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Das Licht des Himmels drang in die Finsternis, und die Finsternis erkannte es nicht – Die Einschränkung der Herrscherrechte Luzifers – Friede den Menschen auf Erden
Cover der Zeitschrift Geistige Welt, Heft 6/2014 zum Thema Christ ist geboren, Welt ging verloren
Geistige Welt 6/2014
Christ ist geboren, Welt ging verloren
Beschreibung

In der Weihnachtszeit gedenkt die Christenheit der Geburt Christi. Verkündet wird alljährlich die Botschaft: “Freut euch, der Heiland ist geboren; der Sohn Gottes ist Mensch geworden und hat der Menschheit den Frieden gebracht!” In diesem Themenheft wird näher erklärt, was mit diesem Frieden gemeint ist. Denn blickt man in diese Welt, so erkennt man keinen Frieden; vielmehr herrscht Unfriede, Ungerechtigkeit, Krieg. Christus hat der Menschheit nicht den irdischen Frieden, sondern den geistigen Frieden gebracht. Er hat die Menschheit mit Gott versöhnt; er hat sie der Herrschaft Luzifers entrissen und ihnen so die Wege der Rückkehr zum Vater geebnet. Durch das Erlösungswerk Christi ging Luzifer die unumschränkte Macht über die Welt verloren – und so wird es zur Weihnachtszeit im Lied “O du fröhliche” gesungen: “Welt ging verloren, Christ ist geboren.” Es liegt nun am Menschen selbst, sich auf die Seite Christi zu stellen und auch den irdischen Frieden herzustellen. Dazu kann jeder Einzelne selbst das Notwendige beitragen, indem er anstrebt, mit sich selbst in Frieden zu leben, und versucht, in seiner Umgebung diesen Frieden auszubreiten.

Themenheft 6/2014: Christ ist geboren, Welt ging verloren

Inhalt
Christ ist geboren, Welt ging verloren

Josef, 11. Dezember 1976

Christ ist geboren, Welt ging verloren

Weihnachten – das Fest der Geburt des Herrn. Warum wird in diesen Tagen die Botschaft verkündet “Welt ging verloren” und “Friede den Menschen auf Erden”? Christus, der Sohn Gottes, ist Mensch geworden und hat der ganzen Menschheit den Frieden gebracht. In diesem Vortrag erklärt Geistlehrer Josef, dass mit diesem Frieden nicht der Friede der irdischen Welt gemeint ist, sondern der geistige Friede. Jeder Einzelne selbst kann das Notwendige dazu beitragen, indem er anstrebt, mit sich selbst in Frieden zu leben, und versucht, in seiner Umgebung diesen Frieden auszubreiten.

Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, von nah und fern seid ihr hierhergekommen, um mit gleich gesinnten Geschwistern dieses Christfest zu feiern. In den christlichen Kirchen wird die Botschaft von der Geburt des Herrn verkündet: “Ehre sei Gott in der Höhe, Friede den Menschen auf Erden und dem Herrn ein Wohlgefallen.”

Soeben habt ihr das Lied [“O du fröhliche”] mit den Worten “Welt ging verloren” gesungen. Weiss man auch wirklich, was mit “Welt ging verloren, Christ ist geboren” gemeint ist? Diese Welt steht, wie euch von uns stets verkündet wird, doch unter der Herrschaft des Bösen. Uneingeschränkte Herrscherrechte wurden einst in dieser Welt ausgeübt. Wenn schon die Botschaft vom Himmel kommt und den Menschen Friede verkündet wird, muss sich doch der denkende Mensch fragen: “War denn bis anhin Unfriede auf dieser Welt?” Wie es in diesem Lied heisst “Welt ging verloren”, so ging diese Welt zum Teil jenem verloren, der bis anhin die uneingeschränkte Herrschaft über sie ausgeübt hatte. Ihm war alles untertan, er war der Herrscher, er regierte diese Welt. Jetzt ging sie ihm verloren – zum Teil ging sie ihm verloren.

Verkündet wird die Botschaft “Friede den Menschen auf dieser Welt”. Jeder Einzelne kann sich die Frage stellen: “Wie steht es denn um diesen Frieden?” Es werden sich jene Menschen diese Frage stellen, die keinen festen oder überhaupt keinen Glauben haben, denn sie sagen sich: “Friede wurde der Welt verkündet – aber wo ist dieser Friede? Noch heute ist Unfriede auf dieser Welt – Kriege herrschen, Menschen leben in gegenseitigem Unfrieden. Was hat das denn mit dieser Botschaft ‘Friede den Menschen auf Erden und dem Herrn ein Wohlgefallen’ zu tun?” Wahrhaftig könnte es dem Herrn zum Wohlgefallen werden, wäre wirklich auf der ganzen Welt der Friede hergestellt. Da aber in dieser Welt kein Friede ist und in absehbarer Zeit der Friede nicht einkehrt, soll der gläubige Mensch die wirkliche Wahrheit kennen, und er soll auch den Sinn dieser Worte erfassen können.

So will Gott, dass der Menschheit Friede gegeben wird. Christus wollte der Menschheit den geistigen Frieden bringen. Und er tat es auch. Etwas Besonderes bedeutet aber für uns “die Welt”. Ich könnte euch sagen, diese Welt ist zu vergleichen mit einer grossen Handelshalle. Gehandelt wird in dieser Welt oder, wie ich es symbolisch zu erklären versuche, in dieser Handelshalle. Die einen bieten ihre Ware ehrlich an, andere zu übersetzten Preisen, wiederum andere bereichern sich oder betrügen die Mitmenschen sogar; sie rauben die Mitmenschen aus in dieser Welt oder in dieser Handelshalle.

Anderseits kann ich diese Welt auch vergleichen mit einer Übergangsstation in eine bessere, schönere Welt; eine Übergangsstation, die aber viele Wege hat. Die Kunst besteht nur darin, den richtigen Weg zu finden, um in eine bessere, schönere und herrlichere Welt einzugehen. Da aber diese Übergangsstation so viele Wege hat, ist es für den Menschen nicht gleich möglich, den richtigen Weg zu finden, um dereinst in Gottes Nähe zu kommen, so wie man es sich wünscht und erhofft, es erreichen zu können, indem man ein gläubiger Mensch ist. Denn in dieser Durchgangsstation gibt es so viele Wege, und im Grunde genommen ist diese Welt nichts anderes als eine Übergangsstation in eine andere Welt hinein.

Die Menschen beschäftigen sich so wenig mit dem, was auf sie zukommt. Wohl hören sie jetzt die Botschaft, die verkündet wird: “Friede den Menschen auf Erden.” Sie überlegen sich aber nicht, dass es doch etwas auf sich haben muss, wenn dieser Friede der Menschheit verkündet und gebracht werden muss. Warum war es denn nicht von allem Anfang an möglich, im Frieden in dieser Welt zu leben? Warum muss die Botschaft verkündet werden “Friede den Menschen auf Erden” und “Welt ging verloren”?

Würde den Menschen wirklich und wahrhaftig alles erklärt, gäbe es so viele, die bereit wären, den Weg zu Gott zu beschreiten – ihn als den Herrn anzuerkennen. Sie würden den Sinn ihres Lebens erkennen, und sie würden wahrlich auch den Sinn des menschlichen Daseins Christi erfassen. Auf diese Weise sollten sie erkennen können, was mit dieser Welt gemeint ist – dass es neben dieser Welt noch eine andere, für den Menschen unsichtbare Welt gibt: jene Welt, von der diese Botschaften kommen und von der es heisst, dass da Gott der Vater thront und Christus zu seiner Seite ist. Von jener andern Welt, von jener zukünftigen Welt, wird der Menschheit so wenig erklärt. Diese andere, göttliche, hohe Welt wird dem Menschen nicht nahegelegt; ihm wird aber abverlangt, wie er sich auszurichten und wie er zu leben hat. Der Gläubige kann sich mit ihr jedoch nicht vereinen, da ihm diese andere Welt fremd ist, auch wenn noch so viel von Gott gesprochen wird. Jene göttliche Welt ist für den Menschen eine fremde Welt; der Mensch sollte aber Gott nahekommen, damit sich ihm diese Welt offenbaren kann. Er kann es, wenn er versteht, warum Christus, der Sohn Gottes, in dieses menschliche Dasein getreten ist.

Für den Geistgläubigen haben die Worte “Friede den Menschen auf Erden” eine ganz andere Bedeutung als für den oberflächlich gläubigen Menschen. Denn der Geistgläubige ist sich darüber klar, warum dieser Friede der Menschheit gebracht wurde und dass mit diesem Frieden nicht der Friede der irdischen Welt gemeint ist, sondern der geistige Friede. Versteht dies der Mensch, dann begreift er, warum in dieser Welt kein Friede ist. Er muss wissen, dass sie beherrscht wird vom Fürsten aus dem Totenreich. Er muss den Unterschied erkennen können zwischen dieser Welt und der göttlichen Welt, und er muss auch die Gesinnung der Menschen erkennen können. Es muss ihm die Antwort gegeben werden. Wenn er von Hass, Herrschsucht und Neid hört, dann weiss er, was es mit dem auf sich hat – dass jene, die all diesen Untugenden verfallen, eben noch Werkzeuge des Bösen sind. Solche Menschen sind noch dieser Welt verschrieben und jenem Herrscher, der die Möglichkeit hat, sie als Werkzeug zu benutzen.

Es gibt auf dieser Erde so viel Unfrieden, so viel Hass, so viel Neid, so viel Herrschsucht und so viel Habgier. Das alles aber sind Dinge, die jenem Herrscher aus dem Totenreich eigen sind. Denn in ihm liegt dies alles, dies ist sein seelischer Besitz. So soll man sich darüber klar werden, ihm nicht zugehörig zu sein. Mit diesem Frieden, der verkündet wird, ist doch etwas ganz Besonderes gemeint: Es ist gemeint, dass man sich abwendet von der Herrschaft des Bösen, abwendet von jenen, die diese Welt regieren, sich in dieser Welt behaupten und den Menschen den Weg ins Himmelreich versperren.

