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Themen
Cover der Zeitschrift Geistige Welt, Heft 1/2024 zum Thema Im Krieg verstorben
Geistige Welt 1/2024
Im Krieg verstorben
Beschreibung

Furchtbar ist das Leid, das durch einen Krieg über Menschen kommt. Was aber geschieht mit jenen Soldaten und Zivilisten, die im Krieg eines gewaltsamen Todes sterben? Dieses Heft zeigt auf, dass für sie in der Geisteswelt besondere Sphären geschaffen sind. Wo Kriege toben und so viele Menschen sterben, sind Missionsgeister stets in deren Nähe. Sie helfen den Sterbenden, sich vom irdischen Leib zu lösen, und begleiten sie in ihre neue Welt hinein, wo sie mit grosser Hingabe getröstet und umsorgt werden.
Doch nicht alle Gefallenen wollen sich diese besondere Betreuung sogleich angedeihen lassen. So erläutert ein Erlebnisbericht aus der Zeit des ungarischen Volksaufstandes, wie gefallene Freiheitskämpfer als Geistwesen zur Erde zurückkehren und nach Mitteln und Wegen suchen, um ihre zurückgebliebenen Kameraden im Kampf zu unterstützen. Ein weiterer Bericht schildert, wie eine im Krieg verstorbene Mutter erst dann für die Führung durch die Engel empfänglich ist, als sie erkennt, wie die Gotteswelt ihre Kinder auf Erden in Sicherheit zu bringen und ihnen einen Beistand zu geben weiss.

Themenheft 1/2024: Im Krieg verstorben

Inhalt
Das Jenseits der im Krieg Gefallenen

Josef, 4. Februar 1961

Das Jenseits der im Krieg Gefallenen

Furchtbar ist das Leid, das durch einen Krieg über Menschen kommt. Was aber geschieht mit jenen Soldaten und Zivilisten, die im Krieg eines gewaltsamen Todes sterben? In der Geisteswelt sind für sie besondere Sphären geschaffen. Diese gesonderten Bereiche haben ihre verschiedenen Aufstiegsstufen, in denen die Heimgekehrten eine besondere Pflege und Betreuung erhalten. Geistlehrer Josef berichtet im folgenden Vortrag von den Aufgaben der Missionsgeister, die sich mit grosser Hingabe den frühzeitig Verstorbenen widmen, um sie zu trösten, zu führen und sie in ihrem Aufstieg zu fördern.

Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, ich möchte heute von den Aufgaben der Missionsgeister sprechen. Alle Engel im Himmel haben eine Aufgabe. Sehr wertvoll sind die Aufgaben dieser Missionsgeister. Sie stellen sich in den Dienst all jener, die eines unnatürlichen Todes sterben – mit Ausnahme der Selbstmörder, wobei es auch unter diesen einige Ausnahmen geben mag. Die Missionsgeister wollen sich also denjenigen Menschen widmen, die eines plötzlichen oder unerwarteten Todes sterben; sie wollen ihnen helfen und den Weg zeigen. Es sind viele, die bei einem Unglück sterben und daher der Hilfe dieser Geister bedürfen. Ihr wisst durch unsere verschiedenen Erklärungen, dass solche Verstorbene unglücklich sind, wenn sie erkennen, dass sie so plötzlich von der Welt abberufen wurden und sie vielleicht Kinder zurücklassen, die noch ihrer Fürsorge bedürften. Solche Wesen sind so sehr unglücklich, dass sie wirklich eine Führung benötigen. Die Missionsgeister sind die Bindeglieder zwischen diesen Zurückgekehrten und den vielen andern Geistern, die mit ihnen in irgendeiner Art und Weise etwas zu tun gehabt haben. Die Missionsgeister sind es auch, die direkt zu den Angehörigen auf Erden gehen und den Dahingegangenen deren letzte Nachrichten übermitteln. So ist es nicht nur der Schutzgeist, der sich des Schützlings besonders annimmt, sondern es sind so viele weitere Wesenheiten, die ganz besonders geschult sind und darin eine Fähigkeit haben, diesen Heimgekehrten das Wohlwollen und das Verständnis in grosszügiger Weise darzubieten.

Ich möchte nun einmal über etwas sprechen, worüber ich noch nie gesprochen habe, und zwar über jene Menschen, die im Krieg gefallen sind. Auch da, wo solche Kriege toben, sind die Missionsgeister tätig. Sie gehen mit den Soldaten ins Feld, und sie wissen ganz genau, welcher nun mit ihnen in die geistige Welt hinüberziehen wird. Diese Soldaten, die – sagen wir – äusserlich Mut beweisen, aber innerlich doch auch von einer Angst und Unsicherheit befallen sind, bedürfen dieser geistigen Hilfe, dieser Stütze. So sind es die Missionsgeister, die an der Seite dieser Soldaten stehen und sie hinführen an den für sie bestimmten Ort in der geistigen Welt. Dazu muss ich nun erklären: Wenn sich solche gewaltigen, grossen Kriege ereignen, ist in der Geisteswelt für jene Gefallenen eine besondere Sphäre geschaffen, die auch verschiedene Aufstiegsstufen hat.

Diese Gefallenen werden also nicht in jene Sphäre geführt, in die sie bei einem normalen Tode eintreten würden, wo sie den Richterengeln zugeführt würden, wo ihr Leben – wie ich es euch jeweils erkläre – betrachtet und besprochen würde und sie für ihre Vergehen bestraft und für die guten Taten gelobt würden. Nichts von alldem geschieht; sie werden also nicht in jene Sphären geführt. Es sterben ja junge Menschen, die sich noch nicht so sehr belastet haben und die sich im Leben auch noch nicht so bewährt haben, als dass man sie in die schönen Himmel führen könnte.

Wie bereits erwähnt hat diese besondere Welt oder Sphäre ihre verschiedenen Stufen. In die höchsten Stufen kommen jene, die unbelastet sind, die eine gute Seele haben; die guten Menschen dürfen die höchsten Stufen dieser Geisteswelt einnehmen. Jene dagegen, die sich im Leben belastet haben, die von einer Herzenskälte und von Rauheit durchdrungen sind, gehören natürlich nicht in die oberen Stufen. Die Engelswelt weiss ganz genau, wer wohin eingereiht werden muss. Es gibt in dieser besonderen Welt auch eine niederste, dunkelste Stufe. Dort werden jene hingeführt, die sich gegen die Menschlichkeit vergangen, die sich gegenüber den Mitmenschen verbrecherisch benommen haben, die ihre Mitmenschen gequält und geplagt haben. Diese werden in dieser Geisteswelt in die unterste Stufe geführt. Sie haben später die Möglichkeit, eine Stufe um die andere zu erreichen, bis sie in dieser Sphäre auf der obersten Stufe angelangt sind. Dann nimmt man sie aus dieser Welt heraus und führt sie ganz anderen Aufgaben zu, wo sie auch dementsprechend geprüft werden.

Wenn nun diese Soldaten von den Missionsgeistern in die geistige Welt geführt werden und ihnen gesagt wird: “Da hast du vorerst zu leben”, dann sind sie teilweise sehr überrascht oder bestürzt; denn nicht alle glaubten, dass es ein Leben nach dem Tode gibt. Bei Christen, die in die Schlacht ziehen, sieht man es aber oft, dass sie ihre Augen nach oben richten und Gott bitten, er möge ihnen beistehen und helfen. So etwas würden sie im normalen Alltag nicht tun; aber wenn das Leben auf Messers Schneide steht, vermögen sie diese Hingabe aufzubringen. Auch weil sie sehen, dass auf die Kameraden links und rechts dasselbe Schicksal wartet, gehen sie etwas mutiger voran. Man denkt: “Dem andern ist das gleiche Schicksal beschieden wie mir”, und dadurch löst man sich doch in gewissem Sinne etwas vom Leben – ich sage: in gewissem Sinne. Der Geist des Betreffenden weiss um das Schicksal; ihm wurde schon frühzeitig mitgeteilt: “In dieser Schlacht oder an diesem Tage musst du sterben.” Der Geist versucht dann dieses Wissen dem äusseren Menschen ins Bewusstsein zu geben und ihn dadurch etwas näher an Gott heranzuführen. Darum ist man in einer solchen Situation eher als sonst geneigt, zu beten und Gott um seine Hilfe anzuflehen.

Im Jenseits angekommen weiss man ja, was man hinter sich hat, und man sieht die Kameraden. Aber man ist hier nicht nur mit dem Freund zusammen. Hier sind sie alle, ob Freund oder Feind; alle stehen gemeinsam in diesen Sphären. Aber sonderbarerweise empfindet man keinen Hass gegen den einstigen Gegner – bei den allermeisten ist dieses wohl zu sagen. Jene, die einen wirklichen Hass gegen eine andere Nation in sich tragen, die werden auch in dieser besonders geschaffenen Welt einen solchen Platz einnehmen, wo es ihnen nicht ermöglicht wird, Schaden anzurichten. Sind sie von Hass erfüllt, werden sie in dieser Sphäre der Geisteswelt nicht die obersten Entwicklungsstufen einnehmen. Und wenn sie diesen Hass haben und nun einen einstigen Feind erkennen, so haben sie ja keine Waffen zur Hand, um zu kämpfen. Im Weiteren stehen gleich diese Missionsgeister da und reden mit ihnen, und dann wird das auch schnellstens überwunden sein.

So leben also in dieser besonderen geistigen Sphäre die verschiedenen Nationen beisammen, und die Missionsgeister erfüllen da ihre Aufgaben. Hier ist einer, der klagt, dass er Frau und Kind zurückgelassen habe und besorgt sei um sie. Und dieser Geist Gottes verspricht dieser Seele, alles zu tun, was in seiner Möglichkeit sei, um beizustehen. Und wenn es diesem Missionsgeist nicht selber möglich ist, nach den Hinterbliebenen zu sehen und immer wieder Nachrichten von ihnen zu bringen, dann stehen ihm ja so viele dienstbare Wesen zur Seite. Man macht es den Geistern in dieser Welt klar, dass sie versuchen müssten, in ihrem Innersten, aus der Tiefe der Seele, einig zu werden mit allem. Und man erklärt ihnen, auf welche Art und Weise die Menschheit ihre irdischen Güter verwalten und zu Recht behalten könnte, ohne dass dadurch Kriege entstehen würden. Es wird ihnen erklärt, wie die Völker in Frieden miteinander leben könnten, ohne Kriege, ohne Hass. Die Missionsgeister unterrichten alle diese Wesen auch im Heils- und Ordnungsplan Gottes. Sie werden aber nicht gemeinsam unterrichtet. Sie gehören ja verschiedenen Entwicklungsstufen an, und jede Stufe wird für sich unterrichtet. Diesen Wesen wird das angeboten, was sie zu erkennen und zu fassen vermögen. Sind sie dann eine Zeit lang darüber belehrt worden und erkennt man ihre Fortschritte in diesen unteren Stufen, dann gibt man ihnen Gelegenheit, aufzusteigen und sich zu vereinen mit den andern, die in der obersten Stufe stehen.

Es werden verschiedene Massnahmen getroffen für den Aufstieg dieser vielen Wesenheiten. In jeder Stufe steht ihnen ein besonderer Engel Gottes vor, ja ich möchte sagen, ein Führer. Dieser Führer steht im engsten Kontakt mit den Missionsgeistern, die nun erklären, welche Brüder sich eignen würden, dass man sich ihrer besonders annimmt. Diese werden dann herausgenommen und einzeln und in Gruppen unterrichtet, um ihnen die Möglichkeit des schnelleren Aufstiegs zu geben. Auch wird über diese Wesenheiten geurteilt. Den einen oder andern bestimmt man zu einer früheren Inkarnation. Man nimmt ihn nach einer gewissen Zeit, die auch eine Zeit der Läuterung sein kann, aus dieser Sphäre heraus und bietet ihm Gelegenheit für ein neues Erdenleben. Auf diese Weise geschieht es, dass Soldaten, die im Krieg gefallen sind, nicht so lange auf ein neues Erdenleben zu warten haben, wie es bei andern üblich ist. Das heisst aber nicht, dass dieses für alle verstorbenen Soldaten zutrifft; sondern es werden Einzelne herausgezogen und dann weiter belehrt und für das neue Erdenleben vorbereitet. So erfüllen diese Missionsgeister ihre Arbeit bei diesen Brüdern.

Auch hier in dieser besonderen Geisteswelt lässt man den Wesen den freien Willen. Ihr könnt euch denken, dass viele ganz besonders am Anfang nur den einen Wunsch haben: zurückzukehren zur Erde und weiterzukämpfen. Wohl erklärt man ihnen, dass dieses sinnlos sei; aber trotzdem geschieht es, dass sie wieder zurückkehren und weiterzukämpfen versuchen – bis sie einsichtig werden, dass sie sich ja des irdischen Leibes entledigt haben und es sinnlos ist zu kämpfen. Man nimmt sie gerne wieder in der geistigen Welt auf, das heisst, sie haben gar keine andere Möglichkeit, als wieder in die Welt einzuziehen, die für sie bestimmt ist. Man übt aber keinen Zwang auf sie aus, wie man überhaupt im Heilsplane Gottes keinen Zwang ausübt, es sei denn, man erkennt bei einem, dass er einen grossen Schaden anrichten könnte. Wenn es einem aber beliebt, auch sonst irgend unter den Menschen zu sein, so lässt man ihn. Die Missionsgeister werden ihn immer wieder besuchen und ihn auf das unnütze Tun aufmerksam machen – bis es ihnen gelingt, ihn in die Geisteswelt zurückzuholen und dortzubehalten.

In dieser besonderen Sphäre erhalten sie ja ihren Unterricht. Sie kommen besonders in den Genuss dieses grossen Wohlwollens der Missionsgeister, dieser Fürsorge und Liebe, mit der man sie betreut – ja sie werden erfüllt von dieser grossen Hingabe. Und so muss der grösste Teil von ihnen eine lange Zeit in dieser besonderen Welt verweilen. Sie werden hier erfüllt von den Tugenden, die notwendig sind für den weiteren Aufstieg. Sie müssen versuchen, den Hass gegen eine andere Nation zu überwinden, den sie als Mensch vielleicht in sich getragen hatten – ich sage: vielleicht. Denn nicht jeder Soldat ist erfüllt von Hass gegen den andern; sondern er weiss, dass es seine Pflicht ist, zu gehen und zu kämpfen; er weiss, was für ein Schicksal auf ihn warten würde, wenn er sich dagegen wehren würde. Daher wird es jenen Menschen, die kämpfen müssen und damit Unglück in die Welt bringen, nicht als Belastung angerechnet; sondern die Strafe wird diejenigen erfassen, die ein solch grosses Unglück anzetteln.

