewesen ist und nun zurückkehrt, ein liebevoller Empfang bereitet – so wie es den Verhältnissen entsprechend möglich ist. Man wird die Freude zum Ausdruck bringen, wenn das andere für längere Zeit abwesend war. Diese Freude bringt man dem Heimkehrenden zum Ausdruck, wenn man mit ihm verbunden war und auch in der Trennungszeit verbunden blieb. So bereitet man ihm die Freude, nach der Möglichkeit, die einem zur Verfügung steht. Und das, was Menschen in dieser Weise tun können, ist doch nur etwas ganz Bescheidenes. Wenn es aber der König der göttlichen Welt ist, wenn es der Sohn Gottes ist, der heimkehrt, so sollte es doch dem Menschen verständlich sein, dass zu seinem Empfang das Höchste und Schönste aufgeboten wurde, was es überhaupt geben konnte.
Da wären noch so viele Einzelheiten, worüber man reden könnte, was ihm dargeboten wurde. Wo er durchschritt, erschallte der Ruf: “Unser König ist zurück!”, und man lobpries ihn, man grüsste ihn. So gross war die Freude, und sie hielt lange, lange Zeit an. Der Jubel wurde in der Himmelswelt lange immer wieder zum Ausdruck gebracht, wo er hinschritt. Und auch heute noch: Bewegt er sich da von einem Himmel zum andern, so wird ihm dementsprechend ein wahrhaftig himmlischer Empfang bereitet. Ihr Menschen tut es auch: Wenn irgendeine Obrigkeit einen fremden Staat besucht, dann erweist man ihr auch dementsprechend die Ehre. Aber was ist das? Das sind nur Menschen, das ist nur das Reich der Erde. Der Himmel aber enthält in sich alle Kostbarkeiten.
Ja, liebe Geschwister, schön ist der Himmel. Niemand braucht sich zu ängstigen vor dem Eintritt in die Jenseitswelt, wenn er in seinem Leben Gott die Ehre gegeben hat und sein Leben so ausgerichtet hat, dass es ihm zur Ehre gereicht. Von grosser Bedeutung sind die Gesetze, die Gott aufgestellt hat, Worte, die aus seinem Munde und aus dem Munde Christi kamen. Diese Worte haben noch heute ihre Lebendigkeit. Diese Gesetze sind euch schriftlich, in der Schrift, dargelegt. Aber das Wort, das ist lebendig und bleibt lebendig – es ist das Wort Gottes, das Wort des Schöpfers, und es ist das Wort Christi, des Königs.
Es ist Christus, der sich für die Menschheit hingegeben hatte und der da thront in den höchsten Himmeln und dem Schöpfer am nächsten ist. Er vergisst den Menschen auf dieser Erde nie. Stets sendet er seine Getreuen aus zu diesen seinen Menschen, denn sie gehören ihm, in sein Reich hinein. Und wer noch abseitssteht und wer es nicht erfasst, dass er in jenes Reich gehört, bei dem zeigt man Geduld und wartet und wartet und wartet ... Es kommt die Zeit, dann wird auch er zurückkehren können und in das Reich Christi eintreten. Und wenn ihr überlegt, die Entwicklung oder die Menschheit, wie sie ist und wo sie steht, so erkennt ihr, wie lange es noch dauert, bis alle zurückkehren können, um in der Gotteswelt einen Platz des Friedens und der Harmonie zu finden.
So, liebe Geschwister, noch steht der morgige Abend zur Verfügung, und da werdet ihr geladen zum Tische des Herrn. So wie er als Mensch bat: “Tut dies zu meinem Gedenken”, so sollt ihr bereit sein und zu seinem Gedenken zum Tische treten, so wie er darum gebeten, um sein Andenken zu bewahren. Gebeten hat nicht irgendeiner, gebeten hat Gottes Sohn.
Nun, liebe Geschwister, ich überlasse euch dem göttlichen Segen und der Führung der Geisterwelt Gottes. Gott zum Gruss.
Vortrag von Geistlehrerin Lene vom 23.9.1977 durch ihre Mittlerin Beatrice Brunner im Saal der Park Hotels Waldhaus, Flims (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Josef, 30. Mai 1981
Wichtige Geschehnisse und die wirklichen Zusammenhänge zu Christi Himmelfahrt sind der Christenheit nicht überliefert. Jesus sprach zu seinen Jüngern: “Eine kleine Weile, und ihr werdet mich nicht sehen, und wieder eine kleine Weile, dann gehe ich zum Vater. Und ihr werdet mich sehen.” Die Jünger verstanden diese Worte nicht und mussten ihren Meister fragen, was er damit meine. Geistlehrer Josef erklärt in diesem Vortrag die genauen Zusammenhänge. Er legt auch dar, dass das Letzte Gericht schon nach Jesu Erdenleben stattgefunden hat und dass dieses Letzte Gericht auch für alle Zukunft in allen Einzelheiten durchdacht und aufgestellt worden war.
Josef: Gott zum Gruss. Meine lieben Geschwister, die Christenheit wurde vor Kurzem an Christi Himmelfahrt erinnert, doch haben im Verhältnis nur wenige Christen eine innige Beziehung zu diesem grossartigen Ereignis. Christus ist zurückgekehrt – heimgegangen zum Vater –, so wie er es immer wieder betonte: “Ich bin von oben, ihr seid von unten. Ich kehre wieder zurück zu meinem Vater.” Dass dem wahrhaftig so ist, wollten die Menschen jedoch nicht begreifen und verstehen.
