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Aufstieg aus den Bereichen der Hölle – Wie gelingt es einem unseligen Geist, dem Reich Luzifers zu entfliehen? – Verschiedene Wege der Rückführung
Cover der Zeitschrift Geistige Welt, Heft 4/2014 zum Thema Aufstieg und Rückführung – erste Schritte der Heimkehr
Geistige Welt 4/2014
Aufstieg und Rückführung –
erste Schritte der Heimkehr
Beschreibung

Die Vorträge dieses Themenheftes geben Auskunft über den Aufstieg der gefallenen Geschöpfe, über ihren langen Heimweg zurück ins Reich Gottes. Seit Erfüllung des Erlösungswerks Christi, seit seinem Sieg über Luzifer, muss dieser all jene Geistwesen aus seinem Reich ziehen lassen, die dem Bösen nicht mehr dienen wollen, in deren Seele das Verlangen erwacht ist, wieder zum Vater im Himmel zurückzukehren.
Engel Gottes bemühen sich um den Aufstieg ihrer Geschwister. Sie kümmern sich nicht nur um die Menschen und um die Geister in den Aufstiegsstufen des Himmels, sondern sie finden auch Zugang in die Ebenen der Hölle. Hier helfen sie den Unseligen, aus dem Reich Luzifers zu entfliehen. Auch die Hölle hat ihre Besserungsstufen. Wer hier aus freier Entscheidung einen Gesinnungswandel durchmacht und die oberen Aufstiegsstufen erreicht, gelangt in den Schutz der göttlichen Welt. Sie erklärt den Heimkehrwilligen ihren weiteren Weg des Aufstiegs. Während die einen ihre Heimkehr beschleunigen können und nach einer gewissen Vorbereitung direkt in ein erstes Menschenleben treten dürfen, müssen andere aufgrund ihres einstigen Verschuldens beim Abfall zuerst den langen Weg über die verschiedenen Naturreiche nehmen.

Themenheft 4/2014: Aufstieg und Rückführung – erste Schritte der Heimkehr

Inhalt
Aufstieg aus den Bereichen der Hölle

Josef, 15. April 1972

Aufstieg aus den Bereichen der Hölle

Seit dem Sieg Christi über Luzifer und dem Letzten Gericht steht es in der neuen Gesetzgebung festgeschrieben: Luzifer muss all jene Geistwesen aus seinem Reich ziehen lassen, die dem Bösen nicht mehr dienen wollen, in deren Seele das Verlangen erwacht ist, wieder in die wirkliche Heimat zurückzukehren. Doch nicht bei allen dieser Heimkehrwilligen ist dieser Wille gleich intensiv und ehrlich – einig ist man sich nur in einem: Man will den luziferischen Ebenen ganz entfliehen. Diesen Geistwesen nähern sich Engel Gottes, die überall in den höllischen Ebenen Wache halten. Sie erklären ihnen ihren weiteren Weg des Aufstiegs. Während die einen ihre Heimkehr beschleunigen können und nach einer gewissen Vorbereitung direkt in ein erstes Menschenleben treten dürfen, müssen andere aufgrund ihres Verschuldens zuerst den langen Weg über die verschiedenen Naturreiche nehmen.

Josef: Gott zum Gruss. Meine lieben Geschwister, ich habe euch schon wiederholt erklärt, wie überall in der Natur Engel Gottes als Wächter verteilt sind, auf Feld und Flur, unter der Tierwelt wie unter den Menschen. Um einzelne Menschen können sogar zwei oder drei Geister Gottes besorgt sein, wenn es darum geht, dass sie behütet werden an Leib und Seele. Kein Mensch ist ungesehen, jeden kennt man, und ein jeder ist in einen Plan eingereiht. Der Engel Gottes, der dem planenden Geist Gottes vorsteht, kennt sie alle. Er lässt sie prüfen, oder er geht selbst hin, um Nachschau zu halten. Geister Gottes halten auch Wache in den höllischen Bereichen, und zwar bis hinab in ihre untersten Stufen; denn jene, die der Hölle vorstehen und deren Tun genau begrenzt ist, müssen ebenfalls überwacht werden. Aber auch diese Hölle hat ihre Aufstiegsstufen, und darin halten sich göttliche Wächter auf zum Schutze jener gefallenen Wesen, die den tiefsten Sphären der Hölle schon entweichen und bis hierher gelangen konnten.

Wie aber können solche Geistgeschwister aus ihrer Hölle so weit entfliehen? Es steht in der einstigen Abmachung zwischen Christus und Luzifer fest verankert, dass Luzifer all jene ziehen lassen muss, die ihre Gesinnung ändern und die dem Bösen nicht mehr dienen wollen, in deren Seele das Verlangen erwacht ist, wieder in ihre wirkliche Heimat zurückzukehren. Doch nicht bei allen ist dieser Wille gleich intensiv und ehrlich. In den unteren Aufstiegsstufen der Hölle findet man noch eine gewisse Oberflächlichkeit, auch eine Unsicherheit im Glauben. In einem ist man sich aber einig: Man will diesen luziferischen Ebenen ganz entfliehen, und da man dort den Gehorsam verweigert, muss Luzifer sie auf Anordnung des Erlösers ziehen lassen. Ihnen nähern sich die in diesen Tiefen Wache haltenden Geister Gottes und versuchen, sie aufzuklären und einzuordnen, je nach ihrer Einsicht. Sie müssen diese Unseligen darüber aufklären, welche Wege des Aufstieges ihnen offenstehen. Es wird ihnen auch einiges von der Erde und ihren Menschen erklärt und dass sie, wenn es an der Zeit ist, auch in ein materielles Dasein einverleibt werden.

Zu den göttlichen Wächtern gesellen sich auch verstorbene Menschen, die sich unter ihrer Führung im Heilsplane Gottes nützlich machen wollen. Auch sie nähern sich diesen Unseligen, erklären ihnen, welche Erfahrungen sie in ihrem Erdenleben gemacht haben und wie man als Mensch seinen geistigen Aufstieg beschleunigen kann. Sie erzählen ihnen auch von den Schwierigkeiten, die es im Zusammenleben der Menschen gibt. Das alles müssen sie diesen niederen Wesen, die doch noch kein menschliches Leben hinter sich haben, auseinandersetzen und dass man, wenn es an der Zeit ist, in einem grobstofflichen Leib Einlass finde und dann als Mensch befähigt sei, zu denken und zu handeln. Ich möchte fast sagen: Es geht den Geistern Gottes genauso wie uns, wenn wir euch erklären müssen, wie es bei uns ist oder wie ein Geistwesen aussieht. Es ist für den Menschen, der nicht von innen heraus zu diesem Geistglauben gedrängt wird, ebenso schwer, das Geistige zu erfassen und zu verstehen, wie es für einen solch niederen Geist schwer ist, das materielle Leben zu verstehen. Schwer zu begreifen ist es für sie, wenn man ihnen sagt: “Du als Geist wirst einverleibt und geboren als kleines Menschlein und wirst auf dieser Welt heranwachsen.” Solches erklären ihnen gerade verstorbene Menschen, hilfreiche Seelen: “Ich lebte auch als Mensch unter Menschen, und ich hatte diese und jene Erfahrungen gemacht, diese und jene Enttäuschungen erlebt. Aber schliesslich habe ich doch einen Gewinn daraus gezogen.”

So muss man es ihnen von Grund auf erklären. Noch hatten sie ja gar keine Möglichkeit, den Menschen so zu sehen, wie er lebt, wenn sie nicht früher schon mit Menschen in Berührung gekommen waren, indem sie selbst von der Hölle heraus unter den Menschen Unheil angerichtet hatten. Hier handelt es sich ja um Geistwesen, die einsichtig geworden sind und wieder in ihre wirkliche Heimat zurückkehren möchten.

So werden diese niederen Geistgeschwister, die sich durch die Aufstiegsstufen der Hölle mühen, belehrt und dazu aufgerufen, sich bereitzuhalten für die Einverleibung in ein solches menschliches Leben. Man belehrt sie, dass sie, die sich jetzt in diesen Aufstiegsstufen befinden, die aus der Hölle führen, von Engeln Gottes betreut und unterrichtet würden; durch diesen Vorzug könnten sie ihre Heimkehr in die wahre Heimat beschleunigen, nämlich durch die Einverleibung direkt in einen menschlichen Leib [im Gegensatz zu jenen, welche den Aufstieg durch niedere Lebensformen anzutreten haben]. Diese Bevorzugung hätten sie nur ihrer Einsicht zu verdanken und womöglich auch dem, dass sie sich einst beim Geisterfall nicht so sehr verschuldet hatten. Denn jene, die sich nicht im höchsten Masse verschuldet haben, erlangen im Allgemeinen die Erkenntnis schneller. Sie bereuen und sind schneller bereit, etwas zur Sühne auf sich zu nehmen, etwas Besonderes zu leisten, um die Rückkehr antreten zu können. Sie haben sich von Luzifer bereits losgemacht und stehen schon nicht mehr unter direkter Führung seiner Helfershelfer. An ihrem Aufstieg kann man sie nicht hindern. Der geistige Aufstieg muss auf allen Ebenen gleichzeitig und in gleichem Masse vor sich gehen. Durch Gottes Liebe, Gnade und Weisheit ist ihnen die Möglichkeit gegeben, diesen höllischen Ebenen zu entfliehen.