“Friede den Menschen auf dieser Welt” – darüber muss man sich seine Gedanken machen. Und der Einzelne selbst kann das Notwendige dazu tun. Er muss versuchen mit sich selbst in Frieden zu leben; er muss versuchen, es in seiner Umgebung auszuführen. Der Friede muss Fuss fassen in dieser Welt. Überwinden muss man all das, was dieser Welt Macht und Gewalt gibt, man muss sich dem Göttlichen zuwenden – das aber scheint für den Menschen nicht einfach zu sein.

Christus sprach stets von seinem Vater. Er sagte: “Wenn ihr an mich glaubt, wenn ihr mich seht, so seht ihr auch den Vater” (Joh. 12, 44 f.). Das konnte er den Seinen wohl sagen, aber verstehen konnten sie es nicht. Ich möchte behaupten, dass es heute noch so ist. Wohl kann man sagen, wer an Christus glaubt, glaubt auch an Gott – ob er aber die geistigen Gesetze in allen Dingen kennt, ist wohl fraglich. Somit kann er in seinem Glauben nicht wirklich gefestigt werden.

Der heutige Mensch ist sich an ein ganz anderes Denken gewöhnt. Er will Erklärungen haben, er möchte Genaueres wissen. Er ist bereit zuzuhören, und er ist auch bereit, diese Dinge auseinanderzulegen und selbst nach Erklärungen zu suchen. Der Mensch von heute ist offener geworden. So wird es eine Notwendigkeit sein, ihm diese Wahrheiten zu unterbreiten. In den Kirchen werden stets die Evangelien verkündet, doch sie werden so ausgelegt, wie es der Sprecher gerade empfindet. Wenn er die Wahrheit nicht kennt, vermag er den Zuhörer auch nicht zu erfassen – er kann ihn nicht ansprechen. Somit wird es eben notwendig, der Christenheit die Bedeutung dieser Unterschiede darzulegen und ihr zu erklären, was damit gemeint ist, wenn die Botschaft verkündet wird: “Friede den Menschen auf Erden und dem Herrn ein Wohlgefallen.”

Es würde Gott doch wahrhaftig gefallen, könnte die Menschheit in diesem Frieden leben, die Gebote Gottes anerkennen und nach ihnen leben. Dann würde wahrlich auf dieser Welt Friede sein. Doch ich betonte es: Weder heute noch in ferner Zukunft wird der Friede auf dieser Welt in dem Masse und in dieser Art einkehren, wie es sein sollte. Wie fern ist die Zeit, wo Menschen anfangen, sich gegenseitig zu verstehen, und versuchen, einander in Liebe zu begegnen. Wie lange geht es noch, bis die Zeit naht, wo man den andern nicht mehr betrügt, die Welt anders wird und sie keine solche Handelshalle mehr ist. Wenn ihr die Erde betrachtet, ist es doch so: Vom einen wird wohl zu Recht etwas abverlangt, vom andern aber wird im Übermass verlangt. Der eine bietet dem andern ehrlich eine Ware an – und ein Weiterer bietet auch seine Ware an, betrügt aber den andern. So kommt Leid über den Menschen, weil nicht Ehrlichkeit und Friede diese Welt durchziehen.

Man wird begreifen und verstehen, dass es noch lange dauern wird, bis diese Welt sich wandelt. Der Geistgläubige begreift und versteht es, wenn von dieser Welt gesprochen wird – dass sie eine Durchgangsstation oder eine Übergangsstation in eine andere Welt ist. Er weiss doch, dass er nach seinem irdischen Tode weiterlebt und er von den Engeln Gottes dahin geführt wird, wohin er gehört, wo sein Platz ist. Diese Welt, in welcher der Mensch lebt, ist eine Übergangsstation, und da hat er das Seinige selbst zu leisten, um den richtigen Weg zu finden, um an das Ziel zu kommen, dahin, wo er gerne hinkommen möchte. Da es aber so viele Wege hat, ist es leicht möglich, den falschen Weg einzuschlagen. Doch besteht die Möglichkeit, dass der Himmel seine Tore öffnet, den Menschen in seiner Welt anruft und ihm den Weg zeigt. Er kann ihn in allernächster Nähe deutlich beim Namen rufen, sodass der Mensch diesem Rufe nur zu folgen hat – und er wird den richtigen Weg finden, denn er muss diesem Rufe nachgehen. So wird er in diese Seligkeit eingehen, nach der es ihn im menschlichen Leben verlangt.

Christus versuchte, seine Jünger zu belehren. Er sprach stets von Gott. Auch dem Volke, das ihm nachfolgte, gab er ständig Belehrungen. Er tröstete es aber auch. Wunderbaren Trost sprach Christus dazumal, als er auf jenem Berge war und so, wie es heisst, das Wort ergriff und zu den Seinen sprach und zu jenen, die anwesend waren. Von den Seligkeiten (vgl. Mat. 5, 1–12) redete er: “Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.” Man muss diesen Worten tiefer nachsinnen: “Selig sind die Barmherzigen.” Es ist in dieser Welt notwendig, Barmherzigkeit zu zeigen. Und wer Barmherzigkeit gibt, wird sie auch wiederum in der wahren Heimat erlangen, in die er zurückkehrt.

Christus sprach auch: “Selig sind die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.” In der heutigen Zeit sollte man hier das Wort “selig” nicht mehr verwenden; man müsste es durch ein anderes Wort ersetzen, indem man sagt: “Jenen, die trauern, wird im Himmelreich der Vorzug gegeben.” Mit diesen Worten könnte man das himmlische Geschehen besser verstehen, da man in der Geisteslehre doch einige Erkenntnisse besitzt und man darum weiss, dass alles, was man an Unrecht tut, wiedergutgemacht werden muss. Aber auch jenen Heimkehrenden wird dieser Vorzug gegeben, die von andern Menschen geplagt wurden, denen man Unrecht antat – dies ist in dieser Welt auf verschiedene Art und Weise möglich, indem man den Mitmenschen quält, ihn seelisch zugrunde richtet. Solches geschieht in dieser Welt, obwohl der Christenheit die Botschaft verkündet wird: “Friede den Menschen auf dieser Welt”; doch sie weiss nicht, was mit diesem Frieden gemeint ist. Christus hat zu seinen Jüngern stets vom Frieden gesprochen, und als er ihnen erschienen ist, waren es wiederum diese Worte: “Friede sei mit euch – Friede der Welt.”

Wenn es nun heisst: “Selig sind die Trauernden, denn sie werden getröstet werden”, so können unter diesen Trauernden heute, meine ich, Gläubige wie Ungläubige sein – es können aber auch grosse Sünder sein. Auch sie können trauern. Kann man dann sagen: “Selig sind sie, die Trauernden”? Wohl weiss ich, was der eine oder andere jetzt denkt: “Das ist ja gar nicht so gemeint.” Doch, es ist so gemeint, für diese Welt bestimmt, aber es ist anders zu verstehen, als man glaubt. Denn wer da zurückkommt und trauert, weil er in seinem menschlichen Leben nichts als Kummer und vielleicht Hunger, Elend erlebte – er kennt sein Schicksal nicht. So kommt er mit diesen Gefühlen in die Jenseitswelt. Und gleich auf welcher geistigen Entwicklungsstufe er steht, man wird ihm begegnen, man wird ihm den Weg zeigen. Er wird mit der Zeit den Trost empfangen, den er empfangen darf, denn nicht jeder trauert aus derselben Gesinnung heraus. So kann man nicht jedem denselben Trost geben.

So wie das Wort “selig” heute für die Menschen etwas anderes bedeutet, so haben die Menschen auch für das Wort “heilig” andere Begriffe, als es in Wirklichkeit zu verstehen ist. Denn für die göttliche Welt ist jeder heilig, wenn er einen Glauben hat, Gott die Ehre gibt und von sich aus das Beste hergibt – dann ist er heilig. Heilig waren die Christen von dazumal genannt worden. Und heute wollen Gewisse behaupten, dass dieses Wort nur ganz Besonderen zukommen soll. Jeder von euch ist heilig und hat das Anrecht auf dieses Wort. Wenn er im tiefen Glauben an Gott lebt, ist er heilig. Nicht Menschen bestimmen, wen man als heilig ansprechen kann oder eben nicht. Dies sei einmal eine Antwort.

So verschieden sind die heimkehrenden Wesen – je nach ihrer Entwicklungsstufe. Mit der Zeit wird jedem der Beistand gegeben, auch einem grossen Sünder, auch er wird Trost bekommen. Trost wird auch jenen gespendet, die in den tiefsten Tiefen sind: Sie werden aufgemuntert zurückzukehren. Und Trost wird jenen gegeben, die in ihren Läuterungsebenen sind, auszuharren haben und Geduld zeigen müssen. Sie werden getröstet. Man erklärt ihnen: “Du musst wiedergutmachen. Du musst warten. Du musst deine Gesinnung ändern – so wird dir Barmherzigkeit gegeben.” Dieser Trost ist etwas Wunderbares für eine Seele, die draussen stehen muss. So ist es mit diesem Trösten gemeint.

Und: “Selig sind, die reinen Herzens sind – sie werden Gott schauen.” Liebe Geschwister, überlegt einmal, wie viele Menschen auf dieser Erde wohl leben könnten, die, nach dem wahren Worte ausgesprochen, reinen Herzens sind. Aber es gibt ja in dieser Welt Menschen, die einen festen Gottesglauben haben und für ihren Glauben einstehen. Und es gibt Menschen, die bereit sind zu überwinden. Sie versuchen, ihre Seele selbst zu läutern. So ist es für sie ein Weg. Geister Gottes kommen jenen entgegen und werden sie in die Himmel führen, wo Friede und Seligkeit ist. Ob ein Mensch, der diese Welt verlässt, gerade nach seinem irdischen Tode Gott schauen darf, glaube ich, ist wohl selten – es sei denn, es ist ein Prophet, ein Beauftragter Gottes, der wieder zurückkehrt und Gott Rechenschaft gibt über sein Leben. Aber wenn Menschen im Allgemeinen die Gebote Gottes halten, sich nach dem Willen Gottes ausrichten und wissen, was mit diesem Frieden zu tun ist, was damit gemeint ist, so werden sie eine Welt der Herrlichkeit erleben. Mancher, der zurückgekehrt, jubelt und frohlockt, indem er sagt: “So schön habe ich mir die Welt des Himmels nicht vorgestellt”, obwohl er noch weit entfernt ist von der letzten Herrlichkeit.