Betrachten wir kurz das Ereignis der Jetztzeit: Die Christenheit wurde also darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Fest zur Erinnerung an den Erlöser gefeiert wird. Wenn ihr Christen heute einen Mitmenschen fragt: “Was hältst du von der Himmelfahrt Christi? Glaubst du an dieses Ereignis?” – versucht einmal in eurer Umgebung zu fragen –, dann werdet ihr sehen, welche Antworten ihr bekommt. Die einen werden behaupten, dass dieses Ereignis nur Einbildung der Jünger gewesen wäre. In der Christenheit spricht man nicht im Besonderen von der Heimkehr Christi, man feiert diesen Tag nicht so, wie sonst die Christenheit die Geburt des Herrn oder das Osterfest feiert. Von seiner Heimkehr wird wenig geredet. So würde es doch eigentlich darum gehen, darüber nachzudenken, dass dies ein ausserordentliches Ereignis gewesen ist und es dem Christenmenschen von heute von dementsprechender Bedeutung sein sollte.
Überlegt einmal: Wenn sich bei euch ein Kirchenfürst irgendeiner Weltreligion feiern lässt – ich möchte nicht im Besonderen auf eine Religion hinweisen, denn es gibt ja bei den verschiedenen Religionen Kirchenoberhäupter, die sich dementsprechend ehren lassen. Dies war auch in der Vergangenheit so, als diese sich Paläste bauen liessen und ihre Empfänge gaben. Man fragt nicht nach dem Aufwand und den Kosten, wenn es darum geht, ein solches Kirchenoberhaupt empfangen oder begrüssen zu können. Man scheut keine Kosten, und dementsprechend wird der Empfang vorbereitet: Man erweist einem solchen Oberhaupt die Ehre, und sie ist wahrhaftig gross ... richtig weltlich. Das tut man einem Menschen gegenüber, der von Menschen zu diesem Amte ausgewählt wurde. Einem solchen, der nicht in höherem Auftrag gekommen ist, bezeigt man seine Ehrfurcht, erweist ihm seine Ehre und organisiert dementsprechend den Empfang.
Denken wir jetzt darüber nach, welche Aufgabe Christus in der Welt erfüllt hat. Im Auftrage Gottes ist der höchste Geist Gottes ausgegangen und hat seine Aufgabe in der Welt erfüllt. Glaubt ihr denn wirklich nicht, dass einem solchen hohen Geist nicht dementsprechend ein Empfang bereitet worden ist, als er wieder zum Vater zurückkehrte – zu Gott, der ihm diesen Auftrag gegeben hatte? Wenn ich jetzt sage: “Ihm ist ein grosser Empfang bereitet worden – tosender Beifall an Halleluja ertönte durch alle Himmel”, so kann man mir zur Antwort geben: “Wo sind denn dafür die Beweise? Wir haben keine Beweise, dass es wirklich so gewesen sein soll.” Hier möchte ich antworten: Wenn ihr schon einem solchen Menschen einen derartigen Empfang bereitet, wie viel grösser ist doch wohl der verdiente Empfang dem Höchsten gegenüber, der seinen Auftrag für die ganze Menschheit erfüllt hat.
Christus wurde doch ein überaus grosser Empfang bereitet. Das zu begreifen und zu verstehen, sollte einem gläubigen Menschen nicht schwerfallen. Aber es gibt sogar gläubige Menschen, die es nicht verstehen. Warum? Es gibt eben gläubige Menschen, die sagen: “Ich glaube wohl an eine höhere Macht, aber ich kann mir von dieser höheren Macht keine Vorstellung machen.” Sie glauben nicht an ein Weiterleben, und sie glauben auch nicht an eine himmlische Welt, wo geistiges Leben herrscht, wo Glückseligkeit ist. Sie glauben nicht an die Welt, von der Christus sprach: “Mein Reich ist nicht diese Welt.” Christus hatte es ja erklärt: “Mein Reich ist woanders, mein Reich ist beim Vater.” Und von diesem Reich sprach er immer. Wenn Menschen wahrhaftig zugestehen würden, dass Christus ein so grosser Empfang bereitet worden ist, und sie inspiriert werden könnten – oder ich möchte sagen: Wenn ich ihnen wirklich die Wahrheit sagen könnte, wie der Empfang gewesen ist, würden sie es mir nicht glauben. Was soll ich noch sagen, wenn man den Wert der Worte nicht schätzt und es nicht glauben kann? So ist es besser, so lange zu warten, bis die Seele des Menschen weiter gereift ist, um ihm nähere Erklärung geben zu können.
Das ist es ja gerade: Wenn der Christenmensch wahrhaftig daran glauben würde und von dieser anderen Welt eine Vorstellung hätte, könnte er sich doch vorstellen, wie Christus dort empfangen wurde. Dann müsste die Christenheit zugeben, dass die Verstorbenen in dieser andern Welt sind, so wie Christus es gesagt hat: “Wo ich hingehe, sollt auch ihr hinkommen.” Und er sprach weiter: “Niemand soll verloren gehen.” Christus brachte es deutlich zum Ausdruck, indem er seine Welt den Menschen offenbarte. Aber wie spricht man heute über die geistige Welt? Man redet doch nicht darüber – so wenig wie möglich.