Da stehen nun geistige Lehrer bereit, diesen niederen Wesen beizubringen, was sie ihrer Entwicklung gemäss gerade zu verstehen und zu begreifen vermögen. Neben diesen geistigen Lehrern sind auch die göttlichen Wächter von grosser Notwendigkeit. Man hat es doch mit niederen Wesen zu tun, deren Seele noch von düsterem Denken und Wollen belastet und beeinflusst ist. Es sind keine geläuterten Seelen, sondern noch düstere Wesen, die aber schon den Willen aufbringen vorwärtszustreben. Das kommt den teuflischen Anführern nicht gelegen. Aber obwohl sie dagegen machtlos sind, versuchen sie es durch Schlauheit, die ihnen Entronnenen unsicher zu machen. Denn diese müssen aus freiem Willen selbst entscheiden, ob sie den schweren Weg des Aufstieges anzutreten gewillt sind, denn der wird ihnen nicht leicht gemacht. So steht die Möglichkeit noch offen, dass teuflische Geister, wenn sie durch die noch höllischen Aufstiegsstufen ziehen, gegenüber den ihrer Macht bereits Entflohenen irgendwelche Bemerkungen machen, um sie zurückzugewinnen oder sie doch aufzuhalten. Eine solche geringe Beeinflussung wird von der höheren Geisterwelt als Prüfung zugelassen. Denn sie müssen beweisen, dass sie aus innerster Überzeugung das Verlangen haben vorwärtszukommen. Es ist eben so in diesen niederen Aufstiegsstufen, dass sich nicht alle gleich anstrengen. Nicht alle kommen gleichermassen vorwärts, sondern viele haben immer wieder ein Wenn und Aber; sie fühlen sich unsicher und bleiben lange auf derselben Stufe stehen. Da reicht es, wenn ein Verführer im Vorübergehen eine einzige Bemerkung macht, um einen Willensschwachen zurückzuhalten. Die Geisterwelt Gottes aber verhindert diese Prüfung nicht. Würden jedoch die Gutwilligen, die Aufwärtsstrebenden, über das erlaubte Mass hinaus versucht, so würden die Versucher von den geistigen Wächtern weggewiesen.

Die, deren Glaube schon erstarkt ist, haben kein Ohr mehr für diese Rädelsführer Luzifers, wohl aber die Schwachen, die Wankelmütigen. Die können noch beeinflusst werden, und dann bleiben sie länger auf ihrer Stufe stehen. Die niedere, die teuflische Welt gibt sich auch schon mit diesem Erfolg zufrieden. Denn sie will und kann auch nichts anderes, als überall da, wo sie Zugang findet, den geistigen Aufstieg eben aufzuhalten, sei es in dieser Aufstiegsstufe, die direkt aus der Hölle führt, oder sei es beim einzelnen Menschen selbst. Und darum sind diese Wächter so notwendig, überall, wo man befürchten muss, dass durch niedere Geister Unheil angerichtet werden könnte.

Man erklärt den niederen, von Luzifer gelösten Geistern, dass sie nach ihrer ersten Einverleibung als Mensch nicht mehr in diese Aufstiegsstufen der Hölle zurückzukehren hätten. Sie hätten damit also die höllischen Ebenen überwunden und mit jenen Verführergeistern nichts mehr zu tun. Sie wären Herr über sich selbst und könnten selbst entscheiden, wo sie verweilen möchten. Sie könnten in der geistigen Welt weiterleben oder auch zurückkehren zu den Menschen, mit denen sie zusammengelebt hätten. Es würde ihnen also eine grosse Freiheit gelassen. Das alles wird ihnen erklärt, und so gehen die einen doch mutig voran.

Aber wenn man nun das Ganze wieder überdenkt, so kommt einem zum Bewusstsein, dass all jene, die aus den luziferischen Sphären kommen, in ihrer Seele sehr belastet sind, dass sie, einmal einverleibt, den Mitmenschen meist viel Schwierigkeiten bereiten. Es ist schwer, mit ihnen auszukommen. Es sind Menschen, die sich weder in die geistige noch in die weltliche Ordnung fügen. Sie wollen ihre eigenen Wege gehen. Jene, die zum ersten Mal die Menschwerdung annehmen, haben es besonders schwer, sich mit dieser Welt vertraut zu machen und sich den Mitmenschen anzupassen, denn es liegt noch so viel Nachteiliges in ihnen. Es kommt noch so viel von ihrem früheren Denken und Wollen zum Vorschein; es kommt noch so viel Niedrigkeit aus solchen Menschen heraus, sodass mit ihnen einfach nicht auszukommen ist. Sie sind eben in ihrer Seele dem Bösen noch viel zu nah, sodass sie hinter allem nur immer alles Böse und Niedere sehen. Sie haben sich von der Bosheit, in der sie ja so lange gelebt hatten, noch nicht ganz getrennt. Sie haben noch keine grosse Distanz zum Erleben des Bösen, des Niedrigen gewonnen, und das lastet schwer auf ihnen selber. Doch ist es für sie ein sehr wichtiger Schritt, den sie für ihren Aufstieg gemacht haben.

Nun aber zurück zu den luziferischen Ebenen. Dort sind doch noch ungezählte Wesen, die ebenfalls ihren Aufstieg antreten müssen. Dieses aber kann teilweise nur unter Gewaltanwendung der Engel Gottes geschehen. Mit Gewalt müssen diese ganz niederen Seelen dort entrissen und in eine Zwischensphäre hinaufgebracht werden. Es sind Seelen, die sich nicht aus freiem Entscheid hätten entschliessen können, den Aufstieg anzutreten. In ihnen ist zu viel Niedrigkeit, und als hilfreiche Werkzeuge der luziferischen Mächte vermögen sie nicht einzusehen, dass es für sie etwas Besseres geben müsste. So muss die Geisterwelt Gottes diese zutiefst Unseligen den höllischen Ebenen geradezu entreissen, sonst würde es für sie auf lange Sicht keine Rettung geben. Es muss sich aber auch hier erfüllen, die Erlösung, wofür Christus gestorben ist. Auch für diese Unseligen muss der Zeitpunkt der Befreiung und Erlösung kommen. Doch die bis anhin so teuflisch denkenden Wesen brauchen natürlich einen viel, viel längeren Aufstiegsweg; denn es wäre ganz unmöglich, Wesen von solcher Niedrigkeit und Boshaftigkeit gleich in einen menschlichen Leib einzuverleiben. Da ist der Aufstieg nur auf einem unendlich viel langsameren Wege möglich, und zwar fängt es an beim niedersten Leben, das auf der Erde anzutreffen ist. Dann hat es viele Wandlungen über sich ergehen zu lassen – es geht weiter über das Mineralreich, über das Pflanzen- und das Tierreich, bevor man an eine Umwandlung und Eingliederung in das höchste irdische Leben, das menschliche, denken kann. Bis es einmal so weit kommen kann, ist der Geistesleib an die verschiedensten Leiber niederster Tiere gebunden, die ihm vorübergehend und abwechselnd zum Gefängnis werden. Der so tief stehende Geist, der gezwungen wird, diesen langen Weg der Entwicklung durch die Materie einzuschlagen, gibt, wenn er beispielsweise für kurze Zeit an eine Blume gebunden ist, ihr die Lebendigkeit. Alles Leben auf der Erde, und mag es in euren Augen noch so niedrig erscheinen, hat seine Lebendigkeit durch die Verbundenheit mit einem lebendigen Geist. Und dieser Geistesleib ist an die materielle Form gebunden, und diese äussere Form wird zu seinem materiellen Leib. Vielleicht ist es eine Blume, vielleicht ein kleines Insekt. Ist aber die Blume verwelkt, das Insekt gestorben und das geistige Leben aus ihnen entwichen, so werden sie wieder zu Staub und Erde. Es ist doch überall auf Erden das Vergängliche, an das der Geistesleib gebunden ist. Und der Geist gibt dem irdischen Körper die Lebendigkeit. So verhält es sich bis zur höchsten irdischen Entwicklungsform – dem Menschen. Das menschliche Wesen, das ist die höchste Stufe geistiger Entwicklung auf der Erde.

Ich versuche euch den Hergang dieser Höherentwicklung zu erklären, aber ob ihr es mit euren Begriffen und mit eurem Verständnis auffassen könnt, das ist wieder eine andere Frage. So wissen wir wohl, warum wir oftmals so zurückhaltend sein müssen mit diesen Erklärungen: weil wir auf so viel Widerstand und Unverständnis stossen. Aber anderseits betrachten wir es als unsere Pflicht, es jenen zu offenbaren, die in ihrer geistigen Entwicklung und in ihrer geistigen Schau so weit sind, dass man ihnen auch den Aufstieg aus den höllischen Bereichen auf diese Weise erklären kann. Diesen kann es ja nur geben, wenn er von oben gefördert wird, wenn Engel Gottes herniedersteigen und diese Umwandlungen veranlassen, dass auch jene Unseligen ihren langen Weg der Rückkehr antreten können. Dass es für jene einen so langen Weg braucht, das ist ganz in Ordnung. Es wäre für sie selbst nicht gut, wenn ihr Aufstieg zu schnell erfolgen würde, ist doch ihre Seele noch nicht geläutert. Erst mit der Zeit, auf dem langen Weg vom niederen zum höheren Leben, erkennt die Seele eines solchen Wesens den Sinn dieser Einverleibung, und sie freut sich, zu erkennen, dass es für sie diesen Aufstieg gibt, in immer höhere Stufen hinein, nachdem sie durch die allerniedrigsten Stufen hindurchgegangen ist. Sie empfängt die Gewissheit des Aufstieges und der endlichen Rückkehr ins Himmelreich.

Haben jene, die aus den luziferischen Ebenen aufsteigen, einmal auch jene oberste Stufe ihrer Entwicklung erreicht, das heisst den letzten Punkt vor der menschlichen Einverleibung, bedürfen sie noch einer besonderen Umwandlung. Zuerst werden sie belehrt, es kann wieder mit ihnen gesprochen werden. Ihr ganzes Wesen ist zu einem höheren Leben erwacht, sodass sie die Belehrungen auch verstehen. Denn während ihrer Einverleibung in diesen niederen Daseinsstufen war ihre Überlegungskraft so viel wie eingenebelt. In diesen primitiven Lebensformen besitzen sie kein Urteilsvermögen und empfinden nur gerade ihr Dasein und eine unbestimmte Hoffnung auf eine künftige Erleichterung. Aber sie sind in ihrem Wirken noch eingeengt; ihre Seele ist wie eingenebelt, und es ist ihnen unmöglich, zu denken wie auf der obersten Stufe, von der aus es eine Menschwerdung gibt. Wenn sie diese oberste Stufe erreicht haben, wird ihnen alles wieder zurückgegeben. Das heisst, ihre ganze geistige Lebendigkeit besitzen sie wieder, die Überlegungskraft und das Denkvermögen. Und da wird es ihnen klargemacht, dass ein neuer Abschnitt für sie beginnt, dass sie in das menschliche Leben geboren werden und ihr Weg von dort aus weiterführt und dass damit diese niedere Entwicklung für sie abgeschlossen ist.