Mancher ist in diese Seligkeit eingegangen voller Jubel und Freude und war dem Schöpfer gegenüber voll der Dankbarkeit. Aber wie mancher war erstaunt darüber, nicht diesen Empfang zu erleben, den er sich erhofft hatte. Wie mancher war erstaunt darüber, dass man sich nicht um ihn gekümmert hat, während es in der Welt doch ganz anders war. So war bei manchem die Enttäuschung gross – lange musste er warten, bis ein Engel Gottes zu ihm kam, ihn aufklärte und ihm sagen musste: “Du musst lange warten auf die Seligkeit.”

Christus selbst war ein Mensch von Liebe und Güte, denn seine Seele war durchdrungen von diesem kostbaren Besitz. Seine Seele war erfüllt von Liebe. Er opferte sich auf, denn so gross war seine Liebe, alles zu tun, um diese Welt zu besiegen, damit sie dem andern genommen wird – ihm verloren geht. Damit sind die uneingeschränkten Herrscherrechte von Luzifer gemeint; sind ihm doch noch heute in dieser Welt seine Rechte zugesprochen – in einer Welt, wo jetzt von den Himmeln her aufs Neue in die Seelen der Menschen die Botschaft ausgetragen wird: “Friede sei mit dir.”

Liebe Geschwister, es verlangt euch doch, in dieser Welt des Friedens zu leben, um in diese Seligkeit eingehen zu können. Jeder wird in der himmlischen Welt seinen Platz finden, um den er sich im menschlichen Leben beworben hat. Denn ich habe gesagt, diese Welt sei eine Handelshalle. Was hat man schon alles gehandelt, wie hat man gedacht. Hat man sich nicht zu viel dem Materialismus hingegeben, dieser Welt, ihrem Glanz, ihrer Macht? Diese Welt, von der es heisst, dass sie besiegt werden muss, ist eine andere Welt. So liegt es am Menschen selbst, sich seine Umgebung zu bilden, seine eigene Welt für sich zu bauen, damit er auch den rechten Weg findet. Der Mensch muss seine Welt selbst bebauen – er ist ja sein eigener Baumeister. Und man ruft ihm zu. Die Gebote Gottes sind für einen jeden klar vernehmlich. Folgt er den Geboten Gottes, wird er auch den Willen Gottes tun, und er selbst wird dem Herrn ein Wohlgefallen sein.

So zu leben, dass man Gott zum Wohlgefallen ist – darum muss man sich bemühen. Man erkennt dann, dass man eigentlich in einer Welt lebt, die geteilt ist: geteilt in einen göttlichen Herrschaftsbereich und in ein Herrscherreich des Bösen. Es kommt auf den Menschen selbst an, seine Welt zu wählen. Es liegt an ihm, im Göttlichen zu wirken, wo die Liebe und das Verständnis für den Nächsten das Hauptgebot ist, wo man versucht, sich mit dem Göttlichen zu verbinden, um mit ihm eins zu werden; wo man aber auch eins wird mit dem Mitmenschen und ihn nicht trauern lässt, ihm keine Trauer in die Seele legt, ihm vielmehr Freude bereitet. Diese Welt soll für ihn nicht Beschwernis sein und ihm nicht zum Hindernis werden in seiner Entwicklung. Diese Welt soll für ihn das geistige Glück bedeuten, damit er durch dieses geistige Glück den Weg ins Himmelreich findet. Dazu braucht es aber immer noch den Beistand des andern. Es ist wohl selten, dass ein Mensch auf sich selbst angewiesen ist. Man lebt in einer Familie zusammen, und in der Familie kann man dafür sorgen, dass der Friede erhalten bleibt. Dann ist der Friede auch für die Seele gesichert.

So vergesse man nicht, dass jeder für sich eine grosse Verantwortung trägt. Denn man ist nicht einfach nur ein Mensch, der hier auf Erden lebt. Man lebt als Geschöpf Gottes, und als solches muss man Gott die Ehre geben. Durch das persönliche Leben, durch sein eigenes Wirken muss man ihm beweisen, dass man fähig ist, ihn, den Schöpfer, zu ehren. Ihm muss man die Dankbarkeit erweisen für das Wunderbare, das aus seiner Liebe heraus entstanden ist. Denn er ermöglicht es, dass die Menschen, die hier leben, nach ihrem irdischen Tode wieder den Weg zu ihm zurück finden. Seiner Liebe haben sie es zu verdanken, dass der Himmel wieder offen ist. Und wenn die Menschen ihm, dem Schöpfer, die Dankbarkeit geben, werden sie auch Christus, dem Sohne Gottes, dem Erlöser der Menschheit, die Dankbarkeit geben, die ihm gebührt; denn jedes muss an Christus vorübergehen. Niemand kommt ins Himmelreich, ausser er geht an Christus vorbei.

Liebe Geschwister, in diesen Tagen feiert ihr das Christfest mit euren Angehörigen, mit euren Bekannten. Es erinnert euch an die Geburt des Erlösers; an jene wunderbare Zeit, dank der der Leidensweg der Menschheit verkürzt wurde, indem es zu diesem Zeitpunkt geschehen durfte. Wäre Gott nicht in seiner grossen Liebe zur Menschheit gestanden, mitsamt seinem Sohne Christus, hätte sich dieses Erlösungswerk erst viel später erfüllen können. Die Folgen, die es dadurch gegeben hätte, sind nicht auszudenken. Auch dieses muss der Mensch wissen, und er soll dankbar dafür sein, dass es bereits vor zweitausend Jahren geschehen durfte. Was ist dies denn schon für eine Zeitspanne, wenn man von Ewigkeit spricht – und man um die Milliarden von Jahren weiss, die diese Erde schon besteht. Denkt an das bescheidene Leben der Menschen von einst – um die Härte ihres Lebens und um die Leiden, die der Menschheit genommen wurden, weil es diesen Christus gab, der sich bereitgefunden, der ins menschliche Dasein trat und den Kampf gegen das Böse aufnahm, um das Böse zu besiegen.

So, liebe Geschwister, morgen werden wir wieder die Möglichkeit haben, zusammen zu sein mit einem Teil der hier Anwesenden. Wir in der Gotteswelt sind dafür besorgt, dass die Unsrigen – damit meine ich euch, meine lieben Geschwister – im Leben von Geistern Gottes behütet und begleitet werden. Geister Gottes versuchen auch abzuwenden, was euch Schaden bringt; sie versuchen zu fördern, was für euch gut ist. Denn ihr sollt, so ihr einen tiefen Glauben habt, behütet und beschützt werden von jenen Geistern Gottes, die mit euch verbunden sind.

So möge Gottes Segen über euch alle kommen. Möget ihr gesunden, wer krank ist, sei es an Leib oder Seele, gesunden in Gottes Namen. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrer Josef vom 11.12.1976 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Das Licht des Himmels drang in die Finsternis, und die Finsternis erkannte es nicht

Josef, 12. Dezember 1976

Das Licht des Himmels drang in die Finsternis, und die Finsternis erkannte es nicht

Es lag in Gottes Weisheit, dass dem Herrscher der Welt verborgen blieb, was im Himmel zur Befreiung und zur Erlösung der Menschheit geplant wurde. So hatte Luzifer keine Kenntnis davon, dass ausgerechnet Christus, der König der Geisterwelt Gottes, in das irdische Dasein treten sollte, um die Seinen wieder an sich zu ziehen. Luzifer wurde überrascht, trotz seiner Wachsamkeit – und so ist dies zu verstehen: “Das Licht drang in die Finsternis, und die Finsternis erkannte es nicht.”

Josef: Gott zum Gruss.

Himmlischer Vater, die Deinen bitten Dich um Gnade und Barmherzigkeit. Sie bitten Dich darum, dass Du ihnen ihre Sünden vergeben mögest. Sie danken Dir für all Deine Güte und bitten Dich um den Segen. Sie loben und preisen Dich, jetzt und in alle Zeiten hinein. Amen.

Meine lieben Geschwister, es verlangte euch, hierherzukommen, um in Christi Gedenken dieses Liebesmahl einzunehmen. Einst leuchtete ein Stern, eine Weissagung ging in Erfüllung. Sternkundige machten sich auf, gingen dem Lichte dieses Sterns nach, denn sie kannten die Prophezeiung, dass ein Stern aufgehen werde am Himmel, wenn die Zeit gekommen sei, wo der Messias geboren werde (Mat. 2, 1–11). Zu jener Zeit gab es Sternkundige, wohl wie heute. Man nennt sie die “Weisen”. Aus diesen Weisen wurden Könige gemacht; doch waren es Sternkundige, die Ausschau hielten nach dem Lichte dieses Sterns. Sie erhofften, die Erfüllung dieser Weissagung zu erleben, dass der Messias geboren werde; sie hofften, das Licht des Sterns entdecken zu können. Denn gerade um jene Zeit herum ging ja die Botschaft aus den Himmeln heraus; Propheten verkündeten, dass der Messias kommen werde. Engel des Himmels waren es, die Menschen inspirierten und sie darauf hinwiesen, dass die Zeit herangerückt sei, wo der Messias geboren werde. So viel wurde davon gesprochen, besonders unter den Gläubigen.