Genau das wäre aber für den Christenmenschen eine Notwendigkeit. Er muss endlich einsehen und erkennen, dass Christus der König ist und dass es für ihn in dieser Welt keinen Ersatz, keinen Stellvertreter gibt. Dieses müssten doch die Menschen einsehen und dazu noch viel mehr. Denn das, was in der Bibel steht und erklärt wird, sind grundsätzliche Dinge. Es steht nicht alles darin, was geschehen ist, was Christus mit seinen Jüngern gesprochen hat. Christus hatte in der Bildersprache Erklärungen gegeben und versprochen, durch den Geist der Wahrheit weitere Aufklärung zu bringen. So ist eben diese Sprache, die in der Bibel steht, für den heutigen Menschen eine schwer zu verstehende Sprache. Da deren Sätze kurz gefasst sind – zu kurz, so undeutlich –, kann man die Bibel auf verschiedene Arten auslegen. Man kann sie so oder so auslegen – gerade nach dem Gemüte des Menschen, der glaubt, berufen zu sein, die Bibeltexte zu erklären. So viele Möglichkeiten der Deutung sind gegeben. Doch mit der Wahrheit ist es nicht so – in der Wahrheit wird so geredet, dass man es auch heute verstehen kann. Doch die Menschen von dazumal, also jene Menschen, die die Bibel in die verschiedenen Sprachen übersetzten, konnten es ja selber nicht begreifen. So war es ihnen auch nicht möglich, den Inhalt in einer verständlichen, deutlichen Sprache darzulegen. Es wurde so geflochten, dass man es auf verschiedene Weise verstehen konnte.
Christus hatte wohl manchmal in Rätseln gesprochen – darauf deutete er auch hin –, aber im Grunde genommen waren es keine Rätsel. Rätselhaft war es nur für jene, die das Grundsätzliche nicht verstanden, die den Sinn des menschlichen Kommens Christi nicht kannten und die vom Urbeginn der Schöpfung nichts wussten. Wie hätte denn Christus zu seiner Zeit die Geisteslehre so gründlich darlegen können, wenn doch die meisten Menschen weder schreiben noch lesen konnten. Die Menschen waren so einfach in ihrem Denken. Sie hatten die Begriffe nicht – sie konnten es nicht verstehen.
Die Jünger selbst konnten schon manches nicht begreifen; sie fragten ihren Meister doch immer wieder. Zeitweise wurden sie untereinander sogar uneinig, sie stritten sich; denn mancher von den Jüngern behauptete, der Meister habe es so gesagt und so gemeint. Christus selbst musste jeweils unter den Jüngern schlichten. Von diesem Streit steht so viel wie nichts in den Schriften. Man soll also nicht die Vorstellung haben, dass unter den Jüngern stets Einigkeit gewesen wäre. Sie waren unterschiedlich in ihrer geistigen Auffassung, aber der Meister hat sich Zeit genommen, wenn er sah, dass seine Jünger es nicht verstanden. Er nahm sie zu sich und erklärte es ihnen näher. Sie sagten dann jeweils: “Wenn du es uns so erklärst, können wir es besser verstehen und begreifen.” Dieses steht da und dort auch an gewissen Stellen in den Evangelien. Es ist öfters vorgekommen, dass die Jünger den Meister nicht verstanden haben und nicht begreifen konnten, was er meinte. So sah es jeder etwas anders, bis Christus selbst ihnen die Erklärung gab.
Und so war es auch, als er zu ihnen sagte: “Eine kleine Weile, und ihr werdet mich nicht sehen, und wieder eine kleine Weile, und ihr werdet mich sehen, dann gehe ich zum Vater.” Dies begriffen die Jünger nicht, und sie fingen an untereinander zu rebellieren. Sie sprachen zueinander: “Was meint er denn mit dieser kleinen Weile? Was heisst denn das?” Christus sah doch, dass sie es nicht verstanden: “Eine kleine Weile, und ihr werdet mich nicht sehen, und wieder eine kleine Weile, dann gehe ich zum Vater. Und ihr werdet mich sehen.” Ich möchte “eine kleine Weile, und ihr werdet mich nicht sehen” erklären: Mit dieser kleinen Weile meinte Christus die Zeit, während der er in die Hölle hinabgestiegen sein würde. Während dieser Zeit sollten sie ihn nicht sehen, aber danach sollten sie ihn wieder sehen, als Christus von der Hölle aufgestiegen und zurückgekommen war. Dann sollten sie ihn sehen, und sie sollten wissen, dass danach eine Zeit käme, wo er zum Vater gehen würde. Christus musste es ihnen sagen – er erklärte es ihnen so: “Ihr werdet weinen und wehklagen, aber die Welt wird sich freuen.” Damit ist gemeint: Wenn Christus aufgestiegen und nicht mehr unter ihnen sein würde, dann würden sie weinen und wehklagen. Dann war Christus nicht mehr da, und dann fühlten sich die Jünger auch wirklich verlassen: Sie sperrten sich ein und hatten Angst. Das sagte er ihnen im Voraus, indem er sprach: “Ihr werdet weinen und wehklagen, aber die Welt wird sich freuen.”
Versteht ein Christenmensch diese Worte, wenn es ihm nicht so erklärt wird, wie ich es tue? Wenn ihr über diese Dinge nachdenkt, wie sie der Reihe nach geschehen sind, könnt ihr sie doch begreifen und verstehen. Und die “Welt” – wer ist diese Welt? Die Welt wird sich freuen, denn die Menschen, die in Unseligkeit leben mussten, werden Freude haben, sie müssen nicht mehr zurück in jene unglückselige Zeit, als ihnen kein Trost und keine Freude gegeben worden war, denn die Welt der Menschen – zu Jesu Zeit wie heute – steht unter der Herrschaft Luzifers. Doch heute haben Menschen dank der Erlösungstat Christi die Errettung. So können sich Menschen mit Glauben, mit Glauben an diese Errettung, freuen, denn der Weg nach oben ist geebnet für sie. Menschen, die heute ins Dasein kommen, brauchen sich nicht mehr zu ängstigen, dass sie verlassen und verloren wären, wenn sie nach ihrem Tode zurückkehren. Dem gläubigen Menschen soll Freude gegeben werden. Christus sprach doch: “Selig sind all jene, die an mich glauben und an den lebendigen Gott.“ Auf diese Weise muss es dem Christenmenschen klargemacht werden. So sagte Christus: “Erwartet eine Frau ein Kind, so hat sie Leid. Ist das Kind geboren, hat sie Freude.” Auf diese Weise machte er einen Vergleich, indem er den Jüngern sagte: “Ihr werdet weinen und wehklagen, aber die Freude wird kommen. Ihr werdet euch freuen.”