Das Sterben ist für den Menschen schwer, und es erscheint ihm so furchtbar. Für die Geister ist es aber nicht so, im Gegenteil. Das schnelle Dahinscheiden schafft grössere Möglichkeiten zu einem schnelleren Aufstieg. Wenn nun so unendlich grosse Scharen von Heimgekehrten in grosser Liebe betreut werden, wie ich vorhin erwähnte, so werden sie durchdrungen von diesem Wohlwollen, von Frieden, von Treue und Gerechtigkeit, und etwas davon bleibt in ihrer Seele zurück. Und wenn sie dann diese besondere Welt wieder verlassen müssen, wieder für ein neues Erdenleben bestimmt werden und als Mensch wieder ihre Stellung einnehmen und von den Erlebnissen in der Jenseitswelt nichts mehr wissen, so ist doch durch ihren Aufstieg aus den untersten Stufen der Entwicklung die Rauheit aus ihrer Seele entflohen. Von Stufe zu Stufe hat der Einzelne immer etwas von seiner Rauheit, von seinen Untugenden, vielleicht von seinen Lastern ablegen können – er kann ja nur eine weitere Stufe hinaufsteigen, wenn er etwas bessergemacht hat. Darum die grosse Fürsorge dieser Geister Gottes, dieser Missionsgeister.

Erachten dann die Geister Gottes die Zeit für gekommen, dann öffnen sie den Aufgestiegenen die andere Geisteswelt, in die sie einkehren dürfen und von wo aus sie ihre weiteren Aufgaben erfüllen – man nimmt sie also wieder heraus aus der besonderen Sphäre. Sie alle gehen wiederum einer Arbeit nach, und jedem Einzelnen wird grösste Aufmerksamkeit geschenkt. Viele von ihnen, die diese grosse Betreuung erfahren durften, sind davon so beeindruckt worden, dass sie den Wunsch haben, dieselbe Arbeit zu leisten. Auch sie möchten als Missionsgeister irgendwo, sei es im Diesseits oder Jenseits, eine solche Aufgabe erfüllen; denn noch sind sie durchdrungen von den herrlichen Tugenden dieser Gottesengel, und sie sprechen diese feine Sprache wie die Engel und möchten deren Aufgabe in selber Weise ausführen. So werden Freundschaften geschlossen, die über viele Leben hinausgehen. Wenn ich sage “über viele Leben hinaus”, so ist damit gemeint, dass diese Missionsgeister, die ja als Engel Gottes nicht selber Mensch zu werden brauchen, von des Himmels Höhen herniedersteigen zur Erde, zu den Menschen, um ihnen als helfende Geister in ihrer Not beizustehen.

Diese Aufgestiegenen, die mit den Engeln Gottes eine Freundschaft geschlossen haben, möchten nun, dass sie von ihnen in ihren zukünftigen Leben, die sie zu durchschreiten haben, immer besucht und beschützt werden. Es besteht auch die Möglichkeit, dass ein solcher Missionsgeist mithilfe des Schutzgeistes ein Unglück aufheben kann. Denn die Engel arbeiten Hand in Hand, und sie betrachten miteinander den Lebensplan des Menschen, wie es euch schon erklärt wurde. Auf diese Weise erkennen sie, ob ein Schützling dem Unglück entgehen wird oder nicht – ob sie zu Recht einschreiten, ihn mahnen und von einem Weg abhalten dürfen oder ob man ihn ziehen lässt, weil man weiss, dass es für ihn gut ist, wenn er Abschied nimmt von dieser Welt.

Wenn ich von den Freundschaften rede, die in der Geisteswelt geschlossen werden, dann ist damit gemeint: Man kann in ein besonderes Freundschaftsverhältnis kommen mit einem gewissen Geist Gottes, der sein besonderes Interesse an einem hat. Die Geister Gottes sind treu, und sie besuchen einen immer wieder, besonders dann, wenn man es erfasst hat, dass eine Freundschaft mit der Geisterwelt Gottes ihre Vorzüge bringt, und man darum bittet: “Begleitet mich, sei es im Jenseits oder, wenn es notwendig wird, in der Welt. Besucht mich, verlasst mich nicht, bewahrt mir die Freundschaft.” Ihr sollt aber nicht glauben, dass nun jeder bereit wäre, zu einem Geist Gottes zu sagen: “Komm, bleib mir ein guter Freund, da, wo ich zu leben habe.” Nein, denn es ist nicht einmal jedem die Gelegenheit gegeben, dieses zu sagen – ihr kennt auch den schweren Weg der Läuterung, den mancher zu gehen hat. Wenn aber diese Freundschaften angeboten werden, werden sie gehalten, und es gibt immer eine grosse Beglückung, eine Erfüllung. Denn diese Freundschaften sind nicht nur einfach eine Begleitung, sondern ein solcher Engel Gottes erweist sich wirklich als treuer Freund, der hilft, wo es nur möglich ist.

Diese Missionsgeister erfüllen ihre Aufgaben in dieser besonderen Welt auch noch anderweitig: Sie haben ja auch die Vermittlerrolle zu spielen, zwischen dem Verstorbenen und seinen hinterbliebenen Angehörigen, vielleicht dem Vater oder der Mutter oder den Kindern. Sie bringen also auch hier die Nachrichten, und wenn es so weit ist, dass eines der Angehörigen ebenfalls in die geistige Welt eintritt, darf dieser, der in dieser besonderen Geisteswelt zu leben hat, vielleicht auch zum Empfang kommen. Oder droht seinen Angehörigen auf Erden Gefahr, so kann es durch die Einwilligung dieser Missionsgeister auch geschehen, dass man sich in ihre Nähe begeben und alles daransetzen darf, um die Gefahr aufzuheben. Ja ein Missionsgeist kann einem zum Beispiel sagen: “Siehe, deinem Vater droht Gefahr. Ich habe nicht die Aufgabe, ihm beizustehen. Aber die Gnade Gottes soll mit dir und deinem Vater sein. Wenn du es fertigbringst, mit deinen geistigen Kräften so zu wirken, um deinen Vater vor dem Unglück zu bewahren, dann soll es geschehen.” Dann wird dieser Betreffende in die Nähe jenes Menschen geführt, und er muss mit grösster Anstrengung versuchen, dieses Unglück zu verhüten.

Ihr sollt nun aber nicht glauben, diesen Geistern wäre jede Möglichkeit gegeben einzuschreiten oder sie brauchten nur zu sagen: “Es geschehe dieses Unglück nicht.” Nein, hier muss man die entsprechenden Gesetze Gottes kennen; man muss wissen, in welcher Art und Weise man einer Gefahr gegenüberzutreten hat, was für Mittel man anwenden darf. Wenn ich sage “was für Mittel”, so mögen dies irgendwelche geistigen Kräfte sein, die man zur Anwendung bringen darf; man muss aber auch verstehen, wie diese geistigen Kräfte zu handhaben sind. Vielleicht besteht die Rettung darin, dass man sich eines andern Menschen bedient. Und da muss man als Geist wissen, wie man sich eines Menschen als Werkzeug bedient, wie man ihn beeinflussen kann. Es sind so viele Dinge zu beachten. Man kann nicht nur dastehen, seine Hände ausbreiten und sagen: “Das Unglück soll nicht geschehen.” Das genügt nicht. Ihr könnt also sehen: Auch im geistigen Reiche muss man etwas tun, genau wie bei euch; man muss seine Kräfte und seine Intelligenz anwenden, um ein drohendes Unglück zu verhindern. Wenn nun dieser Missionsgeist sagt: “Gehe und versuche es, dein Angehöriges zu schützen”, dann wird dies für den aufsteigenden Geist nicht nur eine Gnade sein, sondern er wird gleichzeitig auch erprobt, ob und was er gelernt hat in dieser Zeit, in der er unterrichtet wurde. So kann es dem einen gelingen, mit Anstrengung all seiner Kraft ein Unglück zu verhüten.

Wird nun aber eine solche Möglichkeit zum Helfen einem Geist dargeboten, der dem Unterricht in der Geisteswelt einfach gleichgültig gegenüberstand, der den Belehrungen wohl zuhörte, aber keinen Eifer, keine Freude, nichts dergleichen zeigte, so wird er niemals fähig sein, etwas Wirksames zu tun. Denn durch seine Gleichgültigkeit weiss er nicht, wie man sich der geistigen Kräfte bedient, auch wenn es ihm erklärt wurde. Wenn er dann aber sieht, dass er es nicht fertiggebracht hat, ein Unglück zu verhindern, während andere dasselbe zu vollbringen vermochten, dann macht ihm dies Eindruck, und es mag dazu dienen, dass er sich etwas mehr anstrengt.

In der geistigen Welt wird man nicht nur über den Heils- und Erlösungsplan Gottes unterrichtet; selbstverständlich gehört dieses zur Hauptsache, aber es gibt noch so unendlich viel anderes, das man erfassen und worüber man sein Wissen bereichern kann, das einem nützlich ist. Ein solches Wissen kann einem auch später, wenn man wieder in ein menschliches Dasein getreten ist, nützlich sein. Denn wenn Geist und Seele voll und ganz davon durchdrungen sind, dann kann der Mensch diese Erkenntnisse zur Entfaltung bringen, auch wenn er zuerst zu studieren, zu forschen und zu suchen hat. Aber das Wissen liegt in der Tiefe seiner Seele, weil er es in der Geisteswelt schon erforscht hatte.

Nicht alle Wesenheiten haben dieselbe Intelligenz und eignen oder interessieren sich für solche Besonderheiten. Ihr wisst, dass in der Himmelswelt auch einfache, dienende Wesen notwendig sind. Sie verfügen nicht über eine besondere Intelligenz, aber sie haben eine grosse Liebe in sich, und sie werden von der Engelswelt Gottes genauso geachtet und geschätzt wie einer, der besonders intelligent ist. Wenn ihr nun sagt, es wäre ungerecht, wenn ein solcher nicht die Möglichkeit hätte, einem andern zu helfen, weil er eben nicht das Wissen dazu hat, so stimmt das nicht. Wenn er das oberste und höchste Gebot in sich erfüllt hat, wenn er diese Liebe in sich aufweist und bereit ist, zu dienen am Nächsten, so wird er für seine Dienstbarkeit belohnt. Er braucht dann nur Ausschau zu halten nach einem Bruder oder nach einer Schwester, die dieses Wissen zum Helfen haben, und sie dann beauftragen, zu tun, was notwendig ist. Somit wird die Aufgabe erfüllt, auch wenn der Betreffende nicht fähig ist, es selbst zu tun. Es besteht keine Ungerechtigkeit in der Gotteswelt, auch wenn das Schaffen dort Unterschiede aufweist, da es besonderes, hohes Wirken gibt. Aber es können sich nicht alle diesem hohen Wirken hingeben. Genau wie bei euch in eurer Welt – ihr müsst Arbeiter haben, um die einfache Arbeit ausführen zu lassen, und ihr müsst Menschen haben, die über besondere Talente verfügen, um anspruchsvollste Arbeit zu leisten. In der göttlichen Welt wird keiner dem andern seinen geistigen Besitz neiden, das kennt man hier nicht. Bis man zu dieser Erkenntnis kommt, braucht es wohl ziemlich viel.

Ihr werdet nun denken: “Es sterben im Krieg nicht nur Soldaten; viele andere sind auch unschuldig gestorben, sie sind auch durch das grosse Unglück umgekommen.” Ja, auch für sie ist eine besondere Sphäre geschaffen, und diese ist der Sphäre der gefallenen Soldaten angegliedert. Nach einer gewissen Zeit besucht man sich; man besucht dann gemeinsam die Schulen, und jene, die ein gemeinsames Interesse haben, finden sich zusammen. Es ist dann die Aufgabe der Gotteswelt, wenn sie es für gut befindet, dafür zu sorgen, dass diese Sphären ineinander hineinfliessen, sodass sich diese Verstorbenen begegnen. Da findet man sich und freut sich, einander in dieser Sphäre zu sehen. Es ist also auf diesen Umstand zurückzuführen, wenn ihr schon von Jenseitigen erzählen gehört habt: “Er lebte da in jener Stadt und ist umgekommen – jetzt sehe ich ihn auch.”

In diese Sphäre haben auch andere Geister Zutritt. Sie dürfen ja ihre Verwandten besuchen und ihnen auch Trost bringen. Aber die Gotteswelt erklärt ihnen, dass die Besuche nur dann erlaubt werden, wenn sie etwas zur Vorwärtsentwicklung ihrer Angehörigen beitragen. Denn man möchte die Gelegenheit wahrnehmen, um all denen, die durch Krieg und Unglück diese Welt frühzeitig verlassen mussten, die Möglichkeit zu geben, einen rascheren geistigen Aufstieg zu erlangen; man nützt sozusagen diese Möglichkeit aus. Daher ist es keine Ungerechtigkeit, wenn jenen Geistern aus den anderen Sphären erklärt wird: “Unterlasst die Besuche bei euren Angehörigen, freut euch über das eifrige Dazutun der Geisterwelt Gottes, damit sie so bald wie möglich diese Welt verlassen können und einer schönen Aufgabe zugeführt werden.”

Ihr werdet denken, ich hätte noch nichts erwähnt von jenen, die in der untersten Stufe sind, die gegen die Menschlichkeit verstossen haben. Ja, von Zeit zu Zeit lässt man den Weg zu ihnen offen. Es können welche aus allen Stufen dieser Welt sie besuchen, aber nur zu gewissen Zeiten. Sie bringen ihnen auch Trost und sagen ihnen, wie sie selbst leben, wie sie belehrt werden und was alles auf sie wartet. Sie bringen ihnen Nachricht von ihrer Welt, und sie beten mit ihnen. Es ist also nicht unbedingt so, dass man diese in den untersten Stufen ganz alleine lässt. Natürlich gibt es auch hier Möglichkeiten, dass die Geisterwelt Gottes einen in eine solche Dunkelheit bringt, wo kein Zugang zu ihm ist. Ihr könnt also immer wieder sehen, dass es so viele Stufen gibt und man keinen wie den andern beurteilt. Auch diesen Ärmsten wird also Trost gegeben, und nach einer gewissen Zeit werden auch sie aus ihrer Sphäre herausgenommen. Aber je nach ihren Vergehen werden sie nicht die Schönheiten des Himmels erleben, sondern sehr, sehr lange gebannt bleiben. Die Geisterwelt Gottes entscheidet darüber, an welchem Ort sie gebannt sein sollen und wann die Stunde gekommen sein wird, wo sie in das neue Erdenleben treten müssen – in das neue Leben, das ihnen nichts Angenehmes bringen wird.