So hoffte man, denn die Botschaft ging nicht nur in der Welt von einem Mund zum andern, sondern es waren die Engel Gottes, die diese Botschaft verkündeten unter den Geistern, die noch getrennt leben mussten von der himmlischen Welt, die in den Vorhimmeln oder Vorstufen zum Himmel verweilen mussten. Gerade jenen wurde diese Botschaft auch verkündet. Doch niemand wusste die genaue Zeit. Man lebte in Hoffnung. In Hoffnung lebte man aber, um es euch verständlich zu machen, viele Tausende Jahre hindurch. So wurde diese Hoffnung den Geistern im Totenreich gegeben, dass es eine Zeit geben werde, wo man befreit und der Weg zum Himmel wieder geebnet werde. Die Botschaft wurde jenen gegeben, die da in den oberen Aufstiegsstufen des Totenreiches, in den Vorhimmeln, standen; jenen wurde die Botschaft verkündet, die oben standen. Und sie hofften, sie bangten und waren voller Erwartung.

Auch den Menschen wurde die Botschaft gebracht, dass die Zeit kommen werde, wo der Messias geboren werde. In dieser Botschaft war die Weissagung, dass ein Stern leuchten werde, wenn die Zeit gekommen sei, wo der Messias geboren werde. Jene Sternkundigen, die gläubig waren, schauten und suchten nach diesem Lichte, das eine besondere Leuchtkraft haben sollte; denn jene Sternkundigen erhofften, dass dieser Stern des Lichtes zu ihrer Lebenszeit leuchten würde und sie ihn entdecken würden. Und so war die Zeit gekommen. Der Stern leuchtete, und diese Kundigen erkannten ihn und machten sich auf den Weg. Sie trafen sich durch die Führung Gottes an einem bestimmten Ort, und sie waren sich einig darüber, dass sich die Weissagung erfüllt habe und es so sei, dass jetzt der Messias geboren sei. Sie wussten es – der Stern leuchtete so, wie es geweissagt worden war. So machten sie sich auf und erkundigten sich dann, wo das Kindlein geboren sei, und man gab ihnen Auskunft. Voll der Freude gingen sie hin. Sie fanden das Kindlein und beteten es an.

Könnt ihr euch vorstellen, welch Freude, welch Beglückung über diese Menschen kam, die ausgerechnet in ihrer Lebenszeit die Erfüllung dieser Weissagung erleben und den Stern des Lichtes entdecken durften? Grosse Freude kam über diese Menschen, aber nicht nur über sie, sondern über all jene, denen verkündet wurde, dass der Erlöser geboren, dass der Messias, so wie es dazumal hiess, Mensch geworden. So hofften sie, dass eine andere, eine bessere Zeit für sie angebrochen sei; denn die Menschen jener Zeit litten sehr unter Bedrängnis. So erhofften und erwarteten sie eine bessere Zeit.

So kam das Licht durch diesen Jesus, durch dieses Kindlein, in die Welt. Gottes Sohn hatte menschliches Dasein angenommen, und das Licht des Himmels kam zu den Menschen, leuchtete auf diese Welt und leuchtete bis in die Finsternis hinein. Aber die Finsternis erkannte das Licht nicht. (Vgl. Joh. 1, 5 und 10.) Wenn es heisst, die Finsternis erkannte das Licht nicht, so will damit einmal gesagt sein, dass diese Welt, wie euch längst erklärt wurde, in geistiger Dunkelheit lag. Die Menschen ohne Gottesglauben und jene, die in fanatischem, sektiererischem Glauben lebten, wollten es nicht annehmen, nicht glauben, dass dieser Messias wirklich geboren worden war. Sie erkannten das Licht nicht, das eingedrungen war in diese Welt der Dunkelheit, denn es war ein geistiges Licht. Und jene im Reich der Dunkelheit, im Totenreich, in jener Finsternis, die auch damit gemeint ist, sie erkannten das Licht nicht.

Könnt ihr euch vorstellen, was es dazumal in den Tiefen dieser Dunkelheit für eine Aufregung gab, als man vernahm, dass Menschen auf der Erde behaupteten, es wäre Gottes Sohn geboren, das Licht aus dem Himmel wäre in die Welt und in die Finsternis eingedrungen? Die Geister der Tiefe wollten es nicht glauben, aber sie mussten erkennen, dass es so war. Denn sie hatten sich aufgemacht aus dem Reich der Finsternis, aus dem Totenreich, und sich zu den Menschen begeben, um sich zu erkundigen. Und sie mussten die Feststellung machen, dass es so war. Sie hatten es nicht wahrhaben, nicht glauben wollen, und so mussten sie sich selbst davon überzeugen. Nun suchten sie die Menschen zu beeinflussen und sie wiederum für sich zu gewinnen und das zunichtezumachen, was in der Gotteswelt geplant wurde. So glaubte der Herrscher der Dunkelheit, der Herrscher dieser Welt: Wenn er Menschen beeinflusse, alle Kindlein zu töten, die [in Bethlehem und] in dieser Umgebung waren, könne er sicher sein, dass auch dieses Kindlein mit dabei wäre (Mat. 2, 16).

Nach den geistigen Erklärungen, die ihr von uns im Laufe der Jahre erhalten habt, müsst ihr doch die wunderbare Weisheit Gottes und das Eingreifen der Gotteswelt in dieses Geschehen hinein erkennen können. Während Luzifer die Möglichkeit hatte, in viele Dinge, die von der Himmelswelt geplant worden waren, Einblick zu bekommen, sollte es ihm aber dieses Mal verunmöglicht werden, zu erkennen, was im Himmel geplant wurde zur Befreiung und zur Erlösung der Gefangenen. So hatte er keine Kenntnis davon, was der Himmel einst geplant hatte, dass ausgerechnet Christus, der König der Geisterwelt Gottes, in das menschliche Dasein treten sollte, um die Seinen wieder an sich ziehen zu können. In Gottes Weisheit lag es, Luzifer in Unkenntnis zu lassen; er sollte keine Kenntnis davon haben. Und so ist es zu verstehen: “Und das Licht drang in die Finsternis, und die Finsternis erkannte es nicht.” Jene dort wollten es nicht wahrhaben, weil sie keine Kenntnis davon hatten, was einst im Himmel geplant. Überrascht wurde dieser Luzifer – trotz seiner Wachsamkeit, die ja nur darin bestand, Menschen unter seinen Einfluss zu nehmen, sie so zu beeinflussen, um sie für sich zu gewinnen, um das zunichtezumachen, von dem er nur ahnte, dass es geschehen könnte. Denn über die letzten Dinge, die geplant wurden, die zur Erlösung der Menschheit dienen sollten, war Luzifer nicht unterrichtet. Und so war für ihn nun die Zeit gekommen, wachsamer zu sein. Er zeigte seine grössere Aufmerksamkeit und versuchte, die Menschen für sich zu gewinnen. So liess er sie hinaus, seine Helfershelfer, in diese Welt, um den Menschen grösseren Unfrieden und Unheil zu bringen. Er glaubte, immer noch Herrscher bleiben zu dürfen, Herrscher über all jene, die mit ihm den Himmel hatten verlassen müssen. In grossem Aufruhr war er mit den Seinen – doch es nützte ihm nichts.

Durch Gottes Gnade, durch Gottes Liebe war es geschehen; Erbarmen zeigte Gott mit den Seinen, die in grösster Bedrängnis leben mussten. Wege wollte er für sie schaffen für die Rückkehr ins Vaterhaus. Diese Wege wurden geebnet, doch sie führten anfangs nicht zum Erfolg [gemeint ist der Aufstieg in der geistigen Welt, über die Ebene des Paradieses]. So musste es auf die Weise geschehen, dass seine Geschöpfe diesen langen Weg geistigen Aufstiegs [über die materielle Erde] gehen müssen. So sollte es geschehen, damit seine Geschöpfe mit der Zeit den Weg zurück finden können. Seiner Liebe, seiner Güte und Barmherzigkeit war es zu verdanken.

Gott besprach sich mit seinem Sohne. Wohl darf man euch offenbaren, dass Gott doch all die Dinge mit seinem Sohne besprach. So habt ihr auch Kenntnis davon, dass er mit seinem Sohne über unaussprechliche Zeit hinaus alleine zusammenlebte und es in ihrem gemeinsamen Verlangen war, eine grosse Familie zu schaffen. Ich brauche euch darüber nicht näher zu unterrichten. Vielmehr aber möchte ich euch auf die grosse Liebe und Güte, die in Gott und in Christus sind, aufmerksam machen. Denn Christus war aus Gott geboren; von Gottes Herrlichkeit, von seiner Güte und Liebe, wie sie Gott eigen sind, ging auch auf den Sohn über. Abbild Gottes – das ist Christus.

Die Menschheit, die auf dieser Welt lebt, soll wieder [in die geistige Heimat] zurückkehren können und da wieder ihren Platz einnehmen dürfen. Nach dem irdischen Tode soll der Geist des Menschen, der da seine Lebendigkeit besitzt und unvergänglich ist nach dem Willen Gottes, wieder zurückkehren können. Dieser lange Weg ist dem einzelnen Menschen, der nicht über die geistige Lehre orientiert ist, nicht bewusst. Auch jene, die diese geistige Lehre kennen, sind sich nicht im Einzelnen über diese letzten Dinge bewusst, was es alles braucht, was alles notwendig ist, um den Aufstieg zu gewinnen und die Höhen zu erreichen, um dieses Glück wieder zu erleben.

Welcher Trost ist doch der Welt gegeben, dazumal und heute. So wird in diesen Tagen aus der christlichen Lehre die Botschaft verkündet, dass der Heiland geboren. Aber die Menschen vergessen es, welchen Sinn und welche Aufgabe dieser Gottessohn zu erfüllen hatte. Erkennt man den Sinn seines Auftrags dieser seiner Menschwerdung, so wird man doch bewusst ein Dankbarer, der sich hinwendet zum Schöpfer und ihm dafür dankt. Nur im Geiste kann man sich die Vorstellung machen von jener Zeit, als man auch dazugehört hatte und in jenen Welten zu leben hatte, wo man bangte, wo man voller Hoffnung war auf eine glückselige Zeit, die kommen würde. Wie viel hätte mancher darum gegeben, entfliehen zu können aus jener Bedrängnis heraus, hätte er die Möglichkeit dazu gehabt. Er aber musste leben vom Troste, der ihm gegeben wurde, leben von der Hoffnung, die er sich selbst aufbaute.