So finden die Engel Gottes immer und überall Beschäftigung. Und es ist auch von grosser Wichtigkeit, dass gute verstorbene Menschen willig im Heilsplan mitwirken. Sie können diesen niederen Wesen ihre menschlichen Erfahrungen darlegen und die Engel Gottes unterstützen. Aber ich weiss, dass der eine und andere sich jetzt überlegt und sich fragt: “Sind denn noch immer so unendlich viele niedere Wesen in dieser Hölle?” Darauf muss ich antworten: “Leider ja.” Es gibt dafür noch keine Zahlen, es fehlt euch auch das Verständnis dafür, wollte ich euch Erklärungen darüber geben. Es sind eben der Scharen ungeheuer viele, die ich weder in Worten noch Zahlen auszudrücken vermag. Ich kann nur sagen: Sie sind ständig im Aufstieg. Und es befinden sich immer Geister Gottes unter ihnen, um sie den luziferischen Ebenen zu entreissen und auf den Weg nach oben zu bringen. Noch aber kann sich Luzifer nicht beklagen, er hat immer noch genug Helfershelfer. Er findet sie in seiner Welt, und er findet willige Werkzeuge auch auf dieser Erde. Er findet sie wieder einverleibt im Menschenreich, und sie dienen ihm wieder, denn so ganz verloren sind sie für ihn leider noch nicht. Und sehr oft begibt sich ein Mensch selbst in Gefahr und kommt in der Versuchung um.

Nun, liebe Geschwister, ich habe heute genug zu euch geredet, und es ist genug, was ihr überlegen könnt. Ich erbitte für euch alle den Segen Gottes und die Erleuchtung eurer Seele, damit alles, was ihr hier vernehmt, zu eurem Heil und geistigen Fortschritt dienen möge. Wenn ihr dereinst zu uns herüberkommt, solltet ihr für uns doch gute Helfer werden im Heilsplan Gottes, gewissenhafte Diener, die uns zur Seite stehen möchten. Denn auf diesem Wege kann man sich manches verdienen.

So möge Gottes Segen euch begleiten. Möget ihr behütet und beschützt sein vor Not und Gefahr, und möget ihr gesunden an Leib und Seele. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrer Josef vom 15.4.1972 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Erstveröffentlichung in der Zeitschrift “Geistige Welt”)

Errettung aus dem Reich Luzifers

Josef, 15. Mai 1971

Errettung aus dem Reich Luzifers

Die Geister Gottes bemühen sich um den Aufstieg ihrer Geschwister. Sie kümmern sich nicht nur um die Menschen und um die Geister in den Aufstiegsstufen des Himmels, sondern sie finden auch Zugang in die Ebenen der Hölle. Hier helfen sie den Unseligen, aus dem Reich Luzifers zu entfliehen.

Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, wenn ich mich an euch wende, dann kann ich euch jedes Mal etwas von der überirdischen Welt entschleiern. Diese überirdische Welt ist doch für die meisten eine geheimnisvolle Welt. Aber im Grunde genommen ist sie nicht geheimnisvoll; geheimnisvoll machen sie die Menschen. Diese andere Welt möchte sich doch mit all ihren dort befindlichen Heiligen dem Menschen zuwenden; sie möchte mit dem Menschen ins Gespräch kommen und ihm etwas von der zukünftigen Welt erzählen, in die er wieder eingehen wird. Die Heiligen des Himmels möchten die Verbindung zu den Menschen haben, und sie möchten so im Gespräch mit ihnen bleiben, damit sie dieser andern Welt nicht entfremden. Diese andere Welt soll dem Menschen etwas Vertrautes sein. Man wird ja wieder in diese überirdische, geistige Welt zurückkommen, und man soll sie dann nicht als fremd betrachten, sondern gleich erkennen: “Ich bin wieder ins Vaterhaus zurückgekehrt”, in eine dieser Wohnungen, von denen Christus gesprochen hat, dass er hingehe, um sie vorzubereiten. “Ich bin in das Haus des Herrn zurückgekehrt” – so sollte die Erinnerung sein beim Einzelnen. Wenn man aber auf der irdischen Welt als Mensch lebt und sich von der Geisteswelt entfremdet, bewusst entfremdet, dann fällt es einem wohl schwer, bei der Rückkehr mit dieser neuen Welt vertraut zu werden; denn die Erinnerungen an sie sind ausgelöscht worden durch das menschliche Leben, das so viele Eindrücke in die Seele gelegt hat. So viele Erinnerungen, so vieles, das man nicht vergessen kann und nicht vergessen will, hat seine Wurzeln gefasst in der Tiefe der Seele.

Nun habe ich ja immer wieder die Möglichkeit, euch von der andern Welt Erklärungen zu bringen, sie euch zu schildern, von ihren Gesetzen, von ihrer Ordnung zu reden. Und so möchte ich auch heute in dieser Stunde euch etwas Besonderes erklären.

Die Heiligen des Himmels bemühen sich um den Aufstieg ihrer tieferstehenden Geschwister. Sie bemühen sich zum einen um die Geschwister, die in der jenseitigen Welt im Aufstieg begriffen sind, die der Belehrungen bedürfen, der Läuterung, also der Wiedergutmachung. Man kann sie doch nicht einfach sich selbst überlassen; man muss sich ihrer annehmen. Und auch einem hohen Geist Gottes ist es nicht zu viel, sich eines Geistwesens anzunehmen, das in den untersten Aufstiegsstufen steht, und es auf seinem Heimweg, auf seinem Weg zu Gott, zu begleiten. So tun sie das mit ihren Geschwistern in ihrer Welt, wo sie einander von geistigem Auge zu geistigem Auge gegenübertreten können und miteinander ins Gespräch kommen. Aber die Aufgabe der Geister Gottes besteht ja nicht nur darin, jenen aufsteigenden Geistwesen behilflich zu sein, sondern da ist ja auch die Menschheit. Um ihretwillen wurde ja die Erde geschaffen, und um ihretwillen ist Christus, der Erlöser, Mensch geworden. Um ihretwillen musste er die Brücke zu Gott wieder bauen. Also kann man doch ganz besonders auch die Menschen nicht einfach sich selbst überlassen. Sie bedürfen genauso des Beistandes und der Hilfe wie jene aufsteigenden Geistwesen in der jenseitigen Welt.

Die Menschen auf Erden sind nun aber eingekleidet in ihren materiellen Leib. Sie haben ihr Denken auf das Irdische ausgerichtet und sind entfernt vom Geistigen; sie können die hilfreichen Geschwister nicht sehen. Doch diese hilfreichen Geschwister haben ihre Aufgabe an ihnen. Wenn nun Menschen gläubig sind, vermögen sie eine engere Bindung zu Gott zu schaffen. Wenn sie eine wirkliche Frömmigkeit der Seele haben, dann werden sie auch dafür besorgt sein, dass ihre Seele gepflegt wird, dass ihr Denken, ihr Herz und ihre Seele Ausdruck eines vornehmen Wesens wird. Betrachtet man die Gesetze Gottes und die Lehre Christi, dann muss es einem wirklichen Gläubigen und Frommen auch klar werden, was recht und was unrecht ist. Da steht er aber womöglich verlassen in dieser Welt – die andere, geistige Welt ist ihm ja verschlossen, er kann ja nicht Einsicht nehmen. Und doch ist es die Geisteswelt, die ihre Aufgaben an den Menschen erfüllen will. Sie kann aber mit dem Menschen nicht so ins Gespräch kommen, wie sie es mit ihren Geschwistern in ihrer Welt kann. Dort kann sie ihnen doch Ratschläge geben, kann ihnen beistehen in ihrem Aufstieg. Diese Geschwister sehen die Engel Gottes vor sich, sie können sich an sie wenden und sich mit ihnen unterhalten.

Die Menschen aber sehen die Geister Gottes nicht, die bei ihnen sind. Und es ist für die Geister Gottes schwer, diesem einverleibten Geist etwas näherzukommen, es sei denn, der Mensch ist innerlich so erleuchtet und dazu gedrängt worden, nach dem Sinn und Zweck des Lebens zu fragen, anstatt nur davon zu reden, dass die überirdische Welt so geheimnisvoll wäre. Um den Geistern Gottes näherzukommen, muss der Mensch darüber nachdenken, dass es doch wohl auch einen Schöpfer gibt, der alle Dinge geschaffen hat. Und er muss sich dann dieser andern Welt zuwenden, Augen und Ohren haben für etwas Feineres, Gefühlvolleres, Schöneres, Edleres als nur für das, was die Welt zu bieten hat. Man muss also seine Gefühle verfeinern, um ins Gespräch mit jenen andern zu kommen. Man muss auch seine Seele pflegen, damit man alles richtig wahrnimmt und versteht und sich auch darüber klar wird, dass man als Geschöpf Gottes auf dieser Erde eine Aufgabe zu erfüllen hat und man ein Diener Gottes ist. Ein Diener Gottes – das ist etwas so Gehobenes, Edles, Vornehmes und schliesst jede Tätigkeit aus, die andere Menschen verwirft, unglücklich, unzufrieden macht. Vornehm und edel muss man sein, will man ein Diener Gottes sein.

So möchten also diese Heiligen des Himmels mit dem Menschen ins Gespräch kommen. Und das ist wahrlich nicht immer leicht. Die Engel suchen den Weg, und sie ebnen den Weg und die Möglichkeiten; doch die Menschen verschliessen ihnen die Wege und die Möglichkeiten, weil sie nicht eins werden mit diesen Heiligen des Himmels, mit ihrem Denken und Wollen. Will man sie hören, will man sie vernehmen, dann muss man auf dem gleichen Wege sein wie sie. Man muss also eins sein mit ihnen im Denken und Wollen, in allen Dingen. Die Geisterwelt Gottes ihrerseits gibt sich Mühe und tut, was ihr möglich ist. An ihr fehlt es nicht, den Menschen den Beistand zu geben. Aber am Menschen fehlt es, ihn anzunehmen.