So, liebe Geschwister, könnt ihr erkennen, wie die Geisterwelt Gottes sich für alles Geschehen der Menschen interessiert und dass sie sich dementsprechend darauf einstellt. Grosse Kriege, wie sie vorgekommen sind, waren ja zuvor schon im Heilsplane Gottes gezeichnet. Folglich sollt ihr nicht glauben, dass diese besondere Geistessphäre etwa plötzlich hätte eingerichtet oder aufgebaut werden müssen; sondern sie ist von Geistern Gottes schon lange vorher aufgebaut und eingeteilt worden, um diese Wesenheiten aufzunehmen.

Wenn nun ein aufsteigender Geist so eifrig ist und sich nach den Höhen sehnt, dann wird ihm auch genügend Gelegenheit gegeben, sich bilden zu lassen. Wie ich erwähnte, treten die Geister Gottes besonders in diese Sphären und sammeln jene Eifrigen und unterrichten sie, um sie auch frühzeitig herauszunehmen. Mit dieser besonderen Betreuung dieser Wesenheiten schafft die Geisterwelt Gottes die Möglichkeit, dass diese Seelen von grösserer Nachsicht, von Mitleid und feinen Gefühlen durchdrungen werden. Denn sie alle müssen dereinst wieder in ein Erdenleben treten, und so müssen sie erfüllt sein von jenem wunderbaren, göttlichen Leben, von jenen Tugenden, sie müssen erfüllt sein von den Worten der Engel Gottes, die nur Liebe, nur Wohlwollen und Güte aus sich geben. Denn die Seele muss gestärkt ins Erdenleben gehen, damit sie den grossen Anfechtungen trotzen kann. Der Glanz der Erde ist sehr gross, und manche fallen zurück. Was sie in der jenseitigen Welt zusammengetragen und aufgebaut haben, wird im menschlichen Leben nur allzu schnell zerschlagen.

Wenn ihr nun selbst überdenkt, wie wenige Menschen es sind, die sich mit dem Gedanken befassen: “Wenn ich meinen irdischen Leib ablege, dann schreitet mein Geist im Reiche Gottes einher; mein Geist findet sich dereinst mit dem Erlöser zusammen und bejubelt und besingt die Herrlichkeit Gottes.” Ja, wie wenige Menschen sind es, die darum wissen. Wenn ihr zu andern davon sprecht, wenn ihr sie darauf hinweist, betrachten sie euch mit grossen Augen und wollen es nicht glauben. Könnt ihr euch vorstellen, welchen Nutzen diejenigen haben, die in die andere Welt eingehen und sich sagen können: “Nun endlich, endlich sehe und erlebe ich, was man mir immer gesagt hat.” Sie müssen sich dann sagen: “Ja, alles stimmt, alles ist wahr. Manchmal hatte ich gezweifelt, aber nun sehe ich, alles stimmt; ich bin froh, dass ich diesen Weg gegangen bin.”

Wie mancher Mensch, der uns einst die Hand zum Bunde gegeben hatte, löste sich wieder, weil andere Menschen so viel zu erklären und zu sagen, ja vielleicht zu ‘beweisen’ wussten, dass es kein Fortleben nach dem Tode gebe oder dass dieses in ganz anderer Art sei. Bei jenen, die uns einst die Hand gegeben hatten, sich aber wieder von uns lösten und die nun auch in dieser Geisteswelt stehen, ist ein Schleier über die Augen gezogen. Sie können diese geistige Welt nicht in derselben Klarheit erfassen wie jene, die im menschlichen Leben Ja dazu gesagt haben. Denn sie sind in der Entwicklung nicht vorwärtsgeschritten; sie sind ja in der grossen Sphäre, in die sie eingeteilt sind, nicht auf der obersten Stufe, sondern sie stehen auf der mittleren oder auf den untersten Stufen. Dort herrscht nicht die Klarheit, dort kann man nicht alles so erkennen und erfassen, dort herrscht dieser Nebel. Dieser Nebel liegt über allem, und der Einzelne hat es schwer, sich aus diesem Nebel herauszubringen, um diese Stufen hinaufzukommen. Doch es muss der Weg geebnet werden; man schreitet ihnen entgegen, und man erklärt ihnen, wie schön diese göttliche Welt ist. Und sie freuen sich an den Worten, die die andern zu ihnen sprechen; aber selbst erleben können sie es noch nicht, noch ist ein tiefer Nebel über allem, noch ist ihr Auge so unklar und nicht geläutert.

Es wäre nicht in der Gerechtigkeit Gottes, wenn alle im selben Momente die wahre Herrlichkeit erfassen könnten, denn nicht alle haben es verdient. Doch jene, die diesen tiefen Glauben und diese grosse Treue zu uns zeigten, sollen dafür ihren Lohn haben. Sie sollen diese himmlische Welt so sehen, wie sie ihnen jeweils geschildert wurde, frei von jedem Nebel, frei von Hindernissen. Sie sollen diese Welt durchwandern können und sich freuen, eine herrliche Begleitung bei sich zu haben und an den göttlichen Festen teilnehmen zu können. Der grosse Friede wird in sie einkehren, und sie werden den Himmel und die himmlischen Freuden so geniessen können, wie sie wirklich sind.

So, liebe Geschwister, erklärte ich euch etwas von den Aufgaben der Missionsgeister. Der Segen Gottes walte über euch. Und der Segen Gottes beschütze und behüte euch. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrer Josef vom 4.2.1961 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Vom Wirken der Missionsgeister für verstorbene Soldaten

Josef, 17. März 1973

Vom Wirken der Missionsgeister für verstorbene Soldaten

Wenn Kriege toben und so viele Soldaten sterben, gehen die Missionsgeister in ihre Nähe und sind bereit, sie in die geistige Welt hinüberzuführen. Sie helfen den Sterbenden, sich vom irdischen Leib zu lösen, und begleiten sie in ihre neue Welt hinein, wo sie als Erstes umsorgt und getröstet werden.

Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, durch die christlichen Festtage wird der Christ mehrmals des Jahres an den Heils- und Erlösungsplan erinnert. Diese Erinnerungstage möchten doch dem Christen sagen: “Vergiss die Botschaft nicht, die vom Himmel her gekommen ist. Vergiss es nicht, was diese Erinnerungstage zu sagen haben.” Da kommt die Kunde vom Himmel von der Geburt des Herrn; dann kommt das Osterfest, und die Christenheit hört in ihren Kirchen vom Leiden, vom Sterben des Herrn. Man wird daran erinnert, dass er auferstanden ist von den Toten. Man wird auch daran erinnert, dass er aufgefahren ist zum Himmel. Man wird daran erinnert, dass er sein Versprechen gehalten und den heiligen Geist oder die heiligen Geister ausgesandt hat, zuerst zu seinen Jüngern – da sprachen sie, die heiligen Geister, durch den Mund der Jünger. Daran wird die Christenheit immer wieder aufs Neue erinnert, und allzu gerne vergisst es ein Mensch von heute. Er kennt weder den Sinn noch den Zweck seines eigenen Lebens, und er kennt auch nicht den Sinn und Zweck des Lebens vom Sohne Gottes, des Erlösers. Aber es wird nichts in Vergessenheit geraten; die Christenheit wird immer wieder daran erinnert. Doch nicht alle wollen erinnert werden.

“Wachet und betet” (Mat. 26, 41) – das will aber nicht heissen, dass man stets mit gefalteten Händen beten und wachen soll. Wachen heisst: wachsam sein, stark im Glauben, wach sein. Und Beten heisst: das Gespräch mit Gott aufrechterhalten, die Verbundenheit mit Gott nicht verlieren. Wachet und betet. Seid wachsam, denn es könnte dem einen wie dem andern dereinst zum grossen Schaden werden, weil er nicht gewacht hat, weil er vergessen hat, was diese Erinnerungstage ihm zu sagen haben, weil er von der Botschaft des Himmels nichts wissen wollte.

So wird dem Christenmenschen doch nahegelegt, dass es ein Leben gibt über den Tod hinaus. Denn die christlichen Botschaften sowie das Leben Jesu Christi sind ewigkeitsbezogen. Alles deutete stets auf die Ewigkeit hin, auf eine andere Welt, die besteht und in die man zurückkehrt und die von Bedeutung ist. Diese andere Welt ist es, die sich mit dem Menschen befassen will. Diejenigen, die aus dieser andern Welt kommen, wollen zum Menschen reden, so wie es einst möglich war, dass die Jünger, von einem heiligen Geiste erfüllt, zu den Menschen sprachen. So sollte es in Erfüllung gehen, was der Herr gesagt. Und es soll sich ein jeder daran erinnern, was jeder besondere Erinnerungstag des Herrn zu sagen hat. Viel ist dem Christenmenschen zu sagen vom Leben nach dem Tode. Das überirdische Leben ist es, das von grosser Bedeutung ist. Doch von diesem Leben nach dem Tode wollen Menschen nichts wissen, oder sie hören nicht gerne, was dereinst mit ihnen geschieht. Sie glauben sich mit einer Ausrede begnügen und sagen zu können, es wäre noch früh genug, es zu erfahren, wenn es so weit sei. Dann ist es zu spät. Man soll sich frühzeitig darum kümmern und Vorsorge leisten für das zukünftige Leben, für die Ewigkeit.

So habe ich doch die Möglichkeit, euch die Himmel zu öffnen, damit ihr ein klein wenig Einsicht bekommt in diese andere Welt. Es wird mir stets ermöglicht, von der Ordnung und von den Gesetzen Gottes zu euch zu reden. Ihr sollt auf diesem Wege vertraut werden mit der Ewigkeit. Wenn ihr dereinst in der andern Welt eure Augen öffnet, kommt ihr dort als Fremdlinge an. Ausnahmen mögen jene Menschen sein, die den Gottesglauben und den Glauben an die Ewigkeit in ihrem Innersten so fest verankert haben, dass sie diese neue Welt nicht als etwas Neues empfinden, sondern als ihre vertraute einstige Heimat wiedererkennen und sich in ihr auch wohlfühlen dürfen. So wie der Mensch hier lebt, wird er, entsprechend seinen Verdiensten oder seinen Belastungen, einen Platz in der andern Welt finden. Man soll also nicht annehmen, alle, die da von dieser Welt weggehen, würden an ein und demselben Ort erwachen. Der Himmel ist gross, und der Wohnungen sind viele und der Stockwerke auch – so wird man seinen Platz einnehmen. Die himmlische Welt ist gross, und sie ist mächtig. Überlegt euch, wie es aussehen könnte, wenn ihr selbst da eintretet.

Überlegt, wer euch wohl zuerst begrüssen könnte. Vielleicht habt ihr Sehnsucht nach einem ganz bestimmten Menschen, der längst gestorben ist und mit dem ihr noch in Verbundenheit seid. Es kann möglich sein, dass er euch als Erster begrüsst. Dann stellt sich die Frage: In welchem Verhältnis ist man denn zu den geistigen Wesen, zu den Schutzengeln, die einen durchs Leben führen, behüten und beschützen? Oder wie steht man zu Gott, welches Verhältnis hat man zum Erlöser? Solche Gedanken sollte man sich einmal machen und versuchen, sich im Geiste seine eigene Einkehr vorzustellen – und dabei sehr ehrlich sein mit sich. Denn man muss doch wissen, dass in der Seele nichts verloren geht von all dem, was man nicht hätte tun sollen. Alles ist da: Man sieht das, was man nicht hätte tun sollen, aber man sieht auch das Gute, das man getan.

Viele kommen doch in grosser Verzweiflung – jene, die überraschend, ohne Vorbereitung in die Ewigkeit hinübergehen mussten. Es können Soldaten sein, mehrere Hundert an einem Tage, die da sterben, da und dort. Sie erwachen plötzlich in einer neuen Welt, und nicht jeder hat an Gott geglaubt. Doch mancher hatte, wenn er in grossen Ängsten gewesen, im Stillen doch gebetet. Und jedem kommt es zugute, wenn er auch nur in den letzten Minuten sich daran erinnert hat, dass es den Allmächtigen, den Ewigen, geben kann und gibt – auch wenn ihm dieses ‘im letzten Moment’ natürlich nicht den Weg ebnet zu den höchsten Himmeln; doch er findet liebevolle Aufnahme.

Im Allgemeinen ist es so: Wenn diese Kriege toben und so viele Soldaten zu sterben haben, da gehen doch die Missionsgeister in die Nähe jener Menschen, wo diese Kriege geführt werden. Sie kennen diese Felder, sie kennen diese Menschen, und sie sind bereit, sie hinüberzuführen. Wenn so viele – ich muss es nach euren Begriffen aussprechen – miteinander an einem Tage die Welt verlassen und nach menschlichem Denken den Heldentod erleben, bedeutet das für die Geisteswelt natürlich keine Überforderung. Da bemüht man sich einmal um die einzelnen Seelen oder geistigen Wesen. Man hilft ihnen, sich noch vollständig vom Körper zu lösen; dann versucht man mit ihnen von dieser Erde zu entfliehen. Man führt sie weg – wenn auch die Distanz nicht besonders gross sein muss von diesem irdischen Boden, wo sie gestorben oder gefallen sind, zu jener geistigen Landschaft, wo man sie hinführt. Dort, in einer solchen Landschaft, sammelt man sie; diese mag in der Nähe einer Stadt sein, die besonders dafür gebaut und vorbereitet ist, solche gefallenen Soldaten aufzunehmen. Aber da, wo die vielen hingeführt werden – in dieser Landschaft in der Nähe einer solchen Stadt –, sammeln sich die Heiligen des Himmels, denn man muss sich eines jeden Einzelnen annehmen. Dies mag ein Trost sein. Es sind doch auch die Schutzgeister eines jeden Einzelnen da, die nun versuchen, ihrem Schützling beizustehen, so gut es geht. Sie helfen mit, ihren Schützling einzuordnen; denn alle, gleich welcher geistigen Entwicklung, sind zusammengeführt worden. Sie unterscheiden sich aber in ihrer Entwicklung. Da hat es welche, die waren fromm und gläubig; und es sind welche, die dem Glauben gleichgültig gegenüberstanden, und wieder andere sind da, die im letzten Moment doch Gott um Hilfe anflehten. So kommen die im höheren Range stehenden Geister und rufen die Heimgekehrten auf – je nach der Gesinnung, die sie im Leben gehabt, und je nach ihrer geistigen Entwicklung. Und hier müssen die Schutzgeister des Einzelnen mithelfen, denn sie wissen doch, wohin nun ihr Schützling eingereiht werden soll; sie verstehen, was die Geister Gottes rufen, und so treten sie mit ihrem Schützling heraus. Und diese sind bereit, sich führen zu lassen.