Und der heutige Mensch, der in einer Welt leben darf, wo er sich glücklich schätzen darf, als freier Mensch zu leben – was schuldet er dem Schöpfer, was schuldet er Christus? Er ist sich nicht bewusst, in ihrer Schuld zu stehen. Jene aber, die um den Sinn menschlichen Lebens wissen, wissen auch um ihre Schuld und auch darum, dass sie zu Dankbarkeit verpflichtet sind und darüber hinaus dazu, zu Gottes Ehre zu leben, das Leben so zu gestalten, um als Würdige zurückzukehren ins Reich der Seligkeit. Zurückzugewinnen, was einst verloren ging – um das muss sich der Mensch bemühen. Kann er sich darum bemühen? Wohl nur dann bemüht er sich, wenn seine Seele offen ist und er nicht nur für das Sichtbare dieser Welt lebt, wenn er erkennt, dass es noch eine andere Welt gibt und er nicht nur als ein Mensch lebt, der das Schöne und Angenehme dieser Welt wohl geniessen kann; er muss sich darüber klar werden, dass es noch eine andere Welt gibt mit anderen Bestimmungen und anderen Bedingungen. Denn nicht die irdische Welt hat dem Menschen eine frohe Botschaft zu verkünden, sondern die frohe Botschaft kann nur aus der andern Welt kommen, aus dem Himmelreich, aus jener Welt der Liebe und der Güte. Nur jene Welt kann es sein, die jene helfenden Geschwister aussendet, damit sie sich der Menschen annehmen, mit ihnen reden, sich bei ihnen bemerkbar machen, um das geschlossene Tor der Seele zu öffnen und so den inwendigen Menschen freizubekommen, auf dass er mehr versteht als die Sprache der Welt, dass er die Sprache des Geistes versteht und begreift, was der Himmel ihm zu sagen hat, und begreift, dass die frohe Botschaft nur vom Himmel kommen kann. Frohbotschaften werden dem Menschen im Laufe des Lebens immer wieder gegeben. Nur derjenige hört es, der das Tor seiner Seele geöffnet hat, der frei geworden ist und sich ausrichtet nach der andern Welt, nach jener Welt, aus der wirklich Trost kommt und in der Aufnahme geboten, Verständnis gegeben wird. Die Welt – damit sind die Menschen dieser Welt gemeint – hört diese Frohbotschaft nicht. Und wer dieser Welt verschrieben ist, vermag auch nicht ein gütig Wort und edles Empfinden für den Nächsten zu haben.

Ich möchte euch zurufen, liebe Geschwister, in dieser Liebe Gottes, in dieser Liebe Christi, in der diese Botschaft, diese Frohbotschaft, immer wieder verkündet wird:

Seid umschlungen, Millionen, im Gedenken an den Erlöser! Seid umschlungen, Millionen, in Liebe, in Gerechtigkeit, und wandert so gemeinsam zu den göttlichen Ufern des Himmels. Lagert euch im Geiste dort, und erlebt im Geiste die Herrlichkeit jener Welt, und erlebt die Glückseligkeit, die das Einzelne empfangen darf.

Erlebt das Geben der Gotteswelt. Erlebt dort im Geiste die wahre Liebe, und werdet gestärkt, auf dass es auch euch möglich ist, in dieser Welt, wo ihr hingestellt wurdet, um eure Aufgaben zu erfüllen, ein Licht zu sein, ein kleines Licht in der Umgebung, wo ihr wirkt. Wem es möglich ist, der soll seinem Licht eine grössere Leuchtkraft geben, indem er innerlich stark genug ist, um dem andern Liebe und Verständnis zu geben, und dem Menschen auf dieser Welt in seinem Ringen um Befreiung hilft. Denn welch Klagen dringt von des Menschen Mund zum Himmel, und Engel Gottes hören die Klagen und versuchen, dem Menschen beizustehen, ihn zu führen, ihn zu trösten. Hören muss man die Worte des Trostes, denn leise spricht die Gotteswelt zum Menschen. Kaum hörbar fürs menschliche Ohr ist es, denn von weit her kommt diese Stimme. Aber man kann diese Stimme hören, wenn man in sich und um sich die Ruhe geschaffen hat, damit diese leisen Worte vernehmlich sind.

So, meine lieben Geschwister, seid ihr hierhergekommen, um im Gedenken an den Erlöser dieses Liebesmahl einzunehmen. Er bat darum: “Tuet dies zu meinem Gedenken” (Luk. 22, 19). Und dieses Gedenken wollt ihr bewahren. Was man tut in edler, göttlicher Gesinnung, findet seinen Lohn, seinen Segen. Und so wollen wir nun eine kurze Stille über euch kommen lassen, um jedem Gelegenheit zu geben, die Ruhe zu finden, um zu hören, was man ihm sagen möchte.

Himmlischer Vater, Dich bitten wir, segne dieses Brot hier, Sinnbild vom Leibe Jesu Christi, der am Kreuz gestorben ist zur Erlösung der Menschheit. Herr, segne dieses Brot, und lass es jedem zum Heile werden, der davon nimmt.

Himmlischer Vater, segne diesen Wein hier, Sinnbild vom Blute Jesu Christi, das am Kreuz geflossen ist zur Erlösung der Menschheit. Herr, segne diesen Wein, und lass ihn heilsam werden für jedes, für jeden, der davon nimmt.

So bitte ich, erhebet euch, und nehmet, esset und trinket davon.

Die Deinen danken Dir für den Segen, für die Gnade, für die Barmherzigkeit, die Du ihnen gabst. Sie bitten Dich, Du mögest Dich nie von ihnen abwenden und sie begleiten lassen von Deinen heiligen Boten. So sind sie Dir verschrieben in Zeit und Ewigkeit. So loben und preisen sie Dich. Heilig, heilig, heilig bist Du. Amen.

Liebe Geschwister, so hat diese heilige Feier ihr Ende gefunden. So möget ihr hinausgehen in eure Welt und gesegnet bleiben und den Segen weitertragen. Möget ihr aber alle, die krank sind, sei es an Leib oder Seele, gesunden. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrer Josef vom 12.12.1976 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Friede den Menschen auf Erden

Josef, 28. November 1981

Friede den Menschen auf Erden

Zwischen der Friedensbotschaft von einst und der heutigen Welt mit ihrem Unfrieden klafft eine tiefe Kluft. Durch das Erlösungswerk Christi wurden Luzifer Herrscherrechte über die Welt entrissen: “Christ ist geboren, Welt ging verloren”, so wird es zur Weihnachtszeit verkündet. Der Herrscher der Finsternis sollte die Macht über die Welt verlieren, damit sich die Menschheit von ihm lösen und sich auf die Seite Christi stellen kann. Doch wie steht es heute mit dem Verlust seiner Macht? Geistlehrer Josef beleuchtet in diesem Vortrag die Situation in der heutigen Christenheit.

Josef: Gott zum Gruss. Meine lieben Geschwister, ein Jubelruf geht durch diese Welt: “Christ ist geboren, Welt ging verloren.” Christ ist geboren – dies ist eine Botschaft vom Himmel, und man singt [im Weihnachtslied “O du fröhliche”]: “Welt ging verloren.” Wem ging diese Welt verloren? Wie steht es heute mit dieser Friedensbotschaft: “Freut euch, der Heiland ist geboren; Friede den Menschen auf Erden, den Menschen und Gott ein Wohlgefallen”? (Vgl. Luk. 2, 10 ff.) Friede den Menschen auf Erden – wo ist dieser Friede heute auf dieser Erde? Lebt nicht die Menschheit in grosser Angst und Bange? Verkündet wird in dieser Weihnachtszeit: “Freut euch, der Heiland ist geboren; Friede den Menschen auf Erden.” Doch von Frieden ist keine Rede.

Der denkende Mensch macht sich seine Überlegungen: “Wie stimmt denn dieses zusammen? Vom Himmel her kommt die Botschaft vom Frieden, doch wohl kaum gab es eine Zeit, wo Menschen so in grosser Angst und in Unfrieden lebten wie heute.” Macht man sich wirklich etwas Gedanken darüber, dann muss man sich doch sagen: “Diese Welt ist von Gott geschaffen worden. Er ist der Schöpfer aller Dinge, und er hat dieser Welt seinen Sohn gegeben, damit Friede werde – damit Friede werde. Also muss es schon vorher auf Erden keinen Frieden gegeben haben.”

Wenn doch der allmächtige und gütige Gott diese Welt erschaffen hat, warum sollen dann die von ihm erschaffenen Menschen in Not und Angst leben? Welche Antwort gibt man mir auf diese Frage? Kann ein gütiger Gott eine solche Welt mit solchen Lebewesen schaffen, die in ständigem Unfrieden und Streit, in Unsicherheit und in Kriegen leben müssen? Ein gütiger Gott erschuf die Welt; ein gütiger Gott kann niemals eine Welt erschaffen, in der Menschen in Unglück zu leben haben. Und dennoch war und ist es so. Und so findet man: “Hier stimmt doch etwas nicht.”

Der Christenmensch baut auf die Botschaften, die ihm gegeben werden; der fromme Christ hat seinen Glauben, und er vertraut. Warum gibt es anderseits aber so viele Menschen, die nicht an Gott glauben können, die sich vom Glauben abwenden? Sie wissen nicht warum, sie finden einfach: “Es stimmt hier etwas nicht.” Ist wohl der Same, der einst in dieser Welt ausgestreut worden ist, auf unfruchtbaren Boden gestreut worden, sodass er nicht aufgehen konnte? Hat nicht Christus selbst in seinem Gleichnis von diesem Samen gesprochen, der am Strassenrand auf Sand fiel und vom Winde verweht wurde, weil er keine Wurzeltiefe erhalten hatte? Hat nicht Christus selbst schon erwähnt, dass es darauf ankommt, wohin dieser Same gestreut wird? (Mat. 13, 3 –23.) Sind Samen und Erde gut, gibt es ein Gedeihen. Mit dem Glauben jedoch gab es kein Gedeihen. Lag es am Samen, oder war die Erde nicht gut? Etwas muss dabei nicht in Ordnung gewesen sein ...