Ich möchte euch nun eine weitere Erklärung geben, damit ihr all diese Worte besser begreifen und verstehen könnt. Als es für Christus Zeit geworden war, dass er zum Vater zurückkehren sollte, wurden ja die Vorbereitungen für seine Einkehr getroffen. Ich habe anfangs angedeutet, was Menschen in ihrer menschlichen Weise an Vorbereitungen für einen Empfang zu treffen vermögen. Was tun wohl hohe Geister Gottes, wenn ihr König zurückkommt? Welche Vorbereitungen haben sie zu treffen? Wohl tun sie es in ganz anderer Art und Weise ... Das Schönste, was vielleicht Menschen an Empfängen erleben können, ist nur ein Schatten von dem, was im Himmel geschehen ist.
Geister Gottes standen doch in Verbindung mit Christus. Er wurde in das Paradies hineingeführt, von dem ich euch schon früher erzählte. Zusammen mit anderen Geistern verweilte der König im Paradiese. Er wartete den Zeitpunkt ab, wo ihm kundgetan wurde: “Der Himmel ist für deinen Empfang vorbereitet.“ Christus hatte also Verbindung mit den hohen Geistern des Himmels. Sie erklärten es ihm und sagten: “Jetzt wird es Zeit: Sammle deine Jünger um dich, verabschiede dich von ihnen und von all den Deinen.” Die Engel hatten es ihm gesagt und erklärt – genauso wie sie früher mit ihm sprachen und ihm erklärten, was geschehen werde, was er zu tun habe und was für Vorbereitungen er zu treffen habe. Diese Engel waren auch in jener Zeit um ihn – er war nicht verlassen. Es war also nicht einfach zufällig so, dass er seine Jünger und die Seinen um sich sammelte und zum Himmel fuhr.
Vielmehr hat Christus seine Jünger zusammenrufen lassen und den Ort bestimmt, wo sie sich einzufinden hätten – sie, seine Mutter, seine Brüder und all jene, die in engster Verbundenheit mit ihm waren, auch seine Verwandten. So war es eine grosse Schar, die sich um Christus versammelt hatte. Er hatte die Jünger eng um sich geschart, segnete sie, breitete die Hände aus. Er segnete sie alle, die anwesend waren. Laut und deutlich sagte er zu allen: “Jetzt gehe ich zum Vater, jetzt kehre ich zurück.”
Zu ihnen, seinen Jüngern und denen, die in engster Verbundenheit mit ihm waren, sprach er weiter: “So wie ihr mich nun gehen seht, werdet ihr mich kommen sehen, wenn ich euch in Empfang nehmen werde. Auf diese Weise, wie ihr mich gehen seht, komme ich zu euch. So wie ihr mich seht von dannen gehen, komme ich euch entgegen. Dann werdet ihr Freude haben; und ihr werdet mich um nichts mehr bitten und um nichts mehr fragen.” Er sagte zu seinen Jüngern auch: “Ihr könnt den Vater in meinem Namen bitten, und er wird es euch geben. Grosse Freude werdet ihr haben.” Doch verstanden sie, was dazumal, zu jener Zeit, gemeint war? So richtig verstanden sie es nicht. Wohl hatten sie eine Vorstellung von Herrlichkeit und Frieden, von Seligkeit und einer Welt, die so wunderbar sein musste. Als es dann so weit war und Christus seine Jünger holte, sahen sie wahrhaftig ihren Herrn und Meister – wer er im Himmel ist. Und sie hatten keine Fragen mehr.
Und der Mensch von heute, wenn ihm dieses verkündet wird, was versteht er denn schon davon? Wie kann er diese Dinge verstehen, wenn es ihm nicht im Einzelnen erklärt wird? Sollte Christus seinen Jüngern nicht entgegengehen? Gehen ja auch Angehörige den Ihrigen entgegen, wenn sie zurückkehren. Seinen Jüngern, die um ihn waren, wollte doch Christus wahrhaftig entgegengehen.
Es war auch so, dass die Jünger sich darum stritten, wer denn wohl am nächsten bei Christus im Himmelreich sein würde. Christus gab ihnen zur Antwort: “Nicht ich verteile die Plätze oder sage, wer wohin kommt; es ist der Vater, der euch hinweist, wo euer Platz ist.” Dies hatte er ihnen viel früher, in anderen Gesprächen, erklärt. Als es dann so weit war und die Zeit dafür gekommen war, dass er sie näher unterrichten musste, konnte er es ihnen sagen.
Nicht all diese Worte und Sätze sind in der Bibel so geschrieben, dass man es richtig begreift und versteht. Wenn ich es euch jetzt auf diese Weise erkläre, dann werdet ihr sagen: “Ja, das ist doch ganz verständlich.” Dann könnt ihr es begreifen, und ihr könnt auch verstehen, dass man daraus Fälschungen gemacht hat. Wie vieles ist doch über dieses Letzte Gericht geredet worden: dass es kommen werde ... Dieses Letzte Gericht ist ja bei vielen Christen ein Zukunftsereignis. Dabei erklärte Christus, dass das Letzte Gericht mit seiner Aufgabe der Erlösung verbunden sei und dass es in seiner Zeit stattfinden würde. Vom Letzten Gericht sprach er des Öfteren. Christus sprach meist von Geschehnissen, die seine Gegenwart oder die nahe Zukunft betrafen, also von Ereignissen in seiner Zeit, in der er lebte.