So werden sie gesondert, und dieses Sondern heisst nur, dass sie in verschiedene geistige Häuser gebracht werden. Alle, die in ihrer geistigen Gesinnung, in ihrer Entwicklung auf gleicher oder ähnlicher Ebene stehen, kommen zusammen und werden so in ein und dasselbe Haus geführt. Von dort aus geht die weitere Umsorgung dieser Heimgekommenen. Da muss man zuerst einmal fragen oder sich erkundigen: “Wer fühlt sich müde? Wer fühlt sich hungrig?”, denn das gibt es auch – man geht doch mit denselben Gefühlen in die Ewigkeit hinüber, die man zuletzt gehabt hat oder die man überhaupt in sich trug, und diese Gefühle kommen mehr oder weniger zum Ausdruck. Solche im Krieg Gefallenen sind doch meistens auch in Ängsten, und sie sind müde. So erkundigt man sich: “Wer verlangt zu ruhen?”, und allen, die dieses Verlangen haben, wird es gestattet. Das Haus ist gross genug, um sie dahin zu führen, wo ihnen die Gelegenheit zum Ruhen gegeben wird. Der Schutzgeist, der seinen jeweiligen Schützling begleitet, tröstet ihn und sagt ihm: “Fürchte dich nicht, ich bin bei dir.” Und so lässt man sich führen. Der Müde und Ermattete wird Erquickung finden; und derjenige, der sich besonders hungrig fühlt, dem wird eine geistige Speise zur Stärkung gegeben. Auch er wird seinen Platz einnehmen in dem grossen Hause. Dann wendet man sich auch den andern zu, jenen, die ungläubig waren. Für sie ist ebenfalls ein besonderes Haus bestimmt. Man hat auch diejenigen gesondert, die noch im letzten Moment ihres Lebens bereit waren, zu Gott zu beten; auch für sie hat es einen besonderen Platz.

So war in jedem Hause ein hoher Geist und unterrichtete die Heimgekommenen. Die Geisterwelt Gottes musste sich gerade jener speziell annehmen, die nicht glauben konnten und ohne Glauben gelebt hatten. Und es waren gerade jene, die besonders rebellierten. Sie wollten den geistigen Wesen die Schuld zuschieben für ihren eigenen Unglauben; denn sie haben so viele Ausreden und erklären so manches, was man von der andern Seite, also von der Ewigkeit aus, hätte tun müssen. Und man klagt sogar Gott an, warum er es denn zugelassen habe, dass es Kriege gebe: Wenn er doch in solcher Allmacht sei, warum verhüte er es nicht, warum greife er nicht ein ins Leben der Menschen, damit sie im Frieden zusammenlebten. So haben sie so vieles auszusetzen. Und manche sind darunter, die wurden im Leben erniedrigt und betrogen, und sie können es nicht verstehen, dass man dieses zuliess, wenn Gott doch allwissend, voller Gerechtigkeit und Liebe sei.

So hört man viele Klagen, schwere Klagen – die Heimgekommenen sprechen es in Unkenntnis der Gesetze. Man lässt sie reden, man hört ihnen eine Zeit lang schweigend zu. Dann aber muss man sie doch belehren. Man muss es ihnen erklären, was recht und was falsch ist. Als Erstes wird ihnen gesagt, dass die Menschheit, die da auf dieser Erde lebt, unter der Herrschaft des Bösen ist. Dies scheinen sie auch nicht ohne Weiteres zu verstehen. So muss es ihnen eben von Grund auf erklärt werden, warum das Böse Herrscher ist und Herrschermacht und Gewalt hat auf dieser Erde über den Menschen – erklären muss man es ihnen. Und genauso wenig wie ich es in ein paar Worten erklären kann für einen oder für jemanden, der zum ersten Mal hier ist oder überhaupt nichts von göttlichen Gesetzen weiss, genauso unmöglich ist es für einen Geist Gottes, in ein paar Worten eine Erklärung von Grund auf zu geben. So braucht es längere Zeit. Die Heimgekehrten müssen von Grund auf belehrt werden. Man muss ihnen den Sinn und Zweck ihres Lebens erklären; und man muss ihnen erklären, warum Christus gestorben ist und der Menschheit die Erlösung gebracht hat. Und glaubt mir: Obwohl man es ihnen erklärt, sind sie nicht willens, es anzunehmen – noch lange nicht. Man muss warten, bis die Zeit gekommen ist, dass sie es bejahen können.

So sind sie ja gesondert, und man ist mit allen ins Gespräch gekommen, auch mit den Gläubigen; auch ihnen musste so manches erklärt werden. Da sind welche unter ihnen, die sagen: “Man braucht mir nichts zu erklären, ich sage zu allem Ja. Ich glaube an Gott und an seine Welt, das genügt mir.” Und damit ist die hohe Geisteswelt ebenfalls nicht einverstanden, denn ein jeder soll von Grund auf die Ordnung Gottes und seine Gesetze kennen. So muss auch jener, der so spricht, belehrt werden: “Du sollst dich noch um Weiteres kümmern. Es ist gut und recht, wenn du willig bist, man kann dich viel besser führen; aber die Belehrung brauchst du trotzdem. Du musst lernen, was in den Gesetzen Gottes geschrieben steht, und du sollst die Ordnung Gottes kennenlernen.” So geht es.

Auch jene, die sich gemeldet und erklärt hatten, dass sie müde seien, sind wieder wach geworden. Unter ihnen gab es Gläubige, Ungläubige und Gleichgültige; auch sie musste man wieder sondern. Dazu sind die hilfreichen geistigen Wesen da, um alle einzuordnen. Denn die göttliche Ordnung ist wunderbar, die Gotteswelt ist eine Welt der Ordnung. So müssen sie alle belehrt und geführt werden. Aber diese Stadt, in die sie alle zusammen gekommen waren, ist ja nur ein Zwischenreich; es ist ja nicht ihr endgültiger Ort. Dort muss man sie über das Notwendigste unterrichten; sie müssen vorerst einmal getröstet werden, besonders jene, die in der Sehnsucht nach ihren Angehörigen sind. Auch wenn sie da von den Geistern Gottes betreut werden, so hat doch so mancher das Verlangen, zu den Seinigen zurückzukehren; man ist voll des Kummers. Da hat ein Mann seine Familie zurückgelassen, seine Frau mit einigen Kindern, und er ist besorgt um ihr Fortkommen, um ihr tägliches Brot, und er findet keine Ruhe. Es ist falsch, wenn man jeweils sagt: “Er ist in die ewige Ruhe zurückgekehrt” – es kann ja keine ewige Ruhe geben, wenn es eine Lebendigkeit gibt, eine lebendige Ewigkeit. Diese lebendige Ewigkeit hat so vieles zu geben, aber auch zu nehmen; sie ist so tätig, so wirksam.

So nimmt man sich eines jeden Einzelnen an. Und hat er das Notwendigste an Belehrungen empfangen, wird er ja aus diesem Zwischenreich herausgenommen und an seinen Platz hingeführt, wo man sich seiner besonders annimmt. Aber unter all diesen ist stets ein Verlangen, sich wiederzufinden, das heisst, sich mit jenen Kameraden zu treffen, mit denen man gemeinsam starb und die man in der Ewigkeit eben nicht unbedingt neben sich findet, weil man je nach der geistigen Einstellung und Entwicklung getrennt wurde. Aber das menschliche Leben, das man gemeinsam, miteinander verbrachte, der grosse Kummer und die vielen Fragen, die man hatte, und die vielen Stunden, die man miteinander in Angst und Bange erlebte, verbinden sie auch noch im Geiste. Und so sind jene, die auf höheren Stufen sind, doch stets gerne bereit, den andern beizustehen, ihnen den Weg zu zeigen. Denn so ohne Weiteres findet man auch in der Gotteswelt den Weg nicht. Man muss geführt werden, man muss seinen gerechten Platz einnehmen. Wenn das Verlangen da ist, sich mit den andern zu finden, und es erlaubt wird, dann hat man sinnvolle Gespräche, die man führt.

Ist man aus diesem Zwischenreich herausgenommen worden und hat man nun seinen Platz eingenommen, an den man geführt wurde und hingehört, da ist man auch schon zu höherem und besserem Denken erwacht. Man hat schon in diesem Zwischenreich einige Belehrungen empfangen, und es geht weiter mit den Belehrungen. Auch muss man das, was man falsch gemacht hat im Leben, wiedergutmachen. Man wird in die Läuterung geführt, so es möglich ist, und man kann dort einen Teil abtragen und wiedergutmachen; daneben kann man auch seine Arbeit tun und belehrt werden. In ganz schweren Fällen kann jedoch auch Verbannung auf den einen oder andern warten, denn da kommt es ganz darauf an, wie die Geister Gottes über den Einzelnen urteilen. Denn sie klagen da und dort einen Heimgekehrten an, er habe getötet und Gottes Gebot heisse doch: “Du sollst nicht töten.” Auch über das muss man diese einstigen Soldaten unterrichten. Diese schieben die Schuld jenen zu, die ihnen den Befehl dazu gegeben haben. So wird ihnen gesagt, dass jene, die diesen Befehl gegeben, hart bestraft würden. Wenn Kriege aus purer Habgier und Herrschsucht geführt werden – und das sind doch die Motive für einen Krieg –, wehe jenen! Hart geht man mit ihnen ins Gericht. Nun hat jeder Soldat seine Gefühle entsprechend seinem Wesen. Der eine mag rücksichtslos und hart sein, das liegt in seinem Wesen. Was man ihm als Sünde zeichnet oder anlastet, das beurteilt die Gotteswelt. Ein anderer war nachsichtig, rücksichtsvoll, aber er tat, was er tun musste. Wenn es ihm als Mensch in seiner Seele leidgetan hat und er sich innerlich nicht damit abfinden konnte, wird anders über ihn geurteilt. Die Geisteswelt Gottes kennt das wahre Wesen eines Menschen. Von diesem wahren Wesen kommt alles mit in die Seele, und der heimgekehrte Geist trägt es mit sich, das wahre Ich. Und nach dem wird er beurteilt und verurteilt. So findet alles seine Gerechtigkeit.

Aber gerade jene sind es, die dann nach ihrer Läuterung zur Einsicht kommen, dass diese Menschheit sich doch von der Gewalt des Bösen lösen sollte; und sie behaupten in der Jenseitswelt, wenn sie wieder Mensch würden, dann würden sie das Böse bekämpfen, sie würden gegen die Gewalt sein und aufstehen gegen diese Gewalt, gegen die Herrschaft des Bösen in der Welt. So machen sie ihre Pläne und ihre Versprechungen. Sie sammeln sich ja untereinander und einigen sich in der Gesinnung, dass das Böse des Menschen überwunden werden sollte – stark sollte der Geist sein, der da einverleibt wird, und stark sollte er werden im Laufe seines Lebens, um dem Bösen gegenüberzutreten. Denn es glaubt so mancher, dass das Wissen, das ihn als Geist in der Ewigkeit umgibt, ihm auch im menschlichen Bewusstsein gegeben ist. Da muss man ihm sagen: “Wer wieder als Mensch geboren wird, der weiss nichts von seiner Existenz einst in der jenseitigen Welt, er weiss nicht, woher er kommt; aber in seiner Seele ist der Same gelegt für das Verlangen nach dem Göttlichen und für das Suchen des Ewigen.” Es wird auch erklärt: “Wenn man es vermag, in der Ewigkeit sein Wesen, sein ganzes Ich so zu gestalten und dem Denken und Wollen so hohen Sinn zu geben, dass es dereinst die ganze Seele und darüber hinaus das ganze Wesen beeinflussen kann, dann vermag es im menschlichen Leben zum Erfolg zu kommen.” Blosse Wünsche in der Ewigkeit – persönliche Wünsche meine ich – bringen in einem neuen menschlichen Leben noch lange keine Erfüllung. So braucht es auch in der Ewigkeit eine besondere Läuterung und eine Erleuchtung der eigenen Seele. Wenn man der Wahrheit gegenübersteht, in der Ewigkeit ist und Gottes Gewalt und seine Macht erfahren hat, kann man dem doch kaum widersprechen. Man will doch für Gott leben und vergisst die Schwachheiten, die über den Menschen kommen, wenn man ins menschliche Dasein getreten ist. Man vergisst, dass das Böse dann wieder seine Macht ausübt auf den Menschen und dass er je nach seiner geistigen Entwicklung – oder soll ich sagen: je nach der Entwicklung eines solchen Geistes –, je nach seiner Erleuchtung und seiner inneren, geistigen Kraft, dem Bösen zu widerstehen vermag. Wenn ein solcher dieses im Leben fertigbringt, dann hat er sich für seine Zukunft auf eine höhere, bedeutend höhere geistige Stufe gestellt.

Es geht von diesen geistigen Wesen, die die Macht Gottes, aber auch die Liebe Gottes kennenlernen durften, auch das Bitten durch den Himmel, oder es geht doch der Wunsch aus, mit andern gemeinsam gegen Gewalt und Krieg anzukämpfen. So bittet man, dass man zur selben oder ähnlichen Zeit in ein neues menschliches Dasein treten dürfe, um gegenseitige Unterstützung zu haben für den Kampf gegen die Gewalt, gegen das Böse. Liebe Geschwister, die göttliche Welt bejaht manchmal solche Ansinnen und lässt solche Geistwesen gemeinsam wieder ziehen zur neuen Menschwerdung. Denn die Gotteswelt selbst hat alles Interesse daran, dass es einen Fortschritt gibt beim Menschen und dass Menschen den Mut aufbringen, für den Frieden zu kämpfen, für ihn zu leben, und versuchen, gegen die Macht und die Gewalt zu wirken, so gut es ihnen gelingt. Und da dies in der Gemeinschaft besser geht als alleine, befürwortet man es und lässt sie gemeinsam ziehen zur neuen Aufgabe.