Nun, am Anfang sagte ich, die Heiligen des Himmels bemühen sich um die aufsteigenden Geschwister. Sie bemühen sich um die Geistwesen, die ja die Brücke, die Christus zurück ins Vaterhaus gebaut hat, überschritten haben; und sie bemühen sich um die Menschen. Es sind ja unzählige Geschwister in der göttlichen Welt, die immer bereit sind, den Menschen zu führen. Die Menschen, die auf Erden leben, befinden sich ja im Aufstieg, sie bewegen sich schon nach oben. Sie gehören doch ihrer Gesinnung entsprechend – ihrer geistigen Gesinnung, ihrer geistigen Zugehörigkeit nach – dem Reiche Christi an, auch wenn sie bewusst diese Verbindung oder diese Zugehörigkeit ablehnen. Doch diese geistige Zugehörigkeit ist besiegelt, denn Christus hat den Weg zu Gott für alle geebnet.

Ihr wisst selbst, dass die Menschen, die da leben, so verschieden voneinander entwickelt sind. Es sind aber nicht nur die Menschen, die sich auf dem Wege zu Gott befinden. Da gibt es noch eine Welt, eine Welt, die zu fürchten ist: Es ist das Reich des Todes, das Reich Luzifers, das noch so bevölkert ist. Die Geschöpfe, die dort sind, haben sich doch auch mit der Zeit auf den Weg nach oben zu machen. Sie aber, die in der Gewalt jener Rädelsführer sind, haben es viel schwerer fortzukommen als beispielsweise ihr Menschen. Obwohl ihr auf dieser Erde auch unter der Herrschaft Luzifers seid, kann er euch doch nicht so als sein Eigen bezeichnen wie jene, die noch mit ihm in seiner Hölle zusammenleben und noch sein Eigentum sind. Die Menschen hier auf Erden können von jenen niederen Mächten verführt und beeinflusst werden. Es ist also ein ständiger Machtkampf zwischen Gut und Böse unter den Menschen, um sie herum. Und diese niedere Geisteswelt, was könnte sie anderes, als eben von ihrem Denken zu geben. Sie will, dass die Menschen am Aufstieg gehindert und aufgehalten werden; und so beeinflussen sie den Menschen im Denken. Und wer ein niederes Denken hat, kein gerechtes Leben lebt, der ist in seinem Denken und Wollen eben eins mit diesen niederen Mächten, wenn er das Böse tut; denn die aus dem Reich des Toten wollen das Böse.

Die Geister Gottes finden auch Zugang zu diesen tiefsten Tiefen. Gerade jenen Wesen, die es schwer haben, von dort zu entfliehen, muss von der Geisteswelt Gottes geholfen werden. Die Hölle hat ihre Besserungsstufen. Diejenigen Wesen schreiten in die oberen Stufen hinauf, die einen Gesinnungswandel mitmachen, die also in ihrer Gesinnung den niederen, bösen Mächten nicht mehr gleich sind, die mit ihnen nicht mehr eins sind im Denken, sondern die das Verlangen haben, dieser niederen Welt zu entfliehen und besser zu leben. Diese Wesen in den höheren Aufstiegsstufen der Hölle erhalten auch Unterricht über den Heils- und Schöpfungsplan. Es wird ihnen auf diesem Weg Trost gebracht. Es wird ihnen erklärt, sie sollten ausharren, denn es würde für sie die Zeit kommen, wo man sie zu einem höheren Leben eingliedere. Wer sich in den höheren Aufstiegsstufen der Hölle befindet, ist aber schon den grössten Anfechtungen seitens ihrer Rädelsführer entwichen. Denn auch in der Hölle sind Geister Gottes, die alles überwachen, da jene, die aufgestiegen sind und ihre Gesinnung geändert haben, unter einem Schutze sein sollen. So wird dadurch die Macht der Niederen geschmälert, und sie können nicht eingreifen, denn jene, die sich aus eigener Kraft zu diesen Aufstiegsstufen emporgeschafft haben, bleiben dann im Schutze der göttlichen Welt. Es soll euch also auch klar werden, dass die niederen Mächte in der Hölle nicht einfach so schalten und walten können, wie es ihnen passt, sondern dass diese Heiligen des Himmels ein wachsames Auge haben.

Nun, ich sagte euch, es gab und gibt welche, die aus eigenem Verlangen die höheren Aufstiegsstufen der Hölle erreichen durch ihre Gesinnungsänderung. Sie, die dies aus freien Stücken, aus freier Entscheidung erreichen, werden wohl von den Engeln Gottes umsorgt, und sie sind der göttlichen Welt für die Eingliederung in ein besseres Leben gesichert. Aber da gibt es in der Tiefe der Hölle eben noch jene, die ihre Gesinnung nicht zu ändern vermögen, die schwach sind, die die Kraft nicht aufbringen, ihre Gesinnung zu ändern, und die immer wieder Diener des Bösen sind. Die Geisterwelt Gottes kann sich auch ihrer annehmen. Ein Engel Gottes kann sie beispielsweise in der Tiefe der Hölle aufsuchen. Ich will nicht unterlassen zu sagen: Wo solches vorkommt, geschieht es nicht etwa im einzelnen Fall, sondern es geschieht zu Hunderten, zu Tausenden Malen – es wird in selber Art und Weise getan, wie ich es euch nun schildere.

Wenn ein hoher Geist des Himmels, dem der Zugang zur Hölle gesichert ist, in diese Tiefen niedersteigt, nimmt er eine Schar Kämpferengel mit aus der Legion Michaels. Sie sind seine Begleiter. Dieser Heilige, Erhabene des Himmels – ich betone, es ist ein hoher Geist des Himmels oder einer von den Hohen des Himmels – geht in Begleitung dieser heiligen Engel aus der Legion Michaels in die Tiefe, sucht sich hier solche Geister aus, die ihre Gesinnung noch nicht zu ändern vermögen. Man kommt mit einem solchen ins Gespräch, man legt ihm klar, dass es Zeit wäre für ihn, heimzukehren zum Vater. Man schenkt ihm volle Aufmerksamkeit, und man verspricht ihm, ihn in seinem Aufstieg zu stützen, ihm zu helfen. Diese Geister Gottes, die so ins Gespräch mit dem einen oder andern kommen, werden natürlich beobachtet von jenen Rädelsführern, denen es gar nicht gefällt, dass die Geister Gottes sich immer einmischen. Diese Heiligen können aber nicht ununterbrochen bei jenen Unseligen verweilen und sie ständig auffordern, eine Gesinnungsänderung vorzunehmen oder sogar mit ihnen zu kommen. So gehen sie ja wieder vom einen zum andern, nehmen sich wieder einen andern vor, um mit ihm zu reden und ihm klarzumachen, dass es doch auch für ihn eine Rettung gebe und auch er sich auf den Heimweg zum Vater begeben möchte. Diese Engel des Himmels verlassen dann natürlich wieder die Hölle. Und ihr Besuch ist nicht ungesehen geblieben, wie ich erwähnt habe. Diese obersten Rädelsführer gehen dann zu all jenen hin, zu denen gesprochen wurde, und drohen ihnen einerseits, und anderseits machen sie Versprechungen. Sie versprechen ihnen, man würde sie in einen höheren Stand versetzen, in einen höheren Stand der Hölle – ihr habt richtig verstanden. Man würde ihnen mehr Freiheit geben. Anderseits droht man ihnen: Sollten sie entfliehen, würde man sie verfolgen. Und dann erklärt und zeigt man ihnen ja, wie es den Aufgestiegenen ergeht. Sie sagen aber nicht, dass sich diese Aufgestiegenen in ihrem Denken und Wollen noch nicht gewandelt haben und sie eben noch immer so voller Bosheit sind, dass sie nur das Böse tun können und für all das Böse zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Diese Rädelsführer verschweigen auch, dass Gott die wahre Güte und Liebe ist, dass er für einen jeden immer Wege schafft und dass dieser Weg nach oben erleichtert und geebnet wird, wenn einer willens ist heimzukehren. Diese Rädelsführer erklären beispielsweise diesen Wesen, dass alles nicht stimme, was die andern ihnen sagten; und dann führen sie sie zur Erde, dahin, wo Menschen leben und wo es ihnen schlecht ergeht. Man führt sie dahin, wo Menschen in Kriegen, in politischen Wirren sogar gefoltert werden. Man zeigt ihnen Menschen, wie sie von ihren Mitmenschen gefoltert werden, und sie sehen die niederen Geister, die diese Folterungen ausführen durch Menschen, die sie als Werkzeuge benutzen – die niederen Geister beeinflussen doch diese Menschen, denn diese sind doch eins mit ihnen in ihrem niederen Denken und Wollen. Dann sagen diese Rädelsführer: “Siehst du, so wird es dir ergehen. Wir werden dafür besorgt sein, dass du dieses erleben musst, wenn du uns entweichst.” Und sie erklären ihm die Macht, die sie haben, und gehen hin zu den Menschen und zeigen sie. “Siehst du, hier haben wir die Möglichkeit, diesen so in Versuchung zu bringen, ihn zu Fall zu bringen. Und was erwartet einen Menschen, der mit den irdischen Gesetzen in Konflikt kommt!” So wird dieses und jenes Beispiel aufgezählt und gezeigt. “Das erwartet dich. Was willst du denn? Mensch werden? Du hast nur ein sorgenvolles Leben. Es werden nur Versprechungen gemacht, die man nie hält. Und zu den Höhen reicht es nie, denn die Forderungen sind zu gross; es ist für einen Menschen unmöglich, sie zu erfüllen.” Und man geht mit diesen Wesen wieder zu Menschen hin und zeigt ihnen solche, die in der Versuchung stehen, die mit ihrem freien Willen entscheiden sollten, die hin und her gerissen werden, ob sie das Gute fördern sollen oder ob sie das Schlechte oder das, was ihnen gefällt, vorziehen sollen. Und die Rädelsführer zeigen den andern die Habgier und die Machtgier des Menschen und all das, was die Welt ihm zu bieten hat, und welche Möglichkeit sie ihm gibt, in Versuchung zu kommen. Und so zeigt man es ihnen und warnt sie: “Ihr habt doch gar nichts zu erwarten. Geht doch nicht auf die Versprechungen ein.” Und man zeigt ihnen solche Geistgeschwister, die nach ihrer Rückkehr aus ihrem menschlichen Leben da oder dort in der Natur gebunden worden sind. Dabei verschweigen sie natürlich, dass jene durch ihren Ungehorsam von der Gotteswelt so gebunden werden mussten, weil man ihnen mehr Zeit lassen will, einerseits, weil man den Geist des Betreffenden erniedrigen will, und anderseits, weil man diesen niederen Wesen keine Möglichkeit geben will, andern Geschwistern weiteren Schaden zuzufügen. Daher sind sie so gebannt worden.