Im Zusammenhang mit dem Letzten Gericht sagte Christus, dass einer, der Unrecht begangen hat, schon gerichtet ist: “Wenn er so viel Unrecht in seinem Leben getan hat, hat er sich selbst gerichtet.” Denn dieses Letzte Gericht ist bis in alle Einzelheiten durchdacht und aufgebaut worden – dass es eben so ist, dass sich der Mensch mit seinen Untaten selbst richtet. Er zeichnet sich also selbst: Sein beschwerlicher Aufstieg ist dadurch vorgezeichnet – für alle, in alle Zukunft hinein. Vorgezeichnet ist er auch für den gläubigen wie für den gerechten und edlen Menschen. Auch sie sprechen ihr Urteil über sich selbst. Jeder ist sein eigener Ankläger wie Verteidiger, denn alles kann man offen sehen. Das ist das Wunderbare beim Letzten Gericht: So vieles ist darin enthalten für die Zukunft, um das Werk vollenden zu können, das Christus begonnen hat.
Und was haben Menschen behauptet? Sie haben das Kommen Christi mit dem Letzten Gericht zusammengeflochten: Am Tage des Letzten Gerichtes würde Christus wiederkommen. Solches hat Christus nie gesagt! Diese Behauptung ist aus der Irrlehre der Menschen entstanden. All diese Botschaften Christi sind falsch verstanden worden. Diese Menschen haben nicht verstanden beziehungsweise verstehen nicht, was mit dem Letzten Gericht gemeint ist. Wie viele Christenmenschen gibt es noch heute, die auf das Jüngste Gericht warten. Für sie liegt es in der Zukunft, und sie meinen, Christus würde da – am Tage des Letzten Gerichtes – kommen.
Christus sagte doch, er würde jenen entgegengehen, die gesehen haben, wie er von dieser Welt emporgestiegen ist. So, wie er von dannen ging, wollte er den Seinen entgegengehen und sie in diese wunderbare Welt hineinführen, wo sie keine Fragen mehr haben würden über seine Person – an jenen Ort, wo sie von so viel Herrlichkeit, von so viel Glück umgeben werden. Das ist die richtige Antwort, und so meinte es Christus. Er ging all jenen entgegen, die ihm besonders nahe waren. Sie sollten ihn erleben, und er führte sie in die Himmelswelt hinein.
Wohl werden die Menschen von heute auf Christus aufmerksam gemacht; und sie beten zu Christus, sie beten zu Heiligen in den Himmeln. Sie sollten sich wahrhaftig im wahren Glauben vertiefen und den Himmel erkennen, wie er wirklich ist. So würde es möglich werden, manchem Menschen noch mehr Trost geben zu können; und mancher Mensch würde auch sein Schicksal besser verstehen. Mancher würde tapferer sein, er würde um das andere, bessere Leben kämpfen.
Christus sagte von sich: “Ich bin das Licht der Welt. Ich bin das Brot des Lebens.” Er war und ist das Licht für die Welt; er ist es, der mit seinen Geistern diese Welt – die Menschen dieser Welt – überschaut. Christus ist es, der sich nach dem Aufstieg seiner Gläubigen erkundigt; er kümmert sich wahrhaftig um jene, die an ihn glauben. An ihn glauben heisst auch: an Gott glauben, an die Welt glauben, in der Gott wohnt und wirkt – dass man begreift und versteht, wenn Christus sagt: “Der Vater hat mir von dem Seinen gegeben. Was dem Vater gehört, gehört auch mir.” Weiter sprach Christus: “Ich habe den Auftrag vom Vater erhalten, sie wieder zurückzuführen – den Weg wieder zu öffnen, damit sie alle wieder zu ihrem Besitz kommen und wie einst in ihrer Herrlichkeit leben dürfen.”
Noch ist die Zeit weit weg, weit entfernt, denn so viel Macht wird von unten ausgeübt. Doch so wie einerseits von unten versucht wird mit allen Mitteln zu wirken, versucht es auch die Gotteswelt auf ihre Art und Weise. Sie versucht, den Menschen zur höheren Erkenntnis zu führen. Und wenn dies auch seine Zeit braucht: Was sind denn schon tausend Jahre? Für Gott ist es wie ein Tag.
Wenn ihr heute die Welt betrachtet und unzufrieden seid mit ihr, wie sie wirkt – von unten geführt und gelenkt –, so ist die Gotteswelt nicht untätig. Es kommt eine Zeit, wo vom Himmel her das Wort so deutlich gesprochen werden wird, dass es dem Menschen verständlich sein wird. Auch vom Himmel her kann dem Menschen eine deutliche Antwort gegeben werden, die zu seinem Heile sein wird und den geistigen Fortschritt und Aufstieg sicherstellt.
Die Geisterwelt Gottes versucht das Ihrige zu tun. Sie versucht die Menschen zu lenken, die ihr Gehör schenken. Sie lässt sie in dieser Welt Führer werden – dort wo es notwendig und möglich ist, dass etwas geleistet werden kann, und wo es auch zustande kommen darf. Ihr werdet also nicht verlassen werden. Die Geisterwelt Gottes ist mit dem Menschen, der lebendigen Glaubens ist, und wird ihn in eine Zukunft hineinführen, die ihm Freude bereiten wird. Wie das alles geschieht, versteht der Mensch von heute noch nicht; er kann es nicht begreifen.