Sind sie dann in ihr neues menschliches Dasein getreten, sind sie ja wieder Mensch mit Gefühlen wie jeder andere und sind den Versuchungen ausgeliefert und innerlich nicht unbedingt so stark, um allem zu widerstehen. Sie haben aber in sich den Drang, etwas anders zu machen, etwas anders zu gestalten in dieser Welt; aber sie wissen nicht richtig was. Denn all diese Abmachungen, die getroffen wurden in der göttlichen Welt, sind im Bewusstsein des Menschen verloren gegangen – er weiss es nicht, was er einst versprochen. Es muss ein jeder aus eigener Kraft versuchen, sich zu bewähren und den Weg zu finden. Die Antwort für alles, was es braucht, muss man manchmal lange suchen – man findet sie in der Ordnung, im Schöpfungs- und im Heilsplan Gottes. Nach dem muss man suchen, und dazu braucht es Zeit, wie ich erklärte; man kann solches Wissen nicht in einer Stunde haben. So braucht einer oft ein halbes oder fast ein ganzes Leben dazu.

So, liebe Geschwister, gab ich euch in dieser Stunde wiederum Einblick in die Ewigkeit, in das Handeln der göttlichen Wesen, in ihre Ordnung, in ihre Gesetze. So sollt ihr versuchen, auch als Mensch euch in diese geistige Ordnung einzufinden, euch nach den Geboten Gottes auszurichten und stets wachsam zu sein und das Gespräch mit Gott nicht zu vergessen.

So möge Gottes Segen euch alle behüten und beschützen. Möget ihr beschützt und behütet sein auf all euren Wegen und gesunden an Leib und Seele, so ihr krank seid. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrer Josef vom 17.3.1973 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Geistiges Eingreifen in irdisches Kriegsgeschehen

Josef, 10. November 1956 (Ausschnitt)

Geistiges Eingreifen in irdisches Kriegsgeschehen

Wie gefallene Freiheitskämpfer ihre auf Erden zurückgebliebenen Kameraden im Kampf um die Freiheit unterstützen. Ein Erlebnisbericht zur Zeit des ungarischen Volksaufstands gegen die sowjetische Besatzungsmacht.

Josef: Gott zum Gruss. Meine lieben Freunde, da ihr nun so für Frieden und Freiheit betet, ganz besonders für jene geknechteten Menschen [in Ungarn], möchte ich euch sagen, dass auch wir Geister Gottes für den Frieden der Menschen beten. Und wir tragen das Gebet der Menschen hinauf zu den höchsten Höhen und flehen zu Gott, dass er daran Wohlgefallen finden möge.

Wer die geistigen Gesetzmässigkeiten nicht kennt, verfällt oft dem Zweifel an Gottes Güte und seiner Gerechtigkeit. Wer aber in diese Gesetze eingeweiht ist, vermag sich den Zusammenhang des heutigen Geschehens besser zu erklären.

Und nun, meine lieben Freunde, möchte ich euch zur Belehrung meine Beobachtungen in jenem Land schildern, wo so für die Freiheit gekämpft wird. Ihr sollt daraus ersehen, wie wunderbar – trotz allem – Gott in seiner Güte ist, wie er diesen Wesen doch Hilfe zukommen lässt. Denn immer, wo Krieg und Unglück über die Erde kommen, sind auch die Missionsgeister bereit, um jenen Geistern behilflich zu sein, die sich vom irdischen Leib zu trennen haben.

So sah ich in jenem Land einen solchen Freiheitskämpfer, der von einer Kugel getötet worden war. Ein Missionsgeist beugte sich über ihn und half ihm bei der Trennung von seinem irdischen Leib. Dann entfloh er der Erde mit ihm, in eine wunderbare Welt hinein. Es ist eine Sphäre ewigen Frühlings, überall Gärten und Wiesen voller Blumen und blühender Bäume, überall eine Farbenpracht, dazu das Gezwitscher der Vögel und rauschende Bächlein und, von Gärten und Teichen eingerahmt, Siedlungen, die Wohnstätten der hier wohnenden Wesen.

Hier weckte ihn der Missionsgeist auf und erklärte ihm: “Du bist nun im Jenseits. Sieh dich um, und freue dich an dieser Pracht. Du siehst, dass das, was auf Erden an Schönheit ist, hier noch viel feiner und herrlicher erscheint.” Etwas aufgeregt betrachtete er nun diese neue Welt. Aber er nahm nur wenig Notiz von der Schönheit rings um sich, er besah sich alles nur flüchtig und sagte dann: “Ja, schön ist es hier. Aber ich kann niemals hier verweilen, denn ich bin es meinen Kameraden, mit denen ich im Kampf gestanden bin, schuldig, ihnen zu helfen und mit ihnen zu kämpfen für ihre Freiheit. Ich kann sie nicht alleinlassen in ihrer Not.” Der Engel Gottes aber machte ihn auf die schönen Häuser aufmerksam und sagte: “Sieh einmal, dort sind auch welche von deinen Kameraden. Sie gehen ein und aus in diesen Wohnstätten, und wenn sie es wünschen, finden sie wieder den Weg zur Erde, zu ihren Kameraden, die im Kampf stehen. Auch sie kehren wieder zu ihnen zurück, um weiter mit ihnen zu kämpfen.”

Erfreut rief er ihnen nun zu, und sie kamen und umarmten ihn. Er aber sprach: “Ich komme mit euch, ich will auch wieder kämpfen.” Darauf sprach der Engel Gottes: “Ja, ihr habt euren freien Willen. Diese Welt, in der ihr wohnen dürft, steht euch ja nur vorübergehend offen. Ihr werdet noch nicht über euer Straucheln, eure Verfehlungen im Leben zur Rechenschaft gezogen – erst später, wenn Ruhe über euch gekommen ist. Bis dahin dürft ihr in dieser herrlichen Welt wohnen und hier ein und aus gehen.” Mit diesen Worten verschwand der Engel Gottes.

Nun war dieser Geist ja nicht mehr allein. Seine Kameraden und Schwestern umringten ihn, und er zog gemeinsam mit ihnen wieder zur Erde. Sie fanden ihre Stadt, in der sie gekämpft hatten, und jeder ging seinen eigenen Weg durch die Gassen, wo ihre Freunde im Kampf standen. Und dieser Geist stürzte sich auf einen ihrer Gegner, versuchte ihm die Kugeln aus dem Gewehr zu nehmen und musste erkennen, dass er das Gewehr nicht fassen konnte. Seine Hände durchdrangen die Materie, und mit seinem geistigen Leib konnte er durch die Menschen hindurchgehen wie auch durch die Mauern; er durchdrang alle Materie, durch die Geschütze zog er hindurch. Da ergriff ihn die Verzweiflung. Er wollte doch seinen Brüdern helfen. Aber wie sollte es ihm nun möglich sein?

In seiner Verzweiflung ging er auf die Suche nach seinen ebenfalls gefallenen Kameraden, die auch mit ihm zur Erde gekommen waren, um den Brüdern im Kampf beizustehen. Er wollte wissen, wie sie es anstellten. Schon erblickte er sie in nächster Nähe, und nun erkundigte er sich, wie es denn möglich sei, ihren Brüdern beizustehen und sich ihnen bemerkbar zu machen. “Du kannst helfen”, sprachen sie, “es ist möglich. Schau, wie wir es machen!” Und sie zeigten es ihm – es waren vier Brüder und zwei Schwestern –, und sie drangen dicht zusammengedrängt auf einen Kämpfenden ein, um ihm von ihrer Kraft des Mutes, des Vertrauens und der Hoffnung zu geben. Sie blieben eine Weile mit ihm zusammen und übertrugen diese ganze geistige Kraft auf ihn. Dann entfernten sie sich wieder etwas von ihm, doch belehrten sie jenen noch, dem alles neu war: “Siehst du, so muss ein Geist kämpfen; er muss Besitz nehmen vom Menschen. Als Geist verfügt man über eine ganz andere Kraft, die man auf Menschen übertragen kann. Wir müssen ihnen Mut und Hoffnung übertragen und in der Weise für sie kämpfen.” Und sie erklärten ihm, wie ihnen Möglichkeiten offenstehen, die Gegner zu beobachten, da sie die Mauern durchdringen könnten. Sie sahen ja um alle Ecken und konnten die Gefahren erkennen, die ihren kämpfenden Brüdern drohten. Überall da, wo sie ihre Brüder in Gefahr sahen, gingen sie gemeinsam auf einen solchen Bruder los, um Besitz von ihm zu nehmen und ihn aus seiner gefährlichen Lage wegzuführen, an einen sicheren Ort. Diese Geister aber klagten doch, dass die Menschen nichts hörten, wenn sie auf sie einsprachen, wie sie es auch nicht fühlten, wenn sie in sie eindrangen, wie schwer es für sie sei, ihnen ihre Wünsche mitzuteilen. Umso mehr aber strengten sie sich an, doch etwas für ihre Brüder zu tun, sie von den Gefahren wegzuführen und sie so zu beeinflussen und mit Mut und Hoffnung zu unterstützen. So suchen die Geistwesen ihre kämpfenden Geschwister auf.

Nun aber bemerkten sie, dass sie auf geistiger Seite nicht allein kämpften, sondern dass auch jene aus der Welt der Düsterheit auf die Menschen einzudringen suchten und die gleiche Unterdrückung und Knechtschaft, in der sie leben, auszubreiten versuchten. Denn aus ihrem Reich der Finsternis, wo sie selbst in Uneinigkeit miteinander leben, bringen sie den Unfrieden mit, und damit versuchen sie in gleicher Weise in die Menschen einzudringen. Sie kämpfen dafür, dass die Freiheit unterdrückt werde; denn die Geister der Dunkelheit gönnen den Menschen weder Frieden noch Freiheit, sondern nur Knechtschaft und Unglück, was sie auch immer zu verbreiten suchen. Sie sind aufs Eifrigste an der Arbeit und finden willige Werkzeuge unter den Menschen, die bereit sind, ihnen zu dienen.

Wohl gibt es Menschen, die sich weigern, auf ihre Brüder zu schiessen. Wenn nun solche fallen, wird dementsprechend milder über sie geurteilt. Denn hier kommt es auf die Gesinnung des Menschen an, aus welchem Drang heraus er kämpft. Menschen, die am Töten Gefallen finden, werden strenger bestraft als Soldaten, welche die Befehle auszuführen haben. Nicht die Soldaten werden für ihr Tun bestraft, solange sie nur die Befehle ausführen. Doch jene, welche die Befehle erteilen, werden dafür zur Rechenschaft gezogen.

Wer seine Macht missbraucht, um die Mitmenschen zu quälen und zu martern, wer Lust am Töten bekundet, der wird hart bestraft. Er wird, wenn er gefallen ist, in die Welt der Finsternis geführt.

Wenn jene fallen, deren Aufgabe es war, Befehle auszuführen, und die frei von Hass waren, dann werden sie in einer besonderen Sphäre zusammengeführt. Ich möchte sagen, sie kommen in eine grosse Wartehalle, und Engel Gottes treten vor sie hin und urteilen über sie, wenn es an der Zeit ist.

Jene Freiheitskämpfer kämpfen für das, was Gott allen Menschen als höchstes Geschenk zugestanden hat. Um diese Freiheit zu erringen oder zu erhalten, kämpfen und sterben sie mit grossem Mut. Es wäre nicht gerecht, wenn die Engel des Gerichts schon gleich bei ihrem Eintritt in die geistige Welt über sie urteilen wollten, wenn sie über das ihnen widerfahrene Unrecht seitens gewisser Menschen noch voller Unruhe sind. Hier gelangt – wie ich anfangs erklärte – die Barmherzigkeit und Güte Gottes zum Ausdruck, indem diese Seelen in einen Himmel ewigen Frühlings geführt werden, wo sie so lange verweilen dürfen, bis sie selbst das Sinnlose einsehen, noch weiter zur Erde zurückzukehren und in der Weise zu kämpfen. Es gibt dort aber auch Wesen, die gleich von Anfang an nicht mehr gewillt sind, zurückzukehren zur Erde. Die einen waren müde und mochten sich ausruhen in dieser herrlich schönen Welt. Andere aber fanden, es wäre nicht recht, die kämpfenden Geschwister auf Erden im Stich zu lassen, anstatt ihnen von ihrer geistigen Kraft zuzuführen. Denn sie erkannten wohl, dass ein Geist nach seiner Trennung vom irdischen Leibe eine gewisse Kraft zur Verfügung hat, die er auf Menschen übertragen kann.