Das alles wird jenen gezeigt, und es wird ihnen gesagt: “Ihr habt doch nichts zu erwarten.” Und dann wird ihnen erklärt: “Seht, ihr könnt ja hinaus aus dieser Welt”, damit ist die Hölle gemeint, “ihr könnt euch bei den Menschen vergnügen, ihr könnt sie als Werkzeug benutzen, ihr könnt aus ihnen leben, so wie es euch gefällt. Was wollt ihr denn anderes?” So versuchen sie einerseits, das auf diese Weise zu erläutern; anderseits kommen sie mit Drohungen: Wehe, wenn sie jenen Worten Gehör schenken, die die Engel zu ihnen reden! Und sie sagen ihnen, die Welt, von der die Engel herkämen, wäre so weit entfernt und unmöglich zu erreichen. Wenn solche Reden Geistgeschwister mit anhören müssen, die so willensschwach sind und die sich selbst vor einem Entfliehen fürchten, so ängstigen sie sich doch, wieder geholt oder von diesen niederen Mächten beeinflusst zu werden. Das alles sehen sie, sie erkennen: Werden sie auf Erden einverleibt, so ist der Verbindungsweg von der niederen Geisteswelt zum Einverleibten vorhanden, und die niederen Geister können zu ihm und können ihm den Schaden zufügen. Hier möchte ich aber betonen: Die niedere Geisteswelt kann ihm den Schaden nur dann zufügen, wenn er mit ihr eins ist im niederen Denken und Wollen. Bemüht man sich um Edleres, Besseres, wird man eins im Denken und Wollen mit den höheren Geistern, mit der guten Geisteswelt, und sie beeinflussen und führen den Menschen. Es ist der Mensch selbst, der bestimmt.

Nun zurück zu jenen in den Bereichen der Hölle, die von Engeln Gottes angesprochen und aufgemuntert werden: “Kommt, macht euch auf den Heimweg!” So geben die Geister Gottes dem einen die Möglichkeit, dieser niederen Welt zu entfliehen, bei einem andern sind sie sogar bereit, ihn mitzunehmen. Die unseligen Geister wissen um den momentanen Beistand, wenn diese höheren Geschwister bei ihnen sind, und sie wissen: Wenn sie den Geistern Gottes die Hand zum Aufstieg reichen, können die andern sie nicht zurückholen. Das wissen sie. Und sie wissen auch, dass die himmlischen Begleiter des hohen, führenden Engels eine grosse Macht besitzen und es sich kein niederer Geist getrauen würde, das Recht eines solchen Geistes, der einen Unglücklichen aus der Tiefe emporzunehmen bereit ist, auch nur anzufechten.

Nun möchte ich euch von einem solchen berichten, der sich von den Geistern Gottes doch überzeugen liess und mit ihnen aus der Tiefe entwich. Sie hatten ihm vorher versprochen: “Wir werden dir Gelegenheit geben, dass du zu weiteren Erkenntnissen kommen kannst über den Heils- und Schöpfungsplan, und du brauchst nicht durch die niedersten Entwicklungsstufen zu schreiten; wir werden dir die Möglichkeit schaffen, dass du in ein menschliches Leben eintreten kannst. Dort sollst du beweisen, ob du willens bist, der höheren Welt zu dienen, oder ob du zum Gefallen der niederen Welt lebst. Als Mensch sollst du es beweisen; du wirst von deinen Eltern entsprechend erzogen werden, und der Weg ins Leben wird dir vorbereitet. Wenn du deine Gesinnung erhebst zum Guten, dann haben wir Macht über dich. Kannst du aber deine niederen Gefühle nicht überwinden und bist in deinem Denken und Wollen eins mit der niederen Welt, dann wird sie Macht über dich haben.” So fügte es die Geisterwelt Gottes und liess ihn einverleiben.

Nun, ich möchte nicht alle Einzelheiten von seinem Leben erzählen, sondern ich möchte direkt von der Mitte seines Lebens reden. Dieser Mensch hatte doch in der Tiefe seiner Seele noch so viele niedere Gefühle – sie konnten ja noch gar nicht überwunden werden. Die geistige Welt hatte für ihn die Möglichkeit geschaffen, dass er durch ein menschliches Leben gehen konnte und dass seine Erzieher und Lehrer einen solchen Einfluss auf ihn auszuüben vermochten, dass er sich dieser neuen Welt mit ihrer Ordnung anpassen konnte. Dieser Mensch versuchte es, aber er konnte doch seine wahre Herkunft nicht verleugnen – zu viel Niederes war in ihm. So war er unter den Mitmenschen nicht beliebt. Viele Ungerechtigkeiten beging er und belastete sich im Leben. Doch er lebte so, dass er von den irdischen Gerichten nicht erfasst wurde.

Als dann sein Leben erfüllt war und er von dieser Welt abtrat, standen Geister Gottes da. Sie machten gar nicht viel Worte. Sie wussten doch um seine Herkunft und sahen wohl seine Belastungen. Aber jetzt hatte er durch sein menschliches Leben die Brücke überschritten, die Brücke, die zu Gott führt. Er ist aus der Macht jener düsteren Geistgeschwister entflohen und ist nun unter die Regentschaft der Heiligen des Himmels gekommen. So steht er wohl auf der unteren Aufstiegsstufe dieser göttlichen Welt und muss da über vieles orientiert werden. Er muss arbeiten, er wird belehrt. Er muss da beweisen, dass er vieles verbessern kann. Er hat die Hilfe und den Beistand der göttlichen Welt. Er wird unterrichtet, und es wird ihm klargemacht, was zur Ordnung Gottes gehört. Sein geistiges Leben, da in der Welt, wo er eingekehrt, ist ganz primitiv – von der Erde her ist er sich schon etwas Schöneres gewöhnt. Aber ihm wurde klargemacht: “Du befindest dich im Aufstieg, und wir werden dir die Möglichkeit des schnelleren Aufstieges schaffen, wenn du willens bist, uns zu gehorchen.” So musste er in der geistigen Welt zuerst einmal unterrichtet werden, und er sollte beweisen, dass er gehorsam ist. Man gab ihm Aufgaben zu erfüllen, und da sollte er beweisen, dass er sie erfüllen wollte, denn man prüfte seinen Willen, ob er gut oder ob er böse war.

Nun, er war bereit, den Engeln Gottes Folge zu leisten, klagte aber selbst ständig über seine Schwachheiten. Er möchte das Gute tun, aber er wäre einfach nicht imstande dazu. Denn er musste selbst zugeben, dass noch so viel Unreines in der Tiefe seiner Seele und in seinen Gefühlen war und dass er einfach diese Unreinheiten nicht ohne Weiteres beseitigen konnte. Er bat darum, man möge ihm doch beistehen, er möchte das Gute tun, aber er hätte nicht die Kraft und die Möglichkeit; auch fühle er sich eben noch weit entfernt vom Göttlichen, und man möge ihm doch Gelegenheit geben zu diesem schnelleren Aufstieg.

Ich habe unterlassen zu sagen, dass die niedere Geisterwelt ja ein wachsames Auge auf ihn hatte, dass er aber durch seine Erziehung, die er als Mensch genoss, doch seine Gesinnung so zu ändern vermochte, um auf keinen Fall mit den irdischen Gesetzen in Konflikt zu kommen. Wohl war er immer gestrauchelt. Aber da er auch mit Menschen zusammenleben musste, die ihn immer wieder auf seine Fehler aufmerksam machten und die einen guten Einfluss auf ihn ausübten, konnte Schlimmeres verhütet werden. Und da er mit seinem Denken nicht ganz und gar mit der niederen Geisteswelt einig wurde, hatte er sich eben den Weg für den Aufstieg selber geebnet. Dieses noch als Nachtrag.

In der Geisteswelt, wo er nun seine Schwächen zugab und sagte: “Gebt mir doch die Möglichkeit für den Aufstieg”, erklärte man sich damit einverstanden. Man gab ihm aber auch die Schau in seine Vergangenheit, um ihm zu zeigen, woher er kam; er konnte diese Rückschau halten. Dieses Erlebnis war ja durch die Einverleibung als Mensch aus seiner Erinnerung entwichen. Es wurde ihm aber selbstverständlich, dass es eben Wahrheit ist, dass er es selbst war, den er in dieser Rückschau gesehen hatte. Er lebte nun auch mit andern zusammen, die das gleiche oder ein ähnliches Schicksal trugen wie er. Und nun hatte er die Erkenntnis und das Verlangen, alles zu tun, um seinen Aufstieg doch zu beschleunigen. Man machte ihm den Vorschlag: “Wenn du wirklich guten Willens bist, werden wir dir entgegenkommen. Du sollst wiederum nicht allzu lange in der Geisteswelt verbleiben; aufs Neue werden wir dich einverleiben, und zwar nur für ein kurzes Erdenleben. Nach ein paar Wochen sollst du von der irdischen Welt wieder abberufen werden. Dann wirst du als Geistkind zu uns zurückkommen, und es werden sich Engel Gottes um dich bemühen. Sie werden dir ihre Hingabe schenken, sie werden dich mit viel Liebe umsorgen, und du wirst eine sorgfältige Erziehung in der geistigen Welt erhalten, denn du wächst ja dann im Kinderparadies auf.” Es wurde euch ja schon des Öftern erklärt, dass sich in allen Stufen des Aufstiegs solche Kinderparadiese befinden, die der Entwicklung jener Geister angepasst sind.