Auch ich möchte nun ein Gleichnis geben. Da hat ein Mensch ein Haus, das vollkommen zerfallen ist; Stürme und Wetter haben es unbewohnbar gemacht. Es ist dem Zerfall gewidmet, und der Besitzer hat keine Mittel, um es auszubessern; und da es dem Zerfall gewidmet und dafür gezeichnet ist, kann er nicht mehr darin wohnen. Nun kommt ein Freund oder ein Verwandter und sagt ihm: “Ich bin bereit, dir das Haus neu aufzubauen, damit du wieder darin wohnen kannst. Du sollst wieder darin wohnen können. Aber wenn ich den Aufbau bezahlen muss und die Arbeit verrichte, wird das Haus mein Eigentum sein. Ich stelle es dir zur Verfügung, du kannst dein Leben lang darin wohnen, aber es wird immer mein Eigentum und das meiner Nachkommen bleiben. Denn ich mache es dir wieder zurecht, ich mache es dir wieder bewohnbar, und du kannst darin wohnen.”

Nun versucht, dieses Gleichnis einmal auf diese Welt zu übertragen. Es gab doch eine Zeit, eine furchtbare Zeit, wo Menschen in dieser Welt zu leiden hatten wie im Reich Luzifers, im Totenreich. Furchtbar war ihr Leben, voller Schmerz, voller Ungerechtigkeit, voller Lieblosigkeit. Und nun hat sich einer aufgemacht, um diese Welt zu verändern. Und wenn ihr heute diese Welt betrachtet und etwas an geistigen Erkenntnissen habt, so wisst ihr: Diese Welt gehört weder dem einen ganz noch dem andern – es sind zwei Herrscher, die Ansprüche stellen auf diese Welt. Einerseits ist es Christus, der seine Ansprüche stellt, und dies mit Recht, denn er hat diese Welt bewohnbar gemacht; er hat es den Menschen möglich gemacht, auf Erden zu leben, hier ihren Aufstieg zu beschreiten und in das ewige Leben hineinzukommen. Christus hat versucht, dem andern, der sich als Eigentümer dieser Welt bezeichnet, die Rechte über sie zu entreissen. Christus hat diese Welt so hergestellt, mit Gesetz und Ordnung, dass Menschen hier leben und ihren Aufstieg beschreiten können. Aber der andere besitzt immer noch Rechte über sie, die ihm auch früher angehörten. So sind zwei Eigentümer in dieser Welt. Und so kommt es doch auf die Gesinnung der Menschen an; durch sie geben sie kund, wem sie zugehörig sind. Sind sie Teilhaber jenes Herrschers, der die Totenrechte besitzt, oder sind sie Teilhaber bei jenem, der im Reiche Gottes das Wort führt? Sind sie durch ihre Gesinnung Erben Gottes geworden, oder sind sie Erben jenes Herrschers, der diese Welt zum Leidwesen und zum Unglück aller regiert – geben sie ihm das Mitspracherecht? Wer beherrscht denn diese Welt? Wer besitzt Rechte in dieser Welt?

Da alle Gläubigen Gott als den Gütigen und Allmächtigen anerkennen, so muss sich doch mancher fragen: Warum lässt uns Gott in dieser Angst und Unsicherheit leben? Warum lässt er nicht seine Engelswelt aussenden, so wie damals, als die Botschaft von der Geburt des Herrn verbreitet wurde, als der Himmel sich öffnete und Worte aus der Jenseitswelt, aus dem Himmelreich, in dieses Erdenreich drangen, als man die Worte vernehmen, hören konnte: “Freut euch, euch ist der Heiland geboren. Friede den Menschen auf Erden.”

“Christ ist geboren, Welt ging verloren.” Diese Welt sollte jenem Satan wirklich verloren gehen – er sollte sie wirklich verlieren. Aber sie ging ihm nicht verloren. Er ist nach wie vor Herr auf dieser Welt. Könnten Engel Gottes die Menschen dieser Welt leiten und führen, so wären wohl Liebenswürdigkeit, Freundlichkeit, Liebe, Güte, Gnade, Barmherzigkeit etwas, was man ständig erleben könnte. Göttliches würde zum Ausdruck kommen, göttliche Eigenschaften würden zum Vorschein kommen: Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit, Güte, Barmherzigkeit, Treue, Wohlwollen – das alles sind doch Eigenschaften der Himmelswelt. Und welches sind die Eigenschaften, die aus der Hölle kommen? Sind nicht Mord, Krieg, Raub, Totschlag das, was die Hölle verbreitet? Hat nicht die Hölle heute noch ihre Rechte? Sind es nicht die Menschen, die ihr Gefolgschaft leisten? Sie schenken ihre Aufmerksamkeit jenen, bei denen es Gewinne gibt, die ihnen gefallen. Anders ist das Leben und das Wirken, das von der Hölle zu den Menschen kommt und sie beeindruckt und beeinflusst. Anders ist es als das, was vom Himmel kommt.

Und doch wurde die Botschaft verbreitet: “Freut euch, euch ist der Erlöser geboren. Friede den Menschen auf Erden.” Dies wurde einst verkündet in diese Welt hinaus. So frohlockten die Engel des Himmels, ein Jubelschrei war es durch die Welt: “Freut euch, euch ist der Heiland geboren!” Dieser Heiland ist gekommen, dieser Heiland ist geboren.

Und nun die Frage an den gläubigen Christen: Wie rein ist wohl dieser christliche Glaube heute? Was versteht man heute überhaupt unter christlichem Glauben? Wie steht es mit der Wahrheit in diesem Glauben, wie wurde er aufgebaut? Was wurde den Christen alles erzählt, erklärt und versprochen? War es die Wahrheit? Es sind Unwahrheiten, und in diesen Unwahrheiten lebt die Christenheit noch heute, und sie fühlt sich nicht gedrängt, den Weg zu besserer Erkenntnis einzuschlagen, weil sie den Sinn davon nicht erkennt, weil sie kaum den Sinn der Menschwerdung Christi noch den Sinn des menschlichen Lebens überhaupt kennt.

Was ist wohl für ein Same in diese Welt ausgestreut worden? Was ist gewachsen aus dieser christlichen Lehre heraus? Wo ist da der Mut, wo ist da die Zugehörigkeit zur Wahrheit? Man hat weder Mut noch kennt man die Wahrheit. Wohl hört man die Botschaft, aber sie hat einem nichts zu sagen. Christus hat während seiner Lehrzeit des Öftern zum Ausdruck gebracht: “Wer Ohren hat, der höre. Wer Augen hat, der sehe. Aber auch die, die Ohren haben, hören nichts. Und auch die, die Augen haben, sehen nichts.” (Vgl. Mat. 13, 13 ff.) Diese Worte haben heute noch ihre Gültigkeit. Was verstehen die Menschen von der christlichen Lehre? Wo ist die Wahrheit? Was ist ihnen alles gesagt worden?

Ich habe in dieser Stunde harte Worte zu sprechen, gerade in der Zeit, wo wieder die Botschaft in der Christenheit verkündet wird und ihr es in der nächsten Zeit überall hören dürft: “Freut euch, der Heiland ist geboren, Friede den Menschen auf Erden”, und “Christus hat die Menschheit mit Gott versöhnt.” Solche Worte werdet ihr hören, und was bedeuten sie euch? Geben sie euch Trost und Sicherheit? Nein, sondern Angst ist das Zeichen der heutigen Zeit. So weit ist die Menschheit gekommen. Angst hat man nicht vor Gott und davor, er könnte diese Welt vernichten, sondern vor den Mitmenschen hat man Angst. Niemand spricht davon, man müsse Angst haben, Gott mache die Welt zunichte. Aber Angst hat man davor, dass die Menschen selber diese Welt zugrunde richten könnten. So weit ist die Menschheit heute. Und ist es nicht paradox? Auf der einen Seite verkündet man die frohe Botschaft vom Frieden der Welt, während andererseits die Menschen voller Angst sind und um ihr Leben zittern. Angst haben sie vor den Mitmenschen, nicht vor Gott. Vor Gott haben sie keine Angst; niemand spricht von Gott, dass man sich seinetwegen zu ängstigen hätte, weil er die Welt zunichtemachen würde.

So sollte man doch wahrhaft einmal darüber nachdenken, was es mit dieser Friedensbotschaft denn eigentlich auf sich hat. Blicken wir deshalb in die Vergangenheit und versetzen uns in die Zeit, als Christus auf Erden lebte und wirkte. Er hatte damals den Menschen versprochen: “Da, wo ich hingehe, sollt auch ihr hinkommen” (vgl. Joh. 12, 26; 14, 3). Er hatte von einer andern Welt geredet. Doch solange die Menschen diese andere Welt, diese für sie unsichtbare, feinstoffliche Welt, nicht anerkennen, werden sie den Frieden nie erreichen. Die christliche Lehre muss in ihrer Wahrheit verkündet werden. Nur so kann der Mensch erfassen, was seine Aufgabe in seinem Dasein ist. Er muss sich darüber klar werden, dass sein Leben von kurzer Dauer ist und es eine unsichtbare Welt gibt, in die er nach seinem Tode eingehen wird. Diese andere Welt ist für ihn als Mensch unsichtbar, aber er kann sie geistig sichtbar machen. Der gläubige Mensch kann dies. Wer dazu steht, ein Christ zu sein, und wer die Botschaften glaubt, die aus der andern Welt kommen und in regelmässigen Zeitabständen immer wieder verkündet werden, und wer versucht, sein geistiges und sein irdisches Auge so zu läutern, dass er in diese andere Welt hinüberzusehen vermag, der wird zu eigenen Erkenntnissen und zu einem Wissen kommen. Und so kann es niemanden mehr geben, der ihm Sand in die Augen streut und ihm Dinge erzählt, die unwahr sind; denn er selbst sieht in diese andere Welt hinein, er selbst besitzt Erkenntnis und ist sich seines Glaubens so sicher.