So seid verbunden mit dem Göttlichen. Bleibt stark im Glauben. Der Glaube des Menschen muss lebendig sein; er ist das Brot für den Leib und die Seele. So wird er erhalten und geführt werden von jenen Geistern, denen der Auftrag gegeben worden ist, diese oder jene Menschen im Besonderen zu führen. Der Mensch von heute bedarf des Schutzes und der Fürsorge. Wer lebendigen Glaubens ist, ist des Schutzes und der Fürsorge würdig.
Ja, liebe Geschwister, macht euch selbst Gedanken über die himmlische Welt – wie es dort aussehen kann. Macht euch aber auch Gedanken über die Herrlichkeit, in der Christus mit seinem Vater lebt. Macht euch auch Gedanken darüber, dass es eine Zeit geben wird, wo in der himmlischen Welt Jubel ist, viel Freude und die wahre Seligkeit erlebt werden kann.
Liebe Geschwister, denkt über all das nach, was ich versuchte euch darzulegen und zu erklären. Ihr werdet dereinst glücklich sein darüber, diese Erkenntnisse zu besitzen. Nicht geistig Unwissende sollt ihr sein, sondern ihr sollt zu den geistig Wissenden zählen. Dementsprechend werdet ihr eure Aufgabe im Himmelreich übernehmen können als Wissende der geistigen Lehre. Denn Unwissende gibt es gar viele. Sie müssen belehrt werden, und für sie braucht es auch Wesenheiten. Für sie muss man sich aufopfern – ihnen muss man auch den Weg zeigen. Sie bedürfen des Beistandes, denn sie haben nicht dieses Erleben von hohem Glück und Seligkeit, wie es in den hohen Himmeln jene Geister Gottes haben, die Christus dienen.
So möget ihr von uns behütet, beschützt und umsorgt werden. Möget ihr, die ihr krank seid, an Leib und Seele gesunden. Nach dem Willen Gottes soll alles geschehen. Gott zum Gruss.
Vortrag von Geistlehrer Josef vom 30.5.1981 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)
Lene, 4. Juni 1954
Am 4. Juni 1954, anlässlich einer Abendmahlsfeier vor Pfingsten, sprach zum ersten Mal Geistlehrerin Lene durch Mittlerin Beatrice Brunner zu den Zuhörern. Sie schildert den Empfang Christi im Himmel, den sie selber miterleben durfte. Dass Lene dieses einzigartige, beglückende Erlebnis für ihre erste Ansprache wählte, darf wohl als ein besonderes Geschenk aus der Gotteswelt betrachtet werden.
Lene: [Die Begrüssungsworte von Lene sind nicht erhalten.] Vor dem heiligen Mahle möchte ich euch eine Schilderung geben von unserem Erleben, da Christus seinen Einzug hielt ins göttliche Reich. Ich kann mich nur kurz fassen; müsste ich alles erklären, es würde mir die Kraft nicht ausreichen, euch aber grösstenteils das Verständnis fehlen, alles zu erfassen.
Liebste Freunde, als Christus sich vom Erdenreich als Geist gelöst und gehoben hatte, um wieder in das himmlische Reich heimzuziehen, da hatten sich alle Himmel geöffnet. Jene Engel Gottes, die Christus während seines Lebens und seiner Leidenszeit inspiriert und gestärkt hatten, waren ihm entgegengeeilt und hatten ihn begleitet auf dem Weg zu seinem Vater.
Die Engelwesen in allen Himmeln hatten Christus einen triumphalen Empfang vorbereitet. Er aber konnte nicht durch alle Himmel ziehen; es war ihm frei zur Wahl gestellt, welche seiner Himmel er durchziehen wollte. Er teilte diese seinen begleitenden Himmelsfürsten mit, und so wurden von allen Himmeln Scharen von Engelwesen nach jenen Sphären, durch die Christus ging, abgesandt, um ihn zu empfangen, ihm zuzujubeln. Ein Posaunenchor stimmte zu jenem Zeitpunkt an, als der Geist Christi sich vom Erdenreich erhob, um ins Himmelreich einzuziehen. Gesang und Musik erklang in wunderbarer Weise. Beides aber verstummte, als er den ersten Himmel betrat; denn alle Engelwesen neigten sich vor ihm in ehrfurchtsvollem Schweigen, und erst als sie ihn wieder von Weitem erblickten, jubelten sie ihm nach und folgten ihm auf dem Weg zu seinem und unserem Vater.
So traten wir mit ihm den Weg zum Hause Gottes an, doch mussten wir einen grösseren Abstand einhalten. Wir Engelwesen hatten uns zu gedulden; dann aber sangen, jubelten und riefen wir wieder nach Christus. So erschien er uns wieder mit seinem und unserem Vater, und Christus trat jeweils wieder für kurze Zeit unter uns, ging aber immer wieder zu seinem Vater zurück.
Wir sind uns gewohnt an wunderbare Überraschungen. Wir Engelwesen, die mit Gott leben, sind alle zusammen in grosser Harmonie. So warteten wir immer wieder auf das Erscheinen von Christus. Das Warten aber schien für uns immer von sehr langer Dauer zu sein, obwohl es nicht so war; denn wir sehnten uns danach, mit unserem königlichen Bruder wieder zusammen zu sein. Uns wurde verkündet, dass wir in den göttlichen Gärten die Ankunft Christi feiern dürften, und es wurde uns göttliche Speise geboten. Dort trat Christus wieder unter uns. Er sprach zu uns, er erzählte uns auch von der Schwere seines Lebens, wie er seine Aufgabe erfüllte und dass es nun an uns sei, zu vollenden, was er begonnen habe. Der Heilsplan Gottes müsse erfüllt werden; man werde uns zu seiner Vollendung Macht und Kraft erteilen, dass es zu einem noch viel grösseren Jubel kommen könne und werde, wenn die letzte Seele ihren Einzug halte in dieses göttliche Reich. So lange hätten wir zu wirken, zu unterstützen, zu helfen. Solcherweise erteilte uns unser König Belehrungen.