Und so sollte es mit ihm geschehen; man hatte für ihn diese Möglichkeit geschaffen. Sein menschliches Leben war kurz, und dass dieses Geistkindlein dann Aufnahme fand im Kinderparadies, ist meinen Freunden verständlich. Dort gab man ihm die Erziehung; und die Engel mussten mit viel, viel Geduld versuchen, auf dieses Geistkind einzuwirken. Alle Heimgekehrten, die sich in den Kinderparadiesen jener Entwicklungsstufen befinden, bedürfen der besonderen Pflege, denn sie sind genauso widerspenstig, wie sie es als Menschenkinder gewesen wären. Bei diesen Heranwachsenden ist eben auch Bosheit vorhanden, und diese Bosheit kommt zum Vorschein, denn in der Seele liegt ja das wahre Wesen. Das kommt dann zum Ausdruck. Die Gefühle der Seele sind entscheidend im Geiste. Und so versuchen eben die Engel Gottes, durch ihre Hingabe und mit ihrer Erziehung diese Kinder zu beeinflussen, sie zu führen. Dadurch wird vieles erreicht. Auch müssen solche Geistkindlein oftmals bestraft werden. Aber natürlich ist es nicht eine [Körper-]Strafe, wie es sie bei euch Menschen gibt. Vielmehr sondert man ein Ungehorsames für eine bestimmte Zeit von den anderen ab; man nimmt ihm etwas weg, was ihm Freude bereitet. Es gibt also auch in dieser Beziehung Strafe, die dazu dienen muss, dieses Wesen eben anders zu formen, seinen Eigensinn und seinen Willen etwas zu beeinflussen, diesen Unwillen zu brechen. Und so geschah es mit diesem Betreffenden. Er konnte durch diese sorgfältige geistige Erziehung vieles erreichen, denn diese Engel wissen doch diesen Geistkindlein viel Erfreuliches zu bieten und zu erzählen, auch wenn ihre Welt, in der sie leben müssen, einfach ist. Die Kinder haben Frieden mit den Engeln Gottes um sich. Und die Engel Gottes führen sie; sie wenden ihre grosse Geduld auf. So wachsen diese Geistkinder heran, und nach einer bestimmten Zeitspanne verlassen sie dann das Kinderparadies. Wenn sie nicht mehr auf diese Weise betreut werden müssen, werden sie anderen Engeln zugeführt, die schon wieder etwas mehr von den Heranwachsenden verlangen und anfangen, sie zu unterrichten. Denn sie sollen auch belehrt werden, sie besuchen ihre Schulen.

So konnte nun dieses Geistwesen durch das Eingreifen der hohen Geisteswelt seinen Weg zu Gott beschleunigen. Man holte es heraus aus der Tiefe und ebnete ihm den Weg. Und wenn dieses Geistkind herangewachsen ist und die Zeit gekommen ist, wo diesem Geist wiederum eine neue Prüfung auferlegt werden kann und man ihn wieder zur Einverleibung bringt, dann erweist es sich, was durch das tatkräftige Eingreifen der Geisterwelt Gottes erreicht wurde. Und in den meisten Fällen ist es so: Auf der einen Seite vermag dann ein solcher Mensch den hohen Anforderungen gerecht zu werden, und auf einer anderen Seite sind eben noch niedere Gefühle vorhanden, und man strauchelt einmal da, einmal dort. Wird er dann wieder ermahnt oder geht er in sich, wird er einsichtig, und er hat dann sogar die Möglichkeit, aus eigener Kraft wieder in seiner Seele Ordnung zu schaffen und doch ein Wesentliches von dem, was nun ungerecht getan worden ist, wieder in Ordnung zu bringen. Kann man als Mensch aus eigener Kraft in seiner Seele Ordnung schaffen, dann hat man vieles geleistet. Denn wer mit einer geistigen Gebundenheit in die Geisteswelt heimkehrt, weil er anderen Menschen gegenüber unversöhnlich oder in einer sonstigen Art und Weise unheilvoll mit ihnen verbunden war, dann bleibt seine Seele belastet. So ist das, was man auf Erden selbst gebunden hat, auch in der Jenseitswelt gebunden. Vermag man es selbst zu lösen, bleibt es dann auch in der Geisteswelt gelöst. Aus eigener Kraft lösen heisst: wenn man das, was man falsch gemacht, eingesehen hat, wenn man einsichtig geworden ist und in Ordnung gebracht hat, was man falsch getan. Dann hat man den Knoten auch gelöst, und es bleibt in der Geisteswelt gelöst, so man nicht in unversöhnlichen Gefühlen weiterlebt, in Hass beispielsweise oder was es auch sein mag. Der Mensch muss imstande sein, all dies auf dieser Welt zu lösen. Dann geht er befreit davon in die Gotteswelt hinein. Und es gibt trotzdem noch genug Dinge, die dem einen oder anderen angeschrieben werden. Als Mensch geht man oftmals über Dinge hinweg und findet es nebensächlich, unwichtig, dabei ist es wichtig. Und manchmal findet man Dinge enorm wichtig und bedeutungsvoll für das Geistige und glaubt, damit vieles erreicht zu haben – dabei ist gerade das Umgekehrte der Fall, es ist bedeutungslos. Was weiss da der Mensch ...

Ja, liebe Geschwister, so habe ich euch heute erklärt, wie die Geister des Himmels hinuntersteigen in die Tiefen und sich dort um jene Wesen bemühen, damit sie ihre Rückkehr ins Vaterhaus antreten. Aber stellt euch nicht einfach vor, dies würde so in kurzer Zeit geschehen. Um das zu erreichen, braucht es manchmal viele Jahrzehnte. Habt ihr eine Ahnung, was es heisst, in die Ewigkeit einzutreten?

Aber eine Ahnung und ein Wissen habt ihr davon, was ihr Gott schuldet als seine Diener. Und wenn ihr Christus dankbar sein wollt für die Erlösung, die er euch gebracht hat, dann soll euer Erdenleben ihm zuliebe wie auch Gott zuliebe so gelebt werden, dass es zu Gottes Ehre ist und nicht zu seiner Unehre; denn alles Leben kommt aus Gott. Gott hat verschiedene Möglichkeiten des Aufstieges geschaffen, verschiedenes niederes Leben bis zu jenem menschlichen Leben, das die Krone der Schöpfung Gottes ist.

Liebe Geschwister, so habt ihr an dem, was ihr heute wieder vernommen habt, eigentlich genug, um darüber nachzusinnen und euch ins Bild zu setzen über die überirdische Welt, über die Möglichkeiten, die dem Menschen geboten sind durch den Beistand der guten Geisteswelt. Ihr sollt ein Wissen haben vom grossen Fleiss der Geister Gottes und von jener Barmherzigkeit und jenem Mitleid, das sie haben mit jenen, die in der Tiefe sind.

Wenn ich euch gesagt habe, es braucht mehrere Jahrzehnte, so könnt ihr euch vorstellen, dass es nicht genügt, ein Vaterunser zu beten, um einen solchen Geist, der noch im Totenreiche ist, zu befreien. Es braucht viele Mühen, und diese Mühen scheuen erhabene Geister des Himmels nicht. So gehen sie zu jenen hin, die in ihrem niederen Denken sind, um sie Luzifer zu entreissen, damit seine Welt entvölkert wird und damit sich so viele Geschwister wie möglich auf die Brücke begeben und hinüberschreiten zu Gott.

So, liebe Geschwister, möge Gottes Segen euch auf all euren Wegen begleiten, möget ihr in eurem Herzen und in eurer Seele erleuchtet werden. Möget ihr, die ihr krank seid, gesunden an Leib und Seele. So geht gestützt von den Geistern des Himmels von dannen. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrer Josef vom 15.5.1971 durch seine Mittlerin Beatrice Brunnerim grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Für den Übertritt ins Lager Christi braucht ein unseliger Geist Mut und Willenskraft sowie die Hilfe der Geisterwelt Gottes

Josef, 11. Juli 1964 (Ausschnitt)

Für den Übertritt ins Lager Christi braucht ein unseliger Geist Mut und Willenskraft sowie die Hilfe der Geisterwelt Gottes

Luzifer und seine Rädelsführer versuchen alles, um ihr Reich zu erhalten und ihre Untergebenen von einer Abkehr abzuhalten. So braucht ein abkehrwilliger Geist Mut und Willenskraft, den Schritt ins Lager Christi zu wagen. Er muss auch Vorsicht walten lassen, um bei seinem Übertritt nicht ertappt zu werden. Die beste Möglichkeit bietet sich einem Unseligen, wenn er unter den Menschen weilt und sich hier an einen Engel Gottes wendet und ihn um Schutz bittet.

Josef: Liebe Geschwister, ich möchte euch etwas von der Tätigkeit der Geistwesen im Allgemeinen erzählen. So muss man, wenn von Geistern gesprochen wird, unterscheiden, dass es gute und böse gibt. Diese Unterscheidung allein genügt aber nicht, sondern es gehört eine exakte Gruppierung dazu. Die bösen Geister kann man auch die Unseligen nennen; es sind diejenigen, die unter der Herrschaft Luzifers stehen, es sind jene, die in seinen Reihen sind, unter seiner Macht wirken – dieses sind die Unseligen.

Dann gibt es aufsteigende Geister, und unter diesen aufsteigenden Geistern gibt es viele Stufen. In den untersten Stufen des Aufstiegs findet man Wesen, die bösartig sein können, die gleichgültig sind; aber man findet in den untersten Aufstiegsstufen auch gutmütige Geistwesen. Je nach der Läuterung geht diese Entwicklung vorwärts, und so hat diese Entwicklung der aufsteigenden Geister viele Stufen – bis sie eintreten können in die grosse Seligkeit.

Dann gibt es Geistwesen, die man heilige Geister nennen kann. Diese heiligen Geister können Engel sein, die nie die Menschwerdung angenommen haben, die vom Abfall nicht betroffen waren. Zu den heiligen Geistern zählen wir auch jene, die geläutert sind, die die vielen Stufen des Aufstiegs emporgegangen sind, die also wieder in die Reihen der Seligen eingegliedert wurden und denen höhere Aufgaben übertragen werden. Sie sind geläutert und können auch als heilige Geister in diesem Sinne betrachtet werden.

Ich muss aber noch einmal zurückkehren und über jene sprechen, die dem Reich Luzifers angehören. Auch das Reich Luzifers hat seine Aufstiegsstufen; die Entwicklung ist nach oben gerichtet. Es gibt also unter den Bösartigen jene, die noch den Reihen Luzifers angehören. Nun können aber aus dem Reich Luzifers Wesenheiten entweichen, sie können sich von ihm loslösen und in das Reich Christi eintreten.