So ist ein führender Geist aufgestanden, hat eine Schar um sich gesammelt und erklärt: “Lasst jene Brüder in dem Sinne kämpfen, dass sie den Menschen Mut und Hoffnung bringen und ihnen Schutz darbieten. Aber auch wir wollen nicht untätig sein; denn wir sehen die vielen Not leidenden und verwundeten Geschwister. Wir müssen sie schützen, denen so viel Gewalt und Leid zugefügt wurde.” Unmenschlich, barbarisch hatten sich die Gegner gegenüber Verletzten und Kranken benommen. Also erkannten sie die Not ihrer irdischen Geschwister und die Dringlichkeit, ihnen zu helfen mit ihren geistigen Kräften. So sind ihre Ziele im Helfen höherer Art. Ihnen hat sich deshalb auch ein Engelwesen genähert und sich erboten, sie zu begleiten zu dieser schönen Aufgabe. So sind sie scharenweise mit diesem Engel Gottes gegangen und haben den Weg zu jenen Menschen gefunden, die sie für ihr Hilfswerk inspirieren konnten; denn sie bedurften der Hilfe von Menschen guten Willens. Nur durch Menschen können sie andern Hilfe bringen. Ihre Möglichkeit besteht darin, sich ihnen zu nähern und sie dafür zu inspirieren, wie ihren Geschwistern geholfen werden könnte. So suchten sie sich solche Menschen aus, gingen ihnen voraus und ebneten ihnen diese Wege, und sie bildeten eine geistige Mauer um sie als Schutz, dass sie den Weg beschreiten konnten, um ihren Geschwistern Hilfe zu bringen. Sie gingen auch in die Spitäler, zu den Verwundeten, wo ihnen der Engel Gottes zeigte, wie sie eine geistige Mauer um diese erstellen konnten. Sie reihten sich Leib an Leib, um diese Mauern aus Kraft zu bilden. Vergeblich war dann der Ansturm der Gegner. Es gelang ihnen nicht mehr, diese geistigen Mauern zu durchdringen. Sie wurden weggeführt, die Wege wurden frei, und jene so beschützten Kranken und Verwundeten konnten vor den düsteren Mächten in Schutz genommen werden. Denn wo sich die schützende Hand Gottes ausbreitet, da erkennen auch die düsteren Mächte, dass sie sich zurückzuziehen haben. Denn bei der geringsten Berührung mit diesen geistigen Mauern des Lichtes verspürt ein Geist der Tiefe einen ungeheuren Schmerz. Es ist das geistige Feuer, das den ganzen Weg für einen solchen schmerzbereitend gestalten kann. So gelang es diesen guten Geistern, in der Weise für ein hohes Ziel zu kämpfen; denn sie sind erfüllt von Mitleid und Erbarmen, aber auch vom Drang zur Freiheit. Sie tun auf ihre Weise und nach ihren Kräften, was sie nur können. Und der Engel Gottes führt sie wieder zurück, weist ihnen wieder andere Plätze an und berät sie. Er, der eine grössere Übersicht hat über das Geschehen und dem es bis zu einem bestimmten Punkt erlaubt ist, es zu offenbaren, er führt sie an, damit sie ihren Geschwistern auf Erden Hilfe bringen mögen, deren sie so dringend bedürfen.

Meine lieben Freunde, diese Welt des ewigen Frühlings, wohin diese Seelen geführt wurden, ist nur vorübergehend als Aufenthalt für sie bestimmt. Wenn alles ruhiger geworden ist, wird sich auch das Verlangen dieser Seelen ändern. Sie werden sich immer mehr den geistigen Aufgaben im Jenseits zuwenden; ihr Wunsch wird immer grösser, in den Heilsplan Gottes einzutreten, dessen Notwendigkeit sie immer besser erkennen. Sie werden mit der Zeit auch schneller geneigt sein, ihre Schuld, ihr Straucheln als Mensch einzugestehen und den Engeln Gottes Gehorsam zu leisten. Daraus ergibt sich, dass die im Krieg gefallenen Soldaten viel schneller wieder inkarniert werden als andere Wesen, weil sie zu rascherer Erkenntnis und Gesinnungsänderung gelangt sind. So benutzt es die Engelswelt, sie höheren Zielen zuzuführen. Und dann versuchen diese Geister von ihrer Ebene aus zu wirken, jeder nach seinem Talent und nach seinen Kräften.

Dagegen werden Kinder, die auch in diesem Kampf um die Freiheit ihr Leben verloren, nicht in diese Welt des ewigen Frühlings geführt. Nein, sie werden in ihre Himmel geführt und dort gepflegt und betreut von den herrlichsten Boten Gottes. Ihre Eltern, wenn sie auch in der geistigen Welt leben, dürfen sie dann und wann besuchen, besonders zu gewissen Festen.

Daraus erkennt ihr wieder, wie die Geisterwelt Gottes dem Einzelnen ihre grosse Liebe zeigt und dass sie versucht, ihm diese Gnade Gottes auch klarzumachen. Denn es ist eine wunderbare Gnade, dass Wesenheiten, die im Leben doch auch gestrauchelt sind und sich verschuldet hatten, nun in einen solch wunderbaren Garten Gottes geführt werden. [...]

So sollte der Mensch erkennen, dass er in seinem Leben Bestes zu geben hat, um Gott zu gefallen. Jetzt, wo die Menschheit für Frieden und Freiheit ihrer Geschwister fleht, werden auch die guten Geistboten mithelfen in diesem Kampfe. Und wenn es auch nicht gelingt, den Frieden und die Freiheit von heute auf morgen zu sichern, so wird es doch dazu kommen. Denn die Regierenden dieser Mächte der Unterdrückung, sie selbst sind uneins untereinander; der eine schiebt die Schuld dem andern zu, und unter ihnen ist ständig ein Kampf, und jeder hat Angst vor dem andern. Die Mächte der Finsternis finden immer wieder den Weg zu ihnen. Und jener Geist, der es einst als Mensch fertigbrachte, ganze Völker zu unterdrücken, er ist es, der mit seinen Helfershelfern, mit seinen Kräften Verderben und Unterdrückung weiter zu verbreiten versucht – dagegen kämpfen die Engel Gottes, und dafür brauchen sie Menschen, die nach den hohen Zielen streben.

Wenn nun die Menschheit beweist, dass sie trotz all dieser Prüfungen den Weg zu Gott findet, dass sie Vertrauen und Hoffnung in Gott setzt, wird diese ihre Ausdauer belohnt, und Friede und Freiheit werden kommen, wenn auch langsam, langsam nur. Das Rad hat begonnen, sich zu drehen, was Frieden und Freiheit in grösserem Masse bedeutet als bisher. Es ist aber immer noch ein langer Kampf. Doch habt Vertrauen! Das Gute siegt. Von Gott ist die Freiheit, und die Freiheit muss walten in der geistigen Welt wie auf der irdischen. Denn auch noch viele Geister müssen zur Erkenntnis gelangen, dass die Freiheit das höchste Gut ist. Und unter den Menschen muss Freiheit herrschen, Friede und Freiheit.

[Zum Schluss bat Geistlehrer Josef die Freunde, am darauffolgenden Montag- und Dienstagabend zu einem heiligen Abendmahl zusammenzukommen:] Ihr sollt euch im Namen Christi zu diesem heiligen Abendmahl zusammenfinden, um gemeinsam zu zeigen, dass ihr den Weg des Lichtes beschreitet und so im Namen Christi bittet, dass eure Geschwister ihre Freiheit zurückerlangen.

Zweifelt nicht an Gottes Güte und Gerechtigkeit ob diesem Geschehen. Gott ist gut und gerecht. Bedenkt, dass jene Männer, die diese vielen Verbrechen begangen haben, ihre Barbarei gutzumachen haben, dafür “bis zum letzten Heller” bezahlen müssen. Wenn es geschieht [wenn sie dereinst wieder Mensch werden], wird wieder Not und Leid zu den Menschen kommen, bis sie so gehoben sind im Denken und Wollen, dass weder Rachegefühle noch die Gier nach irdischem Gut die Macht über sie gewinnen. Wenn jeder genügsam ist, den andern schätzt und achtet, dann wird diese Welt mit ihren Menschen besser.

Wie weit entfernt dieses Ziel noch ist, wisst ihr selbst. Doch jeder denke dessen ungeachtet, dass er alles tun will für seinen Höhenflug. Wir begleiten und stützen euch. Wir Geister Gottes dringen zu euch und verweilen in eurer Nähe. Wir kehren uns dann und wann aber auch wieder von euch ab, wenn eure Gesinnung nicht ist, wie wir sie von euch erwarten. Wenn ihr aufwärtssteigen wollt, heisst es: lieber dulden, Unrecht ertragen und keine bösen Gedanken pflegen, damit ihr frei werdet und einst in die Welt der Glückseligkeit eingehen dürft, wo ihr wieder zum Segen werdet für die leidende Menschheit wie für die leidenden Geister des Jenseits. Und so bitten wir:

Erhöre, o Gott, das Bitten und Flehen der Menschen. Gib ihnen Frieden und Freiheit.

Und nun gehet alle hin in Frieden. Der Segen des Heils durchströme euch. Werdet gesund an Leib und Seele. Gott zum Gruss.

Ausschnitt aus dem Vortrag von Geistlehrer Josef vom 10.11.1956 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Erstveröffentlichung in der Zeitschrift “Geistige Welt”)

Jenseitige Hilfe für die im Krieg zurückgelassenen Angehörigen

Josef, 12. April 1975

Jenseitige Hilfe für die im Krieg zurückgelassenen Angehörigen

Wenn Menschen gewaltsam mitten aus dem Leben gerissen werden, ist es für sie oft schwer, in der jenseitigen Welt den inneren Frieden zu finden. Denn zu gross ist ihre Unruhe und ihre Sorge um die Hinterbliebenen, als dass sie sogleich die tröstenden Worte der Missionsgeister aufnehmen könnten. Im folgenden Vortrag berichtet Geistlehrer Josef von der Verzweiflung einer im Krieg verstorbenen Mutter. Sie wird für die Führung der Engel erst dann empfänglich, als sie erkennt, wie es der Gotteswelt gelingt, ihre Kinder auf Erden in Sicherheit zu bringen und ihnen einen Beistand zu geben.

Josef: Gott zum Gruss. Liebe Geschwister, wenn ihr euch in der Welt umschaut, so erlebt ihr so viel Kummer, Elend und Not; ihr könnt dies [im Fernsehen] sogar vor euren Augen erleben. Es wäre nicht richtig, würde ich über dieses Geschehen einfach hinweggehen, so als würde nichts passieren. Denn auch jene, die aus einem kummervollen Leben in die geistige Welt eintreten, haben ihre Schicksale, haben ihren Weg, den sie beschreiten müssen, sie haben ihre Not.

Ich muss aber auf etwas zurückkommen und euch auf etwas aufmerksam machen, was ich euch auch schon gesagt habe, und zwar: “Die Welt hasst ihre Kinder” (vgl. Joh. 17, 14). Wer nicht zu dieser Welt gehört, ist in Liebe mit dem Menschen verbunden, er ist in Liebe mit dem göttlichen Reich verbunden, er ist zugehörig zum Reiche Christi, zum Reiche Gottes. Damit ich richtig verstanden werde, möchte ich nochmals kurz erklären, was mit dieser Welt gemeint ist. Wenn ich von dieser Welt rede, so wie es auch in den heiligen Schriften steht, so ist nicht das Erdenreich als solches gemeint, sondern die Welt bedeutet die Herrschaft von jenem, der die Macht ausübt über die Menschheit. Der Herrscher dieser Welt hasst die Seinen; er ist nicht interessiert an ihrem Fortschritt, an ihrem Aufstieg; er liebt es, sie zu quälen, er liebt es, sie in Not und Elend zu sehen. Er hasst sie, und so verbreitet er diesen Hass, und der gehört eben zu dieser Welt.

Demgegenüber hat doch die Lehre Christi dem Menschen, der sich von der Welt abwenden will, ganz anderes darzubieten. Man spricht von Liebe: “Liebe den Nächsten wie dich selbst” (Mat. 19, 19). Christus sagte: “Wenn einer dich auf die Wange schlägt, halte gleich noch die andere hin. Bittet dich der eine um den Rock, gib ihm auch den Mantel dazu. Bittet dich einer, du mögest ihn ein Stück des Weges begleiten, begleite ihn noch weiter.” (Mat. 5, 39–41.) Das ist christliche Lehre, die Lehre von der Liebe, von der Hilfsbereitschaft, von der Demut, von der Güte, vom Verzicht, vom Wohlwollen – also auf jeden Fall etwas ganz anderes als all das, was getan wird in dieser Welt, um Menschen in Not und Elend zu bringen, so, wie ich es euch darlegte: “Die Welt, sie hasst ihre Kinder”, oder sie hasst die Menschen und will für sie nur das Unglück.

In der christlichen Lehre wird dem Menschen verkündet, dass durch den Willen Gottes und den Willen Christi heilige Geister in die Nähe des Menschen gesandt werden, um ihn zu behüten und zu beschützen. Die Geisterwelt Gottes ist dem Menschen wohlwollend gesinnt, unterstützt ihn im Guten, versucht ihn von Versuchungen abzulenken; sie meint es mit dem Menschen wahrhaftig gut. So muss sich der Mensch eben nach dem Reiche Gottes ausrichten, von dem Christus gesprochen hatte, dass es kommen möge – so wie man auch im Vaterunser betet: “Dein Reich komme zu uns.” Also wisst ihr, was ich mit diesem Reich Gottes meine. Und wie weit entfernt ist dieses Reich Gottes für die Menschheit! Und überhaupt, wie unschlüssig ist der Mensch, wem er seine Aufmerksamkeit und seinen Gehorsam schenken will: ob eben jenem Herrscher dieser Welt, der nur Neid, Unglück und Unzufriedenheit verbreitet; oder ob er sich auf die andere Seite stellen soll, wo man bereit ist, dem Nächsten zu vergeben – und wenn er siebenmal kommt und bittet, dass man ihm vergebe, dass man ihm siebenmal vergibt –, und wo man versucht, ihn zu lieben so wie sich selbst, und ihn nicht als einen Fremden betrachtet, sondern wie einen aus der eigenen Familie, die man liebt. Das ist das Reich Gottes, das wirken möchte unter den Menschen, das ist die andere Seite. Doch wer hat schon die Kraft dafür, sich in allen Dingen so nach dem Reiche Gottes auszurichten? Der Mensch, der da geboren wird, wird doch Werkzeug jenem Herrscher, der die Rechte über diese Welt hat; aber ebenso liegt es am Menschen, so er geistig ausgerichtet ist und in höheren Erkenntnissen lebt, zu wissen, was er zu tun hat, was ihm gestattet ist und was nicht.

Und so ist es für euch wie für uns ein grosses Leid, ein grosser Kummer, diese Welt in ihren Wehen, in ihren Sorgen, in ihren Nöten zu sehen. Und darum glaube ich, ist es auch richtig, wenn ich euch heute einmal eine Erklärung oder einen Erlebnisbericht gebe von einem Menschen, der nach einem solch kummervollen Leben in die geistige Welt hinübergekommen ist. Dabei möchte ich nur so global darauf hindeuten, wie vieles die Geister Gottes zu tun haben, wenn solche Kriege und solche Unzufriedenheit auf dieser Erde ausgefochten werden, wie viele Missionsgeister immer unterwegs sein müssen, um diese verstorbenen Menschen in die Ewigkeit hinüberzuführen, und dass man wahrhaftig seine Sorgen mit ihnen hat. Das könnt ihr euch doch vorstellen angesichts der Verhältnisse, aus denen heraus jene Menschen sterben, wenn da Gewalt und Kriege toben, wenn Ungerechtigkeit herrscht und Menschen gewaltsam umgebracht werden, rücksichtslos. Da scheidet doch da oder dort ein Mensch von dieser Welt, hinterlässt Angehörige und ist noch voller Kummer, weil er nicht weiss, was mit ihnen geschieht. Er weiss sie dem Feinde und der Folter ausgeliefert, und dies quält ihn, und er wird mit dem Gedanken nicht fertig, dass das geschehen könnte oder auch wahrhaftig geschieht.