Christus ist dann auch zu allen andern Engelwesen hingezogen, denen es nicht möglich gemacht werden konnte, bei seinem Einzug persönlich anwesend zu sein. Durch alle Himmel ist er gezogen, und alle Wesen hat er aufgeklärt über die grosse Notwendigkeit unseres Wirkens im Heilsplane Gottes, dass den Menschenkindern so viel an göttlichen Kräften entgegengebracht werden müsse und den willigen, suchenden Menschenkindern die grösste Unterstützung und Hilfe aller Engelwesen zukommen solle. So erkannten wir unsere Aufgabe darin, und es war unsere grosse Freude, dass er, unser König, dieses grosse Werk begonnen und wir Wesen von allen Sphären uns an diesem Werk beteiligen durften und es vollenden helfen, damit alles sich in Jubel, Freude und Seligkeit auflösen wird.
Dieses Liebesmahl, das ihr feiert, liebe Freunde, tut ihr zum Gedenken an jene Zeit von Christi Leiden und Sterben. Ihr wisst, dass dieses Zusammensein euch eine wunderbare Kraft bringt; denn die Engelwesen feiern mit euch, sie wollen euch nur Glück und Segen bringen, euch führen, euch stärken. Das ist unsere Aufgabe. Und wenn der eine sein hartes Schicksal oft nicht zu verstehen vermag, dann soll er daran denken, dass auch er sein Kreuz zu tragen hat, dass aber darin so viel Kraft und Hilfe zu erleben ist.
Ich ziehe mich nun wieder zurück, das heisst, ich stehe nur abseits, mit meinem Bruder und mit meinen andern Geschwistern. Wir betrachten euch, und wir bringen euch wirkliche Hilfe. Denkt auch an die Stunden eures Einzugs ins göttliche Reich, und sorgt schon heute dafür, dass auch ihr einen wunderbaren Empfang erleben könnt. Gott segne euch alle, meine Lieben. Gott zum Gruss.
Bericht von Geistlehrerin Lene vom 4.6.1954 durch ihre Mittlerin Beatrice Brunner im Saal an der Münchhaldenstrasse, Zürich (Vorlage: Erstveröffentlichung in der Zeitschrift “Geistige Welt”)
Fragebeantwortungen von Geistlehrer Josef aus den Jahren 1949, 1954 und 1981
Lieber Josef, kannst du uns näheren Aufschluss geben über die Auffahrt von Christus?
Josef: Ja, Christus hat seinen Körper mitgenommen, denn er war ein reiner Engel Gottes. Sein Körper konnte nicht zersetzt werden, er konnte nur aufgelöst werden, weil alles an Christus so rein war, weil er am nächsten bei Gott ist und eine so grosse Kraft und Reinheit hat. Wo Reinheit ist, herrscht sie im Körper wie im Geiste. So hat er den Körper mitgenommen, und er hat ihn aufgelöst in diese Strahlen. Diese [Od-]Fäden sind – ich möchte fast sagen – mit diesem Körper verbunden, sie geben ja diese unendliche göttliche Kraft, welche die Menschen brauchen. Es ist für euch vielleicht nicht so verständlich, aber es ist so: Der ganze irdische Körper von Christus hat sich aufgelöst, aber eben nicht in ein Nichts. Ich habe schon betont: Alles was geistig ist, hat Formen; auch in der geistigen Welt gibt es Schlösser, Flüsse, Tempel ... So hat sich dieser irdische Körper eben aufgelöst in diese Strahlen. Und die Menschen brauchen diese Kraft für ihr Leben. So wird das Andenken an Christus immer gepflegt und gelehrt werden und immer bestehen bleiben, solange es diese Erde gibt, weil diese Kräfte jetzt so stark verbreitet sind, dass die Menschen sie spüren können. Da Christus so viel getan hat für die Erlösung und die geistige Vorwärtsentwicklung, so muss er auch da sein. Das heisst: Seine Substanzen sind in die feinsten Teilchen zerstreut und liegen frei, und davon sollen die Menschen nehmen. Und wenn ich immer sage, gehe an die frische Luft, so deshalb, weil alle Kraft in der frischen Luft, in dieser Reinheit enthalten ist, die wahre Göttlichkeit, das Wachstum für die Erde, für eure Gesundheit, die Stärke für euren Geist. Alles ist darin enthalten, und weil es göttlich ist, ist es rein. Die Menschen müssen das eben wissen und spüren und mit göttlichen Gedanken in diese Feinheit hineingehen. Aber Menschen können dies nur spüren, wenn sie auch eine Göttlichkeit in sich haben. Nur gleich und gleich passt zusammen. Menschen, die nicht an Gott glauben, spüren diese Kraft nicht, weil sie nicht dazu passen. Wenn es heisst: “Gott ist allgegenwärtig”, so ist es doch so gemeint, dass die Kraft Gottes in all diesen Fäden [Strahlen] enthalten ist. Und diese Fäden haben grosse Aufgaben zu verrichten. Sie sind bündelweise sortiert, je nach ihrer Aufgabe. Aber der Mensch muss den Anschluss haben an diese Göttlichkeit. (25.5.1949)
Lieber Josef, als die Jünger an Auffahrt Christus entschwinden sahen, da standen neben ihnen zwei weiss gekleidete Männer und sagten zu ihnen: “Ihr galiläischen Männer, was steht ihr da und blickt zum Himmel hinauf? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel emporgehoben worden ist, wird so kommen, wie ihr ihn habt in den Himmel fahren sehen.” (Apg. 1, 11.) Wir wissen, dass die Kirche das fälschlicherweise mit dem Jüngsten Gericht in Verbindung bringt, ebenso wie jene Bibelstelle, wo Jesus selbst von seiner Wiederkunft spricht: “Ihr werdet den Sohn des Menschen auf den Wolken des Himmels kommen sehen” (Mark. 13, 26). Kannst du uns eine Erklärung dazu geben?