Wie wenige Menschen wissen im Grunde um den wahren Weg, den Christus in seinem menschlichen Dasein gegangen ist. Und wie wenige wissen wahrhaftig, auf welche Art und Weise seine Zeugung als Mensch vor sich gegangen war. Man versucht, dies den Menschen zu verschleiern, und verunsichert sie dadurch. Warum darf man den Menschen die Wahrheit nicht sagen? Das ist heute eben das Resultat von dem, dass so viele Unwahrheiten erzählt wurden. Warum erklärt man nicht, auf welche Art und Weise Christus in dieses menschliche Dasein gekommen ist? Warum versucht man, Menschen zu täuschen? Es gibt Menschen, die das glauben, was ihnen gesagt wird, weil sie nicht den Mut aufbringen, nicht die innere Überzeugungskraft, nicht die Schau haben ins Geistige hinein, um zu sagen: “Das ist Lüge, was man mir sagt.”

So möchte ich doch erwähnen, dass eine christliche Gemeinschaft behauptet, sie wäre allein selig machend. Könnte ein gerechter Gott so etwas sagen? Wie viele Menschen leben auf dieser Welt und gehören den verschiedensten Glaubensrichtungen an. Auch für sie hat Christus den Weg für den Aufstieg geebnet. Es braucht für den Einzelnen nur eine unterschiedlich lange Zeit, bis er zu dieser Erkenntnis gelangt. Und bis dahin sind es doch wohl Stützen, die sie an ihren Religionen haben, an die sie sich halten. Hat Gott nicht verschiedene Namen? Wie kann man behaupten, es gebe eine Religion, die allein in die Seligkeit führe? Können nicht auch andere Menschen in Gottes Gefälligkeit leben und in die höchsten Himmel aufgenommen werden? Ist es das Recht des Menschen, zu sagen, was dem lieben Gott gefällig sein soll? Wie viele Irrtümer sind in dieser Welt verbreitet worden. Und heute? Es gibt Menschen, die sich darüber Gedanken machen und sagen: “Bis hierher und nicht weiter.” Andere sind bereit, das bisher Gelehrte weiterhin anzunehmen und zu glauben; sie geben sich keine Mühe, zu überlegen und zu denken.

So kann es doch niemals einen dreieinigen Gott geben, wie behauptet wird. Wie können Menschen so etwas bejahen? Hat nicht Christus dafür gekämpft, als Sohn Gottes angenommen zu werden? Er hat doch von seinem Vater geredet – von seinem Vater. Christus selbst hat sich nie zu Gott gemacht. Wie hatte er doch zu kämpfen gehabt, den Menschen glaubhaft zu machen, dass er der Sohn Gottes ist. Wie hatte seine eigene Familie darunter gelitten, als sie eines Tages von ihm hören musste: “Ihr seid nicht meine Eltern. Mein Vater ist im Himmel.” Hat nicht Christus sich dagegen gewehrt, als seine Mutter und seine Brüder ihn suchten und man zu ihm ging und sagte: “Deine Mutter und deine Brüder stehen draussen und suchen dich”? Hat er nicht gesagt: “Was sagt ihr? Wer ist meine Mutter? Wer ist mein Bruder?”? (Mark. 3, 31 ff.) Christus hatte doch eine ganz andere Schau. Und was hat die Christenheit aus seiner Mutter gemacht, aus Maria, die er sich selbst im Himmelreich ausgesucht hatte, damit sie an ihm die Aufgabe erfülle und ihm leibliche Mutter werden würde in diesem irdischen Dasein? Christus hatte sie aus einer geistigen Familie herausgeholt, aus einer treu gebliebenen Familie; er hat sie ausgewählt. Er hatte die Zeit so eingeteilt und es eingerichtet, dass es möglich werden konnte – genau so, wie er es bei allen Geschöpfen eingerichtet hatte, die in seinem Erdenleben eine Rolle spielen und mit ihm zu tun haben sollten. Christus war es, der in der jenseitigen Welt diese Vorbereitungen getroffen hatte.

Und was haben die Menschen aus seiner Mutter gemacht? Sie verehren sie mehr als ihn, den Christus selbst. Aus Maria machten sie eine Mutter Gottes. Gott hat keine Mutter. Maria war die Mutter Jesu. Unwahrheiten werden in diese Welt gesetzt, Götzendienst wird daraus gemacht. Dieses muss der Christenheit doch einmal vor Augen geführt werden. Aber man lebt dahin. Wer hat schon den Mut dazu, die Wahrheit zu sagen? Muss nicht Gott eingreifen in diese Welt und die Menschen aufrütteln, damit sie zu anderem Denken kommen?

Was ist aus der wahren christlichen Lehre gemacht worden ... Wie einfach war die Lehre Christi. Und was ist daraus geworden? Wer glaubt daran? Betrachtet die Kirchen, die Gläubigen. Nicht alle sind bereit, das Gewordene zu bejahen. Diese Macht zerbröckelt so langsam; doch sie will es nicht wahrhaben. Aber das ist das Eingreifen Gottes. Langsam wird das Gebäude zerbröckeln – und es liegt am Menschen selbst, er braucht nur nachzudenken. Gott gab ihm Verstand, und er gab ihm die wunderbare Möglichkeit, mit seinem irdischen und geistigen Auge, so es geläutert ist, hinüberzusehen in diese andere Welt, in diese feinstoffliche Welt hinein. Dem Menschen stellt sich die Wahl: “Entweder bin ich bereit, die Botschaft zu bejahen, und ich glaube an die Engel des Himmels, die zum Menschen kommen und ihm beistehen, ich glaube an diese andere Welt – oder ich glaube nicht an sie und kann auch nicht ihre Feste feiern.”

Ist der Mensch bereit, diese Botschaften zu bejahen, so hat er die Möglichkeit, die Wahrheit zu erfahren, die Wahrheit zu erleben – und zwar er selbst, wie ich es betont habe. Er selbst kann die Wahrheit erleben, und niemand kann ihm mehr Sand in die Augen streuen. Diese Macht ist vorbei. Keine Gewalt kann mehr in dieser Weise auf einen Christenmenschen ausgeübt werden – so die Christen untereinander einig sind und stark werden im Glauben und diese Wahrheit vertreten.

Wie einfach ist der christliche Glaube. Wie einfach wäre es, auf die Seite Christi zu treten, um als Erbe Gottes gezeichnet zu werden. Denn der Mensch steht da in dieser Welt – auf der einen Seite ist das Reich Christi, auf der andern Seite ist das Reich der Finsternis; da ist der Teufel mit seinen Werkzeugen, um ihn zu umgarnen und zu gewinnen, ihm diese Worte in den Mund zu legen oder ihm solche Gedanken einzuflössen, an denen er, der Teufel, sich freuen kann. Und hat ein Mensch in seinem Herzen einmal etwas an Wahrheit aufgebaut, so ist dieser Teufel hinter ihm her, um diese Wahrheit wieder aus seinem Herzen herauszureissen. Denn die Welt, die Menschen in dieser Welt, sind nach der Gesinnung sein Eigentum. Er befiehlt noch über sie.

So hat der Mensch das Wohnrecht dieser Welt – und der Teufel seine Anrechte auf den Menschen. Warum wird das in der Christenheit nicht erklärt? Warum gibt es sogar Religionslehrer, die behaupten, es gebe keine Hölle, es gebe keinen Teufel und es gebe keine Erlösung? Es ist furchtbar, so etwas hören zu müssen, was so weit von der Wahrheit entfernt ist, nur weil das Ganze eine Macht geworden ist bei den Menschen. Einfluss hat es bekommen bei den Menschen. Und von Anfang an ist dieser krankhafte Same ausgestreut worden, von Anfang an. Nun geht es darum, dieses Unkraut auszureissen, es geht darum, den wahren Weg zu finden.

So nehme einer die Bibel in die Hand und lese ein Kapitel nach dem andern, einen Evangelisten nach dem andern und merke sich genau, was Christus gesagt hat, und merke sich genau, dass diese Worte auf das Geistige gerichtet sind: “Ich bin das Brot des Lebens” (Joh. 6, 35). “Wer an mich glaubt, wird leben” (Joh. 6, 47). Ja, “Wer an mich glaubt”, das hat heute noch seine Gültigkeit. Der heutige Mensch muss die Wahrheit bejahen und die Wahrheit glauben können. Dann hat er Leben in sich. Dann wird er nach seinem irdischen Tode in jene andere Welt eingehen, die ihm Wahrhaftigkeit und Seligkeit gibt. Dann wird er erkennen, was Wahrheit ist. Doch dieses kann er bereits zu Lebzeiten gewinnen. Er braucht sich darüber nur seine Gedanken zu machen.

“Wer an mich glaubt, wird leben.” – “Wer an mich glaubt, erfüllt auch die Gebote”, auch dieses hat Christus gesagt (vgl. Joh. 14, 15). Also muss das ganze Leben göttlich ausgerichtet werden, nach dem wahren christlichen Sinn. Wie schnell ist doch euer irdisches Dasein vorbei. Wisst ihr überhaupt, ob ihr morgen noch auf dieser Erde atmet? Keiner von euch weiss es. Was bedeutet schon die Dauer eines Menschenlebens gegen diese Ewigkeit? Der Mensch sollte versuchen, verstehen zu lernen, was Ewigkeit heisst. Er soll sich auch darüber klar werden, dass er für alles, was er sagt und was er tut, Rechenschaft abgeben muss. Ist sich der Christenmensch dessen bewusst? Wird das dem Christen gesagt?