In grossem Leid sind diese geistigen Wesen. Darüber machen sich Menschen keine Gedanken. Für sie ist einer, der gestorben ist, weg von der Welt, und man interessiert sich nicht mehr weiter für ihn – besonders jene, die keinen Glauben haben. Aber auch Gläubige meinen, wenn einer von dieser Welt abgeschieden ist, würde er in den Frieden der Seligkeit eingehen; und so vergessen auch sie ihn schnell, und kein Gebet findet mehr den Weg zu ihm. Man soll also nicht annehmen, dass dieses Hinübertreten nun so eine einfache Angelegenheit wäre – weder für die Hinüberschreitenden noch für die Unsichtbaren, die sich ihrer anzunehmen haben.

So werden diese Unsichtbaren auch vor viele Probleme gestellt; denn ihre Aufgabe ist es ja, diesen Heimgekommenen den Weg zu zeigen, sie zu trösten. Aber man kann nicht einfach einem verstorbenen Menschen ein paar gute Worte sagen und dann im Glauben sein, jetzt wäre alles in bester Ordnung. Denn seine Seele ist doch so etwas Empfindsames; und diese Seele beschäftigt sich doch mit all dem, was vergangen ist. Es ist ja auch bei euch Menschen so, auch ihr vermögt mit diesen oder jenen Dingen nicht fertigzuwerden, obwohl es in eurem menschlichen Leben nicht solche Probleme gibt, die man nicht in Ordnung bringen könnte. In der Geisteswelt aber steht man vor der Wirklichkeit; man erkennt nun, dass jetzt der Lohn auf einen zukommt und dass derjenige, der im Leben nichts geglaubt hat, in seiner neuen Heimat auch nichts Besonderes zu erwarten hat.

So können Heimkehrende wahrhaftig wirkliche Probleme und Sorgen haben. Und Menschen irren, wenn sie annehmen, man könnte für diese armen Seelen ein paar Gebete sprechen und dann wären sie gleich in den höchsten Himmeln. Dem ist wahrhaftig nicht so. Durch die Belehrungen, die euch seit vielen Jahren gegeben werden, solltet ihr erkennen, dass ein jeder Mensch, der aus seinem Leibe scheidet, in die Ewigkeit hinübertritt und seine eigene geistige Heimat hat, die ganz seinem geistig-seelischen Wesen entspricht. Ein geistig gehobener Mensch wird auch dementsprechend seine Heimat finden. Aber auch ein boshafter, unwilliger, niederer Mensch wird seine ihm entsprechende Heimat finden; alles muss wiedergutgemacht und zurückbezahlt werden. Darüber reden Menschen nicht.

So ist es doch auch meine Aufgabe, jene Freunde, die sich dafür interessieren, in diese Lehre so einzuweihen, dass diese Erkenntnisse bis zum Ende ihres Lebens in ihrer Seele bewahrt bleiben und sie, wenn es notwendig wird, die Möglichkeit haben, im Gespräch mit andern Menschen eine Richtigstellung vorzunehmen. Das heisst, da, wo andere Menschen nicht wissen, was nach dem Tode kommt, was Wahrheit ist, was verkündet wird, da soll man die Möglichkeit haben, ihnen die Erklärung zu geben; man soll diese Erleuchtung in seiner Seele haben, damit man dem andern die richtige Erklärung auch darbieten kann.

Und nun versuche ich von einer Mutter zu reden, die mit ihren drei Kindern in einer Hütte lebte. Ihr Mann war im Krieg, und sie wusste nicht, ob er noch lebte oder nicht. Nun kam der Feind – wie man so sagt, und ich gebrauche eben auch dieses Wort – in ihre Nähe, holte sie aus der Hütte und tötete sie rücksichtslos; und die Kinder liess man allein in der Hütte zurück. Könnt ihr euch da eine Vorstellung machen von der Verzweiflung dieser Mutterseele, die nun weiss, dass ihre Kinder ganz allein zurückgelassen sind, und nicht weiss, was mit ihnen geschieht? Welch Schmerz in der Tiefe der Seele einer solchen Heimgekommenen, welch Unruhe in ihrem ganzen Wesen! Auch wenn hier ein Engel Gottes auf sie zukommt und sie zu trösten versucht, so vermag sie die Worte gar nicht aufzunehmen; ihr Kummer und ihre Sorgen sind viel zu gross, um die tröstenden Worte überhaupt zu hören. So gibt es nur ein Klagen, ein Weinen, ein Schreien, ein Um-Hilfe-Rufen – und doch ist man nicht bereit, die Hilfe anzunehmen. So verzweifelt ist diese Mutterseele, von der ich rede.

Sie ist aber nicht etwa eine Ausnahme; sondern dies ist etwas, was immer wieder und wieder geschieht auf diese, auf jene Art und Weise. Es ist vielleicht nicht einmal immer eine Mutterseele; es kann auch ein Mann sein, ein Soldat, der eines plötzlichen Todes stirbt und um seine zurückgebliebene Familie Angst hat, der nicht weiss, was mit ihr geschieht, ob wohl auch seine Frau und seine Kinder in die Hände jener kommen, die sie verhungern lassen. Ein solcher männlicher Geist hört ebenso wenig auf tröstende Worte der Engelwesen; er ist so verzweifelt, er ist in einer solchen Unruhe und vermag diese Worte einfach nicht zu verstehen. Das ist wahrhaftige Not, die ihren Widerklang findet in der unsichtbaren Welt. Doch die unsichtbare Welt setzt alles daran, jedem zu helfen, jedem den Beistand zu geben. Für sie ist es vielleicht eine Frage der Zeit, wann es ihr gelingt, diesen oder jenen zu trösten.

Nun habe ich einen einzelnen Fall herausgegriffen, der geschehen ist. Anhand dieses Falles möchte ich zugleich dartun, dass die Gotteswelt über all diese schrecklichen Dinge Bescheid weiss und sie ihrerseits ihre Massnahmen trifft, so gut es ihr möglich ist.

Nun muss ich zuerst auf etwas zurückkommen oder euch erklären, was ihr schon wisst; aber es ist für die Darlegung dieses Falles notwendig, dass ich es doch erwähne. Ich habe euch des Öfteren schon erklärt, dass es Geistwesen gibt, die sich nicht in die Ordnung Gottes einreihen lassen, die diesen Weg trotz Aufforderung nicht nehmen wollen. Es sind dies Geistgeschwister, die sich in ihrem menschlichen Leben schwer belastet haben und die nun – ich kann es vielleicht mit diesen Worten sagen – ein so schlechtes Gewissen haben, dass sie Angst vor der Zukunft haben. Darum wollen sie sich nicht einreihen lassen. Ein solches Geistwesen, das sich ausserhalb der Ordnung aufhielt, spielte nun in unserem Fall eine Rolle. Schon längere Zeit wurde es von einem göttlichen Wesen beobachtet. Im Plane Gottes oder in der Ordnung Gottes ist es auch so: Man versucht, jeden für das Höhere zu gewinnen; aber man weiss, für den einen braucht es lange Zeit, einen andern kann man in kürzerer Zeit überzeugen und gewinnen.

So ist ein Engel Gottes ausgegangen auf die Suche nach einem Erdgebundenen – so nennen wir auch jene, die sich nicht einreihen lassen. Da war einer, der durch sein Leben so belastet war und sich von der Engelswelt nicht führen liess. Der Engel beobachtete nun längere Zeit diesen Unseligen und wählte ihn für eine Aufgabe aus. Dieser Engel Gottes konnte sich ihm aber nicht etwa in seiner Pracht und Herrlichkeit gegenüberstellen, sondern er veränderte seine äussere Erscheinung so, dass er gleich aussah wie die Geistwesen auf jener Stufe; und so konnte dieser Unselige für lange Zeit überhaupt nicht feststellen, wer in Wirklichkeit sich da für ihn interessierte. Er kümmerte sich auch nicht darum, er wollte seine Freiheit haben und dahin gehen, wo er sein Vergnügen hatte; er wollte sich nicht aufhalten lassen.

Dieser Geist Gottes aber, der sich dieses Unseligen anzunehmen versuchte und ihn angesprochen hatte, erklärte ihm nun Folgendes: “Ich komme mit einer Bitte an dich, und mit dieser Bitte verlange ich nicht allzu viel von dir.” Dieser Geist Gottes tat so, als wäre er einer von seinesgleichen. Er erklärte ihm: “Ich habe so viel Not und so viel Elend gesehen. Es bringt mich in Unruhe, und ich habe das Gefühl, man sollte doch jenen, die ungerecht zu leiden haben, den Beistand geben.” Anfangs war dieser Unselige nicht besonders begeistert über diese Ansprache. Er wollte sich nämlich von seinem Tun nicht abwenden, er wollte sich nicht verändern, denn er merkte doch, dass der andere etwas von ihm wollte.

Dieser wollte ihn wahrhaftig auffordern, Menschen den Beistand zu geben. Genauer gesagt, in erster Linie ging es nicht darum, Menschen den Beistand zu geben, denn das konnte man von ihm noch nicht verlangen, sondern er sollte in Verbindung kommen mit geistigen Wesen. Er sollte jene verzweifelten Wesenheiten sehen, er musste sie vor sich haben, man musste sie ihm zuführen. Dieser Geist Gottes versuchte nun, in dieser Seele das Mitleid für die andern zu wecken. Und er brachte es fertig, diesen Unseligen da von seinen Örtlichkeiten weg- und eben in ein solches Land, an einen solchen Ort zu führen, wo ein Geistwesen sich in grossem Unglück und in Unsicherheit in der Nähe seines früheren Wohnortes aufhielt.

Das heisst, dieser Geist Gottes wollte jetzt diesen Unseligen – ich möchte ihn aber auch den Bereitwilligen nennen – zu dieser Mutterseele hinführen, die ja nicht auf den Trost eines Engels hörte und die es nur zurückzog da in die Nähe der Hütte zu ihren Kindern. Diese Mutterseele konnte ja gar nichts tun. Sie sah die Kinder weinen. Die Kinder weinten nach ihr, und die Mutter selbst weinte – sie konnte also keine Hilfe bringen, es war ihr nicht möglich. Jetzt versuchte dieser Geist Gottes, diesen erdgebundenen, belasteten, aber doch bereitwilligen Geist mit einer Aufgabe zu betrauen – er versuchte es. Er führte ihn nun einmal zu dieser unglückseligen Mutterseele hin und sagte ihm: “Siehst du, in welcher Verfassung diese Mutterseele ist? Du siehst doch auch, dass sie getötet wurde; und du siehst, die Kinder sind allein, ohne Schutz und jenen Menschen ausgeliefert, die mit ihnen tun und machen können, was sie wollen. Da kann man doch nicht untätig sein; da fordere ich dich auch auf, das Deinige zu tun, so wie ich das Meinige tun will.” Und so vermochte nun dieser Geist Gottes den andern so zu überreden und davon zu überzeugen, dass er hier etwas Wichtigeres zu tun hätte als das, was er bis anhin getan. Dieser erklärte sich damit einverstanden, sofern auch der andere – dieser Geist Gottes – das Seinige dazu leisten würde.

Der führende und planende Geist war der Engel Gottes; er musste nun in erster Linie diesem Bereitwilligen darlegen, was er zu tun habe. Diese Mutterseele müsse zuallererst erkennen, dass ihren Kindern keine Gefahr drohe, sie müsse als Erstes erleben, dass ihre Kinder in Sicherheit gebracht würden; wäre dieses dann geschehen, vermöchte man eher in ein Gespräch mit ihr zu kommen. Aber bis es so weit war, beachtete sie diese Geistwesen, die in grösserer Anzahl dort anwesend waren, überhaupt nicht.

Der Geist Gottes erklärte jetzt unserem bereitwilligen Bruder, was er tun müsse: Als Erstes müsse er zu erreichen suchen, dass die drei Kinder in das nächste Haus in der Nachbarschaft kommen würden, wo Bekannte, eine Frau mit ihren Kindern und mit ihren Eltern, verschont geblieben waren. Dafür müsse er besorgt sein. So wollte der Engel Gottes das Seinige dazu beitragen und unser bereit gewordener Bruder ebenfalls.

Zuerst musste er zu diesen Nachbarn gehen, die selbst in grösster Sorge lebten und sich teilweise verborgen hielten. Er musste sie in ihrem Denken beeinflussen; jene Menschen mussten zuerst den Willen fassen, das zu tun, was der Geist Gottes plante. Da unser Bruder erdgebunden war, konnte er sich am besten in das Denken dieser Menschen hineinmischen oder hineinlegen und sie beeinflussen. Er vermochte ihr Denken so zu beeinflussen, dass sie ahnten, was in ihrer nächsten Nähe geschehen war, und sie bereit waren, Nachschau zu halten und einander beizustehen. Dieser Gedanke, sich um die andern zu kümmern, wurde von unserem erdgebundenen, jetzt aber bereitwilligen Bruder unterstützt; er beeinflusste also diese Menschen: “Geht hin und schaut nach euren Nachbarn! Schaut, was geschehen ist; wagt euch aus eurer Hütte, schaut nach!” Er beeinflusste sie so, dass da wahrhaftig die Mutter dieser Familie sich hinauswagte und die Kinder aus der Nachbarhütte herausholte. Der Geist Gottes war dabei und sorgte dafür, dass keine Störung eintreten konnte, und unser Bruder war ihm behilflich. Und so kamen diese Kinder in die Hütte jener Nachbarn; sie bekamen dort zu essen und zu trinken. Unsere Mutterseele war darüber schon beglückt; sie war froh, ihre Kinder in Obhut zu wissen, obschon sie um die Zukunft dieser Bekannten und ihrer Kinder bangte; aber sie wusste sie doch vorübergehend in Obhut.