Diese niederen Geister oder diese Unseligen üben ja auch ihre Tätigkeiten aus. Vor allem besteht ihre Tätigkeit in der Versuchung des Menschen; denn ihnen ist daran gelegen, dass die geistige Entwicklung nicht vorwärtsgeht. Jene niederen Wesen aus der Herrschaft Luzifers möchten, dass ihr Reich erhalten bleibt. Aber ihr Reich soll und kann nicht erhalten bleiben. So kommen Geister aus der Herrschaft Luzifers zur Einsicht, dass sie sich in das Reich Gottes hineinzubegeben haben. Wenn sie also diesen Schritt ins Reich Christi, in das Reich Gottes, wagen, so geben sie damit ihrem Willen Ausdruck, dass ihnen daran gelegen ist, Luzifer den Gehorsam zu verweigern und den Geboten des Reiches Jesu Christi, des Reiches Gottes, Folge zu leisten.

In der ersten Zeit, wenn diese aus dem Reich Luzifers zu entweichen suchen, kann die Möglichkeit bestehen, dass sie von ihren unseligen Brüdern überwältigt werden oder, wie ihr es nennt, bei ihrem Übertritt ertappt werden. Dieser Übertritt gelingt also nicht ohne Weiteres, er ist nicht leicht. So sind diese Wesenheiten auch recht vorsichtig, wie sie ihn vornehmen wollen. Wenn sie sich zum Reiche Christi bekennen, tun sie das noch nicht aus voller Überzeugung, aber sie erkennen die Notwendigkeit ihres Aufstiegs, und sie leisten diesem Reiche Christi auch Gehorsam.

Ihr möchtet nun erfahren, wie und wo, örtlich gesehen, ein solcher Übertritt geschehen kann. Ich versuche es nach euren Begriffen so gut wie möglich zu erklären.

Die Tätigkeit dieser Unseligen besteht – wie betont – darin, die Menschen in Versuchung zu bringen, damit das Reich Luzifers erhalten bleibt. Daher können sie nicht allein an ihrem Ort in ihrer höllischen Sphäre gebunden bleiben; sie müssen diese verlassen, wenn sie in die Nähe der Menschen kommen wollen. Wenn sie also die Entwicklung aufhalten wollen, müssen sie dies in erster Linie bei den Menschen tun. Sie müssen menschliche Werkzeuge suchen, und so suchen sie sich ihre Werkzeuge aus und finden teils willige, die das ausführen, was sie wünschen. Anderseits gibt es aber Menschen, die nicht willens sind, diesen inneren Stimmen oder diesem Aufruf oder dieser Führung Folge zu leisten; sie können es nicht, weil sie eine religiöse Gesinnung haben, weil sie ein Gerechtigkeitsgefühl besitzen. Doch werden auch sie von Zeit zu Zeit straucheln. Der gläubige Mensch wird jedoch mehr Kraft zur Überwindung haben, und er wird den Weg nach oben leichter finden.

Nun, die Tätigkeit dieser niederen Wesen besteht darin, die Menschen zu begleiten, sie zu Fall zu bringen. Nun sind ja viele solcher niederen Geister auf dem Weg zu den Menschen, viele dieser Niederen beschäftigen sich mit ihnen. Und wenn nun ein solcher Geist die Absicht hat, seiner höllischen Sphäre zu entweichen, dann hat er ja in der Nähe der Menschen die beste Möglichkeit, einen Engel, ein höheres Wesen, das ihm begegnet, anzusprechen, denn diese höheren Wesen sind genauso bei den Menschen wie die niederen. Er geht also zu einem solchen Engel hin und bittet ihn, er möge ihm Schutz bieten, er wolle nun dieser höllischen Sphäre entfliehen und er gelobe, dem Gesetze Gottes nachzukommen nach seinen besten Kräften. Der Engel nimmt selbstverständlich diesen Hilfesuchenden in seinen Schutz. Und wenn nun in allernächster Nähe ein niederer Geist aus dem Reich Luzifers ist und dies verhindern möchte, vermag er nichts zu tun, wenn dieser Engel Gottes vor ihm steht. Dieser reicht dem Hilfesuchenden die Hände, er bietet ihm Schutz und führt ihn an einen bestimmten Ort des Aufstiegs, wo er nun geschützt ist. Luzifer und seine Helfershelfer haben dort in jener Sphäre des Aufstiegs keinen Zutritt.

Nun bedarf es aber der Abklärung der himmlischen Boten, welchen Weg der Betreffende gehen muss, welche Entwicklung vor ihm steht. Es kann für ihn die Möglichkeit bestehen, dass er gleich über die Ordnung Gottes und seine Gesetze unterrichtet und für ein Menschenleben auf Erden vorbereitet wird – er braucht also nicht diese vielen Aufstiegs- oder Entwicklungsstufen zu durchschreiten bis zu jenem Punkte der Menschwerdung. Darüber aber entscheidet allein die Engelswelt, wie sie es gedenkt zu tun. Einem andern kann gesagt werden: “Der Weg nach oben steht dir freilich offen; aber du musst nun den niedersten Weg des Aufstiegs, durch die niedersten Stufen, durchschreiten. Es wird mit dir eine Umwandlung vorgenommen, und so musst du diesen Entwicklungsweg gehen, den vor dir bereits schon so viele durchlaufen haben.” Dies alles entscheidet die hohe Geisteswelt. Jene aber, die ins Reich Gottes hinübergetreten sind, sind froh, den Mut aufgebracht zu haben; sie sind froh, in den schützenden Händen der göttlichen Welt zu sein und dass es mit ihnen endlich aufwärtsgeht. So sind sie auch bereit, den leidvollen Weg zu durchschreiten. Das sind also die Wege, die von den Geistwesen aus den niederen Sphären durchschritten werden; so wird ihnen die Gelegenheit des Aufstiegs gegeben. Sie treten also über ins Reich Christi, und sie werden dort belehrt, und man nimmt sich ihrer an, und so machen sie ihren Aufstieg nach oben.

Die Unseligen sind darüber selbstverständlich nicht erfreut. Sie wissen aber, dass ihnen immer unzählige von Wesenheiten entrinnen; sie wissen das und können nicht viel dagegen tun. Denn es steht jenen Wesenheiten das Recht zu, aus freiem Willensentscheid die höllische Sphäre zu verlassen und Aufnahme zu finden im Reiche Gottes. Und so bemühen sich die düsteren Mächte, dass es so wenig wie möglich geschehen soll, dass man ihrem Reich entrinnt. Dafür haben sie eigens Wesenheiten eingereiht, die nichts anderes zu tun haben, als diese Beobachtungen zu machen, damit wohl niemand so leicht die Möglichkeit hat, zum Reich Christi überzutreten.

Ich habe gesagt, dass sich diese Übertrittswilligen an einen Geist Gottes wenden – dann sind sie sicher, dass ihnen der Weg zu ihrem Aufstieg geebnet wird. Doch der Weg zu einem Geist Gottes fällt nicht jedem leicht. Denn diese Geistwesen, die ja für ihren Herrscher arbeiten und ihre Tätigkeit ausüben müssen, werden doch von den Unseligen überwacht. Diese können ihr Denken und ihren Willen betrachten, und so vermögen sie einem abkehrwilligen Geist noch in letzter Stunde – nach euren Begriffen ausgedrückt – vor dem Wege zu stehen und ihn an seinem Übertritt zu hindern. Es braucht also Geschicklichkeit und Klugheit, um den Unseligen, dem Reich Luzifers entrinnen zu können. Wäre es so leicht, würden noch viel, viel mehr die Gelegenheit wahrnehmen und diesen Übertritt vorbereiten. Aber trotzdem gelingt es immer vielen, das zu tun; trotzdem werden Unzählige immer aufgenommen, die aus dem Reich Luzifers entweichen. Es soll euch auch ganz begreiflich werden, dass es jenen niederen Mächten nicht gleichgültig ist, wer von ihnen abspringt. Denn sie haben doch die Möglichkeit, die Ihrigen zu überwachen; sie sind interessiert, dass das Heer der Unseligen zusammenbleibt und sich nicht verringert. [...]

Ausschnitt aus dem Vortrag von Geistlehrer Josef vom 11.7.1964 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Ergänzende Erklärung über die ersten Schritte des Aufstiegs

Josef, 23. Oktober 1982 (Ausschnitt)

Ergänzende Erklärung über die ersten Schritte des Aufstiegs

In den Tiefen der Hölle leben schwerst belastete Geistwesen, die nicht in der Lage sind, aus eigener Kraft ihren Peinigern zu entkommen und den Aufstieg anzutreten. Die Geisterwelt Gottes geht auch zu ihnen hin und schafft ihnen Möglichkeiten, langsam der Finsternis zu entfliehen.

Josef: [...] Liebe Geschwister, die hohe Geisteswelt und die aufsteigenden Geister sind auch interessiert daran, wie es mit dem Aufstieg jener ist, die noch in der Hölle gefesselt sind, die sich in den Höhlen der Hölle befinden und von den teuflischen Knechten so beobachtet werden, dass es für sie kein Ausreissen gibt aus der Hölle. Denn seit Christus in der Hölle diesen Kampf mit Luzifer ausgefochten hat, haben doch jene die Möglichkeit, aufzusteigen und zu entfliehen, wenn sich ihre Gesinnung geändert, das heisst der göttlichen Gesinnung angepasst hat; dann wird es ihnen ermöglicht. Die niederen Geister dort versuchen, ihre Wesen zurückzuhalten, dass sie ihnen nicht entfliehen. Sie haben doch genaue Kenntnis: Wenn einer noch in der Tiefe einer solchen Höhle leben muss, da hat er sicher einiges an Belastung in sich, dass es ihm noch nicht gelungen ist herauszutreten. Aber es sind derer ja noch Unzählige, die da in dieser Hölle leben. Es wäre ja schön, wenn sich diese Hölle geleert hätte, aber so weit ist man ja noch gar nicht mit dem Aufstieg. Da sind noch viele im Kommen und viele, die denselben Platz mehrere Male einnehmen müssen, um nur einen kleinen Schritt aufwärts zu tun. Da aber Gottes Erbarmen und auch Gottes Weisheit so gross und so unendlich ist, ist für alle eine Möglichkeit geschaffen. Sie können Situationen erfassen, um zu entfliehen. In der Hölle – dies ist ja euch auch schon längst erklärt worden – stehen Geister Gottes Wache, damit Luzifer mit seinen Knechten nicht einfach tun kann, was er will, und es ein Eingreifen gibt, wenn er die Grenzen seines Wirkens überschreitet.