Wie viele Worte werden nun in den nächsten Tagen über Christus gesprochen und über das Heil, das er den Menschen gebracht hat – als hätten die Menschen selber nichts zu leisten. Man soll sich aber einmal fragen: Warum musste denn ausgerechnet Gottes Sohn in dieses irdische Dasein kommen, um die Menschen zu erlösen? Aus welchem Grund? Warum war die Welt nicht vorher in Ordnung? Es muss doch eine Ursache gehabt haben, dass diese Welt nicht in Ordnung war. Und die Welt kommt nicht zur Ordnung, wenn sich die Menschen nicht nach den Geboten und Gesetzen Gottes ausrichten und sich darüber Gedanken machen, warum Christus, der Sohn Gottes, ins menschliche Dasein getreten ist. Und wovon hat er denn die Menschen erlöst? Oder glaubt man, man könne einfach sagen: “Es brauchte nie eine Erlösung”? Wo steht denn ein Christenmensch, der solches sagt? Er soll sich doch Gedanken machen über die Botschaft, die in diesen Tagen wieder verkündet wird; und wenn er nicht bereit ist, daran zu glauben, soll er sich fragen: “Warum feiere ich denn überhaupt diese christlichen Festtage? Warum sehne ich mich nach dieser Weihnachtszeit?” Warum spricht er von Weihnachten, wenn er nicht daran glaubt? Warum feiert er Ostern und Pfingsten, wenn er nicht daran glaubt? Der Mensch betrügt sich doch selbst. Es ist ein Beweis dafür, dass er Augen hat und nichts sieht und er Ohren hat und nichts hört. Der Mensch muss so weit kommen können, dass für ihn die unsichtbare Welt nicht so ein Geheimnis, nicht so etwas Unmögliches ist. Er muss erkennen, dass es die Feinstofflichkeit ist, ohne die es überhaupt kein Leben gegeben hätte – diese feinstoffliche Welt war, ehe die irdische Welt war. Und diese Erkenntnis gehört auch in den christlichen Glauben hinein.

Ja, liebe Geschwister, die Wahrheit kennenzulernen, ist nicht für jeden so einfach. Manchem bereiten diese Worte, die ich heute ausgesprochen habe, wirkliche Sorgen; er macht sich Gedanken darüber, ob das wohl stimmt. Ja, er wird es dereinst selbst erleben, ob es stimmt. Er hört ja die Botschaft von der Geburt des Herrn, dass der Heiland geboren wurde und der Menschheit Friede gegeben wurde, weil der Heiland geboren. Und ich frage: Wo ist der Friede? Die Botschaft kam vom Himmel, und vom Himmel kommt die Wahrheit. So muss es einen Grund haben, dass die Welt noch nicht in Frieden lebt. Der Mensch, der gläubig ist und die Wahrheit kennt, der weiss wohl: Die Welt ist auf dem Weg zum Frieden, aber dieser muss in vielen Stürmen erobert werden. Es wird einmal Frieden geben, aber nicht heute, nicht morgen, nicht übermorgen. Du erlebst es überhaupt nicht mehr. Vielleicht bekommst du einen Begriff von Zeit und Ewigkeit, wenn du bedenkst, dass es Millionen von Jahren gedauert hat, bis Gott im Himmelreich eingegriffen hatte und bis die Geschöpfe, die ungehorsam geworden waren, den Himmel verlassen mussten – Millionen von Jahren. Und Milliarden von Jahren hat es gedauert, bis diese irdische Welt so erstanden war, dass Menschen darauf leben können. Hat man da noch einen Begriff von Zeit? Spielt da die Zeit, wie der Mensch sie sich vorstellt, eine Rolle? Da ist eine andere Zeit gemeint, die nicht so zu berechnen ist, wie der Mensch sich gewohnt ist. Aber lange genug dauert das menschliche Leben. Denn dem Menschen wird verschiedentlich die Möglichkeit gegeben, sich zu bessern; und so tritt er in dieses Dasein, und nach dem heiligen Ratschluss und Willen Gottes wird er von hier wieder weggerufen und wird in eine andere Welt hineingeführt, damit er seine Gesinnung verbessern kann. Er wird Leistungen zu vollbringen haben, um aufsteigen und in ein besseres Leben eintreten zu können. In der unsichtbaren Welt, die er in seinem irdischen Dasein verneint, hat er dann manches zu leisten und wiedergutzumachen. Es wird ihm die Möglichkeit gegeben, Ordnung zu machen, Disziplin zu lernen. Die Jenseitswelt ist es, die dem Menschen etwas zu geben hat, die ihm die Möglichkeit gibt, zurückzugewinnen, was man einst verloren hat. “Welt ging verloren, Christ ist geboren.”

Ja, liebe Geschwister, so ist es doch die Aufgabe eines jeden einzelnen Christenmenschen, sich Gedanken zu machen. Jeder hat die Möglichkeit, mit seinem Auge einen Blick über die Grenzen in jene Weiten zu tun, und er wird sehen können, er wird hören können. Doch muss sich ein jeder dazu die Mühe nehmen und den Glauben haben.

Das Leben auf Erden ist doch vergänglich. Was weisst du, ob du morgen noch lebst? Was kannst du von deinem irdischen Besitz mitnehmen? Ist er nicht wertlos in der andern Welt? Du kannst auf dieser Erde das Kostbarste besitzen, hast du aber deinen Körper der Erde zurückgegeben, stehst du da als Geist, da, wo du hingehörst. Da sind es andere Werte, die grossgeschrieben werden, die Bedeutung haben. Es ist nicht das Vergängliche, sondern das Unvergängliche, das, was man nicht sehen kann: Wohlwollen, gute Gesinnung, Ehrlichkeit, Treue, Glauben, Liebe, Güte, Barmherzigkeit. Man kann sie nicht betasten, man kann sie nicht zur Schau stellen. Nichts dergleichen. Und gerade diese unsichtbaren Werte sind das, was wertvoll und von Bedeutung ist.

Betrachtet diese Menschheit und diese Welt von heute und ihren ‘Frieden’. Und doch versuche in dieser Zeit jeder nach seiner Möglichkeit den Frieden des Herzens zu gewinnen und den Frieden auszutragen, das Seinige zu leisten. Denn Christus verlangt es, dass ein jeder sein Kreuz trage und das Seinige leiste in diesem Heils- und Schöpfungsplan. Gemeinsam seid ihr ja aus den Himmeln gestürzt, gemeinsam sollt ihr euch wieder zusammenfinden. Gemeinsam sollt ihr jubeln und Gott danken für seine Güte, für seine Weisheit, wie geschickt er alles gelenkt und geführt hat, damit jeder den Weg zurück in die geistige Heimat finden kann – jeder auf seine Art und Weise. Wie wunderbar ist doch diese Schöpfung Gottes. So soll man Gott die Ehre geben und ihm danken für alle Wohltaten. Und ist man zu dieser höheren Erkenntnis gekommen, so gibt es nur ein Danken, ein Lobpreisen Gottes dafür, dass er es ermöglichte, dass die Seinen wieder in seine Welt zurückkehren können, dass er seinen Sohn ausgesandt hatte, um sie zurückzurufen in seine Welt. Zu Christus gehörten sie einstmals, und zu ihm sollen sie zurückkehren. Doch dies braucht seine Zeit, und so wird die Botschaft von der Geburt des Herrn weiter verkündet, bis in eine Zeit hinein, die nicht zu bemessen ist. Denn weit ist der Weg zurück zum Glück. Aber man findet das Glück, man findet die Seligkeit. “Wer an mich glaubt, wird leben.” Ja, dieses gilt für den Christenmenschen, der gläubig ist. Er wird dereinst in einer Welt leben, in der er sich glücklich schätzt; und er wird sich freuen in jener Welt, denn sie ist seine wahre Heimat. In diese, seine wahre Heimat, muss er zurückkehren. Da, wo sein wirkliches Zuhause ist, findet er restlos sein Glück. So muss er sich auf den Weg machen dorthin. Das ist die Aufgabe des Menschen. Und er hat wahrhaftig vieles zu erfüllen in dieser seiner irdischen Welt. Aber er wird dereinst glücklich sein über seine Leistungen, die er im Erdenleben vollbracht, und er wird dankbar sein für die Erkenntnisse, die er erreicht hat. Die Wahrheit hat ihn besucht, die Wahrheit hat ihn umfangen, und die Wahrheit ist bereit, in treuer Freundschaft mit ihm verbunden zu sein – so ist es seine Sache, ihr die Treue zu halten.

So, meine lieben Geschwister, ich vermag nur zu sagen: Seid wachsam, und haltet die Augen offen, und höret zu, was gesagt wird. Und danket Gott, dass er es möglich machen liess, diese Welt zu erretten, und es Wahrheit werden wird: “Und es wird keiner verloren gehen” (vgl. Joh. 6, 39). Dieses ist ein wunderbarer Trost für den Christenmenschen, der glaubt. Keiner wird verloren gehen. Doch über weite Zeitabstände wird es gehen, bis alle sich wieder zusammenfinden, bis alle gemeinsam jubeln. Lange, lange Zeit wird es noch gehen. Aber in der Hoffnung darauf kann der Mensch leben, denn es wird geschehen. Denn was Christus gesagt, wird sich erfüllen.

So, liebe Geschwister, möchte ich euch mit dem Segen Gottes entlassen. Möget ihr zu diesen Erkenntnissen kommen, die ihr in eurem Leben nötig habt und die euch im Leben stark machen und mit Mut erfüllen. Und ihr werdet dereinst darüber glücklich sein, das Licht des Himmels zu sehen und die Wahrheit erleben zu dürfen. Welcher Jubel, welche Freude bei all jenen, die sagen können: “Und ich habe es schon zu meinen Lebzeiten als Mensch erfahren.”

So, liebe Geschwister, seid dankbar für alles, was Gott euch gegeben – für euer Leben, für alles. Denn alles geschah mit Wissen und Willen Gottes. Aus Gottes Willen heraus ist alles geschehen. So möge der Segen Gottes und die Kraft der Wahrheit euch durchs Leben begleiten und euch stets den Weg zeigen und den Blick öffnen für die andere Welt. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrer Josef vom 28.11.1981 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Heft 6/2014
Preis USD 4.00
21 Seiten, 21 × 29,7 cm