Josef: Ich habe darüber schon einmal gesprochen und es genau erklärt [siehe Vortrag vom 15.9.1979 im Mewo-Bändchen 1979]. Es ist nicht so gemeint, dass Christus jetzt in der Weise wieder vom Himmel heruntersteigen würde, sondern es war gemeint, dass Christus den Jüngern in der Himmelswelt entgegengehe, dass sie ihn so sehen würden, wie sie ihn jetzt von dannen gehen sahen. So werde er ihnen entgegengehen, aber eben nicht auf dieser Erde, sondern wenn sie dann selber in die Jenseitswelt kommen.
Ich möchte noch Folgendes sagen: Manchmal ist es ein Wort, das in der Bibel falsch steht, und dieses eine Wort gibt dann eine ganz andere Bedeutung. [Im erwähnten Vortrag vom 15.9.1979 hatte Josef erklärt, die betreffende Bibelstelle müsse heissen: “Ihr werdet den Sohn des Menschen auf den Wolken des Himmels gehen sehen”, und nicht: “kommen sehen”.]
Weiter dürft ihr nicht vergessen, dass ihr zwischen Gleichnissen und tatsächlichen Begebenheiten unterscheiden müsst. Das dürft ihr nicht durcheinandermachen; ihr dürft nicht die Gleichnisse, die Beispiele, die Christus gegeben hat, mit den Begebenheiten durcheinanderbringen. Christus hatte die Schau – er konnte seinen Jüngern Gleichnisse geben vom Himmel, von diesem oder von jenem.
Danke, lieber Josef. Und diese beiden weiss gekleideten Männer waren zwei Engel, die sich damals materialisiert hatten?
Josef: Ja, das war ja zu jener Zeit viel mehr möglich als heute. Diese Zeit muss ja erst wieder kommen, aber das werdet ihr kaum erleben. Zuerst muss die Menschheit wieder an diese geistigen Wesen glauben und an die Zusammensetzung der geistigen Materie, an die Existenz der geistigen Welt. Dann werden solche Materialisationen auch eher wieder möglich sein. Dann schaffen die Menschen durch ihren Glauben und durch ihre Kraft, durch ihr persönliches Od die Mittel und die Wege dafür, dass sie solches erleben können. Aber das ist noch weit entfernt. (Vorstandssitzung vom 23.10.1981)
Lieber Geist Josef, wenn wir Menschen den Tag von Christi Himmelfahrt feiern, wird das von der göttlichen Welt auch beachtet?
Josef: Meine lieben Freunde, in der geistigen Welt finden Feste statt, wie sie die Menschen feiern. Denn so viele gute Gedanken strömen während dieser Zeit auch von der Erde aus in die geistige Welt hinein. Diese guten Gedanken strömen ebenso zu den Seelen verstorbener Lieben. Wenn auch der Höhepunkt des Festes in der geistigen Welt nicht gerade mit dem der Menschen zusammenfällt, so wird in der geistigen Welt doch mit den Menschen gefeiert. Ja, es werden darüber hinaus noch weit mehr Feste gefeiert.
So geben die Engel Gottes Christus in besonderer Weise die Ehre. Christus selbst durchzieht in diesen Zeiten verschiedene Sphären, und seine Engel bereiten ihm besonders grosse Freuden und erweisen ihm grosse Ehre durch Gesang und noch weit mehr Dinge, wodurch Gott und Christus gelobt und gepriesen werden. Ich habe euch davon schon Bilder gegeben. Vielen Menschen aber scheint das nicht verständlich zu sein, und so sage ich, dass Christus in diesen Zeiten eine besondere Ehre erwiesen wird. Er aber ist es, der wiederum Gnade ausströmt in der geistigen Welt, und er übermittelt die Gnade seinen Engeln, dass sie sie austragen zu dieser Erde wie auch in die Welt der Düsterheit hinunter.
So soll dieser Tag für euch ein besonderer Tag sein. Und ich möchte euch ermahnen, dass ein jeder Freund von sich aus etwas Besonderes tun sollte. Er soll Einkehr halten in sich, in die stille Stunde gehen; denn dort wird ihm Gelegenheit geboten, Kraft zu schöpfen aus der geistigen Welt. Und wenn er sie auch nicht besonders begreift oder fühlt, es sind geistige Kräfte da, die ihm übermittelt werden. Und so soll der Mensch an diesem Tage erneut den Vorsatz fassen, gut zu sein und Rückschau zu halten über sein Leben, und dann immer Weiteres noch zu verbessern suchen. Denn ein jeder Mensch sollte eine wirklich edle Seele werden. Dazu aber braucht es viel Überwindung, viele Opfer. Er kann es aber fertigbringen, wenn er auch weiss, warum er es tun muss. (1954)