Die Familie blieb in ihrer Hütte, und sie hatte auch ein Versteck. Die Menschen versteckten sich, und so war die Möglichkeit des Überlebens doch grösser. Was aber für ihr Überleben notwendig war, war die Nahrung. So hatten die Menschen eines gewissen Umkreises an einem ganz bestimmten Ort, auch in einem Versteck, Lebensmittel gelagert, und es war jeder Familie gestattet, davon stets ihre Ration zu nehmen. Man war so ehrlich und holte sich nur das, was einem zukam – aus Ehrlichkeit, anderseits auch aus Angst, es könnte einem etwas geschehen, man könnte verraten werden und es könnte einen das Leben kosten. Man war ehrlich.

Nun sollte diese Familie doch auch zu diesem Lager gehen und sich Lebensmittel holen, man brauchte mehr. Man hatte Angst, noch war keine Ruhe in der Nähe. Man musste ein Stück des Weges gehen, um in das Versteck zu gelangen und seine Ration zu holen. Diese Mutterseele wusste ja um dieses Lager. Und nun waren der Engel Gottes und auch unser hilfsbereit gewordener Bruder da, die den Schutz übernehmen wollten. Mittlerweile war die Mutterseele ansprechbar geworden; unser hilfsbereiter Bruder und sogar der Geist Gottes konnten mit ihr sprechen. Obwohl sie noch so bekümmert war, war ihr doch daran gelegen, dass ihren Kindern diese Nahrung zukam und dass diese wie auch die ganze Familie ihrer Bekannten in Sicherheit blieben.

Und so waren sie jetzt drei im Bunde. Der Engel Gottes blieb der Führende, und er bestimmte genau die Zeit, wann diese Menschen in das Lager gehen sollten. Unser hilfsbereiter Bruder konnte sich in der ganzen Umgebung umschauen, denn er wurde ja von Menschen nicht gesehen; er konnte sehr nahe an die kämpfenden Soldaten herangehen. Und er konnte genau erkennen, was sie vorhatten, auch wenn er ihre Sprache nicht verstand. Wenn es notwendig wurde, kam der Engel Gottes mit und erklärte ihm genau den Plan, was in den nächsten Stunden geschehen würde. Also, man kam ganz gut zurecht. Auch diese Mutterseele, die die Sprache verstand, wurde dann und wann zum Kundschaften ausgesandt. Und so mussten alle drei überlegen, auf welche Art und Weise zu handeln war.

Nun mag manch ein Geistgläubiger denken: “Ach, das stimmt doch nicht; ein Geist Gottes kann doch alles tun, er sieht doch alle Dinge klar und braucht sich nicht überraschen zu lassen.” Nein, liebe Geschwister, dem ist eben nicht so. Geister Gottes werden vom Menschen sehr oft überrascht; sie werden überrascht in dem Sinne, dass Menschen Dinge tun, die man von ihnen nicht erwartet hat; sie tun gerade das Böse, und die Geisteswelt Gottes fühlt sich sehr überrascht, wenn sie enttäuscht worden ist. Zumal ist das Denken und das Handeln des Menschen besonders im Falle solcher kriegerischen Auseinandersetzungen sehr unterschiedlich; keiner kann dem andern trauen, jeder durchkreuzt die Wege des andern und nützt es zu seinem eigenen Vorteil aus. So ist es doch schwierig, auf Nummer sicher gehen zu können. Damit einem Menschen, den man ausschickt an einen bestimmten Ort hin, wahrhaftig nichts geschieht, muss eben auch im Geiste alles gut vorbereitet werden.

Da sie nun zu dritt waren, hatten sie die Möglichkeit, auszukundschaften und sich abzusichern. Auch der Geist Gottes, der die beste Übersicht hatte – ich sage: die beste Übersicht –, musste sich erkundigen. Dann konnte man diese Menschen veranlassen, den geeigneten Zeitpunkt auszuwählen, um in das Lager zu gehen und Lebensmittel zu holen. Diese Geister Gottes gaben dann ihrerseits den Schutz, indem sie versuchten, in der Umgebung alles abzulenken, was nur möglich war, damit es wirklich geschehen konnte, dass diese Mutter, die in dieses Lager ging, ihre Lebensmittel auch sicher zurückbrachte.

Auf diese Art und Weise ist es dann geschehen; diese Mutter holte sich die Lebensmittel, die sie für ihre Familie brauchte. Sie selbst ahnte nichts davon, welch unsichtbare Führung sie bei diesem Unternehmen gelenkt hatte. Menschen sehen ja die Geister gar nicht und ahnen gar nichts von der Hilfe, die ihnen zukommt, wie geistige Wesen sich um Menschen kümmern, wie sie aber auch vom Menschen abhängig sind, davon, wie er denkt, wie er handelt – es muss einem Geist Gottes auch möglich werden, dem Menschen den Beistand zu geben. Und nun erlebte unsere Mutterseele im Weiteren, wie ihren Kindern geholfen wurde und dass sie gut umsorgt wurden.

Nun aber hatte sich das Kriegsgeschehen wieder geändert zugunsten dieser Familie – womöglich nur vorübergehend, doch so, dass sie überleben konnten. Und die Geisterwelt Gottes konnte dann anfangen, mit dieser Mutterseele zu reden. Aber ehe man mit ihr ins nähere Gespräch kam über das Leben nach dem Tode und die Jenseitswelt, hatte man ihr etwas Weiteres erklärt, das sie dann ermutigte, dem Geist Gottes mehr Gehör zu schenken. Ehe sich nämlich diese Menschen in Sicherheit glaubten, hatte der Geist Gottes in der Nähe ihrer Wohnung ein geistiges Feuer entfacht. Als nun die Mutterseele und der hilfsbereit gewordene Bruder dieses geistige Feuer sahen, fragten sie: “Warum? Wozu ist dieses Feuer?” – so etwas war ihnen doch fremd. Und dieser Geist Gottes stellte sich vor die beiden hin, gab sich als ein solcher zu erkennen und erklärte ihnen: “Dieses geistige Feuer, das ihr hier sehen könnt, ist für euch ein Zeichen. Es bleibt euch so lange erhalten, solange sich diese Menschen hier in Sicherheit fühlen können. Erlöscht dieses geistige Feuer, dann wird es Zeit werden für sie, sich zu entfernen.” Und er erklärte es diesen beiden, besonders diesem Bruder – er sagte: “Es ist nun deine Aufgabe, im Heilsplane Gottes wirksam zu sein, so wie du es jetzt getan hast. So wie aus der Tiefe deiner Seele ein Funke von Barmherzigkeit gekommen ist, so wird es möglich werden, dass deine Seele mehr geläutert und mehr noch als ein Funke von Barmherzigkeit aufsteigen wird.” So erklärte es dieser Geist Gottes, und er wollte sich verabschieden von den beiden, verabschieden von dieser Sphäre der Erde, wo sich das Ganze abgespielt hat. Der Geist Gottes gab ihnen mit diesem Feuer Sicherheit, er gab ihnen ein geistiges Zeichen.

Dieses geistige Feuer musste aber auch von Geistern Gottes überwacht werden; es konnte nicht zufällig erlöschen. Andere Geister Gottes, die also auch tätig waren in dieser Umgebung, hilfsbereit und dienlich, sie sorgten für dieses Feuer und liessen es dann erlöschen als Zeichen, dass es notwendig wurde, dass diese beiden oder eines von beiden, das noch zurückblieb, dann das Notwendige unternahm, um die Familie auf eine drohende Gefahr aufmerksam zu machen und sie zu führen. Denn da dieses Geschehen mit dem Geistig-Göttlichen verbunden war und Geister Gottes sich dieser Menschen angenommen hatten, war auch ein Band der Zusammengehörigkeit geknüpft, und man wollte sie nicht einfach nach einer gewissen Zeit ihrem Schicksal überlassen. Man wollte verbunden bleiben mit ihnen, sie sollten überleben, auch wenn aufs Neue schwere Zeiten an sie herankamen.

Dieses aber ist eine Sprache Gottes, wie sie zum Ausdruck gebracht wird von den Geistern Gottes. Auf diese Art und Weise wurde diese Mutterseele, die in grösster Unruhe war, zufriedener, ruhiger. Sie hatte sich mit ihrem Schicksal abfinden müssen. Sie hatte nun Vertrauen gefasst zum Geist Gottes und bat ihn, dass er stets seine Aufmerksamkeit ihren Kindern schenke. Dieser Geist Gottes versprach es zu tun. Er konnte aber nicht selber, nicht persönlich seine Aufmerksamkeit diesen Kindern schenken, aber er hatte andere Geistwesen dazu beauftragt. Und diese Kinder hatten auch ihren persönlichen Schutzgeist. Also war die Verbindung da.

Und nun ergab sich die Gelegenheit, sich mit dieser Mutterseele zu befassen. Andere Geister hatten sich ihrer angenommen, deren Aufgabe es ist, solche Heimgekehrten zu unterrichten und zu belehren und ihnen in der göttlichen Welt den Trost und den Beistand zu geben, den sie brauchen. So werden sie auf der einen Seite geistig-seelisch gepflegt, anderseits werden sie unterrichtet. Sie werden auch darauf aufmerksam gemacht, dass ihre Tätigkeit sich eben auf die Hilfsbereitschaft auszurichten habe; dass auch sie ihrerseits andern so zu helfen hätten, wie ihnen und den Ihrigen geholfen worden sei. So versucht nun die Geisterwelt Gottes, wo es ihr möglich ist, zu helfen – wo es ihr möglich ist. Doch leider wird ihr so vieles durch die Gewaltsamkeit des Menschen verunmöglicht; durch die Herrschaft des Bösen wird manches vereitelt. Doch man nimmt sich jener an, die eines plötzlichen Todes sterben und in dieser Unruhe in die Ewigkeit hinüberkommen. Man versucht sie zu trösten und da einzureihen, wo man die Möglichkeit findet, ihnen zu helfen. Und zwar ist dieses Einreihen nicht dasselbe wie das Eintreten in ihre geistige Sphäre – das Eintreten in ihre geistige Ebene, wo sie hingehören, erfolgt später. Zuerst muss man ihnen eine Beschäftigung geben und das Gefühl, dass ihre Angehörigen in Sicherheit sind; dann lassen sie sich auch in der Ewigkeit von den Geistern Gottes führen.

Ich will aber nun noch zum Ausdruck bringen, dass gerade die Gotteswelt ja ihrerseits bereit ist, überall zu helfen, weil die Geister aus dem Reiche Gottes und dem Reiche Christi alle ihre Geschwister lieben und ihnen helfen wollen. Sie lieben alle, auch jene, die draussen stehen. So versucht man auch denen zu helfen, die draussen stehen, wie nun diesem Bruder, der sich nicht einreihen lassen wollte. Man versuchte in ihm seine eingeschlossenen Gefühle zu wecken. Und manchmal ist auch bei einem solchen Geistwesen, das als Mensch ein ungerechtes Leben geführt hatte, in irgendeiner Art und Weise ein Fünklein blossgelegt, das man etwas schüren kann, sodass es zum Glühen kommt und man ihn aufrufen und auffordern kann, andern zu helfen, die in grosser Not sind. Um das geht es bei den Geistern Gottes.

Wenn sie auf die Suche gehen, um ihren Geschwistern beizustehen, dann müssen sie einmal feststellen, ob eine Möglichkeit vorhanden ist und es ihnen gestattet ist, einen solchen Draussenstehenden herauszunehmen, oder ob der eine oder andere so verurteilt ist für seine Läuterung, dass man ihn nicht herausnehmen darf. Die Geisterwelt Gottes ist so beweglich, und sie hält sich einmal da, einmal dort auf, um herauszufinden, wer sich denn eignen würde, andern beizustehen. Und so ist es besonders gut, Erdgebundene mit Erdgebundenen zu verbinden; denn sie sind sozusagen in derselben gedanklichen Schwingung – sie fühlen sich zum Teil noch als Mensch und verstehen einander in der Sprache oder in den Gesten, die man macht, viel besser; sie finden den Weg zueinander, so sie sich an diese Erde gebunden fühlen. Denn die Liebe kennt nur eine Sprache; auch die Barmherzigkeit und die Hilfsbereitschaft hat nur eine Sprache. Man weiss, wann man helfen muss und wie man helfen muss; da braucht es nicht viele Worte, dafür gibt es nur eine Sprache, die von allen auf dieselbe Art und Weise empfunden wird.

Und so gehen Geister Gottes aus auf die Suche, um diese Erdgebundenen aus ihrer Gleichgültigkeit herauszunehmen – so wie diesen Bruder –, um sie einzureihen in eine wichtige Arbeit und sie an das Göttliche zu binden, um sie zu führen und ihnen nachher bessere Aufgaben zu übertragen, sie auch zu unterrichten über die Gesetze und über den Willen Gottes. Aber was ich im Besonderen zum Ausdruck bringen will, ist: Die Geister Gottes, die dem Reiche Gottes und der Herrschaft Gottes angehören, sie lieben die Ihrigen, sie lieben die Menschen, und sie versuchen für die Menschen alles zu tun, um sie zu erretten, so es in ihrer Möglichkeit ist. Und die Welt hasst die Menschen und will sie nur vernichtet sehen, sie will nur ihr Unglück, ihren Unfrieden. Und dieses sind zwei Welten, mit denen ihr euch befassen müsst.

So, liebe Geschwister, habe ich euch auf eine andere Art geistige Gesetze erläutert, geistiges Leben dargelegt. Auf diese Weise sollt ihr wahrhaftig erkennen können, welche Hilfsbereitschaft aus den Himmeln kommt und wie viel es braucht, um die Herrschaft des Bösen zu besiegen, und wie viel es braucht, dass das Reich Gottes auf dieser Erde Fuss fassen kann und sich ausbreitet.

Nun möchte ich euch dem Schutze und dem Segen Gottes durch seine heiligen Boten überlassen. Sie sollen euch beschützen, sie sollen euch auch behüten und durchs Leben führen. Und ihr sollt ihnen eure Hände entgegenhalten, damit sie euch führen können. So mögen alle gesunden, die da krank sind, sei es an Leib oder Seele. Gott zum Gruss.

Vortrag von Geistlehrer Josef vom 12.4.1975 durch seine Mittlerin Beatrice Brunner im grossen Saal des Musikkonservatoriums Zürich (Vorlage: Tonbandaufzeichnung)

Heft 1/2024
Preis USD 4.00
25 Seiten, 21 × 29,7 cm