Aber es gibt etwas, das diesen Wesenheiten zum Nutzen und zum Heile wird. So wie über das irdische Reich solche Odwellen ziehen und Leben bringen und Leben holen, so wird es ermöglicht, dass Blitze aufleuchten über der Hölle für kurze Zeit – ich nenne es Blitze, aber es ist dies auch nichts anderes als ganz bestimmtes, kräftiges Odfeuer. Jene Wesen in ihren Höhlen haben nun plötzlich Licht, und es wird ihnen ermöglicht, ihren Ort, wo sie gebunden sind, zu verlassen und ein Stück weit zu entfliehen. Sie leben ja sonst in der Finsternis; Dunkelheit umgibt sie, Schatten, und sie vermögen sich zum Teil nicht zu bewegen, sie sind gebunden an Ort und Stelle. Wenn aber diese Blitze kommen und die Hölle erhellen, wird eine Beweglichkeit möglich und ein Entfliehen. Wer sich in einer solchen Höhle befindet, der vermag ihr vielleicht um einige Schritte zu entfliehen. So kann er dem Schlimmsten entfliehen, aber ist dadurch noch nicht befreit; er ist in seinem Aufstieg etwas vorwärtsgekommen, er hat einen Schritt aufwärts gemacht. Wenn nun ein solcher die Gelegenheit wahrnimmt, bemühen sich die Geister Gottes, die dort Wache stehen, um diesen Hilflosen. Für sie ist die Welt nicht dunkel, sie können alles mit ihrem geistigen Auge sehen. Sie versuchen, sich jenem zu nähern. Ihre Gestalt als solche aber müssen sie in dieser Welt auch der Umgebung anpassen – aber sie stehen trotzdem nicht als teuflische Wesen da; sie stehen nicht im vollsten Glanze, im vollsten Lichte da, doch man erkennt sie als Wesen aus dem andern Lager.

Hat nun ein Wesen, das in einer solchen bedrängenden Höhle zu leben hatte, auch seine innere Gesinnung gewandelt und lebt es nicht mehr in diesem Hass – sie alle sind doch zutiefst unglücklich, denn die Jahre sind ja nicht zu zählen, in denen sie in ihrem Unglück sind, und es braucht schon Überwindung, eine andere Gesinnung einzunehmen, um Hilfe zu rufen, Gott zu bitten um den Beistand –, dann hat es sich in seinem Denken, in seiner Gesinnung ins andere Lager begeben, bildlich gesprochen. So reichen dann Geister Gottes solchen die Hände und ziehen sie aufwärts oder vorwärts, und so strömen sie zu einer bestimmten Grenze, die in dieser Hölle gezeichnet ist. Es ist die Grenze, wo diese Wesenheiten umgewandelt werden. Sie leben ja als geistige Wesen mit geistiger Gestalt. Kommen sie nun in die Nähe dieser Grenze, wo es ins andere Lager hinübergeht, so wissen die teuflischen Mächte genau, dass sie keine Macht mehr haben. Denn dort stehen Geister Gottes, denn es muss doch einen Aufstieg aus der Hölle geben. Das muss euch doch auch verständlich sein, und dass diese Hölle nicht geleert ist, werdet ihr wohl auch verstehen. Aber es ist eine wunderbare Ordnung: Wer die Gesinnung ändert, wer willens ist, sich im Denken zu ändern und den geistigen Aufstieg anzutreten, dem wird auch Beistand gegeben. Es ist wie im Himmelreich, wie ich es euch schon erklärt habe: Jene Wesenheiten, die umgewandelt werden in ein anderes geistiges Dasein, werden in einen Schlaf geführt. In diesem Schlaf vollzieht sich diese Veränderung, diese Umgestaltung oder Umkleidung, wie man es nennen will. In derselben Art und Weise geschieht es. Dort, wo diese Grenze gezogen ist, sind Engel Gottes, die es ermöglichen. Denn diese Wesenheiten werden ja auch in einen Schlaf versetzt. Ihre geistige Gestalt zieht sich zusammen, verkleinert sich in diesem Schlaf immer mehr. Von einem Funken, der glänzt, kann man wohl nicht sprechen; aber der Funke, der in dieser geistigen Gestalt ist und Leben ermöglicht, zieht nun alles an sich, und auch wenn dieser Punkt eingenebelt ist und nicht zum Leuchten kommt, vermag trotzdem ein Schimmer von Licht sichtbar zu werden – ein Schimmer, nicht klares Licht. Man erkennt das Leben, das geistige Leben, das unvergängliche, ewige Leben, für das Christus gekämpft und von dem er immer gesprochen hat.

So findet auch dort in dieser Hölle in der Weise die Umwandlung statt. Es werden auch solche Odströme, Odbänder, Odwellen kommen, wenn es darum geht, den ersten Schritt im Aufstieg in das irdische Reich zu tun – als niederstes geistiges Leben, das man sich vorstellen kann. Der Aufstieg beginnt. Die Engel sind tätig, und jenen Wesen wird es ermöglicht, den Aufstieg anzutreten. Die Odströme, von denen gesprochen wurde, ziehen ja, wenn die Zeit vorüber ist, diese Funken wieder in diese odische Kraft hinein und bewegen sich, und zum gegebenen Zeitpunkt wird wieder Neues belebt und beseelt. Aber jene, die nun von der Geisterwelt Gottes so in diese geistigen Odströme geführt wurden und denen geholfen wurde, den Aufstieg anzutreten, müssen nach dem Verlassen ihres irdischen Leibes nicht mehr den Weg in die Hölle antreten. Haben sie jene Grenze überschritten, sind sie ins göttliche Lager hinübergetreten; und hier bereitet man sie für den weiteren Aufstieg vor, von der untersten, primitivsten Stufe hinauf bis ins menschliche Dasein. Für den einen kann dieser Aufstieg sogar recht rasch vor sich gehen, ein anderer braucht lange Zeit dafür. Denn die Geister Gottes, die sich mit jenen beschäftigen, erkennen die Gesinnung, die der Einzelne hat, sein Verschulden von einst. Entsprechend diesem strahlt der Betreffende auch sein persönliches Od aus und wird dementsprechend von den Wellen angesogen; er wird dort verharren, bis der Zeitpunkt kommt, wo er in ein neues Leben eintritt. Und um es euch verständlich zu machen und damit ihr nicht verwirrt werdet, muss ich euch darauf aufmerksam machen, dass es eben viele Stufen des Aufstiegs gibt, dass man zuerst die niederste Stufe einnimmt und dann sukzessive vorwärtsschreitet. Ist man in ein höheres Dasein gelangt, dann kommt es ja darauf an, was man geleistet hat in diesem Dasein, in diesem Heilsplan. Dementsprechend wird der eine in seinem Aufstieg gefördert werden, und bei dem andern muss man nun eben Geduld aufbringen, ihn mahnen, wenn es notwendig wird, ihm aber auch Trost zusprechen und ihm Hilfe anbieten, wenn er es verdient.

Ja, liebe Geschwister, es ist für euch nicht leicht, dies alles begreifen und verstehen zu können. Aber im Laufe der vielen Jahre habe ich so viele Erklärungen gegeben, und Freunde sind in ihrem Denken mitgegangen, mitgekommen – und von all dem, was ich euch je gesagt habe, geht kein Wort verloren. Wenn auch der Zeitpunkt des Verständnisses noch nicht für alle vorhanden ist, so kommt aber der Zeitpunkt, wo man sich darum streitet, diese Worte zu lesen, zu hören, weil sie einem einen neuen Begriff geben, weil sich einem eine neue Welt eröffnet, weil es einem verständlich wird – weil es verständlich erklärt worden ist. Und – dies muss ich immer wieder erwähnen – kehrt man nicht zu den Anfängen zurück, wird es nie ein Begreifen geben und ein Verständnis in dem Sinne. Man kann sich zum Glauben bekennen und sagen: “Es genügt, ich glaube; ich brauche nicht alle Einzelheiten zu wissen.” Wenn das einem in seinem Fortschritt genügt und man seinen Fortschritt wirklich auch macht, kann es ja gut sein; denn man wird in der Geisteswelt noch die Möglichkeit haben, nähere Belehrungen zu erhalten. Aber für einen grossen Teil der heutigen Menschen ist es notwendig, mehr zu wissen. Der heutige Mensch will mehr wissen, er will nicht einfach nur glauben; er fragt sich “warum?” und “wieso?”. Und wir können sagen: Denke daran, das menschliche Dasein hat einen Sinn und einen Zweck. Christus ist Mensch geworden, er hat einen Auftrag erfüllt. Es ging ein Geschehen voraus, und er hat versucht, die Seinen wieder zurückzunehmen, die ihm einst entnommen wurden.

Kennt man nun diese geistige Sprache, so wird es all jenen, die es hören, doch leichter gemacht, den wahren Weg zu finden – den wahren Weg, ohne Umwege. Und so kann ich nur sagen: Denkt nach, und versucht Vergleiche zu ziehen. Dann werdet ihr selbst die Antwort bekommen, und manches wird euch viel begreiflicher und verständlicher. Und dann geht euer Weg zu Gott, und ihr kommt in eurem Leben in seine Nähe. Aber das Wort “Gott” beinhaltet Güte, Gnade, Barmherzigkeit, Liebe, Verständnis. Gott thront im Himmel, nicht auf dieser Welt. Diese Welt macht andere Ansprüche als die geistige Welt. Das habe ich euch jetzt erklärt und versucht, euch nahezulegen.

Nun, liebe Geschwister, Gottes Segen möge euch erfüllen. Mit Gottes Segen möget ihr zu höherer Erkenntnis kommen und sie auch bewahren – und sie nicht bei nächster Gelegenheit aus eurem Herzen herausreissen lassen durch einen ‘Besserwisser’. So seid behütet und beschützt. Gott zum Gruss.

Ausschnitt aus dem Vortrag von Geistlehrer Josef vom 23.10.1982 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Heft 4/2014
Preis USD 4.00
21 Seiten, 21 × 29,7 cm